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 Ansprache Sathya Sai Babas am 18.08.2006


Ati Rudra Maha Yajna


Welchen Nutzen hat eure ganze Bildung,
wenn sie euch nicht hilft, euer Schicksal zu ändern?

Wenn schlechte Gedanken in euren Geist dringen,

wird eure ganze Bildung und Intelligenz
vergeblich und sinnlos.

Ihr mögt viele Fächer studieren und euch viele Fertigkeiten aneignen; aber diese ganze Bildung ist wertlos, wenn ihr keine Hingabe an Gott entwickelt. Die Menschen sind nicht in der Lage, diese Wahrheit zu erkennen, sondern entwickeln Stolz auf ihre Bildung. Was nützt diese ganze Bildung? Was soll ich in dieser erhabenen Versammlung über das Endergebnis einer solchen Bildung sagen?

Die Verhaltensrichtlinien (dharma)
der Veden sind alle verfallen;

Die eigene Muttersprache zu sprechen,
ist zum Vergehen geworden.

Den Menschen liegt nichts daran,
in der Gesellschaft Moral zu bewahren.

O Devotees! Es ist eure Aufgabe,
in Indien den Dharma zu schützen.

Verkörperungen der Liebe!

Heutzutage bewegt sich alles sehr schnell und man ist sich der vorbeieilenden Zeit nicht bewusst. Sekunden, Minuten und Stunden vergehen im Nu. Sechzig Sekunden ergeben eine Minute, und sechzig Minuten eine Stunde. So fließen sogar Stunden im Handumdrehen schnell dahin. Was ist der Grund für dieses schnelle Leben? Allein das Wesen des Menschen. Gedanken und Gefühle (mind) des Menschen ändern sich in Sekundenschnelle. Es heißt:

Der Geist (mind) allein ist die Ursache für Bindung und Befreiung des Menschen.

Was konstituiert den Geist? Er ist ein Bündel Wünsche. Wir müssen diese Wünsche in gewissem Ausmaß beherrschen. Der Mensch ist heutzutage in der Lage, alles zu beherrschen, nicht aber sich selbst. Welchen Sinn hat es, alles zu kontrollieren, wenn er selber unterdessen ohne jede Selbstkontrolle herumläuft?

Verkörperungen der Liebe!

Als Wichtigstes muss unser Geist Gott geweiht werden. Der Geist ist ein Geschenk Gottes. Was von Gott gegeben wurde, muss ihm wieder dargebracht werden. Nur wenn ihr diesem Prinzip folgt, werdet ihr vollkommene Glückseligkeit erfahren.

Wenn der Mensch aus dem Mutterleib geboren wird,
schmückt keine Kette seinen Hals.

Da sind keine Schmuckstücke aus Perlen,
noch glitzernder Goldschmuck.

Ihn zieren keine Ketten,
die mit kostbaren Steinen wie Smaragd
und Diamanten bestückt sind.

Aber eine Kette umgibt seinen Nacken:

Der Schöpfergott Brahma bindet die
Folgen der vergangenen Taten eines Menschen

zu einer schweren Kette zusammen

und hängt sie dem Menschen zum
Zeitpunkt seiner Geburt um den Hals.

Krishna erklärte: Der ewige Atman in allen Wesen ist Teil meines Wesens.

Diese ganze Schöpfung ist ein Geschenk Gottes. Wir müssen dieses Geschenk deshalb sorgfältig hüten und bewahren.

Verkörperungen der Liebe!

Der Mensch hat drei Grundeigenschaften, Reinheit (sattva), leidenschaftliche Aktivität (rajas) und Trägheit und Unwissenheit (tamas). Wir müssen die Eigenschaft der Reinheit bewahren. Ein Mensch mit schlechten Gedanken wird überall Schlechtes sehen. Ein Mensch mit guten Gedanken wird überall Gutes sehen. Ein Mensch jedoch, der völlig frei von Gedanken ist, wird ein ganzer Mensch werden. So jemand ist ewig und friedvoll. Ein Tuch wird aus Fäden hergestellt, die miteinander verwoben wurden. Woher kommt der Faden, der Karmaphala, die Frucht der Handlungen, genannt wird? Er kommt aus der Baumwolle der Tendenzen und Neigungen, die man in vielen früheren Leben angesammelt hat (janmânatarasamskâra). Ein Faden wird aus Baumwolle hergestellt und zu einem Tuch gewoben, welches wir tragen. Das Tuch, das menschlicher Körper genannt wird, den wir tragen, ist Gottes Geschenk.

Ubhayabhâratî war die Ehefrau von Mandana Mishra, einem großen Gelehrten des Vedanta. Sie war eine verwirklichte Seele. Sie folgte immer den Anweisungen ihres Ehemannes und erledigte als wahre Ehefrau die ihr zugeteilten Pflichten.

