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 Ansprache Sathya Sai Babas am 15.08.2006


Ati Rudra Maha Yajna


Karma ist für Geburt,
Existenz und Tod eines
Menschen verantwortlich.

Als die über die menschliche
Existenz herrschende Gottheit

bestimmt es alle Stadien des
menschlichen Lebens,

Karma ist die Ursache für Freude
und Leid des Menschen.

Was ist Karma? Es ist die Handlung, die wir durchführen. Karma ist die Ursache für die Geburt des Menschen, sein Leben auf der Erde und schließlich seinen Tod. Die menschliche Existenz selbst beruht auf Karma. Ohne Karma kann es kein menschliches Leben geben. Spirituelle Praktiken wie Yajnas und Yagas sind ebenfalls Formen von Karma. Das Gedeihen und Wohlergehen der Welt hängen von diesen spirituellen Praktiken ab. Karma ist die Grundlage der Welt. Deshalb muss ein jeder zwangsläufig Karma ausführen. Ihr solltet nach der  Verwirklichung Gottes streben, indem ihr eure Pflicht erfüllt. Wie die Handlung, so das Ergebnis. Niemand kann den Folgen seines Handelns entgehen. Mit Karma sind nicht nur die Handlungen gemeint, die wir mit den Gliedern unseres Körpers durchführen; auch der Vorgang des Atmens ist Karma. Essen, Trinken, Gehen, Sitzen, sind alles verschiedene Formen von Karma, die der Mensch ausführt. Es ist nicht möglich, die Folgen unserer Handlungen zu kennen. Bevor wir handeln, sollten wir über die Beschaffenheit der Handlung nachdenken. Als Mensch sollten wir fragen, ob unsere Handlungen einem Menschen ziemen oder nicht. Wenn ihr handelt, ohne entsprechend nachzuforschen, werdet ihr nicht das gewünschte Ergebnis bekommen.

Verkörperungen der Liebe!

Karma ist wahrhaft Gott. Gott ist nicht von euch getrennt. Gott ist in subtiler Form in jeder Handlung enthalten. Gott existiert in allem, vom Mikrokosmos bis zum Makrokosmos, in der Form von Karma.

Gott ist subtiler als das
Subtilste und größer als das Größte.

Der Mensch muss handeln und
sollte all seine Handlungen Gott darbringen.

Führt alle Handlungen zur Freude Gottes durch.

Wenn ihr das tut, werden die Folgen
eurer Handlungen euch nicht binden.

Gott wohnt allen Wesen inne. Er ist in allen Wesen gegenwärtig, sei es ein Mensch, eine Schlange oder ein Skorpion. Entsprechend dem Gewand, das er sich anlegt, führt er Handlungen aus. Entwickelt einen klaren Verstand und verderbt euren Geist nicht, indem ihr unnötig über etwas nachdenkt, das ihr nicht kennt. Der Mensch begibt sich heute in Bereiche, über die er sehr wenig weiß. Aus diesem Grund ist er mit so vielen Problemen konfrontiert. Deshalb sollten Männer und Frauen Handlungen ausführen, die angemessen für sie sind.

In der Kindheit ist man nur
am Spiel interessiert

und freut sich an der
Gesellschaft seiner Spielkameraden.

In der Jugend und in mittleren Jahren

kultiviert man weltliche Beziehungen
und verdient Geld.

Im Alter bereut man, dieses und jenes
nicht zu besitzen.

Auf diese Weise verschwendet
der Mensch sein kostbares
menschliches Leben.

Von Geburt bis zum Tod sollte der Mensch sein Leben so führen, wie es ihm als Mensch gebührt. Gott wohnt jedem Menschen inne. Der Mensch durchläuft die verschiedenen Stadien der Kindheit, Jugend und des Familienlebens und wird schließlich alt. Auch mit fortschreitendem Alter denkt der Mensch nicht an Gott, sondern trauert dem nach, was er im Leben nicht erhalten hat. Was bringt es, sich in diesem Lebensabschnitt Sorgen zu machen? Wir sollten von Anfang an auf rechte Weise denken.

