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 Ansprache Sathya Sai Babas am 06.03.2008

 

Ansprache in PDF Format

Ansprache Sathya Sai Babas an Shivarâtri, 6.3.2008

Vom Moment des Aufstehens bis zum Schlafengehen
strengen die Menschen sich an, Wohlstand zu erwerben.
Sie verbrauchen ihre gesamte geistige wie körperliche Kraft dafür, Geld anzuhäufen,
und erleben dabei viele Schwierigkeiten.
Ihr Geist ist verwirrt und das Göttliche vergessen.
Es ist ein endloser Kampf.
Welche Art Frieden, Freude und Wohlbehagen
kann man bei diesem Kampf um Wohlstand genießen?

Verkörperungen der Liebe!

    Die gesamte Welt dreht sich heutzutage um Geld. Vom Studenten bis zum Gemüsehändler rennt jeder dem Geld hinterher. Unabhängig von Bildung und gesellschaftlicher Schicht betrachten die Menschen die Jagd nach Geld als ihr Ein und Alles im Leben. Seltsamerweise ist nicht einmal ein kleiner Teil des Einsatzes, den die Menschen bereitwillig leisten, um Wohlstand zu erwerben, im Streben nach dem Göttlichen zu finden. Gott ist der Beschützer und Retter aller in dieser Welt. Auch ein Millionär oder Milliardär kann ohne Gott nicht leben. Nur sehr wenige erkennen Gott als die Quelle und den Erhalter aller Wesen an. Ebenso denken nur sehr wenige über Gott nach. Aus diesem Grund wurde die spirituelle Disziplin des gemeinschaftlichen Singens (Bhajan) eingeführt. Der Geist einiger in der Gruppe mag während der Bhajans abgelenkt sein, und sie singen den göttlichen Namen nicht mit dem rechten Gefühl, der richtigen Melodie und im richtigen Rhythmus. Dennoch konzentrieren und besinnen sich die Menschen im Großen und Ganzen während des Bhajantreffens auf den göttlichen Namen.

    Es gibt viele Wellen, aber das Wasser ist dasselbe. Genauso durchdringt das Göttliche alle Menschen, unabhängig von ihren Gedanken und Gefühlen. Es mag viele Lebewesen geben, aber dieselbe Göttlichkeit erfüllt sie alle. Der eine Atman befindet sich in allen Lebewesen. Wahrheit ist eine, aber die Weisen geben ihr verschiedene Bezeichnungen.

    Wahre Devotees sind jene, die darum ringen, an der Wahrheit festzuhalten. Die Essenz aller Veden besteht darin, diese Wahrheit zu verankern. Leider sind heutzutage Menschen, die diese ewige Wahrheit erkennen, nirgendwo zu finden. Man sollte die Wahrheit nicht aufgeben. Wenn Wahrheit und Dharma zusammenkommen, werden Friede und Liebe herrschen. Tatsächlich ist Wahrheit die Grundlage aller anderen menschlichen Werte, nämlich Dharma, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit.

    Verkörperungen der Liebe! Liebe steigt nicht von irgendwo herab. Sie strömt aus dem Herzen der Menschen hervor. Ohne Liebe kann ein Mensch nicht leben. Liebe nimmt – entsprechend der Beziehung zwischen zwei Individuen, wie Ehemann und Ehefrau, Mutter und Kind, Freunden etc. – verschiedene Formen an. Aber grundsätzlich bleibt selbstlose Liebe, Prema, als derselbe grundlegende Strom in allen Menschen bestehen. Auf die Frage, wo sich Gott befindet, kann man antworten, Gott durchdringt alle Menschen in Gestalt der Liebe. Ein von Liebe erfülltes Leben ist wahr und wirklich. Leben ohne Liebe ist nicht lebenswert. Liebe ist die Quelle aller Tugenden, und alle Tugenden münden in die Liebe ein.

