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 Sathya Sai Babas Ansprache am 29.04.2009

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Ansprache Sathya Sai Babas am 29.4.2009, Kodaikanal

 

Die Schöpfung geht aus der Wahrheit hervor und mündet wieder in die Wahrheit ein.
Gibt es irgendeinen Platz im Kosmos, wo die Wahrheit nicht existiert?
Schaut diese reine, makellose Wahrheit.

Jeder wünscht sich Frieden und Glück. Niemand will Leiden und Schwierigkeiten. Ajit Popat erwähnte in seiner Rede, dass alle Verkörperungen Gottes sind. Gott ist eins. Es gibt keine zweite Wesenheit. Zu glauben, es gäbe eine zweite Wesenheit, ist Unwahrheit. Es gibt also keine zweite Wesenheit.

Angefangen von winzigen Ameisen, Mücken und Vögeln bis hin zu mächtigen Elefanten ist jedes Lebewesen Gottes Manifestation. Sogar die Bäume, Hügel und Berge sind Manifestationen Gottes. Da dies so ist, wie kann es dann eine zweite Wesenheit geben? Eine zweite Wesenheit ist bloß eure Einbildung und Illusion. Sie ist eure eigene Schöpfung. Denkt nur einmal nach, woher euer Körper gekommen ist. Ihr behauptet, er sei von euren Eltern gekommen. Nein, nein. Ihr seid nicht von euren Eltern gekommen. Ihr seid aus euch selbst gekommen. Es gibt nur eine Wesenheit. Wo ist die Existenz der zweiten?

Aber die Menschen setzen heutzutage ihr Vertrauen in die Vielfalt und nicht in die Einheit. Was bedeutet Einheit? Einheit ist nicht die Kombination von Vielen; es ist die Verwirklichung der Einheit. Wenn überall um euch herum Spiegel sind, seht ihr eure vielen Gestalten. All diese sind eure verschiedenen Formen. Aber das ist nicht die Wahrheit. Derjenige, der die Frage stellt, und derjenige, der sie beantwortet-, beide sind ein und derselbe. Alle sind eins. Gott ist in menschlicher Gestalt. Dieselbe Person erscheint in vielen Formen. Diese Formen als verschieden voneinander zu betrachten, ist ein Irrtum.

Wenn ich in das Mikrophon spreche, lauscht ihr meiner Stimme. Es gibt nur einen Redner, aber dieselbe Stimme wird von vielen Ohren gehört. Ich bin die einzige Wirklichkeit in allen Wesen. Es gibt nur eine Wahrheit, aber die Weisen nennen sie bei verschiedenen Namen. Am Himmel ist nur eine Sonne, aber wir sehen ihre Widerspiegelung in vielen Flüssen, Teichen und Gefäßen. Es gibt nur eine Sonne, aber wo immer Wasser ist, kann man ihr Spiegelbild sehen. Wenn ihr Wasser in einen Teller gießt, könnt ihr sogar in diesem Wasser die Widerspiegelung der Sonne sehen. Bedeutet das, dass die Sonne im Wasser ist? Nein, nein, es handelt sich nur um die Widerspiegelung der Sonne. Genauso gibt es nur einen Atman. Gedanken und Gefühlsbereich (mind), Intellekt, Unterbewusstsein und Egobewusstsein gleichen verschiedenen Gefäßen. Es gibt somit nur das eine Göttliche..

Alles ist Gott. Wenn ihr anders denkt, ist das nur eure Täuschung (mâyâ). Wenn oben die Sonne scheint, könnt ihr ihre Widerspiegelung in allen Wasserspeichern sehen. Sogar wenn das Wasser schmutzig ist, könnt ihr ihre Spiegelung sehen. Aber wenn das Wasser völlig verschmutzt ist, könnt ihr ihre Widerspiegelung selbstverständlich nicht sehen. Ebenso könnt ihr, wenn euer Herz rein und klar ist, die unmittelbare Manifestation Gottes darin schauen. Aber euer Herz ist unrein. Wenn ihr euer Herz gründlich reinigt, könnt ihr Gott sehr wohl schauen.

