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 Ansprache Sathya Sai Babas am 24.05.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 24.5.2002, anlässlich des „Sommerkurses in indischer Kultur und Spiritualität“ in Brindâvan, Whitefield


Es gibt keine schlimmere Krankheit als Gier;
der eigene Zorn ist des Menschen größter Feind;
kein Leid ist tiefer als die Armut;
Weisheit ist der höchste Frieden.

Verkörperungen der Liebe!
„Liebe“, „aham“ (Sanskritwort für Ich), „Atman“ (das Göttliche Selbst), „Ich“ sind alles Synonyme für dieselbe Wesenheit. Jeder benutzt für gewöhnlich das Wort „Ich“. Es bedeutet, dass man seine wahre Identität, Atman, das Göttliche Selbst zu sein, enthüllt.

Diese gesamte Schöpfung ist göttlich (sarvam kalvidam Brahma)

Was immer ihr hört, seht oder erfahrt ist alles Gott allein. Gott (Brahma) ist ein anderes Synonym für „Ich“. Einstein sagte einst: „In dieser Schöpfung gibt es keine Materie. Alles ist Energie, und Energie hat keine Form.“ Nach vielen Forschungen entdeckte er in diesem Zeitalter diese Wahrheit. Ein paar tausend Jahre zuvor kam der siebenjährige Prahlâda ohne irgendwelche Experimente zu derselben Schlussfolgerung. Er stellte fest: „Es ist unmöglich zu beschließen, Gott sei hier gegenwärtig und dort nicht. Er ist überall; darüber kann kein Zweifel bestehen. Wo immer ihr nach ihm sucht, dort findet ihr ihn.“

Wie konnte der kleine Junge so eine Erfahrung machen? Sein eigener Vater Hiranyakashipu versuchte, ihn durch den Biss giftiger Schlangen töten zu lassen. Alles was Prahlâda tat war, den Namen Gottes „Om namo nârâyanaya“ zu singen, und siehe da, die Schlangen verwandelten sich in Girlanden! Dann gab Hiranyakashipu den Befehl, Prahlâda zu zerstückeln. Verschiedene Schwerter wurden dazu benutzt, aber Prahlâda sang ständig „Om namo nârâyanaya“, und die Schwerter konnten dem Jungen nicht einmal einen Kratzer zufügen. Dann beschlossen sie, ihn Gift trinken zu lassen. Prahlâda wiederholte ständig „Om namo nârâyanaya“, ohne an irgendetwas anderes oder an einen anderen Namen zu denken. Als Folge davon verwandelte sich das Gift in Nektar. Als sie die Vergeblichkeit all dieser Versuche erkannten, schleuderten sie den Jungen von der Bergspitze hinunter ins Meer. Prahlâda sang weiterhin den göttlichen Namen „Om namo nârâyanaya“ und stürzte lächelnd in das Meer hinunter. Die Meeresgottheit selbst rettete den Jungen und brachte ihn ans Ufer.

Die innere Bedeutung dieser Geschehnisse liegt darin, dass Vertrauen und Glaube überaus wichtig sind. Sie sind die Grundlage. Egal wie oft man den Namen des Herrn singt, ohne diesen Glauben und dieses Vertrauen wird es wirkungslos sein. Es kommt dann einem Tonbandgerät gleich, das Gottes Namen herunterspult. Prahlâda war auf den Urklang des brahmatattva, das aus seinem Nabel hervorging, eingestimmt.

Der menschliche Körper ist ein mächtiger Dynamo. Alle Glieder und der ganze Körper bilden einen Generator. Der Körper liefert eine ständige Stromversorgung. Alles im Menschen ist göttliche Kraft. Prahlâda erfuhr diesen Strom und glaubte deshalb fest daran, dass Gott zu finden ist, wo immer man nach ihm sucht.

