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 Ansprache Sathya Sai Babas am 22.11.2007

 

Ansprache in PDF Format

Wahre Bildung liegt in der Einheit mit Gott
(anlässlich der 26. Zusammenkunft der Sri Sathya Sai Universitäten)

    Warum sollte man vom Moment des Aufwachens bis zum Schlafengehen seine gesamte Zeit damit verschwenden, Geld zu verdienen?

Verkörperungen der Liebe!

    Es ist nicht gut, die eigene Zeit und Energie mit nutzlosen Beschäftigungen zu verschwenden, ohne sich um die Pflichten zu kümmern, die einem bestimmt sind. Zeit ist heilig und kostbar. Verschwendete Zeit ist verschwendetes Leben. Ihr alle seid Studenten, die zukünftig andere führen müssen.

    Jedes Individuum hat ein paar Wünsche. Aber besonders Studenten müssen ihre Wünsche kontrollieren. Das ist ihre Pflicht. Zweifellos tauchen in eurem Geist Wünsche in endloser Folge auf, einer nach dem anderen. Die vorrangige Aufgabe eines Studenten besteht jedoch darin, diese Wünsche zu beherrschen. Die Wurzel des Wortes Vidyâ[1] ist vid, das bedeutet Licht. Es besagt, dass Bildung uns Licht bringt und unseren Weg zum Fortschritt erleuchtet.

Liebe Studenten!

    Ihr müsst allen ein Vorbild sein. In dieser Hoffnung allein ziehen wir euch mit großer Liebe auf. Wie ihr alle wisst, verlangen die Bildungseinrichtungen draußen in der Welt für alles Geld. Wir dagegen erheben von unseren Studenten keinerlei Studiengebühren. In den Sathya Sai Institutionen ist die Ausbildung vom Kindergarten bis zu den höheren Studienabschlüssen völlig kostenfrei. Tatsächlich sind die von der Sathya Sai Organisation durchgeführten medizinischen, Bildungs-, und Wasserversorgungsprojekte keine Bereiche, die finanziellen Gewinn bringen. Hingegen nehmen wir immense Ausgaben für die Ausbildung der Studenten auf uns. Zusätzlich helfen wir einer Reihe von mittellosen Kindern auf vielerlei Weise, indem wir sie materiell unterstützen, kostenlos ausbilden, finanziell helfen usw. Ihr müsst diese Wahrheit erkennen. Bildung ist euer Eigentum. Bildung ist nicht nur dazu gedacht, sich in der Welt einen Lebensunterhalt zu verdienen. Sogar den Ungebildeten gelingt es, gut in der materiellen Welt zu leben. Welchen Nutzen haben dann eure Abschlüsse wie Master of Science, Master of Arts, Master of Business Administration etc.? Das ist nicht der Zweck von Bildung. Bildung mag einem bis zu einem gewissen Grad helfen, draußen in der Welt einen angemessenen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber das ist nicht die Hauptsache und nicht der letztendliche Zweck im Leben. Bildung beinhaltet einen höheren Zweck, und zwar ein inneres Leben auf der Grundlage der fünf menschlichen Werte Wahrheit, Rechtschaffenheit, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit zu gewährleisten. Diese menschlichen Werte ermöglichen uns ein sicheres, wirkliches und sinnvolles Leben. Sathya, Wahrheit, ist die Grundlage für alles in diesem Universum.

Die Schöpfung geht aus der Wahrheit hervor
und mündet wieder in der Wahrheit.
Gibt es in diesem Kosmos einen Platz,
wo Wahrheit nicht existiert?
Schaut diese reine, makellose Wahrheit.

    Gott ist der Schöpfer aller Lebewesen, von der winzigen Ameise bis zum mächtigen Elefanten. Nichts in diesem Universum bewegt sich ohne seinen göttlichen Willen. Sogar die winzigen Ameisen die ihr seht, werden durch Gottes Willen geboren. Der Heilige Tyâgarâja beschrieb in seinem berühmten Lied diese Wahrheit:

O Rama! In deiner reinen, makellosen Form der Liebe wohnst du allen Wesen inne,
von der Ameise bis zum Schöpfergott Brahma, ebenso wie in Shiva und Keshava.
Bitte, sei du auch mein Beschützer!

