Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2006 » 10.08.2006   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 10.08.2006

 


Ati Rudra Maha Yajna


Priester, Verkörperungen der Heiligkeit, Devotees, Schüler und Studenten!

Bhârat ist das Land der Fülle. Es ist das heilige Land, das die Geburtsstätte vieler großer Gelehrter, Musiker und tugendhafter Frauen war. Es ist ein großes Unglück, dass Menschen, die in diesem heiligen Land geboren wurden, nicht in der Lage sind, seine überlieferte Herrlichkeit und sein reiches kulturelles Erbe zu erkennen. Die Rituale, die der Hauptpriester heute Morgen durchführte, haben eine tiefgründige, große innere Bedeutung. Die Leute nehmen an der Durchführung der Rituale teil, ohne fähig zu sein, die den Ritualen zugrunde liegende Philosophie zu erfahren. Was immer wir von unseren Älteren hören, wir sollten versuchen, es in unserem Herzen zu erfahren. Es heißt:

Jene, deren Gedanken, Worte und Taten
in vollkommener Harmonie sind, sind edel;
jene, bei denen sie nicht übereinstimmen,
sind schlecht.

Für alle, die an diesen Ritualen teilnehmen und die dabei rezitierten Mantren hören, ist es deshalb notwendig, in ihrem Herzen die göttlichen Empfindungen zu erfahren.

Wo immer ihr in Bhârat hinschaut, werdet ihr in den Bereichen der Musik und Literatur auf Exzellenz treffen.

(Geschichten über Gott) hören, singen (kîrtana), sich auf Vishnu besinnen (vishnusmarana), seinen Lotosfüßen dienen (padasevana), Verehrung (vandana), Gottesdienst (arcana), Dienstbereitschaft (dasyu), Freundschaft mit Gott (sneha) und Hingabe an das Selbst (âtmanivedana): Das sind die neun Formen der Hingabe, wie sie seit alten Zeiten propagiert wurden, um Gott zu erreichen. Die intensive Hingabe und der stetige Glaube, die in Bhârat zu finden sind, gibt es nirgendwo sonst. Allein in Bhârat sind die Menschen in der Lage, ihre Prüfungen und Schicksalsschläge zu überwinden und ein friedvolles Leben zu führen, indem sie sich ständig auf Gott besinnen. Diese Heiligkeit ist nirgendwo sonst in der Welt zu finden. Wo immer ihr in der Welt hingeht, begegnet ihr nur Elend und Leid. Es ist das gute Los der Menschen dieses Landes, in diesem heiligen Land geboren zu sein. Nirgendwo sonst in der Welt finden wir die Durchführung heiliger Rituale wie Yajnas und Yagas. Die Leute denken, Yajna bestünde darin, Opfergaben ins Feuer zu werfen. Aber das wahre Yajna besteht darin, sich Gott zu übergeben, Gott zu erfreuen und seiner Liebe würdig zu werden. Yajna sollte nicht um selbstsüchtiger Zwecke willen durchgeführt werden, sondern für das Wohlergehen der gesamten Welt. In Bhârat haben die Menschen seit alten Zeiten Yajnas und Yagas durchgeführt. Yajnas und Yagas wurden sogar im Tetrâyuga durchgeführt, aber da die Dämonen die Bedeutung der Veden nicht verstanden, versuchten sie, die Yajnas zu stören. Mit dem Eintritt des Dvâparayugas bemühten sich die Menschen, die Wahrheit und Bedeutung der Yajnas und Yagas zu verstehen. Obwohl König Janaka viele Yajnas und Yagas durchführte, erreichte er keine Zufriedenheit. Als Gebildete sollten die Menschen die Bedeutung der Yajnas und Yagas erfassen. Tatsächlich ist es notwendig, dass alle sich an der Durchführung von Yajnas und Yagas beteiligen. Das bedeutet nichts anderes, als dass man jegliche Handlung verrichtet, um Gott zu erfreuen. Wir sollten die feste Überzeugung haben, dass wir das, was wir tun, nur tun, um Gott zu erfreuen. Tatsächlich liegt der Zweck des menschlichen Lebens darin, Gott zu erfreuen. Das menschliche Leben ist nicht dazu gedacht, mit Essen und Trinken verschwendet zu werden. Der Sinn des menschlichen Lebens besteht darin, Befreiung zu erlangen. Der Mensch sollte versuchen, sein wahres Wesen zu erkennen. Wem ihr auch begegnet, ihr fragt ständig: „Wer bist du?“, und verschwendet so eure Zeit. Aber ihr fragt nie nach: „Wer bin ich?“ Sobald ihr eure eigene Wahrheit kennt, werdet ihr das wahre Wesen eines jeden kennen. Wir sollten unsere Zeit nicht damit verschwenden, Wissen über andere zu sammeln. Das Gebet lautet:

Ich verneige mich vor der Zeit, vor dem,
der jenseits der Zeit ist,
der die Zeit bezwungen hat,
der die Zeit transzendiert,
der die Verkörperung der Zeit ist,
der über die Zeit bestimmt.

