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 Ansprache Sathya Sai Babas am 31.08.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 31.08.2002, Krishnafest (Krishnatami)


Süßer als Zucker, geschmackvoller als Joghurt,
wahrhaft süßer als Honig
ist der Name Krishna.
Die ständige Wiederholung seines süßen Namens
vermittelt einem den Geschmack
von göttlichem Nektar selbst.
Deshalb sollte man sich ohne
Unterlass auf Krishnas Namen besinnen.

Verkörperungen der Liebe!
Seit alten Zeiten hat das nektargleiche Krishnaprinzip Jung wie Alt gleichermaßen fasziniert. Vom Moment seines Erscheinens an hat Krishna durch seine göttlichen Streiche, seine berückende Musik und seine unaussprechliche Glückseligkeit die Menschen in einen ekstatischen Zustand der Selbstvergessenheit versetzt.

Krishna und Balarâma brachten zusammen mit den anderen Kuhhirten die Kühe zum Grasen an die Ufer des Flusses Yamuna und scherzten und spielten fröhlich miteinander. Eines Tages verloren sich die Kuhhirten in Glückseligkeit und vergaßen ihre Umgebung und ihre Kühe, als sie Krishnas göttlichen Streichen zuschauten. Als sie sich, nachdem die Kühe gegrast hatten, zur Ruhe legten, fühlten sie plötzlich heißen Wind aus allen Richtungen wehen, und sie erkannten, dass sie von wildem Feuer umgeben waren. Die lodernde Feuersbrunst war so stark, dass sie nicht einmal ihre Augen öffnen und um sich schauen konnten. Unfähig, die sengende Hitze zu ertragen, rannten die Kühe Hals über Kopf hin und her und gerieten außer Kontrolle. Als die Hitze mit jedem Moment an Intensität zunahm, beteten die Kuhhirten zu Krishna, sie zu erretten: „O Krishna! Nur du kannst dieses Feuer löschen und uns retten!“ Als Krishna ihre Not sah, fing er an zu lachen und sagte: „Ihr Kuhhirten seid mit mir zusammen gewesen, habt mit mir gespielt und die daraus entstehende Seligkeit erfahren. Wie komisch, dass ihr noch von Furcht erfüllt seid, nachdem ihr doch meine Göttlichkeit erfahren habt! Ihr wart in der Vergangenheit so oft Zeuge gewesen, wie ich die von Kamsa gesandten Dämonen tötete. Ich bin bei euch. Warum fürchtet ihr euch dann noch?“

Warum verlangt ihr nach unbedeutenden Dingen,
wenn der wunscherfüllende Baum direkt vor euch ist?
Warum eine Kuh kaufen, wenn Kamadenu,
die wunscherfüllende Kuh, an eurer Seite ist?
Warum verlangt ihr nach geringem Silber und Gold,
wenn der funkelnde Berg Meru neben euch ist?
Wenn der allmächtige Gott Krishna in euch,
mit euch und um euch herum ist,
warum verfallt ihr dann wegen so einer
nichtigen Begebenheit in Panik?

Krishna sagte ihnen, sie sollten ihre Augen schließen und sich eine Weile auf ihn besinnen. Die Kuhhirten folgten selbstverständlich seiner Anweisung, schlossen ihre Augen und fingen an, seinen Namen zu singen. Einen Augenblick später hieß Krishna sie, ihre Augen zu öffnen, und, siehe da: Das wilde Feuer war völlig verschwunden und all ihre Kühe grasten friedlich, als ob nichts geschehen wäre. Die Freude der Kuhhirten war grenzenlos. Sie wollten sofort nach Hause gehen und von Krishnas erstaunlicher Wundertat erzählen. Sie hatten viele solche Wunder erlebt, die Krishnas Göttlichkeit bewiesen.

Nicht nur in Indien, sondern auch in einem kommunistischen Land wie Russland wurden viele derartige mysteriöse Kräfte der Göttlichkeit erfahren. Am 10. September 1899 wurde ein Mensch namens Wolf Messing in Polen geboren. Von seiner Geburt an strahlte er göttliches Licht aus und verhielt sich schon in sehr jungen Jahren auf mysteriöse Weise. Er machte gewisse Handbewegungen und lachte in sich hinein. Seine Eltern waren verblüfft, weil sie sich sein seltsames Verhalten nicht erklären konnten. Auf diese Weise verging ein Jahr. In seinem zweiten Lebensjahr begann er mit sich selbst zu sprechen. Er kratzte sich am Kopf, als ob er in tiefsinnige Gedanken versunken sei. Er rannte von hier nach da, lachte in sich hinein und sprach mit unsichtbaren Wesen. All dies verblüffte seine Eltern, die sich fragten, warum er in sich hineinlachte und mit wem er wohl sprach, und eine Spur von Besorgnis und Angst war in ihnen.

