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 Ansprache Sathya Sai Babas am 22.07.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 22.07.2002, internationale Seva-Konferenz


Verkörperungen der Liebe!
Wer erkennt, dass derselbe Atman (göttliches Selbst) in ihm wie in allen anderen Lebewesen wohnt, wird immer die Nähe zur Göttlichkeit erfahren und genießen. Ob jemand der Welt entsagt hat oder ein Familienleben führt, ob er zölibatär lebt oder der Welt verhaftet ist – wer das atmische Prinzip verwirklicht, führt sein Leben in der festen Überzeugung, dass die Nähe zu Gott (daiva sannidhi) sein größter Schatz (pennidhi) ist. Worin besteht die vorrangige Pflicht des Menschen? Der Mensch sollte sich bemühen, die folgende Lehre der Gita zu verstehen:

Seine Hände, Füße, Augen, Köpfe,
Münder und Ohren sind überall.
Er durchdringt das gesamte Universum
.

Ihr solltet die Wahrheit erkennen, dass das in allen Wesen gegenwärtige Prinzip des Atman ein und dasselbe ist. Weil der Mensch unfähig ist, sein wahres Wesen zu erfassen, begegnet er im Leben allen Arten von Problemen. Er lässt sich täuschen durch den Glauben, er sei der Körper. Als Folge davon vergisst er sein wahres Selbst und verschwendet seine Zeit und Energie.

Der Mensch räumt heute seinem individuellen Fortschritt die höchste Priorität ein, wendet erst dann seine Aufmerksamkeit der Gesellschaft zu und schlägt zuallerletzt den spirituellen Weg ein. Dies ist ein schwerer Fehler, der dazu führt, dass er nicht in der Lage ist, die Wahrheit zu verwirklichen und dadurch Schwierigkeiten ausgesetzt ist. Was ist die Botschaft von SAI? S steht für Spiritualität, A für Gemeinschaft (Association) und I für den Einzelnen (Individual). Das bedeutet, ihr müsst der Spiritualität den ersten Platz einräumen, den nächsten der Gesellschaft und dann erst kommt das individuelle Interesse. Aber der Mensch verdreht heutzutage die Rangordnung: Er stellt sein Eigeninteresse über seine gesellschaftlichen Verantwortlichkeiten und räumt der Spiritualität den letzten Rang ein. Als Folge davon entfernt er sich von Gott und verschwendet so seine Zeit. Zeit ist kostbar. Tatsächlich ist Zeit Gott.

Der Mensch sollte als Erstes den spirituellen Weg einschlagen, und dann der Gesellschaft, im Verständnis des Einheitsprinzips, dienen. Nur dann wird Fortschritt auf der Ebene des Einzelnen stattfinden. Wenn ihr euch andererseits zuerst auf die individuelle Ebene konzentriert, werdet ihr niemals in der Lage sein, den spirituellen Aspekt zu erfassen. Persönlichkeiten wie Hiranyâksha, Hiranyakashipu und Kamsa zentrierten sich nur auf ihr individuelles Interesse und ignorierten den spirituellen Aspekt völlig. Körperlich und intellektuell waren sie Giganten. Hiranyakashipu war ein großer Wissenschaftler, aber welcher Nutzen liegt im wissenschaftlichen Wissen, das euch nicht andauernde Glückseligkeit bringen kann? Hiranyâksha und Hiranyakashipu füllten ihre Herzen mit negativen Empfindungen. Sie hatten weltliche Wünsche. Das Wesen weltlicher Wünsche ist vergänglich und negativ. Die modernen Wissenschaftler sind auf dem Mond gelandet, aber Hiranyâksha und Hiranyakashipu konnten sogar die Sonne erreichen. Trotz ihrer gigantischen Kräfte und wissenschaftlichen Kenntnisse erfuhren sie aufgrund ihrer materialistischen Einstellung ihren Untergang und konnten die Göttlichkeit nicht erfahren. In ähnlicher Weise missbraucht der Mensch seine Kräfte und sein Wissen. Er richtet seine Aufmerksamkeit nicht auf sein wahres Ziel. Der Mensch ist mit ungeheurer Kraft versehen. Deshalb ermahnen die Upanishaden den Menschen:

