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 Ansprache Sathya Sai Babas am 28.08.2004


Oh Mensch! Nur um deinen Bauch
zu füllen, mühst du dich im Leben ab.
Du eignest dir auf verschiedenen
Gebieten vielfältiges Wissen an.
Prüfe und erkunde selbst, welch
großes Glück du dadurch erlangt hast,
dass du deine gesamte Zeit von morgens
bis abends damit verbringst,
weltliches Wissen und Reichtum zu erwerben
und Gott dabei vergisst!

Verkörperungen der Liebe!

Hunger, Durst, Freude und Leid sind für den Menschen ganz natürlich. Das eine folgt dem anderen. Nahrung ist für den Menschen wichtig, aber den Bauch zu füllen ist nicht der einzige Sinn der menschlichen Existenz. Der Mensch wird nicht um des Essens willen (âhâra) geboren, sondern um Glückseligkeit (ânanda) zu erfahren. Wer diese Glückseligkeit vergisst und seine Zeit und Energie für das Streben nach Nahrung verwendet, vergeudet letztendlich sein Leben. Der Sinn des Feierns von Festen besteht darin, Glückseligkeit zu erfahren, nicht nur darin, köstliche Speisen zu sich zu nehmen. Der Körper braucht zweifellos Nahrung, aber das Leben ist nicht allein für die Nahrung gedacht. Der Mensch ist sich dieser Wahrheit nicht bewusst und schlägt um der Nahrung und körperlicher Freuden willen den Weg der Rechtlosigkeit ein. Der Körper besteht aus den fünf Elementen und ist vergänglich. Der Geist ist nichts als ein Bündel von Gedanken und Wünschen. Wir sollten uns nicht unangemessen an den Körper und unsere Gedanken- und Gefühlswelt binden. Wir sollten danach streben, Glückseligkeit zu erfahren.

Verkörperungen der Liebe!

Der menschliche Körper ist aus Liebe hervorgegangen. Wir sollten deshalb unser Leben nur um der göttlichen Liebe und nicht um des Essens willen leben. Aber der Mensch versteht diese Wahrheit nicht. Er müht sich von morgens bis abends ab, seinen Bauch zu füllen und nutzt das Geschenk des Körpers nicht für den Zweck, der ihm bestimmt wurde. Dieser Körper ist ein Käfig voll Schmutz, er ist Krankheiten ausgesetzt und unterliegt dem Wandel der Zeit. Wie töricht ist es, Bindung an so einen vergänglichen Körper zu entwickeln und nach seinen Freuden zu streben!

Verkörperungen der Liebe!

Wir sollten unser Leben so führen, dass wir uns erlösen. Wir sollten Gott lieben und nur nach ihm verlangen. Unsere Liebe sollte nur auf Gott und nicht auf den Körper gerichtet sein. Unser Sprechen, unsere Handlungen und der Lebensatem selbst sind dazu gedacht, Atman, das göttliche Selbst, zu erfahren. Der Körper mag gelegentlich leiden, aber diese Unpässlichkeiten gleichen vergänglichen Wolken. Der Mensch ist geboren, um die ewige Wahrheit des Atman zu erreichen. Das Leben ist dazu gedacht, nach dem Atman zu suchen, nicht nach Nahrung. Die Suche nach Nahrung verursacht körperliche Leiden, die gleich vorbeiziehenden Wolken auftauchen und verschwinden. Wie töricht es ist, wegen dieser vorüberziehenden Wolken niedergeschlagen zu sein! Wir sind geboren, um die ewige Glückseligkeit des Atman zu erfahren; diese Wahrheit sollten wir niemals vergessen.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr seid die ganze Strecke von Kerala hierher gekommen, um das heilige Onamfest zu feiern und in Swamis göttlicher Gegenwart Freude und Seligkeit zu erfahren. Wir sollten nicht zulassen, dass Nebensächlichkeiten unseren Enthusiasmus dämpfen. Wir sollten mutig und überzeugt vorwärts schreiten, ohne Rücksicht auf Hindernisse und Unbequemlichkeiten auf dem Weg. Vor ein paar Minuten, als ihr alle selig in die Feier versunken ward, fing meine Nase plötzlich an zu bluten. Ich ging hinein, wischte das Blut ab und kam fröhlich wieder nach draußen, als wäre nichts geschehen.[1] Wie können wir wegen so geringfügiger Anlässe die Feier eines so heiligen Festes abbrechen? Wir sollten nicht bei so geringen körperlichen Beschwerden unser Selbstvertrauen verlieren. Das Wesen dieser Beschwerden ist vergänglich, ihr solltet euch nicht von ihnen ablenken lassen. Unpässlichkeit und Leiden sind natürlich für den physischen Körper. Manchmal wird sogar die Sonne von Wolken verdeckt; aber können die Wolken jemals das Strahlen der Sonne vermindern? Nein. So wie die Sonne von den Wolken nicht beeinträchtigt wird, ebenso solltet ihr euch von Unpässlichkeit und Leid nicht beeinflussen lassen. Wenn ihr diesen Mut, diese Überzeugung und Entschlusskraft entwickelt, wird euch kein Leid deprimieren oder mutlos machen.

