Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2006 » 14.01.2006   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 14.01.2006


Sankranti


Gott ist Liebe und Liebe ist Gott.
Wahre spirituelle Disziplin besteht darin,
eine Beziehung von Liebe zu Liebe zu entwickeln.
Liebe Kinder! Haltet an diesem Prinzip der Liebe fest
und demonstriert das Ideal der Einheit.
Liebe Schüler und Studenten! Jungen und Mädchen!

Es heißt: Gott verkörpert sich in menschlicher Gestalt (daivam mânusharûpena). Aus diesem Grund wird die Geburt als Mensch als sehr heilig angesehen. Um die Menschheit zu erlösen, verkörpert sich Gott in menschlicher Gestalt. Unterliegt nicht der falschen Vorstellung, Gott sei auf eine spezifische Form beschränkt. Das Göttliche ist kein gesondertes Wesen, sondern ist der Menschheit immanent. Die menschliche Form ist ein Konglomerat der fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Die göttliche Kraft, die die fünf Elemente funktionieren lässt, wird Atman genannt. Welche Form hat der Atman? Immer wieder stellen viele Menschen diese Frage. In Wirklichkeit transzendiert der Atman Name und Form.

Nur einen menschlichen Körper zu haben, zeichnet noch keinen Menschen aus. Was zählt, ist das Verhalten. Ebenso wenig wird man durch das bloße Aneignen von Buchwissen zu einem wahrhaft Gebildeten. Das Wesen einer solch weltlichen Bildung ist negativ. Man muss zwischen Bildung und Educare unterscheiden. Bildung zielt auf Information, Educare jedoch auf Transformation. Bildung ist auf die körperliche und mentale Ebene beschränkt. Flüsse wie Krishna und Godavari haben ihren Ursprung im Meer; und genauso ist Educare die Wurzel von Bildung und Erziehung. Bildung bezieht sich auf physisches und weltliches Wissen. Educare ist mit unseren inneren Empfindungen und Reinheit des Herzens verbunden. Unsere Worte, unsere Lieder und unsere Lebensweise (mâta, pâta, bâta) sollten dem Herzen entspringen. Das ist die Essenz von Educare. Selbst wenn ihr viele Titel erworben habt, könnt ihr nicht wahrhaft gebildet genannt werden, wenn euer Herz nicht rein ist. Heutzutage bemühen sich nur sehr Wenige um das Verständnis von Educare. Nur Menschen, die praktisches Wissen und Weisheit besitzen, werden das Konzept von Educare verstehen und würdigen können. Andere werden sich durch hohe akademische Abschlüsse blenden lassen. Sie sind nur daran interessiert, Buchwissen zu erwerben und dieses weiterzugeben. Aber diese nutzlosen Bestrebungen verleihen ihnen nicht das Recht, wahrhaft gebildet genannt zu werden. Heutzutage ist es üblich, dass Studenten verschiedene akademische Titel wie B.A., M.A., C.A., Ph.D. usw. erlangen. Menschen, die den wahren Sinn und die innere Bedeutung von Bildung verstehen, sind jedoch selten. Wenn ihr den Sinn und Zweck der Bildung erst einmal erfasst habt und entsprechend handelt, wird euer Leben geheiligt sein. Verlasst euch nicht allein auf das, was eure Lehrer euch im Klassenzimmer beibringen. Um euer inneres Selbst erkennen zu können, müsst ihr das Wesen eures Körpers, eures Geistes, eurer Sinne und eures Intellekts verstehen.

