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 Ansprache Sathya Sai Babas am 25.12.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 25.12.2002


Wer seinen Stolz aufgibt, wird von allen geliebt;

Wer sich von Zorn befreit, wird frei von Sorgen.

Wer Wunsch und Verlangen bezwingt, erhält Wohlstand.

Freiheit von Gier ist der Königsweg zur Freude.

(mânam hitvâ priyô bhavati

krôdham hitvâ nasôcati

kâmam hitvâ arthavân bhavati

lôbham hitvâ sukhî bhavati.)

Verkörperungen der Liebe!
In dieser Welt ist jedes Objekt mit fünf Aspekten versehen, nämlich Sein (sat), Bewusstsein (cit), Glückseligkeit (ânanda), Name (nâman) und Form (rûpa). Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit sind die drei dauerhaften Attribute eines jeden Individuums. Name und Form hingegen sind vergänglich. Der Mensch hat sein wahres Selbst vergessen und führt ein Leben, in dem er Name und Form für die Wirklichkeit und die vergängliche Welt für ewig hält. Gott ist jenseits aller Attribute und Gefühle. Es ist eher seltsam, dass der Mensch Gott Eigenschaften und Empfindungen zuschreibt. Es ist für jeden Einzelnen von höchster Bedeutung, Gottes unendliche Liebe, Wahrheit und sein unendliches Mitgefühl zu kennen. Obwohl das Wesen des Menschen göttlich ist, verhält er sich wie ein Dämon, weil er seine innewohnende Göttlichkeit vergessen hat. Jeder Mensch ist mit den Eigenschaften der Entschlusskraft (dîkshâ, Hingabe in Bezug auf Erfüllung einer Aufgabe) und Geschicklichkeit und Kompetenz (dakshata) versehen. Wer diese Tugenden allein für edle Belange nutzt, ist ein wahrer Mensch.

Die kosmische Kraft liegt im Nabel Gottes. Deshalb wird Gott hiranyagarbha (der goldene Keim, aus dem die Schöpfung hervorgeht; hiranya bedeutet golden, garbha Bauchhöhle, Embryo, Keim, A.d.Ü.), genannt. Da Gott voll göttlichen Lichts und Strahlens ist, wird er als die Personifizierung von Schönheit und Glanz bezeichnet. Weil der Mensch mit dem Prinzip von hiranyagarbha ausgestattet ist, ist das menschliche Leben das erhabenste. Gott ist auch als prajâpati (Herr der Geschöpfe und des Universums) bekannt, denn er ist der Schöpfer des gesamten Universums.

Um das göttliche Prinzip zu verstehen, müsst ihr die innere Bedeutung eines jeden der Namen Gottes erfassen. Gott trägt verschiedene Namen, und jeder von ihnen besitzt eine tiefe innere Bedeutung. Aus diesem Grunde gaben unsere Vorfahren ihren Kindern den einen oder anderen Namen Gottes.

Der Mensch ist heute auf der Suche nach Gott und erforscht das Wesen der Göttlichkeit. Gott befindet sich im Inneren; warum ist es dann notwendig, nach ihm zu suchen? Gott ist die Verkörperung der Liebe. Wahrheit ist seine wahre Form (svarûpa) und sein inneres Wesen (svabhâva).

Kein Dharma (Verhaltenskodex) ist größer als das Festhalten an der Wahrheit

Aber der Mensch ist heute unfähig zu verstehen, was Wahrheit bedeutet. Um seine Wünsche zu befriedigen, hält er Unwahres für wahr. Der Mensch sollte sich als Erstes darum bemühen, sein wahres Wesen zu verstehen, das Wahrheit, Weisheit und Unendlichkeit ist. Gott hat dem Menschen die Veden, heiligen Schriften, Epen und Heldensagen geschenkt, um seine Augen der Wahrheit zu öffnen, dass sein Wesen göttlich ist. Jeder Mensch in dieser Welt besitzt Wahrheit, Rechtschaffenheit und Liebe. Er verkörpert Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit. Diese Attribute sind wahrhaft göttlich. Sat ist das, was unveränderbar und ewig ist. Cit ist Bewusstsein. Atman ist ein anderer Begriff für Gott. Brahman ist sein Synonym. Das Göttliche ist in jedem Menschen in der Gestalt von Bewusstsein (caitanya) gegenwärtig. Nur wer das Prinzip des (spirituellen) Bewusstseins versteht, ist ein wahrer Mensch. Sein – Bewusstsein – Glückseligkeit, Wahrheit – Weisheit – Ewigkeit sind verschiedene Begriffe, die doch dasselbe bedeuten.

