Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2004 » 11.04.2004   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 11.04.2004

 

Eröffnung der Kerala Jugendkonferenz


Der strahlende Herr,
der in jedem Atom leuchtet
und das gesamte Universum durchdringt,
wird euch immer beschützen.
Er, der allmächtige Herr von Parthi,
wird euch Hingabe gewähren und
euch in all euren Bemühungen helfen.
Was sonst ist dieser Versammlung
edler Seelen mitzuteilen?

Verkörperungen der Liebe!

Gott braucht niemandes Unterstützung oder Hilfe. Er kümmert sich aus eigenem Antrieb um alles und schenkt jedem seine Gnade.

Devotees! Glaubt nicht, Gott wäre auf einen bestimmten Ort beschränkt und ihr müsstet nach ihm suchen. Es zeugt von Unwissenheit, nach Gott zu suchen, der überall und jederzeit gegenwärtig ist. Ihr solltet zuallererst erforschen und verstehen, wer Gott ist. Er ist es, der jedes Partikel und jedes Atom der Schöpfung (prakriti) durchdringt. Die Schöpfung ist die unmittelbare Manifestation Gottes. Es gibt nichts, das Gott nicht vollbringen könnte. Er sieht alles zu jeder Zeit. Gottes göttliche Kraft in der Schöpfung nicht zu erkennen und zu glauben, Gott würde auf eure Gebete nicht reagieren und nicht zu eurer Rettung kommen, ist ein Fehler. Hingabe und göttliche Gnade sind miteinander verbunden und voneinander abhängig. Aufgrund von Maya, der Täuschung und Illusion, ist der Mensch nicht in der Lage, Gottes göttliche Kraft zu erfassen.

Was immer Gott tut, dient dem Wohlergehen der Welt. Keine einzige Handlung Gottes ist ohne Zweck und Ziel. Da der Mensch unfähig ist, die innere Bedeutung von Gottes Handlungen zu verstehen, wird er verwirrt. Die Erde dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 1000 Meilen pro Stunde um ihre Achse und verursacht so Tag und Nacht. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wie auch das Zu- und Abnehmen des Mondes unterstützen alle Aktivitäten auf Erden. Außerdem bewegt sich die Erde mit einer Geschwindigkeit von 66.000 Meilen pro Stunde um die Sonne, was die verschiedenen Jahreszeiten entstehen lässt. Die Jahreszeiten sind dem Menschen auf mancherlei Weise von Nutzen. Wolken und Regen helfen dem Menschen, Nahrung anzubauen. So versorgt die Erde alle Wesen mit Nahrung und erhält sie. Kann ein Mensch oder eine Regierung eine so gewaltige Aufgabe vollbringen? Unmöglich. Der Mensch erkennt diese großartigen und segensreichen Taten Gottes nicht und verschwendet sein Leben in Täuschung und Zweifel. Wenn ihr intensiv nachforscht, erkennt ihr, dass die göttliche Kraft ständig wirkt. Jede Zelle, jeder Augenblick und jedes Zeitalter wird vom göttlichen Willen gelenkt. Gott ist überall und existiert in Gestalt der Schöpfung. Da die Menschen unfähig sind, diese Wahrheit zu erkennen, beginnen sie, an Gottes Existenz zu zweifeln. Alles wird von Gott gestützt und erhalten. Ohne Göttlichkeit kann die Menschheit nicht existieren. Wenn ihr diese Wahrheit versteht, wird euer Leben geheiligt sein.

Gott verschwendet keinen einzigen Augenblick. Er ist ständig mit Handlungen beschäftigt, die dem Wohlergehen aller dienen. Er ist in jedem Augenblick der Zeit die einzige Zuflucht eines jeden Menschen. Für Gott, der die irdischen, himmlischen und kosmischen Ebenen durchdringt, ist nichts unmöglich. Jede Sekunde unseres Lebens hängt vom göttlichen Willen ab. Jeder Atemzug unseres Lebens wird von Gott gesteuert. Ohne seinen Willen können wir nicht einmal einen Atemzug tun. Die Menschen sind nicht in der Lage, diesen allgegenwärtigen, allmächtigen Gott zu erkennen und vergeuden ihr Leben in vergeblichen Diskussionen über seine Existenz. Da ihnen der Glaube an den allmächtigen Gott fehlt, erfahren sie nicht einmal ein bisschen Freude.