Eines Tages kam eine große Persönlichkeit, in ein weißes Gewand gekleidet, und blieb vor ihrem Haus stehen. Diese Person rief Messing zu sich und sagte: „Deine Eltern haben vor, dich in ein Irrenhaus oder eine Schule für geistig Behinderte zu bringen. Du brauchst nirgendwo hinzugehen. Wie können Menschen, die an der Verrücktheit der Weltlichkeit leiden, deine Verrücktheit verstehen, die spiritueller Natur ist? Wenn jeder auf diese Art verrückt wäre, würde das ganze Land erblühen. Lass dich nicht in Schulen einschreiben, die nur weltliche Bildung vermitteln. Formales weltliches Lernen sagt dir nicht zu. Erlerne spirituelles Wissen. Nur um dir das zu sagen, bin ich hierher gekommen.“ Messing fragte ihn: „Großvater, von wo kommst du?“ Er erwiderte: „Ich werde es dir später sagen. Ich kehre zurück zu dem Platz, von dem ich kam. Vergiss meine Worte niemals. Befasse dich nicht mit weltlichem Wissen. Erwirb nur spirituelles Wissen. Du bist noch sehr jung. Ehe du nicht eine gewisse Ebene der Reife erreicht hast, lasse dich auf niemanden ein. Ich kehre jetzt zurück.“ Mit diesen Worten verschwand er direkt vor Messings Augen. Dieser wunderte sich: „Woher kam er? Wohin ist er gegangen? Werde auch ich zu dem Ort zurückkehren, von dem ich gekommen bin?“ Er grübelte über diese Dinge nach. Seine Eltern erlaubten ihm nicht, irgendwo hinzugehen. Er war ausschließlich ans Haus gefesselt.

Eines Tages brach sein Wunsch wieder auf, sich auf die Suche nach spirituellem Wissen zu begeben, weil ihn das ihm beigebrachte weltliche Wissen nicht befriedigte. Er erinnerte sich an die Worte des alten Mannes, der vor einiger Zeit an seiner Türschwelle aufgetaucht war. Er ging in das Hausinnere und fand in einem Schrank acht Münzen. Er tat sie in seine Tasche und machte sich auf eine spirituelle Reise in die weite Welt. Er wanderte und wanderte ohne zu wissen, wohin. Er reiste um die ganze Welt. Niemand fragte ihn nach Tickets oder dem nötigen Geld, sie zu kaufen. In dieser Weise streifte er zehn Jahre lang umher.

Dann gelangte er nach Indien. Er stieg in einen Zug, der von Cuddapah nach Anantapur fuhr. Zwischendrin hielt der Zug für eine Weile in Kamalapuram, wo ich zu der Zeit zur Schule ging. Die Namen der zwei Jungen, die jeweils neben mir am Schulpult saßen, lauteten Ramesh und Suresh. Rameshs Vater war ein Steuerbeamter und seine Familie war sehr reich. Täglich machten wir einen Spaziergang Richtung Zugstation und diskutierten spirituelle Angelegenheiten. In jenen Tagen fuhren nur ein oder zwei Züge durch Kamalapuram. Wir drei setzten uns auf eine Steinbank auf den Bahnsteig. Als wir fröhlich miteinander plauderten, sah Wolf Messing uns durch das Fenster des fahrenden Zuges, öffnete sofort die Tür, sprang aus dem Zug, verlor dabei sein Gleichgewicht und fiel auf den Bahnsteig. Ramesh und Suresh machten sich Sorgen, ob er sich sein Bein gebrochen hätte. Ich sagte ihnen, sie sollten sich keine Sorgen machen: „Er ist nur gekommen, um mich zu sehen, und deshalb ist ihm nichts passiert.“ Er trug kein Gepäck bei sich, noch nicht einmal eine kleine Tasche. Er kam direkt auf mich zu, setzte sich in einer Entfernung von ungefähr zehn Fuß vor mich und vergoss Freudentränen. Ramesh und Suresh beobachteten diese Szene.