In dieser Welt gibt es verschiedene geistige Bewegungen wie Atheismus, Dualismus, Nichtdualismus, qualifizierter Dualismus etc. Der göttliche Name Keshava ist der wichtigste Name. Die Essenz aller Philosophien ist in ihm enthalten. Er besteht aus den drei Silben ka, isha und va, die die göttliche Dreieinigkeit Brahma, Îshvara und Vishnu repräsentieren. Keshava symbolisiert also die Prinzipien der Erschaffung, Erhaltung und Auflösung. Wenn der Mensch über den göttlichen Namen Keshava meditiert und seine Bedeutung versteht, kann er sein wahres Selbst erkennen.

Unsere alten Weisen stellten tiefgründige Nachforschungen und Untersuchungen an, um die Göttlichkeit zu verstehen. Schließlich verkündeten sie der Welt:

Ich habe das höchste Wesen geschaut, das mit der Leuchtkraft von Milliarden Sonnen scheint und sich jenseits der Dunkelheit der Unwissenheit befindet.

Sie riefen den Menschen dazu auf, sich darum zu bemühen, die Göttlichkeit zu schauen. Von da an begann der Mensch, an Gott zu glauben. Aber im Laufe der Zeit fing sein Glaube zu schwinden an. Weil er nicht an Gott glaubt, leidet der Mensch.

Er, der von den Moslems Allah genannt wird,

von den Christen Jehova,

von den Verehrern Vishnus der lotosäugige Gott,

der von denen, die Shiva verehren,
Shambhu genannt wird,

antwortet freudig, auf welche Weise auch immer er angebetet wird.

Er gewährt die Gnade von Ruhm und Glück

und ergießt Freude und Glück.

Erkennt ihn, den Einen, als paramâtman, das höchste Selbst.

Es gibt nur einen Gott, er trägt verschiedene Namen.
Es sind verschiedene Religionen entstanden,
aber sie alle führen zu derselben Göttlichkeit.

Es gibt viele Religionen, aber nur ein Ziel.

Es gibt viele Kleider, aber sie sind aus einem Garn.

Es gibt viele Schmuckstücke, aber sie sind aus dem einen Gold gefertigt.

Es gibt viele Kühe, aber die Milch ist dieselbe.

Es gibt viele Wesen, aber nur einen Atem.

Es gibt viele gesellschaftliche Schichten, aber nur eine Menschheit.

Wenn man sein wahres Wesen erforscht, kann man die Wahrheit erfahren.

Jesus war eine erhabene Seele. Er verkündete, er sei der Sohn Gottes, aber er behauptete niemals, er wäre Gott. Als Jesus geboren war, wurden drei weise Könige aus dem Morgenland von einem Stern zu einem Kuhstall in Bethlehem geführt, wo Jesus als Baby in einer Krippe lag. Es strahlte göttliches Licht aus. Der erste der weisen Könige sagte: „Dieses Kind wird Gott lieben.“ Der zweite stellte fest: „Gott wird dieses Kind lieben“, und der dritte sprach: „Dieses Kind wird jeden lieben. Es ist nicht verschieden von Gott.“ Wer Gott liebt, ist ein Botschafter Gottes; wer von Gott geliebt wird, ist Gottes Sohn; wer das Einheitsprinzip versteht, wird eins mit Gott. Das ist die innere Bedeutung der in der Bibel gegebenen Aussagen. Der, für den ihr euch selber haltet; der, für den andere euch halten und der, der ihr wirklich seid. Ihr solltet die Bedeutung dieser Aussagen verstehen.

