Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2004 » 25.10.2004   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 25.10.2004

 

Liebe ist die Kraft, durch welche
die Erde sich um sich selber dreht.
Liebe ist die Kraft, welche die Sterne
stets am Himmel hält, ohne dass sie herunterfallen.
Die Kraft der Liebe ist die Ursache dafür,
dass alles in vollkommener Harmonie
und Ausgewogenheit existiert.

Verkörperungen der Liebe!!!

Der Mensch ruiniert sein Leben, da er seine ganze Energie und Zeit nur dafür verwendet, seinen Bauch zu füllen – warum? Er eignet sich viel Wissen an, nur um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Um die Wahrheit zu erfahren, benötigt man keine spezielle spirituelle Disziplin. Wir nennen Gott Brahma, Vishnu und Maheshvara. Wer hat diese Formen gesehen? Niemand. Es gibt nur eine Kraft (shakti), die in allen Aspekten des Göttlichen existiert. Die Liebe ist die Ursache und Kraft, die bewirkt, dass sich alles bewegt. Was bedeutet Sangha (Gesellschaft, Gemeinschaft)? Es ist nicht nur eine Versammlung von Menschen. Sangha ist der Geist der völligen Identifizierung mit dem Göttlichen. Die Menschheit kann ohne das Göttliche nicht existieren. Wenn wir eine enge Verbindung mit der inneren Göttlichkeit herstellen, können wir etwas dieser allgegenwärtigen göttlichen Kraft erlangen.

Verkörperungen der Liebe!

Allein in der Menschheit sind alle Arten von Kräften gegenwärtig. Um die göttliche Kraft jenseits davon, brauchen wir uns nicht zu kümmern. Die göttliche Kraft befindet sich im Menschen. Ohne diese Kraft kann der Mensch nicht funktionieren. Gott sagt: „Ihr seid ein Funke des Göttlichen.“ Es heißt: Aham brahmâsmi – Ich bin Gott; tat tvam asi – Das bist du; prajnânam brahma – Brahman ist Weisheit; ayam âtmâ brahma - dieses Selbst ist wahrhaft Brahman. Das sind die vier großen vedischen Lehrsätze (mahâvâkya).
Viele Dinge, denen wir im Leben begegnen, lassen uns in der Illusion versinken, so dass die innere Kraft sich nicht manifestieren kann. Es gibt keine höhere Kraft als die, die sich im Menschen befindet. Allein im Menschen existiert Göttlichkeit. Die Menschheit und die Göttlichkeit zusammen stellen die gesamte Kraft der Liebe dar.

Verkörperungen der Liebe!

Die menschliche Gesellschaft ist damit beschäftigt, etwas aus diesen ganzen Möglichkeiten und Kräften zu erhalten und zu erreichen. Der Körper ist von so vielen Leiden befallen. Was kann die Kraft (shakti) dabei ausrichten?[2]

Geboren zu werden ist Leid,
auf der Erde zu leben ist Leid,
die Welt sowie der Tod sind
Anlass zu Leid.
Die gesamte Kindheit und auch
das Alter sind Leid.
Das Leben ist Leid, Scheitern ist Leid,
alle Handlungen und Schwierigkeiten
verursachen Leid.
Sogar Glück ist eine verschleierte
Form von Leid.

Das Leben ist voller Leid. Aber in Wirklichkeit handelt es sich nicht um Leid, sondern um Stufen, die den Menschen hin zu Gott führen.

Verkörperungen der Liebe!

