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 Ansprache Sathya Sai Babas am 09.08.2006


Ati Rudra Maha Yajna


An dem Tag, an dem sich die Menschen
von der englischen Sprache faszinieren ließen,
nahm die Kenntnis der eigenen Religion und Sprache ab.
Mit der schwindenden Kenntnis der eigenen Religion und Sprache
ging die kulturelle Sichtweise verloren.
Mit dem Verschwinden der kulturellen Lebensanschauung
wurde die Rechtschaffenheit auf der Erde geschwächt,
und als die Rechtschaffenheit (Dharma) verfiel
und von der Erde verschwand,
wurde Bhârats (Indiens) herausragende
Stellung erschüttert.
O Bhâratîyas! Öffnet zumindest jetzt eure
Augen und erkennt die Situation.
Was kann ich euch Menschen mit edlen Eigenschaften
sonst noch erklären und mahnend sagen!

Das Land Bhârat ist sehr heilig. Es ist das Land des Opfergeistes. Es ist ein heiliges Land. Dieses Land war die Geburtsstätte vieler tugendhafter Frauen.

War nicht Sâvitrî, die ihren verstorbenen
Ehemann ins Leben zurückbrachte,
eine tugendhafte Frau Bhârats?
War Candramatî, die mittels der Kraft ihrer
Wahrhaftigkeit ein loderndes Feuer auslöschte,
nicht eine tugendhafte Frau Bhârats?
Sîtâ, die zum Beweis ihrer Keuschheit ins
Feuer ging und unversehrt daraus hervorging –
wurde sie nicht in diesem großen Land Bhârat geboren?
Dieses große Land Bhârat ist von einem Meer
reiner (sattvischer) Eigenschaften umgeben.
Die indische Rasse erstrahlt in Tugendhaftigkeit und Reinheit.
Bhârat ist ein außerordentlich fruchtbarer
Boden für edle Empfindungen.
Ist nicht dieses große Land Bhârat ein Weltenlehrer?

Gibt es auf der ganzen Welt irgendein anderes Land, wo eine tugendhafte Frau ihren verstorbenen Ehemann ins Leben zurückbringen konnte? Dieses Land Bhârat war die Geburtsstätte vieler solch tugendhafter Frauen. Im Ramayana entführte der Dämonenkönig Râvana Râmas keusche Ehefrau Sîtâ und hielt sie, von Dämonen bewacht, unter einem Baum in Ashokavan in Lanka gefangen. Râvana forderte sie täglich auf, sich ihm zuzuwenden. Aber in all den zehn Monaten ihrer Gefangenschaft in Lanka hob Sîtâ niemals ihr Haupt und schaute nicht einmal eine Sekunde sein Gesicht an. Derart war ihre Reinheit und Keuschheit. Das Land Bhârat ist wie ein Lehrer für alle Länder der Welt. Obwohl nicht alle Männer in diesem Land von großen und edlen Empfindungen erfüllt sind, ist mit Gewissheit jede Frau hier tugendhaft, wahrhaftig und rechtschaffen. Sogar wenn ihr Ehemann heimkehrt, begrüßen die Frauen in Bhârat ihn stets ergeben. Wo sonst würde der Gott Shiva inkarnieren als in einem so heiligen Land wie Bhârat?

Durch bloße Verehrung, das Einhalten von Gelübden (vrata) oder Durchführen von Ritualen wie Yajnas kann Gott nicht manifest gemacht werden. Nur wenn man ein reines Herz und edle Eigenschaften entwickelt, kann man Gott schauen. Alle Objekte in der Welt sind vom allgegenwärtigen und allmächtigen Gott erschaffen worden, der der Erschaffer, Erhalter und Zerstörer des Universums ist. Jedes Objekt in diesem Universum ist eine Gabe Gottes. Gott wohnt jedem Objekt inne. Es heißt: Gott wohnt allen Wesen inne, und: Das gesamte Universum ist von Gott erfüllt. Betrachtet deshalb jedes Objekt, dem ihr begegnet, als eine Verkörperung des Göttlichen. Die Menschen sagen: „Dies ist ein Taschentuch“ (Swami zeigt sein Taschentuch). In Wirklichkeit ist es das nicht, sondern es ist ein Stück Stoff, das durch das Ineinanderweben vieler Fäden erzeugt wurde. Doch auch diese Beschreibung ist nicht korrekt, es ist vielmehr eine Manifestation von Baumwolle. Aus der Baumwolle kommen die Fäden, die wiederum zu einem Tuch verwoben werden.

