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 Ansprache Sathya Sai Babas am 26.05.2002

 

Ihr seid Verkörperungen Gottes

Ansprache von Sathya Sai Baba zu Buddha-Purnima, in Brindâvan, Whitefield, am 26.05.2002


Alle Seine Formen sind Manifestationen des Friedens.
Alle Seine Formen sind Manifestationen der Verheißung von Glück.
Er ist die Verkörperung von Bewusstsein und Glückseligkeit.
Er ist nicht Zwei, sondern Einer.
Er ist Wahrheit, Güte und Schönheit.

Verkörperungen der Liebe!
Keine Literatur, sei sie wissenschaftlicher, weltlich orientierter oder spiritueller Art, enthält viele Erläuterungen und Informationen über die fünf Sinne.

Der Mensch unternimmt manch fieberhafte Anstrengung, um zu Glück und Freude zu gelangen. Er liest Bücher, besucht (lebenserfahrene) ältere Menschen und durchstreift die Welt auf der Suche nach dem schwer fassbaren Glück. Und doch gelingt es ihm letztendlich nicht, das Glück zu finden. Auch Buddha unternahm ähnliche Anstrengungen auf der Suche nach der Quelle des Glücks. Überall suchte er nach Gott und entdeckte schließlich, dass Gott in ihm selbst war. Er erkannte, dass er selbst eine Verkörperung von Glückseligkeit (ânanda) war. Gleich einem Menschen, der überall nach seiner Brille sucht, während sie die ganze Zeit auf seiner Nase sitzt, suchte auch Buddha überall nach Glückseligkeit und fand sie schließlich in seinem Inneren!

Der Mensch kann von den fünf Elementen viele Lektionen lernen. Die fünf Elemente sind: Erde, Feuer, Wasser, Luft und Äther. Das ganze Phänomen der physischen Welt ist eine Manifestation Gottes. Gott manifestiert sich in Wahrheit, Güte, und Schönheit in dieser Welt, die wir mit unseren Augen wahrnehmen können. Jedes menschliche Wesen ist eine Manifestation von Sein (sat; auch Existenz, Wirklichkeit), Bewusstsein (cit) und Glückseligkeit (ânanda). Gott manifestiert sich im Wasser, das auf der Erde vorhanden ist. Gott existiert als Zustand des Wachseins (jâgrat) im Feuer. Gott manifestiert sich im Element Luft als Leben. Gott manifestiert sich im Äther als Omkara (OM - Urklang, aus dem die gesamte Schöpfung hervorging und dessen Schwingung das ganze Universum durchdringt, A.d.Ü.). Da Gott sich in allen fünf Elementen manifestiert, heißt es: „Îshâvâsyam idam jagat“: Gott ist allgegenwärtig, es gibt keinen Ort auf der ganzen Welt, an dem er nicht gegenwärtig ist. Seine Hände und Füße sind überall - „sarvatah pâni pâda“.

Obwohl Gott überall zugegen ist, fragen die Menschen, weshalb sie nicht in der Lage sind, ihn zu sehen. Das Wasser spiegelt den darüber liegenden Himmel wider. Wird das Wasser aber aufgerührt, so wird auch die Reflektion des Himmels aufgerührt. Ebenso ist Gott in jedem Menschen gegenwärtig, doch der Mensch ist aufgrund seines verstörten Geistes (mind) nicht imstande, ihn zu sehen. Ein aufgerührter und schwankender Geist kann niemals Gott widerspiegeln. Ein verstörter Geist löst Verwirrung und Depression aus.