Gott wohnt allem inne. Angefangen vom neugeborenen Baby bis zum Erwachsenen und alten Menschen, Er ist in jedem gegenwärtig. Ein kleines Baby wächst heran und wird schließlich alt. Das Baby, die Frau und die alte Dame sind dieselbe Person. Aufgrund ihrer Denkweise sehen die Menschen viele verschiedene Formen.

Aber Gott hat keine verschiedenen Formen. Tatsächlich ist er formlos. Er hat jedoch viele Namen. Obwohl er viele Namen hat, entsprechen sie alle den vielen Widerspiegelungen desselben Gottes. Ihr könnt die Spiegelung der Sonne in fließendem ebenso wie in stehendem Gewässer sehen. In fließendem Wasser scheint die Spiegelung zu schwanken, aber in stehendem Wasser ist auch die Spiegelung beständig. Aufgrund eurer Täuschung entwickelt euer Geist (mind) Bindung an die Welt. Alles in dieser Welt ist bloß eine Projektion von Maya, der täuschenden Schöpfungskraft.

Hiranyakashipu fragte seinen Sohn Prahlada: „Wo ist Gott? Du rezitierst ständig ’Narayana, Narayana’. Wer ist Narayana?“ Prahlada antwortete: „Der Mensch selbst ist Narayana. Wo du auch hinschaust, du siehst nur Narayana. Er ist in mir, er ist in dir, er ist in allen anderen.“

Hiranyakashipu fragte daraufhin: „Ist er hier in dieser Säule?“ „ Er ist mit Sicherheit in ihr“, erwiderte Prahlada. Da nahm Hiranyakashipu eine Keule und zerschlug damit die Säule. Sogleich sah er die Manifestation des Gottes Vishnu. Deshalb, wo ihr auch hinschaut, Gott ist da. Aber Menschen wie Hiranyakashipu glauben nicht an Gott.

Obwohl in der Schöpfung völlige Einheit herrscht, betrachten wir sie vom Blickwinkel der Verschiedenheit. Wir sagen: „Er ist mein Vater, sie ist meine Mutter, sie ist meine ältere Schwester, sie ist meine jüngere Schwester.“ Auf der Grundlage von Formen entwickeln wir Beziehungen. Woher stammen diese Beziehungen? Nichts kann ohne das Einheitsprinzip existieren.

Hier ist ein Beispiel. Ein Hund kam in einen Raum voller Spiegel und sah in den Spiegeln viele Hunde. Als er so viele Hunde im Raum sah, bekam er es mit der Angst zu tun und hielt sie für eine Gefahr für sein Leben. Um der Situation zu entkommen, sprang er einen der Spiegel an, denn er hielt sein eigenes Spiegelbild darin für einen anderen Hund. Als er das tat, sah er den Hund im Spiegel ebenfalls hochspringen. Bei dem Vorgang zerbrach der Spiegel. Da glaubte der Hund, an dem Platz gäbe es keinen anderen Hund und rannte aus dem Raum. Er war sehr erleichtert, dass er sich vor so vielen anderen Hunden retten konnte. Aber wo waren diese vielen Hunde? Er sah sein eigenes Spiegelbild in vielen Spiegeln.

Dasselbe gilt für die Menschen von heute. Wenn man alle anderen Formen als die eigene Widerspiegelung im Spiegel der Welt betrachtet, wird man das Einheitsprinzip erkennen. Also gibt es keine gesonderten Wesenheiten wie Vater, Mutter, Brüder und Schwestern. Durch die eigene Täuschung entwickelt man jedoch weltliche Beziehungen und behauptet: „Sie ist meine Schwester, er ist mein Bruder, er ist mein Vater, sie ist meine Mutter.“ Dies sind alles bloß physische Beziehungen und nicht die Beziehungen auf der Grundlage eurer göttlichen Wirklichkeit. Versucht zu verstehen, dass derselbe Atman in allen gegenwärtig ist. Aber ihr entwickelt weltliche Beziehungen und vergesst dabei das Atmanprinzip.

