Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2004 » 06.09.2004 morgens   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 06.09.2004


Krishnas Geburtstag (morgens)


O Krishna! Du isst nicht,
was ich dir gebe,
du isst nicht zu Hause,
sondern schleichst dich i
n die Häuser der Kuhhirten
und naschst dort heimlich Butter!
Mein Liebling,
du schadest deinem guten Ruf!

So gab Mutter Yashodâ eines Tages ihrem Schmerz Ausdruck, als sie durch die Klagen ihrer Nachbarn aufgebracht war. Sie schalt Krishna mit den Worten: „O Krishna, deine frechen Streiche bringen mich in große Schwierigkeiten. Dir schmeckt das Essen in unserem Haus nicht, aber die in den Nachbarhäusern zubereiteten Speisen magst du immer. Wie soll ich mit dir zurechtkommen?“

Es ist wahr, die Leute entwickeln Geschmack für die Nahrung in den Nachbarhäusern. Der Besitzer eines Süßwarenladens sitzt in seinem Laden und genießt ständig den süßen Duft der Laddus, entwickelt aber eine Vorliebe für den Puffreis aus einem anderen Geschäft.

Kashyapa, ein großer Devotee Gottes, hatte sich den Lotosfüßen des Herrn völlig hingegeben und war ständig in göttlicher Glückseligkeit versunken. Eines Tages ging seine Ehefrau Aditi zu ihm und gab ihm den Rat: „Mein Lieber, wir haben keine Kinder. Du hast dem Herrn alles hingegeben. Warum betest du nicht zu ihm, uns mit einem Kind zu segnen?“[1]

Kaiser Bali führte im Kritayuga viele Opferzeremonien durch. Nachdem er 107 Opferrituale vollbracht hatte, bereitete er das hundertachte Opfer, Visvajit genannt, vor. Während er diese Opferhandlung vollzog, erschien Vishnu in der Gestalt eines zwergenhaften Brahmanen namens Vâmana vor Bali und erbat von ihm drei Schritte Land als mildtätige Gabe. Gerade als Bali dies gewähren wollte, traf sein spiritueller Lehrer Sukrâcârya ein und versuchte, ihn davon abzuhalten. Er riet Bali: „Bitte gib diesem kurz gewachsenen Brahmanen keine barmherzige Gabe und schon gar nicht die drei Schritte Land. Unterschätze ihn nicht. Er ist kein gewöhnlicher Brahmane, sondern ein Avatar Vishnus. In Erfüllung der ihm von Vishnu gewährten Gunst, ist er als Sohn des Weisen Kashyapa geboren worden.“

Aber Kaiser Bali beachtete den Rat seines Lehrers nicht, sondern fragte Vâmana: „Herr, was kann ich für dich tun?“ Vâmana gab zur Antwort: „O König, ich brauche nichts. Gib mir bloß drei Schritte Land.“ Wieder beschwor Sukrâcârya Bali eindringlich: „O König, du hältst diese Person für einen gewöhnlichen Brahmanen. Nein, nein! Er ist fähig, das gesamte Universum auszufüllen. Es ist nicht weise von dir, seine Bitte zu gewähren.“ Kaiser Bali wies seinen Rat jedoch mit den Worten zurück, er könne sein Versprechen nicht brechen, denn es sei eine große Sünde, das eigene Wort nicht zu halten.

In jenen Tagen starben die Leute lieber, als ihr Wort nicht zu halten. Doch heutzutage im Kaliyuga[2] geben die Menschen Versprechen und brechen sie willkürlich. Kaiser Bali hatte ein reines Herz. Wenn er ein Versprechen gab, erfüllte er es, komme was mag!

Er sagte: „Ich gab diesem Brahmanenjungen mein Wort. Um mein Versprechen zu erfüllen, bin ich bereit, jedem möglichen Ereignis ins Auge zu blicken. Ich werde die Früchte aller von mir durchgeführten Opferzeremonien inklusive derer, die ich gerade ausführe, diesem Brahmanenjungen darbringen.“ Mit diesen Worten legte er die Girlande, die aus den Früchten der von ihm durchgeführten 108 Opferzeremonien bestand, um Vâmanas Nacken und verbeugte sich vor ihm. (Als Swami das erzählte, materialisierte er eine Halskette mit 108 Goldmünzen.)