Der Jugendleiter Vinay Kumar bat mich, zu erläutern, was die Jugend tun sollte. Daraufhin sagte ich ihm, die Jugend solle immer jung und kraftvoll bleiben. Wenn die Jugendlichen die Kraft ihrer Sinne missbrauchen, verlieren sie ihre Energie und beginnen zu altern. Sie sollten immer jung bleiben und auch mit zunehmenden Jahren nie alt werden. Wir sollten unsere Energie bewahren. Schaut meinen Körper an. Ich bin 81 Jahre alt. Kann irgendjemand behaupten, ich wäre 81 Jahre alt? Mein Körper ist frei von Krankheiten. Vor einiger Zeit brach ich mir das Bein (die Hüfte), als ein Junge versehentlich auf mich fiel. Deshalb gehe ich auf diese Weise. In meinem Haus bewege ich mich ungehindert. Aber der Arzt gab mir den Rat, ich sollte mich von ein oder zwei Jungen stützen lassen, wenn ich unter den Devotees bin. Auf Anraten der Ärzte lasse ich mich beim Gehen von einem Jungen stützen. Da es in meiner Natur liegt, jeden zufrieden zu stellen, folge ich diesem Rat, damit die Ärzte zufrieden sind. Dabei sage ich den Jungen ständig: „Haltet mich nicht, haltet mich nicht.“ Ihr wisst es vielleicht nicht, aber alles, was ich tue, hat eine subtile Bedeutung. Niemand kann mein wirkliches Wesen kennen. Ich habe mein ganzes Leben lang nie an einer Krankheit gelitten, sei es Fieber, Erkältung oder Kopfweh. Ich bin immer gesund gewesen. Ich bin nicht nur gesund, sondern auch reich (Wortspiel im Engl.: healthy – wealthy; A.d.Ü.). Nichts entgeht meiner Aufmerksamkeit. Ich bemerkte, dass ein paar junge Priester während des Yajnas miteinander sprachen. Ich höre alles, was ihr sprecht. Aber für mich sind gut und böse dasselbe. Ich finde in dieser Welt nichts Schlechtes; alles ist gut. Dasselbe gilt für richtig und falsch. Etwas mag im gegenwärtigen Augenblick richtig erscheinen, aber wenn man nachforscht, könnte es sich als falsch herausstellen. Freude ist ein Abschnitt zwischen zwei Schmerzen. Wir essen heute vielleicht sehr gute, köstliche Speisen, aber wie lange bleiben sie gut? Schon am nächsten Tag verändern sie sich in etwas anderes. Der Zeitunterschied bestimmt, was gut und was schlecht ist. Wir sollten deshalb alles klar verstehen und im Leben achtsam handeln.

Im Mahabharatakrieg kämpften Duryodhana und Dussasana und andere Kauravabrüder aus Hass gegen die Pândavas, aber sie konnten die Pândavas nicht besiegen, da Krishna auf deren Seite war. Die Kauravas konnten der Herausforderung der Pândavas nicht standhalten. Eines Tages fanden sie Arjunas Sohn Abhimanyu allein vor und planten deshalb einen Padmavyûha, eine Schlachtanordnung in Lotosform. Dann forderten sie Abhimanyu heraus, in diese Schlachtanordnung einzudringen. Abhimanyu war damals jung. Sein Vater Arjuna war nicht da, nur Dharmarâja war anwesend. Abhimanyu bat Dharmarâja um Erlaubnis, in den Padmavyûha einzudringen, aber dieser erklärte ihm, es sei keine leichte Aufgabe für ihn. Dann ging Abhimanyu zu seiner Mutter Subhadrâ und bat um ihre Erlaubnis und ihren Segen. Sie versuchte, ihn mit den Worten abzuhalten: „Mein lieber Sohn, es ist eine schwierige Anordnung, die Dronâcârya selbst ausgeheckt hat. Darüber hinaus ist deine Frau gerade schwanger. Wir wissen nicht, ob die Zeit uns günstig gesonnen ist oder nicht. Dein Vater Arjuna und dein Onkel Krishna sind ebenfalls nicht hier, um dir die nötige Anleitung und Stütze zu geben. Gib deshalb die Idee auf, in die Schlacht zu ziehen.“

Abhimanyu verstörten die Worte seiner Mutter und er erwiderte: „Als Arjunas Sohn habe ich die Herausforderung des Feindes anzunehmen. Ansonsten kommt der Name meines Vaters in Verruf. Ich werde auf dem Schlachtfeld kämpfen, auch wenn ich mein Leben verliere.“ Er war unerschütterlich in seinem Beschluss und ziemlich sicher, dass er erfolgreich aus dem Padmavyûha herauskommen würde. Er erklärte seiner Mutter: „Ich werde die Kauravas angreifen wie ein Tiger, der bereit ist, sich auf eine Herde Elefanten zu stürzen. Du solltest mich segnen, damit ich siegreich aus dieser Schlacht hervorgehe, indem ich göttliche Pfeile auf den Feind schieße. Ist es recht von dir, mich davon abzuhalten, in die Schlacht zu ziehen, statt mich zu segnen?“ Sie hörte die Worte ihres tapferen Sohnes und gab letztendlich ihre Zustimmung:

Möge dich derselbe Schutz behüten, den Mutter Gauri (Pârvatî) ihrem Sohn Kumâra verlieh, als er gegen Târakâsura in den Kampf zog.

