Sathya Sai Organisation Deutschland Sathya Sai Organisation Deutschland
   Suchen
 Medien » Ansprachen » 2002 » 21.07.2002   Login
 Ansprache Sathya Sai Babas am 21.07.2002

 

Verwirklicht Göttlichkeit durch selbstloses Dienen


Wie könnt ihr erwarten, dass Sai,
der Frieden, Liebe, Glück und Wohlstand
schenkt, euch lobt, wenn ihr keinen reinen
Geist und guten Charakter habt? Wie könnt
ihr erwarten, dass Prema Sai euch als sein
eigen behandeln wird?

(Gedicht in Telugu)

Des Menschen Herz ist voller Reinheit und Mitgefühl und sein Geist (mind) ist voller Süße. Was soll der mit solcher Heiligkeit gesegnete Mensch tun? Auf welchem Fundament soll er sein Leben aufbauen? Das menschliche Leben ist auf Gleichheit (samata), Einheit (samaikyatâ), Brüderlichkeit (saubhrâtritva) und Würde (saujana) gegründet. Diese Tugenden stellen das wahre Fundament des Lebens dar. Wenn auch nur eine von ihnen fehlt, ist das Leben sinnlos. Deshalb muss jeder Mensch diese vier Tugenden pflegen und bewahren.

Erfahrt Göttlichkeit durch Dienst an der Gemeinschaft

Jeder Mensch strebt nach Frieden und Glück. Wie kann er Frieden erlangen? Nur dadurch, dass er die menschlichen Werte praktiziert. Die menschlichen Werte werden nicht von außen erworben; sie sind in jedem Menschen latent vorhanden. Was könnt ihr im Leben erreichen, wenn ihr die menschlichen Werte vergesst? Zuerst sollte der Mensch die Wahrheit in Bezug auf die menschliche Geburt erkennen und versuchen, die Bedeutung des Menschseins zu verstehen.

Wahrheit (satya) ist moralisches, richtiges Verhalten (nîti), Rechtschaffenheit (dharma) schenkt hohes Ansehen (kyâti), Opfergeist und Loslassen von Wünschen und Bindungen (tyâga) ist das leuchtende spirituelle Licht des höheren Bewusstseins (jyotis) des Lebens. Die Menschheit (mânavajâti) ist die Kombination von Wahrheit (satya), Rechtschaffenheit (dharma), Opfergeist und Loslassen von Wünschen und Bindungen (tyâga). Aber der Mensch vergisst heute diese drei Lebensprinzipien. Er muss diesen Prinzipien folgen, nicht nur um der Gesellschaft willen, sondern auch, um seine eigene Erlösung zu erlangen. Wenn ihr erwartet, dass ihr von allen geachtet werdet, dann müsst ihr zuerst Selbstachtung haben. Selbstachtung ist die Grundlage des menschlichen Lebens. Einer, der keine Selbstachtung hat, kann nicht verlangen, dass er von anderen geachtet wird. Es ist auch erforderlich, dass der Mensch andere achtet und seine Liebe von ganzem Herzen mit anderen teilt. Dies ist wahrhaftig die erste Pflicht des Menschen. Der Mensch ist nicht nur ein individuelles Einzelwesen (vyashtijîvi), er ist ein kosmisches Wesen (samashtijîvi). Individualität (vyashti) bezieht sich auf die individuelle Seele (jivudu), kosmisch (samashti) bezieht sich auf Gott (devudu). Der Mensch muss sich von der individuellen Ebene auf die göttliche Ebene erheben. Welcher Weg ist dafür vorgeschrieben? Zuerst muss der Mensch das gemeinsame Prinzip des in allen gegenwärtigen Lichtes des Lebens (jîvanjyotis) erkennen. Das Prinzip der Gleichheit (samata) kann man nur erfahren und praktizieren, wenn man das Prinzip der Einheit (ekatva) versteht. Euer Dienst am Nächsten soll dazu dienen, dass ihr die Einheit in der Gemeinschaft erfahrt. Es ist ein großer Fehler, wenn ihr glaubt, dass ihr anderen dient. Tatsächlich solltet ihr niemanden auf dieser Welt als ‚andere’ betrachten, denn alle sind Verkörperungen Gottes. Aber der Mensch bemüht sich nicht, diese Wahrheit zu erkennen. Deshalb muss er leiden. Sobald er erkennt, dass Gott alles durchdringt, wird er von seinem Leiden befreit sein. Zu diesem Zweck muss er das Prinzip der Einheit praktizieren. Wenn er das Prinzip der Einheit versteht, kann er das kosmische Prinzip erfahren.

