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 Ansprache Sathya Sai Babas am 20.10.2002

 

Jahrestag der Verkündung seiner Avatarschaft


Am 20. Oktober 1940, einem Sonntag, verlor Swami seine Kragennadel.
Damit verschwand auch der Schleier der Täuschung (mâyâ).
Weltliche Bindung verließ ihn in Form der Kragennadel.
Er ging von zuhause weg mit den Worten, mâyâ, die Täuschung,
könne ihn nicht länger binden.
Dies geschah nach einem Besuch in Hampi.

Verkörperungen der Liebe!
Es geschah, als ich in Uravakonda war. Der Bevollmächtigte der Gemeinde von Bellary hatte einen Traum, in dem er angewiesen wurde, ein bestimmtes Haus in Uravakonda aufzusuchen und Sathya nach Bellary zu bringen. Zu gleicher Zeit träumte auch seine Frau, sie solle ihren Ehemann begleiten und Sathya holen. Sie glaubten, Sathya wäre eine große und berühmte Persönlichkeit. Ich bin jetzt nur etwas größer als fünf Fuß und in jenen Tagen war ich noch viel kleiner. Ich trug damals normalerweise ein Hemd und kurze Hosen. Ich war vierzehn Jahre alt. Als ich aus dem Haus kam, erkannten der Beamte und seine Frau mich sofort als dieselbe Person, die in ihrem Traum erschienen war. Sie waren überglücklich und verbeugten sich noch auf der Straße vor mir. Sie nahmen keine Rücksicht auf die Tatsache, dass ich ein kleiner Junge war. Ich war gerade unterwegs zur Schule und trug ein paar Bücher in der Hand.

Der Gemeindebevollmächtigte und seine Frau gingen zu Seshama Raju, dem älteren Bruder dieses (Sai Babas) Körpers und baten ihn: „Bitte bringe Sathya heute nach Bellary. Auch wenn du dafür Urlaub beantragen musst, es ist gleichgültig.“ Einer Person in dieser Stellung konnte man das nicht abschlagen. Deshalb suchte Seshama Raju den Schuldirektor Kameshvar Rao mit dem Gesuch um Urlaub auf und erläuterte ihm den Grund dafür. Kameshvar Rao mochte mich sehr. Er sagte: „Du kannst Sathya nach Bellary oder wohin immer du willst bringen. Diesbezüglich brauchst du mich nicht um Erlaubnis zu fragen.“ Er stellte sogar sein Auto zur Verfügung, um mich nach Bellary zu bringen.

Der Beamte und seine Frau waren drei Tage lang unsere Gastgeber. Sie fuhren mit uns zum Virupaksha Tempel in der nahe gelegenen Region von Hampi. Seshama Raju und seine Frau wiesen mich an, außerhalb des Tempels zu warten und ihre Sachen zu bewachen, während sie unterdessen in dem Tempel gingen, um den Darshan der Gottheit zu haben. Ich stimmte bereitwillig zu und blieb draußen. Sobald sie den Tempel betraten, fanden sie zu ihrem höchsten Erstaunen im Inneren des Heiligtums mich dort stehen, wo eigentlich die Gottheit hätte stehen sollen. Seshama Raju traute seinen Augen nicht und dachte: „Warum kam er hierher, wenn ich ihm eindeutig sagte, draußen zu bleiben und auf unsere Sachen aufzupassen?“ Er verließ sofort den Tempel, nur um mich dort draußen stehen zu sehen! Er ging wieder in den Tempel und sah mich dort ebenso! Er war immer noch nicht überzeugt und sagte zu seiner Frau: „Geh du nach draußen und habe ein Auge auf Sathya. Erlaube ihm nicht, irgendwo hinzugehen. Mittlerweile werde ich in den Tempel gehen und schauen, ob er noch da ist.“ Sie handelte dem entsprechend. Wieder sah er einen lächelnden Sathya im Heiligtum stehen. Auch der Beamte war Zeuge davon. Er erkannte meine Göttlichkeit. Als sie den Tempel verließen, fasste er Seshama Rajus Hände und sagte: „Raju, glaube nicht, Sathya wäre dein Bruder. Er ist kein gewöhnlicher Mensch. Du lässt dich durch seine körperliche Erscheinung täuschen. In ihm liegt göttliche Kraft.“