Möge dich derselbe Segen schützen,
den Kausalyâ Rama erteilte,
als er in den Wald zog,

um Vishvâmitras Yajna zu beschützen.

Möge dieser große, Glück
verheißende Segen und ,

der Schutz Sri Ramas, als größter
von allen, mit dir sein und dich behüten!

Mit diesem Segen sandte sie ihn aufs Schlachtfeld. Er verneigte sich vor seiner Mutter und zog in die Schlacht. Er drang in die lotosförmige Schlachtanordnung ein. Als Abhimanyu im Mutterleib lag, hörte er, wie sein Vater Arjuna Subhadrâ alles über den Padmavyûha erzählte. Als Arjuna mitten in der Erzählung war, erschien Krishna auf der Bildfläche und warnte ihn, dass sein Sohn im Mutterleib alles anhöre. Krishna gab ihm den Rat, die Schilderung abzubrechen. So konnte Abhimanyu nur wissen, wie man in den Padmavyûha eindringt, nicht aber, wie man herauskommt. Als Folge davon geriet er in die Padmavyûhafalle der Kauravas und wurde getötet. Die Lehre aus dieser Episode ist, dass man niemals den Rat der Eltern und Älteren ignorieren sollte. Man sollte dem Rat der Eltern sorgsam zuhören, darüber nachdenken, ihn in sich aufnehmen und in die Tat umsetzen. Deshalb verkünden die Veden: Verehrt Vater und Mutter wie Gott. Egal unter welchen Umständen, wo immer ihr auch seid, ihr solltet immer der Anweisung der Eltern Folge leisten.

Als Arjuna zurückkehrte, war er sehr besorgt, dass er Abhimanyu nicht vorfand, der sonst immer zur Tür rannte, wenn Arjuna heimkehrte, um ihn zu begrüßen. Als Arjuna erfuhr, dass Abhimanyu auf dem Schlachtfeld gefallen war, wurde er sehr traurig. Krishna bat ihn, nicht seinen Mut zu verlieren und sagte: „Was zu geschehen hatte, ist geschehen.“ Er sagte Arjuna auch, die Kauravas, die sich schon in der Vergangenheit gegen die Pândavas verschworen hatten, hätten wieder ein falsches Spiel betrieben und Abhimanyu getötet. In diesem Moment großen Schmerzes benutzte Arjuna Krishna gegenüber sehr heftige Worte, weil dieser ihm nicht früher vom Tod Abhimanyus erzählt hatte und ihn dadurch betrogen hatte. Seiner Natur gemäß hörte Krishna sich das alles, ständig lächelnd, an.

Als Abhimanyu starb, war seine Frau Uttara schwanger. Als das Kind noch im Leib von Uttara war, griff Ashvatthâma das Kind mit der Waffe Brahmastra an. Als Folge davon wurde Uttaras Kind totgeboren, und die Pândavas waren von Schmerz überwältigt. Sie gaben Krishna die ganze Schuld an ihrem Unglück, da Abhimanyu auf dem Schlachtfeld getötet wurde, Draupadîs Söhne von Ashvatthâma niedergemetzelt wurden und Uttaras Sohn tot geboren wurde. So gab es niemanden, der den Bestand der Sippe sicherte. Krishna versuchte, sie zu beschwichtigen und riet ihnen, ruhig und gefasst zu sein. Er forderte Draupadî auf, das totgeborene Kind zu ihm zu bringen. Sie trug das Kind auf einer Schale herein. Krishna betrachtete das Kind und sagte: „Seht seine Augen, seine Nase, sein Gesicht, er sieht genau aus wie sein Vater Abhimanyu.“ Als Krishna das Kind so beschrieb, stieg in den Pândavas großer Zorn auf. Sie glaubten, er beschreibe das tote Kind ohne Rücksicht auf ihre beklagenswerte Lage. Dann nahm Krishna das Kind in seine Hand und gab ihm einen Klaps auf Rücken und Bauch. Sofort fing das Kind zu schreien an, zur reinen Freude der Pândavas. Krishna taufte das Kind Parikshit, denn er gab dem Kind Leben, nachdem er die Pândavas einem Test (parîkshâ) ausgesetzt hatte. Ohne Test kann niemand die Prüfung bestehen und in eine höhere Klasse aufsteigen. Deshalb testet Gott seine Devotees. Aber wir sollten es niemals als Test  betrachten, sondern stattdessen Gefallen an solchen Tests finden (Wortspiel im Engl.: taste for such tests; A.d.Ü.). Alle von Gott gegebenen Tests werden schmackhaft sein (test-taste).