Die heutigen Wissenschaftler haben verschiedene Experimente durchgeführt, um Einsteins Behauptung bezüglich Materie und Energie nachzuprüfen. Sie kamen zu derselben Schlussfolgerung: Energie kann weder erschaffen noch zerstört werden. Auch Newton gab ähnliche Eindrücke wider. Er hatte sein ganzes Leben der Erforschung der Anziehungskraft der Erde gewidmet. Er erkannte, dass die Schwerkraft unzerstörbar ist. Sie hat keinen spezifischen Ursprung und kein spezifisches Ende (wörtl.: Bestimmung, Ziel).

Er (Gott) ist ewig, ohne Geburt oder Tod,
ohne Anfang oder Ende,
er stirbt nicht und wird nicht geboren,
er ist makellos
und verbleibt der ewige Zeuge.

Newton hat diese göttliche Kraft sehr detailliert erforscht. Er war ein großer Wissenschaftler, der die mit der Erde verbundene Schwerkraft verstand. Wie lernte er dies? Es geschah, indem er, wo immer er hinsah, Aspekte dieser Anziehungskraft entdeckte. Er nahm in allem die Magnetkraft wahr, und er zog ebenfalls den Schluss, dass diese Energie durch niemanden erschaffen oder zerstört, jedoch von einer Energieform in eine andere transformiert werden kann. Zum Beispiel kann die Magnetkraft in elektrische Energie (Strom), und elektrische Energie kann in Lichtenergie verwandelt werden. Obwohl die grundlegende Magnetkraft in jede Art Energie konvertiert werden kann, behält sie doch ihre ursprüngliche Identität bei. Ihre Intensität kann variieren und je nach Notwendigkeit ab- und zunehmen. Sie verändert sich ständig, ohne jemals ganz zu verschwinden. Solange die Erde existiert, bleibt die Magnetkraft bestehen. Sie zieht unsere Schritte, unser Sehen und Hören an.

Als der Mensch geboren wurde war er wunschlos, in einem reinen, ursprünglichen Zustand, er war stetig und friedvoll. Alle Kräfte des Menschen waren in ihrer höchsten Intensität gegenwärtig. In den Augen eines jeden Menschen sind 130 Millionen Lichtrezeptoren, die ihm das Sehen ermöglichen. Auf seiner Zunge befinden sich drei Millionen Geschmacksknospen. Darüber hinaus sind fünf Millionen Zellen in seinem Ohr, die ihm helfen zu hören. Der gesamte Körper des Menschen ist eine göttliche Erfahrung in sich selbst. Es heißt:

Die gesamte Schöpfung ist Gott allein.

Der ursprüngliche Mensch war so rein, dass, wenn er einen Gegenstand berührte, dieser an ihm haften blieb. Dies war das Ausmaß der göttlichen Kräfte, die von Kopf bis Fuß durch seinen Körper pulsierten. Als sich nach und nach seine Wünsche vervielfältigten, begannen diese göttlichen Kräfte in ihm zu schwinden. Ihr braucht nicht tief nachzudenken um dieses Konzept zu verstehen. Ihr könnt diese Idee jetzt gleich überprüfen. Lasst uns annehmen, ihr hättet dreißig zu erfüllende Wünsche. Löscht von den dreißig Wünschen drei ganz und gar aus, und ihr könnt nun leicht den Unterschied in der Energie wahrnehmen, die jetzt durch euren Körper fließt. Auch euer Erinnerungsvermögen nimmt zu. Die Weisen der alten Zeiten konnten sich mühelos weit zurückliegender Begebenheiten erinnern und Dinge rezitieren, die sie lange zuvor gelernt hatten. Der Grund liegt darin, dass ihre Wünsche minimal waren.

Der Weise Saraswat führte als erster das Rezitieren der Veden ein, indem er acht Buchstaben dazu beitrug: ka, cha, ta, tha, pa, ya, sa und ha. Die gesamten Veden hatten ihren Ursprung in diesen acht Buchstaben, denn sie wurden als Grundlage für das Formen von Silben und Wörtern genutzt. Seitdem entwickelte der Mensch seinen Wortschatz. Er erschuf als erstes acht Namen, die Gott als die Verkörperung von acht wesentlichen Erscheinungsformen preisen. Diese acht Begriffe beschreiben Gott als die Verkörperung des Klangs (sabdhabrahmamayi), des Beweglichen und Unbeweglichen (caracaramayi), des Lichtes (jyotirmayi), der Sprache (vangmayi), der ewigen Glückseligkeit (nityanandamayi), als den höchsten Herrn (paratparamayi), die Verkörperung der Illusion (mayamayi) und des Wohlstands (srimayi).