Das Kind wurde von seiner Mutter Maria erzogen und sein Vater arbeitete als Zimmermann. Als in Jerusalem ein Fest gefeiert wurde, wurde das Kind Jesus von seinen Eltern mitgenommen. In der Menschenmenge verloren sie das Kind und konnten es nirgendwo finden. Selbstverständlich war Mutter Maria sehr besorgt. Schließlich gingen sie zum Tempel, um zu beten. Zu ihrem Erstaunen sahen sie den jungen Jesus aus dem Tempel herauskommen. Er war die ganze Zeit im Tempel gewesen und hatte dem heiligen Vortrag des Rabbis des Tempels gelauscht. Die besorgte Mutter ergriff ihr Kind und fragte es, was es die ganze Zeit getan hätte. Das Kind erwiderte: „Mutter, warum hast du dich geängstigt? Ich war die ganze Zeit in Gottes Händen. Ich lauschte den Worten Gottes, wie der Rabbi sie im Tempel auslegte.“ Auf diese Weise war der Geist des Kindes schon in sehr zartem Alter auf Gott ausgerichtet.

Nach einiger Zeit starb der Vater Joseph. Maria sagte ihrem Sohn: „Jetzt, wo dein Vater gestorben ist, solltest du seinen Beruf weiterführen, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen.“ Aber der Junge verspürte keine Neigung, dem Beruf seines Vaters nachzugehen. Der Mutter lag ebenfalls nicht daran, den natürlichen Neigungen des jungen Jesus im Wege zu stehen. Eines Tages begab sich der junge Jesus auf eine einsame Bergspitze. Die Mutter machte sich große Sorgen und war durch die Abwesenheit ihres Sohnes sogar niedergeschlagen. Jesus saß die ganze Zeit und meditierte über Gott. Nach einiger Zeit kehrte er zurück und stieß dabei auf eine Gruppe besorgter Männer am Ufer des Sees von Galiläa. Als der junge Jesus sie fragte, worüber sie sich sorgten, antworteten sie, sie wären Fischer und hätten schon seit längerer Zeit keine Fische fangen können. Jesus sagte: „Folgt mir nach; gibt es irgendwelche Wasser, die ohne Fische sind?“ Er nahm sie in ihren Booten mit sich in die Mitte des Sees und forderte sie auf, ihre Netze an einer bestimmten Stelle auszuwerfen. Zu ihrem höchsten Erstaunen und ihrer großen Freude fanden die Fischer ihre Netze voller Fische. Dieser Vorfall erzeugte in ihnen viel Vertrauen. Glaube und Vertrauen sind für die Menschheit unerlässlich.

Wo Glaube und Vertrauen sind, ist Liebe.

Wo Liebe ist, ist Wahrheit.

Wo Wahrheit ist, ist Frieden,

wo Frieden ist, ist Glückseligkeit,

wo Glückseligkeit ist, dort ist Gott.

Jesus konnte jenen Menschen großen Glauben einflößen. Einer dieser Fischer wurde von Jesus Petrus genannt. Er entwickelte intensive Liebe zu Jesus und Vertrauen in ihn. Von da an nahmen die Fischer Jesus regelmäßig mit sich auf ihren Fischfang, und wenn sie abends zurückgekehrt waren, erläuterte Jesus ihnen spirituelle Themen. Als Petrus’ Vater starb, war seine Mutter von Schmerz erfüllt, aber Jesus tröstete sie mit den Worten: „Tod ist nur ein Gewand des Lebens. Worüber vergießt du Tränen? Tod ist, wie wenn man sein Gewand wechselt. Höre deshalb auf zu trauern. Diese physischen Körper kommen und gehen. Verschwende deshalb deine Gedanken nicht an diese vergänglichen Dinge. Der Bewohner dieses Körpers ist die wahre Göttlichkeit.“

Der aus den fünf Elementen gebildete
Körper muss früher oder später vergehen,

aber der Bewohner des Körpers wird weder geboren noch stirbt er.

