Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2006 » 16.08.2006   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 16.08.2006


Ati Rudra Maha Yajna


Verkörperungen der Liebe!

Die Redner, die zuvor sprachen, teilten exzellente Dinge mit. Nachdem ich sie hörte, glaube ich nicht, dass es mehr zu sagen gibt.

Es gibt keine größere Wohltätigkeit,
als die Hungrigen zu speisen.

Es gibt keine größeren Götter
als die eigenen Eltern.

Es gibt kein größeres Dharma als Mitgefühl.

Es gibt keinen größeren Gewinn
als die Gesellschaft der Guten.

Es gibt keinen größeren Feind als Zorn.

Es gibt keinen größeren Reichtum
als einen guten Ruf.

Ein schlechter Ruf gleicht dem Tod.

Es gibt keine schönere Zierde

als das Rezitieren des göttlichen Namens.

Verkörperungen der Liebe!

Wir wurden aus der Nahrung geboren und sind von Nahrung abhängig. Wir können keinen Augenblick lang ohne Nahrung leben. Woher kommt diese Nahrung? Sie kommt von dem Gott Shankara, dessen Wesen unendlich ist, der einzigartig ist und weder durch Worte beschrieben noch durch den Geist erfasst werden kann. Alle Dinge, die wir in dieser Welt sehen, sind Gottes Schöpfung. Alles Sichtbare, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ist Gottes Schöpfung.

Mutter Pârvatî ist die Einzige, die diese Wahrheit erkannte. Ehe sie Shankara heiratete, kamen alle himmlischen Wesen (devatâ) zu ihr und fragten:

O Gaurî, du bist sehr jung
und Sâmbâshiva ist alt.

Er hat verfilzte Locken und ist
mit einem Tigerfell bekleidet.

Er reitet auf einem Stier und
ist ständig in Bewegung.

Er ist mit Schlangen geschmückt.

Wie konntest du ihm den Hof machen?

Weißt du nicht um all dies?

Er besitzt kein eigenes Haus,
sondern schläft auf dem Friedhof.

Sie konfrontierten Pârvatî mit diesen entmutigenden Argumenten und versuchten, sie davon abzubringen, Shiva zu heiraten. Daraufhin erwiderte Pârvatî: „Ihr alle seht Shivas äußere Erscheinung und lasst euch täuschen, weil ihr glaubt, das sei seine wirkliche Form. Ihr seid nicht in der Lage, sein wahres Wesen zu erkennen, das jenseits der physischen Form (abhautika), überweltlich (alaukika) und ewig (shâshvata) ist. Ihr beschäftigt euch nur mit der Schönheit des physischen Körpers und mit weltlichem Wohlstand und Wohlergehen. Eure Sicht ist auf Körper, Geist (mind) und Intellekt beschränkt. Deshalb könnt ihr nur die physischen Aspekte Shivas sehen. Ihr seid nicht in der Lage, seine innere subtile Natur wahrzunehmen, nämlich das Göttliche. Er ist weder Körper noch Geist. Er ist Lingakara, d. h., seine Form ist der Lingam. Aber dieser Lingam ist nicht für jeden sichtbar. Er befindet sich in seiner Kehle. Ich bin die Einzige, die seine wahre Form gesehen hat. Deshalb will ich ihn heiraten. Ihr seid nur in der Lage, die physische Form zu sehen, und auch das nur bis zu einem gewissen Grad. Doch Gott ist nicht auf diese Form beschränkt. Er ist subtiler als das Subtilste und größer als das Größte. Wenn ihr fähig seid, diese kosmische Form zu schauen, werdet ihr über die physische Form nicht mehr nachdenken. Ihr werdet euch nicht mit seinem Alter befassen. Shiva, den ich heiraten werde, bettelt nicht um Almosen; tatsächlich ist er es, der allen Almosen gibt!“ In eben diesem Augenblick manifestierte sich der Gott Shiva vor ihr. Er sah sehr schön und jung aus, ja sogar jünger als Gaurî. Shiva und Pârvatî sind ein perfektes Paar. Den himmlischen Wesen verschlug es die Sprache. So glauben die Leute irrtümlicherweise irgendetwas, doch was letztlich geschieht, ist etwas völlig anderes. Nicht alle Leute können die innere Wahrheit erkennen.