Die gesamten Veden entstanden, indem einfach die acht anfangs eingeführten Buchstaben verwendet wurden. Die Weisen verkündeten den Bürgern: „Wir haben die göttliche Form geschaut, die gleich einer herrlich strahlenden Sonne jenseits der Dunkelheit und Trägheit (tamas) leuchtet.“ Die Einwohner waren natürlich begierig zu wissen, wo sie die Göttlichkeit gesehen hatten, ob im Inneren oder im Außen. Als Antwort kam: „Sie (die Göttlichkeit) ist innen, außen und überall gegenwärtig. Sie kann geschaut werden, wo immer man nach ihr sucht.“

Demzufolge ist die Göttlichkeit alles durchdringend. Als Folge dieser Allgegenwart reisten die Weisen nicht umher. Sie blieben an einem Platz sitzen und verbrachten ihre Zeit in der Kontemplation Gottes. Es war ihre beständige Sorge, dass sie, wenn sie umherreisten, auf diesen allgegenwärtigen Gott treten würden! Sie wollten nicht, dass die Göttlichkeit mit ihren Füßen in Berührung käme. Mit solch heiligem Empfinden vollführten die Weisen der alten Zeiten ihre Aufgaben. Und diese Gefühle waren die Ursache dafür, dass die Leute der alten Zeiten höchst idealistische Persönlichkeiten entwickelten.

Wie weit sind wir heute davon entfernt! Mit beabsichtigtem Wagemut schreckt man heute nicht davor zurück, seine Füße auf das Idol selbst zu legen! Dies sind alles extrem pervertierte Handlungsweisen. Warum sind sie entstanden? Wie das Sprichwort sagt: „Wenn der eigene Untergang naht, verliert man sein Unterscheidungsvermögen.“ Weil in jenen Tagen die Umgebung fromm war, waren auch fromme Gefühle im Überfluss vorhanden.

Welche Formen nimmt die Kraft Gottes an? Die Weisen jener Tage gaben diesen Kräften bestimmte Namen, als erstes: „saikotikam maha“. Was bedeutet diese Aussage? Sie preist Gott in folgender Weise: „Wo immer ich hinschaue, dort sind deine Göttliche Form und dein heiliger Klang.“ Nach und nach, als die Kraft der Nachforschung sich verfeinerte, wurde Gott ein zweiter Name gegeben, und zwar „bhakshakti“, was „göttliche Kraft“ bedeutet. Niemand kann diese Kraft in ihrer absoluten Form berühren, aber ihr könnt einen Bruchteil dieser Kraft in euch selbst fühlen. Haltet einfach, während ihr geht, eure eigene Hand und ihr könnt die Kraft fühlen. Diese göttliche Kraft wurde in jenen Tagen von allen erfahren, freudevoll erlebt und miteinander geteilt.

Ist es heutzutage möglich, so eine Erfahrung zu machen und mit anderen zu teilen? Ja, mit Sicherheit! Werdet ihr jemals in der Lage sein, diese Kraft in euren Händen zu halten? Mit Gewissheit! Den nötigen Glauben zu entwickeln ist alles, was es braucht. Wo ist dieser Glaube zu finden? Wenn der Mensch kein Vertrauen in sich selbst hat, wie kann man dann erwarten, dass er ein so starkes Gottvertrauen entwickelt?

Wo Liebe ist, ist Frieden.
Wo Frieden ist, ist Wahrheit.
Wo Wahrheit ist, ist Glückseligkeit.
Wo Glückseligkeit ist, dort ist Gott.

Dieses Liebesempfinden muss gepflegt werden. Wo wollt ihr ohne Liebe je Wahrheit erfahren? Ohne Wahrheit ist Frieden niemals zu erlangen, und ohne Frieden ist Glückseligkeit weit entfernt. Glückseligkeit gleicht einer Welle, die durch die gesamte Schöpfung pulsiert. Sie durchtränkte die Einsiedler, die sich tief in der Wildnis in der Besinnung auf Gott vergaßen. Wenn diese Glückseligkeit mit ihnen in Berührung kam, gingen die Weisen in ekstatische Zustände.