Er ist an nichts gebunden.

Wahrhaft gesprochen, ist dieser Bewohner Gott selbst

in Gestalt Atmans, des göttlichen Selbst.

Auf diese Weise predigte Jesus und erweckte in den Leuten in seiner Umgebung Vertrauen. Die Fischergemeinschaft verbrachte ihre Zeit glücklich in der Gemeinschaft Jesu. Zu der Zeit besuchte ein Matthäus, Steuereintreiber für die Römer, sie im Rahmen seiner offiziellen Arbeit; während seiner Besuche hörte er Jesus zu und schrieb seine Lehren nieder. Schließlich wurde er ein Jünger von Jesus.

Nach einer Weile wurde Jesus mit Hindernissen und Opposition seinen Lehren gegenüber konfrontiert. Niemand, der einen physischen Körper annimmt, kann diesen Härten des Lebens entkommen. Der Mensch kann ohne Schwierigkeiten nicht existieren. Auf die Geburt folgt der Tod und mit derselben Gewissheit folgt auf Glück Leid.

Man sollte in Freude wie Leid, in Gewinn wie Verlust, in Sieg wie Niederlage

Gleichmut bewahren.

Freude ist ein Abschnitt zwischen zwei Schmerzen.

Das menschliche Leben dient dem Zweck, die höchste Wirklichkeit zu erforschen; es ist nicht nur zum Essen, Trinken und zur Fortpflanzung gedacht. Jeder Mensch muss sich bemühen, sein eigenes inneres Wesen zu kennen und seine wahre Identität zu verstehen. Jesus predigte diese heilige Wahrheit und wurde deshalb unter seinen Zeitgenossen sehr beliebt. Wenn man in der Welt beliebt wird, bringt das automatisch Eifersucht und Neid mit sich. Eifersucht, Eitelkeit und Egoismus sind üble Charakterzüge, die einen letztlich ruinieren werden. Niemand wird Menschen mit solchen Charakterzügen verzeihen.

Ihr solltet andere nicht abkanzeln oder verspotten. Die Menschlichkeit wird im Menschen nur dann erblühen, wenn er Gleichmut entwickelt. Der Mensch ist heutzutage unsäglichem Leid ausgesetzt, weil es ihm an menschlichen Werten mangelt. Das Element, welches die innere Fähigkeit des Brennens in sich trägt, wird Feuer genannt. In derselben Weise ist nur jemand mit menschlichen Werten ein Mensch. Jemand ohne menschliche Werte ist überhaupt kein Mensch! Auch wenn ihr hoch gebildet seid und eine herausragende Stellung einnehmt, wenn es euch an menschlichen Werten fehlt, geltet ihr als unmenschlich. Vertreibt deshalb als Erstes eure schlechten Eigenschaften.

