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 Ansprache Sathya Sai Babas am 19.11.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 19.11.2002, Tag der Frau

 

Die Göttlichkeit leuchtet strahlend im gesamten Universum

und das Universum ist von Göttlichkeit umhüllt.

Zwischen Gott und dem Universum besteht eine
enge untrennbare Beziehung.

Hört auf diese Wahrheit, o tapfere Söhne Bhârats!

Seit undenklichen Zeiten hat Bhârat (Indien) die ursprünglichen Werte der Freundschaft und Harmonie verkündet. Bhârat ist die Geburtsstätte der Spiritualität, der Tugenden, der Mildtätigkeit und Rechtschaffenheit. Es ist das Land des Friedens und Wohlergehens. Seit alten Zeiten haben sich die Bhâratîyas (Inder) intensiv darum bemüht, diese Werte auf der Erde zu etablieren. Was das Verkünden und Verbreiten der Wahrheit betrifft, kann sich kein Land mit Bhârat messen. Es gibt in Indien viele Menschen, die im Bereich der Spiritualität große Fortschritte gemacht haben. Râma herrschte über dieses heilige Land. In diesem Land lehrte Krishna die Bhagavadgita. In eben diesem Land lehrte der Weise Vyâsa die Veden und heiligen Schriften. Es ist das Land, in dem der Weise Vâlmîki das Ramayana verfasste und die Menschheit die Prinzipien der Wahrheit und Rechtschaffenheit lehrte. Was spirituelle Werte angeht, ist absolut nichts diesem Land, ebenbürtig. Obwohl in diesem heiligen Land Bhârat geboren und Bhâratîyas genannt , treten die Bürger Bhârats jetzt nicht hervor, um die Ideale zu verbreiten, für die dieses Land steht. Die Bhâratîyas sollten ihre Kultur achten und verehren, ihrer Kultur folgen und anderen ein Vorbild sein.

Der in Indien wehende Wind ist mit Wahrheit erfüllt. Der von unseren Füßen aufgewirbelte Staub selbst ist voller Dharma, der von Gott gesetzten Ordnung. Duldsamkeit macht das Leben der Bhâratîyas aus. Der durch dieses Land strömende Fluss Ganges ist von Liebe durchdrungen. Wieso ist Indien, die Quelle der Wahrheit, des Dharmas, des Friedens, der Liebe und Gewaltlosigkeit, auf so einen beklagenswerten Zustand gesunken, obwohl es doch seit altersher große Ideale verkündet hat?

Duldsamkeit ist die wahre Schönheit dieses heiligen Landes Bhârat.

Von allen Ritualen ist Festhalten an der Wahrheit die größte Askese.

Das Empfinden der Liebe zur eigenen Mutter

ist das nektargleiche Empfinden in diesem Land.

Tapferkeit ist die größte Tugend dieses Landes und Frieden ist sein Schutzschild. Es ist ein Jammer, dass wir, die wir in diesem Land Bhârat geboren sind, nicht in der Lage sind, unser eigenes Erbe kultureller Werte zu erhalten! Die Jungen und Mädchen sollten nicht um eines Lebensunterhalts willen studieren, sondern in der alleinigen Absicht, die Ideale kundzutun und zu verbreiten, die das Land seit alten Zeiten repräsentiert hat. Die modernen Jungen und Mädchen studieren um kurzfristiger Vorteile willen und nicht mit dem Ziel, die Tradition und Kultur Bhârats zu erfahren und sich daran zu freuen.

Wer wird sich um das Zuhause kümmern,
wenn die Frauen arbeiten gehen?

Wenn Ehemann und Ehefrau ins Büro gehen,
wer erledigt dann die Hausarbeit?

Wenn die Frauen aus dem Haus gehen,
um die Kinder anderer zu unterrichten,

wer schaut dann nach ihren eigenen Kindern?

Wenn die Frauen so wie die Männer arbeiten gehen,

wer bereitet dann in der Küche das Essen zu?

