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 Ansprache Sathya Sai Babas am 06.09.2004


Krishnas Geburtstag (abends)


Weder der Besuch irgendeines
Pilgerortes noch Askese noch Yogaübung
noch das Studium heiliger Texte
oder wohltätige Werke,
sondern der Dienst, den man edlen
Seelen erweist, wird einem helfen,
das Meer von Geburt und
Tod (samsâra) zu überqueren.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr habt in den heiligen Texten gelesen, dass Râvana die vier Veden und sechs heiligen Schriften (shâstra) meisterte. Aber war in ihm, der diese heiligen Texte gelernt hat, irgendeine Transformation zu finden? Nein. Statt göttliche Eigenschaften (daivatva) zu entfalten, entwickelte er dämonische (dânatva). Râvanas zehn Köpfe symbolisierten die vier Veden und sechs heiligen Schriften. In der entscheidenden Schlacht köpfte Rama Râvanas Häupter, weil Râvana das erworbene Wissen nicht in die Tat umsetzte. Bloßes Lernen heiliger Texte und Rezitieren der Veden wird keinerlei Transformation bewirken. Um diese Botschaft zu verdeutlichen, köpfte Rama mithilfe seiner Pfeile Râvanas zehn Häupter. Erst ganz am Ende, unmittelbar bevor sein Geist seinen Körper verließ, erkannte Râvana seine Fehler, bereute sie und wurde dadurch heilig.

Alles, was Gott lehrt, dient dem Segen und Wohlergehen der Menschheit. Es genügt deshalb, zumindest eine der vedischen Lehren in die Praxis umzusetzen. Die natürliche Eigenschaft eines jeden Menschen sollte darin bestehen, die göttlichen Lehren in die Praxis umzusetzen.

Man sieht in Prashanti Nilayam, dass sogar die Grundschulkinder gemeinsam mit den älteren Studenten die Veden rezitieren. Sie kennen alle Veden, besitzen aber nicht das erforderliche Wissen, sie in die Praxis umzusetzen. Das bloße Rezitieren der Veden bringt wenig Gewinn.

Gott allein existiert überall und jederzeit. Die Welt ist nichts als eine Illusion. Die heilige Lehre, dass Gott überall existiert, sollte allen verkündet werden. Es gibt viele spirituelle Sucher, die Veden rezitieren und lehren. Betrachtet folgendes Beispiel: Eine Tonkassette oder CD spielt die Melodie bloß ab, ohne sie zu erfahren. Entsprechend fruchtlos ist es, nicht zu praktizieren, was man lehrt. Deshalb sollte man die heiligen Lehren erkennen, verstehen und umsetzen. Krishna praktizierte, was er verkündete, und bestand auch darauf, dass alle das Gleiche taten. Im Mahabharata trifft man auf viele ältere Persönlichkeiten, die selbst große Gelehrte waren, denen es aber nicht gelang, das erworbene Wissen umzusetzen. Dieselbe Situation besteht heute. Gott hat weder Vorlieben noch Abneigungen. Alle sind für ihn gleich. Aber er beobachtet, um zu sehen, wie viel eine Person von dem Gelernten in die Tat umsetzt. Viele Leute studieren die heiligen Texte, gehen auf Pilgerreise, leben in Askese und wiederholen Gottes Namen, aber welchen Nutzen hat es? Viele bitten mich um eine Gebetskette (japamâlâ). Wozu? Um euren Nacken öffentlicher Anerkennung wegen zu schmücken oder um spiritueller Erfahrung willen? Für den, der diese spirituelle Disziplin durchführen will, reicht eine Hand aus. (Swami demonstriert mit seiner Hand, wie man mit Hilfe der Hand den Gottesnamen wiederholen kann). Die fünf Finger der Hand beinhalten neun Silben, die wiederum in 12 Brahmas aufgeteilt sind, was 108 Perlen der Gebetskette ergibt. Ramas Namen 9 mal 12 Male zu wiederholen, ergibt 108. Diese spirituelle Übung erfordert weder eine Gebetskette noch einen festen Platz. Man kann es während des Gehens oder sogar im Liegen vor dem Einschlafen tun. Wenn es so einfache und heilige Wege gibt, warum sollte man auf Schlaf verzichten, um anstrengenden spirituellen Disziplinen zu folgen?

