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 Ansprache Sathya Sai Babas am 19.08.2006


Ati Rudra Maha Yajna


Verkörperungen der Liebe!

Ich suche… ich suche und suche. Ich suchte damals, und ich suche jetzt. Ich bin auf der Suche (nach einem wahren, rechtschaffenen Menschen.) [1]

Wird der Hunger eines
hungrigen Menschen gestillt,

indem er nur die Namen
von köstlichen Speisen hört?

Wird die Armut jener,
die an akuter Armut leiden,

gelindert, wenn sie von
der Herrlichkeit des Reichtums hören?

Verkörperungen der Liebe!

Bevor ihr andere etwas lehrt, müsst ihr es selber praktizieren. Es ist sehr wichtig, es selber zu erfahren und Freude daraus zu beziehen, ehe ihr anderen ein Konzept oder eine Übung vermittelt. Alle Priester, die an dem Ati Rudra Maha Yajna teilnahmen, sind sehr gut. Tatsächlich fand ich Gefallen an den Priestern. Ich bin mit der Art und Weise, wie sie das Yajna durchführten, sehr zufrieden, ebenso mit ihrer spirituellen Disziplin. Sie taten mehr als von ihnen erwartet wurde. Solche Priester zu haben, ist ein Glück. Morgen wird das Yajna beendet werden, nicht aber die Mantren. Die Mantren sind ewig. Sie sind nicht mit den Eigenschaften (guna) verbunden. Sie sind

eigenschaftslos, rein,
die höchste Stätte, ewig,
makellos, erleuchtet,
frei und die Verkörperung
der Heiligkeit.

Solche Mantren werden uns immer in den Ohren klingen. Ein Priester ist jemand, der immer mit den Mantren verbunden ist. Der Priester ist nicht von den Mantren getrennt. Ohne Mantren haben die Priester keine Existenz. Mantren wie diese werden nur von ein paar wenigen Glücklichen rezitiert. Gibt es in dieser Welt nicht unzählig viele Priester? Aber nur 132 Priester konnten an diesem Ati Rudra Maha Yajna teilnehmen.

Ihr vedischen Brahmanen, die ihr die Schriften immer als wahr betrachtet, wie gesegnet ihr seid! Die Brahmanen führen ihr Leben in Übereinstimmung mit den Schriften und setzen ihr ganzes Vertrauen in sie. Könnt ihr irgendwo sonst solche Priester finden? Wahrhaftig, jedes von euch rezitierte Mantra ist kristallklar und perfekt intoniert. Es ist unser gutes Los, die Priester die Mantren auf diese Weise rezitieren zu hören. Viele Leute sind glücklich, dass dieses Yajna mit solchen Priestern durchgeführt wird. Bald wird ein ähnliches Yajna in Puttaparthi durchgeführt werden, das Veda Purusha Saptaha Yajna, das jedes Jahr (anlässlich des Dasarafestes) gefeiert wird. Es ist ein Jnâna Yajna. Ein Jnâna Yajna ist mit dem Prinzip des Geistes (manasikâ tattva) verbunden.

Priester!