Deshalb sollten wir nicht einmal einen einzigen Augenblick unseres Lebens verschwenden. Heutzutage streben die Menschen danach, materialistische Ziele zu erreichen, intellektuell zu wachsen und ihre Sinne zu befriedigen, aber niemand bemüht sich, Selbstverwirklichung zu erlangen. Wie lange währen sinnliche und körperliche Freuden? Sie sind alle flüchtig und vergänglich. Nur das im Herzen Erlebte dauert an. Bemüht euch deshalb, euer Gewissen zufrieden zu stellen. Das ist nur dann möglich, wenn ihr euch in guter Gesellschaft aufhaltet.

Gute Gesellschaft führt zu Losgelöstheit,
Losgelöstheit befreit einen von Täuschung,
Freiheit von Täuschung führt zu einem stetigen Geist
und ein stetiger Geist verleiht Befreiung.

(Satsangatve…)

Wenn ihr euch in schlechter Gesellschaft aufhaltet, werdet ihr schlecht. Es heißt: „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist.“ Welche Art Eigenschaften ihr euch aneignet, hängt von eurem Umgang ab. Verbindet euch deshalb mit edlen und spirituell gesinnten Menschen. Die hier versammelten Menschen bilden eine große spirituelle Gemeinschaft. Diese Art Gemeinschaft findet ihr nirgendwo sonst. Wenn ihr euch in solch edler Gesellschaft aufhaltet, bekommt ihr edle Gefühle. Wenn Wasser verdunstet, formt es sich zu Wolken, aber nicht alle Wolken bringen Regen. Regen hängt von der Art der Wolken ab. Wir erhalten heutzutage keine guten Regenfälle. Das Leben des Menschen hängt von Wasser ab. Reines Wasser gewährleistet gute Gesundheit und ein langes Leben.

Viele Krankheiten werden durch verschmutztes Wasser verursacht. Ähnlich ist auch die Verschmutzung der Umgebung Ursache vieler Krankheiten. Deshalb sollten wir unsere Umgebung rein und sauber halten. Es ist ebenso notwendig, dass wir nur reines Wasser zu uns nehmen. Nur dann kann der Mensch gesund und glückselig werden. Glück ist für gute Gesundheit sehr wesentlich.

Studenten, Jungen und Mädchen!

Ihr alle seid jung. Es ist wichtig für euch, dass eure Umgebung und Nahrung rein ist. Ihr solltet euch immer in guter Gesellschaft aufhalten. Sprecht gute Worte, habt gesunde Unterhaltung und nehmt an guten Aktivitäten teil. Das Leben ist ein Spiel, spielt es. Setzt euch für das Wohlergehen anderer ein und führt euer Leben auf eine solch edle Weise, dass es zur Befreiung führt. Mit wem auch immer ihr sprecht, sprecht immer in ruhigem Ton, mit Worten der Empathie und des Mitgefühls. Vermeidet barsche Worte. Eure barschen Worte werden die Gefühle anderer verletzen. Sprecht solche Worte, die die Herzen der anderen berühren. Helft immer, verletzt nie.

Möge der Herr uns schützen und nähren,
mögen wir gemeinsam arbeiten und
in Intelligenz und Stärke wachsen,
mögen wir ohne jeden Konflikt in Freundschaft leben!

Entwickelt Freundschaft mit anderen, indem ihr gute Worte benutzt. Gute Gesellschaft wird euer Herz mit guten Empfindungen füllen. Wenn eure Gedanken gut sind, werden eure Handlungen ebenfalls gut sein. Und wenn eure Handlungen gut sind, wird ihr Ergebnis zwangsläufig gut sein. Die Zunge, die Gottes Geschenk ist, sollte deshalb dazu genutzt werden, auf heilige Weise sanft und liebenswürdig zu sprechen. Es ist eine edle Tradition Bhârats, dass die Menschen hier heilige Worte sprechen. Wenn ein älterer Mensch zu eurem Haus kommt, solltet ihr ihn respektvoll behandeln und ihm einen angemessenen Platz zuweisen. Benutzt niemals unangemessene, respektlose Worte, wenn ihr mit Älteren sprecht. Ob ihr gut oder schlecht seid, hängt hauptsächlich von den Worten ab, die ihr sprecht. Wenn ihr höflich sprecht, wird die Gesellschaft euch achten und andere werden ebenfalls höflich mit euch sprechen.