Geld zu verdienen mag ein paar finanzielle Probleme lösen,

aber wie kann das die häuslichen Probleme lösen?

Es scheint so, als ob ungetrübtes Glück nicht das
Los der Frauen wäre!

Heutzutage treten die Frauen, weil sie gebildet sind, mit den Männern in einen Wettbewerb um Arbeitsstellen. Es liegt nichts Falsches darin, arbeiten zu gehen, aber ehe die Frauen einen Job annehmen, müssen sie sich um die Bedürfnisse ihres Heims kümmern. Wenn Frau und Mann ins Büro gehen, wer wird sich dann zu Hause um ihre Kinder kümmern? Weil die Mutter nicht zu Hause ist, um sie richtig anzuleiten, gehen die Kinder in die Irre. Wenn beide Elternteile arbeiten gehen, mögen sie vielleicht ihren Wunsch nach Geld befriedigen; aber es birgt die Gefahr, dass ihre Kinder verdorben werden, denn niemand ist zu Hause, um sie zu disziplinieren. Ihr müsst euren Kindern die von euch erlernten moralischen Werte beibringen. Alles, was ihr studiert habt, hat nur dann einen Wert, wenn ihr euch um den Fortschritt eurer Kinder kümmert. Bildung ist dafür gedacht, das Potential eines Menschen hervorzubringen, das in ihm ruht.

Die Frauen sollten ihre Verantwortlichkeiten erkennen und sich entsprechend verhalten. Die Frauen haben dafür viele Beispiele gegeben. Wie Rajeshvari Patel erwähnte, haben viele Frauen in der Vergangenheit Tugenden in sich entwickelt und ein vorbildliches Leben geführt. Sâvitrîs Verhalten war beispielhaft. Die Frauen jener Tage erledigten nicht nur ihre Haushaltspflichten gewissenhaft, sondern erzogen auch ihre Kinder auf ideale Weise. Sie lehrten ihre Kinder nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eigene Praxis. Heutzutage sind dagegen nicht viele vorbildliche Mütter zu finden. Sie sind mehr daran interessiert, Geld zu verdienen, als ihre Kinder zu idealen Bürgern zu formen. Wenn sie nur ihre Kinder auf vorbildliche Weise erziehen könnten, hätten sie der Nation große Hilfe geleistet. Was bringt es, wenn Frauen arbeiten gehen und Geld verdienen, wenn ihre Kinder falsche Wege einschlagen und niemand da ist, der sie daran hindert? Deshalb sollten die Frauen sich als Erstes in rechter Weise um ihr Heim und ihre Kinder kümmern. Sie sollten der Erledigung ihrer Haushaltspflichten genügend Zeit widmen. Die gebildeten Frauen von heute stellen einen Koch und ein Dienstmädchen ein, um ihre Haushaltspflichten zu erledigen und verbrauchen einen Großteil ihres Einkommens dafür, diesen ein Gehalt zu zahlen.

Candramatî war eine Frau mit einem unverfälschten Charakter. Sie folgte immer ihrem Ehemann Harishcandra. Als sie schwierige Zeiten durchlebten, flößte sie ihm Mut ein mit den Worten: „O König, du bist hochintelligent und gebildet. Du solltest keiner Schwäche nachgeben und niemals von deinem gewählten Pfad abweichen. Wir schwimmen im Meer der Wahrheit .Bevor wir das Ufer erreicht haben, sollten wir nicht von unserem Beschluss ablassen.“ Auf diese Weise ermutigten die Frauen jener Tage ihre Ehemänner, dem Weg der Wahrheit zu folgen. Die Frauen Bhârats bewahrten immer unsere heilige Kultur. Nicht einmal unter extrem beschwerlichen Bedingungen vergoss Sîtâ Tränen. Obwohl sie von Dämonen umzingelt war, fürchtete sie sich nie vor ihnen. Sie verbrachte ihre Zeit in Gedanken an ihren Gemahl Râma und war dadurch ein Vorbild. Dasselbe gilt auch für Damayantî. Sie war tugendhaft und half mit ihrer starken Entschlossenheit ihrem Ehemann, sein Königreich zurückzugewinnen. Auf diese Weise machten sich die Frauen jener Tage mit ihrem gediegenen Charakter und ihrer vorbildhaften Mutterschaft einen Namen. Die Frauen von heute sollten sie als Vorbilder nehmen.