„Erhebe dich, erwache! Lasse nicht ab,
ehe du nicht vollkommenes Verstehen erreicht hast!“

„Du Einfaltspinsel! Wache aus diesem Schlaf der Unwissenheit auf!
Richte deine Sicht auf das Strahlen der höchsten Weisheit!
Befreie dich von Dumpfheit und Trägheit (tamas)!
Gib weltliche Wünsche auf und erkenne das weltliche Wesen der Welt.“

Obwohl Hiranyâksha und Hiranyakashipu alle Kräfte zur Verfügung standen, konnten sie doch keine Nähe zu Gott erlangen. Sie erforschten die Mysterien der Schöpfung und konnten sogar die Stellung der Planeten verändern, aber sie konnten nicht einmal einen kleinen Ausschnitt des göttlichen Prinzips erfassen. Aber Hiranyakashipus Sohn, der junge Prahlâda, verwirklichte das göttliche Prinzip.

Hiranyakashipu fragte einst Prahlâda, was er von seinen Lehrern gelernt habe. Prahlâda gab zur Antwort: „Die Lehrer brachten mir viele Dinge bei. Ich habe von den vier Zielen des menschlichen Lebens: Handeln gemäß der von Gott gesetzten Ordnung (Dharma), Wohlstand (artha), Wunscherfüllung (kâma) und Befreiung (moksha) erfahren.“ Hiranyakashipu war begeistert, als er das hörte, und sagte: „Oh Sohn, mache mir die Freude, mich hören zu lassen, was du von deinen Lehrern gelernt hast.“ Prahlâda antwortete: „Ich habe die Wahrheit erkannt, dass Gott allgegenwärtig ist. Wo immer ich hinschaue, finde ich ihn.“ Diese Worte erzürnten Hiranyakashipu, er stieß Prahlâda von seinem Schoß und brüllte: „Du hast behauptet, die Lehrer hätten dir viele Dinge beigebracht, und das ist es, was du gelernt hast? Es wären viele Dinge in Bezug auf Wohlstand und Wunscherfüllung zu lernen, die für uns sehr wichtig sind. Aber du hast diese ignoriert und sprichst von Gott!“

Prahlâda erwiderte sehr gelassen: „Wo ist Gott? Vater, glaube niemals, dass Gott an einem (bestimmten) Ort sei, aber nicht an einem anderen. In Wirklichkeit ist er dort anwesend, wo immer du nach ihm suchst.“

Hiranyakashipus Ego war getroffen. „ Wie kann dieser junge Bursche es wagen, mich belehren zu wollen?“ Und er forderte Prahlâda heraus: „Wenn Gott allgegenwärtig ist, kannst du ihn mir dann in dieser Säule zeigen?“ Sofort kam die Antwort: „ Ja, ich kann es.“ Derartig war Prahlâdas Glaube! Hiranyakashipu schlug umgehend die Säule mit seiner Streitaxt, und siehe da! Gott erschien aus der Säule! Worin liegt die innere Bedeutung dieses Vorfalls? Der Mensch kann nur dann Gott schauen, wenn er die Fesseln der Verhaftung an den Körper zerbricht. Trotz all seines Wissens ertrinkt der Mensch heutzutage in Unwissenheit.

Wenn ihr unerschütterlichen Glauben und beständige Hingabe, verbunden mit einem stetigen reinen Herzen habt, könnt ihr Gott dazu bringen, vor euch zu erscheinen. Hier ist ein Beispiel dazu: Ihr schlagt die Milch, erhaltet die Butter daraus und erhitzt sie, um Ghee (geklärte Butter) zu erhalten. Wenn die Butter Wasser enthält, wird sie beim Erhitzen einen üblen Geruch ausströmen. Während des weiteren Erhitzens wird der Geruch allmählich nachlassen. Solange in der Butter Wasser ist, könnt ihr den schlechten Geruch nicht vermeiden. Das Wasser muss vollständig verdampfen. Butter repräsentiert das individuelle Wesen und die schlechten Neigungen in euch sind dem faulen Geruch vergleichbar. Wenn ihr euch bemüht, die Butter vollständig zu schmelzen, wird der schlechte Geruch allmählich nachlassen. Wenn der Mensch spirituelle Übungen durchführt, strömt während dieses Vorgangs der Gestank übler Eigenschaften aus ihm hervor. Er sollte mit dieser spirituellen Übung fortfahren und diese schlechten Neigungen überwinden. Je mehr spirituelle Disziplin (sâdhana) er durchführt, desto mehr werden alle schlechten Neigungen in ihm gleich dem Wasser verdampfen, und schließlich wird sein sâdhana das gewünschte Ergebnis bringen, so wie reines Ghee durch das Erhitzen der Butter gewonnen wird.

