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 Ansprache Sathya Sai Babas am 11.02.2007

anlässlich des Besuches der Devotees aus Adilabad


Verkörperungen der Liebe! Junge Männer und Frauen!

Es ist heutzutage sehr notwendig, die Wichtigkeit der menschlichen Werte zu erkennen. Da die Menschen die menschlichen Werte verloren haben, sind sie derzeit unfähig, das Leben eines Menschen zu führen. Die Eigenschaften eines Menschen sind zweifacher Art, innerlich und äußerlich. Verlangen, Zorn, Gier, Anhaftung und Täuschung, Stolz und Eifersucht sind äußerlich. Wahrheit, Dharma, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit sind innerlich.

Heutzutage vernachlässigen wir die inneren, ewigen und wahrhaften Qualitäten und hängen uns an weltliche und vergängliche Dinge. Das ist nicht korrekt. Wir müssen die innere Vision von âtmabhâva (Zustand des reinen Selbst-Bewusstseins) entwickeln. Wenn bloß Wahrheit da ist, genügt es. Dharma wird folgen. Wo Wahrheit und Dharma gleich dem Positiven und Negativen zusammenkommen, dort wird Friede sein. Wo Frieden ist, wird Liebe sein. Wenn ein Mensch mit dem Strom der Liebe aufgeladen ist, hat Gewalt überhaupt keinen Raum. Heutzutage herrscht überall Gewalt. Die Menschen erleben Leiden und Schwierigkeiten. Ihr müsst deshalb danach streben, die innewohnenden menschlichen Werte zu hegen und zu pflegen. Wahrheit ist ewig. Sie ist unzerstörbar. Es heißt: Sprich die Wahrheit, sprich freundlich und vermeide es, unangenehme Wahrheit auszusprechen. Wahrheit entsteht nicht aus einem Einzelnen, noch verschwindet sie mit einem Einzelnen. Wahrheit ist universell – sie gilt gleichermaßen für alle Menschen. Diese universelle Wahrheit müsst ihr entwickeln. Was ihr denkt, das müsst ihr sagen, und was ihr sagt, müsst ihr in die Tat umsetzen. Das ist wahres Menschsein.

Zorn, Verlangen, Gier, Anhaftung, Stolz und Eifersucht ziemen einem Menschen nicht. Heute beschränkt der Mensch seine Liebe auf seine Frau und Kinder. Er entwickelt keine Weitherzigkeit. Wie das Sprichwort sagt: Es gibt nur eine Wahrheit, die Weisen bezeichnen sie auf verschiedene Weise. Die Aussage sarvam kalvidam brahman bedeutet, dass alles in diesem Universum Brahman allein ist. Wahrheit ist die Verkörperung Brahmans. Und dieses Göttliche ist allgegenwärtig. Verankert deshalb als Erstes die Wahrheit in eurem Herzen. Danach werden die anderen vier menschlichen Werte Dharma, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit in der Welt herrschen. Dann wird es in der Welt überhaupt keine Gewalt geben, und alle Menschen werden, unabhängig von Religion und Nationalität, in Frieden und Harmonie leben. Der Mensch trägt enorme Kraft in sich. Sie muss angemessen kanalisiert werden. Zorn, Verlangen, Gier, Täuschung, Stolz und Eifersucht müssen beherrscht werden.

Ihr singt verschiedene Bhajans. Nur wenn ihr die Bhajans in der richtigen Tonlage singt, wird es melodisch klingen. Entsprechend muss euer Wünschen begrenzt sein. Wenn ihr heiraten wollt, könnt ihr es tun! Später wollt ihr Kinder; auch das könnt ihr haben. Aber ihr müsst sie auf rechte Weise erziehen, damit sie in ihrem späteren Leben nützliche Bürger werden. Gott hat für die rechte Lebensführung des Menschen einen bestimmten Verhaltenskodex vorgeschrieben. Man sollte sich nicht wie ein Tier, ein Vogel oder ein Raubtier verhalten. Wir müssen unser Verhalten unter Kontrolle haben. Das ist der wichtigste Wert, den ein Mensch schätzen und hüten sollte.

