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 Sathya Sai Babas Ansprache am 03.04.2009

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Ansprache Sathya Sai Babas am 03.04.2009, Ramas Geburtstag

 

Süßer als Zucker, geschmackvoller als Joghurt,
ja, süßer, als Honig ist Ramas Name.
Die ständige Wiederholung dieses lieblichen Namens
schenkt einem den Geschmack göttlichen Nektars.
Man sollte deshalb unablässig an Ramas Namen denken.
Bharat ist das Mutterland vieler edler Seelen,
die in allen Kontinenten der Welt Ruhm und Ehre erlangten.
Dies ist das Land tapferer Menschen,
welche die Fremdherrschaft überwanden und Unabhängigkeit erreichten.
Dies ist das Land,
das sich in Musik, Literatur und anderen Künsten hervortat.
Da ihr in diesem großen Land Bharat geboren seid,
oh Jungen und Mädchen, ist es eure heilige Aufgabe,
sein reiches kulturelles Erbe zu schützen.

Die Bharatiyas kennen heutzutage ihre Größe nicht, so wie ein Elefant seine eigene Kraft nicht kennt. Der Elefant gehorcht der Anweisung des Elefantenwärters, setzt sich hin, wenn er zum Sitzen aufgefordert wird, und steht auf, wenn es von ihm verlangt wird. Auf dieselbe Art und Weise imitieren die Bharatiyas, unter dem Einfluss der westlichen Bildung und Erziehung, die Kultur des Westens.

Die Bharatiyas haben große Möglichkeiten, und ihr Herz ist voller Hingabe. Es gibt keinen unter ihnen, der nicht den göttlichen Namen von Geburt an rezitiert. Sie geben ihren Kindern die verschiedenen Namen Gottes und denken dadurch ständig an Gott. Es gibt in Bharat kein Dorf ohne einen Ramatempel. Sogar in den kleinen Weilern errichten Dorfbewohner in einer kleinen Hütte oder einem einfachen Gebäude einen Altar für Rama, Lakshmana und Sita, der für den täglichen Gottesdienst gedacht ist.

Von Anfang an maßen die Bharatiyas der Spiritualität größere Bedeutung bei als weltlichen und materiellen Bestrebungen. Hauptursache für den Frieden und den Fortschritt Bharats ist die Hingabe der Bharatiyas an Gott. Gegenwärtig werden viele Länder der Welt von großen Problemen und Schwierigkeiten heimgesucht. Bharat ist von solchen Schwierigkeiten jedoch weit entfernt. Die Einwohner Bharats haben vielleicht finanzielle Probleme, aber sie führen ein glückliches Leben, indem sie sich völlig Gottes Willen ergeben.

Die Bharatiyas setzen ihr Vertrauen in das Selbst als Grundlage ihres Lebens, statt in materielle Besitztümer, Eigentum und Wohlstand. In der Tat basiert ihr ganzes Leben auf diesem Vertrauen, und sie haben trotz großer Schwierigkeiten und Entbehrungen Fortschritte gemacht. Wenn die Bharatiyas ihr Leben auf Vertrauen in das Selbst gegründet haben, wie können sie dann weltlichen und materialistischen Bestrebungen irgendeine Bedeutung beimessen? Sogar in ihrer täglichen Konversation nehmen sie auf ihr Selbst Bezug, indem sie sagen: „Das weiß nur mein Atmarama.“

Wir sollten Rama oder Krishna nicht auf einen bestimmten Namen oder eine bestimmte Form begrenzen. Diese Namen wurden ihnen nach ihrer Geburt gegeben. Sie wurden nicht mit diesen Namen geboren. Die Bharatiyas haben die Wahrheit erkannt, dass Gott der Bewohner des menschlichen Herzens ist. Deshalb sind sie in der Lage, allen Schwierigkeiten und Leiden zu trotzen und ein glückliches Leben zu führen. Man sollte in Glück und Leid, Gewinn und Verlust, Sieg und Niederlage gleichmütig bleiben, verkündet die Bhagavadgita. Freude und Schmerz sind Bestandteil des menschlichen Lebens. Wann immer die Bharatiyas Leiden und Schwierigkeiten erleben müssen, betrachten sie diese als die Boten des Glücks. Dank solch edler Empfindungen haben sie herausragende Positionen erlangt. Ihr Glaube an Gott ist unerschütterlich, sogar im Angesicht von Unglücksfällen wie Bombenexplosionen, Überschwemmungen und Flugzeugabstürzen. Jene, welche ihr Leben auf Gottvertrauen gründen, werden niemals Kummer, Leid und Schwierigkeiten begegnen. Ihre Schwierigkeiten werden kommen und gehen, gleich vorbeiziehenden Wolken.

