Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2004 » 17.10.2004   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 17.10.2004


Dasarafest


Wie kommt es, dass die Sonne
täglich mit großer Regelmäßigkeit
morgens auf- und abends untergeht?
Wie kommt es, dass die Sterne
des Nachts zauberhaft am Himmel funkeln
und sich tagsüber verstecken?
Wie kommt es, dass der Wind unaufhörlich
weht und (als Luft) die Lebewesen erhält,
ohne auch nur einen Augenblick zu ruhen?
Wie kommt es, dass die Flüsse mit
plätscherndem Laut ewig dahinfließen?

Die ganze Welt und auch jeder Einzelne ist von den fünf Elementen, Pancabhûta (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther bzw. Raum), erfüllt. Was ist die Welt, Prapanca? Pra bedeutet „weit“ und pancamu „von den fünf Elementen durchdrungen“. Deshalb bedeutet Prapanca der weite Raum, der von den fünf Elementen erfüllt ist. Wo immer ihr hinschaut, werdet ihr den Glanz der fünf Elemente finden, welche die weite Welt umhüllen.

Verkörperungen der Liebe!

Gott ist die Quelle und der Erhalter der gesamten Schöpfung. Niemand kann ergründen, warum Gott auf eine bestimmte Weise handelt. Er ist der höchste Herr des Universums und kann entsprechend seinem göttlichen Willen handeln. Erschaffung, Erhaltung und Auflösung des Universums sind allesamt sein Wille. Doch was immer er tut, ist zum Besten der Welt. So gibt es zum Beispiel keinen Platz und keine Zeit, wo Luft nicht existiert. Obwohl Luft nicht sichtbar ist, kann man sie erfahren. Jede Handlung in dieser Welt, sogar die kleinste, geschieht entsprechend dem göttlichen Willen. Beispielsweise bringt eine bestimmte Handlung Gottes euch vielleicht etwas Mühe oder Leid. Das geschieht auf eurer individuellen Ebene. Aber in Gottes Schöpfung gibt es so etwas wie Leid nicht. Was immer Gott tut, dient dem Wohlergehen der Menschheit. Manche Menschen fühlen sich niedergeschlagen und fragen, wieso Gott ihnen Schwierigkeiten und Leiden gegeben hat. Aber Leiden und Schwierigkeiten sind unser eigenes Werk. Gott macht keine Unterschiede und verursacht auch niemandes Leid. Leiden und Schwierigkeiten sind nur eure Empfindungen. Wie ich wiederholt betont habe, ist alles in Gottes Schöpfung dazu gedacht, den Lebewesen Glück und Annehmlichkeiten zu verschaffen. Ob ihr Leid oder Glück erfahrt, denkt immer, dass alles zu eurem eigenen Guten ist. Man muss die feste Überzeugung entwickeln, dass alles, was Gott tut, dem eigenen Guten dient und nicht dazu da ist, einen in Schwierigkeiten zu bringen. Unfähig, diese Wahrheit zu erkennen, erfährt der Mensch alle Arten von Sorgen und Leiden. Diese Einstellung ist nicht richtig. Man muss danach trachten, die Wahrheit zu erkennen, die Gottes Schöpfung zugrunde liegt. In dieser Welt gibt es zahllose Menschen mit unterschiedlichen Empfindungen. Es gibt auch Menschen, die sich darum bemühen, ihren Intellekt zu schärfen. Aber nur sehr wenige trachten danach, edle Eigenschaften zu entwickeln. Was bringt bloße Intelligenz ohne die Entfaltung edler Eigenschaften? Alle alten Weisen (Rischis) haben die Menschen dazu aufgerufen, edle Eigenschaften zu kultivieren. Es ist ein großer Irrtum, sich selbst für sehr intelligent und gebildet zu halten, nur weil man einen hohen akademischen Grad hat. Bloße Intelligenz und das Erlangen akademischer Titel im Bildungsbereich sind unnütz. Zusammen mit Bildung und Intelligenz muss man edle Eigenschaften entwickeln. Intelligenz ohne edle Eigenschaften ist nicht erstrebenswert.