    Brahman ist eines allein, und es ist alldurchdringend. Wenn jemand euch nach eurem Namen fragt, solltet ihr antworten: Aham brahmâsmi – ich bin Brahman. Ich habe keinen anderen Namen.“ Alle weltlichen Namen werden euch zum Zweck der Identifizierung gegeben. Es heißt: Brahman allein ist Wahrheit, die ganze Welt ist eine Illusion. Um das Wesen von Brahman zu erkennen, muss man Brahman werden. Alle Namen, wie Rama, Krishna, Govinda, Narayana usw., münden in Brahman ein. Ihr braucht nur über Brahman zu kontemplieren und ihr werdet fähig sein, die Allgegenwart Brahmans zu erkennen. Bei welchem Namen ihr wen auch immer ruft, Brahman ist in einem jeden anwesend. Jeder Mensch muss über Brahman kontemplieren.

Das Wesen des Göttlichen wird folgendermaßen beschrieben:
Gott ist die Verkörperung ewiger Glückseligkeit, höchste Freude, absolute Weisheit, jenseits der Gegensatzpaare, ausgedehnt und alldurchdringend wie der Himmel, das im großen Lehrsatz „tat tvam asi“ – Das bist du – aufgezeigte Ziel, das Eine ohne ein Zweites, ewig, rein, unwandelbar, der Zeuge aller Funktionen des Intellekts.

    Als ich in diese Halle kam, sah ich Easwaramma und Pedda Venkamaraju (Swamis Eltern). Auch jetzt sind sie noch hier. Pedda Venkamaraju trug einen gelbfarbenen Dhoti und Easwaramma einen gelbfarbenen Sari. Sie tragen diese Farbe, weil sie jetzt in Vaikuntha, dem Wohnsitz von Vishnu, leben. Jeder in Vaikuntha trägt ein gelbes Gewand. Nicht nur ich, sogar Satyajit, der in meinem Zimmer schläft, hat Easwaramma im gelben Sari gesehen. Frauen, die gelbe Saris tragen, sind auf immer segensreich (sumangalî).

    Das Brahmanprinzip wird durch die gelbe Farbe repräsentiert. Deshalb wird Vishnu als Pîtâmbaradhari, der Herr, der ein gelbfarbenes Gewand trägt, beschrieben. Heute wollte ich einen gelben Lingam aus meinem Körper hervorbringen. Aber alle Studenten, Mitarbeiter und Devotees beteten: „Swami, du brauchst keinen Lingam aus deinem Körper hervorzubringen. Wir können es nicht ertragen, das körperliche Leiden mitanzuschauen, während du den Lingam hervorbringst. Bitte erhöre unser Gebet und mache uns glücklich.“

    Was immer ich beschließe, wird geschehen. Meine göttliche Natur ist unwandelbar und ewig, wohingegen die menschliche Natur sich ständig wandelt. Niemand kann so eine göttliche Natur erklären.

Shivas kosmischer Tanz in Kailas wird folgendermaßen beschrieben:


Lord Shiva ist in Ekstase versunken.
Den kosmischen Tândavatanz tanzend,
tanzend ist Parameshvara, Sambashiva[1], in Ekstase verloren.
Der göttliche Weise Narada begleitet ihn auf der Tampura.
Die verflochtenen Locken des Herrn leuchten strahlend;
den Dreizack schwingend, tanzt Shiva:
thadhim, thadhim, thadhim, thadimthaka!
//Lord Shiva//
Die Göttin Sarasvati spielt die Vina, Indra die Flöte, Vishnu die Mridanga:
Dhimi Dhimi Dhimi Dhimitaka
//Lord Shiva//
Mit dem Ganges in den verflochtenen Locken,
dem dritten Auge auf der Stirn,
der kristallenen, strahlend leuchtenden Gebetskette um den Nacken,
ist Lord Shiva,
den Tândavatanz tanzend,
tanzend, in Ekstase versunken.

