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 Ansprache Sathya Sai Babas am 25.12.2004

 

Weihnachtsansprache


Wie kommt es, dass die Sonne
regelmäßig morgens auf- u
nd abends untergeht?
Wie kommt es, dass die Sterne
nachts wunderschön am Himmel funkeln
und sich tagsüber verstecken?
Wie kommt es, dass der Wind unaufhörlich
weht und (als Luft) die Lebewesen erhält,
ohne auch nur einen Augenblick zu ruhen?

Wie kommt es, dass die Flüsse mit fröhlichem Plätschern unaufhörlich fließen?

Der Begriff „Jagat“ – „Welt“ oder „Schöpfung“ – kennzeichnet das, was geboren und erhalten wird und sich schließlich wieder auflöst. Gott, der für die Erschaffung, Erhaltung und Auflösung der Welt verantwortlich ist, besitzt keine spezifische Form. In Gestalt der fünf Elemente Äther, Luft, Feuer. Wasser und Erde durchdringt er die gesamte Welt. Es gibt keinen Platz und keine Person ohne diese fünf Elemente. Die Bhagavadgita verkündet dieselbe Wahrheit:

Seine Hände, Füße, Augen,
sein Kopf, sein Mund und
seine Ohren sind überall.

So durchdringt er das gesamte Universum.

Es gibt keinen Ort, an dem Gott nicht existiert. Wie kann irgendjemand das Prinzip dieser alles durchdringenden Göttlichkeit verstehen oder erklären? Die Menschen schreiben Gott verschiedene Namen und Formen zu. Sie feiern die Geburtstage der von ihnen erwählten göttlichen Form, verehren diese und haben Freude daran. Aber niemand ist in der Lage, das Wesen der Göttlichkeit vollständig zu erfassen.

Niemand kann es sich leisten, diese Tatsache zu ignorieren. Wenn das Kind vom Mutterleib getrennt wird, beginnt es zu weinen. Aus welchem Grund? Sobald man einen Tropfen Honig oder Milch auf seine Zunge gibt, hört das Kind auf zu schreien. Wir können deshalb behaupten, dass jeder mit Hunger und Durst geboren wird. Welcher Art ist dieser Hunger? Ist er weltlich oder spirituell? Es ist schwierig zu beurteilen, wer mit welcher Art Hunger geboren wird. Aber Hunger ist allen gemeinsam. Nahrung ist notwendig, um den eigenen Hunger zu stillen. Jeder Einzelne hat die Pflicht, sich um seinen Unterhalt zu bemühen und diesen auch mit anderen zu teilen.

Gott wird weder geboren noch stirbt er.
Er ist jenseits aller Namen,
Formen und Eigenschaften.
Gott ist ewig, ohne Geburt und Tod.
Er hat keinen Anfang, keine Mitte und kein Ende.
Er ist allgegenwärtig und der ewige Zeuge.

Wie kann jemand Gott, der allmächtig und allgegenwärtig ist, einen spezifischen Namen geben?

Die Erde nimmt das Regenwasser auf und gibt es an die Ernte weiter. Als Folge davon können wir die Ernte einbringen. So erhält Mutter Erde unser Leben, indem sie für unsere Erhaltung sorgt. Wasser ist für unser Überleben sehr notwendig. Man kann einige Tage ohne Nahrung leben, nicht aber ohne Wasser. Wasser ist Gottes Geschenk. Es ist nur durch Gebet und kein anderes Mittel zu erhalten. Die Menschen halten an vielen Plätzen Gottesdienste ab und verrichten spezielle Gebete, um die göttliche Gnade für Wasser herbeizurufen. Gleichgültig ob es sich um einen Armen oder einen Millionär handelt, jeder muss zu Gott beten, denn er ist es, der uns Nahrung und Wasser gibt. Der Mensch kann Nahrung und Wasser nicht selber erschaffen. Er weiß nicht einmal, welche Art Nahrung für ein gesundes Leben wichtig ist. Er sollte sich um dieses Verständnis bemühen.