Ihr behauptet: „Sie ist meine Ehefrau“, aber vor der Hochzeit wart ihr beide voneinander getrennt. Erst nach der Heirat sagt ihr „meine Frau, meine Frau“. Wie habt ihr diese Beziehung von Ehemann und Ehefrau entwickelt? Es beruht nur auf eurer Illusion. Aufgrund von Täuschung und Illusion begeht man viele Fehler und frönt vielen unerwünschten Aktivitäten.

Wo ihr hinschaut, dort ist Gott, und Gott ist Einer. Die Menschen sagen: „Er ist Rama, Er ist Krishna, Er ist Shiva, Er ist Vishnu.“ Was bedeutet das? Heißt das, dass Vishnu, Shiva, Rama und Krishna verschiedene Wesenheiten sind? Es sind die verschiedenen Namen desselben Gottes. Dank eurer eigenen Vorstellung erscheint Gott in einer bestimmten Gestalt vor euch. Wenn ihr über Krishnas Form kontempliert, so wie sie von Künstlern wie Ravi Varma dargestellt wurde, wird Gott sich in Gestalt Krishnas vor euch manifestieren. Ebenso wird Gott in Gestalt Ramas vor euch erscheinen.

Aber Gott ist weder Rama noch Krishna. Ihr allein seid Rama und Krishna. Die Formen von Rama und Krishna sind nichts als eure eigenen Widerspiegelungen. Wenn ihr sagt: „Ich will Rama“, manifestiert Gott sich in Ramas Gestalt vor euch. Entsprechend erscheint er, wenn ihr sagt: „Ich will Krishna“, in Gestalt Krishnas vor euch. All diese Formen sind nichts als eure eigenen Spiegelbilder.

Sowohl Leid als auch Glück befinden sich in der Welt. Wenn ihr in Schwierigkeit seid, klagt ihr: „Ach, warum hat Gott mir dieses Problem geschickt? Welche Sünde habe ich begangen?“ Wenn ihr jedoch Wohlstand erwerbt und glücklich seid, behauptet ihr: „Es ist mein gutes Los.“ Weder ist das eine euer Glück noch ist das andere schlecht. Wenn ihr gute Gedanken habt, werdet ihr gute Ergebnisse haben. Wenn ihr jedoch schlechte Gedanken habt, werden die Folgen schlecht sein. Gutes und Schlechtes kommen nicht von außen.

Alles ist Gott. Wenn die Leute einen Skorpion erblicken, haben sie Angst, er könne sie stechen. Aber tatsächlich ist Gott sogar in diesem Skorpion. Es gibt kein Wesen, dem Gott nicht innewohnt. Aber ihr müsst euch von eurer Täuschung befreien.

Die Menschen haben zu viele Wünsche. Diese übermäßigen Wünsche sind die Ursache der Täuschung. Die Menschen sollten deshalb ihre Wünsche reduzieren. Wie sollte man das tun?

Alle Wünsche sind vom Geist (mind) geschaffen, der sich willkürlich verhält. Gedanken (mind) sind die Ursache von Bindung und Befreiung des Menschen. Ihr solltet euch anstrengen, dem Weg der Befreiung zu folgen. Dann wird kein Raum für Täuschung sein.

Die Menschen sind jedoch voller Wünsche, und die Ursache aller Wünsche ist der Geist (mind; Gedanken und Vorstellungen). Beherrscht deshalb zuallererst euren Geist. Wenn ihr das tut, werdet ihr nicht einmal einen einzigen Wunsch haben. Deshalb heißt es: Weniger Gepäck schafft mehr Bequemlichkeit und macht das Reisen zu einem Vergnügen. Gott wird sich nur dann über euch freuen, wenn ihr das Gepäck eurer Wünsche reduziert. Mehr Wünsche werden zu einer großen Lebensbürde. Mit weniger Gepäck werdet ihr glücklicher sein.

