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 Ansprache Sathya Sai Babas am 11.08.2006


Ati Rudra Maha Yajna



Der Herr von Kailas hat seine göttliche Form manifestiert.
Die Mondsichel schmückt sein Haupt,
durch seine verfilzten Locken fließt das kühle Wasser des Ganges und
mitten auf der Stirn leuchtet sein drittes Auge.
Der purpurfarbene Nacken schimmert gleich dem Glanz der Brombeere.
Er trägt Schlangen als Armreifen und einen Schlangengürtel.
Sein ganzer Körper ist mit heiliger Asche bedeckt.
Ein Kumkumpunkt schmückt seine Stirn,
seine Lippen leuchten rötlich vom Saft der Betelnuss,
an seinen Ohren schwingen mit Diamanten verzierte Ohrringe.
Sein ganzer Körper erstrahlt in göttlichem Licht.
Verkörperungen der Liebe!

Das gesamte Universum ist von Dakshinâmûrti erfüllt. Die Welt ist die Widerspiegelung, Reaktion und der Widerhall von Dakshinâmûrti. Dakshinâmûrti ist jung. Damals, jetzt und auf immer ist er jugendlich. Seine Schüler jedoch sind vom Alter ergraut. Sie sind verehrungswürdig und von heiligem Wissen durchdrungen . Sie verbreiteten seine Botschaft auf vielerlei Weise. Dakshinâmûrtis wahres Wesen zu beschreiben, ist unmöglich.

Die Geschichten Gottes sind erstaunlich.
Sie reinigen das Leben der Menschen in
allen drei Welten.
Sie gleichen einer Sichel, die die Schlingpflanzen
weltlicher Bindung durchtrennt.
Sie sind wie ein guter Freund, der einem in Zeiten der Not hilft.
Den Weisen und Sehern, die im Wald
Askese durchführen, sind sie ein Zufluchtsort.

Wie kann irgendjemand Dakshinâmûrtis Herrlichkeit beschreiben? Sein Wesen ist unbeschreiblich. Er ist personifizierte Stille. Seine Stille selbst lehrt die Sucher alle Weisheit. Aus dieser Stille ging Sujnâna, das unterscheidende Wissen, Vijnâna, die höhere Weisheit, und Prajnâna, beständige integrierte Bewusstheit, hervor. Er leuchtet mit göttlicher Weisheit. Auf seinem Gesicht spielt immer ein liebliches Lächeln. Es ist nicht möglich, Dakshinâmûrtis Wesen zu beschreiben. Er ist eigenschaftslos, rein, die höchste Stätte, ewig, makellos, erleuchtet, frei und die Verkörperung der Heiligkeit.

Keine noch so ausführliche Beschreibung reicht aus, um seine wahre Natur ganz zu erläutern. Seine Form ist strahlend und glückselig. Wie kann irgendjemand eine solche Verkörperung der Liebe beschreiben? Er ist die Verkörperung der Wahrheit.

Die Schöpfung geht aus der Wahrheit hervor und mündet wieder in die Wahrheit ein.
Gibt es im Kosmos irgendeinen Ort, wo die Wahrheit nicht existiert?
Schaut diese reine, makellose Wahrheit!

In dieser Welt gibt es keinen Platz, der nicht von Wahrheit durchdrungen ist. Wahrheit ist unveränderbar. Jedes Objekt in dieser Welt mag sich ändern, nicht aber die Wahrheit!

Die berühmte Musikerin, die verstorbene M. S. Subbalakshmi, pflegte vor jedem ihrer Musikkonzerte den Segen Dakshinâmûrtis zu erbitten. Ohne Dakshinâmûrtis Segen zu erbitten, kann niemand auch nur eine kleine Aufgabe vollbringen. Allein sein göttlicher Wille macht alles möglich. Alle göttlichen Formen sind aus Dakshinâmûrti hervorgegangen. Obwohl er jugendlich ist, befinden sich alle göttlichen Kräfte in ihm. Wo könnt ihr diesen allgegenwärtigen, immer jungen Dakshinâmûrti finden?

Seine Hände, Füße, Augen, sein Kopf,
sein Mund und seine Augen durchdringen alles.
So erfüllt Er das gesamte Universum.

