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 Ansprache Sathya Sai Babas am 19.01.2002

 

Entzündet die Lampe der Moral in eurem Herzen

Man mag alle Arten des Wissens beherrschen,

man mag seine Gegner in Debatten bezwingen,

man mag mit Tapferkeit und Mut auf dem Schlachtfeld kämpfen,

man mag ein Kaiser sein, der über riesige Reiche herrscht,

man mag Kühe und Gold als Zeichen der Nächstenliebe zum Geschenk darbieten,

man mag die zahllosen Sterne am Himmel zählen,

man mag die Namen der verschiedenen Lebewesen auf der Erde aufzählen,

man mag Experte sein in den acht Arten des Yoga,

man mag sogar den Mond erreichen.

Aber gibt es jemanden, der den Körper,
den Geist (mind) und die Sinne beherrschen kann,
den Blick nach innen richten und den höchsten
Zustand geistigen Gleichmuts erreichen kann?

(Gedicht in Telugu)

 

Geduld ist die wirkliche Schönheit in diesem
heiligen Land Indien (Bhârat). Von allen Ritualen
ist das Festhalten an der Wahrheit die größte Bußübung.
Das nektargleiche Gefühl in diesem Land ist das Gefühl
der Liebe zur Mutter. Charakter wird höher bewertet
als das Leben selbst. Die Menschen haben die Grundlagen
dieser großen Kultur vergessen und ahmen heute die westliche
Kultur nach. Ach! Was ist mit diesem Land geschehen?
Die Inder (bhâratîya) sind sich der Bedeutung ihres kulturellen
Erbes nicht bewusst, so wie ein mächtiger Elefant sich seiner
eigenen Stärke nicht bewusst ist.

(Gedicht in Telugu)

Verkörperungen der Liebe!
Der Mensch gibt sich alle Mühe, den Zustand der Vollkommenheit zu erlangen. Es ist die Kultur, die den Menschen in diesen Zustand der Perfektion führt. Der Mensch muss heilige Handlungen ausführen, um Reinheit, Kultur und Charakter in sich aufzunehmen. Liebe ist das grundlegende Prinzip des Lebens. Füllt euer Leben mit Liebe. Liebe ist Gott. Lebt in Liebe. Der Mensch missbraucht sein Leben, indem er dieses heilige Prinzip der Liebe ignoriert und böse Eigenschaften wie Hass, Neid, Prunk und Angeberei entwickelt.

Die Ehre einer Nation hängt ab von der Moral
ihrer Bevölkerung. Das Fehlen von Moral wird
das Land mit Sicherheit in Verruf bringen.
Wahre Mitglieder der menschlichen Rasse sind die,
die die Moral hochhalten. Hört auf diese Wahrheit,
oh ihr Kinder Indiens!

(Gedicht in Telugu)

Einheit und Reinheit führen zur Göttlichkeit

Heutzutage ist die Moral unter den Menschen gesunken. Man kann jemanden ohne Moral nicht wirklich als Mensch bezeichnen. Entzündet die Lampe der Moral in eurem Herzen. Nur dann könnt ihr das Leben eines wahren Menschen führen. Moral ist die Grundlage der menschlichen Gesundheit. Deshalb sollte der Mensch die Moral als seine Lebensgrundlage ansehen. Er sollte die Wahrheit erkennen, dass das menschliche Leben dazu gedacht ist, die Moral aufrecht zu erhalten.

Meint nicht fälschlicherweise, dass allein der Körper, der aus den fünf Elementen zusammengesetzt ist, einen Menschen ausmacht. Es ist falsch, unangebrachte Anhaftung an den Körper zu entwickeln, der nicht von Dauer und nur kurzlebig ist. Neben dem Körper ist der Mensch ausgestattet mit manas (Geist im relativen Sinn; durch manas werden die Eindrücke der äußeren Welt empfangen, die der Unterscheidungskraft [buddhi] unterbreitet werden – A.d.Ü.), buddhi (Intellekt, Unterscheidungskraft) und samskâra (innewohnende spirituelle Kenntnisse). Diese drei haben ihren Ursprung im Atman . Auf dieser Grundlage verkündet die Bhagavadgita: Der ewige Atman in allen Wesen ist mein Anteil (mamaivâmsho jîvaloke jîvabhûtah sanâtana = was in der Welt des Lebendigen zur individuellen Seele [jîva] geworden ist, das fürwahr ist mein Anteil in alle Ewigkeit). Der Geist ist ein Aspekt des Atman. Betrachtet ihn nicht nur als ein Bündel von Wünschen. Vom weltlichen Standpunkt aus gesehen mag er ein Bündel von Wünschen sein, vom spirituellen Standpunkt aus ist der Geist jedoch ein Bündel von Göttlichkeit.