Die Leute sagen, dass sie in ihren Träumen Gott schauen. Manche behaupten, sie hätten ihn in der Meditation gesehen und andere erklären, sie hätten Gott durch das Auge der Weisheit (jnâna netra) geschaut. Dies alles sind nur Einbildungen des Menschen; es ist nicht die wahre Kraft (shakti). Ihr behauptet, ihr hättet Gott im Traum geschaut. Wo ist der Traum? Wo ist Gott? Was ist der Punkt? Es gibt überhaupt keinen Traum. Alles, was ihr im Traum seht, ist nicht die Wirklichkeit. Es ist alles Mâyâshakti, die Kraft der Täuschung. Es sind Täuschungen. An dem Tag, an dem wir frei von Täuschung werden, beginnt die Wirklichkeit. Jeder Mensch sollte sich von dieser Täuschung befreien.
Manche Menschen sitzen in Meditation und sagen, sie meditieren über jemanden. Sie behaupten, sie sähen eine Art Licht, sie hätten das Licht geschaut. Was ist Meditation? Es ist Ekâgratâ (vollständiges Ausgerichtetsein des Geistes auf eine Sache, einen Punkt). Sich ohne jede Bewegung und ohne Täuschung und Illusion (auf das Eine) zu konzentrieren, ist Meditation.

Der Mensch bevölkert die ganze Erde. Wo immer der Mensch sich befindet, dort ist auch Manas, die Gedanken- und Gefühlswelt. Es gibt keinen Ort ohne Manas. Der denkende Geist ist allgegenwärtig.

Der Geist ist die Ursache für Bindung oder Befreiung.

Was ist Moksha, Befreiung? Den Zustand der Glückseligkeit (ânanda) zu erfahren, ist Moksha. Das kommt nicht von irgendwo her, sondern es steigt aus dem eigenen Herzen empor. Die Natur des Geistes ist Unstetigkeit. Diese Unstetigkeit ist in uns; sie kommt nicht von außen.
All unsere Beziehungen in der äußeren Welt sind nur eine Illusion. Angenommen, ihr heiratet ein Mädchen und habt eine Beziehung auf der Mann - Frau Ebene. Schon vor der Heirat existiertet ihr beide in der Welt, nicht aber diese Beziehung. Diese Verbindung entsteht durch unsere Gedanken und Gefühle (mind). Es ist nur Illusion. Ihr haltet diese Illusion (mâyâ) für eine große Kraft. Das ist ein großer Fehler. Sobald Maya verschwindet, enthüllt sich die Wirklichkeit.

Verkörperungen der Liebe!

Liebe umfasst auch Maya, die Täuschung. Nichts existiert in dieser Welt ohne Liebe. Liebe ist alles in dieser Welt. Alle Beziehungen zwischen Menschen in dieser Welt basieren auf der Liebe. Durch die Liebe wachsen die Dinge, mehren sich, werden weniger und verschwinden.
Neun plus eins ergibt zehn. Woher kommt die Zehn? Sie entsteht durch das Zusammenfügen von eins und null. Zehn minus eins ergibt wieder neun. Es ist Beziehung und Trennung. Alle Beziehungen geschehen durch Zusammenfügen und Abziehen, Trennen.
Es gibt in dieser Welt verschiedene Arten spiritueller Disziplin (sâdhana). Brahma-Sâdhana ist eine davon. In Wirklichkeit kann niemand durch spirituelle Übungen Brahma, Vishnu, oder Maheshvara schauen. Was ihr in der Meditation seht, sind nur die Widerspiegelungen eurer Empfindungen. Brahma, Vishnu und Maheshvara existieren nicht wirklich. Ihr stellt euch diese Formen nur vor.

Gott ist überall gegenwärtig.

Was wirklich in dieser Welt existiert ist Mânavatattva, die menschliche Natur.[3] Wenn ihr das Göttliche erkennen wollt, ohne an die Menschheit zu glauben, schlägt dieser Versuch fehl. Wie könnt ihr das Göttliche finden, wenn ihr den Menschen ignoriert? Ihr habt euch Vorstellungen von Brahma, Vishnu und Shiva (Ishvara) erschaffen. Doch dies sind nur geistige Täuschungen. Es gibt keinen Brahma, keinen Vishnu, keinen Shiva. Der Mensch allein existiert. Alles befindet sich im Menschen. Nicht Vishnutva existiert, sondern Mânavatva. Ihr seid Vishnu. Ihr seid Brahma, Vishnu und Shiva. Wenn ihr glaubt, dass ihr alles seid, wenn ihr erkennen könnt: „Ich bin Brahma, ich bin Vishnu, ich bin Ishvara“, gibt es keinen Raum für irgendeine Form des Leids. Es gibt keine größere Kraft als die des Menschen. Alles, was ihr zu sehen behauptet, ist nur ein Ergebnis eurer Vorstellungskraft.