Dakshinâmûrti ist in unseren Augen, die sehen, in den Ohren, die hören und der Nase, die Luft ein und ausatmet, gegenwärtig. Alle Worte, die wir sprechen, gehören ihm. Tatsächlich ist er die Antriebskraft all unserer Aktivitäten in den Zeiten des Wachens, Träumens und Tiefschlafes. Deshalb müssen wir unser Leben in ständiger Bewusstheit um das Wesen Dakshinâmûrtis führen.

Das Göttliche ist allgegenwärtig. Es gibt in diesem Universum keinen Ort, der nicht von Gott durchdrungen wäre. In dieser Welt gibt es kein Objekt, das nicht göttlich ist. Jedes Objekt, jeder Einzelne, sogar die Insekten und Bakterien sind Verkörperungen Dakshinâmûrtis. Er ist das eine göttliche Prinzip, welches sich in verschiedenen Formen manifestiert.

Es gibt viele Schmuckstücke, aber nur ein Gold.
Es gibt viele Kühe, aber nur eine Milch.
Es gibt viele Lebewesen, aber nur einen Atem.
Es gibt viele Formen, aber nur einen Gott.

Diese Wahrheit müssen alle erkennen. Ihr könnt Gottes Herrlichkeit durch beliebig viele Namen wie Râma, Krishna, Govinda, Nârâyana usw. besingen. Dies sind alles Namen, die der Mensch Gott zugeschrieben hat. Gott hat jedoch keinen spezifischen Namen und keine spezifische Form. Alle Namen und Formen sind sein. Das Dakshinâmûrti-Prinzip durchdringt alle Wesen. Er ist die Verkörperung des Bewusstseins. Wo immer Bewusstsein ist, dort ist Dakshinâmûrti. Das Dakshinâmûrti-Bewusstsein ist in allen Menschen gegenwärtig. Aber aufgrund seiner Bindung an den physischen Körper ist der Mensch unfähig, dieses göttliche Bewusstsein zu erkennen. Die Wirkung des Körper-Geist-Intellekt-Psyche-Ego-Komplexes verdeckt das Dakshinâmûrti-Prinzip. Hinzu kommen die sechs Feinde des Menschen (arishadvarga), Verlangen, Zorn, Gier, Täuschung, Stolz und Eifersucht, die sich der Erkenntnis des göttlichen Prinzips in den Weg stellen. Sie gleichen dunklen Wolken, die die strahlende Sonne verdecken. Wir denken, die Sonne sei nicht sichtbar. Aber sobald die dunklen Wolken nach einiger Zeit verschwinden, erscheint die Sonne in all ihrem Glanz. Wenn es euch entsprechend gelingt, die Wolken der Unwissenheit, des Ego und der sechs Feinde zu beseitigen, werdet ihr fähig sein, Dakshinâmûrti als das aus sich selbst leuchtende, in euch anwesende göttliche Bewusstsein zu erkennen.

Jeder Mensch sollte danach streben, sich der sechs Feinde zu entledigen. Wenn man den göttlichen Namen rezitiert und sich ständig auf das Göttliche besinnt, kann man sich von diesen dunklen Wolken der sechs Feinde befreien. Tatsächlich sind die Arishadvargas keine dem Menschen angeborenen Eigenschaften. Man eignet sie sich nur im Verlauf des eigenen Lebens an. Sie wurden selbst erworben. Sie kommen eine nach der anderen und siedeln sich als dicke Wolken auf der menschlichen Psyche an. Zum Beispiel erzeugt ein einzelner Armreifen an der Hand kein Geräusch. Wenn man einen zweiten Armreifen hinzufügt, fangen sie an, Geräusche zu erzeugen. Der Mensch beginnt sein Leben als Einzelner und entwickelt nach und nach trügerische Bedürfnisse wie Familie und dergleichen. Das ist Kâma, Wunsch, Verlangen. Aufgrund seines Verlangens heiratet der Mann und bekommt eine Ehefrau. Jetzt sind sie zu zweit. Im Lauf der Zeit vervielfältigen sich die zwei in viele, in Kinder, Enkelkinder usw. So wächst die Familie ständig. Diese ganze menschliche Bindung ist die eigene Schöpfung, nicht Gottes Geschenk. Man sollte sich deshalb schon von jungen Jahren an bemühen, sich nicht in diese Bindung zu verwickeln. Diese Botschaft vermittelte Dakshinâmûrti durch sein eigenes Beispiel. Weil er sich von Anbeginn an nicht in Bindung verstrickte, sah er immer jung und frisch aus.