Wir kehrten zum Hause des Beamten zurück, aßen dort und machten uns auf die Rückreise nach Uravakonda. Der Beamte wollte mir ein Geschenk machen und schlug vor, mir vier Paar Hemden und kurze Hosen nähen zu lassen. Ich erklärte ihm eindeutig, ich würde nicht einmal ein Paar annehmen. Er wollte keinen Druck auf mich ausüben. Dann machte seine Frau den Vorschlag, eine goldene Kragennadel wäre ein angemessenes Geschenk für mich. In jenen Tagen war es für Kinder eine Sache des Prestiges, eine Kragennadel zu tragen. Er kaufte sogleich eine goldene Kragennadel und befestigte sie am Kragen meines Hemdes. Ich protestierte. Unter keinen Umständen habe ich jemals etwas von anderen angenommen. Aber Seshama Raju bestand darauf, dass ich das Geschenk annehme. Er sagte, meine Verweigerung des Geschenks käme einer Missachtung des Beamten gleich. Deshalb gehorchte ich.

Als wir von Hampi zurückkamen, ging ich zur Schule und trug die Kragennadel. Unterwegs fiel die Nadel zu Boden und war nicht mehr zu finden. In mir fand ein größerer Wandel statt. Weltliche Bindung, symbolisiert durch die Kragennadel, verließ mich. Ich beschloss, mich meiner Mission zu widmen, die Leiden meiner Devotees zu lindern. Ich warf die Bücher beiseite und begab mich in den Garten des Steuerbevollmächtigten Hanumantha Rao. Er war ein begeisterter Devotee. Als er mich erblickte, forderte er seine Frau auf, verschiedene köstliche Speisen zuzubereiten. Aber ich rührte keine dieser Speisen an. Seshama Raju kam dorthin und wollte mich zwingen, nach Hause zu kommen. Ich lehnte ab. Niemals zuvor hatte ich mit ihm in dieser Weise gesprochen. Es war nicht meine Art, Älteren Kontra zu bieten. Seshama Raju war deshalb überrascht. „Woher nimmt Sathya diesen Mut?“, fragte er sich. Er konnte um mein lächelndes Gesicht herum ein strahlendes Licht wahrnehmen. Er wollte sofort ein Telegramm nach Puttaparthi senden. Damals brauchte ein Telegramm von Uravakonda nach Puttaparthi wenigstens eine Woche. Deshalb schickte er einen Schuljungen los mit der Nachricht, die Eltern dieses Körpers, Easwaramma und Pedda Venkama Raju, sollten sofort nach Uravakonda kommen. Als sie eintrafen, brachte Seshama Raju sie zu mir. Easwaramma flehte mich mit Tränen in den Augen an: „Sathya, komm, lass uns zurück zu dem Haus deines Bruders gehen.“ Aber ich willigte nicht ein. „Wenn du willst, dass ich komme, werde ich mit dir nach Puttaparthi gehen. Ich werde aus eigenem Antrieb gehen und die Dorfbewohner glücklich machen.“

Auf das liebevolle Beharren des Schuldirektors hin sprach ich damals das Schulgebet. Er pflegte zu sagen: „Raju, du magst jung sein, aber dein Gebet bringt unsere Herzen zum Schmelzen.“ Am Tag, nachdem ich die Schule verlassen hatte, wurde ein anderer Junge, der in der Klasse in meiner Nähe gesessen hatte, aufgefordert, das Gebet zu sprechen. Als er auf die Bühne ging, dachte er an mich und brach in Tränen aus. Alle Schüler und Lehrer waren in Tränen aufgelöst und das gemeinsame Gebet wurde abgesagt. Sie wollten mit mir nach Puttaparthi gehen. Aber wie wäre es möglich gewesen, so viele von ihnen in diesem Dorf zu beherbergen? Ich sagte dann zu Kameshvar Rao, er solle die Jungen irgendwie davon überzeugen, mir nicht zu folgen.