Die „Messengers of Sathya Sai“ (die Vereinigung ehemaliger Studentinnen des Anantapur Colleges) feiern heute ihren Jahrestag. Sie sollten schlechten Neigungen wie Eifersucht und Neid (asuya), Zorn (krodha) und Hass (dvesha) keinen Raum geben. Ihre Mitglieder, die im Ausland leben, führen ein vorbildliches Leben. Ihr habt heute die Reden unserer ehemaligen Studentinnen, die in Japan und Amerika lebten, gehört. Ihre Gedanken und Empfindungen sind erhaben und ihre Sprache voller Süße. Das Mädchen aus Japan, das zuvor sprach, ist eine Doktorin der Philosophie. Obwohl beide hoch qualifiziert sind, verhalten sie sich demütig und gehorsam. Ihre Hingabe und Ergebung ist beispielhaft. Was bringen hohe akademische Qualifikationen und Doktortitel, wenn man schlechte Eigenschaften wie Eifersucht nicht aufgibt und Klatschgeschichten über andere verbreitet? Ich verabscheue wahrhaftig so ein Verhalten. Ihr habt mit Liebe, Enthusiasmus und heiligen Empfindungen eine Organisation im Namen Sathya Sais gegründet, um der Menschheit zu dienen. Zweifelsohne wird eine Menge gute Arbeit verrichtet; aber achtet darauf, dass die edlen Empfindungen nicht zu schlechten Gefühlen entarten. Ich messe der Arbeit nicht viel Bedeutung bei. Was mir wichtig ist, sind eure Qualitäten. Wo immer ihr euch befindet, ob im Wald oder Himmel, in Städten oder Dörfern, ihr müsst edle Eigenschaften entwickeln. Eifersucht ist eine sehr schlimme Eigenschaft. Eifersüchtige Menschen werden kein sanftes Leben haben. Tatsächlich gleicht Eifersucht einem lebendigen Tod. Wenn ihr darüber hinaus noch die andere üble Eigenschaft habt, Klatschgeschichten zu verbreiten, werdet ihr zwangsläufig Leid auf euch ziehen. Warum kritisiert ihr andere? Kritisiert stattdessen eure eigenen schlechten Eigenschaften. Beseitigt eure eigenen schlechten Empfindungen und schlechten Gedanken. Ihr solltet anderen keine schlechten Eigenschaften zuschreiben und keine Verleumdungen verbreiten. Trotz meines wiederholten Rates findet in vielen Menschen keine Transformation statt. Mich widert ihr Verhalten in den letzten fünf bis sechs Jahren an. Was bringt es, Organisationen zu gründen? Ihr habt die Sathya Sai Seva Samitis und die Bhajan Mandalis. Ihr leistet gesellschaftliche Hilfsdienste und führt Studienkreise durch. Aber das ist zwecklos, wenn dieser Dienst nicht durch Liebe im Herzen getragen wird. Liebe ist Gott, lebt in Liebe. Stattdessen entwickeln die Menschen Hass aufeinander. Solche Menschen verdienen beispielhafte Bestrafung, denn auch andere werden aufgrund solch böser Menschen verdorben. Ich bin bereit euch alles, sogar mein Leben zu geben, vorausgesetzt, ihr befreit euch von euren schlechten Eigenschaften. Wenn ihr Sathya Sais Namen verwendet, wie erhaben sollte die Organisation dann funktionieren! Wie viel Respekt ihr von der Gesellschaft erhalten solltet! Wer immer eine Organisation im Namen Sathya Sais etabliert, muss am Prinzip der Wahrheit festhalten. Wenn ihr unter der Fahne von Sathya Sai tätig seid, aber vom Weg der Wahrheit abweicht, welchem Zweck dient das? Nur wenn ihr Liebe entwickelt und dem Weg der Wahrheit und Moral folgt, wird die Organisation sich entfalten und erblühen. Entwickelt deshalb wenigstens von heute an die Eigenschaften der Wahrheit, Liebe und Moral. Das ist eure erste und wichtigste Aufgabe. Im Namen der göttlichen Organisation dämonische Aktivitäten durchzuführen, ist nicht angemessen.

Gott wird durch viele Namen angebetet, wie „satya dharma parayanaya namaha“, „satya svarûpaya namaha“, „prema svarûpaya namaha“ etc. (Ich verneige mich vor der Verkörperung der Wahrheit, des Dharma, der Liebe usw.). Diese Namen sind sehr bedeutungsvoll. Gott ist die Verkörperung der Liebe. In Wahrheit sind die Menschen selbst die Verkörperungen göttlicher Liebe. Liebe ist ihre Haupteigenschaft. Wenn ihr keine Liebe entfaltet, ist das Leben bedeutungslos. Klatschgeschichten über jemanden zu verbreiten und andere zu verleumden, sind verabscheuungswürdige Eigenschaften. In der Vergangenheit waren die Frauen frei von schlechten Charakterzügen. Aber jetzt sind nicht einmal die Frauen von diesen Krankheiten ausgenommen. Welch eine Schande! Meiner Meinung nach ist diese Verzerrung ein Ergebnis der modernen Erziehung und Bildung.