Was immer Gott tut, dient dem Wohlergehen der Welt. Ihr müsst erkennen, dass die Welt Gottes Form ist. Schöpfer und Schöpfung sind nicht voneinander verschieden. Wir sollten Gott nicht verehren, damit er uns weltliche Wünsche erfüllt. Wir sollten zu Gott beten, um ihn zu erlangen. Er schenkt dem Frommen seine Gnade und gibt euch alles, was ihr braucht. Gott allein weiß, was für die Schöpfung gut ist. Er versorgt euch mit allem, was ihr braucht, wenn die Zeit reif ist. Ohne dass ihr euch besonders darum bemüht, gibt er euch das, was euch zusteht. Es ist nicht das Kennzeichen eines wahren Devotees, Enttäuschung zu empfinden und Gott anzuklagen, wenn die eigenen Wünsche nicht erfüllt werden. Es ist die Aufgabe der Devotees, Mittel und Wege zu finden, die göttliche Gnade zu verdienen und sich darum zu bemühen, Gott zu erreichen.

Niemand kann Gottes Wege erfassen.
Der Heilige Tyâgarâja sang dazu folgenden Vers:
Nicht einmal ein Grashalm bewegt
sich ohne den göttlichen Willen.
Gott durchdringt alles von der Ameise
bis zu Brahman selbst.
Manche jedoch verstehen das nicht
und brüsten sich mit ihrer Intelligenz.
Aber niemand, wie mächtig er auch sein mag, weiß,
was im nächsten Moment geschehen wird.

Niemand kann die göttlichen Pläne verstehen oder erklären. Gott allein kennt seine Pläne und nur er kann sie enthüllen. Niemand kann voraussagen, wann Gott seine Gnade über jemanden ergießen wird. Gott allein kennt die Antworten auf die Fragen nach dem Wer, Wann, Wo, Warum und Wie. Wenn jemand Gott vergisst und sich vom Ego und dem Gefühl, der Handelnde zu sein, bestimmen lässt, werden seine Unternehmungen nicht erfolgreich sein. Durch Gebet ist alles zu erreichen. Es gibt nichts Größeres als das Gebet. Deshalb ist es notwendig, dass jeder seine Gebete Gott darbringt. Man sollte jedoch nicht um weltliche Gewinne bitten. Euer ständiges Gebet sollte lauten: „O Gott, ich will deine Liebe und nichts anderes.“ Wenn ihr zum Empfänger von Gottes Liebe werdet, könnt ihr die gesamte Welt erobern.

Ihr könnt jegliche Aufgabe übernehmen, aber bittet Gott nicht um die Erfüllung dieser Aufgabe, sondern überlasst alles seinem Willen. Habt volles Vertrauen, dass er tun wird, was gut für euch ist. Betet zu ihm: „O Gott, bitte sorge in jedem Augenblick unseres Lebens für unsere Bedürfnisse.“ Wenn ihr eure Pflichten erfüllt und alles Gottes Willen überlasst, werdet ihr eure Aufgaben sicherlich erfolgreich durchführen können. Swamis Wille nimmt zur rechten Zeit ohne irgendeinen Anstoß oder irgendeine Planung Gestalt an. Was immer Swami braucht, kommt ungefragt. Doch Swami will noch eine andere Sache klarstellen. Wenn die Dinge ungefragt zu uns kommen, nutzen wir sie ausschließlich zum Wohle der anderen. Swami wünscht überhaupt nichts! Swamis einzige Absicht besteht darin, dass ihr, nachdem ihr hierher gekommen seid, diese Gelegenheit auf bestmögliche Weise nutzt und euer Leben auf heitere und heilige Weise führt. Ihr braucht mir nichts zu geben. Swami ist immer bereit, eure Wünsche zu erfüllen. Aber ihr solltet euch, ehe ihr euren Wunsch äußert, fragen, ob ihr seine Erfüllung wirklich verdient.

