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 Ansprache Sathya Sai Babas am 21.04.2002

  

Prägt euch den Namen Râma in euer Herz ein

Süßer als Zucker, geschmackvoller als Joghurt,

süßer noch als Honig ist der Name Râma.

Die ständige Wiederholung dieses süßen Namens

gibt euch den Geschmack des göttlichen Nektars selbst.

Deshalb solltet ihr unaufhörlich

den Namen Râma kontemplieren.

(Gedicht in Telugu)

Verkörperungen der Liebe!
Ayodhyâ war die Hauptstadt des Königreiches Kosala. Sie wurde Ayodhyâ (die Uneinnehmbare, Unbesiegbare) genannt, weil sie so gebaut war, dass kein Feind in sie eindringen konnte. Sie wurde von dem Herrscher Manu am Ufer des Flusses Sarayu erbaut. Dieser Fluss war ein Teil des Mânasasarovara (Name eines Sees auf dem Kailâsa-Berg; auch See des Geistes - A.d.Ü.), der durch den Willen Brahmâs (innerhalb der göttlichen Trinität ist Brahma der Schöpfergott - A.d.Ü.) erschaffen wurde. Der Herrscher dieses heiligen Reiches war König Dasharatha.

Die Veden inkarnierten als Dasharathas Söhne

Trotz all seines Reichtums und allen Komforts war Dasharatha nicht glücklich, weil er keine Kinder hatte. Er hatte einen Minister mit Namen Sumantra, der ein heiliges Herz hatte und sehr tugendhaft war. Eines Tages trat er an König Dasharatha heran und sagte: „Oh König! Ich habe einen Plan, der alle Eure Probleme lösen und Euch und dem ganzen Volk Glück bringen würde. Das Land wird Wohlstand im Überfluss erlangen, wenn Ihr ashvamedhayajna durchführt. Es gibt noch ein anderes heiliges Ritual, das putrakâmeshtiyajna heißt, durch das Ihr mit Sicherheit Söhne zeugen werdet.“ Dasharatha war glücklich über diesen Rat. Nach Einholung der Zustimmung des Weisen Vasishtha befahl er Sumantra, die nötigen Vorbereitungen für diese Opfer (yajna) zu treffen. Sumantra ersuchte Dasharatha, den Weisen Rishyashringa zu bitten, Hauptpriester für die Durchführung der Opfer zu sein, da dieser mit dieser Art von Ritualen besonders vertraut war.

Damals herrschte König Romapada über das Reich Anga. Er war sehr zufrieden mit dem Weisen Rishyashringa, der sein Königreich aus schwerer Hungersnot errettete. Eines Tages gingen König Dasharatha, Sumantra und König Romapada zusammen zu der Einsiedelei von Rishyashringa. Auf die Bitte Dasharathas hin kam Rishyashringa nach Ayodhyâ und führte die Opfer (yajna) durch. Während des putrakâmeshtiyajna entstieg den Flammen ein strahlendes Wesen mit einem Gefäß, das süßen Reispudding (pâyasa) enthielt. Es übergab das Gefäß dem Weisen Vasishtha, der es wiederum Dasharatha reichte und ihn hieß, den Reispudding gleichmäßig zwischen seinen drei Gemahlinnen aufzuteilen. Die Verfasser des Ramayana, Kamban, Vâlmîki, Tulsîdâs usw. haben unterschiedliche Versionen in Bezug auf das Aufteilungsverhältnis überliefert. Aber keine von ihnen ist richtig. Dasharatha gab allen seinen drei Gemahlinnen die gleiche Menge Reispudding in drei verschiedenen Schalen. Damals wie heute ist das Prinzip der Gleichheit außerordentlich wichtig für den Menschen. Dasharatha wies seine Gemahlinnen an, vor dem Essen des Reispuddings ein heiliges Bad zu nehmen und den Segen des Weisen Rishyashringa zu erbitten.

Die Königinnen nahmen ein heiliges Bad und erbaten den Segen des Weisen Rishyashringa. Sumitrâ indes ging auf die Terrasse, um ihr Haar in der Sonne zu trocknen. Sie hatte die Schale mit Reispudding neben sich gestellt. Da kam eine Dienerin angelaufen und sagte zu ihr, der König habe gebeten, dass sie sofort kommen solle. Sie flocht ihr Haar und war gerade dabei, die Schale zu nehmen, als ein Adler herabschoss und diese im Nu mitnahm. Sumitrâ hatte Angst, dass ihr Gatte Dasharatha und der Weise Vasishtha böse mit ihr sein würden und sie erschauerte bei dem Gedanken, dass der Weise Rishyashringa sie verfluchen könnte. Deshalb lief sie zu den beiden anderen Königinnen, Kausalyâ und Kaikeyî, und klagte ihnen ihre missliche Lage: „Schwestern, durch meine Unachtsamkeit hat ein Adler meine Schale weggenommen. Es war sicher ein Fehler von mir, aber ich habe es nicht absichtlich getan.“ Kausalyâ und Kaikeyî hatten Mitleid mit ihr. Kausalyâ holte sofort eine Schale der gleichen Art und gab die Hälfte ihres Puddinganteils hinein. Kaikeyî tat das Gleiche. Sumitrâ freute sich über ihre Anteilnahme und Hilfe. Alles geschah ganz natürlich. Die drei Königinnen gingen in den Andachtsraum (puja-room) und aßen ihren Pudding. Neun Monate vergingen. An einem segensreichen Tag gebar Kausalyâ Râma. Das war der Zeitpunkt, an welchem die fünf Elemente in Harmonie miteinander waren. Während Sumitrâ zwei Söhne gebar, Lakshmana und Shatrughna, gebar Kaikeyî Bharata. Diese vier Söhne Dasharathas waren die Verkörperung der vier Veden.

