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 Ansprache Sathya Sai Babas am 18.09.2004


Vinâyakacaturthî


Der Mond erleuchtet die Welt
nachts und die Sonne am Tag.
Dharma, rechtes Handeln,
erleuchtet die drei Welten.
Ein tugendhafter Sohn schenkt
seiner gesamten Sippe Licht.

Verkörperungen der Liebe!

Ein tugendhafter Sohn ist größer als jene Menschen, die Jnâna (Weisheit), Vijnâna (Intelligenz), Sujnâna (gute Erkenntnis) und Prajnâna (Intuition, höheres Wissen) erlangt haben. Vinâyaka ist ein solch tugendhafter Sohn. Jeder hat einen Lehrer (guru), aber Vinâyaka hat keinen Lehrer. Er ist der Lehrer der Lehrer und der Führer der Führenden. Er wird Vinâyaka genannt, weil er keinen Führer über sich hat. Er ist der Führer aller.

Verkörperungen der Liebe!

Wann immer man eine neue Aufgabe in Angriff nimmt, ist es Sitte, einen Gottesdienst (pûjâ) für Vinâyaka durchzuführen und seinen Segen für das erfolgreiche Vollenden der Aufgabe zu erbitten. Selbst zu Beginn eines Konzertes beten die Sänger mit dem Lied „Vinâyaka nannu brovaru“ – „O Vinâyaka, bitte hilf mir“ zu Vinâyaka. Nur wenn ihr so zu Vinâyaka betet und seinen Segen sucht, wird all euer Handeln erfolgreich sein.

Vinâyaka hat das Haupt und den Rüssel eines Elefanten. Es bedeutet, dass Vinâyakas Intelligenz der eines Elefanten vergleichbar ist, welcher immer zweimal nachdenkt, ehe er seinen Fuß vorwärts setzt. Entsprechend geht Vinâyaka nur nach intelligenter Überlegung vorwärts. Die vier Silben ga, na, pa und ti im Wort Ganapati zeigen an, dass Vinâyaka voll Vijnâna, Sujnâna und Prajnâna ist. Heutzutage vergessen die Menschen die dem Namen Ganapati zugrunde liegende Bedeutung und befassen sich mit bloßen Ritualen. Auch wenn ihr vielleicht keine Rituale durchführt, gebt niemals die Verehrung Vinâyakas auf. Es ist vor allem die erste Pflicht der Schüler und Studenten, die Führung Vinâyakas zu suchen, der sich selber ein Führer ist. Es gibt niemanden, der Vinâyaka gleicht. Wenn ihr diesen Gott zu eurem Vorbild und Ideal macht und euren Studien nachgeht, werdet ihr fähig sein, alle Bereiche der Bildung zu meistern. Vinâyaka hat einen dicken Bauch, der voller Jnâna, Weisheit, ist. Diese Weisheit ist seine Stärke. Wir sollten diesen mächtigen Gott verehren. Niemand kann Vinâyakas wahres Wesen voll erfassen.

Vinâyaka ist der Führer eines jeden Menschen. Er ist der göttliche Vater und die göttliche Mutter eines jeden, gemäß dem Gebet: Tvameva mâtâ…, Er allein ist für jeden Vater und Mutter, Freund und Verwandter, Weisheit und Wohlstand. Was Kraft und Kühnheit in dieser Welt anbelangt, ist niemand Vinâyaka vergleichbar. Die Welt ist nicht in der Lage, das wahre Wesen eines solch göttlichen Führers zu erkennen. Wir sind heutzutage bereit, die Führerschaft gewöhnlicher Sterblicher zu akzeptieren. Das ist eine unglückselige Situation.

Heute ist der heilige Tag, an dem der Geburtstag Vinâyakas gefeiert wird. In Wirklichkeit ist er überhaupt nicht geboren. Er erschuf das gesamte Universum. Alle Veden sind das Ergebnis des göttlichen Willens Vinâyakas. Alle Arten des Wissens sind aus Vinâyaka hervorgegangen.