    Als Shiva und Parvati einst am Himmel umherzogen, erblickten sie jemanden, der den Ast eines Baumes, auf dem er saß, absägte. Als er kurz vorm Hinunterfallen war, bat Parvati Shiva, ihn zu retten: „O Herr, bitte rette ihn, wenn er zu Boden fällt.“ Aber Shiva gab Parvati zur Antwort: „Du hast ihn zuerst gesehen. Und du erkanntest, dass er sterben wird, wenn er zu Boden fällt. Deshalb liegt die Verantwortung, ihn zu retten, bei dir.“ Da antwortete Parvati: „Geliebter Herr, wenn jemand zu Boden fällt, ruft er entweder Amma (Mutter) oder Appa (Vater). Wenn dieser Mann Amma ruft, werde ich ihn retten, sollte er jedoch Appa rufen, dann ist es an dir, ihn zu retten.“ Ishvara stimmte diesem Vorschlag zu. Als der Ast brach, waren Shiva wie Parvati bereit, ihn zu retten. Aber während des Fallens rief dieser Mann weder „Amma“ noch „Appa“, sondern „Ach!“ Obwohl Shiva und Parvati beide darauf warteten, ihn zu retten, rief er sie nicht. Die Moral der eschichte lautet, dass wir immer unserer Eltern eingedenk sein sollten. Wer nicht einmal in schwierigen Zeiten an seine Eltern denkt, ist wahrhaft ein Narr. Lord Ishvara und Mutter Parvati sind die universalen Eltern. Wenn man sich ständig an sie erinnert, wird man keinerlei Schwierigkeit oder Leid begegnen. Leider denken die Menschen heutzutage nicht an ihre Eltern. Aus diesem Grund bleibt ihnen der Schutz versagt.

Ramas Göttlichkeit erblühte unter Kausalyas liebevoller Fürsorge.
Aufgrund von Sitas zarten Empfindungen und ihrer Genügsamkeit
kamen Lava und Kusha zu Ansehen und Ruhm.
Genährt von der Liebe seiner Mutter Putlibai,
wurde Gandhi ein Mahatma.
Jijibais liebevolle Fürsorge machte Shivaji zu einem großen Krieger.

    Als Erstes muss man immer seiner Mutter gedenken. Easwaramma repräsentiert die göttliche Mutterschaft. Sie ist die Mutter von Ishvara. Entsprechend bedeutet Venkama „der Herr der sieben Hügel.“[2] Auf diese Weise repräsentieren Pedda Venkamaraju und Easwaramma gemeinsam die göttlichen Eltern. Beide befinden sich heute in Vaikuntha.

    Es gibt drei Sai-Avatare. Der erste war Shirdi Sai, der zweite ist Sathya Sai und der dritte, der kommen wird, ist Prema Sai. Prema Sai wird der wichtigste Avatar sein, denn er wird die gesamte Menschheit vereinen. Wie ihr alle wisst, ist es selbstlose Liebe, Prema, die alle vereint. Leider ist heutzutage nirgendwo Einheit zu finden. Wo immer man hinschaut, herrschen nur Unterschiede und Verschiedenheit. Wo Liebe ist, wird Einheit sein. Dann werden alle Menschen, unabhängig von Kaste, Kultur und Land, vereint sein. Wenn jemand euch fragt, woher ihr gekommen seid, antwortet ihr, aus diesem und jenem Staat. Aber in Wahrheit gehören alle Menschen einem Land und einer Welt an.

    Ihr solltet stolz darauf sein, zu verkünden, dass ihr zu Bharat gehört. Bharat ist das Zuhause aller Menschen auf der Welt. Tatsächlich ist Prasanthi Nilayam das Zuhause aller Menschen in der Welt geworden.

    In der Geschichte des Ramayana vollzog König Dasharatha das Putrakâmyeshtiopfer mit dem Wunsch, Söhne zu bekommen. Der Gott des Feuers kam aus dem Opferfeuer hervor und übergab König Dasharatha ein Gefäß mit heiligem Pudding, den dieser zu gleichen Anteilen an seine drei Ehefrauen austeilte. Kausalya und Kaikeyi trugen ihren Anteil in ihre jeweiligen Andachtsräume. Beide freuten sich, denn jede von ihnen dachte, ihr Sohn würde der zukünftige König von Ayodhya werden. Aber Sumitra hegte keine solchen Erwartungen. Sie trug ihre Schale mit Pudding auf die Terrasse und stellte sie auf die Brüstung, während sie ihr Haar trocknete. Plötzlich stieß ein Adler herab und trug die Schale mit dem heiligen Pudding hinweg. Sofort lief Sumitra nach unten und berichtete Kausalya und Kaikeyi von dem Ereignis. Kausalya und Kaikeyi kamen Sumitra zu Hilfe und teilten ihre Portion Pudding mit ihr. Kaikeyi gab Sumitra die Hälfte ihres Anteils, und Kausalya tat das gleiche. Zu gegebener Zeit gebar Kausalya Rama, Kaikeyi gebar Bharata und Sumitra Lakshmana und Shatrughna. Sumitra war ein Muster an Tugenden. Ihr Name verweist bereits darauf, dass sie allen ein guter Freund war! Eines Tages dachte Sumitra bei sich: „Rama steht es zu, zum König von Ayodhya gekrönt zu werden, denn er ist der älteste Sohn. Ansonsten sollte Bharata gekrönt werden, gemäß dem Versprechen, welches Dasharatha Kaikeyi gegeben hat. Meine zwei Söhne Lakshmana und Shatrughna sollten ihren älteren Brüdern dienen: Lakshmana sollte Rama, und Shatrughna sollte Bharata dienen.“ So lebten alle drei Gemahlinnen König Dasharathas, Kausalya, Sumitra und Kaikeyi, ebenso wie ihre Söhne, in Eintracht und Liebe zusammen.