Welcher Natur ist das Göttliche?
Gott ist eigenschaftslos, rein, die höchste Stätte,
ewig, makellos, erleuchtet, frei und die Verkörperung von Heiligkeit.

Verschiedene Menschen geben dem Göttlichen verschiedene Namen, aber Gott ist jenseits von Name und Form. Er ist alle Namen und Formen. Er ist allgegenwärtig. Deshalb wird er folgendermaßen beschrieben:

Seine Hände, Füße, Augen, sein Kopf,
Mund und seine Ohren sind überall.
So durchdringt er das gesamte Universum.

Ihr beschäftigt euch mit dem menschlichen Körper, aber er gleicht einer Schaumblase auf dem Wasser. Der Geist ist ein Bündel Gedanken. Man sollte deshalb in seinem Leben nicht sein ganzes Vertrauen in Körper und Geist setzen. Der menschliche Körper ist zweifellos ein Geschenk Gottes. Tatsächlich sind wir geboren, um alles, was Gott gegeben hat, ihm selbst darzubringen. Krishna verkündete in der Bhagavadgita: Der ewige Atman in allen Wesen ist Teil meines Wesens. Er erklärte: Ihr alle seid ein Teil von mir. Demzufolge seid ihr nicht bloß ein Mensch. Der Name, den ihr in dieser gegenständlichen Welt tragt, wurde euch von euren Eltern gegeben. Tatsächlich hattet ihr zum Zeitpunkt eurer Geburt überhaupt keinen Namen! Die Menschheit ist mit dem Göttlichen verbunden, das rein und heilig ist. Nur um diese heilige Natur im Menschen zu nähren und zu fördern, inkarniert Gott sich von Zeit zu Zeit. Wann immer Dharma vom Verfall bedroht ist, inkarniert sich Gott in Übereinstimmung mit seiner Aussage:

Wenn Dharma verfällt und Adharma zunimmt,
inkarniere ich mich, um Dharma wieder zu verankern.

In der heutigen Welt ist die Rechtschaffenheit verfallen und Wahrheit ist in Vergessenheit geraten. Die gesamte Welt ist voll Ungerechtigkeit, Disziplinlosigkeit und schlechtem Verhalten. In dieser chaotischen Situation ist Glaube an Gott das einzige dauerhafte Heilmittel. Wahrheit ist die einzige Zuflucht, denn Wahrheit ist Gott. Liebe ist Gott, lebt in Liebe. Ohne Liebe kann man nicht leben. Deshalb muss man Gott lieben, um von Gott das Geschenk der Liebe zu empfangen. Durch Liebe allein kann man Gott erreichen.

Wie der Pandit, der gerade gesprochen hat, erwähnte, besteht Ati Rudra aus vielen Namakas und Camakas [1]. Sie erhalten das menschliche Leben. Woher kam diese Kraft? Namaka und Camaka stammen aus dem Krishnayajurveda. Dies ist ein allumfassender Veda, aus dem die anderen Veden, Schriften, Heldensagen (Itihâsa) und Epen (Purâna) hervorgingen. Leider haben die Veden heutzutage aufgrund mangelnder Förderung ihre vorherrschende Stellung verloren. Menschen, die die Veden ernsthaft studieren und die in ihnen enthaltenen Mantren regelmäßig rezitieren, sind selten geworden. Regelmäßiges Studium der Veden und Umsetzen der vedischen Anweisungen verleihen den Menschen alle Arten von Wohlstand. Die grundlegenden Prinzipien, die das menschliche Leben und Schicksal regieren, sind in den Veden enthalten. Die Veden sind Gottes Geschenk für das Wohlergehen der gesamten Menschheit. Die Veden machen keinerlei Unterschied auf der Basis von Religion, Kaste, Nationalität usw. Jeder kann die vedischen Mantren rezitieren. (Swami rief zwei ausländische Jungen, die in Prasanthi Nilayam studieren, zu sich und forderte sie auf, das Sri Suktam zu rezitieren.)