Draupadî ist für ihre Tugendhaftigkeit bekannt. Auf mannigfaltige Weise hat sie ihre Ehemänner beschützt[1]. Nach dem grauenhaften Massaker an den jungen Pandavakindern machte Arjuna Ashvatthâma, der diese Gräueltat begangen hatte, ausfindig und schleppte ihn vor Draupadî. Statt den Übeltäter zu verfluchen und Strafe über ihn zu verhängen, fiel sie Ashvatthâma, dem Sohn des von ihren Ehemännern hoch verehrten Guru, zu Füßen und sagte:

Zu Füßen deines Vaters Dronâcârya haben meine Ehemänner ihr ganzes Wissen erlernt.

War es recht von dir,
dem Sohn Dronâcâryas,
meine Kinder zu ermorden?
Wie konntest du es übers
Herz bringen, sie zu töten,
die unverletzt und jung waren,
ruhig schliefen, keinerlei
Groll gegen dich hegten
und nichts Böses gegen
dich im Sinn hatten?

Draupadî so beten zu sehen, war für Bhîma unerträglich. Voller Zorn brüllte er:

Diese Draupadî ist
ein dummes Weib,
denn sie bittet um die
Freiheit dieses Unglückseligen.
Sie empfindet keine Wut
gegenüber diesem Mörder ihrer Söhne!

Gerade als Arjuna Ashvatthâma töten wollte, fiel Draupadî ihm zu Füßen und beschwor ihn folgendermaßen: „Arjuna! Werden meine Söhne durch das Töten Ashvatthâmas wieder zum Leben erweckt werden? Seine Mutter würde dasselbe Leid wie ich erfahren, das ich durch den Verlust meiner Söhne ertrage. Du hast die Veden und heiligen Schriften studiert; wie kommt es, dass du deine Ruhe nicht bewahren kannst?“

Der Körper besteht aus den fünf Elementen
und muss früher oder später vergehen,
aber der Bewohner dieses Körpers wird
weder geboren noch stirbt er.
Der Bewohner hat keine Bindung
und ist der ewige Zeuge.
Gott selbst ist der Bewohner,
in Gestalt des Atman,

Auf diese Weise flehte Draupadî Arjuna an, Ashvatthâma seine abscheuliche Tat zu vergeben. Arjuna antwortete: „Du hältst mich davon ab, mein Gelübde einzuhalten.“ Draupadî erwiderte: „Ashvatthâmas Kopf zu scheren und das Kronjuwel von seinem Kopf zu entfernen, kommt seiner Tötung gleich.“ Arjuna folgte Draupadîs Rat, schor als Zeichen der Bestrafung Ashvatthâmas Kopf, entfernte sein Kronjuwel und schickte ihn fort.

Was ist Sünde (pâpa)? Andere zu verletzen, zu misshandeln und zu töten ist eine Sünde. Was ist Verdienst (punya)? Anderen zu helfen, ist verdienstvoll. Man sollte deshalb nicht eine böse Tat mit einer bösen Tat vergelten, sondern stattdessen dem Angreifer großherzig vergeben. Das Mahabharata enthält viele derartige heilige Lehren.