Verkörperungen der Liebe!

Die Leute behaupten: „Swami erschien letzte Nacht in meinem Traum.“ Ich begebe mich nicht in irgendjemandes Traum. Wenn ihr euren Gedanken oder Wunsch (sankalpa, auch: Entschluss, Wille) intensiviert, manifestiert sich das (im Traum) in einer Form.[4] Es ist nur Täuschung. Gott gibt nicht eine Form auf und wechselt in eine andere. Manche Leute glauben, Gott sei zornig. Gott besitzt weder Zuneigung noch Abneigung. All diese Vermutungen sind eure eigenen Vorstellungen. Ihr projiziert Zorn oder andere Gefühle auf Gott. Seid ununterbrochen in Liebe. Wo Liebe ist, kann weder Hass noch Zorn existieren. Liebe ist eure wahre Form. Das Kind wird aus Liebe geboren und wächst mit Liebe auf. Das ganze Leben in seinen verschiedenen Stadien ist voller Liebe. Es gibt in dieser Welt keine mächtigere Kraft als Liebe. Keine Kraft auf Erden kann die Liebe jemals ändern.
Erliegt niemals dem Irrtum, ihr hättet Kräfte errungen. Es sind nur Täuschungen; distanziert euch davon. Bhrama, Täuschung, ist nicht Brahman, das Göttliche. Und Brahman, das Göttliche, kann nicht Bhrama, Täuschung sein. In Brahman, dem Göttlichen, existiert keine Täuschung und in der Täuschung existiert nicht Brahman, das Göttliche. Es sind nur eure Einbildungen und Gedanken.

Verkörperungen des göttlichen Atman (divyâtma)!

Was bedeutet divyâtma? Der Atman, das Selbst, ist göttlich. Der Atman ist nichts anderes als Caitanya, Bewusstsein. Dieses Bewusstsein ist überall. Es gibt keinen Platz ohne dieses Bewusstsein. Dieses Bewusstsein ist allmächtig. Man muss in diesem Zusammenhang eines beachten: Durch unsere Einbildung oder Vorstellung verbinden wir das unbewegliche Bewusstsein mit der beweglichen Täuschung (bhrânti). Das ist die Schwingung, die wir hinzufügen und die das Unbewegliche als beweglich erscheinen lässt. Diese schwankende Natur existiert in Wirklichkeit nicht[5].

Verkörperungen der Liebe!

Glaubt nicht, ich würde euren Enthusiasmus dämpfen. Ich werde eurer Begeisterung niemals etwas in den Weg stellen. Ich befreie euch nur von euren Täuschungen[6], denn ihr verschwendet eure Zeit mit Einbildungen. Ermutigt deshalb nicht diese Einbildungen und verschwendet nicht eure Zeit damit.