Wer in diese Welt geboren wurde, wird mit Sicherheit eines Tages sterben. Nichts in dieser Welt ist dauerhaft. Eines allein ist dauerhaft, und das ist der Atman oder das Selbst. Die Menschen verlangen nach Befreiung, dem Himmel und Vaikuntha, aber nicht einmal diese sind dauerhaft. Das einzig Dauerhafte ist der Atman, und das ist die einzige Wahrheit. Ihr könnt in dieser Welt so viele Formen sehen, aber keine von ihnen ist dauerhaft, ausgenommen der Atman.

Lasst uns jetzt unsere Aufmerksamkeit auf das Ramayana lenken. Dasharatha hatte drei Ehefrauen – Kausalya, Sumitra und Kaikeyi. Kausalya gebar als Erstes ein Mädchen, das Shanta genannte wurde. Dasharatha übergab sie einem seiner Freunde, der sie als Tochter adoptierte. Sie wurde mit dem Weisen Rishyashringa verheiratet, der Dasharathas Putrakamyeshti-Yagna durchführte. Als unter dem Rezitieren der entsprechenden Mantras für dieses Yagna Opfergaben im Opferfeuer dargebracht wurden, kam ein strahlendes Wesen aus dem Feuer hervor und überreichte Dasharatha ein Gefäß mit Payasam (süßer Pudding) und der Anweisung, ihn gleichermaßen unter seinen Königinnen aufzuteilen. Entsprechend verteilte Dasharatha das Payasam an Kausalya, Sumitra und Kaikeyi. Kausalya und Kaikeyi brachten ihren Anteil des Puddings in ihren jeweiligen Andachtsraum. Beide waren glücklich in dem Glauben, ihr Sohn würde der zukünftige König von Ayodhya werden, doch Sumitra hatte keine solchen Anrechte. Sie war ein Muster an Tugend. Ihr Name Sumitra selbst sagt, dass sie einem jeden ein guter Freund war. Sie trug ihre Schale Pudding auf die Terrasse und stellte sie auf die Brüstung, während sie ihr Haar in der Sonne trocknete. Plötzlich stieß ein Adler herab und trug die Schale fort. Sumitra eilte hinunter und berichtete Kausalya und Kaikeyi, was geschehen war. Kausalya und Kaikeyi waren bereit, ihr zu helfen, und teilten ihren Pudding mit ihr. Kausalya gab die Hälfte ihres Anteils Sumitra und Kaikeyi tat das Gleiche.

Zu gegebener Zeit gebar Kausalya Rama, Kaikeyi Bharata und Sumitra gebar Lakshmana und Shatrughna. Kausalya und Kaikeyi hatten jede einen Sohn, Sumitra hingegen hatte zwei Söhne. Kausalyas und Kaikeyis Söhne spielten glücklich in ihrer Wiege. Sumitras Söhne hingegen weinten ständig und tranken keine Milch. Sumitra konnte die Ursache ihres Weinens nicht herausfinden. Schließlich suchte sie den Weisen Vasishtha auf und erzählte ihm von ihrer misslichen Lage. Der Weise Vasishtha schloss seine Augen in Meditation, und seine yogische Schau befähigte ihn, die Wahrheit zu erkennen. Er sagte zu Sumitra: „Da du von dem heiligen Pudding aßest, den Kausalya dir gab, hast du Lakshmana geboren, der ein Teil von Rama ist. Entsprechend ist Shatrughna aus dem Anteil Pudding geboren, den Kaikeyi dir gab. Also ist er ein Teil von Bharata. Lege Lakshmana an Ramas Seite und Shatrughna an Bharatas Seite. Dann werden sie friedlich ruhen.“ Sumitra tat, was Vasishtha ihr sagte. Lakshmana und Shatrughna hörten zu weinen auf und begannen, vergnügt in ihrer Wiege zu spielen. Dies war die Grundlage der engen Beziehung zwischen Rama und Lakshmana, Bharata und Shatrughna. Beide Söhne Sumitras, Lakshmana und Shatrughna, waren immer mit Rama und Bharata zusammen. Auf diese Weise wuchsen alle vier Söhne Dasharathas in einer Umgebung der Liebe und des Glücks auf. Sumitra war sehr glücklich, weil sie dachte, ihr Sohn Lakshmana würde Rama dienen und Shatrughna Bharata, wenn sie heranwuchsen.