Eines Tages wanderte Ubhayabhâratî mit ihren Schülern zum Fluss Ganges, um zu baden. Unterwegs bemerkte sie einen Samnyâsin, der sich, mit einem getrockneten Flaschenkürbis unter dem Kopf, ausruhte. Er benutzte diesen als Gefäß, um Trinkwasser darin aufzubewahren, und achtete deshalb auf ihn. Ubhayabhâratî bemerkte die Bindung dieses Mönchs an den Kürbis und sagte zu ihren Schülern: „Seht, dieser Mann nennt sich Samnyâsin, aber er ist an einen Kürbis gebunden, den er als Kopfkissen unter den Kopf legt.“ Der Samnyâsin hörte ihre Bemerkung, sagte aber nichts. Als Ubhayabhâratî und ihre Schüler vom Fluss zurückkehrten, warf er den Kürbis vor ihnen weg, um zu beweisen, dass er nicht an ihn gebunden war. Als sie diese Handlung sah, stellte Ubhayabhâratî fest: „Ich dachte, er habe nur einen Fehler, nämlich Bindung (abhimâna). Aber jetzt erkenne ich, dass er noch einen weiteren hat, und zwar Ego (ahamkâra). Wie kann jemand mit Anhaftung und Ego ein Weiser und Samnyâsin werden?“ Ihr Kommentar öffnete dem Samnyâsin die Augen. Er dankte Ubhayabhâratî dafür, dass sie ihm das wahre Wissen der Loslösung vermittelte. Dann gab Ubhayabhâratî ihm weitere Unterweisungen: „Die ganze Welt ist eine Täuschung. Es gibt in dieser Welt etliche Dinge, die den Menschen anlocken. Aber sie befinden sich nicht außen. Sie sind die Widerspiegelung der eigenen inneren Gedanken. Sie wurden vom Menschen selbst erschaffen. Ihr entwickelt Bindung an den Körper und werdet  den Körper dennoch später ablegen. Ihr seid es, der Bindung an den Körper entwickelt, und ihr wiederum seid es, die den Körper ablegt. Bindung an den Körper zu entwickeln oder ihn abzulegen, sind beide das Ergebnis eurer Täuschung. Ihr entwickelt die täuschende Identifizierung mit dem Körper (dehabhrânti). Gebt diese Identifizierung auf und entwickelt Bindung an das Göttliche (daivabhimâna). Der Körper ist ein Tempel Gottes. Betrachtet den Bewohner des Körpers als den höchsten Gott (devadeva),

Der Körper besteht aus den fünf Elementen
und muss früher oder später vergehen,

aber der Bewohner des Körpers wird
weder geboren noch stirbt er.

Der Bewohner ist an nichts gebunden.

Er ist der ewige Zeuge.

In der Tat ist der Bewohner des Körpers,
dessen Form der Atman ist, Gott selbst.

Alle weltlichen Empfindungen entstehen aus Unwissenheit. Sie sind nicht wahr und dauern nicht an. Solange Leben im Körper ist, liebt man den anderen. Solange Leben in ihm ist, liebt der Ehemann seine Frau und umgekehrt. Diese Liebe bezieht sich auf den Körper. Die beiden Körper entstanden weder zur selben Zeit, noch gehen sie zur selben Zeit.

O Herr! Ich bin in diesem Zyklus von
Geburt und Tod gefangen.

Immer wieder erfahre ich die Qual,
im Mutterleib zu liegen.

Es ist sehr schwierig, dieses Meer
des weltlichen Lebens zu überqueren.

Bitte bringe mich über dieses Meer
und gewähre mir Befreiung.

 

O törichter Mensch,
singe den Namen Govinda.

Die Regeln der Grammatik werden,

nicht zu deiner Rettung kommen,
wenn dein Ende herannaht.

Ein Mensch mag heute fröhlich und gesund sein, doch niemand weiß, was morgen mit ihm geschehen wird. Der Körper gleicht einem Auto, der Geist dem Lenkrad. Wenn man den  Geist nicht beherrscht, wie kann man dann den Körper  beherrschen?

Verkörperungen der Liebe!

Jeder dieser Priester, die hier zusammengekommen sind und in den letzten zehn Tagen das Yajna durchführen, ist hervorragend. Unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Veranlagung ist ihr Geist beständig auf diese göttliche Aufgabe gerichtet. In dieser Gruppe befinden sich auch viele Jugendliche. Das Land braucht solche Jugendlichen. Ich fühle mich unter jungen Menschen sehr glücklich. Ich werde geben, was immer sie wünschen. Ich werde nach dem Abschluss des Feuerrituals ( pûrnâhuti) zu ihnen sprechen und ihre Wünsche erfüllen. Ich werde gerne etwas Zeit mit ihnen verbringen. Mehrere Menschen versuchen, den Geist der Loslösung (vairâgya bhâva) zu entwickeln, aber sie sind unfähig, ihre Bindungen aufzugeben. Ich werde sie eine Methode lehren, durch die sie diese Bindung leicht aufgeben können. Unser Hauptpriester kann euch alle dazu anleiten. Er kann euch durch sein eigenes Beispiel führen. Er ist ein Mensch, der alles, was er anderen beibringt, in die Praxis umsetzt. Wenn ihr einem solchen Lehrer (âcârya) folgt, könnt ihr jedes Hindernis überwinden und euer Ziel erreichen. Es ist für einen Menschen sehr leicht, Göttlichkeit zu erreichen. Tatsächlich gehört Gott euch und ihr gehört ihm. Die Beziehung zwischen euch und mir ist die eines Vaters und Sohnes. Führt deshalb ein Leben der Freude, des Mutes und der Glückseligkeit. Auch ich bedauere, dass ihr morgen abreist. Ich werde mit euch kommen. Wir können ohne einander nicht leben. Ihr solltet dieses heilige Band zwischen uns als wahr und ewig ansehen und danach streben, es zu erhalten. Ich werde morgen sehr früh kommen und euch alle wiedersehen. Ich werde euch viel Freude und Glückseligkeit schenken.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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