Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2008 » 07.03.2008   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas an 07.03.2008

 

Ansprache in PDF Format

Zweite Ansprache Sathya Sai Babas an Shivarâtri, 07.03.2008

 

Karma ist die Ursache für Geburt, Leben und Tod des Menschen.
Karma herrscht über alle Stadien seines Lebens,
Als die Gottheit der menschlichen Existenz selbst.
Karma ist verantwortlich für Freud und Leid des Menschen.


    Karma, Handlung, ist der Lebensatem des Menschen. Jeder Mensch hat zu handeln und muss dabei die möglichen Folgen der Handlungen bedenken. Das ist des Menschen wichtigste Aufgabe. Wie die

Handlung, so das Ergebnis.

    Der Mensch muss gute Gesundheit bewahren, nicht nur körperliche, sondern auch geistige Gesundheit. Seine Gedanken und Beschlüsse sollten ebenfalls gesund sein. Gute Gedanken führen zu guten Handlungen. Wenn der Mensch unter dem Einfluss böser Gedanken handelt, wird das Ergebnis ebenfalls schlecht sein.

Wer hat die Fledermäuse dazu gebracht,
mit dem Kopf nach unten von den Ästen des Baumes zu hängen?
Hat irgendjemand sie aus Hass kopfüber dort angebunden?
Nein. Es ist ihr Schicksal.
Entsprechend kann niemand den Folgen von Karma entgehen.

    Ein Mensch handelt böse, denkt böse und erfährt schließlich die schlechten Folgen daraus. Wenn der Mensch hingegen gute Gedanken hegt und gute Handlungen durchführt, erfährt er gute Ergebnisse. Es ist unmöglich, aus schlechten Handlungen gute Ergebnisse zu erhalten.

    Ein kleines Beispiel: Wenn ihr in einer Prüfung die Fragen korrekt beantwortet, werdet ihr gute Noten erhalten, und umgekehrt. Schlechte Handlungen durchzuführen, ist ein Kennzeichen tierischer Neigungen. Man muss bei jedem Schritt erforschen, ob man sich wie ein Mensch oder wie ein Tier verhält. Wenn ihr schlechte Taten begeht, werden sogar eure Nachbarn euch mit den Worten zurückhalten: „Du wurdest als Mensch geboren, warum verhältst du dich dann wie ein Tier?“ So wird der Mensch von seinem Mitmenschen selbst verspottet und bestraft. Wenn ihr üble Taten begeht, müsst ihr nicht lange warten, bis Gott beschließt, euch zu bestrafen. Das Resultat eurer bösen Handlungen kommt aus euch selbst zu euch.

Eine schlechte Tat kann kein gutes Ergebnis erzeugen,
und eine gute Tat wird kein schlechtes Ergebnis mit sich bringen.
Kann man, wenn man einen Zitronenbaum gepflanzt hat, eine Mangofrucht erwarten?
Kann man, wenn man einen Mangoschößling pflanzt, eine Zitronenfrucht erwarten?

    Der Mensch muss erkennen, dass er geboren wurde, um nur gute Taten zu vollbringen. Das Wort Mânava (Sanskritwort für Mensch) hat eine tiefgründige Bedeutung. Es besteht aus drei Buchstaben: ma steht für „Unwissenheit“, na für „ohne“ und va für „sich verhalten“. Also ist derjenige ein Mensch, der sich frei von Unwissenheit verhält. Nachdem man als Mensch geboren wurde, muss man sich dementsprechend verhalten.

    Wenn die Krähen krächzen, jagen wir sie weg, indem wir einen Stein nach ihnen werfen. Wenn jedoch ein Papagei kurze Worte lieblich spricht, hören wir sie mit Freude. Es wird uns nie zu viel, einen Kuckuck rufen zu hören. Was hat das alles zu bedeuten? Durch unsere lieblichen Worte und unser gutes Verhalten machen wir uns bei allen beliebt.

    Der Mensch muss seinen Mitmenschen helfen. Hilf immer, verletze nie. Obwohl wir uns dieser Maxime bewusst sind, verletzen wir andere wissentlich. Das ist der größte Fehler. Der Mensch ist mit Unterscheidungsvermögen ausgestattet. Der Geist kann auf gute wie schlechte Weise angewandt werden. Deshalb heißt es: Der Geist ist die Ursache für Bindung und Befreiung des Menschen. Geist und Gemüt sind Gottes Gabe an den Menschen. Andere zu beschimpfen, zu verspotten oder zu verletzen, ist nicht die wahre Natur des Menschen. Selbst Tiere helfen den Menschen auf vielerlei Weise. Welche Größe liegt dann darin, wenn ein Mensch einem Mitmenschen hilft? Wir sind als Mensch geboren, müssen uns dementsprechend verhalten und alle als unsere Brüder und Schwestern lieben.