Der Geist ist höchst wankelmütig und instabil. Die einzige spirituelle Disziplin (sâdhana), die der Mensch durchführen muss, besteht darin, seinen Geist zu stabilisieren und nicht zuzulassen, dass er ins Schwanken gerät. Ohne Zielgerichtetheit sind Namenswiederholung (japa), Meditation (dhyâna) und Yoga sinnlos. Sobald ihr die fünf Sinne unter Kontrolle gebracht habt, wird sich Gott überall um euch herum manifestieren. Weshalb ist der Mensch dann nicht in der Lage, Gott zu sehen? Seine grenzenlosen und ziellosen Wünsche hindern ihn daran Gott zu sehen. Wünsche sind die Wurzel und die Ursache für die Unruhe und Verstörung im Menschen. Sinneskontrolle befähigt uns, Glückseligkeit (ânanda) zu erlangen. Die Begrenzung unserer Wünsche wird uns helfen, Gott überall zu sehen und ihn von Angesicht zu Angesicht zu erfahren. Wir sollten das Aufsteigen von Wünschen aller Art in uns nicht bestärken. Ebenso sollten wir uns nicht um die schlechten Gedanken kümmern, die andere Leute über uns hegen mögen. Wir sollten uns wegen ihres üblen Geredes nicht sorgen. Wir sollten von Verleumdung und Kritik, die gegen uns gerichtet sind, unberührt bleiben.

Buddha strebte danach, die fünf Sinne, die die Manifestation der fünf Elemente sind, zu beherrschen. Als erstes beschloss er, die rechte Sichtweise (samyak drishti) zu entwickeln. Der Mensch von heute ist aufgrund der Wankelmütigkeit seiner Gedanken und Gefühle (mind) unfähig, seine Sichtweise zu kontrollieren. Kinofilme, Videos, Fernsehen etc. verseuchen den Geist des Menschen. Er sieht nicht das Gute und er hört nicht das Gute. Der Mensch ist selbst die Ursache seiner Rastlosigkeit. Darüber hinaus erliegen menschliche Qualitäten mit zunehmender Geschwindigkeit Teuflischem und Animalischem. Animalische Eigenschaften in uns nehmen sehr schnell zu. Die Tiere folgen noch in natürlicher Weise ihren Paarungszeiten, nicht aber der Mensch.

Durch ständiges Praktizieren (abhyâsa) kann der Mensch geistigen Frieden erlangen. Durch ständiges Üben vermag er Gedanken und Gemüt unter Kontrolle zu bringen und auf diese Weise Frieden zu erlangen. Nur in einem friedvollen Geist können edle Gedanken aufsteigen. Der Geist sollte unter der Kontrolle des Menschen stehen. Meistert den Geist und seid selbst meisterhaft (engl. Wortspiel: “Master the mind and be a mastermind“). Doch bedauerlicherweise gerät der Mensch unter die Herrschaft seiner Sinne, anstatt seine Gedanken und Gefühle zu beherrschen. Hinzu kommt noch, dass er Anhaftung an den Körper (dehabhimana) entwickelt. Der Mensch ist schnell beunruhigt, wenn andere ihn kritisieren. Weshalb sollte er sich um den Körper Gedanken machen, wenn doch der Körper nichts weiter als eine Wasserblase ist? Ihr solltet die Anhaftung an den Körper aufgeben. Wünsche wachsen sprunghaft ins Uferlose an. Hier ein Beispiel: Jemand kandidiert zuerst für das Amt des Panchayat Präsidenten. Wird er gewählt, so möchte er Vorsitzender werden. Später wachsen sich diese Wünsche zur Besessenheit aus. Wird er Vorsitzender, so möchte er erster Minister werden und später dann Ministerpräsident! Wünsche sind die Ursache für das Böse im Menschen. Schlechte, schlimme Wünsche lösen eine Reaktion, Reflektion und einen Widerhall aus. Der Mensch sollte schlechten Wünschen und Gedanken keinen Platz einräumen. Schlechte Wünsche sind die Ursache für schlimme Gedanken im Menschen. Sinneskontrolle wird die Wünsche in Schach halten. Es ist notwendig, das Gebiet zu verlassen, auf das schlechte Menschen ihren Fuß setzen. Entfernt euch von dem Ort, wo sich solche Menschen aufhalten. Buddha lehrte die Menschen, eine charakterfeste, beständige und gute Sichtweise zu kultivieren. Die Sichtweise eines Menschen sollte selbstlos und standfest sein.