Die Weisen und Einsiedler wanderten und lebten ganz allein in dichten, wilden Wäldern. Was gab ihnen den Mut dazu? Welche Waffen besaßen sie? Von Gewehren und Bomben war offensichtlich keine Rede! Tatsächlich hatten sie nichts davon, aber sie besaßen viel Vertrauen in Gott. Dieses Vertrauen glich einer großen Bombe in ihren Händen. Ihr Glaube und ihr Vertrauen ermöglichten es ihnen, viele Dinge zu vollbringen.

Indien ist die Zeitalter hindurch felsenfest geblieben aufgrund des Glaubens, das unser Volk in Gott besaß. Ihr werdet in Indien nichts finden, was vergänglich und nicht stetig ist. Ihr werdet nur Dinge finden, die andauern und mit Wahrheit und Frieden verbunden sind. Ein bemerkenswerter Wesenszug jener Zeiten in Indien war das extrem junge Alter, in dem die Menschen sich in die Wälder zurückzogen. Kinder unter neun Jahren übten aktiv Askese aus. Wie alt war Dhruva? Nur sechs Jahre alt. Getrieben von der Erniedrigung, die seine Stiefmutter ihm zugefügt hatte, holte er sich den Segen seiner Mutter mit den Worten: „Mutter! Ich werde erst zurückkehren, wenn ich die Gnade und den Segen des Herrn erlangt habe.“ Er wählte einen völlig verlassenen isolierten Platz aus, der ganz friedlich und still war. Die Wildnis war hier so dicht, dass man nicht einmal einen Schritt auf freiem Grund gehen konnte, und umherzuwandern war unmöglich. An so einem Platz stand der kleine Dhruva auf einem Bein und übte, „Nârâyana! Nârâyana!“ wiederholend, entschlossen Askese aus.

Gott erschien und fragte ihn: „Kind! Was wünscht du dir?“ Nicht einmal Erwachsene und die Gebildeten von heute können sich mit der Intelligenz des kleinen Kindes Dhruva messen! Dhruva erwiderte: „Ich bin ein kleiner Junge an einem völlig isolierten Platz, und dennoch hast du mich gefunden. Nur du konntest um meine Anwesenheit hier wissen. Du, der weiß, wo ich bin, wirst sicherlich auch wissen, was ich will.“ Der Herr erwiderte: „Sohn, du musst ein edler Mensch werden, indem du deine Gedanken, Worte und Taten in Übereinstimmung bringst. Du hast geistig den Beschluss gefasst, Askese zu tun und Gottes Gnade zu erringen. Entsprechend gabst du deinem Körper die Anweisung, kamst hierher und führtest harte Askese durch. Demzufolge stimmen deine Gedanken und dein Handeln überein, aber deine Worte müssen noch geprüft werden und sind noch nicht ausgesprochen worden. Aus diesem Grund frage ich dich, was du brauchst.“ Dhruva erwiderte: „Als ich mich aufmachte, wollte ich nur ein billiges Stück Glas. Aber stattdessen habe ich jetzt einen unschätzbaren Diamanten erhalten. Warum sollte ich jetzt noch das Stück Glas wollen, wo ich doch diesen Diamanten erlangt habe? Ich kam und verübte Askese mit dem Wunsch, ein Prinz zu werden und auf dem Schoß meines Vaters zu sitzen. Jetzt hege ich solche Wünsche nicht mehr. Ich will nur Dich.“ Der Herr antwortete. „Sohn, ich bin bereit dir alles zu geben. Aber ich muss dich erst heiligen (reinigen). Du hattest einen Gedanken und hast entsprechend gehandelt. Aber deine Worte sind nicht in Harmonie mit deinem Denken und Handeln. Erst wenn alle drei im Einklang sind, wird dein Wunsch erfüllt werden. Deshalb solltest du dich jetzt aufmachen, um diese Harmonie zu erreichen. Dann werde ich den Wunsch erfüllen, den du jetzt gestellt hast.“ Der Anweisung des Herrn Gehorsam leistend kehrte Dhruva nach Hause zurück.