Verkörperungen der Liebe!

Vinâyaka kennt keinen Zorn. Er ist die Verkörperung der Liebe. Wo Liebe ist, haben schlechte Eigenschaften wie Zorn, Leidenschaft, Hochmut usw. keinen Zutritt. Ihr habt wahrscheinlich Vinâyakas Gesichtszüge gesehen. Drückte sein Gesicht jemals Zorn aus? Nein. Er lächelt immer. Vinâyaka ist allgegenwärtig. Die Leute benennen einen bestimmten Ort als Gottes Geburtsstätte und betrachten ihn als Kshetra, heilige Pilgerstätte. Aber es gibt keinen bestimmten Platz, der als Geburtsort Gottes bezeichnet werden kann. Gott ist svayambhu, d.h. er ist aus sich selbst hervorgegangen. Es gibt keinen spezifischen Ort, den man als Gottes Geburtsort, der Stätte seines Heranwachsens etc. kennzeichnen könnte. Gott ist allgegenwärtig. Gott wird sich an einem Ort manifestieren, an dem die Menschen ihre schlechten Eigenschaften ablegen und hingebungsvoll und aufrichtig zu ihm beten. Er ist jenseits der Eigenschaften. Er ist eigenschaftslos, rein, der letztendliche Wohnort, ewig, makellos, erleuchtet, frei, die Verkörperung der Reinheit und Heiligkeit.

Gelegentlich scheint Gott zornig zu sein, aber es ist kein wirklicher Zorn. Gott tut so, als wäre er zornig, um die Devotees auf den rechten Weg zu bringen. Wenn er das nicht vortäuschen würde, hätten die Devotees keinen Anlass, ihr Verhalten zu ändern. Sein Zorn ist nur gespielt. Gott trägt keine Spur Zorn in sich. Wenn wir Fehler begehen oder den falschen Weg einschlagen, fürchten wir, Gott werde zornig auf uns sein. Aber Gott tut bei solchen Anlässen nur so, als wäre er zornig, damit ihr euch eurer Fehler und Mängel bewusst werdet. Wenn Swami sich zum Beispiel fern von euch hält, seid ihr sehr traurig und denkt, Swami spräche nicht mit euch, weil er sich über euch ärgert. In Wirklichkeit weiß Swami nicht, was Zorn ist. Er ist die Verkörperung der Liebe. Er ist voller Liebe. Wenn er aber bei ein paar seltenen Gelegenheiten barsche Worte spricht, könnte man den falschen Schluss ziehen, er sei zornig. Das ist auch in unserem täglichen Leben ganz natürlich. Wenn ihr jemanden zu euch ruft: „Sohn, bitte komme hierher“, klingt das, als rufet ihr ihn liebevoll; aber wenn dieselben Worte mit lauter Stimme (in ärgerlichem Tonfall) gerufen werden, scheint es, als wäret ihr zornig. Deshalb sind das alles nur Variationen im Ausdruck und nichts anderes.

Dasselbe galt für den Weisen Durvâsas, der Zorn ausdrückte und deshalb das Synonym für Zorn wurde. Doch in Wirklichkeit war der Weise Durvâsas überhaupt nicht zornig.

Während des Mahabharatakrieges legte Ashvatthâma, der Sohn Dronâcâryas, den schrecklichen Eid ab, alle Pândavas zu vernichten. Als Draupadî das erfuhr, betete sie zu Krishna, er möge die Pândavas retten. Gottes Spiele sind nicht nur wunderbar, sondern auch geheimnisvoll. Um das Wohlergehen und die Sicherheit seiner Devotees willen inszeniert Gott Schauspiele und ändert sogar die Szenen in seinem Stück. In diesem Beispiel rettete der Herr die Pândavas auf eine feinfühlige Weise, derer nur er fähig ist.