Der Mensch ist wie ein Objekt vor einem Spiegel. Der Spiegel ist die Natur. Was ihr in diesem Spiegel seht, ist nur eure Widerspiegelung und sonst nichts. Heute führt der Mensch ein Leben der Selbstsucht und des Eigeninteresses. Deshalb sieht er überall auf der Welt Selbstsucht; nirgendwo ist Selbstlosigkeit zu finden. Die Anhaftung an den Körper (dehabhimâna) nimmt zu und die Liebe zum Heimatland (deshâbhimâna) nimmt ab. Selbst spirituelle Sucher und edle Seelen mit reinem Herzen sind nicht imstande, ihre Anhaftung an den Körper aufzugeben. Solange Anhaftung an den Körper (dehabhimâna) besteht, kann der Mensch keine Liebe zu Gott (daivabhimâna) entwickeln.

Der Körper, der aus den fünf Elementen besteht,
ist schwach und muss eines Tages zerfallen.
Obwohl eine Lebenszeit von hundert Jahren
vorgesehen ist, kann man diese nicht für
selbstverständlich halten. Man kann seine
sterbliche Hülle zu jeder Zeit verlassen,
sei es in der Kindheit, in der Jugend oder im Alter.
Der Tod ist sicher. Deshalb sollte der Mensch sich
darum bemühen, seine wahre Natur zu erkennen,
bevor sein Körper stirbt.

(Gedicht in Telugu)

Das Festhalten an der Wahrheit ist der größte dharma

Der Körper wurde euch gegeben, um euer wahres Selbst zu erkennen. Es ist dumm, wenn ihr eure Zeit und Energie mit weltlichen Beschäftigungen verschwendet. Wenn ihr euer wahres Selbst kennt, dann kennt ihr alles andere.

Verkörperungen der Liebe!
Alles, was ihr in der äußeren Welt seht, ist in euch gegenwärtig. Die Berge, Ozeane, Städte, Dörfer, usw. sind in eurem Herzen gegenwärtig. Alle Wesen sind in euch. Ihr seid die Grundlage von allem. Wenn das so ist, was wollt ihr dann in der äußeren Welt sehen? Wie dumm ist es, dass sich der Mensch von der Widerspiegelung des Äußeren hinreißen lässt und die Realität in seinem Inneren ignoriert!

Zuerst müsst ihr die menschlichen Werte kennen. Der erste dieser Werte ist Wahrheit. Sie ist unveränderlich und jenseits von Zeit und Raum. Es gibt keine amerikanische Wahrheit oder russische Wahrheit oder indische Wahrheit oder pakistanische Wahrheit. Die Wahrheit ist für alle Länder stets ein und dieselbe. Ihr seid die Verkörperung der Wahrheit. Wahrheit ist Gott. Bemüht euch deshalb, die Wahrheit zu verstehen. Sprecht die Wahrheit, sprecht aber gleichzeitig liebenswürdig (satyam bruyât, priyam bruyât), sprecht keine Wahrheit, die für den Betroffenen unangenehm ist (na bruyât satyam apriyam). Da der Mensch dieses ewige Prinzip der Wahrheit vergessen hat, ist er auf der Suche nach vergänglichen Dingen. Das Festhalten an der Wahrheit ist moralisches, richtiges Verhalten (nîti). Es gibt keinen höheren dharma als die Wahrheit (satyân nâsti paro dharmah). Wahrheit (satya) und Rechtschaffenheit (dharma) zusammen sichern den Frieden. Einer, der an Wahrheit und Rechtschaffenheit festhält, erlangt Frieden und Wohlstand. Man braucht nirgendwo nach Frieden zu suchen. Wo Wahrheit herrscht, dort ist Frieden. Wo Frieden und Wahrheit herrschen, dort ist Gewaltlosigkeit. Wahrheit (satya), Rechtschaffenheit (dharma), Frieden (shânti), reine Liebe (prema) und Gewaltlosigkeit (ahimsâ) sind die wichtigsten menschlichen Werte. Die Grundlage der Wahrheit und Rechtschaffenheit jedoch ist die Liebe. Die Liebe ist Gott, die Wahrheit ist Gott, die Rechtschaffenheit ist Gott. Einer, der diese Prinzipien nicht besitzt, ist wahrhaft ein lebender Leichnam. Die fünf menschlichen Werte können mit den fünf Lebensprinzipien (pancaprânâh = die fünf Lebenshauche des Menschen – Anm.d.Ü.) verglichen werden. Wenn ihr nicht die Wahrheit sprecht, verliert ihr ein Lebensprinzip. Unrechtes Verhalten bedeutet den Verlust des zweiten Lebensprinzips. Genauso verliert ihr die anderen Lebensprinzipien, wenn ihr die anderen menschlichen Werte nicht praktiziert. Deshalb solltet ihr alle eure Bemühungen darauf richten, diese Lebensprinzipien, die ihrem Wesen nach göttlich sind, zu bewahren.