Einst fragte Arjuna Krishna: „Swami! Aus welchem Grund bist du immerzu tätig?“ Krishna erwiderte: „Arjuna, ich handle, um den Menschen ein Vorbild zu sein, dem sie nacheifern können. Wenn ich handle, folgen die Menschen meinem Beispiel; wenn ich nicht handle, kommt die gesamte Welt zum Stillstand. Der Wert des Handelns ist unbeschreiblich.“

O Pârtha (Arjuna),
in allen drei Welten gibt es
keine Handlung, die
ich vollbringen müsste,
noch gibt es irgendetwas Erstrebenswertes,
das ich erlangen müsste (wörtl.: nicht erlangt habe);
dennoch bin ich ständig mit Handeln befasst.

Ich handele nicht um meiner selbst willen, ich gewinne auch nichts dadurch. Es gibt nichts, was ich durch Aktivitäten erreichen müsste. Was immer ich tue, dient dem Wohlergehen der Welt. Das solltest du verstehen und meinem Beispiel nacheifern. Gott lehrt dich alles, nicht nur durch Unterweisung, sondern auch durch sein Tun. Durch gründliches Nachdenken kannst du diese Wahrheit verstehen. Du solltest ernsthaft und aufrichtig nachforschen. Wenn dir der Glaube fehlt, kannst du nichts begreifen, egal, wie lange du es versuchst. Jeder meiner Schritte dient einem bestimmten Zweck. Jede meiner Handlungen reflektiert eine Facette von Dharma. Ohne meinen Willen (sankalpa) kann nichts in der Welt geschehen. Aber du bist nicht in der Lage, meinen Willen und mein göttliches Gesetz (Dharma) zu verstehen. Gott hat sich nicht um seinetwillen, sondern zum Wohle aller Lebewesen inkarniert. Gott ist die Wirklichkeit und die Welt ist deren Widerspiegelung. Natürlicherweise folgt die Widerspiegelung der Wirklichkeit. Was immer Gott tut, dient unserem Wohlergehen. Entsprechend sollte ihn alles, was ihr tut, erfreuen.

Ihr mögt öffentlich verkünden, all euere Handlungen dienten dem Zweck, Gott zu gefallen, aber das bedeutet nicht, dass ihr ihn wirklich erfreut. Gott ist nur dann beglückt, wenn ihr Furcht vor Sünde, Liebe zu Gott und Moral in der Gesellschaft kultiviert (pâpabhîti, daivaprîti, sanghanîti). Ohne Moral könnt ihr nicht Menschen im wahren Sinne des Wortes genannt werden. Moral ist das Kennzeichen eines Menschen. Die wahre Menschheit achtet die Moral. Entwickelt als erstes Liebe zu Gott. Liebe zu Gott führt zu Furcht vor Sünde, was wiederum die Moral in der Gesellschaft fördert. Deshalb ist Liebe zu Gott die Basis, auf der das Gebäude des menschlichen Lebens ruht. Die Menschheit kann sich nur dann weiterentwickeln, wenn in der Gesellschaft Moral herrscht. Aber der moderne Mensch hat kein klares Verständnis von dem Begriff Moral. Sogar Vögel und Tiere halten sich an den für sie festgesetzten Verhaltenskodex, doch der Mensch folgt nicht den Regeln der Moral. Wenn der Mensch sich moralisch verhält, wird Gott ihm sicherlich seine Gnade schenken. Moral ist nicht etwas, das ihr euch aufzwingen solltet, sondern Moral ist eure Natur. Entwickelt deshalb vor allem Moral. Nur dann wird in euch die Göttlichkeit erblühen. Wenn der Mensch sich moralisch verhält, wird die gesamte Welt gedeihen und nur dann kann der Mensch ein glückliches Leben führen. Wo immer ihr seid und was immer ihr tut, betrachtet Moral als die Grundlage eures Lebens. In Wirklichkeit ist Moral eure wahre Reputation, und wenn ihr Moral besitzt, könnt ihr die göttliche Gnade verdienen.