Die wahre Kraft befindet sich in Wirklichkeit allein in euch. Es ist Âtmashakti, die atmische Kraft. Âtmashakti ist Caitanyashakti, die Kraft des Bewusstseins. Sie existiert überall. Diese Kraft breitet sich aus, verbindet sich, um sich in verschiedenen Formen zu manifestieren. Allein im Menschen manifestiert sich Brahman ganz. Die im Menschen verborgene Kraft ist göttlich. Diese Kraft schenkt Frieden und Glück. Ihr glaubt vielleicht, diese göttliche Kraft sei eine separate Kraft. Das ist nicht wahr. Eure eigene Kraft der Kontemplation nimmt die Gestalt der göttlichen Kraft an.[7] Erkennt deshalb als Erstes eure eigene innewohnende göttliche Natur.
Alles, was in Büchern geschrieben steht und was ihr lest, ist in Wirklichkeit nicht wahr. Bücherwissen kommt Einbildung gleich. Es gibt Kräfte, die entstehen und wieder verschwinden. Lasst euch von solchen vergänglichen Kräften nicht täuschen. Was entsteht, wächst und verschwindet, ist nicht wirklich. Steigt niemals auf diese Ebene der Täuschung (bhrânti) hinab, wenn ihr wirklich und wahrhaftig erkennen wollt. Was ihr seht, ist nur Einbildung, hervorgerufen durch eure Täuschung.
Ihr lernt und rezitiert die Veden. Jeder Klang der Veden steigt aus eurem Nabel auf. Wir erfahren den Klang, der aus unserem eigenen Nabel kommt. Eure eigene Stimme kommt als Echo zu euch zurück. Entsprechend kommen Gutes und Böses aus euch allein hervor. Sie kommen nicht von irgendwo anders.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr wiederholt einen Satz laut und lernt ihn auswendig. Aber dieser von euch erinnerte Satz ist nicht von euch. Es ist ein Widerhall. Alles in dieser Welt ist Reaktion, Widerspiegelung und Widerhall. Alles, was wir in der äußeren Welt erfahren, ist Reaktion, Widerspiegelung und Widerhall des inneren Wesens. Außerhalb davon existiert nichts; es ist unsere Einbildung, diese drei für wirklich zu halten.
Die Kraft Râmas wurde sehr gepriesen. In gewisser Hinsicht ist auch Râmas Kraft nicht die wirkliche. Râmas Kraft wird gerühmt, um im Menschen Bewusstheit zu entfachen. Alles in dieser Welt ist Reaktion, Widerspiegelung, Echo. Ihr haltet diese Reaktion und diesen Widerhall für wirklich. Das Gefühl, das aus eurem Herzen kommt, ist wirklich. Die Form, die dieses tiefe Empfinden annimmt, ist wirklich. Auch diese kommt aus euch und nicht von außen. Ihr wollt die Form, die Manifestation sehen, zum Beispiel die Form Râmas. Schließt die Augen und meditiert darüber. Ihr könnt diese Form schauen; sie kommt als Spiegelung eurer Gedanken, als Reaktion und Echo zu euch zurück. Alles in der Welt Manifestierte ist eine Reaktion, Widerspiegelung und ein Widerhall eures inneren Wesens.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr selbst seid Râma, ihr selbst seid Krishna, ihr selbst seid Îshvara. Glaubt, dass ihr Îshvara seid, kontempliert über diese Form, und ihr werdet wahrhaftig Îshvara werden. Wie ihr denkt und empfindet, so werdet ihr. Denkt, dass ihr Râma und Krishna seid und ihr werdet Râma und Krishna werden.
Die Menschen sitzen in Meditation. Es dient nur dazu, Konzentration zu entwickeln, nicht dazu, über Gott zu kontemplieren. Die Menschen halten irrtümlicherweise Konzentration für Meditation. Diese Vorgehensweise ist nicht korrekt. All diese Übungen sind Reaktion, Widerspiegelung und Widerhall. Nur ihr seid wirklich. Ihr seid die Wahrheit. Überall seht ihr Gott in menschlicher Form.
Ihr glaubt, ihr habt Îshvara gesehen. Ihr könnt die Manifestation Îshvaras nur in menschlicher Gestalt sehen. Nichts ist von euch verschieden. Ihr seid alles, und alles befindet sich in euch. Was existiert, das vergesst ihr, und was nicht existiert, das bildet ihr euch ein und nährt es. Nehmt eure Reaktion, euren Widerhall und eure Widerspiegelung wahr. Es sind alles eure Vorstellungen, die ihr selber erschafft.
Wenn ihr frei von Bhrama, der Täuschung werdet, könnt ihr Brahman, das Göttliche, erkennen.

Verkörperungen der Liebe!