    Wir wissen das zweifellos, aber sobald eine Ameise uns beißt, töten wir sie sofort. Wenn hingegen der Gott Brahma vor uns erscheint, grüßen wir ihn ehrfürchtig mit gefalteten Händen. Obwohl die Namen und Formen sich unterscheiden, erfüllt derselbe Atman alle Lebewesen. Wer Glauben in diese Wahrheit entwickelt, wird nicht so schnell einem Lebewesen schaden.

    Jeder Mensch entwickelt Wünsche zur eigenen Zufriedenheit und sagt ständig „ich, ich, ich“. Jeder Mensch wiederholt: „Dies ist mein Körper, dies ist mein Verstand, dies ist mein Kopf“ usw. Wer ist „mein“? Wenn ihr behauptet: „Dies ist mein Körper“, gilt das vielleicht für heute oder morgen. Aber wo befindet sich euer Körper übermorgen? Was geschieht dann mit ihm? Ihr versorgt diesen Körper mit großer Liebe und Sorgfalt. Aber dieser Körper gehört nicht euch. Er ist ein Geschenk Gottes. Tatsächlich ist alles in diesem Universum Gottes Geschenk. Dies ist zum Beispiel ein Taschentuch. Woher kam es? Ist es vom Himmel gefallen? Nein! Es entstand aus Baumwolle. Aus Baumwolle wurde der Faden gesponnen, der zu einem Tuch gewoben wurde. Demzufolge gibt es ohne Baumwolle keinen Faden und ohne Faden kein Tuch. So hat alles im Universum eine Grundlage und Quelle.

    Leider vergessen wir heutzutage dieses grundlegende Prinzip. Deshalb erleben wir verschiedene Schwierigkeiten. Wenn ihr wiederholt das Wort „Gott“ hört, seid ihr versucht, zu fragen: „Wo ist Gott?“ Gott ist mit dir, in dir, um dich herum, hinter dir. Tatsächlich bist du Gott! Entwickelt dieses feste Vertrauen. Derselbe Gott durchdringt als das atmische Prinzip (âtmatattva) all die Millionen Menschen, tatsächlich jedes Lebewesen in dieser Welt. Wir sehen in diesem Universum Millionen Lebewesen mit verschiedenen Namen und Formen. Obwohl die Namen und Formen sich unterscheiden, ist das atmische Prinzip in ihnen Eines allein. Es gibt nur eine Wahrheit, aber die Weisen drücken sie auf verschiedene Weise aus. Gold ist eins, aber der Schmuckstücke sind viele. Wenn die verschiedenen Schmuckstücke geschmolzen werden, bleibt letztlich nur Gold. Deshalb, o Verkörperungen der Liebe, versucht, die Quelle und Stütze aller Dinge in diesem Universum zu erkennen. Ihr glaubt, ihr seid von eurem Vater und eurer Mutter verschieden. Ihr behandelt wiederum eure Mutter anders als euren Vater. Nein, das ist nicht richtig. Beide, Vater und Mutter, sind eins. Ihr seid ein Teil von ihnen. Deshalb erhebt sich die Frage eines Unterschieds nicht. Ein Mensch, der dual denkt, ist halb blind. Ihr solltet keinen dualen Geist haben. Alle Bildung, der ihr nachgeht, ist nicht allein für euch. Sie ist dazu da, dass ihr euren Mitmenschen und Mitlebewesen wie Vögeln, Tieren und Insekten, helft. Nur dann wird die Bildung, die ihr euch angeeignet habt, sinnvoll sein. Wann immer ihr jemanden trefft, den ihr für euren Feind haltet, sagt „Hallo“. Liebt jeden. Hasst niemals jemanden. Ihr habt vielleicht bemerkt, dass niemand Swami hasst und alle Menschen ihn lieben. Ihr könnt mich fragen, ob es Menschen gibt, die Swamis Liebe nicht wirklich verdienen. Ich will betonen, dass alle Menschen Swamis Liebe verdienen. Ich liebe jeden. Ich hasse niemanden. Ich bereite niemandem Schwierigkeiten. Ich brüskiere niemanden. Weil das Empfinden von Ekâtmabhâva (der eine Atman durchdringt alle Lebewesen) in mir so stark ist, lieben mich so viele Menschen. Die ganze Welt liebt mich und ich liebe alle. Mein Wort, mein Gesang und meine göttlichen Spiele dienen alle eurem Wohlergehen. Ihr müsst deshalb versuchen, mein wahres Wesen zu erfassen. Entwickelt Glauben an das atmische Prinzip. Aus Glauben geht Liebe hervor. Wenn Glaube und Liebe auf diese Weise zusammenkommen, werden eure Wünsche erfüllt werden. Sowohl Glaube als auch Liebe sind für einen Menschen sehr wichtig. Alle anderen gleichen vorbeiziehenden Wolken, die zwischendurch kommen und gehen. Ihr solltet ihnen nicht viel Bedeutung beimessen. Tatsächlich ist Glaube die Widerspiegelung von Liebe. Und Liebe ist Gottes Form. Deshalb: Liebe ist Gott, lebt in Liebe. Wahrheit ist zu allen Zeiten Wahrheit – in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie wird sich niemals ändern. Deshalb heißt es: Wahrheit ist Gott. Wir sollten nicht glauben, Gott befände sich irgendwo an einem fernen Ort. Gott ist nicht von uns getrennt. Das gesamte Universum ist eine Verkörperung des Göttlichen. Ihr solltet euch deshalb ständig auf das Göttliche besinnen, das nichts anderes ist als Einheit.