Ein Mensch sollte nicht zu einem Tier degenerieren. Er sollte das Leben eines Menschen führen. Nur dann hat er das Recht, sich als Mensch zu bezeichnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er zu einem bloßen Tier entartet. Nur in Tieren manifestieren sich die Eigenschaften des Verlangens, des Zorns, der Gier, der Täuschung, des Stolzes und der Eifersucht in großem Ausmaß. Wir sollten stets wie zweibeinige Menschen, nicht wie vierbeinige Tiere leben. Jeder Einzelne muss sich ständig daran erinnern, dass er ein Mensch und kein Tier ist. Er muss Vertrauen entwickeln, dass er nicht nur ein Mensch, sondern wahrhaft eine Verkörperung des Göttlichen ist. Verstand, Intellekt, Psyche (citta), Sinne und Ego stellen sich dem Menschen bei der Verwirklichung dieser Wahrheit in den Weg. Ihr behauptet: „Dies ist mein Taschentuch.“ Daraus folgt, dass ihr vom Taschentuch verschieden seid. Entsprechend erklärt ihr: „Dieser Becher gehört mir.“ Daraus folgt, dass der Becher getrennt von euch ist. Ebenso sagt ihr: „Dies ist mein Körper.“ Diese Feststellung beinhaltet, dass ihr nicht der Körper seid. Wenn ihr sagt, „mein Verstand“, bedeutet es, dass ihr vom Verstand verschieden seid. Dann erhebt sich die Frage: „Wer bist du?“ Da ihr von all diesen Dingen verschieden seid, könnt ihr „mein Körper, mein Geist“ sagen, nicht wahr? Das Ergebnis dieser Erforschung ist die Erkenntnis der Wahrheit, dass ihr ihr selbst seid und nicht der Körper, der Verstand, der Intellekt, die Psyche, die Sinne oder das Ego. Aber durch die Verbindung mit diesen Hüllen und diesem Zubehör entfaltet ihr verschiedene Eigenschaften.

Paan wird durch das Vermischen von drei Zutaten, nämlich Betelblätter, pulverisierte Nuss und gelöschter Kalk, hergestellt. Beim Kauen werden euer Mund und eure Lippen rot. Der Kalkbestandteil ist die Ursache dieser roten Farbe. Aber der Kalk sollte nur in sehr geringer Menge hinzugefügt werden; ansonsten entsteht die Gefahr einer Entzündung im Mund. Entsprechend sollte der Mensch seinen Aktivitäten vernünftige Grenzen setzen. Nur wenn der Mensch sich Grenzen setzt, kann er ein Leben wie ein Mensch führen. Sobald er seine Grenzen überschreitet, wird er ein Dämon. Ein Mensch sollte wie ein Mensch leben. Das Wort Mânava (Sanskritwort für Mensch) besteht aus drei Silben. „Ma“ bedeutet Maya oder Täuschung, „na“ ohne und „va“ sich verhalten. Demzufolge ist derjenige ein Mensch, der sich frei von Illusion verhält. Dakshinâmûrti lehrte diese heilige Weisheit. Er lehrte, dass man, auch wenn man einen menschlichen Körper angenommen hat, keinerlei Bindung an den Körper entwickeln sollte.

Verkörperungen der Liebe!

Die wichtigste, innere Qualität eines Menschen ist die Liebe. Liebe ist ein angeborenes Geschenk der Mutter. Liebe ist Gott, lebt in Liebe. Ihr müsst euer Leben mit Liebe führen. Wem immer ihr begegnet, betrachtet alle als Verkörperungen Gottes. Selbst wenn ihr jemanden trefft, der euch hasst, grüßt ihn. Nur dann könnt ihr als wahrer Mensch angesehen werden. Seid euch ständig der Tatsache bewusst, dass Swami der ewige Zeuge von allem ist, was in der Welt geschieht, und dass er euch beobachtet. Lasst euch nicht auf Uneinigkeit stiftende Gruppierungen ein. Nur wenn ihr euch solchen streitenden Gruppen anschließt, vermehren sich alle Sorten der Uneinigkeit. Es gibt in der Welt heutzutage etliche solcher Gruppierungen. Kein Einziger ist zu finden, der nicht Mitglied der einen oder anderen Gruppe ist. Der einzige Unterschied liegt darin, wie weit man sich auf solche Gruppen einlässt. Derjenige, der sich ständig auf Gott besinnt, ist der edelste Mensch.