Wo wurde Rama geboren? Viele Menschen hegen vielerlei Zweifel hinsichtlich des Platzes seiner Geburt. Er wurde in Ayodhya geboren. Wurde die Stadt Ayodhya von einem gewöhnlichen Sterblichen erbaut? Nein, nein. Sie wurde von Vishvakarma, dem göttlichen Architekten selbst, errichtet. Er baute sie in einer solchen Weise, dass kein Feind in sie eindringen konnte.

Nachdem Rama die Hand Sitas gewonnen hatte, indem er am Hofe Janakas Shivas Bogen spannte, wurde seine Hochzeit mit Sita in Mithila mit großer Freude durchgeführt. Die Einwohner von Mithila waren außer sich vor Freude und sangen fröhliche Lieder.

Seid alle willkommen zu Ramas Hochzeit!
Gemeinsam werden wir die freudvolle Szene anschauen.
Viele haben sich bereits versammelt, in ihre schönsten Gewänder gekleidet.
Die Damen sind mit Halsketten aus reinen, schimmernden Edelsteinen geschmückt.
Rama wird heute das Hochzeitsband mit der wunderschönen Sita knüpfen.
Oh, was für ein feines Paar sie abgeben!
Vater Dasharatha hat ein üppiges Festmahl vorbereitet.
Alle gebildeten Weisen sind unter Vasishthas Vorsitz versammelt.
Oh, was für eine Menschenmenge sich eingefunden hat,
um zu jubeln, weil ihr Herz vor Freude überfließt.
Die Hochzeit des heiligen Paares Rama und Sita,
ein solcher Anblick ist in der Tat selten.
Der Anblick wird großen Verdienst verleihen.
Rama sieht aus wie der kühle Vollmond, und Sita ist ein passendes Abbild.
Der mitfühlende Rama, der alle liebt,
wird seine Gnade über uns alle ausgießen.
Eilt schnell herbei, um die heilige Hochzeit von Rama und Sita zu schauen!

Es schien, als wäre die gesamte Bevölkerung von Ayodhya nach Mithila gekommen, um die Hochzeit von Sita und Rama mitzuerleben. Dasharatha, all seine Minister und alle Familienmitglieder nahmen als Ehrengäste an der Hochzeit teil. Nach den Hochzeitsfeierlichkeiten brachen alle nach Ayodhya auf.

Unterwegs hörten sie einen ohrenbetäubenden Krach. Als sie sich umschauten, um herauszufinden, woher der Krach gekommen war, fanden sie sich Parashurama gegenüber, der sehr grimmig aussah. Alle waren beunruhigt und begannen nachzudenken: „Was soll dieses große Hindernis nach der herrlichen Feier der Hochzeiten?“ (zugleich mit Rama wurden auch seine Brüder verheiratet, Anm. d. Ü.) Gutes und Schlechtes folgen immer aufeinander. Nachdem sie in Mithila große Freude erlebt hatten, wurden sie jetzt auf ihrem Weg nach Ayodhya mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Dasharatha und andere wurden von Furcht ergriffen. Parashurama trat auf sie zu und fragte: „Wer hat Shivas Bogen zerbrochen?“ „Ich habe es getan“, sagte Rama. „Wenn dem so ist, lass uns sehen, ob du meinen Bogen spannen kannst.“ Mit diesen Worten gab er seinen Bogen in Ramas Hände. Mit seiner Linken spannte Rama diesen Bogen und bestückte ihn mit einem Pfeil. Als Parashurama das sah, entbot er Rama seinen respektvollen Gruß und ging seiner Wege. Voller Freude über den Sieg erreichten sie alle Ayodhya und beteiligten sich mit großer Freude und Begeisterung an den dortigen Festlichkeiten. Die Einwohner von Ayodhya veranstalteten ein Freudenfest.

Wie Lakshmanas Mutter Sumitra so war auch seine Ehefrau Urmila eine Frau mit großen Tugenden. Als Lakshmana zu ihr ging, um ihr mitzuteilen, er werde Rama begleiten und vierzehn Jahre im Wald verbringen, sagte sie: „Es ist dein größtes Glück. Du solltest Sita und Rama als deine Mutter und deinen Vater betrachten und ihnen dienen. In Ayodhya hast du Kausalya, Sumitra und Kaikeyi, aber im Wald hast du nur eine Mutter, und das ist Sita. Du solltest mich vergessen und Sita und Rama mit vollkommener Hingabe dienen.“ Lakshmana war glücklich, diese Worte Urmilas zu hören und sagte bei sich: „Was für eine tugendhafte Ehefrau ich habe!“