Als Parikshit König des Pândavareiches wurde, schützte Krishna ihn auf vielerlei Weise. Was ich jetzt schildere, ist nirgendwo sonst, in keinem Land und zu keiner Zeit, geschehen.

Als Krishna die Welt verließ und zu seinem göttlichen Wohnsitz heimkehrte, kehrte ein gramgebeugter Arjuna von Dvârakâ zurück. Mutter Kuntî, die nichts von dem wusste, was in Dvârakâ geschehen war, fragte Arjuna nach Krishnas Wohlergehen. Arjuna weinte untröstlich und sagte: „Mutter, Krishna lebt nicht mehr.“ Sobald Arjuna verkündete, dass Krishna seine sterbliche Hülle aufgegeben hatte, brach Kuntî zusammen und tat ihren letzten Atemzug. Die Pândavas waren von Leid überwältigt. Sie dachten: „Krishna war unser Lebensatem. Er war die Quelle unserer Kraft und unseres Mutes. Was nützt unser Leben ohne Krishna?“ Sie beschlossen, Parikshit zu krönen und in  den Himalaja zu gehen. Dharmarâja gab Arjuna die Anweisung, Vorkehrungen für die Verbrennung des Körpers ihrer Mutter zu machen. Zugleich gab er die notwendigen Anweisungen für die Vorbereitung der Krönung des jungen Parikshit. Danach sagte er Nakula und Sahadeva, sie sollten ihre letzte Reise in die Himalajaberge vorbereiten.

Nach der Verbrennung ihrer Mutter und der Krönung des jungen Parikshit, begannen die Pândavas ihren Marsch, einer hinter dem anderen schreitend, zum Himalaja. Dharmarâja führte den Marsch an, gefolgt von Bhîma, Arjuna, Nakula und Sahadeva. Draupadî ging hinter ihnen allen.

Wer man auch sein mag,
man muss die Folgen der
eigenen Handlungen  tragen.

Niemand kann wissen,
was die Zukunft für ihn bereithält.

Aber so viel ist sicher: Jeder muss
die Folgen seiner Handlungen ernten.

Während ihrer großen letzten Reise legten Draupadî, Bhîma, Arjuna, Nakula und Sahadeva einer nach dem anderen ihre sterbliche Hülle ab. Dharmarâja setzte seinen Marsch alleine fort.

Dharmarâja hatte in seinem Leben niemals eine Lüge geäußert. Während des Mahabharatakrieges sagte er jedoch etwas in dieser Richtung, was Dronâcâryas Tod verursachte. Als ein Elefant namens Ashvatthâma auf dem Schlachtfeld getötet wurde, verkündete Dharmarâja: „Ashvatthâma, der Elefant, ist gestorben.“ Er senkte absichtlich seine Stimme, als er das Wort Elefant aussprach. Da Dronâcârya das Wort Elefant nicht hörte, dachte er, sein Sohn Ashvatthâma wäre getötet worden. Das  machte ihn völlig mutlos, und als Folge davon gab er sein Leben auf. Aufgrund dieser „Lüge“ musste Dharmarâja einige Zeit in der Hölle verbringen. Die Leute wundern sich vielleicht, warum sogar Dharmarâja, die Verkörperung von Dharma, die Hölle besuchen musste. Die Tatsache bleibt bestehen, dass man den Folgen seiner Handlungen nicht entkommen kann, egal wie groß und edel man sein mag,. Als Dharmarâja die Hölle betrat, waren Draupadî und die vier Brüder bereits dort. Die fünf Pândavas glichen den fünf Lebenshauchen. Sie waren die Verkörperung von Dharma. Deshalb erleichterte ihre bloße Anwesenheit in der Hölle das Leiden all jener, die dort die Strafe für ihre Sünden abbüßten. Sie fielen Dharmarâja zu Füßen und flehten ihn an, noch etwas länger zu bleiben. Dharmarâja erwiderte: „Meine Lieben, mir ist es nicht erlaubt, hier noch länger zu bleiben. Der Herr der Hölle schickt mich von hier weg.“ Danach machten die Pândavabrüder und Draupadî sich zu ihrem himmlischen Wohnsitz auf.

