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 Ansprache Sathya Sai Babas am 06.05.2008

 

Ansprache in PDF Format

Ansprache Sathya Sai Babas am 6. Mai 2008, Easwarammatag[1]


Schüler, Studenten! Jungen und Mädchen!

Herr Venkataraman[2] hat auf angemessene Art und Weise zu euch über die heutige Veranstaltung gesprochen. Er ist ein sehr gebildeter Mann, der im Bhabha Atomforschungszentrum, Mumbai, tätig war. Er hat in einigen wissenschaftlichen Bereichen gearbeitet, die zuvor von C. V. Raman erforscht wurden, und viele Auszeichnungen erhalten.

Nun, was kann ich bezüglich der Mutter dieses Körpers sagen? Tatsächlich hat der Mensch drei Körper – den physischen, den mentalen und den spirituellen. Demzufolge seid ihr nicht eine Person, sondern drei: Erstens die, für die ihr euch selber haltet, nämlich der Körper, zweitens die, für die andere euch halten, nämlich eure Gedanken- und Gefühlswelt, und drittens die, die ihr wirklich seid: Atman, das göttliche Selbst. Der Atman ist eure wahre Form, nicht der Körper oder die Gedanken und Gefühle.

Dank der heutigen Gepflogenheiten gibt es nur sehr wenige, die ihre Mutter ehren. Eure Mutter hat euch neun Monate lang in ihrem Schoß getragen und euch geboren, nachdem sie viele Schwierigkeiten und Mühen durchlebte. Eine solche Mutter zu vergessen ist so, als ob man Gott vergäße. Das wiederum ist so, als ob ihr euch selbst vergessen würdet. Die Mutter ist euer erster Lehrer. Es ist die Mutter, die euch speist und nährt. Ihr wachst auf dem Schoß eurer Mutter heran und erlebt verschiedene Arten von Glück. Niemand sollte die Liebe vergessen, die er von seiner Mutter empfängt. Zuallererst verdient unsere Mutter unsere höchste Achtung.

Nach dem Tod seiner Mutter sagten viele Menschen zu Shankaracarya[3], er solle den Körper wegbringen. Aber Shankaracarya erwiderte ihnen: „Weder verlässt meine Mutter mich noch verlasse ich meine Mutter. Meine Mutter und ich sind auf immer eins. Die Körper sind verschieden, aber das Atmanprinzip in uns beiden ist dasselbe. Ihr geht vielleicht von mir weg, aber niemand hat auch nur das geringste Recht, meine Mutter von mir zu trennen. Ihr Körper wird im Hof des Hauses verbrannt werden.“ Dementsprechend verbrannte Shankaracarya den Körper seiner Mutter im Hof seines Hauses. Niemand kann die Gefühle der Mutter einschätzen. Sogar heute noch verbrennen oder begraben die Einwohner von Palakkad den Körper ihrer Mutter im Hof, denn sie meinen, eine so große Persönlichkeit wie Shankaracarya habe dies getan und deshalb sollten sie es ihm gleichtun. Zu Anfang hatten viele Leute Shankaracarya kritisiert und gesagt, dass er als so gebildeter Gelehrter eine solche Ungehörigkeit begangen habe. Nicht Schriftwissen ist wichtig, vielmehr ist kulturelle Verfeinerung von großem Wert. Kultur führt zu Veredelung.

Auch wenn eure Mutter physisch vielleicht nicht bei euch ist, eure Liebe zu ihr sollte dieselbe bleiben. Die Mutter dieses Körpers schickte mir, als ich mich in Kodaikanal aufhielt, einen Brief. Danach reiste ich nach Brindavan (Swamis Ashram in Whitefield, bei Bangalore). In Brindavan fand der Sommerkurs statt. Einst betete sie, mein Name solle zum Zeitpunkt ihres Todes auf ihren Lippen sein. Als sie im Mai 1972 verstarb, wurde gerade der Sommerkurs in Brindavan abgehalten. Sie war gesund und munter. Plötzlich rief sie: „Swami, Swami, Swami…“ Ich antwortete: „Ich komme, ich komme…“ Als ich die Treppen hinunter kam, tat sie ihren letzten Atemzug.