Was ist wahrer Gottesdienst? Es bedeutet nicht nur, Gott Blumen zu opfern und ein paar Rituale durchzuführen. Ihr solltet der göttlichen Anweisung aufs Wort gehorchen und in eurem täglichen Leben strikt an der Moral festhalten; das kann man wahren Gottesdienst nennen. Die Menschen glauben heutzutage, sie würden zu Gott beten und seine Herrlichkeit besingen. Gott braucht das alles nicht. Ihr betet zu Gott nur um eurer selbst und nicht um Gottes willen. Ihr beschäftigt euch mit verschiedenen Übungen wie Rosenkranzbeten, Askese, Yoga usw. nur zu eurer eigenen Befriedigung. Tatsächlich braucht ihr das alles nicht zu tun, um Gott zu verehren. Es genügt, wenn ihr eure Pflicht auf rechte Weise erfüllt. Dann wird Gott euch sicherlich seine Liebe und Gnade schenken. Wie könnt ihr erwarten, Gottes Liebe zu empfangen, ohne eure Pflicht aufrichtig zu erfüllen? Gott denkt jeden Augenblick an euer Wohlergehen. Wo ist Gott? Er ist überall. Wo immer wir sind, dort ist Gott.

Seine Hände, Füße, Augen,
Ohren, sein Kopf und sein Mund sind überall;
So durchdringt er das gesamte Universum.

Zu glauben, Gott sei auf einen bestimmten Ort begrenzt, ist reine Unwissenheit. Wie Mukundan (ein Vorredner) zuvor feststellte: Wahrheit ist Gott, Gott ist Wahrheit. Wir müssen deshalb die Wahrheit schützen.

Sprich die Wahrheit, handle recht.

Wahrheit und Dharma sind die zwei Hauptsäulen, auf denen die gesamte Welt ruht. Wenn wir Wahrheit und Dharma schützen, werden sie wiederum uns schützen, wo immer wir hingehen, Wahrheit ist die Quelle allen Glücks. Wie könnt ihr Glück erwarten, wenn ihr nicht der Wahrheit folgt? Wahrheit ist das grundlegende Lebensprinzip. Aber heutzutage sind die Gedanken, Worte und Taten des Menschen mit Unwahrheit und Unrecht befleckt. Aus diesem Grund ist er nicht in der Lage, im Leben Glück zu genießen. Bhârats Kultur lehrt:

Sprich die Wahrheit, sprich gefällig
und sprich keine ungefällige Wahrheit.

Gott schützt jene, die Wahrheit und Dharma schützen. Es gibt in dieser Welt nichts Höheres als die Wahrheit. Sie erfüllt das ganze Universum. Aber die Menschen ignorieren dieses alles durchdringende Wahrheitsprinzip, versuchen, die Wahrheit zu unterdrücken und schwelgen in Falschheit. Als Folge davon nimmt die Rechtlosigkeit in der Welt zu.

Verkörperungen der Liebe!

Wahrheit ist euer Leben. Es gibt keinen anderen Gott als die Wahrheit. Wahrheit allein kann euch immer schützen. Seit alters her hat Bhârats Kultur großen Wert auf die Notwendigkeit gelegt, Wahrheit und Dharma, der von Gott gesetzten Ordnung, zu folgen. Es freut mich, zu sehen, dass die Devotees aus Kerala ein vorbildliches Leben führen und Liebe zu Gott kultivieren, Furcht vor Sünde und Moral in der Gesellschaft. Wenn ihr Gott liebt, könnt ihr alles im Leben erreichen und wenn ihr in euerem Leben Wahrheit und Dharma umsetzt, wird jeder Augenblick eures Lebens mit Glück erfüllt sein. Jene, die unfähig sind, dauerndes Glück zu erfahren, sollten zu mir kommen; ich werde ihnen den Pfad zum Glück zeigen. Wenn ihr euch für Wahrheit und Dharma einsetzt, wird Gott immer mit euch sein, um euch zu schützen.