Trotz seiner Bildung und Intelligenz

wird ein törichter Mensch sein wahres
Selbst nicht erkennen

und ein niedrig gesinnter Mensch wird
seine schlechten Eigenschaften nicht aufgeben.

Die moderne Erziehung und Bildung führt nur zu Argumentation,

nicht aber zur vollkommenen Weisheit.

Was bringt es, weltliche Bildung zu erlangen,

wenn sie euch nicht zur Unsterblichkeit führen kann?

Erwerbt euch das Wissen, das euch unsterblich machen wird.

Eine Bildung, die mit schlechten Eigenschaften verbunden ist, ist nutzlos. Nicht Bildung ist wichtig, sondern gute Eigenschaften, ein guter Charakter und gutes Verhalten.

Wenn ihr euch mit Menschen voll schlechter Eigenschaften zusammentut, werdet auch ihr schlecht werden.

Gebt schlechte Gesellschaft auf,

schließt euch guter Gesellschaft an

und vollbringt Tag und Nacht verdienstvolle Taten.

Diese drei Prinzipien sind für den Menschen sehr wichtig.

Karna war einer der großen Krieger im Mahabharatakrieg. Tatsächlich übertraf er sogar Arjuna in diesem Bereich. Warum erwarb er sich dennoch einen schlechten Ruf? Aufgrund seiner Verbindung mit übel gesinnten Menschen wie Duryodhana und Duhshâsana. Letztlich starb er einen elenden Tod auf dem Schlachtfeld. Keine der großen Waffen, die er beherrschte, konnte ihn retten. Deshalb wird eure ganze Bildung wenig Nutzen bringen, wenn euer Geist nicht auf die rechte Bahn gelenkt wird.

Deshalb, Schüler und Studenten, Jungen und Mädchen!

Kultiviert edle Eigenschaften. Reichtum zu erwerben
ohne Tugenden zu besitzen ist nutzlos.

Übermäßiger Wohlstand lässt das Ego anwachsen,

was wiederum vielen schlechten Eigenschaften den Weg bahnt.

Wenn ihr den Wohlstand verliert, verschwindet auch das Ego

und zugleich damit die schlechten Eigenschaften.

Größe besteht nicht darin, Reichtum zu erwerben. Das Kultivieren edler Eigenschaften ist von höchster Bedeutung. Redet weniger. Denn je mehr ihr euch in lockerem Geschwätz ergeht, desto empfänglicher seid ihr für schlechte Eigenschaften. Es bringt nichts, euch einer Hilfsorganisation anzuschließen, wenn ihr keine Tugenden pflegt und euer Verhalten nicht in ein gutes Verhalten verwandelt. Manche Leute reden gefällig, aber in ihrem innersten Herzen sind sie lasterhaft. Diese Spaltung führt euch nirgendwo hin. Ihr müsst zuerst in eurem Herzen Weichheit und Süße entwickeln. Es heißt, hrid und daya ergeben das Wort hridaya (Sanskritwort für Herz). Euer Herz muss voller Mitgefühl (daya) sein. Nur wenn euer Herz mit Liebe und Mitgefühl erfüllt ist, verdient ihr es, Mensch genannt zu werden.

Jesus Christus entwickelte diese erhabenen Eigenschaften. Mit liebendem Herzen gewährte er vielen armen und Not leidenden Menschen Schutz. Tatsächlich suchten viele solche Menschen bei ihm Zuflucht. Unterdessen wurde er mit dem Zorn zahlreicher Feinde konfrontiert. Ihr solltet den Menschen helfen, auch wenn ihr dabei Schwierigkeiten erlebt. Äußert euch nie abfällig über andere, denn dasselbe göttliche Selbst durchdringt jedes Lebewesen. Wenn ihr andere beschimpft, ist es, als beschimpftet ihr euer eigenes Selbst. Wenn ihr andere nicht mögt, haltet euch fern von ihnen, aber kränkt sie niemals. Egal, wie viele gute Werke ihr auch tut, es ist nutzlos, wenn ihr nicht eure schlechten Eigenschaften aufgebt. Wenn ihr anderen nichts Gutes tun könnt, dann sprecht wenigstens gute Worte.