Heute ist der erste Tag der Navarâtri-Feierlichkeiten, die neun Tage andauern. Alle Feste sind dazu gedacht, die Menschheit an Folgendes zu erinnern: Man soll edle Eigenschaften entwickeln, indem man an Aktivitäten teilnimmt, die für einen selbst und die Gesellschaft segensreich sind. Welche Aktivitäten wir auch unternehmen, wir müssen selbst herausfinden, ob unsere Absicht und unser Entschluss, sie durchzuführen, gut sind und ob wir durch eine solche Handlung edle Eigenschaften entwickeln. Den Auswirkungen des Kalizeitalters ist es zu verdanken, dass der Mensch durch gewissenhafte Anstrengung seine Intelligenz in verschiedenen Bereichen entwickeln konnte, aber er bemüht sich überhaupt nicht um das Kultivieren edler Eigenschaften. Der Mensch hat das Vertrauen in sich selbst verloren. Er ist zwar fähig, mittels seiner Intelligenz im weltlichen Leben eine hohe Stellung einzunehmen, doch ohne edle Eigenschaften bringt dies nichts. Deshalb besteht für den Menschen das Gebot der Stunde darin, seinen Glauben (nammakam) zu vertiefen. Glaube entspricht den zwei Augen des Menschen. Ohne Glauben ist der Mensch blind. Nur wenn er an sich selbst glaubt, kann er auch an Gott glauben.

Manche Menschen verkünden: „Ich glaube nicht an Gott.“ Diese Behauptung ist ohne Bedeutung. Wenn sie nicht an Gott glauben, an wen glauben sie dann? Nur wenn man Glauben an Gott entfaltet, kann man auch an alles andere glauben. Deshalb muss man als Erstes Glauben an Gott entwickeln. Mit diesem Glauben kann man in allen Unternehmungen erfolgreich sein. Wer an Gott glaubt, wird auch Glauben an jeden Einzelnen entwickeln können. So jemand wird die feste Überzeugung entwickeln, dass Gott jedem Wesen innewohnt. Die Upanischaden verkünden:

Das gesamte Universum
ist von Gott durchdrungen.
(îshâvâsyam idam sarvam)

und:

Gott wohnt allen Wesen inne.
(îshvara sarvabhûtânâm)

Gott wohnt jedem Wesen als Nammakammu, Glaube, inne. Deshalb liegt die vorrangige Pflicht darin, Glauben an Gott zu entwickeln. Die Veden und die Upanishaden, ja alle heiligen Schriften, heben dies als menschliche Pflicht hervor.

Heutzutage glaubt der Mensch an alles in der gegenständlichen Welt. Wenn zum Beispiel in der Zeitung eine Nachricht erscheint, jemand sei in Russland unter den und den Umständen gestorben, glauben wir dieser Nachricht, ohne auch nur eine Spur Zweifel zu hegen. Wie kam es zu unserem Glauben in die Nachricht? Wer übermittelte uns diese Nachricht? Nur die Zeitung. Wir sind fähig, den Zeitungen zu glauben, sind aber nicht in der Lage, einer Erfahrung Glauben zu schenken, die aus der ewigen Wahrheit und ihrer Umsetzung im täglichen Leben entstanden ist. Um festen Glauben an die ewige Wahrheit zu entwickeln, müssen wir edle Eigenschaften kultivieren. Das ist unsere vornehmste Pflicht. Dadurch wird auch unser Glaube an Gott stärker. Leider vernachlässigen wir heutzutage unseren Glauben an Gott, glauben an das, was andere sagen und schlagen dadurch den falschen Pfad ein. Als Erstes müssen wir Selbstvertrauen entwickeln. Nur dann können wir Glauben an jeden Aspekt von Gottes Schöpfung entwickeln.

Liebe Studenten! Devotees!