Wenn man unverheiratet ist, denkt man: „Was ich besitze, mit dem kann ich zurechtkommen. Sogar wenn ich manchmal hungern sollte, macht es mir nichts aus.“ Aber wenn man verheiratet ist und Kinder hat, trägt man eine so große Sorgenlast. Woher sind Frau und Kinder gekommen? Sie sind aus derselben Quelle gekommen wie ihr. Ihr haltet jemanden für eure Ehefrau, weil ihr Bindung an sie entwickelt habt. Könnt ihr jede Frau eure Ehefrau nennen? Nein, nein. Wenn ihr das sagen würdet, würde man euch schlagen. Ihr dürft so nicht reden. Die Beziehung von Ehefrau und Ehemann ist nur eine Verbindung von Körper zu Körper. Diese physische Beziehung ist die Ursache vieler Schwierigkeiten.

Eine Person mit Geld wird als reicher Mann bezeichnet. Aber die gleiche Person wird Bettler genannt werden, wenn sie ihr ganzes Geld verliert. Solange ihr wohlhabend seid, geltet ihr als etwas Höherstehendes (bigger). Wenn ihr arm seid, werdet ihr wie ein Bettler (beggar) behandelt. Das heißt, die gleiche Person ist etwas Größeres und ebenso ein Bettler.

Entwickelt Gleichmut, und alles wird gut für euch werden. Selbst wenn euch jemand schlägt, solltet ihr denken: „Die Person, die mich schlägt, ist niemand anderes als Gott. Gott hat mich geschlagen, weil in mir ein Fehler ist. Dieser Körper hat einen Fehler begangen und muss deshalb bestraft werden.“

Was wir auch tun, es wird als Reaktion, Widerspiegelung und Echo auf uns zurückkommen. Alles, was wir erfahren, ist das Ergebnis unserer eigenen Handlungen. Es wurde nicht von Gott gegeben. Gott gibt den Menschen nichts als Glückseligkeit, Ananda. Nachdem ihr Glückseligkeit erfahren habt, kritisiert nicht den Einen, der sie euch gegeben hat. Glück und Leid sind die Widerspiegelung eurer eigenen Handlungen. Wenn Gott euch liebt, heißt das, dass Gott sich selber liebt.

Gott hat keine Eigenschaften. Gott hat keine schlechten Eigenschaften wie Zorn, Hass, Eifersucht und Heuchelei, noch wurden diese schlechten Eigenschaften euch von Gott gegeben. Sie sind alle eure eigene Schöpfung. Befreit euch deshalb von eurer Täuschung. Wenn ihr unnötig Sorgen entwickelt, indem ihr denkt: „Ich habe dieses nicht, ich habe jenes nicht“, täuscht ihr euch selbst. Reduziert eure Wünsche. Dann werdet ihr nicht zu viel Gepäck tragen müssen. Nur dann könnt ihr glücklich sein.

Wenn ihr wahre Liebe zu Gott habt, dann denkt immer an ihn. Wenn euch Rama gefällt, dann kontempliert über Rama. Wenn Krishna die Gottheit eurer Wahl ist, dann denkt entsprechend an ihn. Aber denkt immer daran, dass Rama und Krishna nicht außen sind. Rama ist in eurem Herzen, Krishna ist in eurem Herzen. Welche Form ihr auch für Rama haltet, kontempliert mit geschlossenen Augen über diese Form, und ihr werdet mit Sicherheit diese Form schauen. Letztendlich werdet ihr erkennen: „Aufgrund meiner Täuschung betrachtete ich Rama und Krishna als von mir getrennt. Tatsächlich bin ich Rama, bin ich Krishna.“

Wenn ihr euch auf Rama besinnt, dann seht ihr diese Form als Widerspiegelung eurer Gedanken. Wenn ihr entsprechend an Krishna denkt, seht ihr Krishnas Gestalt. Ihr empfindet, aufgrund eurer Täuschung, Rama und Krishna als von euch verschieden. Wer hat Rama gesehen? Wer hat Krishna gesehen? Künstler wie Ravi Varma malten Bilder von Rama und Krishna anhand der Beschreibungen, die in den heiligen Schriften gegeben wurden. Dies sind nur Bilder; sie enthüllen nicht die Wahrheit.