Weltliche Menschen verlangen nach physischer Schönheit und physischem Glück. Doch um die Verkörperungen der Wahrheit zu erkennen, muss das eigene Wesen wahrhaftig sein. Niemand kann sagen, das Wesen des Göttlichen sei so oder so.

Ist es möglich, den Einen,
der den gesamten Kosmos durchdringt,

auf einen Tempel zu begrenzen?

Wie kann man vor den Einen,

der mit der Herrlichkeit einer
Milliarde Sonnen leuchtet,
ein Licht halten?

Wie kann man dem Einen,

den nicht einmal Brahma,
der Schöpfer,
erfassen kann, eine Form zuschreiben?

Wie kann man dem Einen einen Namen
geben, der in allen Wesen
gegenwärtig ist?

Wie kann man dem Einen Nahrung anbieten,

in dessen Leib sich der gesamte Kosmos befindet?

Gottes Form ist das Subtilste. Seine Form ist wahrhaft winzig. Das ist dies. (Swami erschuf mit einer Handbewegung einen Lingam und hielt ihn hoch, damit alle ihn sehen konnten.) Dieser (gerade erschaffene) Lingam gleicht genau jenem Lingam (dem, der während des Yajnas täglich vom Priester verehrt wurde).

Die große Masse der Menschen gleicht Krähen. Blind durch Unwissenheit sehen sie nur die äußere Gestalt.

Niemand kann eine Regel aufstellen, man solle Gott nur dieses und jenes Material darbringen. Manche moderne Menschen mit englischer Bildung geben heutzutage folgenden Kommentar: „Was soll das! Wenn so viele arme Menschen aus Mangel an Nahrung hungern, werft ihr so viel Reis und Ghee ins Feuer und verschwendet es! Stattdessen könntet ihr ein paar arme Menschen mit diesen Dingen speisen, nicht wahr?“ Unser Hauptpriester kann solchen Menschen die vernünftige Erklärung für dieses Ritual geben: „Meine Herren, ein Bauer sät heute fünf Säcke Reis auf ein Feld. Wenn sie sprießen, verpflanzt er die Schösslinge auf das gesamte Feld und bewässert sie. Kann irgendjemand behaupten, der Bauer würde wertvollen Reis in die Erde und in das Wasser werfen? Letztlich bringt er eine Ernte von fünfzig Säcken ein. Entsprechend bringen die von den Priestern durchgeführten Rituale der Menschheit großen Nutzen; sie sind niemals verschwendet. Was Gott heute geopfert wird, gleicht diesem Reis und Ghee. Das alles bringt der Menschheit zu einem späteren Zeitpunkt großen Segen. So wie ein Sack Reis, der auf einem Feld gesät wird, zu fünfzig Säcken wird, entsprechend multiplizieren sich alle Dinge, die ins Feuer (agnihotra) geopfert werden, etliche Male.“

Es gibt nur eines, was wir Gott opfern müssen. In unserem Herzen haben sich verschiedene Wünsche eingenistet. All diese Wünsche müssen Gott dargebracht werden. Was immer man Gott ohne Verlangen nach dem Ergebnis darbringt, wird zu einem späteren Zeitpunkt großen Segen bringen. Die Menschen sind unfähig, diese Wahrheit zu erkennen, und halten im Allgemeinen äußerliche und weltliche Dinge für wichtig. Sie bilden sich ihre Meinungen auf der Grundlage von dem, was sie außen sehen. Was immer Gott geopfert wird, kehrt tausendfach zu uns zurück.