Welch hohes Maß an Intelligenz die Kinder jener Tage hatten! Welche Heiligkeit im Denken! Welch erhabenen Weg sie einzuschlagen wählten! Prahlâda war ein großer Gottergebener. Er besaß beständiges Vertrauen in Gott Nârâyana. Er verließ sich nicht auf seinen eigenen Vater oder seine eigene Mutter, denn er wusste, dass Mutter und Vater nur durch Verlangen mit ihm verwandt waren. Er pflegte zu sagen: „Gott Nârâyana ist ohne jegliche Bindungen mit mir verbunden. Er tritt nicht mit irgendwelchen Wünschen im Kopf mit mir in Beziehung. Sein einziges Ziel besteht darin, meine Befreiung zu verursachen (herbeizuführen). Deshalb wünsche ich nur Ihn, der keine Wünsche in sich trägt. Ich werde meine Wünsche nur Ihm gegenüber äußern, der selber keine Wünsche hat.“

Jedem wird (?) deshalb angeraten, seine Wünsche nach und nach zu beschneiden. Wenn sich die Wünsche vervielfachen, vermehrt sich Anhaftung, was zu mehr und mehr Gebundenheit führt. Gebundenheit lässt den Menschen auf vielfache Weise leiden. Wodurch entsteht Bindung? Eure eigenen Wünsche erschaffen eure Bindung. Euer Leiden ist eure Bindung. Verringert eure Wünsche, und ihr werdet friedvoll sein und keinen Gefahren begegnen. Seine Wünsche zu reduzieren bringt dem Menschen Frieden. Es heißt zu Recht: „Weniger Gepäck schafft mehr Bequemlichkeit.“

Die Wünsche nehmen heutzutage in alarmierender Geschwindigkeit zu. Sogar wenn er kurz vorm Sterben steht, äußert der Mensch noch den einen oder anderen Wunsch! Was sollen diese Wünsche? Welchen Gewinn bringen sie euch? Keinen! Wenn ihr hingegen keine Wünsche hättet, könntet ihr so friedvoll sein. Ob ihr es glaubt oder nicht, ich trage keine Wünsche in mir. Deshalb habe ich auch keine Sorgen. Folgt mir nach! Wenn auch ihr keine Wünsche habt, wird euer Herz glückselig sein. Wünsche sperren euch nur ein; sie schenken euch nicht, wie ihr glaubt, die Freiheit.

Wenn eure Wünsche erfüllt werden,
lobt ihr mich in den höchsten Himmel;
wenn eure Wünsche nicht erfüllt werden,
übt ihr scharfe Kritik an mir.
Ihr begeht sündvolle Handlungen und
betet dennoch um gute Früchte,
ihr schreit nach mir, euch aus
der Misere zu ziehen und zu retten.
Ihr beschuldigt mich für Unglück,
das ihr selber herbeigeführt habt!

Ihr begeht etliche Sünden, aber bittet stattdessen um Früchte (Ergebnisse), die aus verdienstvollen Taten entstehen! Das ist nicht angemessen. Als erstes solltet ihr nicht sündigen. Verübt stattdessen ständig tugendhafte Handlungen. Soweit wie möglich sollten wir anderen helfen. Gott selbst hilft ständig anderen. Könnt ihr anderen nicht wenigstens einen Bruchteil dieses guten Werkes tun?

Folgt dem Meister,
trotzt dem Teufel,
kämpft bis zum Schluss,
beendet das Spiel.