Liebe Studenten!

    Ihr lest viele Bücher, aber alle diese Bücher sind mithilfe von nur 26 Buchstaben geschrieben worden. Es gibt zahlreiche Juristen. Sie tragen sehr umfangreiche Bücher bei sich. Aber letztlich beinhalten all diese Bücher nur Buchstaben. Gesundheit, Wohlstand, Glück und Glückseligkeit – die Quelle und der Bewahrer all dieser Dinge ist Gott allein. Gut oder schlecht, alles ist Gott. Ihr könnt Schlechtes nicht irgendwo gesondert finden. Wo immer ihr hinschaut, ist Gutes allein. Aber ihr seid nicht fähig, dieses Gute zu erkennen. Ihr seid verwirrt. Das Schlechte, falls überhaupt, ist nur eine Manifestation auf der Basis des Zeitunterschiedes. Wir essen heute eine Vielfalt geschmackvoller Speisen, aber am nächsten Tag werden Ausscheidungen daraus. Die Frucht (mala) von heute wird morgen in Ausscheidung (phala) umgewandelt. Das Göttliche ist in allen Dingen, Gutem wie Schlechtem, gegenwärtig. Es gibt in dieser Welt keinen Ort und kein Objekt, wo Gott nicht gegenwärtig ist. Niemand hat das Recht zu behaupten: Gott ist nirgendwo, oder er ist nur hier. Dieser Göttlichkeit werden verschiedene Namen und Formen zugeschrieben, und das erzeugt viel Verwirrung. Die Ursache für diese Verwirrung ist der Bezug, den man auf der individuellen Ebene zu Gott hat. Wir sollten deshalb versuchen, diese individuelle Beziehung wenigstens zu einem gewissen Grad außer acht zu lassen. Allein zu diesem Zweck gehen wir vielen Arten von Bildung nach. Sobald die individuelle Beziehung in ein Gefühl der Einheit mit Gott einmündet, verbleibt überall nichts als die Göttlichkeit.

Es gibt viele Religionen, aber nur ein Ziel.
Es gibt viele Kleider, aber nur ein Garn.
Es gibt viele Wesen, aber nur einen Atem.

    Hier sitzen verschiedene Individuen. Sie haben unterschiedliche Körper, aber allen Körpern wohnt nur ein Gott inne. Betrachtet deshalb, wem immer ihr begegnet, ihn oder sie als Gott. Wen immer ihr liebt, betrachtet sie als Verkörperungen des Göttlichen.