In jenen Tagen hatten die Jungen Angst, dass die Weißen sie fortschleppen und in den Militärdienst stecken würden. Deshalb wollten sie mich von dem Platz wegbringen. Als Messing sich mir näherte, rannte Ramesh zu seinem Haus und bat seinen Vater, sofort den Jeep zu holen und mich aus dem Blickfeld des Weißen zu entfernen. Rameshs Vater kam sogleich mit dem Jeep, hob mich hoch und setzte mich in den Jeep. Als er mich zu seinem Haus brachte, folgte Messing dem Jeep bis zu Rameshs Haus. Er saß dort den ganzen Tag und wartete darauf, dass ich aus dem Haus käme. Wann immer er mich durch das Fenster erblickte, lächelte er mich an, rief mich und versuchte, mir etwas mitzuteilen. Aber niemand war bereit, ihm zu erlauben, mich zu treffen. Zu dem Zeitpunkt arbeitete Seshama Raju (Swamis älterer Bruder) als Lehrer. Durch einen Dienstboten wurde ihm die Nachricht über meine Lage überbracht. Messing wartete drei Tage lang, dann verließ er den Ort und fuhr mit dem Zug irgendwo hin. Bevor er wegfuhr, schrieb er mit einem Stück Kreide das Folgende auf die Haustür: „Die Leute, die in diesem Haus leben, sind sehr gesegnet. Sie sind in der Lage, das göttliche Kind bei sich zu haben und ihm zu dienen. Ich bin nicht so gesegnet. Nichtsdestotrotz, danke.“

Schließlich erreichte er wieder sein Land, Russland. Nach zwanzig Jahren besuchte er wieder Indien. Dieses Mal brachte er eine Kirliankamera mit sich, die die menschliche Aura fotografieren konnte. Der Körper von Menschen, deren Wesen rein (sattvisch) ist, ist von einer strahlend weißen Aura umgeben. Die Aura von Menschen leidenschaftlicher Natur ist rot, und von Menschen, deren Wesen dumpf und träge ist, schwarz. Messing begab sich direkt nach Kamalapuram und stellte Nachforschungen über Rajus Aufenthaltsort an. Zu der Zeit war ich nicht mehr der Oberschüler Raju. Aus Raju wurde Sathya Sai Baba. Die Leute sagten ihm, Sathya Sai Baba hielte sich entweder in Puttaparthi oder in Bangalore auf. Deshalb fuhr er von Kamalapuram nach Bangalore.

Bei seinem Eintreffen in Bangalore fand er eine riesige Versammlung vor. Auf sein Nachfragen hin erfuhr er, dass die Leute auf Sathya Sai Babas Darshan warteten. Auch er wartete auf meinen Darshan. Als ich mich zwischen den Versammelten bewegte, sah er mich und dachte bei sich: „Ja, das ist dieselbe Person, die ich vor vielen Jahren als Junge sah. Dasselbe göttliche Licht umgibt ihn.“ Er suchte den Leiter des Colleges auf, zu der Zeit Narendra, der ein großer Sanskritgelehrter und ein sehr guter Lehrer war. Sein Vater Damodar war ein Richter und sein Schwiegervater ein bekannter Arzt. Beide waren anwesend. Er bat sie, ihn zu Swamis Darshan mitzunehmen und teilte ihnen mit: „Ihr seid nicht fähig, die Wirklichkeit zu sehen. Swami ist wahrhaft Gott. Ihr seht nur seinen Körper und lasst euch dadurch täuschen. Wenn ihr seine Aura anschaut, werdet ihr die Wahrheit wissen.“

Er wollte Swamis Aura durch die Kamera, die er mit sich gebracht hatte, anschauen. In jenen Tagen gab ich den Devotees zum Abschluss des Nagasankirtans Darshan. Als ich auf dem Balkon stand und Darshan gab, drückte er den Auslöser seiner Kamera. Er konnte sehen, dass der ganze Platz von Licht durchflutet war. Als er das Foto zeigte, konnte man um mein Gesicht herum ein großes Licht sehen. Mein ganzer Körper war in weißes Licht eingehüllt, das Reinheit symbolisiert. Nichts anderes war zu sehen. Narendra nahm das Foto an sich und bat ihn, ihm auch die Kamera zu überlassen, da sie in Indien nicht erhältlich war. Messing sagte, er wäre bereit, ihm das Foto zu geben, nicht aber die Kamera, da er eine Menge Arbeit damit zu leisten hätte. Er äußerte den Wunsch, ein Gespräch mit Swami zu haben. Abends wurde ein Treffen arrangiert, bei dem er zu den Studenten sprechen sollte. Auch ich nahm daran teil. Er schaute nicht die Schüler oder Studenten an, sondern versuchte herauszufinden, wo ich saß und was ich täte. Als er mich erblickte, kam er auf mich zu und sagte: „Mein Lieber, mein Lieber.“ Er wiederholte ständig die Worte: „Du bist mein alles. Ich bin dein Instrument.“ Ich habe das bisher noch niemandem erzählt. Er blieb zehn Tage lang. Ich lehrte ihn alles, was zu lehren war. Ich sagte ihm, dass, wenn Gott auf die Erde herabkäme, er sich wie ein Mensch verhalten würde.