Buddha praktizierte Loslösung. Er reduzierte seine Wünsche von Tag zu Tag, bis sie praktisch ausgelöscht waren. Er bestand darauf, eine reine und edle Sichtweise zu entwickeln und zu pflegen. Schließlich erreichte er den Zustand der Wunschlosigkeit. Er war so bindungslos geworden, dass er seine Familie und sogar die Bindung an seinen kleinen Sohn aufgab. Dies war das Kennzeichen seines Opfers. Er entwickelte enorme Bindungslosigkeit gegenüber dem Körper. Er erkannte, dass er nicht der Körper sondern das Gewissen (engl. conscience) war.

Wenn wir sagen „das ist mein Körper, mein Geist, meine Intelligenz, mein Bewusstsein, meine Psyche“, so macht das deutlich, dass wir von unserem Geist, unserem Körper, unserer Intelligenz etc. getrennt sind. Ihr seid getrennt vom Körper. Es ist Täuschung zu glauben, ihr wäret der Körper. In dem Maße, wie wir der Täuschung (bhrama) Raum in uns geben, entfernen wir uns zusehends von Gott, dem höchsten Bewusstsein (Brahman). Wir müssen die körperliche Illusion ( dehabhrânti) und die Bindung an den Körper (dehabhimana) ablegen. Buddha reduzierte die Körperbindung bis zur völligen Aufgabe und widmete sich der Suche nach der Wahrheit. Er wandte sich an spirituelle Lehrer und lauschte ihren Worten. Er las Bücher, die die Lehren verschiedener Meister enthielten. Schließlich erkannte er, dass das Lesen von Büchern eine unnütze Übung war.

Die Studenten von heute gehen für ihre höheren Studien ins Ausland. Es ist Verrücktheit mit dem Wunsch ins Ausland zu gehen, dort etwas zu finden, was es nicht in unserem Lande gibt. Die Leute gehen ins Ausland, geben eine Menge Geld aus und kehren mit leeren Händen zurück. Auch die Eltern ermuntern ihre Kinder ins Ausland zu gehen, indem sie die verrückte Idee noch anfachen. In der Tat führen sie ihre Kinder in die Irre. Man muss in einem fremden Land hart arbeiten, um Geld zu verdienen. Mit demselben Aufwand an Anstrengung könnt ihr auch hier in Indien genügend Geld verdienen. Manche Menschen gehen ins Ausland und „erwerben“ dort die Sünde (pâpa). Bleibt stattdessen im eigenen Land und erwerbt Verdienst (punya). Ein anwachsendes Verlangen ins Ausland zu gehen und dort Geld zu machen, breitet sich unter den Menschen aus. Doch sind bei weitem nicht alle bei diesem Vorhaben erfolgreich. So manch einer kehrte mit leeren Händen zurück.

Die Leute haben versucht mich dazu zu bewegen, ins Ausland zu kommen. Doch Swami hat kein anderes Land besucht. Sie sagen: „Swami, komm in mein Land.“ Welches ist euer Land? Auf Dauer gehört ihr keinem Land an. Nichts ist von Dauer. Auch euer Körper ist nicht von Dauer. Wir müssen den Wunsch ins Ausland zu gehen aufgeben.

Adi Shankara schrieb folgenden Vers:

Oh Mensch! Geburt führt zum Tod, Tod führt zur Geburt.
Das weltliche Leben ist hart und mit Mühsal beladen.
Betet um die Barmherzigkeit des Herrn!

(Punarapi jananam, punarapi maranam. Punarapi janani jatare shayanam.
Iha samsare bahudustare. Kripaya pâhi pâhi murâri.)