Macht es euch zur Regel, dem Meister zu folgen. Dann werdet ihr im Überfluss seine Gnade erhalten. Ihr habt (Gott) etliche Jahre lang mit Hingabe verehrt. Ihr nehmt rituelle Bäder und singt beständig Bhajans. Aber ist wenigstens ein Körnchen Schmutz aus eurem Geist verschwunden? Im Gegenteil, der Schmutz nimmt täglich zu. Seid ihr in der Lage, wenigstens einen Augenblick Glückseligkeit aus ganzem Herzen zu erfahren? Ganz bestimmt nicht! Wenn doch, warum habt ihr dann so viele Wünsche? Was bringt es euch, nach Nachkommenschaft zu verlangen? Bis zu einem gewissen Ausmaß ist auch dieser Wunsch wesentlich. Es ist eine von euch zu erfüllende Pflicht. Ihr könnt das sicherlich tun. Aber wenn die Pflicht erledigt ist, wird Gott sich um das Übrige kümmern. Ihr braucht euch diesbezüglich nicht zu sorgen. Ihr gebt euch heute der Fürsorge um ihr (wessen? der Wünsche?) Wohlergehen hin. Was ist das Ergebnis davon? Ist es nicht viel besser, Gott die Verantwortung zu übergeben und Ihn damit umgehen zu lassen? Dann werdet ihr, ebenso wie sie (wer? die Wünsche?), glücklich sein.

Wir sollten deshalb nicht auf unseren Wünschen beharren, sondern sie nach und nach reduzieren. Je weniger Wünsche desto größer das Glück. Versucht als erstes, das Wesen Gottes zu verstehen.

Zu Anfang, als die Erde geformt (geschaffen) wurde, herrschte überall nur tiefe Dunkelheit. Nichts war zu sehen. In dieser Zeit betete ein jeder. Als Ergebnis davon regnete es heftig für Abermillionen von Jahren. Als Auswirkung dieser Sintflut bildeten sich die Meere. Nach den Regenfällen lösten sich die Wolken auf, die Sterne erschienen einer nach dem anderen, und auch die Sonne schien und ergoss ihre Strahlen über die Erde. Das Licht ermöglichte es dem Menschen, sein tägliches Leben zu führen, Getreide anzubauen und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Als es völlig dunkel war, hatte der Mensch keine Wünsche. Mit dem allmählichen Erscheinen des Lichtes kamen auch die Wünsche auf, weil der Mensch jetzt die Schöpfung sehen konnte. Heute beginnt des Menschen Tag mit Wünschen! Aber nachts wird er nicht von Wünschen bestürmt. Es scheint demzufolge, dass Dunkelheit Wünschen keinen Raum gibt, und wenigstens deswegen sollte man Dunkelheit willkommen heißen!

Zur Zeit von Râmas Geburt schien 15 Tage lang die Sonne nicht. Überall herrschte Dunkelheit. Als Folge davon war der Mond aufgewühlt und klagte: „Oh je, ich bin nicht in der Lage, einen Blick auf Rama zu erhaschen!“ Nach dem Ablauf von 15 Tagen war die Sonne selbst neugierig, Rama zu sehen, und begann langsam aufzugehen. Als Folge davon begann auch der Mond seine Mondphasen. Sonne wie Mond fingen an, die ihnen zugeteilten Aufgaben auszuführen. so dass Tag und Nacht auf der Erde erschienen. Wenn ihr das Mysterium der Natur erforscht werdet ihr entdecken, dass der Mensch nirgendwo eine Rolle darin spielt.

Der Mensch erfindet heute Medikamente um das Bevölkerungswachstum zu kontrollieren. Das ist nicht durch Pillen erreichbar. Wenn sich die Wünsche verringern, wendet sich der Geist automatisch Gott zu. Als Erstes braucht es Sinneskontrolle.

Morgen werden wir noch ausführlicher Prahlâdas Geschichte betrachten.