Besinnt euch überall, jederzeit, unter allen Umständen auf Gott. Man muss deshalb seine Zeit ständig in der Besinnung auf Gott verbringen. Sogar euer Körper muss sich in Gottes Werk engagieren. Euer ganzes Leben muss von Göttlichkeit erfüllt sein. Nur wenn man ein göttliches Leben führt, erblüht der eigene Intellekt. Das Leben wird nur dann göttlich, wenn man Hingabe an Gott entwickelt. Dann wird das Menschsein heilig und das eigene Leben findet seine Erfüllung. Zuallererst müsst ihr wie wahre Menschen leben. Nur dann könnt ihr Göttlichkeit erreichen. Im Tetrâyuga hielt man den jungen Shrî Râma für einen gewöhnlichen Menschen. Erst als er Râvana tötete und die dämonischen Kräfte zerstörte, priesen die Menschen ihn als Gott.

Verkörperungen der Liebe!

Solange ihr von den sechs Feinden (arishadvarga) beeinträchtigt werdet, könnt ihr Glückseligkeit nicht erfahren. Gott ist die Verkörperung der Glückseligkeit. Der Atman ist

ewige Glückseligkeit, absolute Weisheit,
jenseits aller Gegensatzpaare,
ausgedehnt und alldurchdringend wie der Himmel,
das im großen Lehrsatz tat tvam asi –
Das bist Du – aufgezeigte Ziel,
das Eine ohne ein Zweites, ewig, rein,
unwandelbar, Zeuge aller Funktionen des Intellekts,
jenseits aller geistigen Befindlichkeiten
und jenseits der drei Eigenschaften Sattva (Reinheit),
Rajas (Aktivität und Leidenschaft) und Tamas (Trägheit und Unwissenheit).

Um das zu erfahren, sollte man immer versuchen, glücklich zu sein und die sechs inneren Feinde auszulöschen.

Wir müssen unser Leben in einem Zustand führen, der jenseits der Gegensatzpaare ist. Nur wenn ihr solch ein göttliches Leben führt, könnt ihr als wahre Menschen betrachtet werden. Sollten sich zufällig einige schlechte Eigenschaften in euch entwickeln, dann denkt an Gottes Namen, um von solchen Eigenschaften frei zu werden. Wenn ihr euch ständig auf Gott besinnt, werdet ihr selber Gott werden.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr alle seid wahrhaft Verkörperungen der Liebe. Ihr könnt nicht einmal eine Sekunde lang ohne Liebe leben. Ihr drückt diese Liebe auf vielerlei Weise aus. Entwickelt Liebe. Lebt als Verkörperungen der Liebe. Erreicht nach und nach Göttlichkeit. Das ist die wichtige Botschaft, die ich euch heute übermittle. In den kommenden Tagen werde ich ausführlicher über dieses Thema sprechen.

(Text auf der Rückseite der engl. Druckfassung):

Veda ist die Quelle aller Verhaltensrichtlinien (Dharma). Und Dharma drückt sich durch Yajna aus. Das Ziel der Veden liegt darin, dass die Yajnas Frucht tragen. Der Yajurveda ist die Grundlage aller Yajnas. Alle Yajnas sind ausschließlich aus dem Yajurveda hervorgegangen. Die Wortwurzel yaj bedeutet Verehrung Gottes und Wohltätigkeit. Das Ziel des Yajurveda besteht darin, durch die Rituale der Yajnas und Yagas das Wohlergehen der Welt zu fördern.

Die Menschen glauben, man würde durch das Durchführen von Yajnas und Yagas den Himmel erreichen. Das ist nicht wahr. Es ist möglich, dass man durch die Durchführung von Yajnas und Yagas nach und nach Sâlokya (Wahrnehmen des Göttlichen), Samîpya (Nähe zum Göttlichen), Sârûpya (Ähnlichkeit mit dem Göttlichen) und Sayujya (Vereinigung mit dem Göttlichen) entwickelt. Also muss man sich in Sâlokya begeben, Sârûpya erreichen und schließlich in das Göttliche eingehen.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Ansprache. S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. © , Dietzenbach)


    

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