Jedes Individuum besitzt drei Eigenschaften, nämlich sattva (rein, ausgeglichen), rajas (aktiv, leidenschaftlich) und tamas (träg, unwissend). Sie repräsentieren die Dreieinigkeit Brahma, Vishnu und Maheshvara (Shiva). Sattvaguna entspricht der inneren Reinheit. Rajoguna spiegelt sich in unseren Handlungen wider. Die grundlegende Wahrheit lautet jedoch, dass der Atman völlige Kontrolle über alle Sinne und Funktionen des menschlichen Körpers hat. Ihr vollbringt verschiedene Aufgaben und beteiligt euch an Sport und Spiel. Sie repräsentieren alle Rajoguna. Heutzutage lehren die Menschen spirituelle Werte (parârtha), ohne jedoch die Selbstsucht (svârtha) aufzugeben. Das ist ein schwerwiegender Fehler. Ihr solltet als Erstes Selbstsucht aufgeben und spirituelle Werte zur Grundlage all eurer Unternehmungen machen. Entwickelt Gottvertrauen. Gott ist die Basis (âdhâra), auf der alles beruht (adheya). Es gibt nur eine Göttlichkeit. Deshalb verkündeten die Veden: Das Eine beschloss, viele zu werden (eko `ham bahuh syâm). Namen und Formen mögen sich unterscheiden, aber das innere göttliche Prinzip ist ein und dasselbe. Diese Halle ist zum Beispiel mit vielen Glühbirnen geschmückt, aber der elektrische Strom, der durch sie fließt, ist derselbe. Entsprechend gibt es viele Süßigkeiten, aber ihr wesentlicher Bestandteil, nämlich der Zucker, der sie süß macht, ist derselbe. Wir halten uns oftmals nur an die Namen und Formen und vergessen die Wirklichkeit.

Ein Mensch sollte vor allem drei Eigenschaften haben: Stetigkeit (nishcalattva), Reinheit (nirmalattva) und Losgelöstheit (nirmohattva). Wer diese drei Eigenschaften besitzt, ist wahrhaft Gott selbst. Ihr braucht nicht andere zu fragen, ob ihr gut seid oder nicht. Euer Gewissen ist die Richtschnur. Ihr solltet immer an Gott denken. Es gab in der Vergangenheit viele göttliche Inkarnationen, aber das innere göttliche Prinzip in ihnen allen ist ein und dasselbe. Ebenso wie Zucker die Form verschiedener Süßigkeiten annimmt, inkarniert sich die Göttlichkeit in verschiedenen Formen. Die Menschen verehren Gott und besingen seine Herrlichkeit im Glauben, Gott befände sich an irgendeinem fernen Ort. Tatsächlich sind die fünf Elemente (pancabhûta) die Manifestationen Gottes. Euer Herz ist Gottes Tempel. Erfüllt deshalb euer Herz mit Liebe. Wer ohne Liebe ist, kann nicht Mensch genannt werden. Betrachtet die fünf Elemente als göttlich und nutzt sie auf rechte Weise.

Wer hat euch das Leben gegeben? Aus welcher Quelle hat sich das Leben manifestiert? Habt ihr es euch durch irgendeine spirituelle Disziplin erworben? Nein! Gott schenkt euch Leben und er ist derjenige, der es erhält. Er ist in jedem Lebewesen in Gestalt des Atman gegenwärtig. Alles ist aus dem Atman hervorgegangen. Die Studenten studieren zahlreiche Bücher und erlangen hohe akademische Qualifikationen. Was ist die Quelle all ihres Wissens und Erlernten? Nichts anderes als das Göttliche. Aber der Mensch ist aufgrund seiner Täuschung nicht in der Lage, diese Wahrheit zu erkennen. Entwickelt zuerst den festen Glauben, dass Gott existiert. Wenn Gott sich in menschlicher Gestalt verkörpert, verhält er sich wie ein Mensch, denn nur dann kann der Mensch das Göttliche verstehen und die Heiligkeit des menschlichen Lebens erfassen.

Educare ist mit Empfinden (bhâva) verbunden, Bildung hingegen mit Äußerlichem (bâhya). Die Bildung, die ihr euch aneignet, sollte heilsam für die Gesellschaft sein. Ihr solltet euer Wissen und eure Intelligenz für das Wohlergehen der Gesellschaft einsetzen. Haltet eure Emotionen unter Kontrolle. Überlasst euch nicht eurer Wut wie Durvâsas, der seinen Zorn nicht beherrschen konnte. Nur wer völlige Herrschaft über sich selber besitzt, ist ein wahrer Mensch.

Der Atman repräsentiert die Einheit aller Wesen. Letztlich geht alles in den Atman ein.