Die äußere Form gleicht einer Verpackung. Ehe diese Verpackung nicht beseitigt wird, ist der Inhalt für uns nicht sichtbar. Das Göttliche in der Natur wird durch die fünf Elemente (pancabhûta) verdeckt. Aufgrund von Verlangen, Zorn, Gier, Verblendung, Stolz und Eifersucht sind wir unfähig, das Göttliche wahrzunehmen. Entfernt diese Verpackung. Dann wird sich Gottes schöne und glückselige Form vor euch manifestieren. Ihr solltet der Verpackung keine Bedeutung beimessen. Die äußere Verpackung mag sehr schön aussehen, aber erst wenn ihr diese Verpackung öffnet, könnt ihr das innere Objekt und seinen Zustand sehen. Viele Leute werden durch den äußeren Schein der Verpackung angelockt und getäuscht. Doch das gilt nicht für das Göttliche. Die physische Schönheit und die Sinne sind nur für das nach außen gerichtete Auge sichtbar.

Der Körper besteht aus den
fünf Elementen und wird früher
oder später vergehen,

aber der Bewohner des Körpers
wird weder geboren noch stirbt er.

Der Bewohner ist an nichts gebunden.
Er ist der ewige Zeuge.

Der Bewohner, dessen Form der
Atman ist, ist in der Tat Gott selbst.

Die göttliche Natur dieses höchsten Herrn ist auf diese Weise in diese körperliche Form „eingepackt“. Wir sollten uns deshalb nicht mit dieser äußeren Verpackung zufrieden geben. Das Göttliche befindet sich in uns. Ihr seid wahrhaft Gott! Gott ist allgegenwärtig. Also seid auch ihr allgegenwärtig. Das Göttliche ist in euch gegenwärtig, ebenso wie in allen Lebewesen. Wenn ihr Gott schauen wollt, müsst ihr ein reines, beständiges und selbstloses Leben führen. Alle Vielfalt, die ihr in dieser äußeren Welt wahrnehmt, ist Verschwendung. Lasst deshalb diese Verschiedenheit los und entwickelt Einheit. Wo Einheit ist, wird Reinheit sein. Wo Reinheit ist, dort wird sich das Göttliche manifestieren. In Wirklichkeit seid ihr nicht ein Einzelner. In euch befinden sich drei Personen: Erstens die, für die ihr euch haltet, zweitens die, für die andere euch halten und drittens die, die ihr wirklich seid. Ihr seid wahrhaft eine Verkörperung des göttlichen Atman. Ihr erkennt diese Wahrheit nicht, sondern messt in eurem Leben dem Körper, Geist und Intellekt große Bedeutung bei. Diese müssen eines Tages alle vergehen. Ich werde euch dies später detailliert erläutern.

Besingt die Herrlichkeit des göttlichen Namens.

(Swami sang den Bhajan Shiva. Shiva, Shiva, Shiva anarada und fuhr dann mit der Ansprache fort:)

Das Mantra „namah shivaya“ besteht aus fünf Silben. Es ist ein herrliches, heiliges Mantra. Es ist eigenschaftslos, rein, die höchste Stätte, ewig, makellos, erleuchtet, frei  und die Verkörperung der Heiligkeit.

Ihr müsst ein so heiliges Mantra sicher in eurem Herzen bewahren. Die Menschen glauben im Allgemeinen, Brahma sei der Schöpfer, Vishnu der Erhalter und Shiva der Zerstörer. Tatsächlich sind sie drei, die zu einem zusammengefügt wurden. Um Paan zu bekommen, müsst ihr drei Dinge beschaffen: Betelblätter, Betelnuss und gelöschten Kalk. Nur wenn diese drei Bestandteile gemeinsam gekaut werden, werden euer Mund und eure Lippen rot. Was erzeugte diese rote Farbe? Die Betelblätter, die Betelnüsse oder der Kalk? Keines der drei für sich allein. Nur wenn die drei Bestandteile zusammen gekaut werden, erscheint die rote Farbe. Entsprechend ist Gott alle drei, Brahma, Vishnu und Maheshvara (Shiva) zusammen. Die Einheit aller drei Aspekte ist das Göttliche. Schreibt Gott keine Vielfalt zu und verderbt dadurch euren Geist. Ihr werdet mit Gewissheit in der Lage sein, die Einheit dieser drei Aspekte Gottes zu erfahren.