Jeder kann Gott den Namen seiner Wahl geben, wie Rama, Krishna, Govinda usw., und an einen bestimmten Namen und eine bestimmte Form denken. Daran ist nichts falsch. Ich fordere euch nicht auf, diese Praxis aufzugeben. Aber ihr solltet die unerschütterliche Überzeugung hegen: „Ich bin Gott. Mein Atman ist Gott.“ Der Atman hat keine Form. Er hat nur einen Namen. Der Atman leuchtet in einem jeden wie die Sonne. Er kann nur in einem Herzen gesehen werden, welches rein ist. In einem unreinen Herzen könnt ihr ihn nicht sehen.

Viele Avatare kamen, um diese Wahrheit zu verbreiten. Göttliche Inkarnationen kommen nicht um ihrer selbst willen, sondern um allen die Kenntnis der Wahrheit zu vermitteln. Folgt ihren Lehren und versteht das Prinzip des Atman.

Der Vedanta verkündet, dass der Atman die einzige Realität ist. Aus Wasser entstehen Wellen. Ohne Wasser kann es keine Wellen geben. Ebenso kann es ohne den Atman keine Form geben. Ihr solltet über den Atman kontemplieren und das Mantra „Om namo Narayanaya, Om namo Narayanaya, Om namo Narayanaya“ rezitieren. Falls ihr nicht in der Lage seid, das gesamte Mantra zu rezitieren, genügt es, Om zu rezitieren, denn alles ist im Om enthalten. Das Wort Om kennzeichnet den Urlaut (pranava). Die Upanischaden beschreiben ihn als den Atman.

Die Taittiriya-Upanischad befasst sich ausführlich mit dem Prinzip des Atman. Das Ramayana, das Bhagavatam und das Mahabharata enthüllen durch die Geschichten der Avatare dieselbe Wahrheit. Alles befindet sich in euch. Nichts ist außen. Die gesamte Schöpfung ist eins. Befreit euch von eurer Täuschung und versucht, die Wahrheit hinter Namen und Formen zu erfassen.

Name und Form sind untrennbar. Ihr rezitiert: „Sairam, sairam, sairam …“ Der Name Sairam wurde mir gegeben. Ich bin nicht mit diesem Namen geboren. Entsprechend wurden die Namen Rama und Krishna diesen von ihren Eltern gegeben. Sie wurden nicht mit diesen Namen geboren. Kam Rama und verkündete: „Ich bin Rama?“ Nein, nein. Er war Dasharathas Sohn, und ihm wurde der Name Rama gegeben.

Was bedeutet das Wort Dasharatha? Es kennzeichnet das Gefährt des menschlichen Körpers mit seinen zehn Sinnen (dasha bedeutet zehn, ratha Wagen, Anm. d. Ü.). Habt Kontrolle über eure Sinne. Wenn ihr eure Sinne vollkommen beherrscht, besteht keine Notwendigkeit für irgendetwas anderes. Ihr vergesst sogar euch selbst. Ihr vergesst sogar euren physischen Körper.

Es ist der Geist (mind), der den Körper und die Sinne beherrscht. Der Körper und die Sinne sind vergänglich. Sogar der Geist ist der Auslöschung unterworfen. Wir sagen „Geist, Geist, Geist (mind)“. Wo ist der Gedanken- und Gefühlsbereich? Welche Form hat er? Er ist formlos. Der Bereich der Gedanken und Gefühle (mind) ist selbst eine Illusion. Denkt auf diese Weise nach und erkennt, dass Gott eins ist. Dies ist die einzige Wahrheit. Alles andere ist Täuschung.

Ihr seht im Kino viele Szenen auf der Leinwand. Ihr seht, wie Sita mit Rama verheiratet wird, wie Ravana Sita entführt, wie Rama einen Krieg gegen Ravana führt und dass viele Freunde von Rama am Krieg teilnehmen. Aber dies sind bloß Bilder. Es findet nicht in Wirklichkeit statt.

Es gibt nicht viele Menschen. Alle sind eins. Es gibt nur eine Wahrheit …Wenn ihr der Wahrheit (satya) folgt, wird Dharma daraus hervorgehen. Wenn Wahrheit und Dharma zusammenkommen, wird Friede sich manifestieren. Wo Friede ist, ist Glückseligkeit. Licht wird dann erzeugt, wenn negative und positive Pole zusammenkommen.