Verkörperungen der Liebe!

Wir sollten unsere Zeit durch geweihte Handlungen heiligen. Diese spirituelle Lektion haben wir heute zu lernen. Nur wenn wir die Schwierigkeiten und das Leid auf unserem Weg überwinden, können wir die transzendentale Glückseligkeit erfahren. Fürchtet Schwierigkeiten nie, sondern schaut ihnen mutig ins Angesicht. Nur dann wird die Menschlichkeit in euch erblühen. Wenn ihr die Glückseligkeit des Atman erfahrt, werden Schwierigkeiten und Leiden euch nicht länger bekümmern.

Verkörperungen der Liebe!

Mein leichtes körperliches Unbehagen hat bei euch mitten in der freudigen Feier des Festes Besorgnis ausgelöst. Ihr solltet Furcht oder Sorge niemals Raum geben. Um eure Ängste und Besorgnis zu verringern und euch Freude zu schenken, kam ich sogleich zurück. Wir begegnen in dieser Welt vielen Schwierigkeiten. Tatsächlich lösen sie in euch nur Besorgnis aus, können euch aber nicht wirklich verletzen.

Onam ist Keralas heiligstes Fest. Ihr müsst die Bedeutung und Botschaft dieses Festes verstehen und in die Praxis umsetzen. Onam ist eine Gelegenheit, unsere Freude mit anderen zu teilen. Ohne Schwierigkeiten zu erleben, könnt ihr kein Glück erfahren.

Glück (Freude) ist nicht
durch Glück zu erlangen.

Angesichts von Schwierigkeiten gewinnt Glück an Wert. Sogar unüberwindliche Schwierigkeiten werden sich wie dünner Nebel auflösen, wenn ihr ihnen mit Mut und Selbstvertrauen entgegentretet. Auch wenn das Wesen der Probleme gewaltig zu sein scheint, solltet ihr Furcht oder Besorgnis keinen Raum in eurem Geist geben. Der Geist gleicht einem verrückten Affen, der sich durch Schwierigkeiten schnell ins Wanken bringen lässt. Ignoriert deshalb die Schwierigkeiten, die euch begegnen. Erlaubt ihnen nie, die Oberhand zu gewinnen. Die Gedanken- und Gefühlswelt ist der Schleier der Täuschung (Maya), der auf eurem Weg zur Spiritualität ein Hindernis bildet. Ihr solltet nicht Sklave eures Geistes werden, sondern ihn erobern. Nur dann könnt ihr Göttlichkeit erlangen. Aber ihr lasst euch von den Launen des Geistes mitreißen, der nichts als eine Täuschung (Maya) ist. Ihr solltet die Anweisungen des Geistes ignorieren. Wir halten den denkenden und empfindenden Geist für den wichtigsten Aspekt der Menschheit, aber wenn ihr euch von seinen Launen und Einbildungen mitreißen lasst, kann er euch in Gefahren und Schwierigkeiten bringen. Unterwerft euch deshalb nicht eurer Gedanken- und Gefühlswelt.

Verkörperungen der Liebe!