Es gibt viele Religionen, aber nur ein Ziel.
Es gibt viele Kleider, aber nur ein Garn.
Es gibt viele Schmuckstücke, aber Gold ist eins.
Es gibt viele Kühe, aber nur eine Milch.

Leider sieht der Mensch heutzutage die Verschiedenheit in der Einheit, statt die Einheit in der Verschiedenheit wahrzunehmen. Das ist die Ursache seines ganzen Leidens. Das Atmanprinzip ist die Grundlage der ganzen Schöpfung. Ihr könnt alles vergessen, nicht aber den Atman. Die fünf Elemente in euch sind nichts anderes als Manifestationen des Atman. Nur die Perlen der Gebetskette zu bewegen, ist noch nicht Japa (Wiederholung eines Gottesnamens, Mantras oder Gebets). Man sollte die weltliche und physische Ebene der Existenz transzendieren. Das ist wahrer Japa. Wer die Quelle seines eigenen Wesens erkennt, ist wahrhaft ein Mensch. Ihr mögt die Bhagavadgita studieren und alle Verse auswendig lernen, aber das macht euch nicht zu einem Gelehrten. Es genügt, wenn ihr wenigstens einen Vers in die Praxis umsetzen könnt. Man kann mithilfe der Buchstaben des Alphabets a, b, c, d, ... beliebig viele Bücher schreiben. Demzufolge bilden die Buchstaben des Alphabets die Grundlage eines jeden Buches, ob es sich um das Ramayana, das Mahabharata oder das Bhagavatam handelt. Entsprechend ist der Atman die Grundlage von allem. Wenn ihr das Atmanprinzip begreift, habt ihr alles andere verstanden. Um dieses Wissen zu vermitteln, haben wir Erziehungs- und Bildungseinrichtungen gegründet. In unseren Schulen und Universitäten wird Charakter, Tugenden und Verhalten die höchste Priorität eingeräumt. Man sollte den Wunsch hegen, im Leben den rechten Weg zu beschreiten und Gott zu erreichen. Man sollte alles als Gottes Willen akzeptieren. Wenn ihr ein reines Herz entwickelt, werdet ihr in all euren Unternehmungen erfolgreich sein.

Im Namen von Meditation setzen sich die Leute mit gekreuzten Beinen und geschlossenen Augen hin. Wie können euch solche Übungen zum Göttlichen führen? Wenn ihr eure Augen schließt, könnt ihr nicht einmal die vor euch stehende Person sehen, geschweige denn Gott. Tatsächlich ist Gott in euch gegenwärtig. Ein wahres Individuum (vyakti) manifestiert die verborgene (avyakta) Göttlichkeit. Wenn ihr das Atmanprinzip versteht und euch ernsthaft bemüht, könnt ihr mit Sicherheit das Göttliche erkennen (âtmasâkshâtâra: die Schau, Erfahrung, Erkenntnis des Selbst). Selbst wenn ihr Mantren wiederholt oder asketische Übungen (tapas) durchführt, werden sich all eure spirituellen Übungen als nutzlos erweisen, wenn euer Herz nicht rein ist. Welche Übung ihr auch durchführt, ihr solltet euren Geist immer auf den Atman allein richten.