Vâmana bedeckte mit einem Fuß das gesamte Land, welches Bali ihm aus Mildtätigkeit gegeben hatte. Er wuchs an Größe und bedeckte mit seinem zweiten Fuß das gesamte Universum, und es blieb kein Raum mehr, wo er seinen dritten Fuß hätte hinsetzen können.[3] Da klagte Sukrâcârya: „O Kaiser, du hast meinen Rat nicht beachtet, diesen Brahmanenjungen unterschätzt und dich durch sein unschuldiges Aussehen täuschen lassen.“

Vâmana empfing Kaiser Balis Gabe, pries seine Großherzigkeit und segnete ihn. Obwohl Vâmanas Gestalt klein war, konnte er das gesamte Universum ausfüllen. Als Avatar war er aprameya, das heißt jenseits aller Begrenzungen, unbeschreiblich und unermesslich. Menschen unterliegen Begrenzungen, nicht aber ein Avatar.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geschehen entsprechend einer vorgegebenen göttlichen Anweisung. Sie finden regelmäßig ohne Unterbrechung statt. Sonne, Mond und Sterne folgen einem festgelegten Plan. Alle fünf Elemente im Universum erfüllen regelmäßig ihre Pflichten, wie sie ihnen vom Herrn bestimmt werden. Sogar Gott selbst hält die Regeln ein, die er allem vorgeschrieben hat. Alles in Gottes Schöpfung geschieht entsprechend einer festgelegten Ordnung und gemäß der göttlichen Anweisung. Nichts im Universum, inklusive der fünf Elemente, besitzt eine unabhängige Existenz. Aber leider ist der Mensch nicht in der Lage, diese göttliche Kraft zu erkennen, die das Funktionieren des Universums regelt. Die Wissenschaftler bemühen sich unentwegt, diese göttliche Kraft zu entdecken. Die Sterne leuchten des Nachts hell am Himmel, sind tagsüber jedoch nicht sichtbar.

Die Sonne geht mit größter Regelmäßigkeit
morgens auf und abends unter.
Die Sterne funkeln des Nachts wunderschön
am Himmel und verstecken sich untertags.
Der Wind weht unaufhörlich und erhält die Lebewesen,
ohne nur einen Augenblick zu ruhen.
Die Flüsse fließen plätschernd ohne Unterlass dahin.

Was könnte die Ursache dieses Phänomens sein? Wissenschaftler erforschten diesen Aspekt und kamen zu dem Schluss, die Sterne seien am Tag nicht sichtbar, weil die Sonne währenddessen so hell am Himmel strahlt. So ähnlich versuchten sie, die göttliche Kraft auf vielfache Weise zu beschreiben.

Sobald die Nabelschnur durchschnitten und das Kind von der Mutter getrennt ist, schreit es. Warum? Niemand kann dieses Geheimnis erklären und erforschen. Sobald ein Tropfen Milch oder Honig auf die Zunge des Neugeborenen getan wird, schläft es glücklich. Das bedeutet, dass der Mensch danach trachtet seinen Hunger zu stillen, sobald er aus dem Mutterleib kommt.

Oh Mensch! Du bemühst dich sehr darum,
verschiedene Arten des Wissens zu erwerben,
um deinen Bauch zu füllen.
Trotz all deiner harten Arbeit
und deines erreichten Wissens
kannst du kein dauerndes Glück erfahren.
Warum besinnst du dich stattdessen nicht
auf den Herrn und suchst bei ihm Zuflucht?´
Er wird dir sicherlich einen Weg zur
Überwindung deines Leids weisen.

Jeder Mensch glaubt, er sei nur dazu geboren, seinen Bauch zu füllen und bemüht sich ständig darum, Nahrung zu erwerben.

In der Natur gibt es noch ein anderes interessantes Phänomen. Durch den Wind reiben die Äste eines Baumes aneinander und aus der Reibung der beiden Hölzer entsteht Feuer. Wie geschieht das? Obwohl sich im Holz eines Baumes Feuer befindet, verbrennt der Baum nicht. Warum? Bisher konnte kein Wissenschaftler dieses Geheimnis jemals lüften. In der Natur gibt es viele solch unerklärliche Phänomene. Um solche Phänomene zu erkennen und zu verstehen, sucht der Mensch ständig nach dem Göttlichen. Man braucht jedoch nicht nach Gott zu suchen, der allgegenwärtig ist.

Oh Mensch! Nur um deinen Bauch zu füllen,
mühst du dich im Leben ab.
Du erwirbst in verschiedenen
Bereichen ein vielfältiges Wissen.
Prüfe und frage dich selber,
welch großes Glück du dadurch erlangt hast,
dass du deine ganze Zeit von
morgens bis abends damit verbringst,
weltliches Wissen und Reichtum zu erwerben
und Gott dabei vergisst!