Was benötigt der Mensch zur Erlangung des Göttlichen? Zuallererst muss er Einheit entwickeln, um Göttlichkeit zu erlangen. In der Einheit liegt wahre Kultur. Einheit ist das Ideal, das der Mensch erstreben sollte. Jede gewaltige Aufgabe kann durch Einheit vollbracht werden. Die Menschen haben die Unabhängigkeit erreicht, doch die Einheit müssen sie noch erzielen. Wir finden überall Verschiedenheit. Manche Menschen glauben, dass Swami dieses Super-Spezial-Krankenhaus errichtet hat als Hilfe für die Leute in Karnataka. Ich mache keinen Unterschied zwischen dem einen und anderen Gebiet. Deshalb habe ich es nicht für die Menschen in einem bestimmten Gebiet gebaut, sondern um der gesamten Menschheit willen.

Der Mensch sollte sich bemühen, die Einheit in der Vielheit zu sehen und dadurch Göttlichkeit zu erreichen. Einheit führt zu Reinheit. Wo Reinheit ist, da ist Göttlichkeit. Ihr könnt nur durch Einheit, Reinheit und Göttlichkeit Glückseligkeit erfahren. Ihr könnt nie Glückseligkeit erreichen, wenn ihr das Gefühl von Verschiedenheit nicht aufgebt und nicht den Geist der Einheit entwickelt.

Es ist wahr, dass Gesundheit Reichtum ist. Gesundheit ist das fundamentale Bedürfnis des Menschen (ârogyam mûlam uttamam). Wenn ihr jedoch den Zustand der Glückseligkeit erreicht, könnt ihr euch immer guter Gesundheit erfreuen. Glückseligkeit leitet sich nur her von Gott. Der Mensch lässt sich von dem Gefühl täuschen, dass er ein glückseliges Leben führen kann, wenn er Reichtum und eine einflussreiche Stellung erlangt. Weder Reichtum noch eine einflussreiche Position können euch Glückseligkeit verleihen. Glückseligkeit kann man nur erfahren, wenn man die Einheit in der Vielheit sieht. Wenn ihr unfähig seid, Glückseligkeit zu erlangen, werden alle Dienstleistungen, wie der Bau von Krankenhäusern, wenig Wirkung zeigen.

Aus Krankenhäusern sollten keine Geschäftszentren werden

Jeder, der in unserem Krankenhaus arbeitet, seien es Ärzte, Schwestern, medizinische Hilfskräfte oder Techniker, ist erfüllt vom Geist der Einheit. Dieses Krankenhaus veranschaulicht das Ideal der Einheit. Alle Angestellten dieses Krankenhauses arbeiten in dem Gefühl, dass sie zu einer Familie gehören. Einheit ist das Grundprinzip dieses Hospitals. Dieses Prinzip der Einheit versetzt die Menschen in einen Zustand der Begeisterung. Unser Krankenhaus strebt nicht nach Geld, nicht danach, sich einen Namen zu machen, nicht nach Ruhm. Im alten Indien gab es Ausbildung, Gesundheitsfürsorge, Nahrung und Wasser kostenlos. Es ist mein Wille (samkalpa), dieses alles völlig kostenfrei bereitzustellen.

Unser Krankenhaus ist kein Geschäftszentrum. Überall auf der Welt sind Krankenhäuser zu geschäftlichen Zentren geworden. Es ist eine der schlimmsten Sünden, ein Krankenhaus nur zum Zwecke des Geldverdienens zu betreiben. Ihr solltet bedenken, dass auch ihr eines Tages krank werden könnt. Deshalb solltet ihr die Patienten liebevoll behandeln, ohne etwas dafür von ihnen zu verlangen. Ihr solltet kein Geld von ihnen erwarten. Wenn ihr Geld von ihnen verlangt, ist all euer Opfer nutzlos. Nachdem ich dieses Krankenhaus begonnen habe, sind viele Ärzte auf mich neidisch geworden und haben begonnen, Schwierigkeiten zu machen. Komme was da wolle, ich werde diese heilige Aufgabe nie aufgeben. Ihr Neid wird mich in meinem Entschluss, diese heilige Aufgabe noch energischer fortzuführen, nur bestärken. Sie werden selbst letztendlich durch ihren Neid vernichtet werden.

Es wird nur Frieden und Sicherheit auf der Welt sein,

wenn die Menschen den Hass und die Gewalt aufgeben,

das Gefühl der Liebe verinnerlichen

und die Einheit der Menschheit verwirklichen.