Krishna ging zum Weisen Durvâsas, der sich ungemein freute, Krishna zu empfangen. Der Weise fragte: „Herr, was hat dich zu meinem bescheidenen Ashram gebracht?“ Krishna erwiderte lächelnd: „Ich habe eine kleine Arbeit für dich.“ Der Weise freute sich und antwortete: „Ich stehe dir zu Diensten. Du brauchst nur deine Anweisungen zu geben.“ Daraufhin sagte Krishna: „Gut! Du musst heute Nacht die Pândavas retten.“ Der verblüffte Durvâsas fragte: „Herr, du beschützt alles in dieser Schöpfung. Wer bin ich, diese Aufgabe durchzuführen?“ Krishna antwortete. „Das ist eine andere Angelegenheit. Aber für diese Aufgabe wirst du mein Instrument sein. Ich erweise meinen Schutz auf mancherlei Weise. Bei dieser Gelegenheit musst du etwas Bestimmtes meinen Anweisungen gemäß tun.“ Durvâsas wollte wissen, worum es sich handle, und Krishna erklärte: „Grabe eine Grube, fordere die Pândavas auf, sich darin zu verstecken, bedecke die Grube mit Brettern, Gras und Erde und nimm dann auf diesem so getarnten Unterschlupf Platz. Die Feinde der Pândavas werden vielleicht kommen und dich nach dem Aufenthaltsort der Pândavas fragen. Sie sagen vielleicht: ´Du kennst die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Bitte sage uns, wo die Pândavas sich verstecken.`“ Durvâsas unterbrach und sagte: „Herr, ich kann keine Lüge aussprechen.“ Krishna entgegnete: „Habe ich dich gebeten zu lügen? Ich bin selbst die Verkörperung der Wahrheit und werde dich immer auffordern, nur die Wahrheit zu sprechen. Es steht dir jedoch frei, deine Stimme so zu verändern, dass das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Ich bin sicher, du verstehst.“ Der Weise nickte und lächelte.

Etwas später, nachdem die Pândavas in ihrem Versteck waren, kam Ashvatthâma dorthin, genauso wie Krishna es vorhergesagt hatte. Durvâsas saß mit geschlossenen Augen. Ashvatthâma verneigte sich vor dem Weisen und erkundigte sich auf höchst demütige Weise nach dem Aufenthaltsort der Pândavas. Langsam öffnete Durvâsas seine Augen, die einer Flamme glichen und brüllte zornig: „Ja, die Pândavas befinden sich hier, direkt unter mir.“ Ashvatthâma war erschrocken, denn der Weise war sehr bekannt für seinen Jähzorn und seine Eigenheit, jene zu verfluchen, auf die er zornig war. Sofort floh Ashvatthâma und die Pândavas waren somit gerettet. Alle Avatare wenden solche Taktiken an und auch Swami tut, falls nötig, dasselbe.

Seit ewigen Zeiten haben die Weisen und Heiligen, die Yogis und Jnanis, Schutz (rakshana) und Belehrung (shikshana) gewährt und die Menschen auf den rechten Weg gebracht. Der Weise Durvâsas tat dasselbe. Unwissende Leute beschuldigen ihn, er sei ein zorniger Mensch und kein großer Asket. Aber diejenigen Menschen, welche die wahre Absicht hinter seinem offensichtlichen Zorn verstehen können, erkennen die Wahrheit. Gott kennt keinen Zorn. Tatsächlich kann jemand, der zornig ist, nicht Gott genannt werden.