Solange Leben im Körper ist, sollten wir uns um ihn kümmern. Wenn das Leben den Körper verlässt, hat er keinen Wert mehr. Wer ist die Mutter? Das Lebensprinzip ist die Mutter, nicht der Körper. Der Körper gleicht einer Schaumblase auf dem Wasser, der Geist einem verrückten Affen. Wozu sollten wir den Körper bewahren? Ich ließ sofort einen Wagen rufen und schickte ihren Körper in diesem Wagen nach Puttaparthi. Ich selber blieb in Brindavan. Für den Sommerkurs waren die Studenten nicht nur von einem College, sondern von verschiedenen Colleges aus ganz Indien gekommen. Sie alle glaubten, Swami würde an dem Tag nicht zur Vorlesung kommen. Was geschah dann? Um genau 9 Uhr betrat ich lächelnd den Vorlesungsraum. Die Studenten waren überrascht, mich dort zu sehen. Sie alle dachten: „Was ist denn das? Swamis Mutter ist gestorben, und er ist zum Vorlesungsraum gekommen.“ Die Mutter geht nirgendwo hin. Der Körper, der Mutter genannt wurde, ist gegangen. Aber die Mutter ist bei mir. Deshalb bestand kein Grund zur Trauer. So lange ich da bin, ist die Mutter immer bei mir. Deshalb sagte ich den Studenten, sie sollten glücklich sein und es solle ihnen nicht leid tun, dass die Mutter dieses Körpers ihre sterbliche Hülle verlassen hatte. Damals war V. K. Gokak der Vizekanzler. Auch er wunderte sich: „Was, so spricht Swami?“ Ich bin nicht von einem physischen Körper geboren worden . Schließlich, was ist dieser Körper schon! Er existiert, solange die fünf Elemente in ihm sind. Der Körper gleicht einer Hülle, in der die fünf Elemente enthalten sind. Wenn die fünf Elemente den Körper verlassen, wird er zu einer leeren Hülle. Deshalb sollte man nicht unangemessen an den Körper gebunden sein. Alle Mütter und Kinder sollten dieses Gefühl der Losgelöstheit entwickeln. So lange die Mutter lebt, sollten wir sie respektieren, achten und auf jede erdenkliche Art und Weise glücklich machen. Es ist nicht notwendig, zu trauern, wenn sie den Körper verlässt. Sogar hier in Puttaparthi sagten die Leute: „Was ist das? Swami hat den Körper von Easwaramma geschickt, aber er selber ist nicht gekommen?“ Wozu sollte ich den Körper begleiten? Der Körper ist nur ein Gewand. Er ist wie eine lederne Hülle. Wenn die fünf Elemente den Körper verlassen, gehen die fünf Sinne ebenso Warum sollten wir dann wegen des leblosen Körpers trauern? Ich traf die Vorkehrungen für alles, was auf der weltlichen Ebene zu tun war. Ich blieb in Brindavan und führte frohgemut den Sommerkurs durch. In dieser Welt sind all unsere physischen Beziehungen unsere eigene Schöpfung. Wer ist ansonsten mit wem verwandt? Diese Beziehung von Mutter und Sohn findet nur auf der physischen Ebene statt. Die Mutter kam, vollführte die Handlungen, die sie schicksalsgemäß zu tun hatte, und ging wieder. Ich muss meine Aufgabe erfüllen. Deshalb tat ich wozu ich gekommen bin. Aus weltlicher Sicht ist der Körper physisch und vergänglich.

Der Körper besteht aus den fünf Elementen und muss früher oder später vergehen,
aber der Bewohner des Körpers wird weder geboren noch stirbt er.
Der Bewohner hat keinerlei Bindung.
Er ist der ewige Zeuge.

Wir sollten den Bewohner (dehi) im Blickfeld behalten und nicht den physischen Körper (deha). Jeder vergisst, wenn er einschläft, den Körper. Wenn ihr euren Körper im Schlaf vergessen könnt, warum könnt ihr ihn dann nicht immer vergessen? Dennoch solltet ihr eure Eltern glücklich machen, sofern sie noch da sind. Vernachlässigt nicht ihr Wohlergehen. Wir sollten uns um unsere Eltern kümmern und liebevoll und respektvoll mit ihnen umgehen. Wir sollten jedoch nicht unangemessen an den Körper gebunden sein. Die Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau existiert erst nach der Hochzeit. Die Ehefrau kommt mitten in eurem Leben zu euch, aber die Mutter ist von Geburt an bei euch. Es ist reine Torheit, eure Mutter zu vergessen, die seit eurer Geburt bei euch ist, und völlig in der Liebe zu eurer Ehefrau aufzugehen, die in der Mitte eures Lebens kommt. Andere Beziehungen wie Söhne, Töchter, Enkelsöhne, Schwiegersöhne usw. entstehen ebenfalls in der Lebensmitte. Tatsächlich sind alle weltlichen Beziehungen vorübergehend; sie kommen und gehen gleich vorbeiziehenden Wolken. Solange ihr existiert, habt ihr eine Verbindung mit diesen Beziehungen. Wo ist diese Verbindung, wenn ihr selbst nicht da seid? Geht deshalb keine Beziehungen auf der Grundlage des Körpers ein. Vollzieht jedoch alle Aufgaben, die ihr auf der physischen und weltlichen Ebene durchzuführen habt, aufrichtig. Euer Verhalten sollte gut und eure Handlungen sollten ebenfalls gut sein. Vergesst nie eure Mutter; hütet ihre Form wie einen Schatz in eurem Herzen. Wir kommen vom Herzen unserer Mutter und die Mutter sollte immer in unserem Herzen sein. Deshalb verlässt eure Mutter euch niemals, noch solltet ihr sie verlassen. Mutter und Kinder sind auf immer miteinander vereint.