Gott nimmt die Form des Menschen an

Er erwiderte, dasselbe stünde sogar in den Schriften geschrieben. Er schrieb ein Buch und gab es Gokak. Gokak war ein Gelehrter der englischen Sprache, verstand aber kein Russisch. Dennoch behielt er das Buch bei sich.

Nach ein paar Tagen fuhr Messing ab, ohne irgendjemandem Bescheid zu sagen. Eines Tages erhielt Narendra einen Brief aus Russland, in dem Messing schrieb: „Du bist ein Lehrer, der für Gott arbeitet. Wie gesegnet du bist!“ Und er bat Narendra, ihn über die Swami betreffenden Geschehnisse auf dem Laufenden zu halten. Eines Tages äußerte Narendra ein paar Zweifel, die ich klärte. Nur wir zwei waren im Zimmer. Auf einmal erschien Messing dort. Wie er dorthin kam, war für Narendra ein Mysterium. Er trug kein Ticket bei sich. Er kam, hatte meinen Darshan und verschwand wieder. Nicht jeder konnte dies sehen, und es war nicht leicht zu verstehen. Die Göttlichkeit ist höchst mysteriös.

Eines Tages spielten Krishna und Balarâma mit den Kuhhirten an den Ufern des Flusses Yamuna. Sie sprangen auf den Bäumen von einem Ast zum anderen. Ein paar waren müde. Da kamen die Weisen Vâmana und Bharadvâja zu den Ufern der Yamuna. Sie baten die Kuhhirten, ihnen einen geeigneten sicheren Platz zu zeigen, wo das Wasser so flach wäre, dass sie baden könnten. Krishna und Balarâma sprangen von den Bäumen herab. Bharadvâja erkannte sofort, dass Krishna paramâtman (das höchste Selbst) und Balarâma jîvâtman (die individuelle Seele) repräsentierte. Er faltete seine Hände in Verehrung und bat Krishna, ihnen einen geeigneten Platz zum Baden zu zeigen. Krishna sprang ins Wasser, zeigte ihnen einen geeigneten Platz und versprach ihnen, er würde ein ausgiebiges Mahl für sie bereithalten. Die Kuhhirten wunderten sich, wie Krishna die Weisen speisen wollte, da er kein Essen mit sich genommen hatte. In jenen Tagen gab es keine tragbaren Essensbehälter. Als die Weisen mit ihrem Bad fertig waren, öffnete Krishna eine Tasche, die aus dem Nichts erschien. Als er sie öffnete, war der ganze Platz mit dem süßen Aroma von in Milch gekochtem Reis erfüllt. Er richtete das Essen auf einem Teller an und forderte die Weisen zum Essen auf. Die Kuhhirten waren so mutwillig und frech wie Affen. Sie konnten nicht stillhalten. Sie fragten Krishna wiederholt: „ Woher hast du das Essen bekommen?“ Krishna brachte sie zum Schweigen mit den Worten, es wäre nicht angemessen, in Gegenwart von Weisen übermäßig viel zu reden. Die Weisen führten das Sandhya-Ritual durch und begannen zu essen. Sie fragten: „Krishna, wer hat dieses Essen zubereitet?“ Er antwortete: „Meine Mutter Yashodâ.“ Sie stellten fest, sie hätten bisher nichts Köstlicheres gegessen und dankten ihm.

Brahma (der Schöpfergott), der diese mysteriösen Geschehnisse beobachtete, war über Krishnas ungeheure Kräfte von Staunen erfüllt. Er wollte Krishna einen Streich spielen. Als die Kuhhirten eines Tages voller Begeisterung mit Krishna und Balarâma spielten, ließ Brahma die Kühe und Kälber und sogar die Kuhhirten von der Bildfläche verschwinden. Krishna wusste, dass es ein Streich von Brahma war. Krishna erschuf sofort durch seinen Willen alle Kuhhirten, Kühe und Kälber. Diese Kuhhirten kehrten mit ihren Kühen und Kälbern in ihre jeweiligen Häuser zurück. Sie waren in jeder Hinsicht mit den Kuhhirten identisch, die Brahma irgendwo versteckt hielt. Nicht einmal ihre Eltern bemerkten einen Unterschied. Das Leben ging wie gewöhnlich weiter, und die Kuhhirten brachten ihre Kühe und Kälber täglich in Begleitung von Balarâma und Krishna zum Grasen. Dies lief ein volles Jahr lang. Brahma schämte sich und nahm die Niederlage an. Er bat Krishna um Verzeihung und gab die ursprünglichen Kuhhirten, Kühe und Kälber zurück. Als er sie zurückbrachte, verschwanden die von Krishna erschaffenen Kuhhirten sofort. Auf diese Weise vollführte Krishna von Kindheit an solche gewaltigen Heldentaten. Darauf basierend sagt das Bhâgavatam:

Die Geschichten Gottes sind höchst
wundervoll und heilig in allen drei Welten.
Sie gleichen Sicheln, die die Schlingpflanzen
weltlicher Bindung zerschneiden.

