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 Ansprache Sathya Sai Babas am 21.08.2004


Jemand mag hohe akademische
Qualifikationen wie M. A., B. A.,
MBA und MFM und eine
herausragende Stellung erlangen,
Reichtum anhäufen, wohltätige Werke
verrichten und berühmt werden,
körperlich kräftig sein und ein langes
gesundes Leben genießen oder ein Gelehrter sein:
Wenn es ihm jedoch an menschlichen Werten mangelt,
werden sich seine ganzen
Errungenschaften als nutzlos erweisen.

Schüler und Studenten! Jungen und Mädchen! Lehrer! Förderer der Bildung und Erziehung!

Durch das bloße Erlangen weltlicher Bildung kann der Mensch im Leben keine herausragende Stellung erreichen. Ohne göttliche Gnade wird alles menschliche Bemühen vergeblich sein. Es gibt in dieser Welt viele hoch gebildete Menschen, aber erweisen sie der Nation irgendeinen Dienst? Nein. In dieser Hinsicht scheinen ungebildete Leute bessere Menschen zu sein als die Gebildeten. Trotz seiner Bildung und Intelligenz ist ein Mensch, der sein wahres Selbst nicht kennt, nur ein Narr. Auch wenn jemand sehr intelligent und gebildet ist: ohne menschliche Werte ist sein Leben sinnlos. In Wahrheit ist jemand ohne menschliche Werte überhaupt kein Mensch! Zahlreiche Abschlüsse zu erwerben, ohne menschliche Werte zu entwickeln, bringt wenig.

Verkörperungen der Liebe!

Wenn ihr einen wahrhaft gebildeten Menschen kennen und erkennen wollt, solltet ihr euch unsere Studenten genau betrachten. Sie begnügen sich nicht damit, Diplome zu erwerben, sondern setzen ihr Wissen zum Wohl der Gesellschaft ein. Bildung, die der Gesellschaft nichts nutzt, dient nicht wirklich einem Zweck. Unsere Jungen sind sehr tugendhaft und besitzen den Reichtum des Charakters. Für sie sind Tugenden das Leben selbst. Herausragende Menschen, die aus der ganzen Welt hierher kommen, lernen viele Dinge von unseren Studenten. Einige unserer Studenten bleiben nach Abschluss ihrer Ausbildung hier und dienen als Lehrer. Ich bin sehr froh darüber, denn wir brauchen uns nicht darum zu sorgen, von auswärts gute und edle Lehrer für unser Institut zu erhalten. Nach ihren Studien übernehmen unsere eigenen Studenten die Verantwortung des Unterrichtens. In anderen akademischen Zentren sind die Studenten um ihrer eigenen selbstsüchtigen Ziele willen an höheren Studien interessiert; unsere Studenten hingegen sind nicht daran interessiert, Abschlüsse zu sammeln, sondern daran, ihr Wissen zum Wohle der anderen weiterzugeben.