Im Klassenzimmer teilten drei von uns ein Pult; ich saß in der Mitte und Ramesh und Suresh jeweils an meiner Seite. Sie waren nicht sehr erfolgreich in ihren Studien. Wenn immer die Lehrer ihnen Fragen stellten, gaben sie die Antworten, die ich ihnen einflüsterte. Die Zeit unserer öffentlichen E.S.L.C. Prüfungen war gekommen. Unsere registrierten Nummern waren so, dass wir in ziemlicher Entfernung voneinander zu sitzen hatten, so dass sie nicht von mir abschreiben konnten. Sie waren sehr besorgt. Ich flößte ihnen Mut ein mit den Worten: „Ihr braucht gar nichts zu schreiben. Nehmt einfach an der Prüfung teil und tut so, als würdet ihr die Prüfung schreiben. Ich werde mich um das Übrige kümmern.“ Die Prüfung dauerte zwei Stunden. Ich hatte meinen Prüfungsbogen in nur zehn Minuten beantwortet. Ich ließ mir vom Aufseher ein paar Bögen mehr geben und schrieb die Antworten in Rameshs Handschrift. Als ich damit fertig war, nahm ich noch ein anderes Set Prüfungsbögen, verfasste die Antworten in Sureshs Handschrift und schrieb jeweils ihre Namen auf die Antwortbögen. Als die Glocke, die das Ende der Prüfung ankündigte, läutete, standen alle Schüler auf und ich legte still alle drei Prüfungsbögen auf den Tisch des Prüfungsbeauftragten. Niemand erhob einen Einwand. Am kommenden Tag wurden die Prüfungsergebnisse verkündet und nur wir drei bekamen die Note Eins. Die Lehrer wunderten sich, wie auch Ramesh und Suresh den ersten Rang erhalten konnten. Aber Zweifel konnten gar nicht aufkommen. Weil wir weit voneinander entfernt saßen, konnten sie nicht von mir abgeschrieben haben und die Antwortbögen waren in ihrer eigenen Handschrift. Die örtliche Bevölkerung war überglücklich. Die Leute trugen uns in einer großartigen Prozession auf ihren Schultern. Diese zwei Jungen hatten eine so nahe Beziehung zu mir. Als ich Uravakonda verließ, konnten Ramesh und Suresh die Trennung von mir nicht ertragen. Ramesh war völlig verzweifelt, fiel in einen Brunnen und starb. Der andere Junge wiederholte ständig „Raju, Raju, Raju…“ und wurde schließlich verrückt. Er wurde in verschiedene Anstalten gebracht, ohne dass Besserung eintrat. Schließlich kamen seine Eltern zu mir und baten: „Raju, wenn er dich wenigstens einmal sieht, wird er von seiner Geisteskrankheit geheilt werden. Bitte komm und besuche ihn.“ Ich besuchte die Nervenheilanstalt, um ihn zu sehen. Er wiederholte ständig „Raju, Raju, Raju…“. Als er mich sah, vergoss er Tränen, fiel mir zu Füßen und tat seinen letzten Atemzug. Sie hatten sich mir ergeben. Sie beteten darum, dass sie nie von mir getrennt würden.

Als ich nach Puttaparthi kam, stiftete Karnam Subbamma einen Morgen Land neben dem Sathyabhama Tempel, wo ein kleines Haus errichtet wurde. Dort pflegte ich zu leben. Ramesh und Suresh wurden als zwei Hündchen wiedergeboren und kamen zu mir. Die Schwester des Königs von Mysore nannte sie Jack und Jill. Sie waren immer bei mir.

Eines Tages kam die Königin von Mysore, um meinen Darshan zu erhalten. Sie war eine große Devotee und hochgradig orthodox. Täglich führte sie ein Anbetungsritual mit Blumen durch. Nachdem sie die Blumen durch das Besprengen mit Wasser und Milch gereinigt hatte, pflückte sie sie persönlich. Weil es keine vernünftigen Straßen nach Puttaparthi gab, stieg sie in Karnatakanagepalli aus dem Auto und legte die verbleibende Entfernung zum Alten Mandir zu Fuß zurück.