Das aus Tugenden entstehende Glück ist weitaus größer als das Glück, das wir aus unserem Reichtum beziehen. Leider strebt die gebildete Jugend nach Reichtum, körperlicher Kraft und Freundschaft. Aber ohne den Reichtum des Charakters haben diese wenig Wert. Für Männer wie Frauen ist Charakter die Grundlage. Wem es an Charakter mangelt, der ist in jeder Hinsicht schwach. Die Menschen jener Tage strebten nach einem edlen Charakter. Sie waren bereit, sogar ihr Leben für einen gerechten Grund aufzugeben. Die Frauen strebten danach, die Ehre ihrer Ehemänner aufrechtzuerhalten. Die Stärke eines Menschen liegt in seinem Charakter, nicht in dem Geld, das er verdient. Man sollte bereit sein, jeder Schwierigkeit entgegenzutreten, um ein tugendhaftes Lebens zu führen. Das Land befindet sich in gewaltigen Schwierigkeiten, weil es an Männern und Frauen mit Charakter fehlt. Was wir heute brauchen, ist nicht materieller Wohlstand. Wir müssen den Reichtum der Tugenden verdienen. Geld kann euch kein wahres Glück schenken.

Die Frauen sollten den Reichtum der Tugenden entwickeln und ebenso die Ehre ihrer Ehemänner sicherstellen. Männer wie Frauen sollten einen guten Charakter besitzen. Ohne einen guten Charakter wird sich euer ganzes Wissen als vergeblich herausstellen.

Trotz seiner Bildung und Intelligenz

kann ein törichter Mensch sein wahres
Selbst nicht erkennen

und ein übel gesinnter Mensch wird seine
schlechten Eigenschaften nicht aufgeben.

Die moderne Bildung führt nur zu Diskussionen,

nicht aber zur wahren Weisheit.

Was bringt es, weltliche Bildung zu erlangen,

wenn sie euch nicht zur Unsterblichkeit führen kann?

Erwerbt das Wissen, das euch unsterblich machen wird.

Die moderne Ausbildung kann euch nur dabei helfen, einen Lebensunterhalt zu verdienen. Sie dient dem Lebensunterhalt, nicht dem Leben selbst. Tatsächlich ist die moderne Ausbildung die Ursache des gegenwärtigen Verfalls der Moral in der Gesellschaft. In alten Zeiten räumten die Menschen der Wahrheit und Rechtschaffenheit höchste Priorität ein. Sie betrachteten göttliche Liebe als ihr Leben selbst. Um der Wahrheit willen opferten die Frauen Bhârats ihr Leben.

Dieses Land Bhârat war die Geburtsstätte
vieler edler Frauen

wie Sâvitrî, die ihren verstorbenen Ehemann
ins Leben zurückbrachte;

Candramatî, die durch die Kraft der Wahrheit
ein wildes Feuer auslöschte,

Sîtâ, die ihre Keuschheit bewies, indem sie
unversehrt aus dem lodernden Feuer hervorging

und Damayantî, die dank ihrer Keuschheit

einen übel gesinnten Jäger zu Asche verbrannte.

Aufgrund solch tugendhafter keuscher Frauen konnte
dieses gottesfürchtige edle Land

Fülle und Wohlstand erreichen und allen Ländern der
Welt ein Lehrer werden.