Ihr werdet aus eurem Einsatz der letzten zehn Tage viel Gutes beziehen. Ihr erkennt das jetzt vielleicht nicht. Geht an eure jeweiligen Plätze zurück und kontempliert in aller Ruhe darüber. Ihr werdet sicherlich Glückseligkeit erfahren. Unter den Priestern befinden sich zahlreiche Jugendliche. Das ist ein willkommenes Zeichen. Das Schicksal ist uns wohlgesonnen, weil die Jugend sich an solch heiligen Aktivitäten wie diesem Ati Rudra Maha Yajna beteiligt. Ich sagte zu Vinay: „Mein Lieber, wir haben großes Glück, dass wir solche Priester haben.“ Wahrscheinlich fühlt ihr euch hier alle wohl. Ich gehe davon aus, dass für euer Essen und Wohnen angemessene Vorbereitungen getroffen wurden, und dass Vinay euch mit allen notwendigen Annehmlichkeiten versehen hat. All diese Tage habe ich von morgens bis abends darüber nachgedacht. Wenn ihr glücklich seid, bin auch ich glücklich. Diese zehn Tage verflossen wie zehn Minuten. Ihr habt sicherlich euren Aufenthalt hier in den letzten zehn Tagen genossen. Entsprechend freue auch ich mich, dass ihr hier seid. Wo immer ihr hingeht, ihr müsst an diese göttliche Erfahrung denken. Ihr müsst diese heiligen Momente in eurem Gedächtnis bewahren. In Kürze werdet ihr wieder nach Puttaparthi kommen. Nicht nur das. Ich habe beschlossen, dieses Yajna in naher Zukunft in Chennai durchzuführen. Ich wünsche, dass ihr alle dorthin kommt und an dem Yajna teilnehmt. Es ist sehr wichtig, dass ihr die Einzigartigkeit dieses Yajnas erkennt. Was ist ein Yajna? Geschieht es auf der physischen oder spirituellen Ebene? Dies ist kein körperliches oder weltliches, sondern ein spirituelles Yajna. Dieses Yajna hat uns auf der körperlichen, mentalen und Herzensebene eine Erfahrung geschenkt, die einzigartiger Natur ist. Ich habe mich um jedes kleinste Detail dieses Yajnas gekümmert, angefangen von der Kleidung, die ihr tragen solltet. So wie ein liebender Vater sich bei seinem Kind um alles kümmert, so habe ich dafür gesorgt,  dass ihr alles bekommt, was ihr braucht. Es macht mich sehr traurig, dass ich euch morgen nach Beendigung des Yajnas verabschieden muss. Ich weiß, auch ihr seid traurig, diesen Ort zu verlassen. Diese enge Beziehung zwischen uns ist wahre Hingabe. Ihr könnt mich nicht verlassen und ich kann euch nicht verlassen. Ich bin immer bei euch. Verbringt deshalb keine sorgenerfüllten Momente mit Gedanken wie: „Swami befindet sich sehr weit von uns entfernt in Puttaparthi oder Bangalore.“ Ich bin bei euch, wo immer ihr seid. Unser Hauptpriester führte alle Rituale in diesem Yajna voller Glauben und Hingabe aus. Er vollzog dies alles in der Überzeugung, es sei seine persönliche Aufgabe. Solche Menschen sind in dieser Welt selten zu finden.

Als wichtigsten Gesichtspunkt möchte ich hervorheben, dass ihr Opfergeist entwickeln müsst. Der Mensch mag viele Wünsche hegen. Ihr müsst all diese Wünsche Gott darbringen, um ihn zu erfreuen. Beschränkt euch nicht auf euch selbst. Hilfe ist besser als man selber (Wortspiel im Engl.: help is better than self; A.d.Ü.). Welche Aktivität ihr auch durchführt, betrachtet sie als etwas, das ihr tut, um euer Herz zufrieden zu stellen, zur Erhebung eures Atmans. Dieses Yajna wird durchgeführt, um das Wesen des Atman (âtmatattva) zu erkennen, nicht im Hinblick auf körperlichen oder weltlichen Gewinn.

Ihr habt zu eurem Wohl, zu eurem Wohlergehen und zum Wohlergehen der gesamten Menschheit an diesem heiligen Yajna teilgenommen. Dieses Yajna ist nicht bloß für ein paar Einzelne, es ist für die gesamte Welt. Die hier rezitierten Mantren haben sich mit der Luft vermischt und sich im ganzen Universum ausgebreitet. Diese heiligen Klänge sind in unsere Herzen gedrungen und haben sie gereinigt. Glaubt deshalb nicht, die in diesem Yajna rezitierten Mantren seien nur auf diesen Ort beschränkt. Sie haben sich in der gesamten Welt ausgebreitet. Dieses Yajna ist nicht nur für das Wohlergehen Indiens, sondern für das aller Länder der Welt. Die in den verschiedenen Ländern gesprochenen Sprachen mögen sich unterscheiden, aber was das Gefühl angeht, besteht überhaupt kein Unterschied. Menschen vieler Länder, aus Amerika, Russland, Afrika usw., haben sehr enthusiastisch an diesem Yajna teilgenommen. Sie lernen auch die vedischen Mantren. Am 26. des letzten Monats sind ca. 80 Menschen aus Deutschland mit einem Sonderflug nach Puttaparthi gekommen. Sie alle, Frauen wie Männer, rezitierten die Veden. Sie erzählten mir: „Swami, allein diese Mantren schützen unser Land. Deshalb rezitieren wir von morgens bis abends diese vedischen Mantren.“ Das Rezitieren dieser Mantren beinhaltet keine Spur von Selbstsucht. Diese Mantren sind für die gesamte Menschheit. Sie sind für das Wohlergehen eines jeden Menschen wesentlich. Die Veden transzendieren den Einzelnen (vyâshti) und befassen sich mit der Gemeinschaft (samashtisvarûpa, die Verkörperung der Gemeinschaft oder Gesellschaft, die kollektive Form). Sogar Westler drucken jetzt die vedischen Texte, in der Absicht, die Botschaft der Veden an Menschen aller Länder weiterzugeben. Es ist für westliche Menschen zweifellos schwierig, die vedischen Mantren zu rezitieren, denn es ist für sie schwierig, gewisse Silben auszusprechen. Manche der Mantren sind Zungenbrecher. Aber sie lernen sie, aufrichtig bemüht, diese richtig zu rezitieren. Der Mensch kann, wenn er fest entschlossen ist, alles erreichen.