Da ihr als Mensch geboren wurdet, müsst ihr im Leben Erfüllung finden. Ihr müsst einem edlen Pfad folgen. Ihr solltet jenseits von Lob und Tadel sein. Weder sollten wir überheblich sein noch niedergedrückt. Wir müssen den Frieden fördern. In der Tat liegt alles in euch selbst.

Ihr seid die Verkörperung des Friedens.
Ihr seid die Verkörperung der Wahrheit.
Ihr seid die Verkörperung der Liebe.
Ihr seid die Verkörperung des Göttlichen.

Weshalb sucht ihr im Außen nach Glück, wenn doch alles in euch liegt? Wenn ihr nach innen schaut, werdet ihr der Glückseligkeit teilhaftig werden. Freude ist unser Eigentum. Ohne Glückseligkeit könnt ihr nicht existieren. Unsere wahre Natur ist Glückseligkeit.

Verkörperungen der Liebe!
Buddha war kein gewöhnlicher Mensch. Er wurde in eine Königsfamilie hineingeboren und wuchs inmitten von materiellen Annehmlichkeiten auf. Es heißt:

Weder durch Handeln, noch durch Nachkommenschaft, noch durch Reichtum –
sondern durch Opfer(-bereitschaft) und Entsagung allein kann ein Mensch Unsterblichkeit erlangen.

Buddha folgte diesem vedischen Lehrsatz. Er war ungebunden. Daher konnte er seine Verhaftung an Familie und Freunde aufgeben. Sein Vater empfand Schmerz, da er unter dem Einfluss von Bindung stand.

Buddha reiste weit umher und widmete sich seinen asketischen Übungen. Eine Frau empfand Mitleid mit ihm und wollte ihm etwas zu essen bringen. Buddha aber sagte: „Dies ist nicht die Nahrung, nach der es mich verlangt. Ich suche die Nahrung der (höchsten) Weisheit. Jeder kann gewöhnliche Nahrung bekommen. Doch diese Nahrung will ich nicht.“

Eines Tages sah er, wie ein Bauer Getreide verteilte. Buddha ging zu ihm und bat um Almosen. Doch der Bauer entgegnete: „Oh, du fauler Mönch! Weshalb sollte ich dir Almosen geben? Ich gebe Nahrung jenen, die hart arbeiten. Auch ich arbeite hart. Ich bestelle die Felder. Ich säe die Samen, jäte das Unkraut, bewässere die Felder und ernte das Korn. Doch du tust nichts.“ Daraufhin antwortete Buddha: „Ich bestelle das Feld des Herzens, ich bewässere es mit Liebe, ich jäte das Unkraut der schlechten Neigungen, ich bringe die Ernte der Weisheit ein und erhalte die Frucht der Glückseligkeit.“ Auf diese Weise überzeugte Buddha den Bauern davon, wie auch er hart arbeitete, nur eben auf einer anderen Ebene!

Die Freude, die wir aus dem Singen von Bhajans und aus Gottesdiensten gewinnen, ist vorübergehend. Doch wenn ihr die Essenz des So’ham-Mantras erfahrt, erlebt ihr zeitlose Freude und Glückseligkeit. Der So’ham-Mantra ist auch als „Hamsa- Gâyatrî“ bekannt. „So“ bedeutet „Das“, „ham“ bedeutet „bin ich“. „Das bin ich“ ist die Bedeutung von „So’ham“. Mit jedem Atemzug solltet ihr „So’ham“ wiederholen. Mit dem Atemzyklus atmet ihr „so“ ein und „ham“ aus. Wenn ihr den So’ham-Mantra bei jedem Einatmen und Ausatmen wiederholt, wird euch viel Gutes daraus erwachsen. Wiederholt „So’ham“ mit jedem Atemzug und beobachtet dabei aufmerksam euren Atem.