An dieser Stelle möchte ich eine Begebenheit erzählen, die in dieser Avatarschaft geschah. Ich habe das bisher noch niemandem offenbart. Nach der Errichtung des Prashanti Mandir nahm ich für gewöhnlich mein Essen oben im Zimmer zu mir. Wann immer ich aß, saß Griham Ammayi, die Mutter dieses Körpers, neben mir und zwang mich, mehr zu essen. Sie gab oft ihrer Besorgnis Ausdruck, dass ich abnehmen würde. Ich erwiderte ihr: „Warum sollte ich mehr essen? Muss ich mit jemandem kämpfen? Ich mag nicht dick werden.“

Eines Tages lud mich jemand zu sich nach Hause zum Essen ein. In Wahrheit hatten sie die Absicht, mich zu vergiften. Sie waren eifersüchtig auf meine zunehmende Beliebtheit und meinen Erfolg. In jenen Tagen mochte ich Vadas (frittierte salzige Teigkringel), die aus Alasandakörnern zubereitet waren. Sie mischten Gift in die Vadas und boten sie mir an. Ehe ich dorthin ging, sagte ich Easwaramma und Subbamma, sie sollten sich nicht ängstigen, wenn irgendetwas Problematisches geschähe. Als ich von dort zurückkam, wurde mein ganzer Körper blau und mein Mund begann zu schäumen. Ich wies Easwaramma an, ihre Hand kreisförmig zu bewegen. Sie tat es, und zu ihrem höchsten Erstaunen erschien Vibhuti in ihrer Hand. Sie vermischte es mit Wasser und gab es mir zu trinken. Ich wurde sofort normal. Sie wunderte sich: „Swami kann mit einer Handbewegung Vibhuti erschaffen. Aber wie kommt es, dass Vibhuti in meiner Hand erschien?“ Ich hatte ihr tatsächlich für einen Augenblick diese Kraft übertragen.

Als ich im Alten Mandir lebte, nahm ich täglich die Kinder zum Citravatifluss. In jenen Tagen gab es in Puttaparthi keine Schüler und Studenten wie heute. Nur die Dorfjungen versammelten sich um mich. Ich pflegte ihnen zu sagen, sie sollten einen kleinen Sandhügel aufhäufen, aus dem sie bekommen könnten, was immer sie wollten, z. B. einen Bleistift, einen Kugelschreiber, einen Laddu etc. Weil sie kleine Kinder waren, baten sie nur um unbedeutende Dinge.

Nach einem solchen abendlichen Treffen am Citravati kehrten wir zum alten Mandir zurück. Sushilamma aus Kuppam und ihre Schwester Kumaramma, die Verfasserin des Buches „Du bist die einzige Zuflucht“, die damals noch jung waren, begannen zum alten Mandir zu rennen, um Swami bei seiner Ankunft Arati darzubringen. Ich gab Subbamma ein Zeichen, sie zu stoppen und stattdessen selber zu gehen, um das Arati vorzubereiten. Subbamma folgte meiner Anweisung umgehend. Die zwei zuvor genannten Frauen dachten, dass nur sie als Hausfrauen Anspruch darauf hätten, Swami Arati darzubringen, nicht aber Subbamma, die verwitwet war. Als Subbamma zum Alten Mandir kam, fand sie dort eine große Schlange. Aus diesem Grund hatte ich sie losgeschickt, denn sie war immer achtsam. Als sie die Schlange erblickte, rief sie aus: „Sai Nâgeshvara, Sai Nâgeshvara, Sai Nâgeshvara (Sai, Herr der Schlangen)!“ Mittlerweile waren wir alle eingetroffen. Sie wollte die Schlange nicht töten, da sie an Swamis Worte dachte, dass Gott sich in allen Lebewesen befände. Sie wollte die Schlange einfangen und sie irgendwo hinbringen. Als sie die Schlange fing, schlang sich diese um ihre Hand. Ich machte mich über sie lustig mit den Worten: „Subbamma, spielst du mit Schlangen?“ Sie erwiderte: „Swami, ich weiß, dass du mich vorausgeschickt hast, um das Leben dieser zwei Frauen zu retten.“ Auf diese Weise war Subbamma Zeuge vieler göttlicher Spiele (lila) von Swami. Sie war sehr gesegnet und sehr verdienstvoll. Sie diente mir von Anfang an. Sie diente nicht nur mir, sondern den Devotees, die für meinen Darshan kamen, indem sie ihnen Essen gab. All ihre Verwandten stellten sich gegen sie, aber sie schenkte ihnen keine Beachtung. Sie wollte nur Swami, nichts anderes. Sie pflegte Swamis Anweisung unverzüglich zu gehorchen. Ihr Glaube und Vertrauen waren unerschütterlich.