Ihr könnt nicht immer gefällig sein, aber ihr könnt immer gefällig sprechen.

Wenn ihr jemanden leiden seht, versucht, ihm zu helfen. Heute leidet er, aber morgen könntet ihr an der Reihe sein. Denkt immer daran: Niemand kann Schmerz und Leid entrinnen. Betet ständig für das Wohlergehen aller. Das universale Gebet: „Mögen die Wesen der ganzen Welt glücklich sein!“ ist in diesem Zusammenhang zu sehen.

Euer Herz sollte in hiranyagarbha transformiert werden. Nur wenn ihr gute Empfindungen kultiviert, könnt ihr ein guter Mensch werden. Ihr braucht kein großer Mensch zu sein, aber ihr solltet danach streben, ein guter Mensch zu werden. Ihr müsst die Liebe eines jeden erwerben. Eines der an Gott gerichteten Gebete lautet: „Ich verneige mich vor hiranyagarbha“. Gott wird von jedem geliebt. Er ist immer glücklich und selig. Er hasst niemanden. Was immer er tut, ist zu eurem Guten. Jeder muss anderen gegenüber diese göttliche Liebe kultivieren. Geht immer den Weg der Wahrheit und Moral. Eine Nation ohne Moral wird entarten und auseinander fallen. Es genügt nicht, Patriotismus zu haben; gleichzeitig solltet ihr auch Moral besitzen. Nur Vorträge über Moral zu halten, reicht nicht aus; Moral muss jede von euch durchgeführte Aktivität durchdringen.

Verkörperungen der Liebe!
Gott ist nicht einfach durch süße Worte zu bewegen. Ihr müsst diese wohlgefälligen Worte in Handlung umsetzen. Ihr mögt ein großer Held darin sein, Vorträge auf der Rednerbühne zu halten, aber wenn ihr Nullen beim Umsetzen in Handlung seid, ist es zwecklos. Ihr müsst Helden im praktischen Leben werden. Das bereitet mir Freude. Jesus Christus und Mohammed waren sehr erhaben und edel. Wie konnten sie diese Größe und Güte erlangen? Allein durch ihre guten Taten. Ihr müsst deshalb zusammen mit Größe auch Güte erwerben. Tatsächlich steht Güte höher als Größe.

In diesem Land Bhârat wurden verschiedene große Seelen geboren. Der heilige Tyâgarâja sang in einem seiner berühmten Lieder: „Es gibt viele große Seelen; ich verneige mich vor ihnen allen.“

Ein großer Heiliger wie Tyâgarâja zeigte eine solche Demut. Er war auch ein großer Dichter. In einem seiner Lieder beschreibt er Gottes Größe folgendermaßen:

Du bist jenseits aller Beschreibung und
jenseits des menschlichen Fassungsvermögens.

Ist es möglich, deinen Ruhm und deine Herrlichkeit zu bewerten?

Ich habe auf deine Gnade gewartet.

O Herr! Erhöre mein Gebet und erlöse mich.

Du bist es, der den verstorbenen Sohn deines Lehrers ins Leben zurückrief.

Du bist es, der die Schlange Kâliya unterjochte,

Vasudeva und Devakî befreite und Draupadî vor der Demütigung bewahrte.

Du erfülltest Kucelas Wünsche.

Du hast aus der hässlichen Kubja eine Schönheit gemacht.

Du beschütztest die Pândavas und hast die 16 000 Gopikâs errettet.

Du bist jenseits aller Beschreibung und jenseits des menschlichen Verstehens.

Krishna, nicht einmal der Schöpfergott Brahma kann deine Herrlichkeit in Worte fassen.

Ich habe um deine Gnade gebeten.

Wenn aus der Tiefe des eigenen Herzens erhabene Empfindungen hervorströmen, finden sie in großer hingebungsvoller Poesie ihren Ausdruck.