Es gibt viele edle Frauen wie Draupadî. Sie ist das Ideal aller Frauen. Warum vergessen wir die Lehren solch großer Frauen? Heutzutage werden Frauen so behandelt, als wären sie nur Puppen. Doch Frauen sind voller Mut, Tapferkeit, Opfergeist, Entschiedenheit und Rechtschaffenheit. War es euch jemals wichtig, die in den Frauen verborgene Kraft zu erkennen? Männer besitzen nicht diese Tapferkeit und diesen Mut der Frauen. Dank solch großer Frauen wird unsere indische Kultur hoch geachtet. Ansonsten wäre diese Kultur schon lange verfallen. Habt ihr jemals die Tatsache erkannt, dass Frauen mit großen Kräften wie Mut, Tapferkeit, Entschlusskraft und Rechtschaffenheit versehen sind? Diese Eigenschaften sind in Männern nicht leicht zu finden. Warum? Die meisten von ihnen leiden unter der Krankheit des Zorns, die sie ruiniert.

Ein Mensch voller Zorn wird bei keiner
seiner Bemühungen erfolgreich sein.
Er wird Sünden begehen und von
allen verachtet werden.

Möglicherweise erliegen auch Frauen dem Zorn und frönen gelegentlich sündigen Handlungen. Man sollte solchen Leuten verzeihen und sie zur Besserung ermutigen, sie aber nicht öffentlich brandmarken und verurteilen. Die Eigenschaften der Geduld und Beharrlichkeit ist in Frauen stark ausgeprägt. In der Tat war die Eigenschaft des Gleichmuts in schwierigen Zeiten für Draupadî, welche die Pândavas rettete, charakteristisch. Auch heutzutage gibt es etliche solcher Frauen. Die schlechten Eigenschaften des Zorns, der Leidenschaft, der Eifersucht, des Neids und Stolzes sind in Männern eher zu finden. Frauen sind in der Lage, sich so zu beherrschen, dass diese schlechten Eigenschaften sie nicht überwältigen. Ist es unter diesen Umständen nicht unsere Pflicht, solche Frauen, die Frieden und Harmonie bewahren und fördern, zu ermutigen und zu ehren? Im Gegensatz dazu werden Frauen herabgesetzt und missachtet. Nein, nein, das sollte nicht geschehen! Frauen mit edlen Eigenschaften verdienen es, ermutigt und geachtet zu werden.

Vor einigen Tagen ward ihr Zeuge einer Veranstaltung in dieser Halle, in welcher der Ruhm der Weiblichkeit hervorgehoben wurde. Chethana arrangierte in dieser Halle eine Aufführung, die Mutter Sitas Größe als ideale Frau verdeutlichte. Sita und Draupadî waren edle Frauen voller Reinheit. Solche Bemühungen, die Größe der Frauen hervorzuheben, müssen ermutigt werden.

Wahrheit und Dharma sind die bedeutendsten Charakteristika der indischen Kultur. Wenn diese beiden geschützt werden, kann das Land vor der Entartung gerettet werden. Um euer Land zu schützen, braucht ihr euch nicht der Armee anzuschließen und eine Schlacht zu schlagen. Wenn Wahrheit und Rechtschaffenheit, die in euch sind, geschützt werden, werden sie wiederum selber das Land schützen. Feinde in einem Krieg zu töten, ist kein Zeichen von Größe. Schützt als erstes Wahrheit und Rechtschaffenheit in euch, dann wird das Land automatisch beschützt werden. Die indische Kultur ruft dazu auf, die Wahrheit zu sprechen und Rechtschaffenheit, Dharma, zu praktizieren. Wenn ihr das beharrlich tut, werdet ihr ein großer Held werden. Wenn ihr Wahrheit und Dharma schützt, wird Gott euch wiederum beschützen. Wenn ihr Wahrheit und Dharma schützt, statt Gott zu verehren, um seine Gnade zu gewinnen, wird Gott nicht nur euer Land, sondern die gesamte Welt schützen. Wahrheit ist euer Leben und Dharma eure Rüstung. Schützt deshalb die Wahrheit und fördert Rechtschaffenheit. Das genügt. Wahrheit und Dharma sind unzertrennlich. Das Eine kann ohne das Andere nicht existieren. Sie sind der Lebensatem des gesamten Universums.