Wer seinen Geist beherrscht, ist ein wahrer Mensch (manishi). Wer keine Kontrolle über seinen Geist hat, ist kein Mensch. Wie könnt ihr euch selbst als Mensch bezeichnen, wenn geringfügige Probleme euch wankelmütig und deprimiert machen? Bemüht euch, vom Geist gestellte Probleme zu überwinden, ohne euch ihretwegen übermäßig zu sorgen. Es gibt in dieser Welt nichts Großartigeres als Gottes Liebe. Wir sollten deshalb unseren Geist, unsere Gedanken und Emotionen, transzendieren, denn sie stellen ein Hindernis auf dem Weg zu Gott dar.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr seid aus Liebe geboren und werdet durch Liebe erhalten. Heiligt euer Leben, indem ihr ein von Liebe erfülltes Leben führt. Betrachtet Liebe als eure eigentliche Lebensgrundlage. Wenn ihr euch trivialen Problemen beugt, seid ihr nicht geeignet, Mensch genannt zu werden. Sogar winzige Ameisen sind in der Lage, Hindernisse auf ihrem Weg zu überwinden. Nicht nur der Mensch hat Probleme; auch Vögel, Tiere und Insekten haben Probleme.

Der Heilige Tyâgarâja sang:

O Rama, du durchdringst alles
von der Ameise bis zum Schöpfergott Brahma.
Du bist in Shiva
[2] und ebenso in Keshava[3].
Bitte kümmere dich um mich!
"

Dieselbe Göttlichkeit, die in einer Ameise gegenwärtig ist, befindet sich auch im Menschen. Ebenso sind Schwierigkeiten allen gemeinsam. Das Leid, das eine Ameise erfährt, gleicht dem eines Menschen. Wenn so ein winziges Geschöpf wie eine Ameise Leiden widerstehen kann, warum kann der Mensch nicht das Gleiche tun? Der Mensch wird von seiner Nahrung und seinen Lebensgewohnheiten beeinflusst und ist dadurch ein Sklave seines Geistes (mind) geworden. Aus diesem Grund kann er Leiden nicht widerstehen. Wir sollten den Herausforderungen des Lebens mit Tapferkeit begegnen und die Schwierigkeiten zur Seite schieben. Lasst euch niemals von Schwierigkeiten einschüchtern. Nur wenn ihr Schwierigkeiten mit Mut begegnet und sie überwindet, könnt ihr Gott erlangen.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr solltet nichts anderes suchen als göttliche Liebe. In dieser Welt gibt es nichts Höheres als die Liebe. Ihr haltet Gold, Silber, Diamanten usw. für sehr kostbar, aber in Wirklichkeit sind diese so genannten wertvollen Dinge dazu angetan, den Menschen zu täuschen. Wir sollten nicht an diesen weltlichen Besitztümern interessiert sein, sondern unseren Geist auf Gott ausrichten. Führt eure täglichen Aktivitäten durch, indem ihr Gott als euer Ziel bewahrt. Nur dann wird euer menschliches Leben Erfüllung finden. Wir sollten danach streben, Gottes Gnade zu erlangen und uns nicht durch Schwierigkeiten und Verluste abbringen lassen. Mit Gott an eurer Seite könnt ihr alles erreichen. All eure Schwierigkeiten und euer ganzes Leid werden im Nu verschwinden. Warum sollten wir uns wegen geringfügiger Dinge sorgen, wenn die allgegenwärtige Göttlichkeit in uns liegt? Liebe ist die göttliche Kraft, die uns den Mut verleiht, Schwierigkeiten zu überwinden. Mit der Kraft der Liebe ist alles zu erreichen. Wir sollten uns vor der Sünde fürchten, nicht aber vor Schwierigkeiten. Wir müssen Furcht vor Sünde, Liebe zu Gott und Moral in der Gesellschaft entwickeln. Aber statt Furcht vor Sünde zu entwickeln, lassen wir uns durch Sünde versklaven. Statt Zuflucht bei Gott zu suchen, erliegen wir Schwierigkeiten. Moral in der Gesellschaft wird zur Liebe zu Gott führen, was wiederum Furcht vor Sünde mit sich bringt. Wir sollten deshalb in der Gesellschaft Moral bewahren und uns Gott weihen.