    Ihr erfahrt dank der Identifikation des Selbst mit dem Körper Schwierigkeiten. Ihr allein seid die Ursache dieser Schwierigkeiten. Gut und Böse sind Produkte eures Denkens. Ihr könnt viele Fächer lernen und verschiedene Abschlüsse erlangen, aber betrachtet das atmische Prinzip als eines und eines allein. Dieselbe Wahrheit wurde in dem Sprichwort erklärt: Gott ist der Eine ohne ein Zweites, und: Es gibt nur eine Wahrheit, aber die Weisen geben ihr verschiedene Namen. Ihr müsst diese Wahrheit fest und sicher in eurem Herzen bewahren. Ihr haltet jemanden für euren Feind. Nein, nein, das ist nicht wahr. Nur ein Wandel in eurer Einstellung und Liebe dem anderen gegenüber hat ihn zu eurem Feind gemacht. In ihm fand überhaupt keine Veränderung statt. Alles in dieser Welt ist Reaktion, Widerspiegelung und Widerhall. Die Wirklichkeit ist jedoch eine allein. Wenn ihr diese Einstellung entwickelt, könnt ihr jede Menge Glück erfahren.

    Ihr denkt: „Swami ist immer fröhlich und lächelt. Wie ist das möglich?“ Ja, ich lächele immer! Der Grund liegt darin, dass ich alle Menschen als eins behandle. Euer aller Glück ist meine Nahrung. Entwickelt deshalb auch ihr diese Einstellung. Kürzlich führten die Kinder ein Schauspiel auf. Es machte mich sehr glücklich, dieses Spiel anzuschauen. Die Kinder führten das Stück in Einheit auf. Wir verwenden die Worte „ich“ und „wir“. Woher stammt das Wort „wir“? Es ist aus dem „Ich“ gekommen. Ohne „Ich“ kann kein „wir“ sein. So ist das „Ich“ die eine und einzige Wesenheit. Sie gleicht der vertikalen, hölzernen Säule. Wenn horizontal ein anderes Stück Holz in der Mitte angenagelt wird, entsteht ein Kreuz. Es bedeutet, wenn das Ich (Ego) gebrochen wird, wird es zum Kreuz. Wir müssen immer danach streben, das Ich als eines allein zu bewahren. Ihr betrachtet alle Menschen als eure Brüder und Schwestern. Diese Brüder und Schwestern sind keine gesonderten Wesenheiten. Alle sind eins. Wenn ihr so nachforscht, repräsentiert alles in diesem Universum nur das Prinzip der Einheit. Wenn ihr diese Wahrheit unerschütterlich in eurem Herzen verankert, wird sich dasselbe Empfinden überall widerspiegeln. Angenommen, du liebst ein Mädchen. Wer ist dieses Mädchen? Niemand anderes als du selbst. Es bedeutet, du liebst dich selbst! Das Mädchen ist nicht von dir getrennt. Wenn du sie als gesondert behandelst, bezeichnest du sie als Ehefrau. Wenn du sie hingegen als eins mit dir betrachtest, werdet ihr eins. Erkennt diese Einheit. Was könnte der Grund für diese große Vielfalt an Lebewesen in der Welt sein? Sie sind eine Manifestation des göttlichen Prinzips eko`ham bahuh syâm…die eine Göttlichkeit manifestierte sich als viele.

Verkörperungen der Liebe! Liebe Studenten!

    Ihr müsst alle vorbildliche Männer und Frauen werden. Nur wenn ihr ein vorbildliches Leben führt, wird die ganze Gesellschaft vorbildlich werden. Macht keine Unterschiede zwischen diesen und jenen Leuten. Alle sind eins; verhaltet euch allen gegenüber gleich. Daran müsst ihr immer denken. Nur dann könnt ihr vorbildliche Studenten werden. Ansonsten bleibt ihr nur ein gebildeter Mensch. Wer ist ein wahrhaft gebildeter Mensch? Jemand, der erkannt hat, dass alle eins sind. Bildung umfasst bloß Lernen, Vidyâ hingegen symbolisiert Einheit. Vidyâ verbreitet das Licht der Einheit mit Gott. Wenn ihr diese Erleuchtung verliert, müsst ihr in Dunkelheit leben.

Verkörperungen der Liebe!

    Lasst eure Liebe auf Gott ausgerichtet sein, und es wird euch Glückseligkeit verleihen. Wenn ihr sie auf weltliche Objekte und Personen richtet, geschieht es leicht, dass sie immer wieder wechselt. Wem immer ihr begegnet, entwickelt das Empfinden, dass sie alle eure Brüder und Schwestern sind. Einst hielt ein Mann bei einer Zusammenkunft eine Rede. Er begann seine Ansprache mit der Anrede: „Liebe Brüder und Schwestern“; aber er machte im Fall einer Frau eine Ausnahme. Jemand fragte: „Warum“? Er antwortete, diese Frau sei seine Ehefrau. Streng genommen, braucht keine Ausnahme gemacht zu werden, da er alle als Brüder und Schwestern ansprach. Aber nachdem er sie heiratete, wurde sie seine Ehefrau. Wenn zwischen ihnen keine eheliche Beziehung existiert, sind alle eins. Ich rufe euch noch einmal dazu auf, euer Leben im Empfinden der Einheit und im Geist des Teilens zu führen.