Wo jetzt der Pedda Venkama Raju Kalyana Mandapam steht, befand sich zuvor eine kleine Halle. Die Königin beschloss, sich im Tempel zur Nachtruhe zu legen. Ihr Fahrer aß zu Abend und kehrte nach Karnatakanagepalli zurück, wo der Wagen geparkt stand. Ich bedeutete Jack, den Fahrer zu begleiten und ihm den Weg zu zeigen. Jack lief voraus und der Fahrer folgte. Jack schlief unter dem Wagen. Am nächsten Morgen fuhr der Fahrer mit dem Auto los, ohne zu wissen, dass Jack darunter schlief. Ein Wagenrad fuhr über Jacks Rücken und sein Rückgrat brach. Jack schleppte sich, die ganze Zeit jaulend, den Fluss entlang. Ein Wäscher namens Subbanna pflegte sich Tag und Nacht um den Alten Mandir zu kümmern. Er war sehr loyal und Swami war für ihn sein ganzes Leben. Er rannte zu mir und sagte: „Swami, Jack hat anscheinend einen Unfall gehabt. Er kommt vor Schmerz jaulend hierher.“ Ich ging sofort nach draußen. Jack kam, laut winselnd, nahe zu mir, fiel mir zu Füßen und tat seinen letzten Atemzug. Er wurde hinter dem Alten Mandir begraben und ein Brindavanam wurde über dem Grab errichtet. Entsprechend meiner Anweisungen wurde es an der Seite, nicht in der Mitte, errichtet. Ich sagte, es solle Platz für ein anderes Grab gelassen werden. Nachdem Jack gestorben war, hörte auch Jill zu fressen auf und starb ebenfalls nach ein paar Tagen. Er wurde neben Jacks Grab begraben. Auf diese Weise taten Ramesh und Suresh Askese, um mit mir zu sein. Sogar nach ihrem Tod nahmen sie die Geburt als Hund an, um bei mir zu sein.

Als erstes ging die Kragennadel verloren; dann hörte ich auf, zur Schule zu gehen und die Eltern kamen und brachten mich hierher. Diese Veränderungen führten dazu, dass ich Uravakonda verließ. Als ich in Puttaparthi war, kamen viele Leute aus Bangalore und Mysore in ihren Autos, um mich zu besuchen, unter anderen die Königin von Mysore, die Kaffeepflanzerin Sakamma und der Onkel mütterlicherseits des Königs von Mysore, Desaraj Arasu. Eines Tages baten sie: „Es ist für uns schwierig, oft hierher zu kommen. Wir bitten dich deshalb: Komme nach Mysore und lasse dich dort nieder. Wir werden ein großes Gebäude für dich errichten.“ Ich erwiderte: „Ich will keine herrschaftlichen Gebäude. Ich will hier sein.“ In dieser Nacht kam Mutter Easwaramma mit Tränen in ihren Augen zu mir und sagte: „Swami, die Leute wollen dich aus selbstsüchtigen Motiven hier und dorthin bringen. Wenn du Puttaparthi verlässt, werde ich mein Leben aufgeben. Bitte versprich mir, dass du auf immer in Puttaparthi bleiben wirst.“ Ich gab ihr mein Wort, dass ich Puttaparthi nie verlassen würde. Aus diesem Grund habe ich im Ashram um des Wohlergehens und des Komforts der Devotees willen viele Gebäude errichten lassen.

Als ich klarstellte, dass ich Puttaparthi nicht verlassen würde, beschlossen Sakamma und der Onkel mütterlicherseits des Königs von Mysore, etwas vom Dorf entfernt einen Tempel zu errichten. Sie erwarben dort zehn Morgen Land und begannen mit dem Bau. Ein glühender Devotee namens Vittal Rao bot freiwillig an, den Bau zu überwachen. Zur Zeit der britischen Herrschaft war er ein für Waldangelegenheiten zuständiger Beamter gewesen. Er war der Vater von Jayamma (Prof. Jayalakshmi Gopinath), die gerade gesprochen hat. Er überwachte also die Bauarbeiten. R. N. Rao aus Madras, Niladri Rao, der Schwiegersohn des Fürsten von Pitapuram und der Schwiegersohn des Fürsten von Baroda nahmen alle aktives Interesse an den Bauarbeiten. Da alle zusammenarbeiteten, wurde der Mandir in sehr kurzer Zeit errichtet. Es war schwierig, in der Kriegszeit Eisen für die Bauarbeiten zu beschaffen. Mit Ernsthaftigkeit und Hingabe überwanden sie all diese Hindernisse. Sie baten mich, nicht dort zu erscheinen, ehe die Bauarbeiten abgeschlossen waren, um nicht Unbequemlichkeiten ausgesetzt zu sein. Derart war ihre Liebe zu mir.