Es ist Swamis Wunsch, dass die Veden in jedem Land verbreitet werden, damit jeder Mensch, unabhängig von Religion, Kaste, Nationalität und dergleichen, die Veden lernt und sie rezitiert. Vorgestern sind einige Leute aus dem Iran und Irak in Puttaparthi eingetroffen. Die Devotees aus dem Iran sind noch hier. Wir bemühen uns, allen Menschen die Veden beizubringen. Die Veden entfernen alle Arten von Leid. Das hier durchgeführte Yajna unterscheidet sich von anderen Ritualen wie dem Putrakâmeshti Yaga [2] oder dem Ashvamedha Yaga [3] . Es dient dem Wohlergehen der gesamten Menschheit. Ein paar gesegnete Menschen lernen die Veden und verbreiten sie. Aber leider unternehmen viele Menschen keinerlei Anstrengung, die Veden zu lehren, obwohl sie sie studiert haben. Heute werden allen Schülern und Studenten in den Sri Sathya Sai Bildungseinrichtungen die Veden beigebracht. Als Auftakt zum Erlernen der Veden muss man die Kenntnis von Sanskrit, der Sprache der Veden, erwerben.

Heutzutage bemühen sich Menschen eines jeden Landes, die Veden, vor allem den Rigveda, zu lernen. Sie lernen zugleich auch den Yajurveda, Sâmaveda und Atharvaveda. Vinay Kumar wurde zum Leiter der Jugend des Staates Karnataka [4] ernannt. Ihm wurde die Verantwortung übertragen, die ganze Jugend in Karnataka zusammenzubringen und sie dazu zu bewegen, die Veden zu lernen und die Botschaft der Veden zu verbreiten. Entsprechend sind in allen indischen Staaten wie Andhra, Kerala usw. Jugendleiter ernannt worden. Darüber hinaus sind auch in den Sathya Sai Seva Organisationen in allen Ländern der Welt Jugendleiter zur Verbreitung der Veden und Rezitation der Veden ernannt worden.

Man darf die Veden nicht vernachlässigen. Das Geheimnis der gesamten Schöpfung ist in den Veden enthalten. Die Veden legen das Ziel und den Sinn des menschlichen Lebens fest. Alles, was die Erschaffung, Erhaltung und Auflösung des Universums betrifft, ist in den Veden enthalten. Die Lebensstadien der Schülerschaft (brahmacarya), des Familienlebens (grihastha), des Rückzugs von der Welt (vânaprastha) und der Entsagung (samnyâsin) haben ihre Wurzeln in den Veden. Jetzt sind die Leute in der Lage, die Herrlichkeit der Veden zu erkennen. Wo immer man hingeht, findet man, sogar in den Dörfern, auch Frauen, welche die Veden rezitieren. Was die Körperstruktur angeht, mag zwischen Männern und Frauen ein Unterschied bestehen; aber was das Lernen der Veden angeht, besteht kaum ein Unterschied. Die Veden sind sehr heilig. Vor allem der Ati-Rudra-Teil ist ein sehr wichtiger Abschnitt. Rudram wird im Allgemeinen als Synonym für Ishvara (Shiva) verstanden. Tatsächlich ist Rudram die Essenz aller Veden, des Rig-, Yajur-, Sama- und Atharvanaveda. Ein anderer wichtiger Wesenszug des Rudram liegt in der Einheit seiner zwei Sektionen Namaka und Camaka. Namaka betont den Aspekt der Loslösung, Camaka hingegen den Aspekt des Wünschens. Die Essenz beider Aspekte ist jedoch eine allein. Was soll abgewiesen, was gewünscht werden? Das Schlechte muss abgelehnt und das Gute gewünscht werden. Beides ist wesentlich. Während Namaka Loslösung (virakti) hervorhebt, spricht Camaka von Verlangen nach diesem und jenem.