Das unzerreißbare Band der Liebe zwischen den vier Brüdern

Die Geburt der vier Söhne Dasharathas erfüllte den königlichen Hof mit Glück. Sie löste im ganzen Königreich Freude aus. Aber Sumitrâ sah sich einem seltsamen Problem gegenüber. Ihre Söhne waren unruhig und schrieen von Geburt an ununterbrochen. Sie wollten weder Milch trinken noch schlafen. Sumitrâ war darüber voller Kummer. Als niemand in der Nähe war, wandte sie sich an den Weisen Vasishtha und erzählte ihm von dem traurigen Zustand ihrer Söhne. Sie sagte: „Guruji, ich erwarte nichts von meinen Söhnen. Ich bin zufrieden, wenn sie ein glückliches und gesundes Leben führen. Sie scheinen keine körperlichen Krankheiten zu haben. Ich kann nicht verstehen, warum sie unruhig sind und seit ihrer Geburt ständig schreien.“ Vasishtha schloss seine Augen, um über den Grund des seltsamen Verhaltens der Kinder nachzudenken. Nach einiger Zeit öffnete er sie wieder und sagte: „Mutter Sumitrâ, du hast sehr viel Glück. Du besitzt die edle Tugend des Gleichmuts (samadrishti = die Wahrnehmung, der alles gleich [wertvoll] erscheint - A.d.Ü.). Wie dein Name sagt, bist du allen eine gute Freundin. Du brauchst dir keinerlei Sorgen zu machen. Lege mit der Erlaubnis Kausalyâs Lakshmana in die Wiege zu Râma. Bitte ebenso Kaikeyî um Erlaubnis, Shatrughna neben Bharata in dessen Wiege zu legen. Dann werden sie aufhören zu schreien und sich normal verhalten.“

Kausalyâ und Kaikeyî erfüllten bereitwillig Sumitrâs Bitte. Sie sagten: „Schwester, bringe Lakshmana und Shatrughna sofort hierher. Sie sind auch wie unsere Kinder. Ist es nicht eine Freude für uns, die vier Brüder zusammen aufwachsen zu sehen?“ Sumitrâ folgte dem Rat Vasishthas. Sobald sie Lakshmana neben Râma in die Wiege gelegt hatte, hörte er auf zu schreien. Genauso war es bei Shatrughna. Sobald er neben Bharata gelegt wurde, hörte auch er auf zu schreien. Lakshmana und Shatrughna waren außerordentlich glücklich, als sie zusammen mit Râma bzw. Bharata waren. Sie lachten fröhlich und begannen überglücklich, ihre Hände und Beine zu bewegen. Als Sumitrâ sah, wie ihre Söhne sich freuten, fühlte sie sich sehr erleichtert.

Nach ein paar Tagen ging Sumitrâ wieder zu Vasishtha und bat ihn, ihr das seltsame Verhalten ihrer Söhne zu erklären. Sie wollte wissen, warum sie ständig geschrieen hatten, bis sie neben Râma bzw. Bharata gelegt wurden. Der Weise Vasishtha begann mit seiner Erklärung wie folgt: „Oh Sumitrâ! Du bist eine edle Seele. Dein Herz ist rein und unbefleckt. Du bist vollkommen selbstlos. Deshalb ist es für dich nicht schwierig, den Grund zu verstehen. Erinnerst du dich daran, dass, als dein Reispudding (pâyasa) von einem Adler weggetragen worden war, Kausalyâ und Kaikeyî dir zu Hilfe kamen, indem sie ihren Reispudding mit dir teilten? Infolgedessen hast du zwei Söhne geboren. Lakshmana wurde aus Kausalyâs Reispuddinganteil geboren. Das bedeutet, dass Lakshmana ein Teil (amsha) von Râma und Shatrughna ein Teil von Bharata ist. Es ist deshalb nur natürlich, dass Lakshmana glücklich ist, wenn er mit Râma zusammen ist, und dass Shatrughna glücklich ist, wenn er mit Bharata zusammen ist.“ Krishna (eine der Inkarnationen Gottes - A.d.Ü.) sagt in der Bhagavadgita (eine der heiligen Schriften Indiens - A.d.Ü.): Der ewige Atman in allen Wesen ist ein Teil meines Seins (mamaivâmsho jîvaloke jîvabhûtah sanâtanah = was in der Welt des Lebendigen zur individuellen Seele [jîva] geworden ist, das fürwahr ist mein Anteil in alle Ewigkeit). Da Lakshmana ein Teil Râmas war, war er immer mit ihm zusammen. Genauso waren auch Shatrughna und Bharata immer zusammen.