Ich erfülle immer mein Versprechen, das ich den Devotees gegeben habe. Was immer ich tue ist für das Glück der Devotees. Ich brauche nichts für mich selber. Ich habe keinerlei Wünsche.

Sie arbeiteten Tag und Nacht, bezahlten die Arbeiter und stellten sicher, dass der Bau erfolgreich vollendet wurde. Jayamma war zu der Zeit sehr jung. Jeden Sonntag pflegte Vittal Rao in seinem Auto hierher zu kommen, um den Arbeitern ihre Löhne zu zahlen. Jayamma bestand darauf, dass sie ihn dabei begleiten dürfe. Vittal Rao liebte seine Tochter sehr. Er ließ für gewöhnlich Essen in Bangalore zubereiten und nahm seine Tochter mit sich mit. Sie hat Swami seit sechzig Jahren gedient. Sie kam zu mir, als dieser Körper 17 Jahre alt war. Jetzt nähert sich dieser Körper seinem 77. Geburtstag. Sie besuchte Prashânti Nilayam sehr häufig, lernte Swamis Bhajans und sang zu seiner Ehre. Auf diese Weise entwickelte sie heilige Empfindungen und intensive Hingabe zu Swami. Man sollte Verdienst besitzen, um die göttliche Nähe zu erfahren. Man kann diese Nähe nicht erhalten, nur weil man darum bittet. Und diese Nähe kann auch nicht verweigert werden. Man erhält sie aufgrund der Verdienste, die man in vergangenen Leben angesammelt hat. Ihre Familie hat grenzenlose Gnade empfangen. Jayammas wiederholte Bezugnahme auf Venkammagaru (Swamis ältere Schwester) in ihrer Rede hat mich berührt.

Venkammagaru pflegte für Swami Essen zu kochen. Jayamma war immer bei ihr, um Kochen zu lernen. Sie hatten eine so innige Freundschaft. Später kam auch Parvatammaguru (Venkammas jüngere Schwester) hierher. Sie wechselten sich darin ab, Swami Essen zu bringen, eine kam morgens, die andere abends. Sie sorgten sich, es wäre nicht sicher, anderen zu gestatten, Essen für Swami zuzubereiten. Sie entlockten mir ein Versprechen, dass ich nur das von ihnen zubereitete Essen zu mir nehmen würde. Sie dienten mir bis zu ihrem letzten Atemzug. Zum Zeitpunkt ihres Todes waren sie im Manipal Krankenhaus in Bangalore.

Als Venkamma von hier nach Bangalore gebracht wurde, war sie bewusstlos und öffnete ihre Augen nicht mehr. Ich ging zu ihr und rief: „Venkamma!“ Sofort öffnete sie ihre Augen und sah Swami. Sie brachte meine Hände nahe an ihre Augen und bot mir so namaskâra dar. Sie vergoss Tränen und verließ ihre sterbliche Hülle.

So geschah es auch in Parvatammas Fall. Auch sie war bewusstlos, als sie nach Bangalore gebracht wurde. Ich ging zu ihr und rief ihren Namen. Sofort öffnete sie ihre Augen, vergoss Tränen und tat ihren letzten Atemzug. Solange sie lebten dienten sie Swami, indem sie tagaus tagein morgens und abends Essen brachten. Eine so enge Beziehung mit dem Herrn ist das Ergebnis von Verdiensten aus früheren Leben. Durch menschliches Bemühen ist es nicht zu erlangen. Sie kümmerten sich nie um ihre schlechte Gesundheit und fuhren fort, Swami mit Liebe zu dienen. Ihre Leben waren geheiligt.

Sogar bis auf den heutigen Tag wird das Essen aus ihren Häusern gebracht. Seshama Rajus Söhne leben hier. Auch Easwarammas Sohn Janakiramaiah (Swamis jüngerer Bruder) lebt hier. Ihr kennt ihn alle. Seine Frau bereitet Essen zu und bringt es mir, ebenso wie Parvatammas Tochter mir Essen bringt. Auf diese Weise dienen sie Swami täglich. Ich esse abends nicht. Jeden Morgen bringen sie mir Essen. So eng ist Swamis Beziehung zu seiner Familie. Manche Inkarnationen fanden aufgrund der Gebete ihrer Eltern statt; aber in Swamis Fall ist es anders. Ich beschloss, wer der Vater und wer die Mutter sein sollte. Dieser Körper hat nicht auf für Sterbliche herkömmliche Weise Geburt angenommen.