Jeder Mensch ist mit einem Körper, Geist (mind), Intellekt (buddhi, auch höheres Unterscheidungsvermögen) und Gemüt (citta; auch: inneres Bewusstsein, ein feiner Aspekt der Psyche) versehen. Prahlâda antwortete auf Hiranyakashipus entsprechende Frage: „Vater, ich bin weder der Körper noch der Geist noch der Intellekt noch das Gemüt. Ich bin die Verkörperung Atmans, des Göttlichen Selbst.“ Wenn man frei vom Ego wird, keine Bindung an den Körper entwickelt und sich von den Launen des Geistes nicht täuschen lässt, wird man wie reine Butter bleiben. Wenn die Butter nicht frei von dem Wasser weltlicher Wünsche ist, wird sie ranzig riechen. Solange man weltliche Wünsche im Geiste trägt, kann man dem faulen Geruch nicht entrinnen. Dieses Schicksal traf Hiranyâksha und Hiranyakashipu.

Auch heute noch gibt es viele, die Bhajans singen und Vorträge über spirituelle Themen halten, aber nicht in der Lage sind, sich von dem stinkenden Geruch weltlicher Wünsche zu befreien. Ehe sie die weltlichen Wünsche nicht aufgeben, können diese Menschen den Zustand der Reinheit nicht erlangen. Sie sind an das materialistische Leben gewöhnt. Sie singen Bhajans, meditieren, usw. in der Absicht, ihre weltlichen Hoffnungen zu erfüllen. Sie sind der mit Wasser vermischten Butter vergleichbar. Man sollte auf dem spirituellen Weg keinen Raum für den Ekel erregenden Geruch weltlicher Wünsche geben. Manche Leute bezeichnen sich als Devotees, werden aber aufgrund ihrer Wünsche schlecht. Können solche Leute Devotees genannt werden? Nein, nein. Wären sie wirklich Devotees, wie könnten sie dann schlechten Geruch ausströmen? Ihr Körper, Geist, Intellekt und auch ihre Handlungen sind mit Unreinheit befleckt.

Devotees!
Ihr solltet als erstes die Ursache des von euch ausgehenden üblen Geruchs erforschen. Euer Geist sollte im Auf und Ab des Lebens stetig und unerschütterlich bleiben. Euer Glaube und Vertrauen sollten stark sein. Nur dann könnt ihr ein friedvolles Leben führen. Obwohl Prahlâda verschiedenen Arten der Bestrafung ausgesetzt war, blieben sein Glaube und Vertrauen felsenfest. Seine Liebe zu Gott ließ kein bisschen nach. Für ihn war Liebe zu Gott sein Lebensatem selbst. Aber die Devotees (Gottergebenen) von heute stehen im starken Kontrast zu Prahlâda. Ihr Glaube schwankt so sehr, dass ihr Geist von der kleinsten Schwierigkeit verstört wird. Sie beginnen zu zweifeln und verlieren ihren ganzen Glauben. Seinen Glauben und sein Vertrauen zu verlieren, kommt dem Verlust des Lebensatems selbst gleich. Geschehe was will: Man sollte mit unerschütterlichem Vertrauen mit seiner spirituellen Disziplin fortfahren. Das ist das Kennzeichen wahrer Hingabe. Hingabe besteht nicht allein darin, Bhajans zu singen, Rituale durchzuführen und den göttlichen Namen zu singen. Ihr solltet die Göttlichkeit fest in eurem Herzen verankern. Ihr solltet darauf achten, dass weltliche Wünsche keinen Platz in eurem Geiste finden. Verbrennt alle Wünsche im Feuer der Weisheit ganz und gar zu Asche. Wenn auch nur eine Spur Weltlichkeit in euch verbleibt, wird sie sich vervielfältigen und euch in die Irre führen. Um euch von schlechten Taten und schlechten Gewohnheiten zu befreien, vergewissert euch, dass ihr nicht einmal den Hauch eines Wunsches in euch tragt. Aber aufgrund des Einflusses des Kalizeitalters (des gegenwärtigen dunklen, eisernen Zeitalters, A. d. Ü.), füllen sogar Devotees ihre Herzen mit Wünschen an. Wünsche sind übel riechenden Schweinen vergleichbar. Man kann den Gestank eines Schweines nicht einmal von weitem ertragen. Wie kommt es dann, dass der Mensch in seinem Herzen so vielen „Schweinen“ Raum gibt?