Was ist Wahrheit?

Wahrheit ist das, was die drei Zeitperioden (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) transzendiert.

Das, was sich im Lauf der Zeit wandelt, kann keinesfalls Wahrheit genannt werden. Aber heutzutage wird den Kindern nicht die wahre Bedeutung von Wahrheit und Rechtschaffenheit klargemacht. Kleine Kinder verstehen nicht die korrekte Bedeutung von Wahrheit. Es genügt, wenn ihr ihnen beibringt, in ihrem Sprechen und Verhalten an der Wahrheit festzuhalten. Wir sollten sie lehren, dass Wahrheit Gott ist und dass Wahrheit allein sie schützen kann. Wie können wir erwarten, dass Kinder der Wahrheit folgen, ohne ihnen die korrekte Bedeutung von Wahrheit und ihre Wichtigkeit beizubringen? Unser gesamtes Leben gründet auf Wahrheit und Dharma. Ohne Wahrheit kann es kein Dharma geben.

Es gibt kein höheres Dharma, als an der Wahrheit festzuhalten.

Wahrheit entspricht der Wurzel, Dharma den Ästen und Zweigen, und Glück der Frucht des Lebensbaumes. Deshalb sollten wir unser Leben so führen, dass wir Wahrheit und Dharma zur Grundlage all unserer Handlungen machen.

Viele Leute praktizieren mit großem Aufwand und Pomp Rituale zur Gottesverehrung. Mir ist angesichts ihrer Unwissenheit zum Lachen zumute. Dies sind nicht die wahren spirituellen Übungen. Wie können solche spirituellen Übungen zur Gotteserfahrung (sâkshâtkâra) führen? Ihr solltet stattdessen Wahrheit und Dharma in eurem Leben umsetzen. Ohne Satya und Dharma ist alles, was ihr tut, bloße Show. Wahrheit ist unveränderlich und ewig. Sie transzendiert Zeit, Raum und Umstände. Sie sollte die Grundlage all eurer Handlungen sein. Wenn eure Handlungen nicht auf Wahrheit gründen, werden sie künstlich. Wahrheit entspringt eurem Herzen und sie sollte in die Tat umgesetzt werden. Wir sollten mit Reinheit von Gedanke, Wort und Tat zu Gott beten. Gebt niemals und unter keinen Umständen die Wahrheit auf. Nur dann wird die Wahrheit euch schützen.

Verkörperungen der Liebe!

Es bringt nichts, sich mit einer negativen Einstellung an Wahrheit und Dharma zu halten. Das hieße Luftschlösser bauen! Was immer ihr mit einer negativen Einstellung tut, wird zwangsläufig negative Ergebnisse bringen. Entwickelt deshalb eine positive Einstellung. Erfüllt euer Leben mit Liebe. Der Mensch hat großartige Dinge vollbracht, aber was nützt das? Er ist nicht in der Lage, die Bedeutung von Satya und Dharma zu verstehen. Tatsächlich ist niemand dem Menschen überlegen. Im Menschen ist Göttlichkeit. Aber durch den Einfluss von Täuschung und Illusion ist der Mensch nicht in der Lage, seine wesensgemäße Göttlichkeit zu erkennen und zu verwirklichen. Der Mensch sollte sich bemühen, seine Göttlichkeit zu erkennen, denn diese allein kann die Menschheit erlösen. Aber statt seine innewohnende Göttlichkeit zu erkennen und zu verwirklichen, verstrickt sich der Mensch in Weltlichkeit. Was sollten wir heutzutage erfahren? Göttlichkeit, Göttlichkeit und Göttlichkeit allein. Sie ist, wo ihr auch hingeht, immer und ewig bei euch. Vergesst diese positive Kraft nicht einen Augenblick. Gebt negative Empfindungen auf und entwickelt Vertrauen in die positive Kraft, die Göttlichkeit. Sie ist sehr wohl in Gestalt des Gewissens in euch gegenwärtig, leitet euch und wacht über euch. Wenn ihr falsche Wege einschlagt, wird euer Gewissen euch automatisch warnen. Es zeigt euch den rechten Weg. Wenn ihr die Anweisungen eures Gewissens ignoriert, ist es unmöglich, die Göttlichkeit zu erfahren.