Heute sind Menschen aus etlichen Ländern zusammengekommen, um die Botschaft von Gott Buddha in der Welt zu verbreiten. Ihr alle müsst auf das Wesen Buddhas lauschen und es nutzen, um euren Geist zu beherrschen. Heutzutage wird über alles Herrschaft ausgeübt, nicht aber über den Geist (Gedanken und Gefühle) und die Wünsche. Als Erstes müssen die Wünsche unter Kontrolle gebracht werden. Das wird euch sehr viel Frieden bringen. Ihr werdet überrascht sein, so viel Frieden in euch selbst zu entdecken! Frieden ist dem Menschen wesensgemäß und wird von selbst aufkommen, wenn die Wünsche begrenzt werden. Frieden ist überall. Wahrheit und Liebe sind überall. Ihr seid wahrhaft die Verkörperung der Liebe. Ihr verkörpert Frieden und Wahrheit. Ihr verkörpert Gott. Erkennt als Erstes diese Wahrheit. Wahrheit befindet sich nicht an einem weit entfernten Ort. Wahrheit ist hier zu finden! Wo Wahrheit ist, dort ist Gott. Wir singen dreimal shânti (Frieden). Im Außen werdet ihr nur Stückwerk (Swami spielt mit den englischen Worten peace/pieces) finden. Friede ist Gottes Besitz, und ist nur bei Ihm erhältlich.

Entwickelt das Empfinden, dass Gott in eurem Herzen ist. Glaubt an die Wahrheit, dass Gott immer in eurem Herzen wohnt. Wenn ihr an diese Wahrheit glaubt, wird Frieden sicherlich aufkommen.

Gott erschuf alles aus der Wahrheit,
und alles wird eines Tages wieder in diese Wahrheit eingehen.
Es gibt keinen Ort, der nicht von Wahrheit durchdrungen wäre.
Dies ist die höchste und reinste Wahrheit. Erkennt sie!

Wir brauchen uns nicht nach außen aufmachen, um nach Gott zu suchen. Wo immer Wahrheit ist, dort erscheint Gott. Wo Gott Nârâyana erscheint, erscheint auch seine Gemahlin Lakshmî, die Göttin der Fülle und des Wohlstands. Wenn ihr also Reichtum wollt, müsst ihr den ersten Schritt machen! Wenn es euch gelingt, Gott Nârâyana in eurem Herzen zu verankern, wird auch die Göttin Lakshmî ihrem Herrn in euer Herz folgen.

Führt mit erhabenen Gedanken, guten Taten und ständiger Besinnung auf Gott gute Handlungen durch. Helft anderen. Seid niemals eifersüchtig. Eifersucht führt in den völligen Ruin und macht den Menschen ganz und gar nutzlos. Leider gedeiht Eifersucht heutzutage. Manche Leute weinen sogar, wenn sie andere sehen, denen es besser geht. Sie können es nicht ertragen, wenn der andere glücklich ist. Das ist ein sehr übler Charakterzug. Ihr müsst euch über das Glück anderer freuen. Dann werdet auch ihr erfolgreich sein und Glückseligkeit erlangen. Das ist das Geheimnis der Göttlichkeit.

Da ist viel Gnade, die Gott euch geben kann. Aber sie liegt in der Tiefe! Es braucht etwas Anstrengung, um sie zu erlangen. Wenn ihr aus einem Brunnen Wasser holen wollt, müsst ihr ein Seil an einen Eimer binden, in den Brunnen hinablassen und das Wasser hochziehen. Aber ihr bindet weder das Seil am Eimer fest noch lasst ihr den Eimer in den Brunnen hinab. Deshalb kommt ihr an das Wasser nicht heran. Das Seil, das ihr verwenden solltet, ist Hingabe. Dieses Seil muss an das Gefäß eures Herzens gebunden werden und in den Brunnen von Gottes Gnade hinuntergelassen werden. Das Wasser, das ihr beim Herausziehen aus dem Brunnen erhaltet, ist das Wasser reiner Glückseligkeit: Der Brunnen, (in dem ihr nach Wasser suchen solltet), ist nicht der des Zorns (agraha) oder der der Eifersucht (asuya), sondern es ist der Brunnen von Gottes Gnade (anugraha).

Entfernt die schlechten Eigenschaften aus euch. Warum gebt ihr in dieser heiligen Umgebung schlechten Gewohnheiten Raum? Wenn ihr schlechte Gewohnheiten entwickelt, führt ihr euch selbst in ein schlechtes Schicksal.

Verkörperungen der Liebe!
Lebt mit jedem in Liebe. Wenn ihr diese Liebe erworben habt, wird euch auch alles andere gegeben werden.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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