Liebe ist das Wichtigste. Gott ist Liebe und nichts anderes. Wenn ihr die Liebe aufgebt, könnt ihr nichts in dieser Welt erreichen. Ohne Liebe wird alles leer werden. Es ist die Liebe, die verschiedene Formen annimmt. Visualisiert diese Liebe in einer Form, die bleiben wird. Bemüht euch, die Wahrheit zu erkennen.
Ihr sitzt in der so genannten Meditation, und versucht, euch durch eingebildete Erfahrungen zu vergessen. Wenn ihr euch selbst vergesst, ist nichts da. (Lebt ständig in dem Bewusstsein): „Ich bin alles. Ich bin Gott. Ich selbst nehme alle Formen an.“ Unsere Formen ändern sich. Wenn ihr geboren werdet, seid ihr ein kleines Baby. Mit der Zeit ändert sich die Form. Das Kind wächst zu einem Jungen, einem Jugendlichen, einem Erwachsenen heran. Wer sind diese drei − das Kind, der Junge und der Erwachsene? Alle drei sind in Wirklichkeit eins. „Alle sind eins, seid zu jedem gleich.“ Diese Lektion müsst ihr zu lernen versuchen.

Verkörperungen der Liebe!

Stärkt eure Liebe. Es gibt keine größere spirituelle Disziplin als die Liebe. Diese spirituelle Disziplin müsst ihr ausüben. Göttlichkeit ist Schwingung. Lasst diese Schwingung sich in euch festigen. Diese Schwingungen beeinflussen euch, wo immer ihr hingeht. Ihre Widerspiegelung seht ihr in euch als Traum. Und ihr erfahrt sie auch im Wachzustand. Die direkte Erfahrung ist Sâkshât,[8] das, was in allen drei Zeiten existiert. Ihr solltet Sâkshât direkt erfahren können. Es befindet sich unmittelbar vor euch. Ihr könnt es erfahren, ob ihr eure Augen öffnet oder schließt. Diese Form ist die dauernde Realität. Wir sollten uns darin üben, dies ständig zu erfahren. Wir können Sâkshât, die direkte Erkenntnis oder Manifestation, mit offenen oder geschlossenen Augen erfahren.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr wollt viele Manifestationen des Göttlichen sehen. Aber vergesst niemals euch selbst (eure eigene innewohnende Göttlichkeit). Ihr selber existiert (in diesen Formen). Ihr selber manifestiert euch als viele. Aber die Wirklichkeit ist unwandelbar. Die unwandelbare ewige leuchtende Form befindet sich in euch. Sie erscheint zweifellos in eurem Traum. All diese Träume sind jedoch falsch, sie sind nicht wirklich. Bemüht euch deshalb, von dieser Täuschung frei zu werden. Nur wenn ihr euch aus dieser Illusion (bhrâma) befreit, könnt ihr Brahman, das Göttliche, erkennen. Dieses Göttliche ist eure wahre Form.
Ihr sagt, ihr habt etwas im Traum gesehen. Was ihr gesehen habt, ist euer eigenes Selbst. Überall seht ihr eure eigene Form vor euch.
Liebe ist eure wahre Natur. Manifestiert eure wahre Natur und erfahrt die innere Göttlichkeit. Sâkshât ist nichts anderes als die Wirklichkeit, eure wahre Natur. Ihr habt eure Zeit mit diesen Illusionen verbracht. Was immer ihr in Zukunft wissen sollt, ist hierin enthalten.
[9]

Was ist Zukunft? Was wird geschehen? Die Zukunft ist das Ergebnis der Gegenwart. Was ist die Gegenwart? Wenn ihr die Vergangenheit vergesst, lebt ihr in der Gegenwart. Wenn ihr die Gegenwart vergesst, lebt ihr in der Zukunft. Ihr allein existiert in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ihr allein existiert in diesen drei Zeiten.

Verkörperungen der Liebe!