    Von den Pândavabrüdern gewann Arjuna Draupadî im Swayamvara[2]. Als die Pândavas mit Draupadî zurückkehrten und ihrer Mutter mitteilten, sie hätten eine Frucht nach Hause gebracht, gab Kuntî ihnen sofort den Rat, sie gleichermaßen zwischen den fünfen von ihnen zu teilen, ohne sich der Tatsache bewusst zu sein, dass es sich um Draupadî handelte. Entsprechend wurde Draupadî die tugendhafte Ehefrau der fünf Pândavas. Sogar Krishna legte Zeugnis für ihre Tugendhaftigkeit ab:

Draupadî gehorchte pflichtbewusst der Anweisung ihrer Ehemänner.
Sie sagte niemals zu einem von ihnen, sie hätte keine Zeit, ihm zu dienen.
Sie war zufrieden mit dem, was sie im Leben erhielt.
Sie war das höchste Beispiel an Tugendhaftigkeit,
und niemand konnte ihr in dieser Hinsicht gleichkommen.

    Die Pândavas teilten miteinander, sorgten füreinander und führten ein Leben der Disziplin und Kontrolle.

    Mir geht es gut. Niemand braucht sich um meine Gesundheit Sorgen zu machen. Nicht nur mein Körper, alles ist in Ordnung. Mein Geist schwankt nicht. Mein Geist ist beständig und immer wachsam. Der Körper mag manchen Wandel durchlaufen, aber ich bin immer mein eigenes göttliches Selbst. Die Leute fragen: „Swami! Du lächelst immer! Hast du jemals Leid erfahren?“ Nein, überhaupt nicht! Leid kommt überhaupt nicht an mich heran. Was immer geschehen muss, wird geschehen. Wenn ihr euch ständig darüber sorgt, wird es dadurch verhindert werden? Es wird nur zu noch mehr Sorge führen. Man sollte deshalb der Sorge überhaupt keinen Raum geben. Wenn euer Geist anfängt, sich zu sorgen, ist kein Ende abzusehen. Ihr macht euch Sorgen: „Die Prüfungen nahen heran. O Gott, wie soll ich mich vorbereiten?“ Was hat es mit all dieser Sorge auf sich? Warum habt ihr Angst, Antworten zu schreiben auf jene Fragen, die ihr bereits kennt? Ihr werdet sicherlich gut in den Prüfungen abschneiden. Entwickelt keinerlei Angst vor Prüfungen.

    Niemand kann den Abstand zwischen Himmel und Erde messen. Aus diesem Grund heißt es, der Himmel ist blau. Entsprechend kann niemand die Form des Göttlichen beschreiben. Um Gott bildhaft darzustellen, fingen die Künstler an, blaue Farbe zu verwenden. Tatsächlich hat Gott überhaupt keine Farbe! Wenn Gott mit blauer Hautfarbe geboren würde, wäre er zum Bestaunen in eine Ausstellung gestellt worden! Das Göttliche kann nicht verändert werden. Ihr ändert euch vielleicht, aber euer Atman wird sich niemals wandeln. Gott ist eigenschaftslos, makellos, der letztliche Wohnsitz, ewig, rein, erleuchtet, frei und die Verkörperung der Heiligkeit. Deshalb heißt es: Der Atman ist jenseits der Reichweite der Sinne und nur mit dem Intellekt (buddhi) zu erfassen.