Nach Ramas, Lakshmanas und Sitas Aufbruch in den Wald und nach dem Tod Dasharathas kehrte Bharata nach Ayodhya zurück. Als ihm die Krone von Ayodhya angeboten wurde, verweigerte er die Annahme mit den Worten, dies wäre allein das Recht des ältesten Sohnes; deshalb werde er in den Wald gehen und Rama bitten, zurückzukommen und über Ayodhya zu herrschen. Als er in den Wald zog und Rama diese Bitte vortrug, erklärte dieser: „Wir müssen der Anweisung unseres Vaters folgen. Ansonsten ist unser Leben null und nichtig.“ Rama versprach Bharata, er werde nach der Zeitspanne der vierzehn Jahres seines Exils mit Sicherheit nach Ayodhya zurückkehren. Daraufhin bat Bharata Rama, ihm seine Sandalen zu geben, die er auf den Thron stellen und anbeten wollte. Bei seiner Rückkehr nach Ayodhya betrat Bharata den Palast nicht. Er lebte in einer kleinen Hütte und führte das Leben eines Entsagenden, genauso wie Rama im Wald.

Als Rama, Lakshmana und Sita während ihrer Reise in Pancavati weilten, kam Ravana in der Verkleidung eines Wandermönches und entführte Sita. Rama wurde großen Schwierigkeiten ausgesetzt, aber er meisterte sie alle lächelnd. Hanuman reiste nach Lanka auf der Suche nach Sita. Er konnte den Ozean mit der Kraft von Ramas göttlichem Namen überqueren. Tatsächlich kann man jede gewaltige Aufgabe vollbringen, indem man über Ramas Namen kontempliert. Es war die Kraft von Ramas Namen, welche die Affen die Brücke über das Meer bauen ließ, damit Rama und seine Armee Lanka erreichen konnten. Rama musste mit Ravana, dem König der Dämonen, kämpfen. Im Verlauf dieser Schlacht wurde Lakshmana von einem Geschoss getroffen und verlor das Bewusstsein. Rama war tief bekümmert und klagte: „Ich kann vielleicht wieder eine Frau wie Sita finden, aber einen Bruder wie Lakshmana kann ich nicht bekommen.“ Dann brachte Hanuman Sushena, den medizinischen Experten von Lanka, der sagte: „Es gibt eine Pflanze namens Sanjivini auf einem Berg im Himalaya-Gebiet. Wenn du diese Pflanze herbeibringst, kann Lakshmana wieder zum Leben erweckt werden.“ Hanuman wurde losgeschickt, die Sanjivinipflanze zu holen, um Lakshmana wieder zum Leben zu erwecken. Hanuman wusste nicht, woran er diese besondere Pflanze erkennen sollte, deshalb hob er den gesamten Berg, auf dem die Pflanze wuchs, und setzte ihn vor Rama ab. Mit Hilfe der Pflanze wurde Lakshmana wiederbelebt. Da umarmte Rama ihn und sagte: „Lakshmana, ohne dich ist mein Leben sinnlos. Du bist immer bei mir gewesen und hast mich auf vielerlei Weise beschützt. Nichts in dieser Welt ist mir lieber als du. Du bist wahrhaftig mein Leben selbst.“ Rama tötete Ravana schließlich und rettete Sita aus dessen Gefängnis.

Mittlerweile waren die vierzehn Jahre von Ramas Exil vorüber. Als das Ende dieser Zeit herannahte und Bharata keinerlei Zeichen von Ramas Rückkehr nach Ayodhya wahrnehmen konnte, machte er sich bereit, sein Leben aufzugeben und wollte sich auf dem Scheiterhaufen opfern. Da Rama diese Situation vorhergesehen hatte, schickte er Hanuman voraus, um Bharata zu benachrichtigen, dass Rama sich auf dem Weg zurück nach Ayodhya befinde. Bharata war überglücklich, als er diese gute Nachricht vernahm. Alle Einwohner von Ayodhya ebenso wie Bharata und die gesamte Familie warteten sehnsüchtig auf Ramas Ankunft in Ayodhya. Als Rama, Lakshmana und Sita aus dem Pushpaka-Vimana stiegen, bereiteten Bharata und alle Einwohner von Ayodhya ihnen ein herzliches Willkommen. Bald nach Ramas Ankunft in Ayodhya wurden Vorbereitungen für seine Krönung getroffen. Die Einwohner von Ayodhya waren begeistert, dass Rama ihr König werden würde.