Alles, was ihr seht, ist Gott und nichts anderes. Ihr mögt auf eine Person deuten und sagen: „Ich sehe ihn als eine andere Person. Wie kann er Gott sein?“ Woher ist er gekommen? Von Gott. Alles ist Gott. Wie könnt ihr Gott schauen, wenn ihr in der Einheit die Vielfalt seht? Wo immer ihr in dieser Welt hinschaut, ist Einheit und Einheit allein. Es gibt nur eine Wahrheit. Es kann keine zwei Wahrheiten geben. Entsprechend ist Gott, der die Verkörperung der Wahrheit ist, einer allein.

Es gibt nur eine Wahrheit, der die Weisen verschiedene Namen geben.

Ruft ihn bei dem Namen, der euch gefällt, und verehrt ihn in der Form eurer Wahl, aber denkt immer daran, es gibt nur einen Gott. Ob ihr ihn Allah, Jesus, Rama oder Krishna nennt, er ist eins. Wenn ihr dieses Einheitsprinzip versteht und darin gefestigt seid, werdet ihr die Göttlichkeit mit Sicherheit erreichen.

Ihr solltet immer die Wahrheit sprechen. Wahrheit ist Gottes wahrer Name. Wenn ihr zu Gott beten wollt, genügt es „Satyasvarûpaya namaha“ zu sagen, „ich verneige mich vor der Verkörperung der Wahrheit.“ Alle anderen Namen sind seine „Zweitnamen“. Wahrheit ist Gott. Diese Wahrheit ist in eurem Herzen verankert. Wenn ihr diese Wahrheit erkennt, könnt ihr das letztendliche Ziel des Lebens erreichen. Es ist möglich, diese Wahrheit in einem Augenblick zu erkennen. Dasselbe göttliche Prinzip ist in allen gegenwärtig – in Mutter, Vater, Kind usw. Aber ihr habt dieses göttliche Prinzip vergessen. Ihr glaubt, Gott erscheine nur in einer spezifischen Form, aber in Wirklichkeit hat Gott keine spezifische Form. Wo immer ihr hinschaut, dort ist er. Alle Formen sind sein. Verhaltet euch entsprechend dieser heiligen Empfindung. Das ist wahre Hingabe.

Gebt die Bindung an den Körper auf. Wem immer ihr begegnet, vom Kind bis zum alten Mann, betrachtet jeden als die Verkörperung Gottes. Wenn ihr dieses heilige Empfinden entwickelt, wird eure Hingabe stetig werden. Wenn ihr nicht die Bindung an den Körper aufgebt und wenn euer Geist jeden Augenblick schwankt, werdet ihr in völliger Verwirrung enden. Die Ursache eurer Täuschung ist Körperbewusstsein. Befreit euch deshalb vom Körperbewusstsein und entwickelt Gottesbewusstsein. Lasst euch nicht von der illusorischen Welt mitreißen. Entwickelt Liebe zu Gott, dann werdet ihr nach und nach fähig sein, Körperbewusstsein zu überwinden und eure Hingabe wird stark und beständig werden. Warum fehlt es den Menschen heutzutage an beständiger Hingabe? Sie besinnen sich nicht auf einen Namen und eine Form. Wenn ihr in eurem Herzen einen Namen und eine Form verankert, wird eure Hingabe stetig. Wenn ihr Lakshârcana durchführt, rezitiert ihr viele Gottesnamen, zum Beispiel: „Ich verneige mich vor Gott Keshava, Mâdhava, Nârâyana“ usw. Ihr könnt beliebig viele Namen rezitieren, aber verehrt nur einen Gott. Bewahrt dieses Einheitsprinzip fest in eurem Herzen und betet so zu Gott.