Einst riefen Mutter Pârvatî und Îshvara (Shiva) Vinâyaka und seinen jüngeren Bruder Subrahmanya herbei und rieten ihnen, um die Welt zu reisen. Sie versprachen ihnen auch, demjenigen, der zuerst zurückkäme, zur Belohnung eine Frucht zu geben. Mit diesem Wettbewerb sollte der Welt Vinâyakas Größe demonstriert werden. Der jüngere Bruder Subrahmanya stieg sofort auf sein Gefährt, den Pfau, um damit um die Welt zu fliegen. Vinâyaka dagegen bewegte sich nicht vom Fleck, sondern blieb an seinem Platz sitzen. Daraufhin fragte Îshvara ihn: „Mein lieber Sohn, warum hast du deine Reise um die Welt noch nicht angetreten?“ Vinâyaka lachte über diese Frage und erwiderte: „O Vater, ich brauche nirgendwo hinzugehen. Die Belohnung für meine ganze Reise um die Welt befindet sich direkt vor meinen Augen.“ Mit diesen Worten umschritt Vinâyaka seinen Vater und seine Mutter (pradakshinâ) und setzte sich ruhig hin. Er nahm den Sieg bei dem Wettrennen für sich in Anspruch. Mittlerweile traf Subrahmanya ein, der seine Reise um die Welt beendet hatte. Er war sehr müde und berichtete seinem Vater, dass er seine Aufgabe erfolgreich vollendet habe. Gott Ishvara erklärte Vinâyaka zum Sieger des Wettstreits und überreichte ihm die Frucht. Der Ort, an dem diese Episode stattfand, ist Palani im Staat Tamil Nadu.

Die tiefere Bedeutung dieser Geschichte ist, dass die Eltern die Verkörperung der Göttlichkeit sind und dass es genügt, wenn man ehrfurchtsvoll um sie herum geht. Dies würde dem Verdienst (punya) entsprechen, den man erhält, wenn man alle heiligen Stätten der Welt aufsucht. Ohne die Eltern gibt es keinen Sohn! Damit die Kinder tugendhaft sind, müssen die Eltern sich um sie kümmern. Die Eltern sind die Ursache für den Erfolg ihrer Kinder bei all ihren Unternehmungen.

Es ist unter den Studenten üblich, während der Prüfungszeit Tempel aufzusuchen und um Erfolg bei den Prüfungen zu beten. Mit dem Taschengeld, das ihre Eltern ihnen geben, kaufen sie Kokosnüsse und opfern diese in den Tempeln. Das sind alles äußere Gebräuche, die wenig mit aufrichtiger Hingabe zu tun haben. Wenn sie in ihrem Unterfangen wirklich erfolgreich sein wollen, so genügt es, wenn sie ihren Eltern Freude bereiten und ihren Segen erhalten. Wenn die Eltern zufrieden sind, seid ihr sicherlich erfolgreich. Ishvara und Mutter Pârvatî arrangierten für Vinâyaka und Subrahmanya diesen Wettstreit zur Umkreisung der Welt, um zu verdeutlichen, dass Kinder danach streben sollten, zuerst ihre Eltern zu erfreuen und zufrieden zu stellen. Wollt ihr Gottes Gnade erlangen, so genügt es, der Anweisung eurer Eltern liebevoll Folge leistet. Es gibt keine größere Göttlichkeit als die Eltern, die sich unmittelbar vor euren Augen befinden. Sie haben sich auf vielfache Weise sehr bemüht, euch auf euren gegenwärtigen Stand zu bringen. Sie haben viele Opfer gebracht, damit ihr im Leben vorankommen könnt. Kein Elternteil mag seine Kinder jemals enttäuschen. Manchmal scheinen die Eltern zornig zu sein und bestrafen euch vielleicht sogar, aber das ist nur äußerlich. In ihrem innersten Herzen empfinden sie überströmende Liebe zu euch. Selbst wenn sie Zorn vortäuschen, ist das zu eurem Guten. In ihren Herzen fließt immer der Strom unendlicher Liebe. Hier ist ein kleines Beispiel: Wenn das Kind Unsinn anstellt, schlägt die Mutter es. Aber wie? Der Schlag verursacht nur ein Geräusch, ohne dem Kind weh zu tun. Ihr Zorn ist allein aus Liebe entstanden. Auch wenn die Eltern bei gewissen Anlässen Zorn zeigen, ist das nur vorübergehend und dauert niemals an. Ihr glaubt vielleicht, eure Eltern seien wütend auf euch, aber das ist nur eure eigene falsche Wahrnehmung; ihr seid vielleicht nicht in der Lage, ihre verborgen liegende Liebe zu verstehen. Sogar wenn sie Zorn zeigen und „chi!“ (in Telugu ein Ausdruck des Missfallens) sagen, geschieht das nur aus Liebe. Die Studenten sollten deshalb versuchen, die wahre Natur ihrer Eltern zu verstehen.