Alles ist das Ergebnis der eigenen Gedanken. Die göttliche Kraft und die göttlichen Fähigkeiten befinden sich im Menschen, und nicht außerhalb. Wann werdet ihr erfahren, dass sie in euch sind? Wenn ihr diesen spirituellen Weg geht, werdet ihr eure eigene Wirklichkeit schauen können. Eure Wirklichkeit befindet sich in euch, nicht außen. Um diese Realität zu schauen, muss man seine Sicht nach innen wenden. Wirklichkeit, Widerspiegelung und Widerhall befinden sich in euch, sie kommen nicht von außen.
Angenommen, ihr habt einen Bruder, der mit euch aufgewachsen ist und sich in der Gesellschaft einen guten Ruf erworben hat. Er ist euer Bruder und hat eine bestimmte Form. Woher kommt diese Form? Aus der Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist seine wahre Natur. Reaktion, Widerspiegelung und Echo, die aus euch kommen, täuschen euch.

Liebe Studenten!

Wenn ihr verschiedene Aspekte von Sâkshât (direkte Erkenntnis) besser verstehen wollt, werde ich mir die Zeit nehmen und es euch erläutern. Die Art Meditation, die ihr ausführt, ist falsch. Ihr denkt an eine Form eurer Wahl und meditiert darüber. Wer gab euch diese Form? Sie kommt aus eurer Vorstellung. Wenn ihr diese Form nach und nach aufgebt, werdet ihr das Formlose erfahren.
Hegt niemals die falsche Vorstellung, Gott befände sich an einem fernen Ort. In Wirklichkeit seid ihr Gott. Ihr selbst verkörpert Gott. Eure Glückseligkeit ist Gott. Eure Reaktion, eure Widerspiegelung, euer Widerhall sind Gott. Alles ist göttlich. Für alles gilt: „Ich“. „Ich bin“. Vergesst niemals eure wahre Natur, eure wahre Identität. Aham brahmâsmi – Ich bin das Göttliche. Es bedeutet, ihr habt die Form Brahmans angenommen. Ihr sagt: Tat tvam asi – Das bist du. Das Eine, das existiert, bin ich selbst. Das und dies sind eins. Wenn das und dies zusammenkommen, werden sie eins. Tat tvam asi - gebt niemals diesen wichtigen Aspekt auf.
Adishankara hat diese große Advaitaphilosophie auf so vielerlei Weise dargelegt und erläutert und ging schließlich in diese große Wahrheit ein.
Nachdem ihr so viel gesehen und gelesen habt, kehrt ihr schließlich dorthin zurück, wo ihr angefangen habt. Stellt euch zuerst die Form vor, die euch so lieb ist, und sie wird vor euch erscheinen. Die Form, die ihr seht, wird Realität. Wenn ihr euch ohne dieses Visualisieren von all diesen Einbildungen mitreißen lasst, ist das nicht die Realität. Eure Wirklichkeit, eure Realität, liegt in euch. Sie kommt nicht von außen.

Verkörperungen der Liebe!

Diese Wahrheit könnt ihr durch Liebe erkennen. Ohne Liebe kann man nichts in der Welt erreichen. Liebe ist die Grundlage von allem. Liebe ist Gott, Gott ist Liebe. Entwickelt dieses Liebesprinzip (prematattva), das zwischen dem Menschlichen und Göttlichen existiert. Brahman und die Liebe sind ein und dasselbe, das eine ist nicht das Produkt des anderen. Wer ist Gott? Aham brahmâsmi. Ich bin Gott, ich bin Gott, ich bin Gott. Denkt: Ich bin Gott, und schließlich werdet ihr Gott werden. Einige Zeit seid ihr von Gott getrennt, aber im Lauf der Zeit werdet ihr Gott.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr seid alle Verkörperungen des Göttlichen. Gott hat all diese verschiedenen Formen angenommen. Ihr und Gott seid eins. Ihr seid nicht verschieden von Gott. Gott ist in euch. Ihr beide seid eins. Erfahrt diese Einheit. Ekam tat – es gibt nur eines. Ekam sat – es gibt nur ein Sein. Es gibt nur eine Wahrheit. Es gibt nur eine Göttlichkeit. Ihr seid die Wahrheit, ihr seid Gott. Ihr allein seid Gott, es gibt nichts darüber hinaus. Gott ist nicht von euch verschieden. Alles befindet sich in euch. Leider vergesst ihr diese Wahrheit. Ihr vergesst euer Selbst, eure Göttlichkeit. Wenn ihr euer eigenes Wesen vergesst, ist es, als ob ihr auch alles andere vergesst. Vergesst niemals eure wahre Identität. Ihr sagt zum Beispiel: „Ich gehe.“ Wenn euch jemand fragt, wo Gott ist, antwortet: „Ich bin Gott.“ Bewahrt ständig das Empfinden im Herzen: „Ich bin Gott.“ Haltet unerschütterlich daran fest. Das wird euch die wahre Erfahrung vermitteln. Tat tvam asi − Das bist du. Das ist die Essenz des Vedanta. Tat – tvam – asi, beide sind eins. Seid fest davon überzeugt, dass ihr Gott seid.