Râma und Lakshmana beschützen das Opfer (yajna) von Vishvâmitra

Die Jahre vergingen und die vier Brüder wuchsen zu jungen Männern heran. Dasharatha dachte daran, sie zu verheiraten. Eines Tages, als er gerade mit diesem Gedanken beschäftigt war, kam ein Bote und teilte ihm die Ankunft des Weisen Vishvâmitra mit. Alles geschieht entsprechend der Zeit, der Situation und den Umständen. Gott schafft die notwendigen Umstände, um seinen göttlichen Plan auszuführen. Dasharatha ging persönlich zum Eingang und begrüßte den Weisen indem er sagte: „Swami, es ist unser großes Glück, dass du heute gekommen bist. Ich denke über die Verheiratung meiner Söhne nach. Deshalb bin ich außerordentlich froh und in der Tat gesegnet, dass du heute bei uns bist. Bitte sage mir, was ich für dich tun kann. Ich werde bestimmt deinen Wunsch erfüllen.“ Vishvâmitra sagte, er sei gekommen um Râma mitzunehmen, um sein Opfer (yajna) vor Dämonen zu schützen. Seine Worte trafen Dasharatha wie die Explosion einer Bombe. Er dachte bei sich: ‚Ich habe diese Kinder gezeugt, weil ich jahrelang verschiedene Rituale und Opfer durchgeführt habe. Außerdem hat Râma nie einen Wald betreten oder einen Dämon gesehen. Er hasst niemanden. Er ist voller Liebe und Geduld. Wie kann ich den weichherzigen Râma in den Wald schicken, um gegen die Dämonen zu kämpfen, die sehr grausam sind?’ Bei diesen Gedanken wurde er sehr traurig.

Er sagte zu Vishvâmitra: „Oh ehrwürdiger Weiser, mein Sohn ist sehr jung. Wie kann ich ihn in den Wald schicken?“ Vishvâmitra antwortete: „Oh König! Du hast versprochen, mir meinen Wunsch zu erfüllen. Jetzt nimmst du deine Worte zurück. Die Könige des Ikshvâku-Clans haben immer ihr Versprechen gehalten. Wenn du dein Versprechen brichst, bringst du deinen Clan in Verruf. Entscheide also, ob du deinen Clan in Verruf bringen oder deinen Sohn mit mir gehen lassen willst.“ Dasharatha dachte eine Zeit lang nach, konnte sich aber nicht entscheiden. Er rief den Weisen Vasishtha und bat ihn um Rat. Vasishtha sagte: „Dasharatha, deine Söhne sind keine gewöhnlichen Sterblichen. Sie wurden dir geboren, weil Gott es so wollte. Sie sind aus dem Feuer geboren, was bedeutet, dass sie die Verkörperung der Macht und der Weisheit sind. Sie können nie in Gefahr geraten. Halte deshalb dein Versprechen, das du dem Weisen Vishvâmitra gegeben hast.“

Hier ist auf etwas Wichtiges hinzuweisen. Vishvâmitra war gekommen, um nur Râma mitzunehmen. Râma war bereit, mit ihm zu gehen. Er bat nicht Lakshmana, ihn zu begleiten. Auch Vishvâmitra und Dasharatha baten Lakshmana nicht, Râma zu folgen. Lakshmana folgte Râma aus eigenem Antrieb, weil er ein Teil (amsha) Râmas war. Er folgte Râma wie ein Schatten einem Objekt folgt. Als Vishvâmitra dies sah, dachte er bei sich: ‚Alles geschieht nach dem Willen Gottes.’ Bevor er wegging, sagte er zu Dasharatha: „Oh König! Es gibt keine Kraft auf dieser Welt, die nicht in mir ist. Ich besitze alle mächtigen Kräfte und alle Arten des Wissens. Aber wenn ich die Weihe für das Opfer vorbereite (yajnadîkshâ) und mit der Durchführung des Rituals beginne, darf ich mich an keinem Gewaltakt beteiligen. Dies ist die Disziplin, die für denjenigen vorgeschrieben ist, der ein Opfer (yajna) durchführt. Also kann ich selbst die Dämonen nicht töten. Deshalb nehme ich Râma mit.“

Als sie das Ufer des Sarayu-Flusses erreichten, rief Vishvâmitra: „Râma, komm her!“ Er rief nur Râma und nicht Lakshmana. Trotzdem ging Lakshmana auch zu ihm und setzte sich neben Râma. Vishvâmitra sagte: „Meine Lieben, ich führe euch zum Siddhâshrama (Aschram der Siddhas - A.d.Ü.), wo das Opfer (yajna) stattfinden wird. Ihr seid hierher gekommen, um das Opfer vor Dämonen zu schützen. Ich weiß nicht, wie viele Tage ihr im Wald bleiben müsst. Ihr seid an königlichen Komfort und köstliche Speisen gewöhnt. Aber im Aschram ist niemand, der für euch Speisen bereitet. Ihr müsst vielleicht Tag und Nacht wach bleiben, ohne zu essen und zu trinken, um das Opfer (yajna) zu beschützen. Deshalb werde ich euch zwei Mantras lehren: Bala und Atibala (Mantras mit besonderen Kräften, bei Atibala noch gesteigert - A.d.Ü.). Mit der Kraft dieser Mantras könnt ihr für unbegrenzte Zeit ohne Nahrung, Wasser und Schlaf bleiben.“