Die Leute glauben im Allgemeinen, Opfer (tyâga) bestünde darin, das Familienleben, Haus, Land und andere Formen des Wohlstands aufzugeben. Aber das ist überhaupt kein Opfer! Das zu tun ist leicht. Erforderlich ist das Opfern der nachfolgenden Wünsche. Das ist das eigentliche Opfer. Man muss den Sinn des menschlichen Lebens erkennen. Wir werden nicht nur geboren, um zu essen, zu trinken und uns zu vergnügen. Das menschliche Leben wurde uns gegeben, um unseren Mitmenschen zu helfen. Hilf immer, verletze nie. Wir sollten niemandem Schaden zufügen. Wir sollten keine barschen Worte sprechen. Tatsächlich liegen in uns so edle Eigenschaften. Der menschliche Körper besteht aus den fünf Elementen (pancabhûta – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum/Äther). Er besteht aus den fünf Sinnen (pancendriyâh), die nach Wunscherfüllung verlangen. Es gibt jedoch auch bestimmte Werte wie Wahrheit (satya), Dharma, Frieden (shânti), selbstlose Liebe (prema) und Gewaltlosigkeit (ahimsâ), die im Kern unserer Persönlichkeit verborgen liegen. Diese müssen hervorgebracht und in unserem täglichen Leben manifestiert werden. Dieser Vorgang wird Educare genannt. Das Wissen, das aus dem Studium von Büchern kommt, wird heute Bildung, education, genannt. Das ist nicht die wahre Bildung, die wir erlangen müssen. Wahre Bildung ist Educare, durch welche die in uns liegenden edlen Eigenschaften in unserem täglichen Leben manifestiert werden. Dies ist durch eigenes Bemühen erreichbar, ohne dass jemand uns mit etwas Äußerem füttert. Das ermöglicht es uns, ein heiliges Leben zu führen. Nur durch Gottes Gnade und kein anderes Mittel ist das erreichbar. Entsprechend dem Sprichwort „sarvadâ sarvakâleshu sarvatra haricintanam“, muss man sich ständig auf Gott besinnen. Das ist wahre Hingabe.

Es gibt viele Schmuckstücke, aber nur ein Gold.
Kühe haben viele Farben, aber die Milch ist eine.

Es gibt nur einen Gott, ganz gleich, bei welchem Namen wir ihn rufen, ob Râma, Krishna, Jesus oder Allah. Dies sind alles verschiedene Namen, die Gott gegeben werden. Es heißt:

Es gibt nur eine Wahrheit, aber die Weisen
geben ihr verschiedene Namen.

Deshalb sollten wir in Bezug auf Gott niemals einen Unterschied machen. Wenn man das Geheimnis Gottes kennen will, sollte man ein offenes Herz entwickeln. Ihr könnt euch mit irgendeinem Namen, der euch gefällt, auf Gott besinnen. Nichts Falsches liegt darin. Aber es ist falsch, einen Namen und eine Form zu verehren und dabei andere Namen und Formen, die Gott gegeben werden, zu verspotten. Manche Menschen mögen den Namen Nârâyana, aber nicht Shiva. Das ist falsch. Ishvara (Shiva) und Nârâyana sind verschiedene Namen, durch die derselbe Gott verehrt wird. Der eine Gott wird mit vielen Namen und Formen angebetet. Wer diese Einheit erkennt, wird geistigen Frieden haben. Eine Form Gottes zu lieben und eine andere zu hassen, ist nicht gut. Wenn ihr euch so verhaltet, werdet ihr euren Wunsch nicht erfüllen können. Nicht nur die Jugend, ein jeder muss dieses Prinzip erkennen und ihm folgen. Tatsächlich ist es allein das Göttliche, das die Welt jetzt beschützt. Gottes Name ist machtvoller als die Atombomben. Gottes Name beschützt die Guten und bestraft die Bösen. Deshalb wird die Welt sicherlich beschützt werden, wenn ihr Gott weiterhin verehrt.