Dieser Charakter und dieser Edelmut sind nicht das Ergebnis bloßer Bildung. Die Bildung, die sie hier erhielten, beschränkt sich nicht nur auf Buchwissen, sondern sie bringt Tugenden zur Entfaltung, die ihren Ursprung im Herzen haben. Unsere Studenten sind unvergleichlich. Sie übernehmen in der ganzen Welt die Lehrerrolle und helfen der Gesellschaft, indem sie vorbildliche Studenten und Menschen mit Charakter heranbilden. Hier in unserem Institut ist Charakter das vorrangige Ziel. Ein Mensch mit einer solchen Bildung und einem solchen Charakter kann über die ganze Welt herrschen. Bildung ohne Charakter ist nutzlos. Es freut mich sehr, solch tugendhafte, tatkräftige und intelligente Studenten zu haben. Unsere MBA (Master of Business Administration) Studenten besitzen all die von ihnen erwarteten edlen Eigenschaften. Zusätzlich zu ihren Studien lernen sie verschiedene Sprachen. Studenten aus Kerala haben in verschiedenen Sprachen wie Tamil, Hindi, Englisch, Telugu usw. Fertigkeit erlangt. Sie sprechen diese Sprachen so fließend, dass es sehr schwierig ist, zu erkennen, welches ihre Muttersprache ist. Solch talentierten Studenten fällt es nicht schwer, die Sprache des Atman zu lernen. Sie halten sogar Ansprachen auf Sanskrit. Aber gleichzeitig halten sie an Samskriti, der Kultur fest. Man nimmt Kultur nicht durch das Erlernen von Sanskrit in sich auf, sondern indem man die Kultur bewahrt. Wer an der Kultur festhält, wird alle Arten des Wohlstands erlangen können und anderen ein Vorbild sein. Als ich einen unserer Studenten nach seinem Heimatort fragte, antwortete er: „Swami, ich gehöre zu Puttaparthi“. Dieser Junge spricht fließend Sanskrit und hat noch mehrere andere Sprachen erlernt. Studenten, die in Puttaparthi studierten, verbreiten Swamis Botschaft in anderen Ländern wie z. B. Amerika, Japan, Deutschland, Italien usw. Studenten mit solcher Einsatzbereitschaft und Hingabe sind heutzutage sehr selten, doch in unseren Institutionen gibt es viele solcher Studenten. Es bereitet mir große Freude, solche Studenten hier zu haben. Wir brauchen solche Studenten. Ich wünsche, dass diese Studenten nach Abschluss ihrer Ausbildung das hier erworbene Wissen mit ihren Mitmenschen in der Gesellschaft teilen und sie transformieren. Herausragende Persönlichkeiten wie der Präsident von Indien, der Ministerpräsident und die Minister sind voll des Lobes über unsere Studenten. Wann immer sie diesen Ort besuchen, rühmen sie unsere Studenten.

In unseren Instituten erhalten die Studenten die Ausbildung völlig kostenlos, zudem, werden verdienstvollen Studenten Stipendien gewährt. Wenn ihr fragt, was Swamis Besitz ausmacht, antworte ich: „Die Studenten sind mein Besitz.“ Ohne die Studenten werde ich nichts tun können. Sie kümmern sich äußerst liebevoll und fürsorglich um Swami. Tatsächlich sind sie für die ganze Entwicklung in unseren Bildungs- und sonstigen Einrichtungen verantwortlich.

Bhârats Kultur gründet auf den Veden, deren Sprache Sanskrit ist. Hier rezitieren die Studenten morgens und abends die Veden. Nicht einmal durch intensive Askese kann man solche Studenten bekommen. Sie können mit Sicherheit Fortschritt in der Gesellschaft bewirken. Es gibt keine Sprache, die unsere Studenten nicht sprechen. Sie sind in allen Arten von Fertigkeiten bewandert. Ihr habt vielleicht den Eindruck, Swami nähme große Mühen auf sich, um den Charakter der Studenten zu formen, aber es macht überhaupt keine Mühe. Tatsächlich leisten die Studenten Swami große Hilfe. Sie geben Sais Ideale an die Welt weiter und bereiten dadurch allen Freude. Es ist notwendig, mehr derartige Institutionen zu gründen, um solch vorbildliche Studenten zu formen. Die Eltern selbst sind sich des in ihren Kindern liegenden Potentials nicht bewusst. Unsere Studenten sind von edlen Gedanken und heiligen Empfindungen erfüllt. Sie räumen dem Dienst an ihren Eltern höchste Priorität ein und gehen liebevoll und herzlich mit ihren Freunden und Verwandten um. Sie hegen nicht den Wunsch, Reichtum anzuhäufen. Ihr alleiniges Ziel besteht darin, Swamis Anweisung zu befolgen und für den Fortschritt der Gesellschaft zu arbeiten. Ich will keinen anderen Besitz als meine Studenten. Mit der Hilfe dieser Studenten können viele Bildungseinrichtungen entwickelt werden. Im Gegensatz zu Studenten an anderen Hochschulen, die sehr spät morgens aufwachen, stehen unsere Studenten frühmorgens beim ersten Hahnenschrei auf. Sie sind maßvoll in Bezug auf Nahrung und Lebensgewohnheiten. Diese Disziplin ist bei anderen Studentengemeinschaften nicht zu finden. Unsere Studenten nehmen aufmerksam am Unterricht teil und lernen ihre Lektionen gut. Sie gehorchen ihren Lehrern und beteiligen sich im rechten Geist an Sport und Spielen wie Badminton, Tennis und Volleyball . Sie kümmern sich auch gut um ihre Gesundheit. Alle sind physisch wie geistig (englisch: spirit) sehr stark, und man findet keinen, der schwach ist und an Krankheiten leidet. Solche Studenten, die für sich selber sorgen, sind auch in der Lage, für das Land zu sorgen. Unser Institut ist glücklich zu preisen, Studenten von solchem Kaliber zu haben. Wenn es noch weitere fünf Einrichtungen dieser Qualität gäbe, könnten sie das Glücksniveau ganzer Distrikte des Landes anheben. Tatsächlich versuchen andere Colleges, unsere Einrichtung nachzuahmen.