Es ist in der heutigen Zeit äußerst wichtig, Glauben an Gott zu entwickeln. Der Mensch entwickelt Ego im Glauben, er wüsste alles in dieser Welt. Dieses Ego ist in Wirklichkeit ein Zeichen von Unwissenheit. Wenn jemand behauptet, er glaube an alles in dieser Welt, ohne aber an Gott zu glauben, dann beruht diese Art Glauben nicht auf einer soliden Grundlage. Der Mensch glaubt heutzutage alles in dieser Welt, sogar das, was er nicht gesehen hat. Aber er ist nicht bereit, das zu glauben, was sich unmittelbar vor seinen Augen befindet, nämlich die vielfältige Manifestation der Göttlichkeit. In den Ästen eines Baumes verbirgt sich Feuer, das offenbar wird, wenn ein Ast an einem anderen scheuert und so Reibung entsteht. Kann irgendjemand das Vorhandensein des Feuers in den Ästen eines Baumes leugnen? Aber warum ist der Mensch nicht fähig, diese Wahrheit (Göttlichkeit) zu erkennen? Sein Ego ist die Ursache. Ebenso wie das aus den Ästen des Baumes hervorgegangene Feuer den Baum selbst zerstört, vernichtet das aus dem Menschen hervorgegangene Ego den Menschen selbst. Deshalb muss der Mensch starken Glauben an Gottes Existenz entwickeln. Ohne diesen Glauben entartet der Mensch, durch sich selbst, zu einem Dämon.

Schüler, Studenten! Lehrer!
Förderer der Bildung!
Ihr solltet die wahre Bedeutung von Bildung verstehen. Bildung bedeutet nicht nur den  Erwerb von Bücherwissen.

Könnt ihr all jene, die lesen und
schreiben gelernt haben,
als gebildet bezeichnen?
Kann jemand gebildet genannt werden,
nur weil er akademische Titel erworben hat?
Wie könnt ihr das ewige Wissen erlangen,
wenn ihr euer wahres Selbst nicht kennt?

Bemüht euch, eure wahre Identität zu kennen. Eure ganze Bildung wird sich als nutzlos erweisen, wenn ihr nicht wisst, wer ihr wirklich seid. Wenn ihr hier sitzt, lauscht ihr aufmerksam und gespannt den Ansprachen. Doch sobald ihr diesen Platz verlasst, vergesst ihr alles. Ihr werdet euren Glauben an das hier Gehörte verlieren. Das ist es nicht, was vom Menschen erwartet wird. Ihr solltet völliges Vertrauen in die spirituellen Lehren haben, sie in die Praxis umsetzen und Glückseligkeit erfahren.

Glaube bzw. Vertrauen ist die vorrangige Qualität, welche der Mensch mit der Geburt erbt. Als Erstes entwickelt er Vertrauen in seine Mutter. Selbst wenn seine Mutter mit ihm schimpft oder ihn schlägt, bleibt sein Vertrauen in die Mutter stark. So groß ist die Liebe einer Mutter. Der Mensch sollte in Gott so viel Vertrauen entwickeln, wie er in seine Mutter setzt. Aber leider fehlt ihm dieser Glaube an Gott. Jeder will Gott unmittelbar schauen. Wer ist Gott? Wo befindet er sich? Man kann behaupten, die Sonne sei Gottes unmittelbare Manifestation, weil sie uns Licht schenkt und unser Leben erhält. In Form des Lichts schenkt der Sonnengott allen seine Liebe. Wenn ihr nicht an das Licht der Liebe glaubt, wird euer Leben mit Dunkelheit erfüllt sein.