Seit undenklicher Zeit hat das heilige Land Bhârat der Welt gegenüber die herausragende Stellung eines Lehrers eingenommen. Es wurde als das Land des Handelns (karma bhûmi), des Opfergeistes (tyâga bhûmi) und der Spiritualität gerühmt. Ihr müsst eure Pflicht erfüllen. Wenn ihr nicht dem Weg des Handelns (karma) folgt, könnt ihr im Leben nicht vorankommen.

Verkörperungen der Liebe!
Ihr verschwendet eine Menge Zeit mit sinnlosem Zeitvertreib. Verschwendete Zeit ist verschwendetes Leben. Unsere Vorfahren vergeudeten niemals auch nur eine Minute Zeit. Sie betrachteten Gott als die Verkörperung der Zeit und rühmten ihn folgendermaßen:

Ich verneige mich vor der Verkörperung der Zeit,

vor Ihm, der die Zeit bezwungen hat, vor Ihm,
der die Zeit transzendiert

und der über die Zeit bestimmt.

Warum habt ihr die Wahrheit vergessen, dass Zeit wahrhaft Gott ist? Ihr wartet begierig auf den Sonntag in der Hoffnung, ihr könntet euch dann entspannen und genießen. In Wirklichkeit solltet ihr traurig sein, dass ihr sonntags Zeit verschwendet ohne zu arbeiten. Ihr müsst eure Zeit in rechter Weise nutzen. Wenn ihr keine Arbeit habt, dann leistet soziale Hilfsdienste. Helft euren Mitmenschen. Seid bereit, für das Wohlergehen eures Heimatlandes jedes Opfer zu vollbringen. Die Bhagavadgita sagt: „Ihr habt ein Recht zu handeln, aber ihr habt kein Recht auf das Ergebnis.“ Ihr müsst eure Handlungen heiligen. Die Menschen sprechen von verdienstvollem (punya) und sündigem (pâpa) Handeln. Wenn die Empfindungen rein sind, wird das Handeln geheiligt und Arbeit wird zum Gottesdienst. Das Leben hat nur dann Bedeutung, wenn ihr eure Zeit recht nutzt. Der Körper (kâya) ist zum Handeln gegeben. Jede Handlung steht mit einer Ursache (kârana) und mit dem Zeitfaktor (kâla) in Verbindung. Es ist des Menschen vorrangige Aufgabe, die Prinzipien von Zeit (kâla), Handlung (karma), Ursache (kârana) und Pflicht (kartavya) zu verstehen und entsprechend zu handeln. Das ist die Hauptlehre der indischen Kultur. Bhârat wurde seit alten Zeiten durch seine ursprüngliche Kultur beschützt. Was ist Kultur? Ihr glaubt, es sei eine bestimmte Lebensweise, aber das ist nicht der Fall. Die indische Kultur ist etwas, das euer Leben in ein vorbildliches verwandelt. Heutzutage sind nicht viele Menschen zu finden, die sich dafür interessieren, über die Größe der indischen Kultur zu lehren. Selbst wenn Menschen dazu bereit sind, sind nur wenige daran interessiert, zuzuhören und auch wenn sie zuhören, sind sie nicht bereit, es umzusetzen. Manche Leute wollen es umsetzen, aber es fehlt ihnen die rechte Unterstützung und Ermutigung.

Verkörperungen der Liebe!
Führt all eure Handlungen mit reinem Herzen durch. Handlungen, die ohne ein reines Herz verrichtet werden, sind nutzlos. Aber ein mit Liebe ausgeführtes geringfügiges Werk trägt Frucht.