Es scheint, als habe Pârvatî Îshvara einst den Vorschlag gemacht, sie sollten ein Haus für sich erbauen. Sie betete zu ihm: „O Herr, du gehst von Ort zu Ort und bettelst um Almosen. Wir konnten bisher kein Essen am heimischen Herd zubereiten. Wir haben kein Haus zu unserem Schutz. Wie kann ich für diese Familie sorgen?“ Daraufhin erklärte Îshvara ihr: „Pârvatî, wäre es richtig von uns, ein Haus zu bauen? Noch ehe wir einziehen, werden die Ratten hier ihre Heimstatt errichten. Dann müssen wir uns eine Katze halten, die bereit ist, die Ratten zu töten. Die Katze braucht Milch. Dafür müssen wir eine Kuh kaufen. Um eine Kuh zu kaufen, braucht es Geld. Das alles bereitet große Umstände. Du glaubst, es wäre leicht, ein Haus zu bauen und zu erhalten. Nein, nein! Wir sollten kein Verlangen nach solchen Dingen hegen. Nachdem du Gefallen an mir fandest und mich geheiratet hast, solltest du alles mir überlassen. Du solltest dir nicht diese äußerlichen Dinge wünschen.“

Aller Reichtum dieser Welt, wie Geld, Gold, Häuser, Land, Besitz, Fahrzeuge etc., ist vergänglich und eine Verschwendung. Alexander begab sich auf seinen Siegeszug. Er eroberte etliche Länder und gelangte schließlich nach Bhârat. Er erreichte den Fluss Sindu, in der Nähe von Kaschmir. Er versuchte, diesen Fluss zu überqueren. In eben diesem Augenblick erlitt er einen Herzanfall. Die Ärzte untersuchten ihn und erklärten, es bestünde keine Chance für seine Genesung. Daraufhin rief Alexander seine Minister und andere Offizielle zu sich und sagte zu ihnen: „Es kümmert mich überhaupt nicht, dass ich sterbe. Tatsächlich bin ich glücklich. Ich habe jedoch einen kleinen Wunsch, der erfüllt werden muss. Bitte hüllt meinen Körper nach meinem Ableben in ein weißes Tuch, legt meine leeren Hände so, dass sie gen Himmel zeigen, und tragt meinen Körper in einer Prozession durch jede Straße meines Dorfes. Die Leute werden natürlich fragen, warum die Hände des Königs sich in dieser Stellung befinden. Dann erklärt ihnen, dass Alexander ein großer Eroberer war. Er hatte eine große Armee und viele Freunde und Verwandte. Durch seine Eroberung vieler Länder sammelte er großen Reichtum an. Dennoch ließ er zum Zeitpunkt seines Todes seine sterbliche Hülle mit leeren Händen zurück.“

Sogar König Harishcandra,
der strikt dem Weg der Wahrheit folgte,

musste schließlich von dieser Welt gehen

und sein ausgedehntes Königreich
und seine Reichtümer zurücklassen.

Kaiser Nala, der über ein großes Reich herrschte,

konnte nichts mit sich nehmen, als er starb.

Trug König Mândhâtâ,
der eine Zierde des Kritayuga war,

irgendeinen Reichtum mit sich,
als er die Erde verließ?

Sogar Râma, der die Brücke übers Meer errichtete,

ist heute auf der Erde nicht zu sehen.

Viele Könige haben über die Erde geherrscht,

aber keiner von ihnen konnte auch nur
eine Handvoll Staub mit sich nehmen.

O ihr Erhabenen, glaubt ihr, ihr könntet,
wenn ihr die Welt verlasst,

die Reichtümer auf eurem Haupt
mit euch tragen?