Einst fragte ein Schüler seinen spirituellen Lehrer: „Wo ist Gott?“ Der Guru erwiderte, er sei überall und in allen Lebewesen gegenwärtig. Der Schüler gab seinem Zweifel Ausdruck, wie es Gott möglich sei, in allen Wesen anwesend zu sein. Daraufhin forderte der Guru ihn auf, zehn Gefäße zu bringen und sie mit Wasser zu füllen. In allen von ihnen war die Widerspiegelung der Sonne zu sehen. Entsprechend ist Gott in allen Wesen gegenwärtig. Die Gefäße mögen sich unterscheiden, aber die Widerspiegelung der Sonne ist in allen ein und dieselbe. Deshalb ist die Sonne die direkte Manifestation des Göttlichen, (pratyaksha paramâtman). Jedoch kann es ohne Wasser keine Widerspiegelung geben. Unser physischer Körper ist einem Gefäß vergleichbar und die innewohnenden Neigungen (vâsana) dem Wasser. Wenn eure Gedanken und Empfindungen gut sind, könnt ihr die Widerspiegelung der Göttlichkeit klar sehen. Wenn eure Gedanken unrein und schlecht sind, werdet ihr die Widerspiegelung der Göttlichkeit nicht sehen können. Der Fehler liegt in euren Gedanken und nicht in der Spiegelung. Entsprechend seid ihr allein für euer Glück oder Leid verantwortlich. Entwickelt zuerst edle und heilige Empfindungen. Ich sage euch oft, der physische Körper gleicht einer Blase im Wasser und der Geist (mind, die Gedanken- und Gefühlswelt) einem verrückten Affen. Setzt deshalb euren Glauben nicht in den Körper oder eure Gedanken und Gefühle. Ihr solltet starkes Vertrauen in euer Selbst haben. Körper und Geist sind aus dem Selbst hervorgegangen.

Schüler, Studenten!

Wenn ihr an euer Selbst glaubt und dem Selbst vertraut, werdet ihr keine Schwierigkeiten und kein Leid erfahren. Ihr solltet deshalb wenigstens den Lehren der Älteren Glauben schenken und ihnen unbedingt folgen. Es gibt nur einen Sonnengott, aber er erscheint in den verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich. Wenn die Sonne in Amerika aufgeht, geht sie in Indien unter. Die Inder werden behaupten, die Sonne gehe unter und zur selben Zeit werden die Amerikaner behaupten, sie gehe auf. Es ist keine Frage von Argumentation. Die Zeiten unterscheiden sich vielleicht, aber beide haben von ihrem Gesichtspunkt aus gesehen recht.

Als Bestandteil der Navarâtri-Feierlichkeiten verehren die Menschen verschiedene Formen des Göttlichen. Ihr solltet heilige Empfindungen entwickeln und Göttlichkeit erfahren. Was ist die innere Bedeutung der Navarâtri-Feierlichkeiten? Diese neun Nächte repräsentieren neun Planeten. Jeder Planet besitzt seine eigene Bedeutung. Diese Planeten befinden sich jedoch nicht draußen in der Welt, sondern in euch. Wenn eure Gefühle unrein und unheilig sind, wird das Ergebnis ebenso unrein und unheilig sein. Ihr seid für das Gute und Böse, das ihr denkt und erfahrt, verantwortlich. Sie sind nicht Produkte der äußeren Welt. Sie sind die Reaktion, die Widerspiegelung und der Widerhall eures inneren Wesens. Weil der Mensch durch diese drei gebunden ist, begegnet er den Härten des Lebens. Aber er vergisst diese drei Aspekte und sucht nach Lösungen für seine Probleme. Er hält sich für hochintelligent. In Wirklichkeit ist es keine wahre Intelligenz. Es mangelt dem Menschen an Glauben an das Göttliche. Das ist die wahre Ursache seines Leidens. Es gibt nur einen Gott. Entsprechend sind die Menschen eins, obwohl sich die Formen und das Verhalten unterscheiden mögen. Doch in seiner Engstirnigkeit ist der Mensch unfähig, diese Einheit zu verstehen.