Liebe geht aus Frieden hervor. Jemand ohne Frieden kann keine Liebe haben. Wenn Liebe sich in uns manifestiert, betrachten wir jeden als uns zugehörig. Alle sind Formen von uns selbst. Alle sind eins. Seid zu jedem gleich. Bemüht euch, diese Wahrheit zu erkennen.

Wenn der Wind weht, werden die trockenen Blätter weggeweht, nicht aber die grünen. Sie verbleiben an den Ästen. Eure Menschlichkeit sollte nicht dem trockenen Blatt gleichen, welches vom Wind weggeweht wird.

Alles ist ein göttliches Mysterium.

Gott Ramas Geschichte ist erstaunlich.
Sie reinigt das Leben der Menschen in allen drei Welten.
Sie gleicht der Sichel, welche die Schlingpflanzen der weltlichen Bindung durchtrennt.
Sie ist wie ein guter Freund, der euch in Zeiten der Not hilft.
Sie ist ein Zufluchtsort für die Weisen und Seher, die im Wald Askese durchführen.

Gestattet eurem Geist nicht, wie ein Hund zu werden, der von seinem eigenen Spiegelbild getäuscht wird. Der Hund lässt sich täuschen, indem er seine Widerspiegelung in den vielen Spiegeln für viele Hunde hält. Es gibt nicht viele Hunde. Ihr mögt einen Hund als Hund betrachten, aber Gott ist auch in ihm. Ohne Schwingung, Vibration, kann nicht einmal ein Hund leben. Um was für eine Schwingung handelt es sich? Es ist die Lebensschwingung. Aufgrund dieses Lebensprinzips frisst der Hund und läuft umher.

Macht keinerlei Unterschiede, wie: „Er ist ein Außenseiter, er ist reich, er ist ein Bettler“. Alle sind eins. Seht in allem die Einheit. Nur dann werdet ihr beständige, wahre Hingabe haben. Ansonsten werdet ihr Höhen und Tiefen erleben und eure Hingabe wird jeden Moment schwanken.

Viele Leute halten sich für Devotees. Solange sie an Gott glauben, bleibt ihre Hingabe beständig. Wenn ihre Hingabe schwankt, schwankt auch ihr Geist. Wahrer Glaube schwankt unter keinerlei Umständen. Komme was mag, eure Hingabe sollte nicht schwanken, sogar wenn ihr in Stücke zerhackt werdet. Das ist feste, unerschütterliche, makellose Hingabe. Entwickelt eine solch beständige und selbstlose Hingabe.

Jesus lehrte das Gleiche. Gott ist einer. Ihr müsst euer individuelles Ego durchkreuzen, um Ihn zu erreichen. Das ist es, was das Kreuz symbolisiert.

Gebt niemals euren Glauben auf. Haltet unerschütterlich an ihm fest. Dann werdet ihr mit Sicherheit eure wahre Identität erkennen. Der Mensch wird geboren, um Menschlichkeit zu etablieren, und nicht, um sie zu zerstören. Entwickelt die menschlichen Eigenschaften der Wahrheit, des Dharma, der Liebe und Gewaltlosigkeit. Wenn Wahrheit sich mit Dharma verbindet, werden Frieden und Liebe geboren. Die Liebe vereint alles. Würdet ihr euren Sohn in einem Wutanfall töten? Nein, nein. Ihr würdet ihn schelten, ihm jedoch keinen Schaden zufügen. Betrachtet alle Frauen als eure Mütter und Schwestern.

Duldsamkeit ist die wahre Schönheit in diesem heiligen Land Bharat.
Von allen Ritualen ist Festhalten an der Wahrheit die größte Askese.
Das Gefühl der Liebe zur eigenen Mutter ist das nektargleiche Empfinden in diesem Land.