Das englische Wort „watch“ (beachten, beobachten; aber auch: Uhr) vermittelt eine wichtige Botschaft. „Watch“ bedeutet:

W - Achtet auf eure Worte (Words)
A - Achtet auf eure Taten (Actions)
T - Achtet auf eure Gedanken (Thoughts)
C - Achtet auf euren Charakter (Character)
H - Achtet auf euer Herz (Heart)

Die Uhr (watch), die ihr tragt, geht früher oder später kaputt. Doch dieses ‘watch’ (achten auf etwas) ist unzerbrechlich. Achtet darauf, ob ihr gute oder schlechte Worte sprecht. Achtet darauf, ob ihr andere verletzt oder würdigt. Eure Zunge kann sich in vielen Sünden ergehen. Ihr dürft eure Zunge nicht dazu verwenden andere zu verletzen. Andere zu verletzen ist keine Tugend, sondern eine Sünde. Wenn ihr andere verletzt, werden andere euch auch verletzen. Für alles gibt es eine Reaktion, eine Reflektion und einen Widerhall. Daher sollten wir Kontrolle über die Zunge ausüben. Wir sollten nicht zulassen, dass die Zunge sich zu sündhaftem Verhalten hinreißen lässt. Eine Zunge, die andere kritisiert, ist eine sündhafte Zunge. Wir sollten nicht zulassen, dass die Zunge sich in Geschwätz und Kritik an anderen ergeht.

Buddha bewahrte Schweigen und wurde sehr ruhig und ausgeglichen. Er begann, das „So’ham“ in sich zu erfahren. Für eine gewisse Zeit könnt ihr als Bestandteil eurer spirituellen Übungen (sâdhana) die Namen Rama, Krishna und Govinda wiederholen. Wir müssen mit diesen Übungen solange fortfahren, bis der Geist gefestigt ist. Hat der Geist dieses Stadium erreicht, dann müssen wir uns im Schweigen der Gedanken (mind) üben. Sprechen ist Silber, Schweigen dagegen Gold. Wenn die Worte abnehmen, werden auch die Aktivitäten und Launen des Geistes weniger. Nehmen aber die Worte zu, so wachsen mit ihnen auch die Launen des Geistes. Folglich müssen wir den Geist (Gedanken und Gefühle) auslöschen.

Aber es liegt nicht in der Natur des Geistes (mind) zu sterben. Der Mensch mag sterben, aber nicht sein Geist. Doch es ist dennoch möglich, den Geist (Gedanken und Gefühle) auszulöschen. Sobald die Worte aus dem Geist verschwinden, verschwindet auch der Geist. Schweigen (mauna) zu bewahren, ist einer der Wege, den Geist zum Schweigen zu bringen. Wir sollten dem Geist nicht erlauben, herumzuschweifen, wo es ihm gefällt und sich zu gebärden, wie es ihm gefällt. Wir sollten dem Geist nicht erlauben, andere lächerlich zu machen, zu verletzen und zu hassen. Wenn ihr einen anderen verletzt, werdet ihr selbst um ein Zehnfaches verletzt werden. Ihr mögt euch brüsten, jemandem gründlich die Meinung gesagt zu haben, doch könnt ihr den Konsequenzen eures Fehlverhaltens nicht entgehen. Eines Tages wird ein anderer euch gehörig zurechtweisen.

Verkörperungen der Liebe!
Wir wurden als Menschen geboren. Welche Aufgabe bringt die menschliche Geburt mit sich? Sollten wir dieses Leben dazu verwenden, Reichtum anzuhäufen? Nein - wir sollten vielmehr unseren Geist dazu benutzen, uns Tugenden, nicht aber Reichtum anzueignen. Die Studenten sind heutzutage am Erwerb von Reichtum (kalimi), Kraft (balimi), Freundschaft (chelimi) interessiert, nicht aber an guten Eigenschaften (guna). Wozu soll ein Leben ohne den Erwerb guter Eigenschaften und Tugenden nützen?