Beharrlich bewahrte und verbreitete Draupadî beide.

O Mensch, führe deine Lebensreise
mithilfe von Wahrheit, Rechtschaffenheit,
Frieden und Liebe fort.

Ihr müsst an diesen Prinzipien festhalten, komme was mag. Gott wird solche Menschen immer beschützen. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie Menschen standhaft an den Prinzipien von Wahrheit und Dharma festhielten und ständig von Gott beschützt wurden. Die Pândavas und ihre tugendhafte Ehefrau Draupadî sind ein solches Beispiel. Ihr könntet jetzt entgegnen: „Wo sind in der gegenwärtigen Welt Wahrheit und Dharma? Wen beschützen sie?“ Dieser Einwand ist völlig falsch. Wenn ihr Wahrheit und Dharma schützt, werden sie sich wiederum schützend vor euch stellen. Sie sind die Verkörperungen des Göttlichen schlechthin. Leider folgen die Leute heutzutage, statt Wahrheit zu sprechen und Dharma zu praktizieren, der verzerrten Version, indem sie die Wahrheit töten und Dharma einkerkern (Sai Babas Wortspiel in Sanskrit: satyam vada, dharmam cara – satyam vadha, dharmam cera). Das ist äußerste Perversion. Ihr solltet euer Leben auf der Grundlage von Wahrheit und Dharma führen und sie für wichtiger halten als euer Leben selbst.

Als Draupadî mit Ashvatthâma verhandelte, der ihre Söhne tötete, war Bhîma voll unkontrollierbarer Wut. Er ballte seine Fäuste und bewegte sich in Richtung Ashvatthâma, um ihn zu töten. In seinem unkontrollierbaren Zorn herrschte er Draupadî an: „Bist du verrückt? Warum versuchst du diesen Mann zu retten, der ohne Erbarmen die Kehlen deiner fünf Söhne aufschlitzte? Ich werde den Kopf dieses Kindsmörders mit meiner Faust in Stücke schlagen. Hindere mich nicht.“ In diesem Moment fiel Draupadî Bhîma zu Füßen und flehte ihn an, Ashvatthâmas Leben zu bewahren. Sie betete, er möge seine Fassung wiedererlangen. Den Leuten, die diese Szene beobachteten, verschlug es die Sprache. Sie fragten sich, ob Draupadî wirklich verrückt sei! Die Welt wird in der Tat in besserer Verfassung sein, wenn jeder von dieser Verrücktheit befallen ist! Als Draupadî ihre Ehemänner anflehte, Ashvatthâmas Leben zu retten, bat dieser um Vergebung. Draupadî freute sich über den Wandel in Ashvatthâmas Herzen und gab ihm den Rat: „Bruder, du brauchst nicht um meine Vergebung zu betteln. Achte stattdessen deine Mutter und diene ihr. Ertränke sie niemals in Kummer, bereite ihr keine Qual und kümmere dich gut um sie.“ Nicht einmal der Verlust von fünf Söhnen brachte Draupadî dazu, Tränen des Leids zu vergießen.

Etliche Frauen kommen schweren Herzens zu mir und erzählen mir: „Swami! Der Tod meines Ehemannes hat mir tiefes Leid und Qual verursacht. Wie kann ich diesen Schicksalsschlag ertragen?“ Dann reagiere ich mit den Worten: „Oh, dein Ehemann starb? Sehr gut.“ Sie sind sehr unglücklich über meine Einstellung und fragen mich: „Was soll das, Swami? Macht es dich so glücklich, die Neuigkeit vom Tod meines Ehemannes zu erfahren?“ Was soll ich sagen? Ich bin immer glücklich. Ich weiß nicht, was Leid ist. Ich erfülle immer meine Pflicht.