Warum lehrte Vishvâmitra Râma diese Mantras, obwohl er wusste, dass Râma eine Inkarnation Gottes war und die Macht hatte, das Opfer zu beschützen? Es handelt sich dabei nur um äußerliche Aktivitäten, die für die Welt bestimmt sind. Râma und Lakshmana rezitierten diese Mantras und hatten infolgedessen während ihres Aufenthalts im Siddhâshrama weder Hunger noch Durst noch Schlafbedürfnis. Als das Opfer im Gange war, gab es ein donnerndes Geräusch. Râma fragte Vishvâmitra: „Swami, was ist das für ein Geräusch? Es hört sich an, als ob Berge auseinander brächen.“ Vishvâmitra antwortete: „Es hat nichts mit Bergen zu tun. Es ist die Stimme der Dämonin Tatakî. Durch ihre Wildheit bringt sie jeden zum Zittern. Sei bereit, ihr entgegenzutreten. Sie kommt.“ Râma hatte Zweifel, ob es sich für einen kshatriya schickte, eine Frau zu töten. Vishvâmitra sagte: „Râma, wenn es darum geht, ein Opfer (yajna) zu beschützen, brauchst du keine Unterschiede zwischen Mann und Frau zu machen. Deine Hauptaufgabe ist es, alle Dämonen zu vertreiben, die kommen, um das Opfer zu stören.“ Da dies der Befehl des Gurus war, gehorchte Râma ihm ohne Bedenken und tötete die Dämonin. Aber sie war nicht leicht zu töten. Es gab einen heftigen Kampf. Wir brauchen nicht auf die Einzelheiten einzugehen. Auch Mârîca und Subâhu (Namen von Dämonen) kamen mit ihren Dämonenarmeen, um das Opfer zu stören. Aber Râma tötete mit einem Pfeil Subâhu und vertrieb mit einem zweiten Pfeil Mârîca auf eine große Entfernung. Danach herrschte Frieden im Siddhâshrama. Rundum gab es Freudenfeiern. Selbst die Götter im Himmel ließen Blumen vom Himmel regnen. Das Opfer wurde erfolgreich beendet.

Unterdessen kam ein Bote aus Mithila (Hauptstadt von König Janakas Reich Videha - A.d.Ü.) und übergab Vishvâmitra einen Brief von König Janaka. Es war eine Einladung an Vishvâmitra zur Teilnahme an einem Opfer, das Janaka durchführen wollte. Vishvâmitra begab sich sofort auf die Reise nach Mithila. Da er ein samnyâsî (ein Mensch, welcher der Welt entsagt hat und in völliger Besitzlosigkeit lebt - A.d.Ü.) war, hatte er kein Gepäck mitzunehmen. Er bat Râma und Lakshmana ihm zu folgen. Doch Râma wollte nicht. Er sagte: „Swami, mein Vater hat mich geschickt, um dein Opfer zu beschützen. Ich bin nicht interessiert an dem Opfer, das König Janaka durchführen will.“ Um Râmas und Lakshmanas Interesse und Begeisterung zu wecken, antwortete Vishvâmitra: „Das Opfer ist kein gewöhnliches Opfer. Im Palast von König Janaka befindet sich der Bogen von Shiva (shivadhanus), den gewöhnliche Sterbliche nicht heben können. Es ist sehr schwierig, ihn auch nur einen Zoll zu bewegen. Eines Tages geschah es, dass Sîtâ, die Tochter Janakas, den Bogen hob. An diesem Tag beschloss Janaka, seine Tochter Sîtâ einem tapferen Mann zur Ehe zu geben, der in der Lage wäre, den Bogen zu spannen. Das Opfer wird in diesem Zusammenhang arrangiert.“

Der göttliche Plan zur Verheiratung von Dasharathas Söhnen

Vishvâmitra überredete Râma und Lakshmana, ihn nach Mithila zu begleiten. Dort hatten sich riesige Menschenmengen versammelt. Auch Könige aus verschiedenen Ländern waren gekommen. Einer von ihnen war Râvana (Name eines Dämonenkönigs - A.d.Ü.). Er war sehr stark und eine Furcht erregende Persönlichkeit. Er war der Erste, der hervortrat, um den Bogen zu heben. Als er zu dem Bogen ging, waren die Könige über seinen Gang und seine Persönlichkeit erstaunt. Sie dachten: ‚Wenn er in der Lage ist den Bogen zu heben, muss König Janaka ihm seine Tochter zur Frau geben. Schon sein Anblick ist fürchterlich. Wie kann Janaka ihm seine Tochter zur Frau geben? Doch warten wir ab, was passiert.’ Râvana versuchte zuerst, den Bogen mit seiner linken Hand zu heben. Aber der Bogen bewegte sich nicht. Dann versuchte er es mit beiden Händen, indem er seine ganze Kraft einsetzte. Doch auch da bewegte sich der Bogen nicht. Bei dem Versuch den Bogen zu heben, verlor Râvana sein Gleichgewicht und stürzte zu Boden. So wurde er zum Gegenstand des Spottes. Einer mit Ego wird bestimmt erniedrigt. Er kann in der Gesellschaft keinen Respekt und keine Ehre erlangen. Das Ego führt zum Ruin. Alle Könige waren überrascht, als sie den mächtigen Râvana so zu Boden stürzen sahen, und sie sagten sich: „Wenn Râvana den Bogen nicht heben kann, dann kann das auch niemand anderes.“ Sie hatten sogar Angst, nach vorne zu treten, um zu versuchen, den Bogen zu heben.