In Wirklichkeit ist der eigene Zorn der eigene Feind und das eigene Glück ist der eigene Himmel. Man sollte immer glücklich sein. Ein Mensch mit Zorn und reizbarem Wesen kann niemals etwas erreichen. Vinâyaka gehorchte immer der Anweisung seiner Eltern. Deshalb heißt es, dass es keinen größeren Führer gibt als ihn. Manchmal bitten die Studenten ihre Eltern um Geld, damit sie ins Kino gehen können. Wenn die Eltern sich weigern, glauben die Studenten, sie seien ärgerlich. Das sind Lappalien. Die Eltern, insbesondere die Mutter, wird sogar bereit sein, ihr Leben zu opfern, um ihre Kinder in Zeiten der Gefahr zu retten. Unglücklicherweise gibt es heute Söhne, die sogar gegen ihre Mütter vor Gericht ziehen. Es ist deshalb wichtig, dass sie ihre Einstellung den Eltern gegenüber ändern und erkennen, dass diese wahrhaft die Verkörperungen der Liebe sind.

In den Kindern mögen zahllose Abweichungen oder dumme Gedanken aufkommen, aber die Liebe der Eltern zu ihren Kindern bleibt dennoch unerschüttert. Es gibt in der Welt Söhne, die wütend auf ihre Eltern sind, doch die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern besteht allein aus Liebe. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit seiner Mutter geht der Sohn vielleicht zum Gerichtshof. Auf die Frage des Richters nennt er den Namen seiner Mutter und spricht dabei die Worte „meine Mutter“. Entsprechend nennt die Mutter den Namen ihres Sohnes und sagt „mein Sohn“. So eine innige Beziehung existiert zwischen Mutter und Sohn. Was für Meinungsverschiedenheiten auch immer zwischen ihnen aufkommen mögen, sie sind nur vorübergehend.

Vinâyaka ist die Verkörperung der Liebe. Er verströmt ständig nur Liebe. In seiner Zeit als Schreiber, welcher das Mahabharata dem Diktat des Weisen Vyâsa entsprechend niederschrieb, zeigte er dieselbe Haltung der Liebe. Da er die Verkörperung der Liebe war, wählte Vyasa speziell ihn für die Aufgabe des Schreibers aus. Während der ganzen Zeit, als er das Mahabharata schrieb, zeigte Vinâyaka diese Qualität reiner Liebe. Deshalb ist im Mahabharata kein einziger Fehler zu finden. Da er makellos war, war auch seine Sprache makellos. In Vinâyaka findet ihr nicht die schlechten Eigenschaften des Zorns, der Eifersucht, des Neids oder Stolzes. Dies sind die Eigenschaften eines Menschen ohne edle Qualitäten.

Liebe Studenten!

Gebt von heute an jeden geringfügigen Ärger, den ihr euren Eltern gegenüber empfindet, auf und entwickelt reine Liebe zu ihnen. Liebe erzeugt Liebe. Empfangt von euren Eltern Liebe in Fülle und kommt im Leben voran.

Heute ist das Fest Vinâyakacaturthî. Es ist ein sehr wichtiges Fest. In einigen Familien herrscht die Sitte, den frisch verheirateten Schwiegersohn zum Fest einzuladen. Zaudert deshalb nicht, zum Haus eurer Schwiegereltern zu gehen, um fröhlich etwas Zeit mit ihnen zu verbringen.