Wenn ihr behauptet: „Râma erschien mir im Traum, Krishna erschien mir im Traum, Swami erschien mir im Traum“, ist das ein Zeichen von Unwissenheit. Dies alles sind nur Träume. Wie kann ein Traum Wahrheit genannt werden? Solange ihr schlaft, mag diese Erfahrung wahr sein. Sobald ihr aufwacht, verschwindet der Traum. Schlaf ist die Ursache des Traumes, von dem ihr in den Wachzustand kommt.

Verkörperungen der Liebe!

Bewahrt diese Liebe. Welche Hindernisse auch immer aufkommen mögen, gebt diese Liebe nicht auf. Es gibt keinen Gott jenseits der Liebe. Liebe ist wahrhaft Gott. Liebe ist der Weg und das Ziel. Praktiziert Liebe. Liebe ist das Ziel. Wenn ihr Zweifel habt, fragt mich. Ich bin immer bereit, eure Zweifel zu klären. Wenn es darum geht, die Wahrheit zu enthüllen, werde ich mich niemals entziehen. Reduziert eure Vorstellungen. Bhrama, die Täuschung, lässt euch schwanken. Von der Täuschung, Bhrama, solltet ihr zu Gott, Brahman, kommen. Brahman ist die Wirklichkeit, die immer bei uns ist. Es ist das wahre Licht.
Wir sagen: Om tat sat. Sat ist Sein. Tat ist Göttlichkeit. Tvam (du) ist ebenso göttlich. Tat tvam asi. Asi ist die Verbindung von Das und dies. Wenn wir uns Tat-tvam bewusst sind, werden sie eins. Wenn wir diesen leichten Weg gehen, können wir unsere wahre Natur erfahren.
Zu sagen, dieser Körper habe Gottes Körper gesehen, ist Einbildung. Brahman existiert in diesem Körper. Brahman und Aham (ich) sind eins. Beide zu vereinen, ist die spirituelle Disziplin. Ihr werdet diesen wahren Weg finden.
Folgt keinen anderen Gedanken, wenn ihr euch zur Meditation hinsetzt. Denkt niemals an Bequemlichkeit und Komfort. Erfahrt eure eigene Realität, wenn ihr euch zur Meditation hinsetzt. Konzentriert euch auf euer wahres Selbst. Das Selbst umfasst alles. Nur dann könnt ihr die Einheit erkennen. Einheit wird euch zu Reinheit führen. Diese wird euch zur Form (akara) bringen. Reinheit ist die wahre Göttlichkeit. Eure eigene Reinheit wird die Gestalt des Göttlichen annehmen. Wie findet ihr diese wahre Einheit? Wenn in euch diese Einheit ist, werdet ihr auch außerhalb von euch selbst Einheit erreichen können. Das und dies sind eines allein. Haltet euch nur an die Einheit und nicht an die Vielfalt. Wenn ihr euch an die Vielfalt haltet, erreicht ihr nichts. Plus oder minus sind nur unsere Einbildung. Beginnt jetzt, macht es beständig.