Schüler, Studenten!

Seid niemals stolz auf eure Bildung. Wenn ihr in diesem Stadium Stolz entwickelt, werdet ihr im Leben egoistisch werden. Wenn eure Worte gut sind, wird auch euer Herz gut sein. Wenn das Herz voller Süße ist, werden all unsere Gefühle ebenfalls süß werden. Macht deshalb euer Herz rein, weich und süß. In den kommenden Tagen werden viele gelehrte Menschen zu euch sprechen. Ihr werdet die Gelegenheit erhalten, ihren heiligen Worten zuzuhören. Achtet darauf, dass sich diese heiligen Worte eurem Herzen einprägen.

Verkörperungen der Liebe!

Führt euer Leben mit Mitgefühl, Freundlichkeit und Liebe. Füllt euer Leben mit Liebe. Liebe gleicht Nektar. Ihre Süße ist unvergleichlich. Benutzt deshalb immer höfliche Worte. Sogar wenn ihr einem Feind begegnet, grüßt ihn. Kehrt nicht einmal eurem Feind den Rücken. Seid zu jedem freundlich. Die Veden erklären, wir sollten gemeinsam leben und arbeiten und durch Einheit hohe Ziele erreichen.

Lasst uns zusammen sein, lasst uns alle gemeinsam wachsen,
lasst uns vereint bleiben und gemeinsam in Intelligenz wachsen.
Lasst uns in Freundschaft und Harmonie zusammenleben.

Das ist die wichtigste Lehre der Veden. Gott hat euch eine weiche Zunge gegeben. Ihr solltet mit eurer Zunge keine barschen Worte sprechen. Diese weiche Zunge sollte immer sanfte, liebenswürdige Worte sprechen. Barsche Worte werden euch hartherzig machen. Wenn ihr höflich sprecht, werdet ihr gute Ergebnisse haben. Barsche Worte hingegen werden immer schlechte Ergebnisse bringen.

Verkörperungen der Liebe!

Der Hauptpriester hat eine Rede über ein sehr gutes spirituelles Thema gehalten. Ihr solltet versuchen, die Bedeutung der Themen zu verstehen, über die er während dieses Yajnas sprach. Beschränkt eure Bildung nicht auf das, was die Lehrer euch im Klassenzimmer beibringen. Buchwissen ist künstlich. Diese Art künstlicher Bildung hat geringen Wert. Wichtig ist nicht, was künstlich, sondern was herzlich ist (Swamis Wortspiel im Englischen: artificial – heartificial; A.d.Ü.). In den kommenden Tagen werdet ihr den Ansprachen vieler gelehrter Sprecher über wertvolle Themen lauschen; das wird euer Wissen und eure Reinheit erhöhen. (Geschichten über Gott) hören (shravana), singen (kîrtana), sich auf Vishnu besinnen (vishnusmarana), seinen Lotosfüßen dienen (padasevana), Verehrung (vandana), Gottesdienst (arcana), Dienstbereitschaft (dasyu), Freundschaft mit Gott (sneha) und Hingabe an das Selbst (âtmanivedana) sind die neun Formen der Hingabe. Shravana kommt als Erstes. Hört deshalb guten Dingen zu und versucht, das darin enthaltene Gute in euch aufzunehmen. Verlasst den Ort, an dem unangenehme Worte gesprochen werden. Lasst alles Schlechte sich in Luft auflösen.

Akzeptiert nur das, was gut ist. Dann wird allein Gutes auf immer bei euch bleiben. Alles, was mit Gott zu tun hat, ist gut. Das allein ist ewig und heilig. Nehmt alles auf, was heilig ist, und gründet euer Leben auf diese ewigen Werte. Die Lehren Gottes sind voller Süße. Seine Worte gleichen Nektar. Man sollte Gottes Lehren niemals ignorieren. Ihr mögt sogar den Körper aufgeben, nicht aber Gottes Lehren. Der menschliche Körper besteht aus den fünf Elementen. Niemand weiß, wann sein Ende kommt. Eines Tages muss er verfallen. Messt dem Körper keine Bedeutung bei. Das Leben ist nicht nur dazu gedacht, euren Körper zu erhalten. Verbindet euch mit dieser Art heiliger Gesellschaft, um euch geistig zu reinigen und Glückseligkeit zu erhalten. Es genügt nicht, wenn ihr euch mit heiliger Gesellschaft verbindet; ihr solltet euer Herz mit den heiligen Lehren dieser erhabenen Gemeinschaft füllen.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Ansprachen; S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. © , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.