    Wir müssen die Aktivitäten durchführen, die Gott erfreuen. Nur dann wird unser Leben als Mensch geheiligt sein. Gott wohnt in allen. Gott inkarniert in menschlicher Gestalt. Wenn Gott in menschlicher Form inkarniert, sollten wir seiner göttlichen Anweisung Folge leisten. Es heißt: Das menschliche Leben ist die kostbarste aller Lebensformen. Wir sollten das so kostbare menschliche Leben nicht verschwenden. Wenn wir die Unwahrheit sprechen, anderen unrecht tun und schlechte Handlungen durchführen, werden wir unsere Menschlichkeit verlieren. Der Mensch muss sich als Mensch verhalten und das Prinzip: „Siehe Gutes, tue Gutes und sei gut“, befolgen. Manche Menschen scheinen gut zu sein, aber sie werfen böse Blicke auf andere. Das ist nicht gut.

Edel sind jene, deren Gedanken, Worte und Taten in vollkommenem Einklang sind.
Jene, bei denen diese Harmonie fehlt, sind schlecht.

    Gedanken, Worte und Taten müssen in Übereinstimmung sein. Wo diese drei eine Einheit bilden, ist Reinheit. Wo Reinheit ist, ist Göttlichkeit. Was immer andere euch antun, betrachtet es als gut für euch. Achtet darauf, dass ihr unter keinen Umständen eure Menschlichkeit verliert. Tatsächlich ist Menschlichkeit euer wertvollster Besitz.

    Liebt alle und dient allen. Nur dann könnt ihr ein gesundes, glückliches Leben führen. Ihr solltet kein wertloses Essen oder verbotene Nahrung zu euch nehmen. Ihr müsst gute, sattwische Nahrung essen, die zuerst Gott dargebracht wird. Ihr bietet Gott nicht alle Arten von Nahrung an, nicht wahr? Man bietet Gott sattwische Nahrung an, die in einem reinen Gefäß mit reinen Empfindungen zubereitet wurde. Die auf diese Weise Gott angebotene Nahrung muss als geheiligte Speise (Prasadam) gegessen werden. Gute Nahrung führt zu guter Gesundheit, und gute Gesundheit erzeugt gute Gedanken. Leider sind unsere Gedanken, Worte und Taten heutzutage gespalten. Wir sagen das Eine und tun etwas Anderes.

Einst kam jemand, der sich als Asket ausgab, zu einem Haus und bettelte um Nahrung. Die Hausfrau sagte zu ihm: „Bitte gehe zum Fluss, nimm dein Bad und komme zurück. In der Zwischenzeit werde ich Essen für dich zubereiten.“ Der „Asket“ war von Natur aus ein fauler Kerl. So erklärte er: „Mutter! Für Wandermönche wie mich kommt das Rezitieren des göttlichen Namens Govinda einem Bad gleich.“ Die Hausfrau war so klug, ihm eine Lektion zu erteilen. Sie erwiderte: „Lieber Sohn! Der göttliche Name Govinda ist wahrhaft deine Nahrung. Du kannst verschwinden!“

    Es ist möglich, dass manchmal schlechte Gefühle aus unserem Herzen hervorkommen. Sie müssen berichtigt werden, indem wir uns guter Gesellschaft anschließen. Es heißt: „Sage mir, mit wem du zusammen bist, und ich sage dir, was du bist.“ Wenn ihr euch in guter Gesellschaft aufhaltet, werdet ihr ein guter Mensch sein. Wenn ihr euch jedoch in schlechter Gesellschaft bewegt, werdet ihr ebenfalls schlecht werden. Deshalb solltet ihr immer in guter Gesellschaft sein. Wenn ihr Fleisch esst, raucht und trinkt und dann behauptet, ihr wäret ein guter Mensch, wird niemand dieser Behauptung zustimmen. Wenn ihr ein guter Mensch sein wollt, dann führt gute, erhabene Aktivitäten durch.

    Wie eure Handlungen, so die Folgen. Das menschliche Leben ist sehr heilig. Es ist das Ergebnis guter Handlungen in etlichen vergangenen Leben. In dieser Halle sind ein paar Tausend Devotees versammelt. Zu welchem Zweck? Um ihre Zeit in Gottes göttlicher Gegenwart zu heiligen, um die göttliche Botschaft zu hören und über diese zu kontemplieren. Die gesamte Halle ist von göttlichen Schwingungen erfüllt. Aus diesem Grund propagieren die Heiligen und Weisen die Bedeutung von Satsang.

Gute Gesellschaft führt zu Losgelöstheit
Gleichmut befreit einen von Illusion;
Freiheit von Illusion führt zu einem beständigen Geist.
Ein beständiger Geist verleiht Befreiung.

    Wir sollten uns in guter Gesellschaft aufhalten und gute Gedanken und Gefühle hegen. Eifersucht, Zorn, Ego und andere schlechte Gefühle müssen abgelegt werden. Darüber hinaus ist Dankbarkeit eine weitere gute Eigenschaft, die kultiviert werden sollte. Einem dankbaren Menschen wird es, wo immer er sich befindet, gut gehen. Manche Menschen vergelten Gutes mit Schlechtem. Sie sind wahrhaftig Dämonen.