Alles in diesem Universum bewegt sich strikt entsprechend dem göttlichen Willen und der göttlichen Kraft. Aus sich selbst heraus kann der Mensch nichts erreichen. Die göttliche Kraft manifestiert sich in diesem Universum auf mannigfache Weise in Form unterschiedlicher Arten von Energie. Die Menschen glauben, sie seien von jemandem erschaffen. Streng genommen hat niemand sie erschaffen. Es sind natürliche Phänomene, die sich aus dem göttlichen Willen heraus manifestieren. Wenn zum Beispiel zwei Steine gegeneinander geschlagen werden, entsteht Feuer. Es bedeutet, dass das Feuer latent im Stein verborgen ist, sich aber nicht außen manifestiert. Auf diese Weise sind in der Natur alle Kräfte verborgen.

Vor ein paar Minuten sprach ein Junge über Nanda und Yashodâ, Krishnas Pflegeeltern. In jenen Tagen gab es keine Elektrizität. Die Dorfbewohner pflegten zu Nandas Haus zu gehen (da er der Dorfoberste war) und ihre Öllampen an der Lampe anzuzünden, die in seinem Haus brannte. Die Leute glaubten, Fülle und Wohlstand zu erlangen, wenn sie ihre Öllampen an Lampen in den Häusern wohlhabender Leuten anzündeten. Eine frisch verheiratete Schwiegertochter namens Suguna war im Dorf eingetroffen und ihre Schwiegermutter wies sie an, zu Nandas Haus zu gehen und ihre Lampe anzuzünden. Als Suguna zu Nandas Haus ging und ihre Lampe anzündete, konnte sie Krishna in dieser Flamme sehen. Dank dieser göttlichen Vision verlor sie ihr Körperbewusstsein, fixierte ihren Blick auf diese bezaubernde Form Krishnas und versank in Glückseligkeit. Sie konnte nicht einmal mehr wahrnehmen, dass ihre Finger, die mit der Flamme in Berührung gekommen waren, verbrannten. Sie war in vollkommener Glückseligkeit. Mittlerweile kamen noch andere Frauen aus den Nachbarhäusern, um ihre Lampen zu entzünden. Als sie diese Szene sahen, waren sie verblüfft. Sie konnten sehen, dass Suguna sich nicht von der Flamme wegbewegte, obwohl ihre Finger versengten,. Da erkannten sie, dass Suguna Krishna in der Flamme schaute, und sie sangen ein Lied, das diesen Vorfall beschreibt.

(Swami sang ein Telugulied, dessen erste Zeilen lauteten:)

Es scheint, Suguna
hatte im Hause Nandas
eine Vision von Gopâla!
Sie sah Krishna in der Flamme!

Als sie dieses Lied hörte, kam Yashodâ schnell herbeigerannt. Sie sah, wie Sugunas Finger in der Flamme verbrannten. Während alle Hirtenmädchen (gopî) in Ekstase tanzten, ging Yashodâ zu Suguna, zog ihre Hand aus der Flamme und schalt sie: „Oh Suguna! Hast du nicht bemerkt, wie deine Finger verbrannten, als sie mit der Flamme in Berührung kamen? Willst du, dass es heißt, wer zu Nandas Haus geht, verbrennt sich die Finger?“ Sugunas Schwiegermutter war von jähzornigem Temperament. Als sie von dem Vorfall erfuhr, eilte sie zu Yashodâs Haus und machte ein großes Drama daraus. Sie befahl ihrer Schwiegertochter, in Zukunft nicht mehr zu Nandas Haus zu gehen, um ihre Lampe anzuzünden.

Im Hause Yashodâs geschahen etliche Wunder. Nachdem Krishna nach Mathurâ gegangen war, konnten die Hirtenmädchen die Trennung von ihm nicht ertragen und verzehrten sich nach seinem Darshan. In einem solchen Augenblick der Sehnsucht erschien Krishna in Gokula. Jedoch konnten weder Nanda noch Yashodâ ihn sehen. Alle Hirtenmädchen kamen im Hause Nandas zusammen und beteten, ihnen möge Krishnas Darshan (Anblick) gewährt werden. Sie begannen zu klagen: „Nanda und Yashodâ, ihr habt Krishna vor uns versteckt! Bitte sagt uns, wo er ist!“ Aber Krishna erschien nicht in der Öffentlichkeit; er erschien einigen Hirtenmädchen persönlich als Antwort auf ihre Gebete.