Einst betete Tyâgarâja:

O Herr, mich beschäftigt zutiefst
die Furcht vor Sünde.
Ich bin nicht fähig, mich deiner
Liebe zu ergeben.
Bitte gewähre mir die Kraft der Überzeugung,
mich vor deiner göttlichen Liebe zu verneigen.
Bitte schenke mir die Kraft, die Furcht vor
Schwierigkeiten zu überwinden.
"

Was haben wir in unserem Leben erreicht? Welchen Zweck erfüllt die ständige Besinnung auf Gott? Derjenige, der sich ständig auf Gott besinnt, sollte fähig sein, sich von sündhaften Handlungen fernzuhalten und Liebe zu Gott zu entwickeln. Es gibt kein größeres Glück, als Gott zu lieben. Nach diesem großen Schatz muss man streben und sich bei dieser spirituellen Disziplin nicht von Leiden und Schwierigkeiten abschrecken lassen.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr habt euch alle hier versammelt, um das große Glück der Liebe zu Gott zu erlangen. Man sollte sich niemals von Leiden und Schwierigkeiten unterjochen lassen. Leid und Sünde sind Hindernisse auf dem spirituellen Weg. Sie sind wie Wellen: Wenn man im Wasser schwimmen will, muss man, um vorwärts zu kommen, beim Schwimmen die aufkommenden Wellen beiseite schieben. Entsprechend muss man die aufkommenden Wellen des Leids und der Sünde beiseite schieben, wenn man im Strom des Lebens weiterkommen will.

Alle, vom Kind bis zum Erwachsenen, müssen danach streben, Gottes Liebe zu erhalten. Dieser Kampf um Gottes Liebe formt die Persönlichkeit eines Menschen. Was ist unter Persönlichkeit zu verstehen? Höhe, Gewicht, und ein kräftiger Körper? Nein, so zu denken ist ein Fehler. Um Gottes Liebe zu erlangen, muss man mit Mut vorwärts schreiten ohne sich von Leiden und Schwierigkeiten abschrecken zu lassen. Das ist die wahre Bedeutung von Persönlichkeit. Tatsächlich hat Gott jedem Menschen bereits eine solche Persönlichkeit gewährt. Leider gelingt es uns nicht, diese Wahrheit zu erkennen. Der Begriff „Person“ beinhaltet eine große göttliche Kraft, die Gott dem Menschen gegeben hat. Unsere Vorfahren bezeichneten diese göttliche Kraft als „persona“. Sie ist ein großes Gottesgeschenk, das jedem Einzelnen gewährt wurde. Wir sind unfähig, diesen großen Schatz zu hüten. Diese Leiden und Schwierigkeiten gleichen vorüberziehenden Wolken, die kommen und gehen. Warum sollten wir sie fürchten? In unserer Persönlichkeit liegt das ewige göttliche Prinzip. So lange wir uns ständig der in uns verborgenen Göttlichkeit bewusst sind, besteht kein Grund zur Angst. Schreitet mit Mut und Überzeugung vorwärts und erreicht euer Lebensziel. Nur um euch diesen Mut einzuflößen und euren Glauben an Gott zu verstärken, werdet ihr gelegentlich Augenblicken der Angst ausgesetzt.

Verkörperungen der Liebe!

Mir ist bewusst, dass ihr sehr besorgt wart über das körperliche Unbehagen, das Swami vor ein paar Minuten erfuhr. Ihr macht euch um diesen physischen Körper große Sorgen. Versteht und lasst euch von der Tatsache überzeugen, dass ein Körper schließlich und endlich physischer Natur ist. Er gleicht einer Blase im Wasser und der Geist (mind) einem verrückten Affen. Ihr braucht euch vor diesem verrückten Affen nicht zu fürchten und solltet euch keine Sorgen um vorüberziehende Wolken machen. Sie sind wie Besucher, die kommen und gehen. Wir müssen fest in der Realität des Atman (âtmatattva) verankert sein, die nichts anderes als die Göttlichkeit ist. Entwickelt volles Vertrauen in Âtmatattva; das allein wird euch in jeder Hinsicht beschützen.

Verkörperungen der Liebe!

Gott kann durch seinen göttlichen Willen alles vollbringen. Warum solltet ihr euch fürchten, wenn dieser allmächtige Gott immer bei euch, in euch und um euch herum ist? Entwickelt diesen Mut und diese Überzeugung und schreitet voran. In dieser Welt gibt es keine mächtigere Kraft als Glaube an und Vertrauen in Gott.

Verkörperungen der Liebe!