(Swami setzt sich hin und fährt nach langer Pause fort:)

Tat tvam asi – Du bist das. Es ist ein vedischer Lehrsatz. Prajnânam brahma: Bewusstheit (Weisheit) und Brahman sind eins. Aham brahmâsmi: Ich und Brahman sind eins. Von der Dualität sollten wir zur Nichtdualität gelangen. Langsam, allmählich werden wir die Nichtdualität entwickeln.
Wenn ihr Buchstabieren lernt, müsst ihr die Buchstaben ständig wiederholen. Wenn ihr zum Beispiel das Wort milk (englisch für Milch) buchstabiert und ihr die Buchstaben m-i-l-k schnell hintereinander laut wiederholt, wird amma (Telugu für Mutter) eluka (Telugu für Ratte) daraus. Wenn ihr das ständig wiederholt und es sich dadurch verändert, kommt die Mutter mit einem Stock in der Hand, um die Ratte zu schlagen. Sie wird euch fragen, wo die Ratte ist. Was immer wir sagen, sollte heilig sein. Unsere Aussprache sollte korrekt sein. Nur wenn ihr diese großen Lehrsätze korrekt lernt und kennt, könnt ihr eure eigene Wahrheit erkennen.

Prema mudita…

Diese Übersetzung beruht auf drei verschiedenen Quellen: der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede, Anil Kumars Simultanübersetzung vom Audiotape und zusätzlichen Neuübersetzungen etlicher Stellen direkt aus dem Telugu angefertigt. Diese Zusammenstellung stellte sich als notwendig heraus, weil die Aschrambroschüre oft vom tatsächlichen Verlauf der Rede abwich. S. B., Prashanti Nilayam.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

[1] Diese Übersetzung beruht auf drei verschiedenen Quellen: der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede, Anil Kumars Simultanübersetzung vom Audiotape und zusätzlichen Neuübersetzungen etlicher Stellen direkt aus dem Telugu . Diese Kombination stellte sich als notwendig heraus, weil die Aschrambroschüre oft vom tatsächlichen Verlauf der Rede abwich. S. B., Prashanti Nilayam.

[2] Das ist die wörtliche Übersetzung vom Telugu; die Ashrambroschüre interpretierte es folgendermaßen: „Der Mensch bemüht sich heutzutage, verschiedene Kräfte zu erwerben und zu nutzen, um Erleichterung von seinen Sorgen und Leiden zu erhalten.“

[3] Auch: Menschsein; Menschheit; das wahre Wesen des Menschen; mânava ist Mensch, menschlich, tattva bedeutet wahres Wesen, Grundprinzip, A. d. Ü.

[4] Das ist die wörtliche Übersetzung vom Telugu; Anil Kumar übersetzte es als: „Es ist nur euer Gedanke, der in Gestalt eines Traumes erschien.“ Die offizielle Aschrambroschüre interpretierte es und weitete es folgendermaßen aus: „Wenn ihr intensiv wünscht, Swami solle in eurem Traum erscheinen und ständig daran denkt, wird dieser intensive Wunsch in eurem Traum eine Form annehmen.“

[5] Entsprechend einer Neuübersetzung aus dem Telugu. Dieser Absatz scheint vom Telugu her nicht eindeutig zu verstehen zu sein, da er in verschiedenen Versionen unterschiedlich übersetzt wurde. Die Aschrambroschüre kommt zum gegenteiligen Schluss: „Bewusstsein ist beweglich, aber ihr haltet es irrtümlicherweise für statisch.

[6] Anil Kumar: „Ich lehre euch die wahre Form der Wahrheit…“

[7] Anil Kumar: „Durch Konzentration könnt ihr die göttliche Kraft erfahren.“

[8] Sâkshât oder sâkshâtkâra ist Erkenntnis, Einsicht, die direkte Schau Gottes, von Anil Kumar ein wenig irreführend als „Manifestation“ übersetzt, A. d. Ü.

[9] Das ist die wörtliche Übersetzung vom Telugu. Anil Kumar macht daraus: „All das, was ihr in Zukunft lernen sollt, ist in dieser Rede enthalten.“ Eine andere Übersetzung aus dem Telugu lautet: „Ihr werdet all das, was ihr wissen müsst, wissen, wenn ihr versteht, was ich euch gesagt habe.“


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.