Verkörperungen der Liebe!
Dieser Tag (19. November) wird als Tag der Frau gefeiert. Was bedeutet dies? Ihr glaubt, dieser Tag wäre dazu gedacht, ein paar heilige Taten zu vollbringen, Swamis Rede zu hören etc. Es geht nicht nur darum. Ihr solltet eure Zeit auf eine heilige Weise verbringen. Was ihr heute lernt, sollte euer Leben lang euer Ideal bleiben. Entwickelt Selbstvertrauen und bewahrt unter allen Umständen eure Selbstachtung. Was bringt ein Leben ohne diese zwei? Auch wenn ihr weder Geld habt noch stark seid und vielleicht übler Nachrede ausgesetzt seid, bewahrt immer eure Selbstachtung.

Abraham Lincoln führte unter allen Umständen ein Leben der Selbstachtung. Seine Mutter brachte ihm bei: „Auch wenn die Leute dich verspotten oder sich über dich lustig machen, lasse dich davon niemals verwirren und bewahre immer deine Selbstachtung.“ Lincoln folgte uneingeschränkt ihren Lehren. Weil sie zu Hause kein Licht hatten, studierte er unter den Straßenlaternen. Letztendlich wurde er der Präsident von Amerika. Nur aufgrund seines Selbstvertrauens und seiner Selbstachtung konnte er eine so herausragende Position einnehmen. Die Lehren der Mutter spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Zukunft ihrer Kinder zu formen. Die Mutter sollte jede Anstrengung unternehmen, schlechte Eigenschaften ihrer Kinder zu beseitigen und ihnen menschliche Werte wie Wahrheit, Dharma, Frieden, Liebe und Gewaltlosigkeit beizubringen. Viele halten ausführliche Reden über die Bedeutung dieser Werte in unserem täglichen Leben, aber wie viele setzen diese in die Tat um? Nur sehr wenige. Sie sprechen weder die Wahrheit noch vollbringen sie rechtschaffene Handlungen.

Unsere Vorfahren wichen nie und unter keinen Umständen vom Pfad der Wahrheit und Rechtschaffenheit ab. Kein Dharma (Verhaltenskodex) ist größer als das Festhalten an der Wahrheit. Die Veden lehren: Sprich die Wahrheit und handle gemäß der von Gott gesetzten Ordnung. Eure Gedanken, Worte und Taten sollten in Harmonie sein. Es heißt: Der Mensch sollte den Menschen studieren.

Heute weiß niemand, was der andere denkt, weil seine Gedanken, Worte und Taten völlig auseinanderklaffen. Mit diesem unethischen Verhalten verschwendet der Mensch sein Leben. Die Zunge ist gegeben, um die Wahrheit zu sprechen.

O Zunge, die den Geschmack kennt!

Du bist sehr heilig.

Sprich die Wahrheit in der gefälligsten Weise.

Singe unablässig die göttlichen Namen Govinda,
Mâdhava und Dâmodara.

Das ist deine vorrangige Aufgabe.

Die Zunge, dazu bestimmt, heilige Worte zu äußern, wird benutzt, um andere zu kritisieren. Das Schicksal eines solchen Menschen ist nicht mit Worten zu beschreiben. Unsere Vorfahren hegten eine so große Liebe zu ihrem Heimatland, dass sie immer wieder in diesem heiligen Land Bhârat geboren werden wollten. Aber die Leute empfinden heutzutage weder Liebe zum Land noch lieben sie Dharma. Stattdessen entwickeln sie Liebe zum Körper. Der Körper gleicht einer Blase im Wasser. Wie lange könnt ihr den Körper erhalten? Früher oder später wird er zerfallen. Entwickelt deshalb Liebe zum Selbst (âtman); sie allein kann die gesamte Welt beschützen. Entwickelt das Vertrauen, dass derselbe Atman in euch wie auch in allen anderen ist. Wenn euer Glaube so stark ist, wird die ganze Nation erblühen. Wer das Selbst liebt, ist ein wahrer Mensch. Ohne Liebe zum Selbst ist das eigene Leben vergeudet.