Wenn du beschlossen hast,
was man beschließen sollte,

dann halte daran fest,
bis du erfolgreich bist.

Wenn du gewünscht hast,
was wünschenswert ist,

halte daran fest,
bis dein Wunsch erfüllt ist.

Wenn du gebeten hast,
worum man bitten sollte,

lasse nicht los,
ehe du es erhältst.

Wenn du gedacht hast,
was du denken solltest,

halte daran fest, bis du erfolgreich bist,

Der Herr muss, wenn sein Herz erweicht ist,

deinen Wünschen nachgeben.

Halte durch, sei hartnäckig,
und gib niemals auf,

denn die Eigenschaft eines
Devotees besteht darin,

sich nie zurückzuziehen und seinen
Beschluss nie aufzugeben.

Dieses Ati Rudra Maha Yajna muss in Zukunft an mehreren Orten durchgeführt werden. Dieses Yajna ist das Anliegen eines jeden. Es ist nicht auf ein Land, eine Religion oder eine Kaste beschränkt. Es wird zum Wohlergehen der ganzen Welt durchgeführt. Wenn ihr dieses Yajna weiterhin durchführt, werden die Menschen der gesamten Welt bald vereint werden. Pakistan, Afghanistan, Japan, Amerika, Deutschland – alle Länder werden vereint werden. Ihr findet derzeit in Amerika viele Devotees. Es gibt dort auch etliche Priester. Auch einige moslemische Devotees befinden sich dort. Eine Frau hat ein Buch über Swami geschrieben. Sie zeigte es ihrem in Amerika lebenden Lehrer. Als er das Buch las, war er zu Tränen gerührt. Er betete, auch er möge so gesegnet sein wie sie und ein solches Buch über Swami  schreiben dürfen. Das Buch wird jetzt gedruckt und an alle verteilt. Wir müssen die gesamte Welt vereinen. Das ist „Einheit in der Vielfalt“. Seht, sogar in unserem Land Bhârat gibt es verschiedene Regionen, Sprachen usw. Die einst vereinte Provinz Madras wurde in zwei aufgeteilt, in Tamil Nadu und Andrah Pradesh. Es gab weitere Teilungen im Land. Und es gibt lautes Geschrei nach noch mehr Aufteilungen. Es liegt keine Größe darin, das Land zu zerstückeln und in kleine Regionen aufzuteilen. Das Land in eines zu vereinen, erfordert große Anstrengung. Wo Einheit ist, dort wird Reinheit sein. Wo Reinheit ist, dort ist das Göttliche. Wir müssen deshalb nach Einheit streben. In der Gruppe, die gestern die Veden rezitierte, befanden sich ein russischer und ein iranischer Junge und ein paar amerikanische Jungen. Eine solche Einheit müsst ihr erkennen und entwickeln. Sollte unter euch irgendeine Meinungsverschiedenheit bestehen, dann beseitigt sie. Seid einig. Alle sollten wie Brüder und Schwestern leben und zusammen sein. Nur dann werdet ihr Wert besitzen und euer Leben als Mensch wird geheiligt sein.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam   
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

[1] Tatsächlich beendete Swami in Telugu diesen Satz nicht. Er sagte: „Ich bin auf der Suche…“ und setzte dann seine Rede fort, ohne den Satz zu beenden. Als Swami diesen Satz in früheren Reden aussprach, sagte er entweder, „Ich bin auf der Suche nach einem dharmischen Menschen (wie es hier in der offiziellen Fassung gedruckt wurde), oder aber, „Ich bin auf der Suche nach einem wahren Devotee.“ A. d. Ü.


    

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