Niemand kann zum Zeitpunkt seines Todes auch nur einen Paisa mit sich nehmen. Noch nicht einmal eine Handvoll Erde. Der Mensch hält sich für groß und reich. Kürzlich kaufte jemand einen Morgen Land in Hyderabad und zahlte 400 Millionen Rupien dafür. Nachdem er das Land auf seinen Namen hatte eintragen lassen und vom Notar zurückkam, brach er plötzlich zusammen. Was nützt es, Wohlstand im Wert von Abermillionen anzusammeln? Wichtig für einen Menschen ist seine Qualität, nicht sein Geld. Die Kraft, die von Gott kommt, ist für uns das wichtigste. Wenn ihr göttliche Empfindungen entwickelt, wird euch alles hinzu gegeben werden. Geld ist zweifellos wichtig, denn wir müssen mit dem Geld, das wir verdienen, unsere Nahrung besorgen. Aber übermäßiger Reichtum ist schlecht. Es könnte manchmal sogar zum Verlust des eigenen Lebens führen. Wir müssen genügend Geld haben, um unsere Familie zu ernähren. Wir müssen zu einem gewissen Maß auch der Gesellschaft helfen. Wir leben in der Gesellschaft. Ohne Gesellschaft hören wir zu existieren auf. Wir müssen deshalb der Gesellschaft unsere Dankbarkeit zeigen. Zuerst Selbst (self), dann Hilfe (help). Nur wenn diese beiden existieren, kann das Menschsein überleben. Wir sollten nicht selbstsüchtig sein. Es heißt, Fisch ist besser als Selbstsucht (Wortspiel im Engl.: fish is better than selfish; A.d.Ü.). Wir müssen ein glückliches Leben führen, indem wir der Gesellschaft selbstlos dienen.

Ich bin immer heiter und glückselig. Ich kenne weder Leid noch Schwierigkeit noch Schmerz. Einmal kam der indische Präsident auf Besuch nach Prasanthi Nilayam. Er fragte mich während eines Interviews: „Swami, hast auch du Wünsche?“ Ich antwortete ihm: „Ich habe nur einen Wunsch. Ich muss das sein, was ich bin. Ich darf nicht abhängig sein von anderen. Ich muss jedem Glück schenken. Nur wenn alle glücklich sind, bin auch ich glücklich.“ Was brauche ich mehr? Jeder kommt mit einer Bitte zu mir: „Swami! Ich will Frieden!“ Aber wo befindet sich Frieden (peace)? Er liegt wahrhaft in unserem inneren Selbst. Alles, was außen existiert, ist nur Stückwerk (pieces). Wir brauchen das nicht. Friede muss sich aus unserem eigenen inneren Selbst manifestieren. Nur wenn wir unser Leben auf der Grundlage dieses Prinzips führen, wird unser Leben heilig sein. Welche spirituellen Übungen wir auch durchführen, welche Texte wir lesen oder was für hohe akademische Abschlüsse wir erringen mögen, all das muss in dieser Welt zurückgelassen werden, wenn das Ende eintritt. Auf ihrer Reise in die andere Welt nehmen die Menschen nicht einmal eines von diesen Dingen mit sich. Ich wünsche deshalb, dass ihr alle ein friedvolles Leben führt. Es ist mein Wunsch, dass ihr ein Verlangen nach Frieden entwickelt. Was bringt der Besitz von Reichtum, wenn ihr keine Neigung zur Wohltätigkeit entwickelt?