Die menschlichen Werte sind dem nackten Auge nicht sichtbar. Welche Form hat Wahrheit? Niemand hat ihre Form gesehen. Sie ist jenseits der Form. Sie geht aus unserem Herzen hervor. Was ist Dharma? Dharma besteht darin, den Lehren unseres Herzens zu folgen. Wo ist Frieden, Shanti? Im Außen? Nein, außen ist nur Unfrieden. Obwohl der Mensch alle Arten Wohlstand besitzt, sehnt er sich heute nur nach Frieden und nichts anderem. Welchen Millionär ihr auch fragt, er wird sagen: „Ich besitze Geld, Häuser und alle Arten von Wohlstand, habe aber keinen Frieden.“ Demzufolge ist Frieden nicht von der äußeren Welt zu erhalten. Er muss aus dem Inneren strömen. Wo Frieden ist, dort wird Liebe sein. Das Licht der Liebe leuchtet in jedem. Es ist die Liebe, die das gesamte Universum erleuchtet. Wenn ihr deshalb die Liebe stärkt, wird gar kein Platz für Hass sein. Nur wenn ihr ein Gefühl der Trennung entwickelt, wird untereinander Hass herrschen. Wenn ihr hingegen ein Empfinden der Einheit entwickelt, wie kann dann zwischen euch und einem anderen Menschen ein Gefühl von Hass bestehen?

Liebe Goldstücke (bangaru)!

Niemand sollte schlechte Eigenschaften wie Eifersucht, Hass, Verlangen und Zorn entwickeln. Entwickelt Liebe. Liebe ist Gott und Gott ist Liebe. Prema mudita…lautet ein Bhajan. Liebe ist das größte Geschenk, das Gott einem Menschen gegeben hat. Der Wert eines jeden materiellen Objekts in der Welt ist messbar, nicht aber der Wert der Liebe. Entwickelt deshalb Liebe! Nicht nur das, teilt eure Liebe mit jedem. Wenn ihr auf diese Weise Liebe austauscht und euer Leben glücklich verbringt, können schlechte Eigenschaften wie Hass, Eifersucht, Ego und dergleichen nicht an euch herankommen. Ihr kennt die chemische Kreide namens Lakshman Rekha. Wenn ihr mit dieser Kreide eine Linie im Haus zieht, kann keinerlei Insekt in den Bereich dringen. Entsprechend können, wo Liebe ist, schlechte Eigenschaften nicht eindringen. Deshalb reicht eine Qualität allein, und zwar die Eigenschaft der Liebe, aus, um alle schlechten Eigenschaften zu vertreiben. Liebe kann mit beliebig vielen Menschen geteilt werden, sie wird nicht weniger. Tatsächlich wird sie, je mehr ihr sie mit anderen teilt, umso mehr wachsen. Gott ist unser Vater. Wir alle sind seine Kinder. All diese Kinder haben ein Recht, sein Eigentum zu erben. Alle müssen dieses Eigentum, das Eigentum der Liebe, miteinander teilen. Ihr könnt alles in dieser Welt vergessen, nicht aber Gott. Alles in der Welt ist kurzlebig. Aber Liebe kommt und geht nicht, sondern sie wächst. Entwickelt diese göttliche Liebe! Wiederholt ständig, mit absolutem Gottvertrauen, den göttlichen Namen. Wir sprechen täglich so viele Worte. Können wir nicht heilige Worte wie Rama und Krishna aussprechen? Mit Sicherheit können wir es. Sobald ihr diesen göttliche Namen rezitiert, werden eure ganzen Leiden und Schwierigkeiten verschwinden.

Der Mensch hat mannigfaltige Sorgen:

Geboren zu sein ist eine Sorge, auf der Erde zu leben ist eine Sorge, die Welt und ebenso der Tod sind Ursache für Sorge. Die gesamte Kindheit ist, ebenso wie das Alter, eine Sorge. Leben ist Sorge, Versagen ist Sorge, alle Handlungen und Schwierigkeiten verursachen Sorge. Sogar Glück ist ebenfalls eine mysteriöse Sorge. Nur Hingabe an Swami wird all euren Sorgen ein Ende bereiten. Oh ihr Menschen! Entwickelt diese Hingabe und Liebe.

Entwickelt, damit ihr von diesen Sorgen freiwerdet, Liebe zu Gott. Das ist die einzige wirksame Medizin für all eure Sorgen. Durch das Rezitieren des göttlichen Namens können all eure Sorgen geheilt werden. Wo ist Gott? Er ist überall. Die fünf Elemente sind Verkörperungen der Göttlichkeit. Der Körper gleicht einer Schaumblase auf dem Wasser. Der Geist ist wie ein verrückter Affe. Ihr solltet deshalb weder dem Körper noch dem Geist folgen. Ihr solltet dem Ratschlag des Intellekts (buddhi) folgen. Ihr solltet einen reinen und stetigen Geist (citta, auch: Gemüt, Bewusstsein, Psyche) entwickeln. Tatsächlich sind all unsere spirituellen Übungen allein dazu gedacht, einen reinen Geist, cittashuddhi, zu entwickeln. Die schlechten Eigenschaften Verlangen, Zorn, Gier, Täuschung, Stolz und Eifersucht sind nur erworbene Eigenschaften; sie sind nicht unsere inneren Qualitäten. Unsere eingeborenen Qualitäten sind Wahrheit, Dharma, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit. Wir müssen sie manifestieren.