All diese Kinder sind hier zusammengekommen, um einige heilige Augenblicke in Gottes Gegenwart zu verbringen. Sie sind wahrhaft gesegnet. Ihr gutes Schicksal ist das Ergebnis von Verdiensten, die ihre Eltern erworben haben. Hier ist ein kleines Mädchen (Swami zeigt auf ein kleines Mädchen). Sie hat vor kurzem an dem Gruppentanz teilgenommen. Während des Tanzes beobachtete sie ständig die Schritte der anderen Mädchen in der Gruppe und entwickelte dabei eine so starke Konzentration, dass ihre Schritte vollkommen mit denen der anderen Mädchen übereinstimmten. (Swami materialisierte eine goldene Kette und legte sie dem Mädchen um den Hals.)

Verkörperungen der Liebe!

Ich werde sehr glücklich sein, wenn ihr alle wieder zu Kindern werden könnt. Ein Kind wird niemals die schlechten Eigenschaften Zorn, Leidenschaft, Eifersucht, Hochmut und Ego haben. Jesus Christus würdigte immer die Qualität der Unschuld in Kindern. Einmal nahm er in der Menschenmenge ein kleines Kind vom Schoß der Mutter, hob es hoch und sagte: „Ich mag dieses Kind sehr; es besitzt alle göttlichen Eigenschaften. Es ist rein, selbstlos und vollkommen glückselig.“ Im Allgemeinen ist das Wesen der Kinder göttlich. Wenn sie heranwachsen, entwickeln sie schlechte Eigenschaften wie unmäßige Wünsche, Bindungen, Zorn, Eifersucht usw. Mit fortschreitendem Alter nehmen auch die Leiden und Schwierigkeiten zu. Man sollte deshalb danach streben, Herrschaft über die eigenen Wünsche zu erlangen. Das ist unter „Begrenzung der Wünsche“ zu verstehen. Wenn ihr diese Kontrolle entwickeln könnt, lebt ihr unter dem Einfluss der göttlichen Kraft. Ansonsten wird die Kraft der Wünsche euch blenden und ihr geratet in einen Strudel, aus dem ihr niemals herauskommen könnt. Kindliche Einfachheit, Reinheit und Unschuld ist der Weg zu Gott.

Verkörperungen der Liebe!

Ich wünsche, dass ihr wenigstens eine Minute am Tag zu Kindern werdet. Ihr solltet den edlen Eigenschaften nacheifern, die für die Kinder charakteristisch sind. Angenommen, euch plagen Wünsche, vertreibt sie, da sie eurer edlen Persönlichkeit nicht würdig sind. Nur dann könnt ihr euren Kopf hoch erheben.

Vor ein paar Minuten blutete meine Nase sehr stark. Wenn ich mich hilflos diesem körperlichen Leiden unterworfen hätte, wäre es nur schlimmer geworden. Deshalb beschloss ich, diesem körperlichen Unbehagen zu trotzen und mit Festigkeit aufrecht zu stehen, ungeachtet dessen, was dem Körper geschieht. Ich wusch mein Gesicht und kam sofort zurück. Schließlich werden dieser Körper und das in ihm zirkulierende Blut nur von unserer Nahrung genährt und erhalten. Was ist der Sinn unseres Lebens, wenn wir unseren eigenen Körper nicht beherrschen können? Wo immer wir uns befinden, müssen wir unseren Körper unter Kontrolle halten. Nur dann sind wir wahre Menschen und können der Göttlichkeit näher kommen. Je mehr ihr euren Körper und Geist beherrscht, desto näher kommt ihr Gott.

Tatsächlich ist Liebe die einzige Eigenschaft, die euch näher zu Gott bringt. Es gibt nichts Größeres als die Liebe. Sie ist eine göttliche Eigenschaft. Liebe ist Gott. Lebt in Liebe. Wenn ihr diese edle Eigenschaft entwickelt, verdient ihr es, Mensch genannt zu werden. Diese göttliche Liebe gleicht dem Blut, das in jedem Menschen, nein, in jedem Lebewesen zirkuliert. Wenn es einem gelingt, diese universale Liebe zu kultivieren, kann man nicht nur jeden Menschen, sondern alle Lebewesen lieben. Liebe ist Gott und Gott ist Liebe. Schließt deshalb jeden Einzelnen liebevoll in euer Herz. Begegnet niemals jemandem mit Zorn oder Hass.

Verkörperungen der Liebe!