Wenn ihr eine Mango esst, könnt ihr nicht wie nach einer Gurke aufstoßen. Entsprechend ist das, was ihr erfahrt, das Ergebnis eurer eigenen Gedanken und Gefühle. Keine äußere Kraft ist dafür verantwortlich. Lasst euch nicht von den äußeren Einflüssen mitreißen. Folgt den heiligen Empfindungen, die ihren Ursprung in eurem Herzen haben. Die Navarâtri-Feierlichkeiten sind ein Symbol der neun Arten der Energie. Während dieses Navarâtri-Festes müssen wir das Gefühl der Einheit entwickeln. Obwohl es neun Arten der Energie gibt, ist die ihnen allen zugrunde liegende Wahrheit ein- und dieselbe. Das ist das Atmanprinzip. Es ist alldurchdringend. Es ist nicht nur in den Menschen, sondern in allen Lebewesen gegenwärtig.

Wenn ihr in Richtung Westen wandert, während die Sonne im Osten aufgeht, wird euer Schatten sich vor euch her bewegen und viel größer sein als ihr. Mit dem allmählichen Aufsteigen der Sonne wird euer Schatten kleiner. Mittags, wenn die Sonne sich direkt über eurem Kopf befindet, ist der Schatten direkt unter euren Füßen. Entsprechend wird, wenn ihr Gleichmut entwickelt, euer Ego unterworfen werden wie der Schatten unter euren Füßen. Um die Einheit des Atman zu verstehen, müsst ihr als Erstes euer Ego aufgeben.

Es gibt nur einen Gott,
doch die Weisen nennen
ihn bei verschiedenen Namen.
Gott ist der Eine ohne ein Zweites.

Überall herrscht nur Einheit; Vielfalt ist eure eigene Einbildung. Der Fehler liegt in eurer Sichtweise, nicht in der Schöpfung. Wir sollten uns bemühen, das zugrunde liegende Einheitsprinzip zu verstehen. Entwickelt als Erstes Vertrauen in euch selbst. Seht in anderen nur Gutes. Wenn ihr in anderen Schlechtes seht, ist das die Widerspiegelung eurer eigenen Gefühle. Entwickelt Liebe zum Selbst und Willenskraft (âtmashakti). Übt Selbstkontrolle. Nur durch Selbstkontrolle könnt ihr Selbstzufriedenheit erreichen. Visualisiert die Einheit in der Vielfalt.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr seid Ekâtma Svarûpa, die Verkörperung des einen Atmanprinzips. Ihr habt nur ein Herz, nicht zwei. Wenn ihr zwei Herzen habt, müsst ihr ins Krankenhaus eingeliefert werden! Entsprechend gibt es nur einen Atman. Das ist die höchste Wahrheit. Entwickelt deshalb das Gefühl der Einheit. Wenn ihr dem Weg der Wahrheit folgt, werdet ihr überall die Manifestation der Wahrheit finden. In euch gibt es nur ein Liebesprinzip. Aber ihr verstreut es in verschiedene Richtungen. Ihr glaubt, es gäbe verschiedene Formen der Liebe. Es ist nur eure Einbildung.

Bemüht euch, das Prinzip der Spiritualität zu verstehen. Hegt die feste Überzeugung, dass ihr die Verkörperung des Atman seid und dass es keine zweite Wesenheit in dieser Welt gibt. Alle weltlichen Beziehungen wie Mutter, Ehefrau, Kinder usw. sind eure eigene Schöpfung. Es ist nur eine vorübergehende Beziehung, nicht aber die Wirklichkeit. Ihr solltet euch durch eine solch weltliche Verbindung nicht täuschen lassen. Entwickelt festen Glauben an eure „wahre Nation“, nämlich den Atman. Glaubt nicht an die Welt. Habt die feste Überzeugung, dass Gott überall ist.

Mit Händen, Füßen, Augen,
Kopf, Mund und Ohren überall,
durchdringt Er das gesamte Universum.

Aber aufgrund eurer irrtümlichen Identifizierung und Täuschung nehmt ihr Dualität wahr.

Verkörperungen der Liebe!