Es gibt Göttlichkeit in der Menschheit. Dies solltet ihr verstehen. Heute ist jeder menschliche Tätigkeitsbereich verunreinigt. Wenn der Mensch sein Herz reinigt, wird er überall Reinheit finden. Die äußere Welt ist nur eine Widerspiegelung eures Herzens. Wenn ihr euer Herz mit Liebe füllt, werdet ihr überall Liebe erfahren. Wenn ihr in eurem Herzen Hass habt, spiegelt sich dieser außen wider. Alles, was ihr außen seht, hört und erlebt, ist nur die Widerspiegelung, die Reaktion und der Widerhall eures Inneren. Alles Gute und Schlechte, das ihr in der äußeren Welt erlebt, ist nur die Widerspiegelung eures eigenen Inneren. Beschuldigt deshalb nicht andere. Die ganze Welt hängt von eurem eigenen Verhalten ab. Wenn ihr gut seid, dann wird auch die Welt gut sein. Es ist ein Fehler zu glauben, dass überall um euch herum in der Welt Böses ist. Tatsächlich ist es eure eigene Gottlosigkeit, die sich außen widerspiegelt. Wenn eure Gefühle dämonisch sind, dann wird die ganze Welt um euch herum euch dämonisch erscheinen. Wenn eure Gefühle göttlich sind, dann werdet ihr überall Gott finden.

Die gesamte Menschheit ist eine Familie

Verkörperungen der Liebe!
Eure Sehnsucht nach Gott spiegelt sich als Liebe wider. Wenn ihr diese Liebe in euch habt, dann spiegeln sich eure Worte als Wahrheit und eure Handlungen als Rechtschaffenheit wider. Wenn ihr Liebe, Wahrheit und Rechtschaffenheit besitzt, dann stehen eure Gefühle, Worte und Handlungen miteinander im Einklang. Nur dann könnt ihr Frieden erlangen. Das mit eurer Atmung verbundene göttliche Prinzip ‚so ’ham (Er [ist] ich)’ erinnert euch ständig – 21.600-mal am Tag – an eure Wirklichkeit. Was nützt eure Bildung, wenn ihr euch nicht an die Wahrheit erinnern könnt, die euch so häufig tagein tagaus gelehrt wird? Ihr mögt unzählige Predigten hören, ihr mögt unzählige heilige Texte studieren, ihr mögt unzählige edle Seelen aufsuchen, all dies wird sich als nutzlos erweisen, wenn ihr das Prinzip der Wahrheit, das euch eure innere Stimme lehrt, vergesst.

Buddha verzichtete auf allen königlichen Komfort und entsagte allem (samnyâsa). Er streifte in den Wäldern umher, lauschte den Lehren edler Seelen und studierte heilige Texte. Aber nichts davon konnte ihn befriedigen. Schließlich erkannte er, dass sein Herz der wahre heilige, von Gott gegebene Text und Gott sein wahrer Freund ist. Er legte alle Bücher beiseite und hörte auf, edle Seelen aufzusuchen. Er wandte sich nach innen und forschte nach der Wahrheit. Die Menschen ignorieren diesen heiligen Text (ihr Herz) und vergessen ihren wahren Freund (Gott). Sie gehen hierhin und dorthin, um nach Frieden zu suchen.

Zuerst solltet ihr eure von Gott gegebenen Augen in heiliger Weise benutzen. Die Reinheit eurer Sichtweise wird euer Leben rein und heilig machen. Ihr braucht im Leben nichts weiter zu erreichen, wenn euer Geist (mind) rein und euer Verhalten heilig ist. Alle eure spirituellen Aktivitäten werden wenig nützen, wenn eure Sichtweise nicht rein ist. Euer Auge (netra) ist die von Gott gegebene ‚heilige Schrift’ (shastra). Versteht dies und verhaltet euch dementsprechend. Wenn ihr euer Sehen unter Kontrolle habt, dann habt ihr auch euer Sprechen unter Kontrolle. Sprecht nur die Wahrheit, es gibt nicht Größeres als die Wahrheit. Reine Sichtweise (samyagdrishti) und Reinheit der Sprache (samyagvâc) führen zum Hören von nur Reinem (samyakshravana) und zur Reinheit der Gefühle (samyagbhâva). Insbesondere die Jugendlichen sollten ihr Sehen unter Kontrolle haben. Der Mensch (mânava) wird zu Gott (mâdhava), wenn er die Bedeutung der menschlichen Werte versteht und sie praktiziert. Die Jugend von heute ist die Zukunft des Landes. Deshalb sollte sie Beständigkeit und Selbstvertrauen entwickeln.