Du allein bist Vater und Mutter, Freund und Verwandter,
Weisheit und Reichtum.

Wo immer ihr auch sein mögt, lasst euer Herz mit den Empfindungen der Liebe zu eurer Mutter erfüllt sein.

Einst kam Narasimha Murthy zu mir und sagte: „Meine Mutter ist gestorben.“ Ich fragte ihn: „Wer ist gestorben – deine Mutter oder ihr Körper?“ Dann sagte ich zu ihm: „Deine Mutter ist hier. Ich bin deine Mutter. Es ist der Körper, der stirbt. Der Körper gleicht einer Schaumblase auf dem Wasser. Körper kommen und gehen. Du solltest dir deshalb wegen des körperlichen Tods deiner Mutter keine Sorgen machen. Ich bin hier bei dir. Bitte mich um was auch immer du von deiner Mutter wolltest; ich werde es geben. Du solltest deshalb keine Trauer empfinden.“ Seither ist Narasimha Murthy bei mir. Ich gebe ihm, was immer er braucht. Mutter, Vater und andere Beziehungen sind vergänglich; sie kommen und gehen, kommen und gehen. Aber Gott kommt und geht nicht. Er ist immer gegenwärtig. Deshalb ist es Gott allein, der zu allen Zeiten gegenwärtig ist. Die gesamte Welt ist flüchtig und vergänglich. Wie viele Menschen wurden in diese Welt geboren? Sind sie jetzt alle hier? Der Tod kann auf jegliche Weise eintreten; er hat kein Vorzeichen und kein Symptom. Tod ist Tod. Selbst wenn irgendwelche Todessymptome sichtbar sind, sollten wir uns überhaupt nicht sorgen.

Zeigt eurer Mutter niemals Missachtung. Lasst sie niemals aufgrund eures Verhaltens Tränen vergießen. Sorgt dafür, dass sie immer glücklich ist. Ihr Glück wird euch alle guten Dinge im Leben bringen. Aber wir sollten uns bezüglich des Todes unserer Eltern keine Sorgen machen. Ich erwähnte kürzlich auch in meiner Ansprache in Bangalore, dass meine Mutter wie auch mein Vater beide vor mir erschienen. Sie lächelten, als sie mich sahen, und ich lächelte ebenfalls, als ich sie sah. Wir sollten uns freuen, wenn unsere Eltern lächeln. Kleine Kinder lächeln jeden an. Wenn sie lächeln, beginnen auch wir zu lächeln. Die Eltern sind wie kleine Kinder. Die Mutter liebt ihre Kinder immer. Deshalb sollten wir, was für eine hohe Stellung wir in unserem Leben auch ereichen mögen, unsere Eltern niemals missachten oder verachten. Betrachtet sie immer als Gott. Mutter ist Gott, Vater ist Gott. Deshalb heißt es:

Verehre deine Mutter, deinen Vater, deinen Lehrer und deinen Gast wie Gott.