In euch befindet sich Liebe. Sie braucht nicht von außen erworben zu werden. Weltliche Liebe beruht auf weltlicher Beziehung. Wen immer ihr liebt, ihr liebt eure eigene Widerspiegelung. Es ist ein Irrtum zu glauben, ihr liebtet jemand anderen. Ihr zeigt auf jemanden und behauptet: „Er ist mein Freund“. Aber in Wahrheit ist Gott allein euer wahrer Freund. Er wird euch niemals betrügen. Manchmal mögt ihr an eurem wahren Freund zweifeln, aber er wird niemals an euch zweifeln und euch niemals aufgeben. Eure Gefühle ändern sich vielleicht entsprechend Zeit und Situation, aber Gott ist unveränderlich. Er hat immer das Bewusstsein der Einheit. Wenn ihr Gott erst einmal als euren wahren Freund betrachtet, wird jeder freundlich zu euch sein. Tatsächlich habt ihr keine Feinde. In dieser Welt gibt es niemand anderen als euch selbst. Wenn keine zweite Person existiert, wie kann es einen Feind geben? Alle gleichen vorbeiziehenden Wolken. Aber ihr haltet sie für dauerhaft und setzt euren Glauben in sie. Als Folge davon seid ihr nicht in der Lage, Gott zu vertrauen, der rein und selbstlos ist. Ihr vergesst die göttliche Liebe und werdet von dem „tiefen Wein“ weltlicher Liebe berauscht (Swami spielt im Englischen mit den Worten divine-deep wine).

Verkörperungen der Liebe!

Wenn ihr Gott kennen wollt, nehmt das Prinzip der Einheit in euch auf. Wenn ihr das Einheitsempfinden besitzt, könnt ihr die unmittelbare Manifestation Gottes schauen. Die Weisen der vedischen Zeiten verehrten die Sonne als direkte Manifestation Gottes, wie es im Gâyatrî-Mantra beschrieben ist. Betrachtet Gott als eure Mutter, euren Vater, euren Freund und euer Alles.

Er allein ist für jeden Vater und Mutter,
Freund und Verwandter, Weisheit und Wohlstand.
(tvameva mâtâ…)

Die Menschen haben Gott jedoch vergessen und sehnen sich nach flüchtigen Vergnügungen. Nichts in dieser Welt ist dauerhaft. All eure weltlichen Beziehungen sind vergänglich. Euer Leben selbst ist vergänglich. Wie könnt ihr dann jemanden als euren dauernden Freund betrachten? Es gibt nur einen dauerhaften Freund – Gott. Wenn ihr wahre Liebe erfahren wollt, habt volles Vertrauen in Gott. Gottes Liebe ist stetig. Sie wird niemals weniger. Egal wie viel Leid ihr erlebt, ihr gehört zu Gott. Ihr seid sein und er ist euer. Kein Dritter kann sich zwischen euch und Gott stellen. Nur aufgrund von Täuschung glaubt ihr, es gäbe eine dritte Person. Ihr sagt: „Er ist mein Klassenkamerad, er ist mein Sportsfreund.“ Aber keiner von ihnen kann euch retten. Ihr müsst für euch selbst sorgen. Ihr solltet an euch selbst glauben. Nur dann könnt ihr die Wahrheit erkennen.

Verkörperungen der Liebe!

Vergesst niemals die Liebe. Liebe ist Gottes Form. Liebe ist Gott, lebt in Liebe. Nur dann könnt ihr die Wirklichkeit verstehen. Haltet euch nicht an das, was andere sagen. Folgt eurem Gewissen. Verliert unter keinen Umständen euren Glauben an Gott. Manchmal mögen sogar eure Eltern versuchen, euch von eurem Weg zu Gott abzubringen. Ihr solltet ihnen sagen, dass Gott alles für euch bedeutet. Er ist euer wahrer Freund. Ihr liebt eure Mutter, weil sie euch geboren und aufgezogen hat. Ihr betrachtet jemanden als euren Lehrer, weil ihr von ihm eure Lektionen gelernt habt. Ihr behandelt, entsprechend eurer Verbindung und Erfahrung, jemanden als eure Mutter, euren Vater, euren Lehrer etc. Tatsächlich kommen und gehen all diese Beziehungen wie die sich bewegenden Bilder auf der Leinwand. Lasst euch nicht von den Bildern auf der Leinwand in die Irre führen. Tragt Gottes Bild in eurem Herzen. Entwickelt eine starke Überzeugung und seht ihn als eure einzige Zuflucht an. Nur dann könnt ihr Gott schauen.