In diesem Augenblick warf Vishvâmitra Râma einen bedeutungsvollen Blick zu. Râma verstand ihn und stand auf. Er war zu dieser Zeit erst fünfzehn Jahre alt. Als er majestätisch zu dem Bogen schritt, fühlten sich alle Menschen von seinem göttlichen Glanz angezogen. Es sah so aus, als ob alle Kräfte ihm wie ein Schatten folgten. Die Menschen waren von seiner göttlichen Gestalt wie hypnotisiert und achteten nicht darauf, was geschehen würde. Lächelnd ging Râma zu dem Bogen, zog sein Obergewand zurecht und legte seine linke Hand an den Bogen. Und siehe da! Der mächtige Bogen war im Nu hochgehoben. Aber er musste gebogen werden, um ihn zu spannen. Als Râma ihn bog, zerbrach er mit einem ohrenbetäubenden Krach. Die Zuschauer waren über die ungeheure Kraft Râmas verblüfft. Sofort wurde Sîtâ mit einer Girlande in der Hand von ihren Dienerinnen herbeigeführt.

Vishvâmitra fragte Râma: „Râma, bist du zu der Heirat bereit?“ Râma antwortete: „Swami, mein Vater hat mich zum Siddhâshrama geschickt, um dein Opfer (yajna) zu beschützen. Ich hatte noch nicht einmal seine Erlaubnis hierhin zu kommen. Ich kann diesen Antrag nicht ohne seine Zustimmung annehmen.“ Vishvâmitra flüsterte dies in Janakas Ohr. Janaka war der gleichen Meinung wie Râma, da er mit dem Verhaltenskodex für Könige (râjanîti) vertraut war. Er sandte sofort seine Boten zu König Dasharatha, um ihn und seine Familie mit königlichen Ehren nach Mithila zu holen. König Dasharatha, seine Familie und sein ganzes Gefolge langten nach drei Tagen in Mithila an. Râma und Lakshmana hatten währenddessen ihr Zimmer nicht verlassen. Die vier Brüder waren überglücklich, sich wiederzusehen. Am vierten Tag fand die heilige Hochzeit statt. Ich habe diese Feier viele Male ausführlich beschrieben. Sîtâ wurde aus der Mutter Erde geboren, und die richtige Tochter Janakas war Urmilâ. Sîtâ sollte Râma, und Urmilâ sollte Lakshmana heiraten. König Janakas Bruder hatte zwei Töchter, Mandavî und Shrutakîrti. Es wurde verabredet, dass sie Bharata und Shatrughna heiraten sollten. Sie schienen perfekte göttliche Paare zu sein.

Bei der Hochzeit musste Sîtâ Râma eine Blumengirlande umlegen. Da sie klein war, konnte sie das nicht tun, weil Râma groß von Statur (âjânubâhu) war. Râma sah, dass er sein Haupt vor Sîtâ beugen müsse, damit sie ihm die Girlande umlegen könnte. Aber er tat dies nicht, damit die Leute nicht sagen könnten, dass Râma, ein tapferer Mann, sein Haupt vor einer Frau gebeugt habe. In jenen Tagen sah eine Frau ihren Mann nicht an. Deshalb hielt Sîtâ ihren Blick gesenkt, während sie die Girlande in der Hand hielt. Lakshmana ist die Inkarnation von Âdishesha, der die Mutter Erde auf seinem Kopf trägt. Râma sah Lakshmana an, als ob er sagen wollte: ‚Warum hebst du nicht den Teil der Erde an, auf dem Sîtâ steht, damit sie mir die Girlande umlegen kann?’ Lakshmana gab Râma zu verstehen, dass es nicht möglich sei, nur einen bestimmten Teil der Erde anzuheben. Wenn er versuchen würde, den Teil der Erde anzuheben, auf dem Sîtâ stand, würden gleichzeitig Râma und auch alle anderen hochgehoben werden. Die Zuschauer wurden unruhig und wunderten sich, warum Râma nicht sein Haupt beugte, damit Sîtâ ihm die Girlande umlegen konnte. Lakshmana, der sehr intelligent war, ersann einen Plan, um das Problem zu lösen. Er warf sich plötzlich Râma zu Füßen nieder und verharrte in dieser Haltung. Râma beugte sich hinunter, um ihn aufzuheben. Diese Gelegenheit ergriff Sîtâ, um Râma die Girlande umzulegen.