Gott ist der Einzige, der jeden beschützt. Betet deshalb immer zu Gott. Gott zu vergessen und sich vom Erbarmen der Menschen abhängig zu machen – welch eine Torheit! Für alles in eurem Leben müsst ihr von Gott abhängen. Das ist wahre spirituelle Disziplin.

Seit alten Zeiten sind die Frauen der Lebensatem und das Fundament Bhârats. Sie sind die Verkörperung von Wahrheit und Dharma. Wie viel Respekt und Ehrerbietung wir solch edlen Frauen erweisen müssen! Im Gegensatz dazu gibt es heutzutage etliche Leute, die ihnen unsägliches Leid zufügen. Durch schlechte Gewohnheiten und schlechte Gesellschaft verlieren die Leute ihr Unterscheidungsvermögen und quälen die Frauen. Keine Frau, ganz gleich wie ihr Wesen sein mag, sollte geistiger und physischer Quälerei ausgesetzt sein. Frauen müssen in jeglicher Hinsicht geehrt, respektiert und geschützt werden. Die Frauen sind in Bhârat immer hoch geachtet worden. Obwohl es in Bhârat tugendhafte und edle Frauen gibt, erleben die Bhâratîyas dennoch Schwierigkeiten. Aus welchem Grund? Wessen Fehler ist es? Die Ursache liegt allein darin, dass die Bhâratîyas den Frauen keine rechte Achtung in der Gesellschaft erweisen und ihnen keinen angemessenen Platz einräumen. Der Fehler liegt bei den Männern.

Duldsamkeit ist die wahre Schönheit
dieses heiligen Landes Bhârat.
Von allen Ritualen ist Festhalten
an der Wahrheit die größte Bußübung.

Der aufrichtige Charakter von Frauen ist ihre spirituelle Disziplin. Deshalb müssen solch edle Frauen ermutigt und geehrt werden. Wenn ihr dieses eine große Prinzip in die Tat umsetzt, wird euer Leben geheiligt sein. Jene, die ihre Frauen schlecht behandeln, können niemals glücklich und wohlhabend sein. Wenn Männer ihre Frauen, die sogar bereit sind, ihr Leben für ihre Ehemänner zu opfern, nicht schützen können, welchen Sinn hat dann ihre Existenz? Frauen sind die in ihrem Heim herrschenden Gottheiten. Sie zu schützen ist unsere vorrangige Pflicht. Lasst eure Frauen niemals Tränen vergießen. Wenn Frauen zu Hause Tränen vergießen, dann wird ein solches Heim im Nu ruiniert sein. Frauen sind Vorbilder in der Gesellschaft. Bereitet ihnen niemals Kummer.

Die Männer sollten ein Leben der Wahrheit und Rechtschaffenheit führen. Nur dann können sie das Land beschützen und sind es wert, wahre Männer genannt zu werden. Wie sonst können sie heldenhafte Männer werden? Viele Menschen suchen Tempel auf. Wenn sie zu einem Tempel gehen, müssen sie ein Gelübde ablegen, die Frauen zu achten und zu schützen. Nur dann werden sie geschützt werden. Nur wenn die Frauen sicher sind, wird die ganze Welt glücklich sein. Wenn ihr deshalb Dharma in der Welt beschützen wollt, müsst ihr zuerst euer Dharma den Frauen gegenüber wahren.

Verkörperungen der Liebe!

Stellt euch vor, ihr wäret eine Frau und ein paar Männer würden euch quälen. Wie elend und hilflos ihr euch fühlen würdet! Frauen sind bereit, sogar ihr Leben für ihre Ehemänner zu opfern. Aber Männer besitzen nicht diesen Opfergeist. Männer sollten ebenfalls Opfergeist entwickeln, genauso wie die Frauen. Nur dann verdient ihr es, Männer genannt zu werden. Ansonsten seid ihr nur der Form nach Männer, es fehlt euch aber an Männlichkeit. Ihr haltet Frauen für schwach. Aber in Wahrheit sind sie die Verkörperung von Kraft und Macht, Shaktisvarûpa. Nur ich weiß um die Not der Frauen, die ihre Ehemänner verloren haben. Es ist unsere Pflicht, solche Frauen zu schützen. Wenn ihr diese Aufgabe auf rechte Weise erfüllen könnt, werdet ihr euer ganzes Leben lang glücklich sein.