Heute Morgen kam eine russische Dame zu mir. Im Laufe der Unterhaltung sagte sie: „Swami, ich habe einen Freund.“ Als ich sie fragte, wer er sei, nahm sie ihre Börse heraus und zeigte ein kleines Foto. Daraufhin sagte ich zu ihr: „Mutter, er ist dein Ehemann und nicht dein Freund. Betrachte nicht deinen Ehemann als deinen Freund und deinen Freund als deinen Ehemann.“ Sie erwiderte: „Swami, das habe ich all diese Jahre getan. Ist es ein Fehler?“ Ich antwortete: „Ja es ist ein Fehler, es ist mit Sicherheit ein Fehler.“ Dann fragte ich sie, wann sie ihn das erste Mal getroffen hat. Sie sagte, sie kenne ihn seit drei Jahren. Ich erwiderte: „Diese Art Beziehung ist vergänglich. Gott allein ist dein wahrer Freund. Auch wenn du ihn vergisst, er wird dich nie vergessen. Er wird sogar nach deinem Tod bei dir sein. Behandle deshalb Gott als deinen wahren Freund. Schließlich wirst du eins mit ihm werden.“

Verkörperungen der Liebe!

Viele in dieser Welt verstehen nicht, was wahre Spiritualität ist und vergessen deshalb die Wirklichkeit. Gott allein ist euer wahrer Freund. Das ist die Wirklichkeit. Er ist eure Mutter, euer Vater, euer Guru etc. Entwickelt diese feste Überzeugung. Dann wird Gott immer für euch sorgen. Wenn ihr Ekâtmabhâva, das Empfinden des einen Atmans, entwickelt, werden sich alle göttlichen Eigenschaften in euch manifestieren. Ihr werdet der Welt ein Vorbild sein. Ihr werdet frei von Leid sein. Ihr werdet weder Tod noch Strafe erfahren. Ihr werdet eure wahre Identität verwirklichen. Wenn euch jemand fragt: „Wer bist du?“, antwortet voller Überzeugung: „Ich bin Ich.“ Identifiziert euch niemals mit dem Körper. Wer diese Wahrheit erkennt und verwirklicht, ist gesegnet. Ich werde in den kommenden Tagen weiter über dieses Thema sprechen.

Weltliche Gurus ändern sich im Lauf der Zeit. Gott allein ist unveränderlich und er allein ist euer wahrer Guru. Habt vollkommenen Glauben an Gott. Entwickelt täglich Glauben und Vertrauen. Nur dann könnt ihr als wahrer Mensch bezeichnet werden.

Gott inkarniert in
menschlicher Gestalt.

Betrachtet euch deshalb als göttlich. Verkündet voller Überzeugung: „Ich bin Ich.“ Wenn ihr euer Leben mit diesem heiligen Empfinden führt, wird sich das Göttliche sicher in euch manifestieren. Hegt nie die falsche Vorstellung, dass Gott woanders sei. Er ist immer in euch. Eure Widerspiegelung ist Gottes Widerspiegelung. Eure Reaktion ist seine Reaktion. Das Wesen von allem ist im Grunde göttlich. Es ist Gott, der euch eure Rolle in diesem kosmischen Schauspiel spielen lässt. Er ist es, der euch zum Singen, Tanzen usw. veranlasst. Er ist der Direktor des kosmischen Spiels. Egal, bei welchem Namen ihr ihn ruft – er ist Eines allein.

Verkörperungen der Liebe!

Wenn ihr Gott erlangen wollt, entwickelt Ekâtmabhâva, das Empfinden des einen Atmans. Ihr werdet sicherlich fähig sein, ihn überall zu sehen und zu erfahren.

Prema mudita….

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen englischen gedruckten Fassung der Ansprache; S. B, Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. © , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.