    Entsprechend den erhabenen Sitten und Idealen, wie sie im Ramayana aufgezeigt sind, sollten wir uns immer an Einheit und Brüderlichkeit halten. Wenn wir fähig sind, diese beiden zu kultivieren, können wir allen ein guter Freund sein. Im Ramayana und Mahabharata wurden Einheit und Spiritualität als die vorbildlichen Qualitäten hervorgehoben, denen ein jeder nacheifern sollte.

    Als ich vor einigen Jahren Ostafrika besuchte, teilte ich den Leuten dort mit, ich käme aus Indien. Der damalige Präsident von Afrika, Idi Amin, fragte nach, aus welchem Staat ich käme. Ich wiederholte, ich käme aus Indien. Ich erklärte ihm nachdrücklich, dass das gesamte Indien nur ein Land repräsentiert. Wenn alle Menschen solch erhabene Prinzipien kultivieren, werden sowohl das Land als auch die Menschen, die in ihm leben, gedeihen. Sehr bald wird das gesamte Land Indien vereint sein und alle Unterschiede werden verebben. Es ist sehr wichtig, dass alle Menschen vereint werden und wie Brüder und Schwestern leben. Dieses Einheitsprinzip sollte in jedem Winkel des Landes verbreitet werden. Die Sprachen, die die Menschen sprechen, ihr individueller Beruf und ihre Ausbildung mögen verschieden sein; aber alle sollten das Prinzip von „ein Land, eine Kaste, eine Kultur“ praktizieren. Nur weil diese Aspekte derzeit als unterschiedlich behandelt werden, entstehen unter den Menschen Meinungsverschiedenheiten. Die wichtige Botschaft dieses Festes besteht darin, dass das Land Bharat vereint sein soll und wird. Es sollte das Bestreben der Menschen sein, es auch so zu behandeln.

Verkörperungen der Liebe!
Wo immer ihr hingeht, verkündet stolz, dass ihr dem Land Bharat angehört, die Sprache Bharats sprecht und der Kultur Bharats folgt. Glaubt an das Prinzip der Einheit, entwickelt Vertrauen in das Prinzip der Einheit und lebt dementsprechend. Land, Kaste/Schicht und Kultur – alle drei müssen zu einem verschmelzen. Nur dann wird das Land vorankommen. Bharat ist der Name unseres Landes, und beinhaltet die Botschaft von bha, Gott, und rati, Liebe. Bharat ist demzufolge das Land, in dem die Menschen Liebe zu Gott entfalten. Diese Wahrheit muss man immer im Gedächtnis bewahren.

(Swami singt den Bhajan Hari bhajana bina… und spricht weiter)

Wer Frieden will, muss an Bhajans teilnehmen. Bhajansingen ist die einzige spirituelle Disziplin, die dem Einzelnen Frieden schenkt.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. Übersetzung:

S. B., Prashanti Nilayam 


[1] Parameshvara: der höchste Herr (Shiva), Sambashiva: Shiva zusammen mit seiner Gemahlin Parvati.

[2] Gemeint ist Gott Venkateshvara, der in Tirupati, der Stadt mit den sieben Hügeln, seinen Tempel hat, A. d. Ü.


   
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