Wo Vertrauen ist, da ist Liebe.

Wo Liebe ist, da ist Wahrheit.

Wo Wahrheit ist, da ist Frieden.

Wo Frieden ist, da ist Glückseligkeit.

Wo Glückseligkeit ist, da ist Gott.

Ohne Vertrauen könnt ihr Gott nicht erreichen. Euer Vertrauen ist euer Gott. Entwickelt unerschütterliches Vertrauen in das Selbst. Selbstvertrauen und Selbstachtung werden euch zur Glückseligkeit des âtman (atmic bliss) und zur Erkenntnis des Selbst führen. Ihr sitzt alle in dieser großartigen Halle. Sie wird durch so viele Säulen gestützt. Ihr genießt ihre Schönheit. Diese Halle würde nicht existieren, wenn es nicht ein starkes Fundament gäbe. Genauso ist Selbstvertrauen das Fundament für das Gebäude des Lebens. Wenn ihr Selbstvertrauen habt, könnt ihr die Mauern der Selbstzufriedenheit errichten, über die ihr das Dach der Selbstaufopferung bauen könnt, und ihr könnt ein Leben der Selbstverwirklichung führen. Macht deshalb das Fundament des Selbstvertrauens stark und solide.

Die Kultur Indiens (Bhârat) proklamiert: „Sprich die Wahrheit und folge der göttlichen Ordnung (satyam vada dharmam cara).“ Nicht nur die indische Kultur, sondern auch die Kulturen aller anderen Länder proklamieren die gleiche Wahrheit. Wahrheit ist die Grundlage jeder Kultur. Es gibt keine Unterschiede zwischen der einen und der anderen Kultur. Die ganze Welt ist wie ein Haus, und die einzelnen Länder sind wie die verschiedenen Räume darin. Teilt deshalb nicht die Menschheit in verschiedene Nationalitäten auf. Wegen dieser Aufteilungen nimmt die Menschlichkeit ab. Die Sai-Devotees sollten nicht solche Unterschiede machen. Alle sollten eine Einheit bilden (lauter Beifall). Name, Gestalt und Hautfarbe der Menschen mögen verschieden sein, aber die gesamte Menschheit ist eine Familie. Es gibt nur einen Gott. Alle Menschen gehören zu einer Familie.

Es gibt viele Kühe, aber nur eine Milch.

Es gibt viele Menschen, aber der ihnen Innewohnende ist Einer.

Es gibt viele Kasten, aber nur eine Menschheit.

Es gibt viele Blumen, aber nur eine Gottesverehrung.

Es gibt viele Wege, aber nur einen Gott.

Deshalb solltet ihr alle Unterscheidungen aufgrund von Kaste, Religion und Nationalität aufgeben und den Geist (spirit) der Liebe entwickeln. Die jungen Männer und Frauen sollten für den Fortschritt des Landes arbeiten. Das Land wird nur dann gedeihen, wenn die Jugend einen tadellosen Charakter entwickelt. Der Charakter ist die wahre Grundlage des menschlichen Lebens. Heute gibt es viele, die Helden (heroes) in der Unterweisung und Nullen (zeroes) in der Ausführung sind. Eure Handlungen sollten mit euren Worten übereinstimmen. Entwickelt heilige Gefühle. Nur dann könnt ihr heilige Taten vollbringen. Hingabe bedeutet nicht nur die Durchführung von Ritualen wie Gottesdienst. Jede Arbeit, die in reiner und selbstloser Liebe verrichtet wird, ist Hingabe.

Ich nehme euer Leiden auf mich

Verkörperungen der Liebe!
Erfüllt ab heute euer Leben mit Liebe. Lasst eure Hände im Dienst für die Menschheit arbeiten. Lasst eure Gedanken sich auf das Prinzip der Liebe konzentrieren. Ihr solltet euch von der Ebene des Individuums (vyashti) zur Ebene der Gesamtheit (samashti) erheben und schließlich verschmelzen mit Gott (parameshtin). Überall in dieser physischen und vergänglichen Welt seht ihr nur Unruhe. Manchmal mag euer Körper von Krankheiten befallen werden. Aber dies sollte euch nicht übermäßig beunruhigen.