Der Junge, der eben sprach, kommt aus einer angesehenen Familie. Der Name seines Großvaters lautet Margabandhu. Sein Vater ist Bankmanager. Vo drei Jahren verließ er das College in Delhi, in dem er zuvor studierte, und trat in unser College ein. Seitdem arbeitet er an seine Dissertation über Swamis Lehren. Er geht mit niemandem eine Verbindung ein. Er bleibt immer für sich. Er gehorcht Swamis Anweisungen unbedingt und führt jede Aufgabe aus, die ihm übertragen wird. Er hält sehr gute Vorlesungen über Philosophie. Er studiert Shankaras Leben und Philosophie. Alles, was Shankaras Advaitaphilosophie betrifft, kann er wie am Schnürchen. In unserem Institut gibt es mehrere solche jungen Männer. Er kam nur deshalb nach Puttaparthi, um dieser strengen Disziplin zu folgen. Der zweite Sprecher von heute ist ebenfalls unser Student. All diese Jungen sind ganz besonders.

Ihr seht hier Vedanarayana . Sein Name lautet tatsächlich Vedanarayana. Letztes Jahr erhielt er vom indischen Präsidenten die Auszeichnung „Bester Lehrer.“ Als der Präsident ihm die Auszeichnung übergab, fragte er ihn: „Wohin gehst du, nachdem du diese Auszeichnung erhalten hast?“ Vedanarayana antwortete: „Ich gehe nach Puttaparthi zurück. Ich gehe nirgendwo sonst hin.“ Da gab der Präsident ihm den Rat: „Lieber Sohn, du bist ein sehr guter Junge. Bitte bleibe dort.“ Der Präsident ist ein Moslem. Dennoch besitzt er große Hingabe an Swami. Etliche solch hohe Würdenträger besuchen Puttaparthi und segnen unsere Kinder.

Jedes Jahr treten ungefähr fünfhundert Studenten in unsere Bildungseinrichtungen ein. Wir preisen unsere akademischen Errungenschaften nicht in den Zeitungen an. Aber all unsere Studenten erhalten den ersten Rang. Zwei Jungen von unserem Alike Institut erhielten den ersten Platz in den Eingangstests für Medizin und Ingenieurwesen. Ich gab ihnen Stipendien. Wenn sie zur Weiterbildung nach Amerika gehen, werde ich die Verantwortung dafür übernehmen, sie in jenen Institutionen auszubilden. Ich sagte diesen Jungen: „Ihr solltet nicht nur hier, sondern auch in Amerika, den ersten Rang erhalten.“

All unsere Kinder sind wie Gold, nicht unreines Gold, sondern reines, unvermischtes Gold! Sie sind bereit, jegliche Aufgabe durchzuführen, die ihnen übertragen wird. Diese Jungen gehen jedes Jahr einen Monat lang in die Dörfer, um dort zu dienen. Sie nehmen Reis und andere Vorräte mit sich, kochen dort und verteilen es an alle Dorfbewohner. Sie servieren jedem Einzelnen in einer Familie eine Mahlzeit, unabhängig von der Anzahl der Familienmitglieder. Die Dorfbewohner heißen diese Jungen liebevoll willkommen: „Liebe Kinder, hat unser Swami euch hierher geschickt?“ Die Dorfbewohner sind sehr glücklich über den Dienst unserer Studenten. An dem Tag, an dem unsere Jungen das Dorf besuchen, reinigen die Dorfbewohner ihre Häuser und schmücken sie mit Blumen. Sie nehmen Swamis Prasad mit großer Hingabe und Ehrfurcht entgegen und essen es voll Glück. Die Zeit ist wieder gekommen, unsere Jungen in die Dörfer zu schicken, um Swamis Prasad zu verteilen. Unsere Jungen sind nicht nur im Bildungsbereich, sondern auch in Sport und Spiel, Musik und Tanz Experten. Es gibt keine Aufgabe, die unsere Jungen nicht durchführen können. Wo immer sie hingehen, ob in die Dörfer oder Städte, achten sie sehr darauf, ihren Charakter zu bewahren. Unsere Jungen und Mädchen sehen Charakter als ihren Lebensatem an.