Der Mensch (manishi) ist dadurch gekennzeichnet, dass er mit einem Geist (manas) versehen ist. Ein anderer Begriff für manishi ist mânava. Was ist die innere Bedeutung dieses Wortes? Ma bedeutet mâyâ (Unwissenheit, Täuschung), na ohne (nâsti) und va sich zu verhalten (varthincuta). Derjenige ist ein Mensch, der die Täuschung und Illusion (mâyâ) überwindet und sich frei von Unwissenheit verhält. Bildung soll euch helfen, die Täuschung zu überwinden. Wer den Verstand (manas/mind) transzendiert, ist ein Paramahamsa, eine verwirklichte Seele. Wir sind nicht bloße Sterbliche (mânava). Wir sind wahrhaft die Verkörperungen Gottes, Mâdhava. Wir sollten auf Gott vertrauen und den Herausforderungen des Lebens mutig und tapfer begegnen. Nur dann verdienen wir die Bezeichnung „Mensch“. Der Geist ist dazu gedacht, sich auf Gott zu besinnen. Wer den Wert eines Diamanten (diamond) kennt, wird den Diamanten sicher aufbewahren und auf rechte Weise nutzen. Entsprechend wird jemand, der die Macht des Geistes erkennt, diesen nicht in die Irre gehen lassen. Man sollte danach streben, den Zustand der Leere des Geistes (engl.: die mind) zu erreichen. Das ist nur möglich, wenn man sich unablässig auf Gott besinnt. Es heißt: Der Geist ist die Grundlage der gesamten Welt. Wenn ihr euren Geist, euer Denken, nicht kontrolliert, sondern euch von seinen Launen mitreißen lasst, wie wird dann euer Schicksal sein? Nur durch Auslöschen des Geistes (mind) kann man ein Paramahamsa werden. Folgt niemals dem Geist. Der Geist ist von Natur aus sehr heilig, aber durch den Einfluss der modernen Erziehung und Bildung ist er unstet wie ein Affe geworden. Was bringt es, dicke Bücher zu lesen, wenn man das Wesen des Geistes nicht erfasst? Wenn ihr das Alphabet von A bis Z lernt, solltet ihr auch die Bedeutung der Worte lernen. Was nützt das Lesen von Worten, wenn man ihre Bedeutung nicht versteht? Hier lernen die Studenten die Veden. Es heißt: Die Veden sind unendlich – ananta vai vedah. Sie sind mit unbegrenzter Kraft ausgestattet.

Wenn ihr die Bhagavadgita lest, solltet ihr versuchen, ihre Lehren zu verstehen und in die Praxis umzusetzen. Ansonsten ist es ziemlich sinnlos, die Bhagavadgita zu studieren oder Vorträge über sie zu halten. Es nützt nichts, die Verse papageienartig zu wiederholen, ohne sie zu verstehen. Die Veden sind von Generation zu Generation durch edle Seelen weitergegeben worden. Sie enthalten die ewigen Wahrheiten. Aber im Namen der modernen Bildung vernachlässigen die Menschen sie. Ob es einem gefällt oder nicht, das Studium der Veden ist für alle sehr wesentlich. Es genügt nicht, die Veden bloß zu lesen, ihr solltet auch die darin enthaltenen Lehren verstehen. Der Mensch hat sein wahres Selbst vergessen. Er versucht, Bildung zu erlangen, ohne seine eigene Wirklichkeit zu kennen. Als Folge davon glaubt er an alles außer an Gott. Ihr solltet niemals das grundlegende Prinzip, nämlich das Göttliche, vergessen.

Liebe Schüler und Studenten!

Ihr seid in der Lage, weltliches, säkulares Wissen zu begreifen und aufzunehmen. Doch nicht allen fällt es leicht, die innere Wirklichkeit zu verstehen. Namen und Formen der Einzelnen mögen unterschiedlich erscheinen, aber dem Wesen nach sind alle eins. Die innewohnende Wirklichkeit ist die Grundlage (âdhâra) und die äußeren Namen und Formen gründen darauf (adheya). Das Äußere (adheya) zu kennen, ohne die Grundlage (âdhâra) zu verstehen, nutzt nichts. Auch wenn wir mit körperlichen Dingen zu tun haben, sollten wir eine spirituelle Sichtweise pflegen. Entwickelt deshalb als Erstes Glauben an Gott. Mit unerschütterlichem Gottvertrauen ist alles zu erreichen. Erfüllt eure Pflichten im Geist der Hingabe an Gott. Das ist die Essenz wahrer Bildung. Bildung bedeutet nicht bloß das Erlangen von Buchwissen. Wahre Bildung liegt jenseits des Buchwissens.

Schüler und Studenten! Verkörperungen der Liebe!

Als Erstes müsst ihr erkennen, dass das Göttliche überall gegenwärtig ist. Führt all eure Handlungen so aus, dass sie Gott erfreuen. Ihr seid von Gott gekommen und lebt in Gott. Deshalb sollten all eure Handlungen Gott gewidmet sein. Wenn ihr diesem heiligen Pfad folgt, werdet ihr letztlich in Gott eingehen. Gott liebt das Empfinden, nicht äußere Show. Er schaut auf das Gefühl hinter euren Handlungen. Die Welt ist an äußerer Show interessiert, Gott aber an eurem Empfinden. Reinigt deshalb zuerst eure Empfindungen.