Eines Tages fragte ich sie, ob sie ihren verstorbenen Ehemann sehen wolle; gelegentlich scherzte ich in dieser Weise. Sie erwiderte, sie hege keinen derartigen Wunsch und sie hätte nichts mit ihrem verstorbenen Ehemann zu tun. Darüber hinaus sagte sie, ihr Mann wäre gestorben, weil er nicht ausreichend gesegnet war, Swami zu dienen. Sie empfand es als ihr gutes Los, dass sie mir dienen konnte. Wenn sie jemals den Wunsch hätte, ihn zu sehen, würde ich diesen Wunsch erfüllen, versicherte ich ihr. Ich sagte ihr, sie solle ins Freie gehen und um sich schauen. Dort befand sich ein Drumstickbaum. Sie sah ihren Ehemann Narayana Rao eine Zigarette rauchend unter dem Baum sitzen. Sie sah die Szene sehr deutlich. Sie war froh, ihren verstorbenen Ehemann wieder zu sehen, aber sie schalt ihn auch mit den Worten: „Nicht einmal nach deinem Tod hast du deine schlechten Angewohnheiten aufgegeben.“ Sie kam sofort (ins Haus) zurück, weil sie ihn nicht länger sehen wollte. Narayana Rao hatte zwei Ehefrauen, Subbamma und Kamalamma. Kamalamma lebt gegenwärtig im Ashram. Ich sagte Kamalamma, auch sie solle gehen und ihren verstorbenen Mann sehen. Sie wollte sein Gesicht nicht wieder sehen. Sie sagte, nachdem sie zu den Lotosfüßen von Swami gekommen sei, hätte sie keinen derartigen Wunsch. Aber weil ich darauf bestand, ging sie und schaute. Zu der Zeit sah sie ihren verstorbenen Ehemann, wie er heißen Kaffee schlürfte. Sowohl Subbamma als auch Kamalamma sahen ihren verstorbenen Ehemann dieselben Gewohnheiten ausüben, die er zu Lebzeiten hatte.

Auch in der Zeit des Krishna-Avatars zeigte Krishna seinen Devotees Vorfälle, die lange zuvor geschehen waren. Als Krishna den Govardhana Berg hochhob, war das Anlass zum Feiern. Die unverheirateten gopikâs führten das Varalakshmi-Ritual durch. Sogar heutzutage führen Frauen dieses Ritual durch. Râdhâ war eine große Gottergebene. Aber die Menschen, die nicht an Krishnas Göttlichkeit glaubten, setzten sie viel Härten aus. Auch in jenen Tagen gab es Atheisten. Atheisten, Theisten, theistische Atheisten und atheistische Theisten gibt es in jedem Zeitalter. Die Atheisten steckten Râdhâ in ein Haus und schlossen es von außen zu. (Ich griff dieses Thema auf, schrieb ein Drama und ließ es von Kindern aufführen). Sie glaubten, die Ehre von Râdhâs Familie würde besudelt, weil sie Krishna hinterherlief. Sie wollten sie davon abhalten und sperrten sie deshalb im Zimmer ein. Sie begann zu weinen und zu beten. Krishna hörte ihre Gebete, öffnete die Türen und befreite sie. Er schalt diese Leute mit den Worten: „Sollte man einen Devotees auf diese Art und Weise behandeln? Es ist in Ordnung, wenn ihr keine Hingabe zu mir hegt. Aber es ist eine große Sünde, einen Devotee zu belästigen.“ Krishna nahm Râdhâ mit sich. Râdhâ bat Krishna dann, auf seiner göttlichen Flöte ein Lied zu spielen:

Singe ein Lied, o Krishna!
Lass jedes Wort mit Honig durchtränkt sein
und sprich mit mir nach Herzenslust!
Nimm die Essenz der Veden, lasse sie
durch deine göttliche Flöte fließen
und transformiere sie in ein melodiöses Lied!
Singe ein Lied, o Krishna!

Als sie seiner wohlklingenden Musik lauschte, tat Râdhâ ihren letzten Atemzug. Seit dem Tag hat Krishna nie wieder seine Flöte angerührt.

Krishna spielte verschiedene göttliche Spiele. Er war wahrhaft Gott in menschlicher Form. Niemand kann sein göttliches Wesen erfassen oder beschreiben. Es ist unendlich und unfassbar. Gott Krishna hat viele derartige göttliche Spiele gespielt. Man kann nichts anderes als Liebe aus ihm strömen sehen.