Karnam Subbamma war eng an Swami gebunden, obwohl sie nicht physisch mit diesem (Swamis) Körper verwandt war. Sie pflegte tagaus tagein an Swami zu denken. Sie bat mich, in ihrem Haus zu wohnen. Sie war bereit, das Haus für mich aufzugeben. Viele ihrer Verwandten stritten mit ihr: „Wie kannst du als Brahmanin einem Kshatriya erlauben, in deinem Haus zu wohnen?“ Sie erwiderte: „Ich suche niemandes Haus auf. Niemand von euch braucht zu meinem Haus zu kommen. Es genügt mir, wenn Sathya bei mir ist.“ So waren ihre Hingabe und Entschlossenheit. Sie hatte nur einen Wunsch. Sie betete: „Wenn ich meinen Körper verlasse, lass mich deine bezaubernde Form sehen.“ Ich versprach, ihren Wunsch sicherlich zu erfüllen.

Einst fuhr ich, dem Gebet eines Devotees nachgebend, nach Madras. Subbamma war zu der Zeit in Bukkapatnam und wohnte bei ihrer Mutter. Als ich von Madras zurückkehrte, war Subbamma bereits gestorben. Als ich hierher kam, rannten die Leute zu mir und berichteten: „Swami, deine Subbamma ist letzte Nacht gestorben!“ Sofort drehte ich mit dem Wagen um und fuhr direkt nach Bukkapatnam. Ihr Körper lag, in ein Tuch gehüllt, auf der Veranda. Die ganze Familie war schmerzerfüllt. Wenn Swami einmal ein Versprechen gibt, wird er es sicherlich unter allen Umständen erfüllen. Ich beseitigte das Tuch, das den Körper bedeckte. Da sie die Nacht zuvor gestorben war, krabbelten Ameisen über ihren ganzen Körper. Ich rief: „Subbamma!“ Sie öffnete ihre Augen. Im Nu verbreitete sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer. Die Leute von Bukkapatnam strömten an dem Platz zusammen und erzählten einander, dass Subbamma zum Leben erweckt wäre. Subbammas Mutter war damals hundert Jahre alt. Ich wies sie an, ein Glas Wasser mit einem eingeweichten Tulsiblatt darin zu bringen. Ich legte das Tulsiblatt in Subbammas Mund, ließ sie etwas Wasser trinken und sagte: „Subbamma, ich habe mein Versprechen gehalten. Jetzt kannst du friedlich deine Augen schließen.“ Sie antwortete: „Swami, was mehr brauche ich? Ich gehe in Glückseligkeit.“ Freudentränen vergießend hielt sie meine Hände und tat ihren letzen Atemzug. So halte ich unter allen Umständen mein Versprechen und breche niemals mein Wort. Worte reichen nicht aus, um Subbammas Dienst zu beschreiben. In der Zeit des Krishnaavatars konnte Mutter Yashodâ Krishna mehr lieben und dienen als seine leibliche Mutter Devakî.

In jenen Tagen sprachen Easwaramma und Subbamma miteinander durch das Fenster in der Mauer, die ihre Häuser voneinander trennte. Sie konnten sich nicht in ihren Häusern besuchen, weil ihre Ehemänner nicht miteinander sprachen. Aber Easwaramma hatte eine herzliche Beziehung zu Subbamma.