Die Studenten sangen soeben folgendes Lied: „Verehre auf immer die Lotusfüße von Rama, Kausalyas Sohn, die Sita so lieb sind, die von Bharata verehrt werden und am Wohnsitz des höchsten Friedens sind; die Füße, denen Lakshmana und Hanuman dienten und welche Ahalya erlösten.“

Lakshmana war überglücklich, als er Ramas freundliche Worte hörte. Rama liebte Lakshmana sehr, mehr als irgendjemanden sonst. Genauso liebte Lakshmana Rama sehr. Er handelte niemals Ramas Anweisungen zuwider. In der Tat hegten alle Brüder – Rama, Lakshmana, Bharata und Shatrughna – große Liebe zueinander. Sie herrschten in großer Einigkeit über Ayodhya. Es war nicht Rama allein, der das gesamte Königreich verwaltete; alle seine Brüder halfen ihm dabei, das Königreich zu regieren.

Das Ramayana lehrt uns viele Lektionen in Moral und Ethik. Tatsächlich sind alle Charaktere dieses großen Epos großartige Vorbilder, denen die Menschheit folgen sollte. Süßer als Zucker, geschmackvoller als Joghurt, ja, süßer als Honig, ist Ramas Name. Gibt es etwas Größeres als Ramas Namen? Wir sollten diese Wahrheit verstehen und uns tagein tagaus an seinen Namen erinnern.

Große Epen wie das Ramayana und das Mahabharata lehren uns viele moralische und ethische Werte. Wahrheit ist der höchste dieser Werte. Es gibt kein größeres Dharma, als an der Wahrheit festzuhalten. Dharma wird aus Wahrheit geboren, und aus Dharma geht Friede hervor, und aus Frieden Liebe. Wo Liebe ist, kann kein Hass sein. Wer Liebe hat, wird Gewaltlosigkeit üben. Wahrheit, rechtes Handeln, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit (sathya, dharma, shanti, prema und ahimsa) sind die fünf menschlichen Grundwerte. Wer diese menschlichen Werte praktiziert, ist ein Mensch im wahren Sinne des Wortes. Selbst wenn es jemandem an einem dieser Werte mangelt, kann man ihn nicht einen vollkommenen Menschen nennen. Deshalb sollten wir alle fünf Werte entwickeln. Leider finden wir, wenn wir das gegenwärtige Szenario betrachten, nirgendwo Wahrheit, und wir hören nicht einmal das Wort Dharma. Deshalb wird der Mensch heutzutage von Friedlosigkeit geplagt. Die Menschen wollen Frieden (peace), aber was sie erhalten, ist nur Aufruhr (pieces)! Durch den Mangel an Frieden ist Liebe im Menschen nicht zu finden. Deshalb sollten wir Frieden entwickeln. Nur dann wird sich Liebe in uns entfalten. Wenn Liebe in uns Wurzeln schlägt, werden wir keine Feinde haben. Dann werden alle unsere Freunde werden. Deshalb sollte der Mensch Liebe entwickeln und alle als seine Brüder und Schwestern betrachten. Das ist die Essenz des Ramayana.

Nur um dieses Prinzip der Liebe zu demonstrieren, habe ich das Wohnprojekt in Orissa durchgeführt. (Swami ließ Häuser für Menschen errichten, die in Orissa nach den Überschwemmungen obdachlos geworden sind; die Schlüssel wurden kurz vor Ramnavami den Betroffenen in einer Veranstaltung hier in Prashanti übergeben, Anm. d. Ü.). Wir sollten einander lieben und helfen. Die Katastrophe, die ihnen zugestoßen ist, kann jedem geschehen. Wenn ihr sie glücklich macht, werdet auch ihr glücklich sein. Deshalb sollten wir alle vereint sein.

Lasst uns alle zusammen sein,
lasst uns alle gemeinsam wachsen,
lasst uns alle vereint bleiben und
gemeinsam in Intelligenz wachsen.
Lasst uns zusammen in Freundschaft und Harmonie leben.

Nur wenn wir gemeinsam in Intelligenz wachsen, kann es Einheit geben. Wir sollten in Einheit leben und arbeiten. Niemand sollte irgendjemanden hassen. Falls irgendein Gedanke des Hasses einen Augenblick in euch aufkommt, solltet ihr ihn beiseite schieben und vom nächsten Moment an das Gefühl der Einheit entwickeln. Liebe allein vereint alle.

Prema mudita…

Übersetzung der vom Sri Sathya Sai Sadhana Trust, Publications Division, herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam.

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