Entwickelt allen Frauen gegenüber diese heiligen Gefühle. Erst wenn ihr eine Frau heiratet, nennt ihr sie eure Ehefrau. Ansonsten sind alle Frauen wie eure Mütter und Schwestern. Entsprechend sind alle Männer wie eure Brüder. Gott ist einer. Er ist der einzige Mann (purusha). Es gibt keinen Mann außer ihm.

Einst kamen die Gopikas zu Krishnas Haus, um ihn zu besuchen. Als sie das Haus betreten wollten, hielt der Wächter sie ab und sagte, Frauen sei der Zutritt nicht gestattet. Daraufhin fragten die Gopikas ihn: „Wie kommt es dann, dass du hier bist?“ Dieser antwortete: „Ich bin ein Mann“. Da antworteten die Gopikas: „Du kannst dich nicht als Mann bezeichnen, nur weil du männliche Kleidung trägst. Die fünf Elemente und die fünf Lebensprinzipien sind in dir und uns die gleichen. Nur weil du männliche Kleidung trägst und wir weibliche, können wir eine Unterschied machen, aber in dir und uns ist das eine Göttliche gegenwärtig. Tatsächlich ist allein Krishna der Purusha, alle anderen sind weiblich.“

Diese Gleichheit und Einigkeit sind heutzutage in der Welt ausgelöscht. Durch die mangelnde Einheit sind wir unfähig, das Göttliche wahrzunehmen. Als Folge davon wächst Hass. Die Welt ist heutzutage im Griff von Schwierigkeiten und Streit, weil die Liebe fehlt. Heutzutage hat der Mensch sogar seine Menschlichkeit vergessen.

Begreift als Erstes, dass ihr im Grunde göttlich seid. Wenn ihr sagt: „Ich bin eine Person und Er ist Gott“, dann bewahrt ihr Dualität. Wo zwei Wesenheiten sind, findet auch noch eine dritte Platz, und das ist der Geist mit seinen Gedanken und Gefühlen (mind). Das wird euren völligen Untergang herbeiführen.

Der Ehemann sollte als Ehemann und die Ehefrau als Ehefrau behandelt werden. Alle sollten ihre Pflicht erfüllen. Im Englischen bezieht sich Pflicht (duty) auf eine bestimmte Arbeit. Die Pflicht eines Menschen besteht nicht nur darin, irgendeine Arbeit zu verrichten. Unter Pflicht ist selbstloses Handeln (nishkâmakarma) zu verstehen.

Eine selbstsüchtige Person ist schlimmer als ein Fisch. Fisch ist besser als Selbstsucht (Wortspiel: „fish – selfish“). Gebt deshalb Selbstsucht niemals Raum. Ihr könnt das Selbst nur dann erkennen, wenn ihr die Selbstsucht aufgebt. Wenn ihr ein Sklave eurer Sinne werdet, werdet ihr immer selbstsüchtig bleiben. Gebt deshalb Selbstsucht auf. Helft allen.

Wie ich an Ramas Geburtstag sagte: „Gott ist eins“. In der Welt ist scheinbare Vielfalt. Tatsächlich ist der Mensch Gott selbst. Entwickelt Glauben an diese Wahrheit. Lasst euren Glauben nicht einmal ein wenig schwanken. Wenn ihr euren Glauben verliert, verliert ihr Gott. Was euch auch zustoßen mag, werdet niemals selbstsüchtig. Wenn ihr euch auf diese Weise verhaltet, werdet ihr eure göttliche Natur erkennen. Dann werdet ihr nicht der Täuschung unterliegen, Rama, Krishna, Shiva und Vishnu wären voneinander verschieden.

Namen wie Rama und Krishna werden von uns gegeben. Tatsächlich werden alle Namen von uns gegeben. Jeder ist aus Gott geboren. Gott ist einer, nicht zwei. Bemüht euch von heute an, mit allen Unterscheidungen aufzuhören. Wenn ihr Gott liebt, verehrt ihn und folgt ihm. Das ist das Hauptziel und der wahre Sinn eures Lebens.

Übersetzungsvorlage: Offizielle Aschramwebsite. Übersetzung ins Deutsche Susan Boenke, Prashanti Nilayam.

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