Vor einigen Minuten erzählte ein Student unserer Universität einen Vorfall, wie Swami als Antwort auf seine Gebete vor ihm erschien. Niemand sonst konnte Swami sehen. Daraufhin betete der Junge weiter: „Swami! Was nützt es, wenn du nur mir Darshan gibst? Bitte gib allen Studenten Darshan, sonst glauben sie nicht, was ich erzähle, und machen sich lustig über mich.“ Ich erwiderte: „Es ist egal; lass die Leute denken, was sie wollen. Dies ist dein Verdienst, du allein verdienst es, mich zu sehen.“ Mit diesen Worten verschwand ich.

Einst wies Yashodâ das Kind Krishna zurecht: „Mein lieber Krishna! Du isst nicht das Essen, das ich für dich zubereite, sondern schleichst dich zu den Häusern der Milchmädchen und naschst heimlich die dort aufbewahrte Butter. Du bereitest mir Probleme. Schmeckt dir die von Mutterliebe erfüllte Butter nicht gut?“ Während sie dies sagte, band sie Krishna mit einem Seil am Mörser fest. Es ist die Erfahrung eines jeden in der Welt, dass wir das im eigenen Haus gekochte Essen nicht mögen, während uns die in anderen Häusern gekochten Speisen schmecken. Dies ist ganz natürlich. Doch Krishna stahl die Butter aus den Häusern anderer nicht um ihres Geschmackes willen. Diesem Spiel liegt eine Botschaft zugrunde. Hier symbolisiert Butter ein reines Herz; wo immer sich ein reines Herz befindet, nimmt Krishna es; ein solch reines Herz wird sanft und lieblich sein. Die Herzen der Hirtenmädchen waren durch Hingabe gereift, sie waren rein, weich und lieblich. Deshalb ging Krishna zu ihren Häusern, um ihre Herzen zu stehlen.

Krishna wird als Dieb, cora, bezeichnet. Was stiehlt er? Die Herzen der Hirtenmädchen, die wie Butter sind – rein, weich und süß.

Wenn ihr jemanden als Dieb bezeichnet, ärgert er sich; aber wenn ihr Krishna „Herzensdieb“ nennt, wird dieser Name ihn erfreuen. Deshalb singen die Devotees, um den Herrn zu preisen, höchst gewinnend: „O Yashodâs kleiner Herzensdieb! Gopâla, der die Butter stiehlt! O Gopâla, der den Berg Govardhana hochhebt!“

Wenn dieses Lied melodiös mit Gefühl (bhâva), melodischer Stimmung (râga) und Rhythmus (tâla) gesungen wird, werden es alle mögen. Große Sängerheilige wie Tyâgarâja schenkten Gott liebliche Gaben in Form von Liedern, die mit Gefühl, Melodie und Rhythmus erfüllt waren und gewannen seine Gnade. In diesen hingebungsvollen Liedern liegt so viel Süße. Gottes Gnade ist durch solche hingebungsvollen Lieder sicher zu erlangen. Durch leere Rhetorik könnt ihr Gottes Gnade nicht gewinnen. Göttlichkeit kann nur durch hingebungsvolles Singen voller Gefühl, Melodie und Rhythmus erlangt werden. Gott wird durch solchen Gesang bewegt werden. Auch die Veden haben die Wirksamkeit hingebungsvollen Gesangs gepriesen. Nicht einmal durch das Rezitieren der Veden kann Gott erreicht werden. Es gibt im Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Atharvaveda verschiedene Hymnen zum Lobe Gottes. Jedoch konnte keiner, der diese Hymnen rezitierte, die Schau des Göttlichen erreichen. Wenn diese Hymnen dagegen vertont und mit Hingabe gesungen wurden, konnten sie die göttliche Liebe erfahrbar machen. Deshalb wird Gott als Ganalola und Ganapriya (der die Musik liebt) gepriesen. Betet deshalb durch hingebungsvollen Gesang zu Gott. Ihr könnt Gottes Gnade leicht gewinnen. Manche Leute denken vielleicht: „Wir können nicht gut singen, wir haben die Kunst des Singens nicht erlernt. Wie können wir Gott erfreuen?“ Sorgt euch nicht. Es macht nichts, wenn ihr vielleicht nichts von Musik versteht oder keine melodische Stimme habt. Singt irgendeine Melodie, die ihr kennt, mit intensiver Liebe zur Ehre Gottes. Das genügt, um Gottes Herz zu bewegen. Was ist Musik? Es ist nicht nötig, sich besonders zu bemühen, Musik zu erlernen. Ein einfaches Lied, mit intensiver Liebe und Sehnsucht gesungen, wird Gott anrühren. Wenn ihr zum Beispiel ein Gedicht rezitiert: „O Rama! Bitte beschütze mich!“, liegt keine Süße darin. Es drückt eure Gefühle nur literarisch aus. Ähnlich ist es, wenn ihr Gott mit den Worten anruft: „Rama, bitte beschütze mich!“ – Es wird zur bedeutungslosen Wiederholung von Worten. Aber wenn das gleiche Gefühl mit schöner Melodie in einem Lied vertont wird, ist es so süß und ergreifend für Gott. In der Musik liegt so viel Süße. Wenn ihr Gott erreichen wollt, braucht ihr dies nur durch hingebungsvollen Gesang zu tun.