Dieses Yajna wird für das Wohlergehen der Welt durchgeführt. Es gibt einen sehr wichtigen Aspekt dieses Yajnas. Das Ati Rudra Maha Yajna schützt und fördert die göttliche Natur im Menschen, während es zugleich die dämonischen Eigenschaften zurückweist und verringert. Auf diese Weise wirkt es für das Wohlergehen der Menschheit. Dieses Yajna kann von jedem durchgeführt werden, der am Wohlergehen der Menschheit interessiert ist.

Das Material und andere Voraussetzungen zur Durchführung dieses Yajnas sind allein durch die Bemühungen Vinay Kumars arrangiert worden. Er führte die Aufgabe liebevoll durch und vollbrachte sie nahezu ohne Hilfe von anderen. Etliche Leute waren bereit, Reis, Früchte, Gemüse und andere Materialien zu spenden, aber er gab ihren Bitten nicht nach. Die Durchführung dieses Yajnas brachte große Geldausgaben mit sich. Er ging allein umher und besorgte die Materialien für dieses Yajna. Ich wünsche, dass jeder Staat solch hingebungsvolle Sevadalleiter hat. Er leistet viel Seva. Ich bin über sein Dienen sehr glücklich. Er wies alle Hilfsangebote zur Durchführung dieses Yajnas mit den Worten zurück: „Sai ist mit mir; er allein wird mir helfen.“ Er heiratete vor zehn Jahren. Er und seine Frau dienen beide Swami. Als mir der Vorschlag zur Durchführung dieses Yajnas unterbreitet wurde, fragte ich sie: „Meine Lieben! Ihr schlagt vor, dieses Ati Rudra Yajna in Prasanthi Nilayam durchzuführen. Wollt ihr einen Sohn haben?“ Sie erwiderten einstimmig, das sei nicht ihr Wunsch oder das Motiv ihrer Bitte. Dann fragte ich, was sie sonst haben wollten. Ihre Antwort lautete: „Swami! Wir wollen nur dich!“ Bisher habe ich von keinem Paar diese Antwort erhalten. Seinem Namen gemäß verrichtet Vinay Kumar mit Liebe und Hingabe viel gute Arbeit. Sein Vater war ein Einkommenssteuerbeamter. Er war ein Kollege von Lakshminarayan. Auch jetzt steht Vinay mit Lakshminarayan in Verbindung. Vinay Kumar behandelt ihn wie seinen eigenen Vater. Es sollte viel mehr solche Seelen geben und ihre Zahl sollte zunehmen. Wenn die Führer gut und kompetent sind, wird die ganze Welt reibungslos funktionieren. Leider ist durch den Mangel an rechter Führerschaft die Welt heutzutage in diesen traurigen Zustand gekommen. In allen Bereichen – Bildung, Politik, Religion, Spiritualität usw. - sollte es gute Führer geben. Doch heutzutage findet man in kaum einem Bereich gute Führer. Wo immer man hinschaut, jedes menschliche Bemühen ist durch die Verrücktheit nach Geld verschmutzt. Alles ist Geschäft. Die Sri Sathya Sai Organisationen haben jedoch keine solche Probleme. In unseren Organisationen ist alles frei. Die Ausbildung ist von der ersten Klasse bis zum Doktor der Philosophie völlig kostenfrei. Dasselbe gilt für unsere Krankenhäuser. Unsere Allgemein- und Superspezialkrankenhäuser führen die ärztliche Behandlung völlig kostenlos durch. Die Krankenhäuser draußen verlangen 300 000 bis 400 000 Rupien für eine Herzoperation. Wie können die Armen eine solche Summe aufbringen? Es übersteigt ihre Mittel. In unseren Krankenhäusern sind die medizinischen Behandlungen, auch die Spezialleistungen, völlig kostenlos. Die Armen kommen ohne eine Rupie in der Tasche zur Behandlung in unsere Krankenhäuser und kehren von ihren Krankheiten völlig geheilt nach Hause zurück. Wir sollten alle Dienste umsonst leisten. Ich wünsche, dass all unsere Sevadals und Collegestudenten kostenlos Dienst tun. Nur dann werden sie fähig sein, Swamis Gnade zu erhalten. Ein Wort der Vorsicht – ihr mögt alles andere vergessen, aber niemals die Rezitation des göttlichen Namens!