Verkörperungen der Liebe!
Dieser Tag ist sehr heilig. Griham ammayi, die Mutter dieses Körpers (Easwaramma), sprach zu allen mit Liebe. Sie konnte das Leiden anderer nie ertragen. Sie pflegte die Treppe heraufzukommen und mich anzuflehen: „Swami, sie sind in einem elenden Zustand. Bitte rufe sie und sprich mit ihnen.“ Weil ihr Herz voll Mitgefühl war, hat sich ihr Ruhm so weit verbreitet. Um einen guten Ruf zu erhalten, müsst ihr heilige Worte sprechen und anderen helfen. Wann immer Mutter Easwaramma mit einer solchen Bitte zu mir kam, tat ich so, als ob ich ärgerlich wäre und schalt sie mit den Worten: „Warum kommst du mit Vorschlägen hierher? Ich will sie nicht hören.“ Aber sie blieb beharrlich und bat weiterhin: „Swami, bitte, habe Mitleid mit ihnen. Sie brauchen dringend deine Hilfe. Bitte, sprich einmal mit ihnen.“ Ich war glücklich und dachte bei mir: „Wie mitfühlend und gütig sie ist!“ Hri und dayâ (das Sanskritwort für Mitgefühl) ergibt hridaya (der Sanskritbegriff für Herz). Das Herz ist voller Mitgefühl. Doch heutzutage besitzt der Mensch nicht dieses mitfühlende Herz, sondern er spricht barsche Worte und erhält dadurch einen schlechten Ruf. Man sollte sanft und liebevoll sprechen. Verletzt nie durch barsche Worte die Gefühle anderer.

Verkörperungen der Liebe!
Als Erstes sollten die Frauen ihre Zunge beherrschen. Weil die Männer in vielfache Aktivitäten eingebunden sind, mag es für sie schwierig sein, ihre Zunge zu beherrschen. Deshalb ist es die Aufgabe der Frauen, sich gewissenhaft um das Heim zu kümmern und sich in gefälliger Weise zu verhalten. Behandelt die Gäste herzlich und helft im euch möglichen Ausmaß denen, die es brauchen. Heutzutage legen die Menschen nur Lippenbekenntnisse ab, ohne ihre Worte in die Tat umzusetzen. Ihr solltet denen Sympathie zeigen, die in Schwierigkeiten sind und versuchen, sie zu trösten. Ihr solltet sie mit beruhigenden Worten aufheitern und trösten. Menschen, die barsche Worte sprechen, sind wahrhaft Dämonen. Wenn ihr die Gefühle anderer verletzt, werdet ihr wiederum in doppelter Weise verletzt werden. Ihr könnt den Folgen eurer Handlungen nicht entkommen. An diese Wahrheit müsst ihr euch erinnern. Wenn ihr euch so verhaltet, dass ihr andere nicht verletzt, wird euer Leben geheiligt sein. Die Leute wollen Befreiung erlangen. Was ist Befreiung? Helft immer, verletzt nie. Darin liegt wahre Befreiung. Von Täuschung und Bindung (moha) frei zu werden ist wahre Befreiung. Versucht nicht, Fehler in anderen zu finden. Denkt daran: Wenn ihr einen anklagenden Zeigefinger auf jemanden richtet, zeigen drei Finger eurer Hand auf euch zurück (Swami demonstriert die Geste).

Wahrheit ist der wahre Schmuck des Halses,

Mildtätigkeit ist der wahre Schmuck der Hand.

Wenn ihr keine barmherzigen Taten durchführt, sind eure Hände nutzlos. Ihr müsst jedes Glied eures Körpers durch heilige Aktivitäten heiligen. Eure Augen sollten nur heilige Dinge anschauen. Wisst ihr, was für eine gewaltige Kraft in euren Augen verborgen liegt? In den Augen befinden sich Abermillionen Lichtstrahlen. In den alten Zeiten riefen die Menschen den Sonnengott um seine Gnade an, um besser sehen zu können. Wenn ihr die Anbetung des Sonnengottes (sûryanamaskâra) durchführt und seine Gnade erweckt, werden die Lichtstrahlen in euren Augen strahlender werden. Wenn ihr hingegen nach Fehlern in anderen schaut, wird der Sonnengott euren Augen seine Strahlen entziehen und euch blind machen. Nutzt deshalb die von Gott gegebenen Glieder in rechter Weise.