Ihr fragt andere: „Wer bist du?“ Aber habt ihr jemals euch selbst gefragt: „Wer bin ich?“ Wahre Bildung besteht darin, die Antwort auf diese Frage zu kennen. Was bringt das Wissen über andere, wenn ihr eure eigene Realität nicht kennt? Das ist keine wahre Bildung! Ein wahrer spiritueller Aspirant erfasst und erfährt das Prinzip der Einheit. Ihr behauptet: „Sie ist meine Mutter“, „Er ist mein Vater“ usw. Diese körpergebundene Beziehung steht mit dem Kopf (mind) in Verbindung. Wenn ihr die körpergebundene Beziehung für wirklich haltet, werdet ihr die Wahrheit niemals verstehen. Ihr verkündet: „Ich bin Ramaiah.“ Es ist der Name, der dem Körper gegeben wurde. Aber ihr seid nicht der Körper. Ihr solltet fest überzeugt sagen: „Ich bin ich.“ Wenn ihr euch jedoch Ramaiah nennt, solltet ihr eurem Namen entsprechend handeln. Wenn ihr eure Wirklichkeit erst einmal versteht, werdet ihr andauernde Glückseligkeit erfahren. Viele Studenten haben sich hier versammelt. Aber nicht alle studieren dasselbe Fach. Ihr folgt unterschiedlichen Studiengängen wie B.A., M.A., M.Sc. usw. Ihr solltet den Zweck und das Ziel von Bildung begreifen. Heutzutage streben manche Studenten danach, nach Abschluss ihrer Studien ins Ausland zu gehen. Sie vergessen den wahren Zweck von Bildung und lassen sich von weltlichen Attraktionen verlocken.

Man sollte zielgerichtete Hingabe zu Gott besitzen. Euer Glaube sollte vollkommen und bedingungslos sein. Wenn euer Glaube hin und her schwankt, wird es euch verwirren und rastlos machen. Haltet eure Wünsche unter Kontrolle. Unbegrenzte Wünsche werden euch vom Göttlichen wegbringen. Das Auslöschen von Wünschen wird euch zum Prinzip der Einheit führen. Ihr solltet Tugenden entwickeln und ein gutes Leben führen. Versteht den Sinn von Bildung und handelt entsprechend. Nur dann wird euer Leben als Mensch Bedeutung haben. Eine Glühbirne kann vielen Licht schenken. Entsprechend kann ein mit Liebe erfülltes Herz an viele Leben Licht verströmen. Die Gebildeten sollten nicht auf die Ungebildeten herabschauen. Wenn sie wahrhaft gebildet sind, werden sie jeden gleich behandeln und Einheit entwickeln. Wo Einheit ist, ist Reinheit. Wenn wir Reinheit besitzen, können wir Göttlichkeit erfahren. Liebe ist die Grundlage der Einheit. Ohne Liebe werden zwangsläufig Meinungsverschiedenheiten aufkommen.

Schüler, Studenten!

Wenn ihr, nachdem ihr in unsere Institutionen eingetreten seid, bloß einen Abschluss erwerbt, ohne Tugenden zu entwickeln, werden wir nicht glücklich sein. Ihr solltet innere und äußere Reinheit entwickeln. Nur dann könnt ihr euch in der Gesellschaft einen guten Ruf erwerben. Die Leute werden euch loben: „Soundso ist ein guter Junge; er kümmert sich um seine eigenen Angelegenheiten und involviert sich nicht in unnötige Aktivitäten.“ Solche guten Personen können in der Gesellschaft eine Transformation bewirken. Als Studenten solltet ihr der Verhaltensregel folgen, die für den Lebensabschnitt Brahmacarya vorgeschrieben ist. Wenn ihr euch hingegen den Launen des Gemüts ergebt und zügellos umherstreunt, werden die Leute euch einen Rowdy nennen. Wenn eure Gedanken, Worte und Taten gut sind, werden alle mit Hochachtung von euch sprechen.