Die Eltern dieses Körpers habe ich selber erwählt. Pedda Venkama Raju (der Vater von Swamis Körper) pflegte den Devotees, die Swami besuchen kamen, zu helfen. Nur um einer Kokosnuss willen oder wegen anderer Besorgungen für die Devotees lief er nach Bukkapatnam. Eines Tages kam er zum Mandir und gab seinem Wunsch Ausdruck, mit mir zu sprechen. Ich hatte bereits eine Gruppe zum Interview gerufen. Ich ließ ihn herein. Er sagte: „Swami, ich sollte keine Schulden hinterlassen. Ich hatte ein kleines Geschäft. Vielleicht habe ich vergessen, jemandem einen oder zwei Paisa zurück zu geben. Ich bitte dich deshalb, am zwölften Tag nach meinem Ableben Essen an die Armen zu verteilen.“ Er zog etwas Geld heraus und legte es in meine Hände mit den Worten: „Dies ist mein hart verdientes Geld. Du kannst es verwenden, um die Armen zu speisen.“ Er erwähnte auch, er hätte zu dem Zweck ein paar Säcke Reis und Zuckerrohr beiseite gelegt. Danach ging er nach Hause, schlief ein und starb einen friedlichen Tod.

Auch Easwaramma hatte ein so heiliges Ende. Da sie mir nachfolgte, wo immer ich hinging, kam sie nach Brindâvan, um am Sommerkurs teilzunehmen. Sie war sehr glücklich, als sie die vielen Studenten sah. Sie schenkte ihnen sogar während des Mittagessens Wasser ein. Sie pflegte zu sagen: „Dank Swami können wir Zeuge dieses großen Geschehens sein.“ Eines Tages wurde an die Studenten wie immer Frühstück ausgeteilt. Auch Easwaramma frühstückte. Venkamma, die sich um ihre Bedürfnisse kümmerte, war zu der Zeit bei ihr. Easwaramma zerrieb Betelnuss in einem Mörser. Ich konnte das Geräusch von oben hören. Plötzlich rief sie aus: „Swami, Swami, Swami!“ Ich erwiderte: „Ich komme, ich komme.“ Ich eilte sofort hinunter und sie tat ihren letzten Atemzug. Sie hatte keinerlei Beschwerden, nicht einmal ein leichtes Kopfweh. Ihre Leben waren geheiligt, weil Swami sie erwählt hatte.

Swami war für Ramesh und Suresh ihr Lebensatem selbst. Obwohl sie sehr jung waren, hegten sie intensive Liebe zu Swami. Weil er wusste, dass ich kein Geld bei mir hatte, ließ Ramesh mir zwei Garnituren nähen und legte sie in mein Pult mit der Notiz: „Wenn du sie nicht annimmst, werde ich mein Leben aufgeben.“ Ich nahm sie nicht an mit den Worten: „Unsere Freundschaft und Liebe sollten nicht auf der Grundlage von Geben und Nehmen beruhen. Unsere Beziehung ist von Herz zu Herz und beruht auf reiner Liebe. Wir sollten nur Liebe miteinander teilen. Es sollte keine Transaktion auf materieller Ebene stattfinden.“ Von da an bis heute nahm ich nie etwas von anderen an. Ich verhalte mich immer in Übereinstimmung mit dem Prinzip: „Hilf immer, verletze nie.“ Dies ist immer mein Motto gewesen. Ich habe nie jemandem Schaden zugefügt. Es bereitet mir große Freude, anderen zu helfen. Deshalb fordere ich die Devotees auf, immer das folgende Gebet zu sprechen:

Mögen alle Menschen in der Welt glücklich sein.
(Lokasamastâh…)

Alle sollten glücklich, gesund und glückselig sein. Mit diesem heiligen Motiv habe ich die Botschaft der Liebe in der ganzen Welt verbreitet. Meine Schüler und Studenten sind mein größter Besitz. Die Schüler der Grundschule, Oberschule und der Universität sind immer mit mir. Sie verlassen Swami nicht und Swami kann nicht ohne sie sein. Mein Leben gilt dem Wohle der ganzen Menschheit. Das Glück der Menschen ist Swamis Glück.

Ich bin nicht daran interessiert, meine Geburtstage zu feiern. Aber die Devotees lassen nicht von mir ab. Sie wollen verschiedenartige Feierlichkeiten haben, aber ich will keine. Ich betrachte euren Geburtstag als meinen Geburtstag. Der Tag, an dem ihr glücklich seid, ist wahrhaft mein Geburtstag. Obwohl die Körper verschieden sind, solltet ihr Unterschieden keinen Raum geben. Alle sind eins – seid zu jedem gleich. Die Beziehung Swamis zu seinen Devotees ist nicht weltlicher Natur. Diese Beziehung beruht auf göttlicher Liebe.

Prema mudita manase kaho…

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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