Durch Gebet kann jede große Aufgabe vollbracht werden. Betet deshalb in der Stille zu Gott. Betet nicht um die Erfüllung eurer unbedeutenden Wünsche. Gebt alle Wünsche auf und betet aus ganzem Herzen mit Liebe zu Gott und ihr werdet mit Gewissheit im Leben Erfüllung finden. Allein durch Liebe könnt ihr das Göttliche verstehen und erfahren. Manche Menschen beklagen sich: „Swami, trotz unserer unablässigen Gebete kommt Gott nicht zu unserer Rettung.“ Ich antworte ihnen: „Der Fehler liegt in eurem Gebet und nicht bei Gott.“ Wenn eure Gebete aufrichtig sind, werden sie sicherlich erhört werden. Es gibt nichts, was Gott nicht vollbringen kann.

Gottes Geschichten sind
wundervoll und heilig in allen drei Welten.
Sie gleichen Sicheln, welche die Schlingen
weltlicher Bindung durchtrennen.
Sie sind erbauend und erhebend.
Sie schenken den Weisen und Sehern,
die in den Wäldern Askese üben, Glückseligkeit.

Wir feiern heute das heilige Weihnachtsfest. Wir sollten es im wahren Geist feiern, ohne kleinliche Wünsche zu hegen. Jesus war Gottes Sohn. Als er gekreuzigt wurde sagte er: „O Vater, möge dein Wille geschehen.“ Wenn ihr euch Gottes Willen ergebt, wird er sich um euch kümmern. Entwickelt keine Überheblichkeit. Gebt Pomp und Ego auf. Betet still und aufrichtig. Wenn eure Gebete unerwidert bleiben, könnt ihr mich fragen. Gott ist nicht auf irgendeinen Platz in einem fernen Winkel beschränkt. Er wohnt immer in eurem Herzen. Er kann alles vollbringen. Um seiner Devotees willen ist er immer bereit, sich jeglicher Aufgabe, ob groß oder klein, anzunehmen. Alle sind seine Kinder. Deshalb wird er unsere Gebete sicherlich erhören. Jesus lehrte: „Alle sind Gottes Kinder.“ Mit dieser festen Überzeugung können wir jede Aufgabe vollbringen. Ihr braucht keine umfangreichen Bücher zu lesen. Füllt euer Herz mit Liebe und überlasst alles seinem Willen. Ihr werdet in euren Unternehmungen sicherlich erfolgreich sein.

Verkörperungen der Liebe!

Liebe ist die Quintessenz von Swamis Ansprachen. Seine Liebe ist die Kraft. Nichts ist größer als die Liebe. Wenn ihr Liebe entwickelt, könnt ihr den Herausforderungen des Lebens gelassen begegnen und siegreich aus ihnen hervorgehen. Gott wird immer mit euch, in euch und um euch herum sein und sich um euch kümmern. Durch Gebet kann jede große Aufgabe vollbracht werden. Aber eure Gebete sollten aufrichtig sein. Gedanke, Wort und Tat sollten eine Einheit bilden. Entwickelt das feste Vertrauen, dass Swami in euch ist und euren Gebeten immer lauscht. Wenn ihr glaubt, Swami befinde sich außerhalb eurer selbst, wie werden eure Gebete ihn dann erreichen?

Verkörperungen der Liebe!

Liebe allein wird euch helfen, im Leben erfolgreich zu sein. Entwickelt deshalb Liebe. Liebe ist das wahre Gebet, das Gott von euch erwartet.

Prema mudita….

Übersetzung der gekürzten Fassung der Ansprache aus der offiziellen Website des Ashrams. Diese Ansprache wurde nicht vollständig gedruckt oder auf Kassette vom Ashram herausgegeben. Übersetzung ins Deutsche S. B., Prashanti Nilayam.(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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