Unsere Studenten gleichen Diamanten. Sie gehorchen den älteren Respektspersonen und sind höflich zu ihren Verwandten. Die Gäste, die auf Besuch zu ihnen kommen, sind beeindruckt, wenn sie ihr gutes Verhalten sehen und ihre wohltuenden Worte hören. Die Studenten sind kreativ in ihrem Denken und leuchtende musterhafte Vorbilder. Wir hegen nicht den Wunsch, die Qualitäten unserer eigenen Studenten zu preisen, aber wenn Würdenträger dieses Institut besuchen und lobend über unsere Studenten sprechen, macht mich das sehr glücklich.

(Bhagavan bezieht sich hier auf den Hüftbruch, den er im letzten Jahr erlitt).

Ich habe keinerlei Krankheit oder Leiden. Letztes Jahr stand ein Junge auf einem Eisenstuhl und hängte bunte Girlanden an die Tür. Unterdessen öffnete ich die Tür und kam aus meinem Zimmer. Sobald der Junge mich erblickte, wurde er nervös und fiel vom Stuhl. Dabei kippte der Stuhl und fiel, ebenso wie der Junge, auf mich. Das war der Anlass meines Hüftbruchs. Die Ärzte versuchten ihr Bestes, den Bruch in Ordnung zu bringen und es tat ihnen leid, dass Swami das Gehen schwer fallen würde. Ich sagte zu ihnen: „Niemand braucht sich meinetwegen Sorgen zu machen. Meine Studenten werden gut für mich sorgen. Sie werden mir, gleich einem Schatten folgen, wo immer ich hingehe.“

Meine Studenten sind meine Ärzte geworden. Ihnen ist es zu verdanken, dass ich umhergehen kann. Unsere Studenten sagen zu mir: „Swami, wenn wir bei dir sind, brauchen wir uns nicht zu sorgen. Wir wollen unser Leben im Dienst für dich heiligen.“ Mit dieser Liebe und diesem Glauben sind hunderte von Studenten nach Abschluss ihrer Ausbildung hier bei Swami geblieben und erfüllen verschiedene ihnen zugewiesene Aufgaben. Sie wollen nicht um einer Anstellung willen nach draußen gehen. Ihr mögt es kaum glauben, wenn ich euch von ihrer Arbeit erzähle. Einmal kam jemand von draußen hierher und nahm zwei unserer Jungen mit, um sie einzustellen. Sie erhielten ein monatliches Gehalt von 50 000 bis 60 000 Rupien und nutzten das Geld, um armen Kindern zu helfen. Später gaben sie ihre Stellung auf und kamen hierher, weil sie die Trennung von Swami nicht ertragen konnten. Unsere Studenten haben Prashanti Nilayam in einen großen Workshop verwandelt. Sie sind in der Lage, mit verschiedenen Arten von Instrumenten und Ausrüstungen sehr effizient umzugehen und bemühen sich sehr um die Entwicklung der Krankenhäuser. Niemand kann die heiligen Empfindungen unserer Studenten verstehen.