Ihr braucht nicht enttäuscht zu sein, wenn ihr die Musik nicht gelernt habt. Wozu enttäuscht sein? Nur wo eine Verabredung stattfindet, wird Enttäuschung geschehen (Swami spielt im Englischen mit den Worten appointment-disappointment). Verabredet euch deshalb erst gar nicht. Singt auf eure eigene Weise zur Ehre Gottes. Das ist der leichteste Weg, um Gott zu erreichen. Die göttliche Glückseligkeit, welche die Hirtenmädchen im Dvâparazeitalter im Krishnaavatar erfuhren, ist unvergleichlich. Erinnert euch deshalb dieser göttlichen Glückseligkeit und versucht, Gott mit eurer Liebe und Hingabe zu erfreuen.

Bei keinem Avatar sind Gottergebene in so großem Maß mit der göttlichen Liebe verschmolzen wie im Krishnaavatar. Tausende Devotees sind in Krishna während seiner Avatarschaft eingegangen. Wenn ihr mit dem Göttlichen verschmelzen wollt, ist deshalb hingebungsvolles Singen das einzige Mittel. Es heißt, Gott ist ganapriya, d. h. er ist durch hingebungsvolles Singen zu erfreuen. Der Krishnaavatar ist das beste Beispiel für diese Behauptung. Ein einfacher Name, Krishna, von einem Devotee gesungen, genügt, um ihn zu bewegen. Die von Krishna während seiner Avatarschaft vollführten Spiele, herrlichen Wunder (mahima) und wundersamen Taten sind unvergleichlich.

Liebe Studenten!

Ihr singt Bhajans und nehmt alle an ihnen teil. Aber jeder singt auf seine eigene Weise. Das ist nicht recht. Wenn ihr alle mit göttlichen Empfindungen in einer Stimme und einer Melodie singt, wird Gott sich sicherlich in eurem liebenden Herzen verankern. Krishnaavatar ist der einzige Avatar, der verschiedenen Menschen auf verschiedene Weise Darshan (seinen Anblick) gewährte, ihre Zweifel hinsichtlich seiner Göttlichkeit klärte und sie in sein eigenes Selbst eingehen ließ. Krishna ist der einzige Avatar, der jeden durch seine süßen liebevollen Worte glücklich und selig machte.

Verkörperungen der Liebe!

Nichts ist dem hingebungsvollen Singen überlegen. Welch große Freude und welch großes Glück ihr daraus erlangt, dass ihr das Lied singt: „Es scheint, als wäre Gopâla im Hause Nandas in der Flamme erschienen!“ Singt deshalb solche seelenvollen Lieder mit Gefühl, melodisch und rhythmisch, um Gott zu erfreuen und seine Gnade zu erlangen. Unabhängig davon, wie viele Bhajans und Lieder ihr singt, werden sie euch nur dann immenses Glück und Freude schenken, wenn sie von Liebe, Hingabe und süßem, sanftem Gefühl erfüllt sind.

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Ansprache, S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

[1] Aditi gebar den Avatar Vamana, von dem im folgenden Abschnitt die Rede ist, Anm. d. Übers.

[2] Dem gegenwärtigen dunklen Zeitalter, Anm. d. Übers.

[3] Sowohl in der indischen Mythologie als auch in den Ansprachen von Sai Baba wird erwähnt, dass Vamana den dritten Fuß auf Balis Kopf setzte, was bedeutet, dass Bali sich und sein Ego ganz Gott ergab, Anm. d. Übers.


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.