Verkörperungen der Liebe!
Wahrhaft gesprochen ist der Mensch sehr gesegnet, aber er wird von dem üblen Los weltlicher Wünsche verfolgt. Er ist nicht fähig, sich größere Nähe zu Gott zu verdienen. Er liest viele Bücher und hält Vorträge, aber was bringt das? Seine Handlungen stimmen nicht mit seinen Worten überein. Er versucht, andere mit seinen Worten hinters Licht zu führen. Es reicht aus, wenn er wenigstens einen Bruchteil von dem, was er predigt, praktiziert. Sein Herz ist von Unwahrheit erfüllt, und seine Handlungen sind unrecht. Deshalb ist er nicht in der Lage, Frieden zu erfahren. Haltet euch von Unwahrheit und Unrecht fern. Die Veden ermahnen den Menschen: Sprich die Wahrheit und handle recht. Wahrheit ist Gott. Wenn ihr die Wahrheit vergesst, wer kann euch dann schützen?

Verkörperungen der Liebe!
Egal wie viele spirituelle Übungen ihr durchführt, seid nicht stolz darauf. Reinigt als erstes euer Herz. Gebt dem ekligen Geruch weltlicher Wünsche keinen Raum. Füllt euer Herz mit dem Duft der Tugenden. Zollt den Worten übler Leute, deren einziger Job darin besteht, den Geist der anderen zu vergiften, keine Beachtung. Bloßes Lesen von Büchern und Hören von Reden bringen euch nicht viel Gewinn. Entwickelt in euch zuerst Beständigkeit (shraddhâ) und Hingabe (bhakti)! Durch beständigen Glauben (shraddhâ) wird Weisheit gewonnen.

Verkörperungen der Liebe!
Welche spirituelle Disziplin solltet ihr durchführen? Reinigt eure Herzen. Thiruthonda Alwar sagte einst: „Wenn jemand keine Herzensreinheit besitzt, verdient er es nicht einmal, den göttlichen Namen Râmas zu singen“. Was bringt es, den göttlichen Namen mit einem verschmutzten Geist zu singen? Die Welt ist heutzutage von allen Arten der Verschmutzung heimgesucht. Die Gedanken, Worte und Taten des Menschen sind ebenso verschmutzt. Wie kann so jemand Hingabe entwickeln? Die Menschen tragen heutzutage die Maske der Hingabe und versuchen, andere zu betrügen. Führt andere nicht hinters Licht. Helft immer, verletzt niemals. (In diesem Satz) liegt die Essenz der achtzehn Puranas (heilige Epen Indiens). Andere zu täuschen heißt, sich selber zu täuschen.

In der Welt ist die Zahl der so genannten Devotees angestiegen. Ich halte jetzt die Zeit für reif, euch ein paar wichtige Dinge mitzuteilen. Die eurem Herzen entspringenden Empfindungen müssen so rein wie die Gangesquelle sein. Worte reichen nicht aus wo Handeln vonnöten ist. Gedanke, Wort und Tat sollten eine Einheit bilden. Jemand dessen Gedanke, Worte und Taten auseinanderklaffen ist ein schlechter Mensch. Der Mensch sollte den Menschen erforschen. Heutzutage stimmen Gedanken, Worte und Taten nur in unwahren, unrechten und gewalttätigen Handlungen überein. Der Mensch, dessen Gedanken edel sein sollten und der verdienstvolle Taten ausführen sollte, tut genau das Gegenteil.