Der Heilige Tyâgarâja sang ein Lied, in dem er die große Macht Râmas pries: „Könnte ohne die Macht Râmas ein Affe den mächtigen Ozean überqueren? Würde ohne die Macht Râmas Lakshmî, die Göttin des Wohlstands (und der Wohlfahrt, des Glücks, des Gedeihens und der Schönheit - A.d.Ü.), seine Gemahlin werden? Würde Lakshmana ihn verehren? Würde der intelligente Bharata ihm seine Grüße entbieten? Würde all dies geschehen ohne die große Macht Râmas? Râmas Macht ist in der Tat unbeschreiblich.“

Die Hochzeit wurde in aller Herrlichkeit gefeiert. Alle kamen trotz eines kleinen Zusammenstoßes unterwegs mit Parashurâma wohlbehalten wieder in Ayodhyâ an. Wie es in dem Sprichwort heißt: „Freude ist ein Intervall zwischen zwei Schmerzen.“

Der unvergleichliche Opfergeist von Sumitrâ und Urmilâ

Die Menschen in Ayodhyâ jubelten, als sie die Königspaare sahen. Eines Tages hatte Dasharatha um drei Uhr morgens einen Traum. Er glaubte, dass alles, was man in den frühen Morgenstunden träumt, in Erfüllung ginge. Er hatte geträumt, dass er sehr alt geworden war und seine Hände und Beine zitterten. Er wachte beunruhigt auf, da er diesen Traum als ein böses Omen betrachtete. Er glaubte, dass er vielleicht nicht mehr lange leben würde. Deshalb beschloss er, Râma sofort zu krönen. Wenn der König beschließt etwas zu tun, wer kann ihn dann davon abhalten? Er dachte, dass die Zeit zu knapp sei, großartige Vorbereitungen für die Krönung zu treffen. Er benachrichtigte den Weisen Vasishtha und erhielt dessen Zustimmung. Als er Râma mitteilte, dass er am nächsten Tag zum Kronprinz gemacht werden sollte schwieg Râma, denn er war allwissend und wusste, was geschehen würde. Da er aber ein gehorsamer Sohn war, wollte er dem Wunsch seines Vaters nicht widersprechen.

Die Menschen lesen das Ramayana (s. Fußnote 3). Sie haben Bücher über das Ramayana, die so dick wie Kopfkissen sind. Sie lernen die Verse (shloka) auswendig, aber was hat es für einen Sinn? Sie verstehen die Essenz des Ramayana nicht. Mutter Kausalyâ war sehr tugendhaft. Da sie die älteste Königin war, wurde sie von allen respektiert und alle folgten ihren Anweisungen. Obwohl Kaikeyî die jüngste Königin war, konnte sich keiner ihren Wünschen widersetzen, da sie einen großen Einfluss auf Dasharatha ausübte. Dasharatha konnte ihr keinen Wunsch abschlagen. Sumitrâ jedoch wurde trotz ihrer zahlreichen edlen Eigenschaften keine große Beachtung geschenkt. Dabei können die guten Eigenschaften Sumitrâs und ihrer Söhne nicht mit Worten beschrieben werden.

Die Krönung Râmas fand nicht statt. Nach dem Wunsch Kaikeyîs sollte Râma vierzehn Jahre im Exil verbringen. Bevor er in den Wald ging suchte er seine Mutter Kausalyâ auf, um ihren Segen zu erbitten. Sie weinte und war untröstlich. Nicht nur sie, alle in den inneren Gemächern des Palastes (antahpura) waren in Tränen aufgelöst. Als Lakshmana zu Mutter Sumitrâ ging um ihren Segen zu erbitten, sagte diese: „Mein Lieber, denke nicht, dass du in den Wald gehst. Tatsächlich ist Ayodhyâ ohne Sîtâ und Râma wie ein Wald (aranya). Der Wald, in dem Sîtâ und Râma leben, ist wahrlich Ayodhyâ. Râma ist dein Vater und Sîtâ deine Mutter. Lass dich durch nichts davon abhalten, ihnen zu dienen.“ Hätte eine andere Mutter so etwas gesagt? Sie hätte argumentiert: „Nach dem Kaikeyî gewährten Wunsch soll nur Râma in den Wald gehen. Du brauchst nicht mit ihm zu gehen.“ Jede andere Mutter hätte ihn daran gehindert, in den Wald zu gehen. Aber Sumitrâ, die eine edle Mutter war, dachte anders. Sie hatte alle Tugenden einer idealen Mutter.

Dann ging Lakshmana zu seiner Gemahlin Urmilâ, um sie über seine Entscheidung, mit Râma zu gehen, zu informieren. Urmilâ war sehr tugendhaft. Ihr Opfergeist und ihre Großzügigkeit waren beispiellos. Das sie nicht wusste was geschehen war, war sie dabei, ein Bild der Krönung Râmas zu malen. Sie wollte es ihrem Vater Janaka senden. Als sie ganz in ihre Arbeit vertieft war, trat plötzlich Lakshmana ein und rief sie mit lauter Stimme. Sie erschrak und sprang sofort auf. Als sie so hastig aufstand, goss sie versehentlich Farbe über das Bild, das sie gerade malte. Sie war traurig darüber, dass sie das Bild verdorben hatte. Da sagte Lakshmana: „Râmas Krönung ist wegen Kaikeyî verschoben worden und das Bild der Krönung, das du gerade malst, ist wegen deines Gatten Lakshmana verdorben. Mache dir also keine Sorgen darüber.“ Er teilte ihr mit, dass er mit Râma und Sîtâ in den Wald gehen würde, um ihnen zu dienen. Sie freute sich über seine Entscheidung und bat ihn inständig, Sîtâ und Râma mit der größten Hingabe zu dienen. Sie sagte: „Mein lieber Mann, meine Schwiegermutter Sumitrâ hat dich und deinen Bruder Shatrughna für den Weg des Dienens geboren. Du bist dazu bestimmt, Râma zu dienen, und Shatrughna muss Bharata dienen. Erfülle also deine Pflicht. Aber du solltest während der vierzehn Jahre im Wald niemals an mich denken. Wenn du auch nur einen Augenblick an mich denkst, wirst du nicht in der Lage sein, Sîtâ und Râma mit ganzem Herzen zu dienen.“