Im Dvâpara-Zeitalter waren es die Frauen, die Krishnas Göttlichkeit stärker erfuhren. In der Tat waren sie es, die durch ihre Hingabe Gottes Geschichte offenbarten.

Einst führten einige Brahmanen in einem Wald ein Opferritual zu Ehren der Göttin Gâyatrî durch. Krishna sagte den Kuhhirten, sie sollten etwas Essen vom Opferaltar bringen, weil er und sein Bruder Balarâma sehr hungrig waren. Als die Kuhhirten die Brahmanen um Nahrung baten, lehnten sie es mit den Worten ab: „Glaubt ihr, dies sei ein Rasthaus, das euch speist sobald und wenn ihr darum fragt? Nein. Wartet bis zum Abschluss der Opferhandlung. Wenn irgendetwas übrig ist, nachdem wir gegessen haben, werden wir es euch geben.“ Als Krishna diese Antwort überbracht wurde, riet er ihnen, zu den Frauen zu gehen, die hinter dem Opferaltar das Essen zubereiteten. Entsprechend seinem Rat gingen die Jungen dorthin und sahen, wie die Frauen Bobatlu (eine köstliche Süßspeise) zubereiteten. Sie fragten diese Frauen: „Mütter, unser Krishna und unser Balarâma sind hungrig; könnt ihr ihnen etwas Nahrung geben?“ Die Frauen waren ausgesprochen glücklich, eine Gelegenheit erhalten zu haben, Krishna dienlich zu sein. Sofort packten sie all die Speisen, die sie zubereitet hatten, und brachten sie zu Krishna. Manche Frauen erhoben den Einwand, wie sie Krishna (der dem Kuhhirtenclan angehörte) vor ihren Ehemännern (Brahmanen) Essen anbieten könnten. Aber ihr Einwand wurde beiseite gefegt und sie speisten Krishna und Balarâma mit dem zubereiteten Essen. Sie sahen Krishna als Gott an. Als dies ihren Ehemännern zu Ohren kam, schalten sie ihre Frauen und sagten, es wäre eine gotteslästerliche Handlung gewesen. Aber als sie sich später in Meditation niedersetzten, ging ihnen ein Licht auf. Sie erkannten ihren eigenen Fehler und sagten ihren Ehefrauen, was sie getan hatten, sei korrekt gewesen. Sie nahmen noch einmal ein Bad und forderten ihre Frauen auf, ihnen das von Krishna gesegnete Essen als geweihte Speise (Prasad) zu reichen.

Ich möchte in diesem Zusammenhang betonen, dass zu Lebzeiten eines jeden Avatars allein die Frauen die Göttlichkeit zuerst erkannten. Sie sind es, die ihre Ehemänner zur Göttlichkeit führen. Nur aufgrund der Hingabe der Frauen entwickeln die Männer wenigstens in gewissem Ausmaß Hingabe. Ohne die Frauen würden Männer überhaupt keine Hingabe haben. Es heißt, ein Haus ohne Frau ist buchstäblich ein Wald. Seit undenklichen Zeiten werden Frauen mit Hingabe (bhakti) gleichgesetzt und Männer mit Weisheit (jnâna). Frauen können sogar die inneren Gemächer eines Palastes betreten, wohingegen es den Männern nur gestattet ist, in die Versammlungshalle (wörtl.: Gerichtssaal) zu kommen. Das bedeutet: Jnâna, Weisheit, wird euch aufwärts zu Gott bringen. Hingabe, bhakti hingegen, bringt euch zu seinem Herzen. Aus diesem Grund wurde Hingabe, bhakti, so viel Wert beigemessen. Tatsächlich waren die gopikâs, die Kuhhirtinnen, die Ursache dafür, dass sich das Prinzip der Hingabe (bhakti tattva) in der Welt verbreitete.

In diesem Kali-Zeitalter ist das Singen des Göttlichen Namens der einzige Weg zur Befreiung

In jenen Tagen dachte sogar in diesem Dorf Puttaparthi mit Ausnahme von Karnam Subbamma niemand an Gott. Die Mutter dieses Körpers (griham ammayi) beobachtete, wie große Beamte zu mir zum Darshan kamen. Sie fürchtete sich vor jedem in Polizeiuniform. Sie bat Subbamma, niemanden von der Polizei hineinzulassen, weil sie glaubte, sie würden Swami Unannehmlichkeiten bereiten. Subbamma pflegte ihre Angst mit den Worten zu zerstreuen: „Warum sollten sie nicht kommen dürfen? Auch sie sind Devotees von Swami. Jeder darf zu Swami kommen. Mache keine solchen Unterschiede. Niemand kann Swami schaden. Sorge dich nicht deswegen.“ Easwaramma hörte Subbammas Worte und wurde ärgerlich: „Nur weil Swami bei dir wohnt, kommen viele Polizisten zu deinem Haus. (Subbamma war die Frau des Dorfvorstehers, A. d. Ü.) Bitte gewähre ihnen keinen Zutritt.“