Auf diese Weise konnten nicht einmal die Pândavas, die die Verkörperung der Rechtschaffenheit und Moral selbst waren und sich großen Verdienst erworben hatten, den Folgen ihres Karmas entkommen. Draupadî war eine sehr tugendhafte Frau (pativrata). Sogar sie musste die Folgen ihres Karmas erleiden. Einmal fand eine Debatte statt, wer die tugendhafteste Frau sei. Die Leute äußerten unterschiedliche Meinungen. Es war Krishna, der schließlich das Urteil fällte:

Sie gehorchte pflichtbewusst
der Anweisung ihrer Ehemänner.

Sie sagte niemals zu irgendeinem
von ihnen, sie habe keine Zeit,
ihm zu dienen.

Sie war zufrieden mit dem,
was sie im Leben erhielt.

Sie war das höchste Beispiel
der Tugendhaftigkeit.

Niemand konnte ihr in
der Hinsicht  gleichen.

In diesem Kalizeitalter finden die Frauen es schwierig, den Anweisungen ihrer Ehemänner zu folgen. Malt euch Draupadîs Situation aus: Sie hatte nicht nur der Anweisung von einem, sondern der von fünf Ehemännern zu folgen. Sie beklagte sich nie. Sie fand immer die Zeit, einem jeden von ihnen zu dienen. Heutzutage finden wir Frauen, deren Forderungen weitaus das übersteigt, was ihr Ehemann sich wirklich leisten kann. Wenn der Ehemann ein Gehalt von 100 Rupien im Monat verdient, verlangt seine Frau einen Sari, der 200 Rupien wert ist. Doch Draupadî war anders. Sie war immer zufrieden mit dem, was sie hatte. Deshalb erwarb sie sich einen Ruf als die tugendhafteste Frau. Die Pândavabrüder waren sich der Hochherzigkeit und Tugendhaftigkeit Draupadîs voll bewusst. Sie berücksichtigten immer ihre Ansichten und handelten dementsprechend. Deshalb blieb ihr Name und Ruhm unauslöschlich den Annalen der Geschichte eingeprägt.

Ein Mensch wird sogar für kleine Akte der Hochherzigkeit geachtet. Dennoch besteht, immer eine Möglichkeit, dass sich Fehler einschleichen, wenn man handelt. Wie immer der begangene Fehler aussehen mag, man kann seinen Folgen nicht entgehen. Deshalb sollte man immer die Wahrheit sprechen, der Rechtschaffenheit folgen und ein von Liebe erfülltes Leben führen. Das ist des Menschen erste Pflicht. Man sollte die fünf menschlichen Werte Wahrheit, Dharma, Frieden, Mitgefühl und Liebe als die fünf Lebenshauche ansehen. Jemand ohne diese fünf Werte ist in Wahrheit ein wandelnder Leichnam. Wir sollten niemals, nicht einmal im Scherz, die Unwahrheit sprechen. Macht euch nie über andere lustig. Andere zu kritisieren, ist die schlimmste Sünde. Deshalb sollten wir einen Menschen niemals kritisieren, gleichgültig wie schlecht er sein mag. Liebt alle. Liebe ist Gott. Gott ist Liebe. Liebe ist euer Leben selbst.

(Auf Bhagavans Anweisung hin sangen die Studenten das Lied: Love is my form, truth is my breath, bliss is my food. Dann fuhr Bhagavan mit seiner Ansprache fort:)

Entwickelt Liebe. Wo immer ihr euch auch aufhaltet, ob im Wald, am Himmel, in der Stadt oder im Dorf, hoch oben auf einem Berg oder mitten im tiefen Meer, Liebe ist eure einzige Zuflucht. Liebt sogar euren Feind. Wenn ihr euren Feind seht, wendet nicht euer Gesicht von ihm ab. Grüßt ihn stattdessen liebevoll mit den Worten: „Hallo Bruder, wie geht es dir?“ Füllt euer Leben mit Liebe. Entwickelt Mut und  Entschlossenheit. Nur dann kann Menschlichkeit (mânatva) in Göttlichkeit (divyatva) transformiert werden. Ihr solltet dieses Prinzip der Liebe an alle  weitergeben. Das ist heute meine Hauptbotschaft an euch.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B. Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)        


    

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