Der Dummkopf studiert und entfaltet
sich zur wichtigen Persönlichkeit.
Er erlernt alle Wissenszweige,
bleibt aber dennoch ein Dummkopf.
Ein niederträchtiger Mensch mag
viele Wissenszweige meistern,
doch kann er sich nicht von den
Lastern befreien, die er kultiviert hat.
Übermäßiges Studium verleitet den
Menschen dazu, sich zu einem Logiker zu entwickeln,
doch gelingt es ihm nie, Weisheit zu erlangen.
Was für einen Sinn hat es, zu lernen
und dann schließlich zu sterben.
Meistert jene Bildung, die keinen Tod kennt.

Der Körper ist vergänglich. Er gleicht einer Wasserblase. Der Körper kommt und geht, so wie eine Wasserblase kommt und geht.

Der Körper gleicht einer mit Krankheiten verseuchten Höhle.
Er gleicht einem Korbgeflecht, das im Laufe der Zeit zerfällt.
Er gleicht einem schwachen Floß, das nicht in der Lage ist,
den Ozean der weltlichen Existenz ( samsâra) zu überqueren.
Er gleicht einem Köcher von Pfeilen.
Oh Mensch! Glaube ja nicht, dass der Geist beständig wäre.
Nimm Zuflucht zu den Füssen des Herrn (Hari).

Alles, was wir tun, sollte vom Geist der Hingabe an Gott erfüllt sein.

Buddha legte größten Wert auf die Kontrolle der Sinne. Um den Geist beherrschen zu können, müssen wir unsere fünf Sinne unter Kontrolle bringen. Nur dann werdet ihr in der Lage sein, Gott zu verwirklichen.

Verkörperungen der Liebe!
All dies kann einzig durch Liebe erreicht werden. Liebe ist Gott - lebt in Liebe. Nur durch das Kultivieren von Liebe können wir zum Verständnis der Spiritualität gelangen. Daher sage ich oft:

Beginnt den Tag mit Liebe.
Füllt den Tag mit Liebe.
Verbringt den Tag in Liebe.
Beschließt den Tag mit Liebe.
Das ist der Weg zu Gott.

Durch die Macht der Liebe ist alles möglich. Liebe ist alles in dieser Welt. Die Welt kann ohne Liebe nicht existieren. Sie existiert zwar auch für eine Reihe von Leuten, die von schlechten Wünschen erfüllt sind. Aber jene, die in schlechten Wünschen ertrinken, werden nicht einmal einen friedvollen Tod haben. Wir müssen unsere Gedanken und unser Gemüt in einem friedvollen und heiligen (reinen) Zustand bewahren. Nur durch Liebe zu Gott können wir inneren Frieden erlangen.

Verkörperungen der Liebe!
Um hierher zu kommen habt ihr große Entfernungen zurückgelegt, was Stress und Belastungen mit sich bringt. Wir sollten immer von Freude und Frieden erfüllt sein. Ihr mögt zwar Schwierigkeiten ausgesetzt sein, doch solltet ihr ihnen nicht erlauben, euch niederzudrücken. Nur wenn ihr eure Schwierigkeiten beiseite legt, könnt ihr Frieden finden. Es genügt nicht zu Gott zu beten. Ihr sollt daran denken, dass ihr selbst göttlich seid. Buddha forderte die Menschen auf sich bewusst zu machen, dass sie göttlich sind und beständig darüber nachzusinnen: „Ich bin Gott“. Buddha glaubte daran, dass der Mensch göttlich ist. Gott ist immer in euch, mit euch, um euch herum, unterhalb von euch. Wenn ihr durch das Tor der Spiritualität eintretet, werdet ihr göttlich werden. Doch wenn ihr in die Welt eintretet, werdet ihr zum Hund (Swamis Wortspiel: God / dog). Ihr müsst das Gefühl des Einsseins mit Gott pflegen.