Einmal kam IGP Ranganayakulu aus Madras. Er wollte mich mit sich nehmen. Griham Ammayi war traurig und weinte. Für sie war Madras ein weit entfernter Ort und ein fremdes Land. Deshalb beschloss sie, mich vom Gehen abzuhalten. Ihre intensive Liebe zu Swami war der Grund dafür. Sie machte sich Sorgen, Swami könnte auf immer von Puttaparthi weggenommen werden. Aufgrund ihres Gebets wurde dieser Tempel hier erbaut.

Einmal kam Sakkamma herbei und schlug vor: „Swami, weil es hier keine anständigen Straßen und Transportmittel gibt, finden wir es schwierig, in dieses abgelegene Dorf zu kommen. Weder Autos noch Ochsenkarren können bis ins Dorfinnere gelangen. Wir müssen jedes Mal unser Auto nahe bei Penukonda lassen, um hierher zu kommen. Komme deshalb bitte nach Bangalore und lasse dich dort nieder. Wir werden für dich ein fürstliches Gebäude errichten lassen.“

Ich antwortete ihr, ich bräuchte keine riesigen Gebäude. Alles was ich bräuchte wäre ein kleines Zimmer. Aber sie hörte nicht auf mich. Easwaramma stellte fest: „Damit ein Schössling zu einem mächtigen Baum heranwächst, muss er ohne gestört zu werden gut gedüngt und gewässert werden. Wenn man ihn von Platz zu Platz verpflanzt, kann er nicht wachsen. Bleibe deshalb bitte an deinem Geburtsort Puttaparthi, der sich dann sicherlich weiterentwickeln wird.“ Ich versprach ihr daraufhin, mich in Puttaparthi niederzulassen.

Was Hingabe und Ergebung betrifft, sind Frauen Männern überlegen. Sie sind die Schatzhäuser aller Formen von Intelligenz (vijnâna), guter Erkenntnis (sujnâna) und Weisheit (prajnâna). Schaut deshalb niemals auf Frauen herab. Sprecht nicht verächtlich über andere. Betet für das Wohlergehen aller.

Mögen die Bewohner der ganzen Welt glücklich sein.
Die Hauptlehre der Bhagavadgita besteht darin, dass man für das Wohlergehen aller arbeiten sollte.
Der Eine beschloss, viele zu werden.
Dieselbe Göttlichkeit ist in allen gegenwärtig. Alle Formen sind Sein.

Bevor ich schließe, möchte ich gerne ein kleines von Krishna im Dvâparayuga vollführtes Lila erzählen. Solange Kamsa lebte, schickte er Dämonen aus, die mit Krishna kämpfen sollten. Kamsa hatte zwei Ehefrauen, deren Vater ein mächtiger König war. Als Kamsa getötet worden war, versuchte sein Schwiegervater, einen Krieg gegen Krishna zu führen. Die Gopikas sorgten sich und fragten Krishna: „Wie lange noch sollen wir diese Schicksalsprüfungen erleiden?“ Krishna riet ihnen, nicht in Panik zu verfallen und beruhigte sie mit den Worten: „Versucht, meine Kräfte und Möglichkeiten zu verstehen. Legt euch heute in Repalle schlafen und seht selber, wo ihr euch am nächsten Morgen befindet.“ Als sie am nächsten Morgen aufwachten, fanden sie sich in Dwaraka vor. Wo war Repalle, und wo war Dwaraka? Beide Orte waren 1000 Meilen voneinander entfernt. Auf diese Weise konnte Krishna ein Dorf gegen ein anderes austauschen. Gott kann alles tun. Er kann überall hingehen. Er kann alles verändern. Lasst Zweifeln keinen Raum. Wer die Göttlichkeit anzweifelt, wird mit Sicherheit untergehen. Entwickelt unerschütterlichen Glauben und folgt der göttlichen Anweisung. Wahres Dharma besteht darin, dem göttlichen Befehl zu folgen. Wenn ihr Gott folgt, werdet ihr mit allem Guten und Glücksverheißenden gesegnet sein.

Swami schloss die Rede mit den Bhajans: Hari bhajana bina…, Govinda Krishna Jai…,Subramanyam, Subramanyam….

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten Fassung der Rede.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.