„Dieser Körper ist eine Anhäufung von Schmutz
und neigt zu Krankheiten; er kann den Ozean
des samsâra nicht überqueren. Oh Geist (mind)!
Gib dich nicht der Täuschung hin, dass der Körper
unvergänglich ist. Nimm stattdessen Zuflucht zu
den göttlichen Lotosfüßen.“

(Gedicht in Telugu)

Man sollte nicht übermäßig dem physischen Körper verhaftet sein, aber man sollte richtig für ihn sorgen. Manchmal wird euer Körper durch eure eigene Nachlässigkeit von Krankheiten befallen. Aber ich nehme aus Liebe zu meinen Devotees ihre Leiden auf mich. Hier ist ein kleines Beispiel. Ein kleiner Junge litt sehr, weil er Mumps hatte. Der Arzt sagte, es würde mindestens 20 – 25 Tage dauern, bis er wieder gesund sei. Der Junge weinte bitterlich, weil er die starken Schmerzen nicht aushalten konnte. Ich rief ihn zu mir und tröstete ihn, indem ich sagte: „Warum weinst du, wenn Swami bei dir ist?“ (lange anhaltender lauter Beifall). Ich materialisierte eine Süßigkeit für ihn und sagte zu ihm, er solle sie essen. Ich nahm seine Schmerzen auf mich. Sie wären für jeden andern unerträglich gewesen. Srinivasan machte sich große Sorgen um die Konferenz, weil Swami so große Schmerzen hatte. Da die Schwellung zwischen den beiden Kiefern war, war es unmöglich zu essen oder zu sprechen. Was macht es aus, wenn der Körper ein paar Tage nichts zu essen bekommt? Deshalb kümmerte ich mich nicht darum. Ich sagte den Organisatoren, sie sollten mit der Konferenz beginnen. Srinivasan fragte: „Swami, wie willst du die Eröffnungsansprache halten?“ Ich antwortete: „Ich werde Schmerzen haben, wenn ich mich mit diesem Körper identifiziere. Aber dies ist nicht mein Körper, es ist euer Körper.“ Alle eure Körper gehören mir. Deshalb nehme ich eure Leiden auf mich. Es ist meine Pflicht. Dies ist nicht mein Körper; deshalb kümmere ich mich nicht um sein Leiden. Nicht nur jetzt, sondern zu keiner Zeit kümmere ich mich um Leiden. Ich praktiziere, was ich predige. Deshalb sage ich: Mein Leben ist meine Botschaft. Ihr könnt nicht alle meine Göttlichkeit verstehen und erkennen. Ich will es nicht in der Öffentlichkeit sagen. Aber es ist eine Tatsache, dass ihr alle mir gehört und ich euch gehöre. Ich habe keinerlei Wünsche. Alle meine Wünsche sind nur dazu da, euch glücklich zu machen. Ich will jeden glücklich machen. Größe liegt nicht im Predigen, sondern in der Praxis. Ein wahrer Lehrender (âcârya) ist einer, der selbst alles praktiziert, bevor er es predigt. Das ist das, was ich tue. Ich sage euch alles, nachdem ich es selbst erfahren habe.

Jungen und Mädchen, Männer und Frauen!
Versteht eure wahre Natur. Folgt dem Pfad der Wahrheit. Wahrheit (satya) ist der Name dieses Körpers. Entwickelt diese Wahrheit in euch. Wahrheit ist Gott. Liebe ist Gott; lebt in der Liebe. Wenn ihr dem Pfad der Wahrheit und der Liebe folgt, werdet ihr bestimmt Glückseligkeit erlangen. Manche Menschen werfen mir ihre eigenen Fehler vor. Das ist ein großer Irrtum. Ich habe keinerlei Fehler. Ich bin die Verkörperung der Heiligkeit und Reinheit. Es ist nicht möglich, auch nur eine Spur von Unreinheit in mir zu finden. Ihr seht die Widerspiegelung eurer eigenen Gefühle in mir, so wie ihr euer Spiegelbild in einem reinen Spiegel seht. Reinigt euer Herz. Nur dann könnt ihr die Wahrheit verstehen.

Verkörperungen der Liebe!
Diese Konferenz wurde heute eröffnet. Es sollen noch viele Programme folgen. Deshalb beende ich meine Ansprache, um genügend Zeit für die anderen Programme zu lassen. Ich bin bereit, mir später die Zeit zu nehmen, um euch notwendige Richtlinien zu geben.

Aus Bhagavâns Eröffnungsansprache bei der Internationalen Sevâkonferenz am 21. Juli 2002 in der Sai Kulwant-Halle in Prashânti Nilayam.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.