Die Mutter schenkt euch euren Körper. Der Vater sorgt für die Mittel zur Ernährung und zum Wachstum des Körpers. Der Lehrer vermittelt euch Bildung und Gott gibt euch alles. Deshalb solltet ihr diese vier niemals vergessen und sie in eurem Herzen gleich einem Schatz bewahren. Mutter und Vater haben ihren Platz im Herzen des Menschen. Der Mensch sollte sie nicht vergessen, auch wenn er sich in großer Schwierigkeit befindet oder wegen etwas außer sich ist. Wer seine Eltern vergisst, kann kein Mensch sein. Wie könnt ihr ohne eure Eltern existieren? Sie sind die Samen eures Lebens, die Quelle eures Lebens auf der Erde. Deshalb sollten die Eltern in unserem Leben vorrangige Bedeutung haben. Selbst wenn ihr alt oder in großen Schwierigkeiten seid, solltet ihr euch bemühen, eure Eltern, soweit es in eurer Macht steht, glücklich zu machen. Ihr solltet sie speisen, sogar wenn ihr dafür betteln müsstet. Ertragt alle Mühen, um euch um sie zu kümmern. Erfüllt all ihre Wünsche. Dies wird dazu führen, dass eure eigenen Wünsche in Erfüllung gehen. Alles in dieser Welt ist Reaktion, Widerspiegelung und Echo. Keiner kann dem entgehen. Wenn ihr heute euren Eltern Schwierigkeiten bereitet, werden eure Kinder euch morgen Schwierigkeiten bereiten. Ohne große Verzögerung wird die Folge eurer Handlungen auf euch zurückkommen. Ihr könnt lieben, wen immer ihr wollt, aber vergesst eure Eltern nicht. So wie eure Eltern euch nicht vergessen haben, solltet auch ihr eure Eltern nicht vergessen.

Beziehungen wie Mutter, Vater, Brüder, Schwestern und Freunde sind nicht wirklich.
Heim und Wohlstand sind ebenfalls eine Illusion.
Seid euch dieser Wahrheit bewusst.

Ihr solltet euch immer an eure Eltern erinnern. Ihr solltet sie niemals vergessen. Aus diesem Grund bin ich direkt von Brindavan hierher gekommen. Zuvor dachten die Leute, der Easwarammatag würde in Kodaikanal gefeiert werden. Aber ich beschloss, er solle hier am 6. Mai in Puttaparthi stattfinden. Eine große Veranstaltung solle hier abgehalten und die Armen sollten glücklich gemacht werden, indem Kleider an sie verteilt und ihnen ausgiebig zu essen gegeben wird. Wo immer ich bin, führe ich diese Veranstaltung in derselben erhabenen Weise durch. Ihr solltet arme Menschen niemals ignorieren. Wir sollten immer an sie denken und ihnen helfen.

Aber manche Menschen, aus ihrer Verzweiflung und ihrem Ärger heraus, beschimpfen und verspotten sie. Das ist ein großer Fehler. Wenn ihr sie jetzt verspottet, wird es in der Zukunft auf euch zurückkommen. Ihr glaubt vielleicht, ihr würdet sie verspotten, aber tatsächlich verspottet ihr euch selbst. Verspottet oder beleidigt sie niemals. Liebt sie immer. Wenn ihr sie vor anderen kränkt, werdet auch ihr von anderen beleidigt werden. Ihr könnt der Reaktion, der Widerspiegelung und dem Widerhall nicht entgehen.