Wo immer ihr hinschaut, existiert Gott allein.

Glaubt niemals, dass Gott hier,
aber nicht dort wäre. Wo immer
ihr nach ihm sucht, dort ist er.

Wenn ihr euch unaufhörlich auf den Atman besinnt, werdet ihr das Göttliche überall wahrnehmen. Bemüht euch deshalb darum, die Einheit zu erkennen, sie zu verwirklichen und eins mit ihr zu werden. Wenn ihr das Göttliche verwirklichen wollt, genügt es, wenn ihr am Wahrheitsprinzip festhaltet. Wahrheit hat einen Namen und eine Form. Haltet unerschütterlich daran fest und folgt ihr uneingeschränkt. Nur dann wird sich euch das Göttliche enthüllen.

Lasst euch nicht durch Namen und Formen täuschen. Die Jugendlichen von heute haben keinen beständigen Geist, weil sie sich durch alle möglichen Namen und Formen mitreißen lassen. Glaubt fest daran, dass Gott einer ist, dass die Wahrheit eine ist. Betrachtet Gott als eure einzige Zuflucht. Dann werdet ihr, wo immer ihr hingeht und was immer ihr seht, seine Manifestation entdecken. Wo immer ihr hinschaut, dort ist er. Er ist nicht auf einen Ort begrenzt. Er ist überall.

Was geschah mit dem verruchten Kamsa, der dem weltlichen Weg folgte? Wann immer er Krishnas Name aussprach, war Krishna da. Aber Kamsa hielt es für eine bloße Täuschung. Durch seine Bindung an den Körper konnte er Krishnas Göttlichkeit nicht erkennen. Ihr könnt Gott nur dann schauen, wenn ihr Liebe zum Selbst entwickelt. Der Atman ist einer und einer allein. Betrachtet zum Beispiel die drei Worte Dehâtman, Jîvâtman und Paramâtman. Allen dreien ist Atman gemeinsam. Ihr solltet euch immer auf den Atman besinnen. Entwickelt den festen Glauben, dass Atman Gott ist. Der Atman ist immer bei euch, in euch, um euch herum, über euch und unter euch. In dieser Welt gibt es keine andere Wesenheit außer dem Atman.

Verkörperungen der Liebe!

Verschwendet keine Zeit. Ihr vergeudet nicht nur eure Zeit, sondern auch euren Körper. Ihr mögt spirituelle Disziplinen durchführen, seid aber dennoch unfähig, die weltliche Illusion zu überwinden. Betrachtet alles, was ihr seht, als die Manifestation Gottes. Sogar ein Moskito ist eine Form Gottes. Eine Ameise ist ebenfalls eine Form Gottes. Deshalb sang der heilige Tyâgarâja:

O Râma, du durchdringst alles
von der Ameise bis zu
Brahma (dem Schöpfergott).
Du bist ebenso in Shiva und
Keshava (ein Name Vishnus).
Bitte komm und rette mich!

Sogar in einer Ameise befindet sich Göttlichkeit. Ihr kennt alle sehr genau den Schmerz, der entsteht, wenn eine Ameise euch beißt. Darüber hinaus bauen die Ameisen große Ameisenhügel, die zur Wohnstätte von Schlangen werden. Wie kann ein kleines Insekt wie eine Ameise eine solche Kraft haben, wenn nicht dank der göttlichen Präsenz im Inneren? Das Göttliche erfüllt alles, vom Mikrokosmos bis zum Makrokosmos. Verachtet niemals den Mikrokosmos, denn das Göttliche durchdringt alles.

Die moderne Jugend ist noch zu unreif, um zu verstehen, was Göttlichkeit ist. In der Jugendzeit ist man heißblütig und der Geist ist unstet. Wie kann man das Göttliche verstehen, wenn der Geist schwankt? Ihr solltet als erstes einen stetigen Geist entwickeln. Nur dann könnt ihr das Göttliche verwirklichen. Wahrheit ist der Liebe bester Freund, und Rechtschaffenheit steht mit Wahrheit und Liebe in Verbindung. Begriffe wie Wahrheit, Liebe, Rechtschaffenheit usw. mögen sich unterscheiden, aber das zugrunde liegende Prinzip der Göttlichkeit in ihnen ist ein und dasselbe.