Manche Leute machen im Namen Sais Geschäfte. Sie geben vor, Sai-Devotees zu sein und betrügen andere. Ich billige ein solches Verhalten nicht. Es sind überhaupt keine Devotees. Sie begeben sich in die verschiedenen Landesteile und auch ins Ausland, um im Namen Sais Geld zu machen. Das ist ein großes Verbrechen. Ich bitte niemanden nicht einmal um einen

Cent. Ich heiße solche Geschäfte niemals gut. Um wen auch immer es sich handelt, wenn jemand mit so einem krassen Motiv an euch herantritt, weist ihm sofort die Tür. Gewährt Geschäften keinen Zugang in den Bereich der Spiritualität. Man kann tun was man mag, um seine Familie zu erhalten, aber niemand sollte Geschäft mit Sais Namen machen. Aber leider nimmt derlei Aktivität heute zu. Wir stoßen in vielen Dörfern auf Leute, die den Namen Sais für ihre selbstsüchtigen Ziele missbrauchen. Dies geschieht sogar in vielen anderen Ländern wie Amerika, England, Japan, Deutschland, Singapur, Malaysia usw. Habt keine Verbindung mit so üblen Leuten. Haltet eure Herzen rein und heilig. Ansonsten gleicht ihr einem wandelnden Leichnam. Solchen Leuten sollte kein Respekt gezollt werden. Es wäre besser, ihr würdet ihre Begräbnisriten durchführen!

Ihr solltet mit heiligen Empfindungen zu Gott beten. Wenn ihr weltliche Wünsche hegt, entfernt ihr euch von der Göttlichkeit.

Verkörperungen der Liebe!
Ihr kommt voller Hingabe und Ernsthaftigkeit hierher. Lasst euch nicht von Leuten täuschen, die im Namen der Hingabe Geschäfte tätigen. Wir finden vielerorts Leute, die sich so niedrigen Praktiken widmen. Bewahrt Sicherheitsabstand zu ihnen.

Rennt weg von schlechter Gesellschaft, schließt euch guter Gesellschaft an und handelt Tag und Nacht verdienstvoll. Ihr könnt eher in der Gemeinschaft von Schlangen leben, als die Gesellschaft solch übel gesinnter Menschen zu tolerieren. Obwohl wir so viele wohltätige Aktivitäten durchführen, habe ich niemals jemanden um einen Cent gebeten. Ihr alle seid euch dessen bewusst, dass ich mich nicht in Geldangelegenheiten involviere. Aber die Menschen machen heutzutage Geld zu ihrem Gott. Wie können solche Leute Devotees genannt werden? Ich habe euch zuvor davon erzählt. Ich habe ein Hilfsprogramm ins Leben gerufen, um für Waisen zu sorgen. Hunderttausend Rupien (ca. 2500 Euro, A. d. Ü.) werden in ihrem Namen angelegt, damit für ihre Bedürfnisse gesorgt ist. Ich habe diesbezüglich niemanden um irgendwelche Hilfe gebeten. Aber manche Leute sammeln heute Geld ein mit der Behauptung, sie würden die gestiftete Summe Swami für diesen Zweck spenden. Andere wiederum verkünden, sie hätten die Verantwortung übernommen, sich um die Kinder zu kümmern. Gibt es ein schlimmeres Vergehen als dies? All diese Leute betrügen Gott. Es wäre besser, sie würden in den Straßen betteln, als meinen Namen zu benutzen, um Geld zu sammeln.