(Swami forderte einen der bei ihm sitzenden Jungen auf, aufzustehen).

Dieser Junge schloss sein Ingenieurstudium ab und absolvierte dann in unserem Institut seinen Abschluss als Master of Business Administration. Viele Leute aus dem ganzen Land baten ihn, in ihrer Firma zu arbeiten, aber er wies ihre Angebote zurück. Was tut er zurzeit? Durch das Radio Sai Global Harmony verbreitet er Swamis Botschaft in der ganzen Welt. Sogar seine Eltern sagen zu mir: „Swami, bitte behalte ihn immer bei dir.“ Als er bei seinen Eltern war, nahm er nicht zu, obwohl sie ihn zwangen mehr zu essen, doch nachdem er hierher kam, hat er ohne regelmäßig zu essen, 18 kg zugenommen. Jetzt ist er immer bei mir und kümmert sich um meine Bedürfnisse. Aber zugleich lässt er seine Büroarbeit nicht unerledigt, sondern kümmert sich nachts darum.

(Swami forderte einen anderen Jungen auf, aufzustehen).

Was denkt ihr über diesen Jungen? Er kommt aus einer rückständigen Gegend in Orissa. Sein Vater hat drei Söhne und jetzt arbeiten alle vier in Puttaparthi. Diese Jungen haben ihren Master of Science und Master of Business Administration abgeschlossen und wollen draußen keine Stellung annehmen. Sie alle sind hier geblieben und dienen Swami. Sie sind zufrieden mit dem Gehalt, das sie hier erhalten. So sind alle Jungen, die hier arbeiten, voller Tugenden und führen ein Leben der Aufopferung. Seit den vergangenen Monaten kümmern sich unsere Jungen gut um mich. Ich habe keinerlei Schmerzen, brauche keine medizinische Behandlung und muss mich um nichts sorgen. Dank des liebevollen Dienstes meiner Studenten verbringe ich meine Zeit glückselig, ohne irgendeine Unbequemlichkeit und ohne zu leiden. Sie sind immer eifrig bereit, mir zu dienen und führen meine Anweisungen gewissenhaft aus. 200 solcher Studenten befinden sich hier um mich herum in Prashanti Nilayam. Sie sitzen nicht müßig herum, sondern erfüllen sorgfältig ihre Pflichten. Es ist unmöglich, das Ausmaß ihrer Arbeit zu beschreiben. Sie kümmern sich um alle Aufgaben. Wenn es überall solche Studenten gäbe, würde die Nation sicherlich erblühen. Sie helfen jedem. Ich will, dass sie völlig auf sich selbst gestellt sind. Sie sollen von der Arbeit, die sie verrichten, und von niemandem sonst abhängig sein. Sie werden fähig sein, ihr Leben auf diese Weise zu führen. Ich teile dies alles heute mit, damit ihr um die edlen Qualitäten unserer Studenten wisst. Sie sind tugendhaft (gunavantulu), tatkräftig (balavantulu) und auch wohlhabend (dhanavantulu). Sie verdienen ihr eigenes Geld und nehmen nicht einmal einen Paisa von ihren Eltern an. Manchmal kommen die Eltern vielleicht und fragen: „Brauchst du irgendetwas?“ Sie antworten: „Swami hat für alles gesorgt. Er kümmert sich sehr gut um uns.“

In Zukunft werden viele große Ereignisse geschehen. Das Land braucht sich nicht zu fürchten. Bhârat wird mit Sicherheit ein Land der Fülle und des Wohlergehens werden. Unsere Studenten werden viel zur Entwicklung der Nation beitragen. Sie sind die zukünftigen Führer. Es bereitet mir große Freude, die Studenten als zukünftige Führer zu sehen.

Hari bhajana bina….

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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