Verkörperungen der Liebe!

Das Ati Rudra Maha Yajna ist erhaben, sehr heilig und äußerst wirksam. Das Leben der Menschen, die dieses Yajna durchführen, wird geheiligt sein. An jeder Feuerstelle (homakunda) werden 11 Priester (ritwik) die Rituale durchführen. Es sind elf Feuerstellen. So werden insgesamt 121 Priester die verschiedenen Rituale dieses Yajnas durchführen. Für jedes Homakunda ist eine Person verantwortlich, die sich um alles, was die Rituale betrifft, kümmern wird. So arbeiten alle mit dem Yajna verbundenen Menschen einheitlich zusammen, damit das Yajna erfolgreich ist. Nur durch Einheit kann etwas erreicht werden. Aus Einheit kommt Reinheit, und aus Reinheit manifestiert sich das Göttliche. Deshalb sollten sich alle wie Brüder und Schwestern verhalten. Wenn ihr aus irgendeinem Grund bei einem bestimmten Anlass zornig werdet, dann betrachtet Zorn als euren Feind und werdet ihn los. Verlangen (kâma), Zorn (krodha), Gier (lobha), Täuschung (moha), Stolz (mada) und Eifersucht (mâtsarya) sind die sechs Feinde, die den Menschen Schwierigkeiten bereiten.

Verkörperungen des göttlichen Selbst!

Ihr seid nicht gewöhnliche Menschen, sondern in Wahrheit die Verkörperungen des göttlichen Selbst. Zu seiner Identifizierung ist jedem Einzelnen ein bestimmter Name gegeben worden. Doch ihr alle seid nicht bloß Menschen, sondern Verkörperungen des göttlichen Selbst. Ich wünsche, dass ihr alle ein glückliches, friedvolles, zufriedenes und glückseliges Leben führt. Wenn ihr nicht wirklich hingebungsvoll seid, werdet ihr nicht fähig sein, ein solches Leben zu führen. Ihr Goldstücke (bangaru), entwickelt deshalb Hingabe. Ihr müsst in Hingabe eintauchen, nicht ins tiefe Meer (Wortspiel devotion – deep ocean). Allein eine solche Hingabe führt euch zum Göttlichen.

Übersetzung der vom Aschram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Ansprachen; S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

[1] Swami spricht hier von der Rudra gewidmeten Hymne Sri Rudram, die aus zwei Teilen, Namaka und Camaka, besteht. Sie ist unverzichtbarer Bestandteil des Ati Rudra Maha Yajnas und wird bei diesem Yajna insgesamt 14641 Mal rezitiert.

[2] Opferhandlung, die mit dem Ziel durchgeführt wird, einen Sohn zu erhalten, A. d. Ü.

[3] Pferdeopfer, das von großen Königen durchgeführt wurde, um ihren Herrschaftsbereich auszudehnen.

[4] Indischer Bundesstaat, zu dem auch Bangalore und Whitefield gehören.


    

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