O frisch verheirateter Schwiegersohn,
besuche das Haus deiner Schwiegereltern!
Komm, verbringe deine Zeit in Spiel und Spaß
mit deinen Schwägern und Schwägerinnen.
Der gesamte Haushalt und die Nachbarschaft
werden dich liebevoll mit Zuneigung ehren.

Wenn ein Schwiegersohn das Elternhaus seiner Ehefrau besucht, ist der gesamte Haushalt festlich gestimmt. Man kann sicher sein, sich glücklich und entspannt zu fühlen. Es gibt jedoch ein paar hartherzige Schwiegersöhne, die ihren Schwiegereltern gegenüber schlechte Gefühle hegen und sie nicht besuchen. Solche schlechten Gefühle sind das Ergebnis von Nahrung. Wie die Nahrung, so der Kopf. Die Gefühle im Herzen spiegeln die Gedanken im Kopf wider. Deshalb müssen wir das rechte Essen zu uns nehmen. Ihr solltet niemals Essen zu euch nehmen, das die Flammen des Zorns und Neids in euch entzündet. Seit alten Zeiten haben die Weisen in Indien sich an strikte Ernährungsregeln gehalten. Sie haben immer Wert darauf gelegt, sattwische (reine) und keine rajasische Nahrung zu sich zu nehmen. Das Verzehren rajasischer Nahrung erzeugt Zorn. Wenn ihr hingegen tamasische Nahrung zu euch nehmt, fühlt ihr euch schon während des Essens schläfrig. Deshalb muss rajasische wie tamasische Nahrung vermieden werden. Man sollte nur sattwische Nahrung zu sich nehmen. Übermäßig scharfe, salzige und saure Speisen müssen vermieden werden. Vergesst nie, ehe ihr esst, euer Gebet zu sprechen:

brahmârpanam brahma havir
brahmâgnau brahmanâ hutam
brahmaiva tena gantavyam
brahma karma samâdhinâha

Der Akt des Darbietens ist Gott,
die Gabe selbst ist Gott,
dargebracht von Gott in dem
heiligen Feuer, das Gott ist.
Nur der erreicht Gott, der in
allen seinen Handlungen
vollkommen von Gott durchdrungen ist.

Wenn ihr vor dem Essen auf diese Weise betet, erwidert Gott sofort:

aham vaishvânaro bhûtva
prâninâm deham âshritaha
prânâpâna samâyuktaha
pacâmyannam caturvidham

Ich bin Vaishvânaro, die alles
durchdringende kosmische Energie,
die in den Körpern der Lebewesen wohnt.
Ich bin mit ihrem ein- und ausströmenden
Lebensatem verbunden
und verzehre die vier verschiedenen
Arten der Nahrung.

Während ihr esst müsst ihr immer dafür sorgen, dass ihr nur solche Speisen zu euch nehmt, die ihr leicht verdauen könnt. Nehmt nie Nahrung zu euch, die ihr nicht verdauen könnt. Ebenso fröhlich und leicht wie ihr euch zum Essen hinsetzt, solltet ihr euch fühlen, wenn ihr nach dem Essen aufsteht. Manche Leute setzen sich mit leichtem Magen zum Essen hin und stehen mit schwerem Magen auf, nachdem sie sich den Bauch vollgeschlagen haben. Das ist nicht die rechte Weise der Nahrungsaufnahme.

Nehmt immer leichtes Essen zu euch. Diese Gewohnheiten müsst ihr wenigstens von diesem segensreichen Tag Vinâyakacaturthî an kultivieren. Wenn ihr diese guten Gewohnheiten und Qualitäten kultiviert, könnt ihr so groß wie Vinâyaka werden.

Prema mudita…

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede, S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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