Schwierigkeiten kommen und gehen. Sogar der mächtige Rama musste bei der Trennung von seiner Ehefrau Sita wie ein gewöhnlicher Mensch weinen. Sogar die tapferen Pandavas mussten im Wald leben und Knollen und Blätter essen. Wie viel Macht und Stärke sie besaßen! Dennoch mussten sie im Wald leben und alle Schwierigkeiten ertragen. Warum? Sie wurden im Würfelspiel besiegt. Ähnlich wird das Schicksal all derer sein, die diesen schlechten Weg einschlagen. Glücksspiel ist überhaupt nicht gut. Genauso ist auch das Trinken von Alkohol nicht gut. Trunksucht führt dazu, dass man die Kontrolle über sich verliert. Unter dem Einfluss von Alkohol kann ein Betrunkener alles Mögliche sagen. Später, wenn er wieder zu Sinnen kommt, wird er es bereuen. Verlangen und Zorn sind die zwei dämonischen Eigenschaften. Erlaubt ihnen nie, euch nahe zu kommen. In einem Wutanfall könnten wir alles Mögliche aussprechen, ohne die Folgen davon zu bedenken. Aber wenn wir ein paar Minuten später in unsere normale Stimmungslage kommen, werden wir traurig feststellen: „Oh je, warum habe ich so geschimpft?“ Beseitigt deshalb als Erstes den Zorn. Rama tötete im Wald viele Dämonen und Dämoninnen, wegen ihrer üblen Eigenschaften des Verlangens und des Zorns. Um wen auch immer es sich handeln mag, ob Mann oder Frau, wenn er oder sie die schlechten Eigenschaften Verlangen und Zorn besitzt, sollten sie bestraft werden. Zorn und Verlangen sind für den Menschen sehr schlecht. Liebt Gott. Verehrt ihn und betet ihn an. Er ist euer Vater, eure Mutter und euer alles. Habt nur mit Gott eine Beziehung. Gott wird euch niemals verlassen. Er ist allgegenwärtig. All die weltlichen Menschen, die euch lieben, gleichen vorüberziehenden Wolken. Sie kommen und gehen. Aber Gott kommt und „wächst“. Liebt deshalb Gott und vertraut auf ihn. Nur wer Gott liebt, ist ein wahrer Mensch. (Swami ruft jetzt einen Jungen aus dem Iran zu sich, der Schüler in der Sri Sathya Sai Grundschule ist, und fordert ihn auf, vedische Mantren zu rezitieren). Seht, wie bezaubernd dieser Junge aus dem Iran die vedischen Mantren rezitiert hat! Er ist ein muslimischer Junge. In seinem Land ist es den Leuten nicht einmal gestattet, Ramas Namen in der Öffentlichkeit auszusprechen. Wenn ihr ihn nach seinem Namen fragt, wird er antworten: „Ich heiße Sathya.“ (Swami fragt diesen Jungen: „Wie heißt du? Wie heißen deine Eltern? Rezitiere die vedischen Mantren gut und lerne alle vedischen Mantren. Kennst du den Rigveda?“ Daraufhin rezitierte der Junge, unter dem Beifall der ganzen Versammlung, Rudram und Sri Sûktam in perfekter Intonation und Aussprache.)

Alles ist in den Veden enthalten. Die Essenz aller Religionen, wie Hinduismus, Islam und Christentum, ist in den Veden enthalten. Auch die Christen singen auf dieselbe Weise zum Ruhme Gottes. Sogar die Muslime preisen die fünf Elemente und verehren die Göttin des Wohlstandes. Demzufolge ist Gott einer für alle Religionen. Gott ist Einer. Unterschiede bestehen nur in den Namen. Muslime beten fünf Mal am Tag zu Gott. Hindus beten ebenfalls morgens und abends zu Gott. Wir sollten niemals behaupten, der Veda sei nur für die Hindus. Der Veda ist für alle. Das, was eins und universal ist, ist der Veda. Der Veda kann alle Arten des menschlichen Leidens lindern. Deshalb ist es für alle gut, die Veden zu lernen. Auch aus Amerika kommen viele Menschen hierher und lernen die Veden. In Russland und Deutschland rezitieren ebenfalls viele Menschen morgens und abends die vedischen Mantren. Da die Hindus die vedischen Mantren nicht rezitieren, vergessen sie sie. Niemand sollte die Veden vergessen. Veda und Vedanta sind wie eure Eltern. Wir sollten sie immer in Erinnerung behalten und niemals vergessen. Deshalb, Schüler und Studenten! Was immer ihr auch studieren mögt, ihr solltet Gott niemals vergessen. Nur dann könnt ihr Frieden erlangen. Die Leute sagen: „Ich will Frieden.“ Ohne Bhajans kann es keinen Frieden geben (Swami singt den Bhajan „Hari bhajana bina…“ und fährt mit seiner Ansprache fort).

Viele Leute führen um des Friedens willen Yajnas und Yagas[4] durch. Von wo könnt ihr Frieden bekommen? Er befindet sich nur in euch. Er kommt nicht von außen. Was von außen kommt, ist nur Zerstückelung (pieces, pieces, pieces). Friede (peace) kommt allein aus eurem Herzen. Um Frieden zu erlangen, solltet ihr Bhajans singen. Bhajan allein kann euch Frieden schenken.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen gedruckten, englischen Fassung der Ansprache. Susan Boenke, Prashanti Nilayam.

  © by Sathya Sai Vereinigung Deutschland, e.V.


[1] Der Swamis Mutter Easwaramma geweihte Festtag, der immer am 6. Mai, ihrem Todestag, gefeiert wird, Anm. d. Ü.

[2] Der frühere Vizekanzler von Swamis Universitäten, der derzeit mit zahlreichen anderen Projekten, u. a. Radio Sai, befasst ist, Anm. d. Ü.

[3] Einer der größten Philosophen Indiens, um 800 n. Chr., Hauptvertreter der Lehre des Advaita, der Nichtdualität.

[4] Rituelle Opferhandlungen.

 


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