Heute Morgen traten einige der ehemaligen Studenten mit einer Bitte an mich heran. Ihr alle kennt C. Srinivas von Bangalore. Er schloss seine Ausbildung in unserem Institut ab und diente einige Zeit als Leiter unseres Studentenwohnheimes. Er wollte keine Stellung draußen annehmen, denn er wollte Swami dienen. Er befasst sich selbst immer mit solchen Aktivitäten, die Swami Freude bereiten werden. Er ist für unser Krankenhaus in Bangalore zuständig. Er sagte: „Nirgendwo sonst werden Ausbildung und medizinische Versorgung auf so hohem Standard allen kostenlos zu Verfügung gestellt. Du hast uns kostenlos ausgebildet und dich mit so viel Liebe und Fürsorge um uns gekümmert. Wir wollen dir (Swami) unsere Dankbarkeit zeigen, indem wir dir in unserer eigenen bescheidenen Weise dienen.“ Er brachte einen Plan mit. Er will in Dörfern, wo sich keine Schulen befinden, Schulen errichten. Er wollte, dass Swami dieses Projekt heute eröffnet. Ich riet ihm, nichts zu überstürzen. Die jungen Leute von heute wollen die Dinge schnell erledigen. Das ist nicht die rechte Einstellung. Beginne früh, fahre langsam und komme sicher an. Deshalb forderte ich ihn auf, langsam zu machen. Aber er entgegnete: „Swami, viele unserer ehemaligen Studenten sind hier versammelt. Ist es nicht unsere Pflicht, dir unsere Dankbarkeit auszudrücken für alles, was du für uns getan hast?“ Und er bat darum, Swami möge diesbezüglich eine Ankündigung machen. Ich stimmte zu. Ich werde zu guten Handlungen niemals „nein“ sagen. Diejenigen, die solche heiligen Aufgaben übernehmen wollen, sollten die Verantwortung dafür übernehmen und die Aufgabe sorgfältig ausführen. Nur dann werden die ehemaligen Studenten ihre Leben heiligen. In Chennai (Madras) und Hyderabad sind viele unserer ehemaligen Studenten, die begierig darauf sind, Swami zu dienen. Aber unter gewissen Umständen müssen sie den Anweisungen der Älteren gehorchen. Wenn die Älteren dem falschen Weg folgen, werden die Jungen dasselbe tun. Was bleibt dann noch über das Schicksal unserer Organisationen in Madras und Hyderabad zu sagen übrig! Ich forderte sie auf, ein geeignetes Stück Land zu wählen und sagte, ich würde das Gebäude errichten. Aber es fehlt ihnen die nötige Hingabe und Ernsthaftigkeit. Sie tun nur so, als wären sie hingebungsvoll und aufrichtig. Ein solches unaufrichtiges Verhalten ist nicht gut für sie. Viele Leute dort erfahren dadurch Unannehmlichkeiten. Die Jungen wollen viele Dinge tun. Aber was können sie ohne Unterstützung der Älteren ausrichten? Die Älteren ergreifen selber nicht die Initiative noch erlauben sie den Jungen, eigenständig zu handeln. Bhagavan braucht keinerlei Tempelbauten. Bhagavan ist nicht an Grundeigentum interessiert. Alles was Bhagavan will ist, dass ihr der Gesellschaft mit Glückseligkeit und ohne Eigeninteresse dient. Wenn die Älteren euren Vorschlag nicht annehmen wollen, dann zollt dem keine Beachtung. Es ist ihr Los. Ihr, die Jugend, macht einen aufrichtigen Versuch. Helft den Hilflosen. Gebt den Hungrigen zu essen. Rennt nicht herum und sucht die Hilfe anderer Leute. Wenn ihr irgendeine Hilfe braucht, kommt zu mir, Bhagavan wird euch ohne zu zögern das Nötige geben. Sammelt keinen einzigen Paisa als Spende ein. Es gibt Leute, die hundert Rupien spenden und eine Selbstverherrlichung, die tausend Rupien wert ist, daraus machen. Ich bin an solchen Aktivitäten nicht interessiert. Wenn Bhagavan gleich einem Berg an eurer Seite steht, warum solltet ihr dann bei irgendjemandem Beistand suchen? Unterwerft euch niemandem. Sie werden nur hohe Philosophie predigen, die der Selbstverherrlichung dient. Nicht nur in Indien ist diese Situation vorherrschend. In der ganzen Welt, ob in England, Japan oder Deutschland, findet dieselbe Art von Geschäft statt. Von überall kommt dieselbe Art von Nachrichten über solche Transaktionen. Bhagavan erhält viele solcher Informationen. Ich empfinde das alles als Ärgernis. Das ist nicht die Art Information, die Bhagavan hören will. Was Bhagavan am liebsten hören will, ist, dass es allen gut geht und alle Glück und Glückseligkeit genießen. Mit Bhagavans Namen Geschäfte zu machen, ist hochgradig abstoßend und bedrückend. Im Bereich der Hingabe kann kein Handel stattfinden. Sogar das salzige Meer mag in der Lage sein, Trinkwasser zu geben; aber diese Art der Hingabe ist nutzlos. Es ist schon spät. Bhagavan wirbt niemals bei irgendjemandem um Spenden noch hat er Mittelsleute für die Verbreitung seiner Botschaft. Ich habe mit solchen betrügerischen Leuten keinerlei Verbindung irgendwelcher Art. Bhagavan braucht keinen materiellen Wohlstand. Mein einziges Bedürfnis ist wahre Liebe. Gebt Liebe und erhaltet Liebe zurück. Das ist der einzige Tausch. Erfüllt mit dieser Liebe euer Leben. Es gibt keine größere Hingabe als Liebe. Jeder kleine mit Liebe ausgeführte Dienst reicht aus. Wenn ihr einem durstigen Menschen mit Liebe ein Glas Wasser reicht, ist das mehr als genug. In Wirklichkeit sind nahezu 90 Prozent der so genannten Devotees falsch. Früher war es ganz anders. Es gab nur wenige Devotees, aber sie waren echt. Heutzutage gibt es zu viele eigennützige Betrüger, die sich als Devotees verkleiden. Als Erstes schmücken sie morgens ihre Stirn mit Vibhuti, schlingen ein Halstuch um ihren Nacken und schweifen als Devotees verkleidet frei umher. Sogar die Straßenköter, die nach etwas Essbarem herumschnüffeln, sind besser als solche Pseudo-Devotees.