Verkörperungen der Liebe!
Diese Lehren könnt ihr in eurem täglichen Leben leicht anwenden. Nehmt sie nicht auf die leichte Schulter, nur weil sie einfach sind. Obwohl sie einfach erscheinen, führen sie euch zur Befreiung. Es ist euer gutes Los (adrishtam), dass ihr mit Augen gesegnet seid, um zu sehen. A-drishtam bedeutet das, was unsichtbar ist. Ihr könnt die Ergebnisse eurer verdienstvollen Handlungen vielleicht nicht sehen, aber sie verleihen euch im gebührenden Ablauf der Zeit alles Glück und alle Bequemlichkeiten. Das ist adrishtam. Es gibt viele Dinge, die euch folgen, ohne dem bloßen Auge sichtbar zu sein.

Verkörperungen der Liebe!
Dieses Land Bhârat ist höchst bedeutend. Es hat euch den Reichtum von Einsicht (vijnâna), Erkenntnis (sujnâna) und Weisheit (prajnâna) geschenkt. Aber die Glücklosen sind unfähig, diesen Reichtum zu empfangen. Die Upanischaden rühmen den Menschen auf verschiedene Weisen. Mânava (Sanskritbegriff für Mensch) bedeutet jemand, der heilig und mit unendlicher Kraft versehen ist und Weisheit übermittelt. Aber der Mensch ist nicht in der Lage, die Bedeutung seines eigenen Namens zu verstehen und schlägt den falschen Weg ein. Euer Glück oder Unglück hängt von euren Handlungen ab. Ohne diese Wahrheit zu erkennen, verübt ihr böse Taten. Wenn die Folgen eurer Handlungen euch treffen, tut es euch leid. Was bringt das? Ihr müsst von Anbeginn an darauf achten, keine Sünde zu begehen. Ihr müsst jede Anstrengung unternehmen, göttliche Gnade zu verdienen. Welche Handlung auch immer ihr durchführt, weiht sie Gott. Nur dann wird euer Leben geheiligt sein. Was ihr erwerben solltet, sind nicht weltlicher Wohlstand und Bequemlichkeiten. Ihr müsst den Wohlstand von Einsicht, Erkenntnis und Weisheit (vijnâna, sujnâna und prajnâna) erhalten, der euch ewig begleiten wird. Wenn ihr diesen wahren ewigen Wohlstand erwerbt, habt ihr Gottes Gnade erlangt.

Verkörperungen der Liebe!
Viele Frauen haben sehnsüchtig auf den 19. November gewartet, um den Tag der Frau zu feiern. So edel zu denken ist wahrhaft euer gutes Los. Gebt alle negativen Gedanken auf und entwickelt heilige Empfindungen. Führt ein beispielhaftes Leben. Die Upanischaden messen dem menschlichen Leben großen Wert bei. Euer Leben sollte dem entsprechen. Die Upanischaden sind die Schatzkammer des Wissens. Die Veden enthalten Mantren wie das Purushasûkta, Shrîsûkta usw. Selbst wenn man die Veden gemeistert hat: Solange man die Upanischaden nicht studiert, wird sich alles Erlernte als nutzlos herausstellen. Aus diesem Grund beginnen die Menschen mit dem Studium der Upanischaden, nachdem sie das Studium der Veden beendet haben. Die Upanischaden bringen euch näher zu Gott. Ich wünsche, dass ihr den Lehren der Upanischaden folgt und eure verborgene göttliche Kraft manifestiert. Ich segne euch alle und beende meine Ausführungen.

Bhagavan singt: Hari bhajana bina…

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Ansprache. 

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.