Heute gibt es, wo immer man hinschaut, nur Gewalt. Um Geldes willen greifen die Menschen zu Gewalt. Geld kommt und geht, aber Moral kommt und wächst. Viele Könige und Kaiser haben in der Vergangenheit enormen Reichtum angesammelt. Aber konnte irgendjemand von ihnen auch nur einen Paisa mit sich nehmen? Nein! Alexander der Große rief in seinen letzten Lebenszügen seine Minister zu sich. Er forderte sie auf, nach seinem Tod seinen Körper in ein weißes Tuch zu hüllen und mit seinen leeren Händen nach oben gestreckt in Prozession durch jede Straße seiner Hauptstadt zu führen. Seine Idee war, den Leuten die Botschaft zu vermitteln, dass der Mensch, auch wenn er großen Reichtum gewonnen oder große Königreiche erobert hat, diese Welt mit leeren Händen verlassen muss. Was immer wir in dieser materiellen Welt erwerben, dient nur unserer eigenen Befriedigung. Wahre und ewige Glückseligkeit können nur durch Liebe erlangt werden. Es genügt nicht, eure Zeit in Liebe zu verbringen, nur während ihr in Prashanti Nilayam seid. Diese glückseligen Momente sollten auf immer geschätzt werden. Wo immer ihr euch befindet, ihr solltet weiterhin mit Liebe leben. Unabhängig vom Land, ob ihr in Amerika, England, Japan oder Deutschland lebt, Liebe macht keinen Unterschied. Euer Körper mag sich an einem bestimmten Platz aufhalten, aber Liebe ist universell. Liebe durchdringt alles. Entwickelt diese Liebe. Liebt sogar jene, die euch hassen.

Wenn ihr einem Feind begegnet, grüßt ihn respektvoll und fragt: „Hallo Bruder, wie geht es dir?“ Ich bin sicher, er wird antworten: „Bruder, wie geht es dir?“ Alle sind wahrhaft Brüder und Schwestern. Gott ist für alle der einzige Vater. Die Bhagavadgita verkündet: Der ewige Atman in allen Wesen ist Teil meines Wesens. Ihr seid nicht von mir verschieden. Wir sind alle eins! Ihr müsst Glauben an diese Einheit entfalten. Wo ist Gott? Er ist in jedem Menschen als der innere Bewohner gegenwärtig. Entwickelt das Gefühl: Was immer ich tue, ist eine Gabe an Gott, den Bewohner meines Herzens. Entwickelt den Glauben, dass, was immer geschieht, ob Glück oder Leid, allein zu eurem Guten ist. Ihr wisst, dass jemandem, der an Malaria erkrankt ist, bitteres Chinin verschrieben wird. Nur wenn diese bittere Medizin eingenommen wird, wird das Fieber nachlassen. Erkennt dementsprechend die Wahrheit, dass die Leiden und Schwierigkeiten, die ihr erlebt, zu eurem Guten sind. Gott ist allgegenwärtig. Ihr braucht, um die Göttlichkeit zu verwirklichen, nicht weit zu reisen. Wenn ihr in eurem eigenen Herzen sucht und eure Liebe mit anderen teilt, könnt ihr die Göttlichkeit leicht verstehen. Alle sind durch das Band der Liebe gebunden. Alle werden allein durch Liebe vereint werden. Seid deshalb, wo immer ihr hingeht, vereint. Vor allem die Jugend kann, wenn sie vereint ist, viel erreichen. Gebet, Rezitieren des Göttlichen Namens und Liebe zu Gott sind die drei spirituellen Disziplinen, die wir durchführen müssen. Wenn euer Verhalten auf diesen drei spirituellen Übungen basiert, könnt ihr alles erreichen.

Gott ist nicht von euch getrennt. Ihr seid nicht von Gott verschieden. Ihr und Gott seid Eines allein. Ihr müsst immer denken: „Gott ist der Bewohner meines Herzens und residiert dort. Ich bin wahrhaft Gott.“ Namen und Formen mögen sich unterscheiden, aber Gott ist Einer allein. Die verschiedenen Namen und Formen wie Rama, Krishna usw. werden von Dichtern und Künstlern wie Ravi Varma visualisiert. Tatsächlich hat Gott keine bestimmte Form. Sie beten: „Allahu Akbar“. Allah hat keine Form. Es gibt niemand Größeren als Allah. Er ist das Höchste. Gott hat keinen Namen und keine Form, aber er wird die Form annehmen, an die ihr ständig denkt. Wie man empfindet, so geschieht es. Entsprechend unserer eigenen Gedanken und Gefühle visualisieren wir ihn in einer bestimmten Gestalt. Entwickelt das Gefühl: „Gott ist in mir, mit mir und führt mich“, und schreitet voran. Möget ihr alle glücklich sein!

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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