Verkörperungen der Liebe!
Heutzutage ist nirgendwo in der Welt Frieden zu finden. Nur Zerstückelung ist zu sehen! Tatsächlich zerbrechen die Menschen ihr Herz in Stücke. Wie kann man dann Frieden erlangen? Es gibt nur eine Lösung für dieses Problem: Liebt Gott! Vertraut auf Gott! Ergebt euch ihm. Widmet Gott euer ganzes Leben und führt jede eurer Aktivitäten als eine Gabe für ihn aus. Lasst all eure Aktivitäten eine Hilfe für andere sein.

Helft immer, verletzt nie

Ihr könnt nicht behaupten, euer Leben sei frei von Problemen. Wer weiß, was im nächsten Moment auf euch zukommt! Wenn ihr immer glücklich sein wollt, dann betet für das Wohlergehen anderer. Das ist wahre spirituelle Disziplin. Spiritualität bedeutet nicht einfach, Bhajans zu singen und einige Gottesdienste abzuhalten. Entwickelt edle Eigenschaften. Seid anderen gegenüber immer hilfsbereit und verdient euch einen guten Namen. Jesus erlangte so einen guten Namen, indem er seinen Körper am Kreuz opferte. Auch ihr müsst zu so einem großen Opfer bereit sein. Wenn ihr Opfergeist (tyâga) aufgebt und euch Sinnesfreuden (bhoga) hingebt, wird das in Krankheit (roga) enden. In Wahrheit ist Opfergeist (tyâga) die wahre Vereinigung mit Gott (yoga) und Vergnügen (bhoga) ist Krankheit (roga). Werdet nicht das Opfer von Krankheit. Entwickelt Opfergeist und erreicht die Vereinigung mit Gott.

Liebe Studenten/innen!
Wer immer die Eigenschaft der Liebe erlangt hat, wird niemals von anderen gehasst werden. Nicht einmal wilde Tiere werden euch Schaden zufügen, wenn ihr Liebe besitzt. Die großen Weisen der alten Zeiten verbrachten ihr Leben friedlich in dichter Wildnis inmitten von wilden Tieren. Die wilden Tiere kämpften untereinander, aber sie fügten diesen Weisen keinerlei Schaden zu. Was ist die Ursache davon? Die Weisen besaßen die eine Waffe der Liebe, die sie vor diesen wilden Tieren schützte. Tatsächlich liebten die wilden Tiere ebenfalls diese großen Weisen. Der Mensch muss diese große Waffe der Liebe erwerben. Liebe allein, und nicht die Atombombe oder Wasserstoffbombe, kann uns beschützen. Nehmt mich selbst als Beispiel. Ich besitze nur eine einzige Waffe, nämlich Liebe. Aufgrund dieser Liebe versammeln sich Millionen Menschen aus aller Welt um mich. Habe ich euch jemals eine Einladung gesandt? Nein. Allein meine reine makellose Liebe zieht euch hierher. In Wirklichkeit ist mein Herz selbst ein sehr machtvoller Magnet. Aufgrund der Macht der Liebe in diesem Magneten werden all diese Eisenspäne zu diesem Ort hingezogen. Um vom Magneten angezogen zu werden, sollte das Eisen frei von Rost und Staub sein. Manche Menschen denken: „Swami bezeichnet sich selbst als machtvollen Magneten, aber er ist nicht in der Lage, uns anzuziehen.“ Der Fehler liegt allein bei ihnen. Ihre Herzen sind verrostet. Nur wenn sie ihre Herzen reinigen, werden sie von dem Magneten von Swamis Liebe angezogen. Wie könnt ihr den im Herzen angesammelten Rost und Staub beseitigen? Nur, indem ihr euer Herz mit Liebe abrubbelt und poliert. Seien es Inder oder Ausländer, jeder muss sein Herz durch Liebe reinigen, und diese Liebe muss vollkommen selbstlos sein. Wenn ihr diese selbstlose Liebe kultiviert, könnt ihr die ganze Welt an euch ziehen. Selbstsucht ist Lieblosigkeit, und Liebe ist Selbstlosigkeit. Führt deshalb ein Leben voller Liebe.

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede. 

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.