Verkörperungen der Liebe!

Heute sind dank ihrer überwältigenden Liebe zu Swami dreitausend Jugendliche aus Kerala hierher gekommen. Stärkt diese Liebe von Tag für Tag. Betrachtet Liebe als Gott. In Zeiten der Not wird Liebe allein zu eurer Rettung kommen. Als Surdâs, der blinde Verehrer Krishnas, in einem dichten Wald unterwegs war, kam ihm Krishna in Gestalt eines kleinen Jungen zu Hilfe. Er sagte zu ihm: „Surdâs! Ich gehe nach Brindavan. Halte meine Hand, ich nehme dich mit.“ Als er das Wort „Brindavan“ vernahm, war Surdâs Freude grenzenlos. Der Junge sagte, er solle seine Hand halten, doch unter dem Einfluss der Täuschung hielt Surdâs sich an dem Stock fest, der sich in Krishnas Hand befand. Aufgrund von Krishnas göttlichem Willen wurde der Stock immer kleiner, was dazu führte, dass Surdâs Hand Krishnas Hand nahezu berührte. Da enthüllte Krishna seine Identität und erklärte: „Surdâs! Gott ist deine einzige Zuflucht, wo immer du dich auch befindest, ob im Wald, im Himmel, in einer Stadt oder einem Dorf, auf einer Bergspitze oder mitten im tiefen Meer. Deshalb bin ich gekommen, dich zu retten.“

Sobald Surdâs Hand Krishnas Hand berührte, erkannte er seine Göttlichkeit. Bis dahin hatte er sich mit Krishna unterhalten und hörte seinen wohltuenden Worten zu, aber er hatte ihn nicht berührt. Sobald er Krishna anfasste, geriet er in Ekstase und rief laut „Krishna, Krishna!“ aus.

Es heißt:

Gott zu schauen, vernichtet alle Sünden,
seine Berührung zerstört alle Bande des Karmas,
mit ihm zu sprechen löst alle Schwierigkeiten auf.

Gott inkarniert sich, damit seine Devotees ihn sehen, berühren und mit ihm sprechen können (darshana, sparshana, sambhâshana).

Krishna kam zu Surdâs, um ihm den Weg nach Brindavan zu zeigen. Dann sprach er mit ihm, gewährte ihm schließlich seine Berührung und erlöste ihn so von den Fesseln des Karma. Deshalb sind alle drei wichtig: Gott sehen (darshana), ihn zu berühren (sparshana) und mit ihm zu sprechen (sambhâshana). Ihr solltet euch nicht nur mit Darshan zufrieden geben, sondern danach streben, alle drei zu erhalten.

Behandelt alle als Gottes Form, da jeder Einzelne das Göttliche verkörpert. Alle Namen und Formen sind sein. Ihr könnt hier Tausende Gestalten Gottes sehen. Wie gesegnet ihr seid! Euch für schwach zu halten und eure immanente Göttlichkeit zu vergessen, ist ein Zeichen von Unwissenheit. Tatsächlich seid ihr nicht nur Sterbliche, sondern die Verkörperung der unsterblichen Göttlichkeit. Gott selbst spielt in diesem kosmischen Drama die Rolle eines Menschen.

Gott nimmt menschliche Form an.

Entwickelt deshalb den festen Glauben, dass alle göttlich sind. Dann werdet ihr euer Individualbewusstsein verlieren und eins mit dem Göttlichen werden. Die Vielfalt in der Einheit zu sehen beruht auf Maya, der kosmischen Täuschung. Wenn ihr die Einheit versteht, wird euer individuelles Selbst in das göttliche Selbst transformiert werden.

Hare Rama, Hare Rama…

Übersetzung der in der offiziellen Ashramwebsite erschienenen englischen Fassung der Ansprache, S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.