Sie drängte ihn nicht, ihr zu erlauben, ihn zu begleiten. Sie bat ihn inständig, Sîtâ und Râma mit der größten Hingabe zu dienen. Sie sagte: „Denke immer an ihr Wohlergehen und diene ihnen gewissenhaft. Vergiss mich in den nächsten vierzehn Jahren vollständig.“ Würde eine andere Ehefrau in solch selbstloser Art und Weise sprechen? Nein. Ihre Großmut und ihre völlige Selbstlosigkeit rührten Lakshmana zu Tränen. Er pries sie, indem er sagte: „Urmilâ, ich hätte nie gedacht, dass du so großmütig bist. Ich werde deine edle Gesinnung immer in meinem Herzen bewahren.“ Urmilâ antwortete: „Denke nicht an meine edle Gesinnung. Denke an die Hochherzigkeit von Sîtâ und Râma und befolge ihre Anweisungen. Sorge dafür, dass sie niemals in Schwierigkeiten geraten.“ Es ist schwer, viele solcher Bespiele für edle Gesinnung und Opfergeist zu finden, wie sie Sumitrâ und Urmilâ der Welt gegeben haben.

Während des Krieges zwischen Râma und Râvana fiel Lakshmana eines Tages in Ohnmacht. Als Râma ihn in diesem Zustand sah, wurde er sehr traurig. Er weinte und sagte: „Wenn ich auf dieser Welt suchte, könnte ich vielleicht eine Frau wie Sîtâ, aber nicht einen Bruder wie Lakshmana finden. Wie kann ich ohne ihn leben?“ Der anwesende Arzt sagte: „Lakshmana kann mit Hilfe einer Pflanze, die Sanjîvinî heißt und auf einem bestimmten Berg wächst, sein Bewusstsein zurückerlangen.“ Hanumân flog sofort zu dem Berg. Da er die Pflanze nicht erkennen konnte, riss er den ganzen Berg aus und begann seine Rückreise. Als er mit dem Berg über Nandigrâma flog, verwechselte Bharata ihn mit einem Dämon und schoss einen Pfeil auf ihn ab. Hanumân fiel mit dem Berg zu Boden. Leute von Nandigrâma und Ayodhyâ kamen herbeigerannt und umringten ihn. Hanumân verbeugte sich vor allen und sagte dann zu Bharata: „Dein Bruder Lakshmana ist auf dem Schlachtfeld ohnmächtig geworden. Der Arzt dort hat verlangt, dass die Heilpflanze Sanjîvinî beschafft werden solle, um Lakshmana wieder zu sich zu bringen. Da ich die richtige Pflanze nicht ausfindig machen konnte, habe ich den ganzen Berg mitgenommen.“ Als sie erfuhren, dass Lakshmana ohnmächtig geworden und Râma voller Kummer war, brachen alle Versammelten in Tränen aus; besonders die Frauen waren untröstlich. Als Hanumân um sich blickte, sah er alle mit Tränen in den Augen, bis auf eine Frau. Sie war niemand anderes als Sumitrâ, die Mutter von Lakshmana. Sie sagte: „Lakshmana kann niemals ein Leid geschehen. Er singt ständig den Namen Râma. Jede Zelle seines Körpers ist mit dem göttlichen Namen Râma erfüllt. Deshalb kann ihm kein Unglück geschehen.“ Mit dieser Überzeugung blieb sie gelassen.

Bharata führte Hanumân zu Urmilâ und stellte ihn vor. Sie verließ nie ihren Raum. Vierzehn Jahre lang, bis zu Lakshmanas Rückkehr, blieb sie in demselben Raum, in dem sie bei seinem Aufbruch in den Wald gewesen war. Solcherart war ihre Entschlossenheit. Sie fragte Hanumân, wo er herkäme. Hanumân erzählte ihr ausführlich alles, was seit der Ohnmacht Lakshmanas auf dem Schlachtfeld geschehen war. Als Urmilâ Hanumâns Bericht gehört hatte, lachte sie und sagte: „Hanumân, weißt du das noch gar nicht? Sogar der Atem Lakshmanas ist von dem göttlichen Namen Râma erfüllt. Wie kann so jemand in irgendeine Gefahr geraten?“

Die Hingabe und Ergebung Urmilâs und Sumitrâs sind im Ramayana nicht besonders hervorgehoben worden. Sie waren die Verkörperungen der Wahrheit, der Rechtschaffenheit und des Opfergeistes. Ihre Ideale sind die Leitsterne eines idealen Lebens für die Welt. Alle sollten Su-mitrâs (gute Freunde) und Su-putras (ideale Söhne) werden. Das Land braucht heute ideale Männer und Frauen. Obwohl Tausende von Jahren vergangen sind, hat das Ramayana nichts von seinem Ruhm eingebüßt. Es ist in den Herzen der Menschen immer neu und immer frisch geblieben. Wer den Namen Râma singt und ihn in seiner göttlichen Form erblickt, wird nicht wiedergeboren werden. Deshalb hat der Weise Vâlmîki die Größe von Râmas Macht und seinen Namen gepriesen.