Verkörperungen der Liebe!

Liebe ist in allen und jedem. Niemand in dieser Welt ist ohne Liebe. Entfaltet Liebe. Lasst die Leute reden, was sie wollen. Lasst euch nicht von Kritik beirren. Wenn jemand euch laut kritisiert, vergeht es mit dem Wind, wenn jemand euch innerlich kritisiert, wird nur er davon beeinträchtigt. So sollte euch weder Lob zu Kopf steigen noch Kritik euch deprimieren. Wenn ihr Gott erreichen wollt, sollten eure Gedanken, Worte und Taten in Harmonie sein. Es heißt: Jene sind edel, bei denen Gedanken, Worte und Taten in völliger Harmonie sind; jene Menschen, bei denen sie nicht übereinstimmen, sind schlecht.

Es genügt nicht, die Sprache gut zu beherrschen und fließend Vorträge über das Göttliche zu halten. Ihr solltet das, was ihr sagt, auch in die Praxis umsetzen und das Göttliche erfahren. Vielleicht zieht ihr mit eurer machtvollen Sprache die Menschen an; aber was nutzt das, wenn ihr eure Worte nicht in die Tat umsetzt?

Als Jesus geboren wurde, kamen drei Könige aus dem Morgenland, um das Kind zu sehen. Als sie das göttliche Licht des Kindes erblickten, rief der erste König aus: „Dieses Kind ist ein Botschafter Gottes!“ Der zweite König behauptete: „Er ist Gottes Sohn.“ Der dritte König stellte fest: „Er ist wahrhaft Gott selbst.“ Alle drei Behauptungen sind wahr. Denkt niemals, ihr wäret von Gott verschieden. Ihr solltet die Dualität transzendieren und eure Einheit mit dem Göttlichen erfassen. Was immer geschehen mag, weicht nicht vom Weg der Einheit ab. Euer Glaube sollte unerschütterlich sein. Verankert diese Lehren fest in eurem Herzen und setzt sie in eurem täglichen Leben in die Praxis um. Sinnt, auch nachdem ihr in euer Zimmer zurückgekehrt seid, über das hier Gehörte nach.

Durch Gebet zu Gott könnt ihr alles im Leben erreichen. Ich will, dass ihr betet. Ich will, dass ihr vereint wie Brüder und Schwestern seid und euch einen guten Ruf erwerbt. Nur dann wird die Gründung der Universitäten hier ihren Zweck erfüllt haben. Ich bin immer bei euch, in euch, über euch und um euch herum. Bemüht euch, diesen Glauben und diese Hingabe in euren Mitmenschen zu erwecken. Das wird mich sehr glücklich machen.

Heute ist Sankranti, der Beginn von Uttarâyana, der Segen bringenden und heiligen Zeit. Entwickelt wenigstens von heute an edle Empfindungen. Folgt dem heiligen Weg. Dann wird eure Zukunft mit Gewissheit gesichert sein. Ich hoffe, ich bereite euch durch mein langes Sprechen keine Unannehmlichkeiten. Wenn ich euch alle sehe, fließt mein Herz vor Glückseligkeit über. Glück liegt in der Einheit mit Gott. Besinnt euch deshalb unaufhörlich auf Gott. Lasst niemals Furcht oder Sorge zu, indem ihr denkt: „Die Prüfungen stehen bevor. Wie soll ich ihnen begegnen? Werde ich die Prüfungen bestehen?“ Gebt Verzweiflung und Niedergeschlagenheit nicht durch eine solche negative Einstellung Raum. Habt Gottvertrauen. Erfüllt eure Pflicht und begegnet jeder Situation mit Mut. Dann wird das Ergebnis zwangsläufig gut sein. Liebe ist alles. Liebe ist Gott. Lebt in Liebe.

Hari bhajana bina….

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen, gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. © , Dietzenbach)
(Sonnwend- und Erntedankfest; zugleich Preisverleihung für das Sport- und Kulturfest der Schüler und Studenten von Sathya Sai Babas Schulen und Universitäten, das am 11.1.2006 stattfand)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.