Verkörperungen der Liebe!
Entwickelt Liebe in euch. Bhagavan braucht keine Tempel oder Rasthäuser. Der Tempel eures Herzens ist mehr als genug. Ich werde mich freudig darin aufhalten. Die Nachrichten, die ich von den so genannten Tempeln erhalte, sind höchst betrüblich für mich. Das Ausmaß an Pein, das ich deswegen erfahre, liegt jenseits eurer Vorstellungskraft. Verübt keine schlechten Taten im Namen Gottes. Wenn ihr nicht fähig seid, Gutes zu tun, haltet wenigstens den Mund und bleibt fern. Es ist nicht nötig, dass ihr alle Arten wilder Versprechungen macht. Freut euch im Stillen und in Liebe an der Glückseligkeit der Göttlichkeit. Weil Menschen aus der ganzen Welt hier versammelt sind, muss ich diese barschen Worte sagen. Habt mit Menschen, die im Namen Sais kommerzielle Transaktionen durchführen, nichts zu tun. Schickt sie mit Namaskar fort, ihre Sachen zu packen. Wenn ihr irgendetwas braucht, dann fragt mich. Ich habe niemanden getäuscht oder im Stich gelassen noch werde ich das jemals tun. Keine Unwahrheit wird von meinen Lippen kommen. Es ist mein Wunsch, dass von keinem der echten Devotees irgend so eine unerwünschte Handlung verübt wird. Wenn ich früher Mumbai (Bombay) besuchte, sah ich überall Menschen Bhajans singen und Nagarsankirtan tun, unabhängig von Zeit und Ort, den Flughafen eingeschlossen. Heute ist kaum jemand zu sehen, der auch nur den Namen irgendwo in der Öffentlichkeit singt. Natürlich gibt es eine Reihe Devotees, aber sie sind zu scheu, sich in der Wiederholung des Namen Gottes zu engagieren. Früher bin ich durch verschiedene Städte wie Chennai, Mumbai, Hyderabad usw. gereist. Aber ich habe derzeit keine Neigung, irgendwo hinzugehen. All diese Orte sind mit solch üblen Leuten überfüllt. Es ist für uns von höchster Wichtigkeit, sie loszuwerden, und die göttlich gesinnten Menschen zu ermutigen. Gott verlässt niemals irgendjemanden. Alle sind Sein. Gott macht keinerlei ungerechte Unterscheidung. Nur Menschen empfinden Hass; Gott trägt keinen Hass in sich. Gott ist nichts als die reine Verkörperung göttlicher Liebe. Ihr alle solltet versuchen, diese Liebe in euren Herzen zu erlangen. Ich werde euch morgen in der Abschlussveranstaltung mehr darüber, was ihr zu tun oder zu lassen habt, sagen. Ich bin nicht daran interessiert, diese Halle bis zum Rande voll gestopft zu sehen. Ich will nur Qualität, nicht Quantität. Ein Teelöffel Kuhmilch ist besser als Tonnen von Eselsmilch. Wenn wir eine Handvoll Menschen mit erhabenen Herzen haben ist das genug. Die Landesvorsitzenden (der Organisation) und die Mitglieder des Trusts sollten die nötigen Schritte in die richtige Richtung unternehmen; ansonsten ist es besser, sie treten zurück. Wir werden selber die Verantwortung dafür übernehmen. Der Präsident der Sai Organisation für ganz Indien sollte hart mit solchen Leuten umgehen und sie umgehend aus ihren Verantwortlichkeiten entlassen. Ich bin zutiefst gepeinigt über die gegenwärtige Lage in unserer Organisation. Obwohl ich dieses Empfinden seit einiger Zeit in mir trage, habe ich auf eine geeignete Gelegenheit gewartet, dem Ausdruck zu geben. Da so viele von euch aus verschiedenen Teilen der Welt heute hier versammelt sind, empfand ich dies als die geeignetste Gelegenheit, meine Empfindungen auszudrücken.