(Bhagavan sang den Bhajan: ‚Râma ko dana Râma...’. Dann fuhr er mit seiner Ansprache fort.)

Singt immer den Namen Gottes

Verkörperungen der Liebe!
Es gibt keinen wertvolleren Nektar (amrita) als den Namen Râma. Heute haben die Menschen die ständige Kontemplation des Namens Gottes (nâmacintana) vergessen. Sie singen nur Filmschlager. Deshalb befindet sich das Land in Schwierigkeiten. Die Gebildeten, die Intellektuellen und die Wissenschaftler denken überhaupt nicht an Gott. Sie erachten es als für unter ihrer Würde, vibhûti (heilige Asche - A.d.Ü.) auf ihre Stirn aufzutragen. Einige von ihnen haben vibhûti auf ihrer Stirn, wenn sie zu Hause sind, wischen sie aber ab, sobald sie nach draußen gehen. Dieses Verhalten ist der Grund für die Degeneration in der Gesellschaft. Warum sollte man Angst haben, Gottes Namen zu singen? Lasst die Leute reden, was sie wollen. Ihr braucht keine Angst zu haben. Verbreitet die Glorie des Namens Râma auf der ganzen Welt. Ihr könnt jeden Namen Gottes eurer Wahl singen: Râma, Krishna, Govinda, Nârâyana, Shiva, Vishnu usw. Da die Menschen den Namen Gottes vergessen haben, gibt es in jeder Familie Unruhe. Es gibt sogar Streit zwischen Brüdern. Seitdem keine Reinheit mehr im Inneren ist, haben sich unheilige Gefühle eingeschlichen. Die Menschen jagen hinter Geld und hohen Positionen her. Können euch Geld und eine hohe Stellung Schutz geben? Ihr findet auf dieser Welt so viele Menschen, die viel Geld und einflussreiche Stellungen innehaben. Können sie sich des Friedens und des Glücks erfreuen? Nein, nein. Nur der Name Gottes kann euch Frieden und Glück gewähren. Diejenigen, die den Namens Gottes vernachlässigen, führen ihren eigenen Ruin herbei.

Das Wort Râma hat eine innere Bedeutung. Die Silbe ‚ma’ ist die Lebenskraft des fünfsilbigen (pancâksharî) Mantras ‚OM namah Shivâya’. Wenn die Silbe ‚ma’ weggenommen wird, bleibt ‚na Shivâya’, was eine unheilvolle Bedeutung hat. Ebenso ist die Silbe ‚ra’ die Lebenskraft des achtsilbigen (ashtâksharî) Mantras ‚OM namo nârâyanâya’, ohne die er seine Bedeutung verliert. Die Lebenskraft des fünfsilbigen Mantras ‚ma’ und diejenige des achtsilbigen Mantras ‚ra’ bilden zusammen den göttlichen Namen Râma.

Studenten! Devotees!
Allein das Singen des Namens Gottes kann euch beschützen. Geld und hohe Stellungen sind wie vorüberziehende Wolken. Ihr solltet nicht danach verlangen. Man kann in die Politik gehen und eine einflussreiche Stellung erlangen, aber wie lange kann man an der Macht bleiben? Jeden Augenblick kann man von der Macht vertrieben werden. Man sollte sich nicht für die Politik begeistern. Stattdessen sollte man seine Zuflucht zum Namen Gottes nehmen. Nur derjenige ist wahrlich gesegnet, dessen Herz vom Namen Gottes erfüllt ist. Menschen, die keinen Gefallen an dem Namen Gottes finden, mögen euch verspotten. Jemand mag zu euch sagen: „Es gibt keinen Gott.“ Was sollte eure Antwort sein? „Gott mag für dich nicht existieren, aber er existiert für mich. Wer bist du, dass du meinst, du könntest die Existenz meines Gottes bestreiten?“ Niemand hat irgendein Recht, Gott zu leugnen. Vergesst niemals den Namen Gottes, wo immer ihr seid und unter allen Umständen. Kontempliert Gott zu allen Zeiten, an allen Orten und unter allen Umständen (sarvadâ sarvakâleshu sarvatra haricintanam). Prägt euch den Namen Gottes fest und für immer in euer Herz ein.

Bhagavan beendete seine Ansprache mit dem Bhajan: „Râma, Râma, Râma Sîtâ...“

Aus Bhagavans Shri Râma Navami-samdesha (Botschaft - A.d.Ü.) am 21. April 2002 in der Sai Ramesh Krishan-Halle in Brindâvan
(Sanathana Sarathi Mai 2002)

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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