Ihr seid aus verschiedenen Teilen der Welt hierher gekommen und habt Mühsal und Belastungen auf euch genommen. Ich segne euch, dass ihr sicher und behütet wieder nach Hause zurückkehrt - in Frieden und Freude. Kultiviert den Glauben, dass alles, was euch geschieht, Gottes Wille ist. Buddha versuchte sich in verschiedenen Formen spiritueller Übungen. Er glaubte, dass die Herrschaft über die Sinne sehr wichtig sei, um Gott zu verwirklichen. Was sind spirituelle Übungen? Herrschaft über die fünf Sinne ist wahre spirituelle Übung. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Sinne ungezügelt umherschweifen. Nur durch Liebe lassen sich die Sinne kontrollieren. Lebt immer in Liebe. Mit Liebe müssen wir andere glücklich machen. Hegt niemals Gefühle des Hasses oder der Böswilligkeit gegen andere. Helft immer, verletzt nie (help ever, hurt never). Es heißt:

Verdienst liegt darin, anderen zu dienen. Sünde liegt darin, andere zu verletzen.

Ihr könnt euren Geist durch Schweigen beherrschen und indem ihr ihn Gott übergebt. Eure spirituellen Übungen mögt ihr entsprechend eurem Glauben ausüben. Am Anfang mögen spirituelle Übungen schwierig sein, doch im Laufe der Zeit werden sie euch bis zu einem gewissen Grad mit Glück erfüllen. Daher heißt es:

Der Körper ist der Tempel Gottes. Gott existiert in euch.
Gott existiert nicht an einem anderen Ort. Er existiert in euch.
Sünde befindet sich nicht an einem anderen Ort.
Sie ist dort zu finden, wo unrecht gehandelt wird
.

Welchen spirituellen Übungen auch immer ihr folgen mögt, Gott ist immer in euch gegenwärtig. Gott ist eng mit eurem Leben verwoben. Alles was ihr braucht, ist Selbstvertrauen. Selbstvertrauen ist höchst wichtig für die spirituelle Entwicklung.

Wo Selbstvertrauen ist, ist Wahrheit.
Wo Wahrheit ist, ist Glückseligkeit.
Wo Glückseligkeit ist, ist Frieden.
Wo Frieden ist, ist Gott.

Daher müsst ihr Selbstvertrauen entwickeln und fördern. Anderenfalls wird äußerste Verwirrung herrschen. Wir müssen alles auf dem Fundament des Selbstvertrauens aufbauen. Seht euch zum Beispiel dieses Gebäude an. Das Fundament ist die Basis des Gebäudes. Ohne Fundament kann das Gebäude nicht existieren. Ebenso ist der Glaube das Fundament für alles. Erfüllt eure Pflichten. Buddha opferte viele Dinge im Leben um der Glückseligkeit willen. Wo Opferbereitschaft ist, ist Glückseligkeit.

Verkörperungen der Liebe!
Verringert eure Bindung an den Körper. In dem Maße, wie eure Anhaftung an den Körper wächst, nimmt auch euer Leiden zu. Euer Körper ist der Tempel Gottes. Denkt, dass er nicht euer Körper ist, sondern der Tempel Gottes. Der Körper ist heilig, da Gott in ihm wohnt. Folglich müssen wir unseren Körper zum Ausüben von guten Taten benutzen. Der Körper wurde uns geschenkt, damit wir mit seiner Hilfe Glückseligkeit (ânanda) erlangen. Wann immer ihr euch in spirituellen Disziplinen übt, tut dies mit dem Gefühl: „Gott ist kein anderer als ich selbst“. Stärkt dieses Gefühl in euch und formt euer Leben entsprechend.

Lebt in Liebe und lebt mit Liebe.

(Übersetzung der gedruckten vom Ashram herausgegebenen englischen Fassung)

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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