Verkörperungen der Liebe!

Ihr müsst sogar in kleinen Dingen der Wahrheit folgen. Das Wort Satya – Wahrheit – besteht aus drei Silben, sa, ta und ya; Wenn ihr deren Reihenfolge umkehrt, wird daraus ya, ta und sa. Das bedeutet, wenn ihr mittels spiritueller Disziplinen wie Yama und Niyama, der Beherrschung der inneren und äußeren Sinne, Tapas, Askese übt, werdet ihr die göttliche Schau von Satyasvarûpa, der Verkörperung der Wahrheit erhalten. So müsst ihr die innere Bedeutung eines jeden Wortes erkennen und ihr gewissenhaft folgen.

König Janaka, ein großer König und Entsagender, verbreitete durch sein eigenes Beispiel unter seinen Untertanen Wahrheit und Rechtschaffenheit, und auch seine Tochter Sita führte auf der Grundlage von Wahrheit und Rechtschaffenheit ein gottesfürchtiges Leben. Ihr studiert jedoch nicht die Lebensgeschichte solch vorbildlicher Frauen, sondern lest stattdessen Schund. Nein, nein, das ist euer nicht würdig! Ihr solltet die heilige alte Geschichte Bhârats studieren. Charakter und Moral der Frauen in Bhârat sind sehr heilig. Nur wenn ihr solch große Frauen beschützt, seid ihr es wert, Mann genannt zu werden. Werdet ihr Männer, indem ihr stolz einen Schnurrbart zur Schau tragt oder euch einen Bart wachsen lasst? Schnurrbart und Bart sind nicht die wahren Zeichen von Männlichkeit. Ihr müsst Frauen beschützen und die Ehre der Familie bewahren. Nur dann könnt ihr große Helden und Männer mit Charakter werden.

Verkörperungen der Liebe!

Seht Frauen als Verkörperung der Wahrheit an. Auch wenn in ihnen ein paar geringfügige Fehler wahrzunehmen sind, beachtet sie nicht. Respektiert und ehrt Frauen. Gebraucht nicht einmal ein einziges Wort, das sie verletzen könnte. Wenn sie es wirklich wollen, können sie jede große Aufgabe vollbringen. Ihr solltet sogar bereit sein, um des Schutzes und der Förderung der Frauen willen euer Leben zu geben. Ihr alle solltet wenigstens von heute an bereit sein, die Ehre und Würde der Frauen in der Welt zu schützen, und auch die Frauen sollten ein Gelübde ablegen, ihr Scherflein zu dieser großen Aufgabe beizutragen und den Dharma der Frau zu schützen. Was die Männer angeht, liegt nichts Großartiges oder Neues in dem Versuch, Frauen zu beschützen. Das ist eure Pflicht. Die Pflicht der Frau besteht darin, die gesamte Familie als eine Einheit zu fördern und zu erhalten. Wenn Frauen beschützt werden, werden sie wiederum die ganze Welt beschützen. Schätzt Frauen nie gering und behandelt sie nie als bloßes Spielzeug. Ich hoffe, dass all ihr Männer wenigstens in Zukunft die Würde und Ehre der Frauen beschützen werdet und dadurch eure eigene Würde und Ehre wahrt. Ich beende meine Ansprache und segne euch alle.

Rama Rama Rama Sita…

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten Fassung der Ansprache; S. B., Prashanti Nilayam.
(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

[1] Draupadî war die Ehefrau der fünf Pândavas, auf deren Seite Krishna im Mahabharatakrieg kämpfte, Anm. d. Übers.


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.