An unserer Anantapur-Universität studieren 700 Mädchen. Auch sie erreichen den ersten Platz. Sie gehen ebenfalls in die Dörfer, um Gramaseva durchzuführen. Sie reißen die alten, verfallenen Häuser ab und errichten in den Dörfern neue Häuser. Die Mädchen haben eigenhändig solide Häuser aus Steinen und Zement errichtet. Sie dienen den Armen auf vielerlei Weise. Als die Dorfbewohner nach der Qualität ihrer Arbeit (ob die Häuser dicht sind) befragt wurden, teilten sie uns mit: „Swami, deine Mädchen leisteten wunderbare Arbeit. Unsere Häuser sind sehr sicher. Sogar die Ingenieure sind erfreut über ihre Arbeit. Sie taten das alles kostenlos.“ Unsere Jungen leisten ebenfalls großen Dienst in den Dörfern. So gehen die Studenten unserer drei Universitäten, Prasanthi Nilayam, Bangalore und Anantapur, in die Dörfer und helfen den Dorfbewohnern.

Unsere Jungen und Mädchen kamen nicht nur zur Bildung hierher. Mein aufrichtiger Rat für jeden Studenten, der Zulassung in unserem College sucht, lautet: „Bitte kommt nicht nur zur Ausbildung hierher und um akademische Grade zu erlangen.“ Ihr könnt selbstverständlich eurer Ausbildung nachgehen. Aber die wichtigste Erfordernis ist Seva. Zu welchem Zweck hat Gott euch den menschlichen Körper gegeben? Allein dazu, um anderen zu dienen. Krishna verkündete in der Gita: „Der ewige Atman in allen Wesen ist Teil meines Wesens.“ Alle sind wahrhaft Teil des einen Göttlichen. Deshalb solltet ihr allen dienen. Dienen ist Gott. Dient allen. Unsere Studenten verdienen sich nur deshalb einen guten Ruf, weil sie Swamis Lehren in die Praxis umsetzen. Die Leute bringen den Studenten der Sri Sathya Sai Bildungseinrichtungen, wo immer sie hingehen, große Liebe und Zuneigung entgegen. Sobald sie diese Jungen und Mädchen in weißer Kleidung erblicken, überschütten sie sie mit Lob und sagen: „Diese Jungen und Mädchen gehören zu Sathya Sai; sie alle sind sehr gut.“ Die Farbe der Kleidung, die unsere Studenten tragen, ist weiß, so wie ihr Herz. Sie sind rein und heilig.

Ihr beobachtet täglich, wie diese Jungen mich in diese Kulwanthalle bringen und wieder zu meinem Wohnsitz zurück. Diese beiden Jungen machten ihren MBA-Abschluss, der dritte Junge studiert MBBS. Adikesavulu gab ihm einen Platz im Vaidehi Medical College. Er nahm etliche Jungen auf. Wenn ihr irgendwo sonst einen Platz im Medical College erhalten wollt, müsst ihr riesige Spendensummen zahlen. Hinzu kommen monatliche Kosten von zwei- bis dreitausend Rupien. Aber er verlangte nicht einmal einen Paisa von uns. Er gab etlichen unserer Jungen einen Studienplatz in seiner Institution. Er ist ein großer Tyâgi, ein Mann des Opfergeistes. Er lebt in der Nähe des Sathya Sai Super Speciality Hospitals in Bangalore. Wir haben in Bangalore drei Krankenhäuser errichtet. In jedem dieser Krankenhäuser befinden sich Instrumente im Wert von -zig Millionen Rupien. Wenn irgendjemand eine Herzoperation in einem der Super Speciality Krankenhäuser draußen durchführen lassen will, muss er Hunderttausende von Rupien ausgeben. In dieser Situation kommen viele Menschen in unsere Krankenhäuser und erhalten kostenlose Herzoperationen.