    Verdient euch einen Ruf als gute Jungen. Macht euren Eltern Ehre. Lasst auch die Gesellschaft stolz auf euch sein. Wenn die Gesellschaft in eine gute Gesellschaft transformiert werden soll, kann das nur durch die Studenten geschehen. Wo immer sich unsere Studenten heute befinden, sagen die Leute, sie seien sehr gut. Ich erhalte diese Nachrichten. Versucht, diesem Ruf gemäß zu leben. Ich strebe nach nichts anderem. Ich werde euch geben, was immer ihr wünscht. Tatsächlich habe ich mich selbst euch gegeben. Mögt ihr alle glücklich sein! Streitet mit niemandem. Beschimpft niemanden. Mögt ihr alle wie Brüder und Schwestern leben! Das ist die Frucht von Bildung. Das ist wirkliche Bildung. Aber trotz all seiner Bildung und Intelligenz wird ein niedrig gesinnter Mensch seine schlechten Eigenschaften nicht aufgeben.

    Ihr müsst euch immer wie gute Jungen verhalten. Macht zuerst eure Eltern glücklich. Wenn ihr nicht eure Eltern, die euch aufzogen, glücklich machen könnt, wie könnt ihr dann mich glücklich machen? Geht deshalb alle nach Hause und lebt glücklich mit euren Eltern. Dann werde auch ich glücklich sein. Wenn die Leute euch loben, soundso ist ein Student der Sri Sathya Sai Universität, ist das für euch wie auch für das Institut ein Grund zum Stolz.

    Die University Grants Commission in Neu-Delhi hat einige Bildungseinrichtungen im Land längere Zeit nicht anerkannt, dem Sathya Sai Institute of Higher Learning wurde jedoch im zweiten Jahr seines Bestehens der Status einer anerkannten Universität verliehen. Dr. Madhuri Shah war damals die Vorsitzende der University Grants Commission. Damals besuchte sie Puttaparthi und machte den Vorschlag, unser Institut zur anerkannten Universität zu erheben. Ihrem Vorschlag wurden viele Einwände entgegengebracht mit der Begründung, das Institut sei in seinem zweiten Jahr noch im Werden begriffen und es wäre nicht angemessen, ihm in einer solch kurzen Zeit den Status einer Universität zu verleihen. Dr. Bhagavantham war damals bei uns und übersetzte meine Rede. Er sagte voll Überzeugung: „Das ist unmöglich, einfach unmöglich.“ Ich sagte ihm sehr nachdrücklich, es sei möglich. Das U.G.C. Komitee besuchte danach im zweiten Jahr unser Institut und gab einstimmig die Empfehlung, dem Sri Sathya Sai Institute of Higher Learning den Status einer anerkannten Universität zu verleihen. Entsprechend den Worten der Zulassung durch das Komitee selbst ist dies das erste College, dem im zweiten Jahr seines Bestehens der Status einer anerkannten Universität zugesprochen wurde. Später kam Dr. Madhuri Shah hierher, um die anerkannte Universität formal zu eröffnen. Sie erklärte öffentlich in einem Treffen: „Dr. Bhagavantam! Sie behaupteten, es wäre unmöglich, in einer so kurzen Zeit eine Universität daraus zu machen. Wie ist es jetzt möglich geworden?“ Das Sri Sathya Sai Institute of Higher Learning, eine anerkannte Universität, ist seitdem unter den vereinten Bemühungen aller eine richtige Universität geworden.

    All unsere Studenten sind Menschen mit edlem Charakter. Sie verhalten sich alle gut und sind gut gebildet. Ihr wisst vielleicht nicht, wie berühmt unsere Sri Sathya Sai Universität in der ganzen Welt, speziell in den USA, ist. Gegenwärtig arbeiten in Amerika ungefähr 180 ehemalige Studenten in verschiedenen Bereichen. Vor kurzem kamen sie alle in einer Gruppe hierher. Sie beteten zu Swami: „Swami! Wir haben nicht den Wunsch, unser Zuhause hier aufzusuchen. Wir werden nach diesem Besuch direkt von hier aus nach Amerika zurückkehren.“ Solcher Art war ihre Liebe und Hingabe an Swami und an die Sri Sathya Sai Universität.

(Bhagavan rief dann Dr. Michael Goldstein, Chairman und Director der Sri Sathya Sai World Foundation, und forderte ihn auf, ein paar Minuten lang über die ehemaligen Studenten, die jetzt in Amerika arbeiten, zu sprechen).

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen gedruckten offiziellen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam.



[1] Sanskrit für Wissen, Weisheit, Erkenntnis.

[2] Wahl des Bräutigams durch die Braut.


   
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