    Wir müssen all jenen, die uns helfen, Dankbarkeit zeigen, unabhängig davon, ob die Hilfe klein oder groß ist. Wir müssen allen dienen. Wir müssen sogar jene liebevoll grüßen, die uns hassen. Dann werden auch sie mit liebevollem Gruß reagieren. Wenn ihr andere respektvoll mit „Sir!“ ansprecht, werden auch sie euch respektvoll behandeln. Wenn ihr sie jedoch beleidigt, wird euch dasselbe geschehen. Euer gesamtes Leben ist gefüllt mit Reaktion, Widerhall und Widerspiegelung. Seht Gutes, tut Gutes, seid gut. Dann wird euer Leben als Mensch geheiligt sein. Euer eigenes gutes Wesen wird euch schützen. Darin liegt eure wahre Stütze.

    Wenn Anwälte ihre Fälle am Gerichtshof vorbringen, verlassen sie sich immer auf Zeugenaussagen. Aber wir brauchen niemand anderen, um Zeugnis für unser gutes Verhalten abzulegen. Unser eigener Geist ist Zeuge unseres guten Wesens. Wenn ihr Geld verdienen wollt, tut es; aber durch faire Methoden und gutes Verhalten. Vor allem sollten unsere Handlungen mit dem eigenen Gewissen übereinstimmen. Selbstzufriedenheit sollte das wichtigste Ziel bei jeder eurer Aktivitäten sein. Nur wenn ihr Selbstzufriedenheit erreicht, werdet ihr fähig sein, die nächste Stufe der Selbstaufopferung zu erreichen.

    Liebe Studenten! Ihr müsst schon von jungen Jahren an gute und edle Empfindungen kultivieren. Das ist wahre Bildung. Es bringt nichts, umfangreiche Texte zu studieren. Ich sehe etliche Studenten unaufhörlich Bücher lesen. Wir wissen nicht genau, welche Art Bücher sie lesen. Ihr solltet gute Bücher lesen, die zu eurer Charakterbildung beitragen. Ihr solltet keine Bücher lesen, die gegen die grundlegenden Werte der Menschlichkeit verstoßen. Jetzt seid ihr alle Studenten, und euer Ziel ist es, euch Bildung anzueignen. Welche Art von Bildung? Bildung, die die Kenntnis des Selbst (âtmajnâna) verleiht. Manche Jungen lesen umfangreiche Bücher, und ihre Eltern freuen sich, im Glauben, ihre Kinder läsen das Ramayana oder Mahabharata. Aber niemand weiß genau, was sie lesen. Möglicherweise lesen manche Schundromane, die sie zwischen den Seiten dieser umfangreichen Bücher verstecken. Ihr solltet nicht zu solch zweifelhaften Handlungen Zuflucht nehmen. Wenn ihr solche Dinge tut, wird euer ganzes Leben verdorben sein, und die Gesellschaft wird euch nicht respektieren.

    Zuallererst müssen Studenten ihren Zorn beherrschen, Geduld entwickeln und ein friedvolles Leben führen. Nur wenn ihr einen gelassenen, heiteren Geist entwickelt, könnt ihr eure Lektionen gut verstehen. In diesem Alter ist euer Herz rein. Ihr könnt vielleicht nicht jeden glücklich machen, aber ihr solltet euch so verhalten, dass eure Handlungen Gott erfreuen. Alle in dieser Welt wollen glücklich sein. Aber worin liegt das wahre Glück? Hari bhajana bina...Wahrer Frieden und wahre Freude bestehen darin, Bhajans zu singen. Aus diesem Grund hat Guru Nanak die spirituelle Disziplin des gemeinschaftlichen Bhajansingens eingeführt. Wenn eine Gruppe Menschen zusammenkommt und zur Ehre Gottes singt, wird das Herz wenigstens einer Person auf das Göttliche eingestimmt werden. Wir sehen Menschen während der Shivarâtri-Akhanda-Bhajans vor sich hin dösen. Manch andere nehmen mechanisch an den Bhajans teil, während ihr Geist umherschweift. Trotz dieser unerwünschten Geschehnisse ist gemeinschaftliches Singen immer noch eine bessere spirituelle Disziplin. Wenigstens einer in der Gruppe wird seinen Geist auf Gott gerichtet haben, während er Bhajans singt. Gemeinschaftliches Singen ist eine Aktivität, die Gott erfreut.

    Shivarâtri bedeutet „segensreiche Nacht“. Auf jeden Tag folgt eine Nacht. Aber nicht alle Nächte sind mit Shivarâtri vergleichbar. Nur diejenige Nacht ist das wirkliche Shivarâtri, in der man sich auf den göttlichen Namen besinnt und ihn mit Hingabe singt. Nur diese Nacht ist segensreich. Kultiviert deshalb wenigstens in dieser segensreichen Nacht in eurem Herzen erhabene Empfindungen.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. Übersetzung:

S. B., Prashanti Nilayam 


   
© by Sathya Sai Vereinigung Deutschland, e.V.

zum Seitenanfang

 


  

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.