Ich habe beschlossen, die Menschen kostenlos mit Bildung, Medizin und lebenserhaltendem Trinkwasser zu versorgen. Wir versorgen die höher gelegenen Bereiche im Ost- und Westgodavaridistrikt von Andhra Pradesh mit Trinkwasser, indem wir Leitungen bis zur Bergspitze legen. In diesen beiden Distrikten fließt ausreichend Wasser. Die Menschen in den höher gelegenen Dörfern erhielten jedoch kein Trinkwasser. Auch nach so vielen Jahren litten sie an Mangel an Trinkwasser. Wir haben deshalb ein Projekt in Angriff genommen, diese Menschen durch das Legen von Leitungen mit Trinkwasser zu versorgen. Die Kosten betragen 800 Millionen Rupien. Sie dankten Swami mit den Worten: „Es ist Jahre her, seit wir süßes Wasser tranken. Heute sind wir wieder in der Lage, reines, süßes Wasser zu trinken. Swami, wir sind sehr glücklich und dir sehr dankbar!“

Nicht nur das. Wir haben auch alle Menschen in Chennai City, unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Schicht, mit Trinkwasser versorgt. Die Einwohner von Chennai City kamen in 50 Bussen nach Puttaparthi, um Swami für seine Freigiebigkeit zu danken. Sie drückten ihre Empfindungen mit den folgenden Worten aus: „Swami, wie können wir dir danken! Uns fehlen die Worte.“ Ich sagte zu ihnen: „Ihr braucht euch nicht bei mir zu bedanken. Es sind meine eigenen Leute, denen ich Trinkwasser gegeben habe.“ Ihr wisst es vielleicht nicht, weil ihr euch alle hier befindet. Vorgestern wurde in den Zeitungen veröffentlicht, dass Chennai City mit Wasser aus dem Pûndi-Reservoir versorgt wurde. Erst gestern erreichte das Wasser Chennai zur rechten Zeit.

Die Menschen aus den Distrikten Mahbubnagar und Medak kamen zu mir und erzählten: „Swami, wir haben kein sauberes Wasser.“ Ich reagierte sofort und sorgte dafür, dass die Menschen dieser beiden Distrikte mit Trinkwasser aus dem Fluss Krishna versorgt werden.

So haben wir zum Wohlergehen der Menschen in den Dörfern aller Regionen, nicht nur in unserem Land, sondern in allen Ländern der Welt, zahlreiche Hilfsprojekte in Angriff genommen. Unser Motto lautet: Liebt alle, dient allen! Auch ihr solltet unserem Beispiel nacheifern. Das lehre ich unsere Kinder. Wenn ihr erfahrt, dass jemand leidet, ob er euer Freund ist oder nicht, ihr müsst ihm dienen. Falls nötig, beantragt einen freien Tag im College und helft demjenigen. Ich sollte meine Jungen nicht rühmen, aber sie tun mehr, als ich von ihnen verlangt habe. Sie helfen anderen und opfern sogar sich selbst. Wir bringen solch vorbildliche Studenten, die den Geist der Opferbereitschaft und des Dienens haben, hervor. Deshalb kommen sie in jedem Bereich, im Inland wie auch im Ausland, voran.

In der Grundschule sind 1200 kleine Kinder. Sie sind noch in der Altersgruppe, in der sie normalerweise an ihre Eltern gebunden sein sollten. Aber wenn sie einmal in unsere Schule gekommen sind, vergessen sie ihre Eltern und entwickeln sich zu einer Stufe, wo sie ohne uns nicht leben können. Die Eltern kommen hierher und sehen selber den Wandel, der in ihren Kindern geschehen ist. Sie sind überrascht und ebenfalls glücklich: „Ah, welch großer Wandel in unseren Kindern stattgefunden hat!“ Tatsächlich zeigen wir den Kindern noch größere Liebe als ihre eigenen Eltern.

So könnte ich immer weiter über unsere Kinder sprechen. Haltet sie nicht für gewöhnliche Menschen. Sie sind sehr besonders (great). Sie verdienen es die Führer unseres Landes zu sein, wenn sie herangewachsen sind. Ich habe nur den Wunsch, dass unsere Kinder vorbildlich sind. Nur dann werde ich glücklich sein.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam. 
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.