Die Liebesqualität, die jeden Menschen durchdringt, ist ein und dieselbe. In dieser Hinsicht gibt es keine Unterschiede. Wenn ihr diese universale Liebe kultiviert, wird sie zu eurem Lebensatem selbst, der Gott noch lieber ist. Entwickelt deshalb diese reine, makellose und selbstlose Liebe. Liebt eures Nachbarn Kind, als wäre es euer eigenes. Alle sind Verkörperungen der Liebe. Liebe ist die Botschaft dieses heiligen Onamfestes. Dieses Fest wird gefeiert, um diese Botschaft der Liebe unter allen Menschen zu verbreiten. In Wirklichkeit sind wir geboren, um diese heilige Liebe zu entfalten, zu nähren und mit anderen zu teilen. Wenn uns dieses Unterfangen misslingt, wird unser ganzes Leben eine Verschwendung.

Als meine Nase vor ein paar Minuten blutete, gaben mir Ärzte den Rat, mich auszuruhen und nicht hinauszugehen, um eine Ansprache zu halten. Ich fragte sie nach dem Grund. Die Ärzte erklärten, wenn ich zu sprechen anfinge, könnte die Blutung wieder auftreten. Ich erwiderte darauf: „Gut! Lasst mich sehen (was geschieht)!“ So begegnete ich dem Problem direkt mit Mut und Vertrauen. Ebenso sollten wir uns nicht bedauern oder niedergeschlagen fühlen, wenn wir einer schwierigen Situation ausgesetzt sind. Nur dann können wir die Situation überwinden.

Verkörperungen der Liebe!

Wann immer ihr körperliches oder geistiges Leid erlebt, verliert nicht die Ruhe. Seid nicht niedergeschlagen. Schaut dem Problem stattdessen offen ins Angesicht und unternehmt Aktivitäten, die euch das Gefühl von Mut und Vertrauen einflößen. Im Leben entstehen zweifellos Situationen, in denen wir Leiden und Schwierigkeiten erleben müssen. Wenn unsere liebevollen Eltern diese Welt verlassen, leiden wir zutiefst. Aber statt in so schwierigen Situationen aus dem Gleichgewicht zu geraten, ist es ratsam, der Schicksalsprüfung mutig ins Auge zu schauen und unseren Eltern dafür zu danken, dass sie uns das Geschenk dieses Körpers gegeben haben.

Verkörperungen der Liebe!

Ich hoffe, ich bereite euch durch meine lange Ansprache keine Unannehmlichkeiten. Ich spreche nur deshalb so lange, um euch Mut einzuflößen. Als meine Nase blutete, warteten all unsere Kinder[4] ängstlich und besorgt im Nebenraum. Ich sagte zu ihnen: „Sorgt euch nicht. Ich werde hinausgehen und diesem Leiden eine starke Dosis verpassen. So sind mein Mut und mein Vertrauen, wenn ich auf schwierige Situationen treffe. In der Tat liegt in diesem Mut meine wahre Stärke. Kommt! Lasst uns gehen!“ Die Kinder sammelten all die blutgetränkten Tücher und waren sehr betrübt, als sie dies sahen. Wenn diese Tücher gewaschen werden, werden die Blutflecken im Nu verschwinden. Entsprechend kann Gottes Liebe allein unsere Leiden wegwaschen! Entwickelt deshalb diese göttliche Liebe. All unsere Leiden und Schwierigkeiten werden aus dem Weg geräumt werden.

Bhagavan sang erst entsprechend der Melodie von „Prema îshvara hai“ ein neues Lied: „Prema daivamu hai…“ – „Liebe ist Gott und Gott ist Liebe“,
und schloss dann mit dem Bhajan „prema mudita manase kaho…“.

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen englischen gedruckten Fassung der Ansprache
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

[1] Tatsächlich wurde Swami im Rollstuhlsessel in das Interviewzimmer hinein- und später wieder hinausgefahren; während Swamis Abwesenheit beendete der erste Redner seine Ansprache, gefolgt von einer zweiten Ansprache des Transport- und Verkehrsministers von Kerala, Anm. d. Übers.

[2] Gott in seinem auflösenden Aspekt.

[3] Ein Name von Vishnu oder Krishna; Gott in seinem erhaltenden Aspekt.

[4] Gemeint sind die Jungen, die sich um Swami kümmern, Anm. d. Übers.


    

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