Verkörperungen der Liebe!
Helft immer, verletzt niemals. Als Mitglieder der Sathya Sai Organisationen solltet ihr dem ewigen Weg der Wahrheit folgen. Manche Leute tun so, als ob sie demütige Devotees wären, solange sie sich innerhalb der Pforten von Prashanti Nilayam aufhalten. Aber wenn sie diesen Bezirk verlassen, kehren sie auf ihre alten Pfade zurück. Solch üble Charakterzüge sollten zu Asche verbrannt werden. Entwickelt in euch göttliche Empfindungen. Gott ist immer bereit, euer Gebet zu erfüllen (erhören). Hegt diesbezüglich niemals Zweifel. Gott ist immer in euch, mit euch, um euch herum, über euch und unter euch. Gott wird niemals fern von euch sein. Entwickelt deshalb Gottvertrauen.

Verkörperungen der Liebe!
Nur aus meiner unermesslichen Liebe zu euch habe ich in dieser Weise zu euch gesprochen. Versteht das, was euch übermittelt wurde und erklärt es den anderen Devotees. Hingabe muss in einer stillen aufrichtigen Weise kultiviert werden. Verderbt euer Leben nicht, indem ihr unaufrichtige Wege einschlagt. Sprecht die Wahrheit. Wahrheit ist Gott. Führt deshalb ein wahrhaftiges Leben und geht schließlich in die Wahrheit ein. Bringt morgen all eure Zweifel zu mir; ich werde sie klären. Haltet euch als Erstes von schlechter Gesellschaft fern. Ich fordere euch nicht auf, für mich zu arbeiten. Ich will von euch nichts für mich. Ich verrichte all meine Arbeit selbst. Ich suche nicht die Hilfe anderer. Ich bräuchte es nur zu wollen, und die ganze Welt wird mir helfen. Helft also euch selbst, dient der Gesellschaft und entwickelt eure Leben zu idealen Leben.

(Swami singt den Bhajan „Hari bhajana bina…“ und fährt fort zu sprechen)

Verkörperungen der Liebe!
In den letzten vier Tagen waren viele Devotees sehr besorgt darüber, dass Swami durch den Schmerz, den er auf sich genommen hat, leidet. Erkennt, dass Swami überhaupt keinen Schmerz leidet, denn er hat es aus seiner Liebe heraus auf sich genommen. Wie kann es mir Schmerz bereiten, wenn ich das Leiden meines Devotees gemildert habe? Aber es gibt diesbezüglich gewisse Regeln und Richtlinien, die einzuhalten sind. Ich habe den Schmerz von jemandem genommen. Deshalb muss ich das so viele Tage lang ertragen, wie der betreffende Mensch es normalerweise getan hätte. Es bereitet mir keinerlei Schwierigkeit. Wenn ich wirklich unter dem Schmerz leiden würde, wäre es mir dann möglich, so lange zu euch zu sprechen? Ich leide nicht; das Leiden hat sich in meiner Liebe aufgelöst. Alle sollten glücklich, glückselig und zufrieden sein. Das ist es, was ich wünsche. Sorgt euch nicht wegen dieser Angelegenheit. Ich leide nicht. In Wirklichkeit bin ich bereit, all euer Leiden anzunehmen. Seid immer glücklich.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. ©, Dietzenbach)


    

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