(Gedicht in Telugu)

Man sollte nie neidisch sein auf den Wohlstand anderer. Neid (asûyâ) ist eine schlechte Eigenschaft. Neid und neidlos sein (anasûya) sind Schwestern. Anasûyâ wurde mit drei Söhnen gesegnet: der göttlichen Trinität Brahmâ (Schöpfergott – A.d.Ü.), Vishnu (Erhalter der Schöpfung – A.d.Ü.) und Maheshvara (= Shiva = Zerstörer, Auflöser, Umwandler – A.d.Ü.). Asûyâ hatte auch drei Söhne, nämlich kâma (Wunsch, Habgier), krodha (Zorn) und dvesha (Hass). Asûyâ verleitet euch zu allen schlechten Eigenschaften. Sobald ihr asûyâ aufgebt, könnt ihr die Gnade der göttlichen Trinität gewinnen. Ihr solltet euch an guten Aktivitäten beteiligen und denen, die solche unternehmen, eure Zusammenarbeit anbieten. Wenn ich einmal eine heilige Aufgabe beginne, werde ich nie damit aufhören. Es gibt viele arme und unterdrückte Menschen, die wegen Mangel an richtiger medizinischer Versorgung leiden. In den großen Krankenhäusern kümmert sich niemand um sie, weil sie die kostspielige Behandlung nicht bezahlen können. Was heißt Behandlung, man erlaubt ihnen nicht einmal, irgendwo in die Nähe des Haupteingangs des Krankenhauses zu kommen. Kann es eine größere Sünde als diese geben? Deshalb entschied ich mich, alle diese armen und hilflosen Menschen mit kostenfreier medizinischer Behandlung zu versorgen.

Trinkwasserprojekt für Chennai (Madras)

Neben angemessener medizinischer Behandlung ist sauberes Trinkwasser ebenfalls sehr wichtig für ein glückliches und gesundes Leben. Mein Aktionsplan für das Wohlergehen der Menschheit ist gewaltig. Er gelingt bestimmt. Wenn man eine heilige Aufgabe beginnt, braucht man sich um die Mittel dafür keine Sorgen zu machen. Unser Land Indien hat keinen Mangel an Mitteln. Aber es gibt sehr wenige, die die edle Absicht haben, der Gesellschaft Gutes zu tun. Wenn ihr eine heilige Aufgabe übernehmt, wird selbst die Natur ihre Hilfe gewähren. Das heilige Epos Ramayana gibt umfassend Zeugnis hierüber. Als Râma (eine der Inkarnationen Gottes – A.d.Ü.) sich nach Lanka begab, um seine Gemahlin Sîtâ zu retten, boten ihm nicht nur die Natur, sondern Affen und andere Tiere alle Hilfe an. Aber der Mensch engagiert sich heute nicht für gute Tätigkeiten. Er verschiebt sie immer wieder, und das ist nicht gut.

Wenn ihr heute eine gute Tat sät, werdet ihr morgen samskâra (innewohnende spirituelle Kenntnisse – A.d.Ü.) ernten. Samskâra führt zur Reinheit, die wiederum Verdienste bringt. Das ist euer großes Glück. Der Mensch sollte immerfort gute Handlungen ausführen. Er sollte sie nie verschieben. Anlässlich dieses heiligen Ereignisses habe ich mich entschlossen, noch ein anderes Hilfsprojekt durchzuführen. In Madras herrscht Trinkwasser-Knappheit. Die Reichen können sich Wasser mit Tankschiffen und Tankwagen besorgen, was aber ist mit den Armen? Sie verderben sich ihre Gesundheit damit, dass sie Regenwasser aus Teichen und Pfützen trinken. Deshalb habe ich mich entschlossen, was immer auch die Schwierigkeiten sein mögen, die Menschen in Madras mit Trinkwasser zu versorgen. Das Wasser der Flüsse Godâvari und Krishna wird ins Meer abgeleitet, ohne dass es vorher richtig genutzt wird. Selbst in Rayalasîma leiden die Menschen unter Wasserknappheit. Die Gebiete Bellary, Anantapur, Cuddapah und Kurnool werden als rückständig angesehen. Ich will alle diese vier Gebiete ebenfalls mit Trinkwasser versorgen. Dieses Projekt wird Erfolg haben. Daran gibt es keinen Zweifel.

Gebraucht eure Sinne richtig

Der Mensch sollte unerschütterlichen Glauben haben. Aber heute hat der Mensch keinen Glauben an sich selbst. Wie kann er dann Glauben an Gott haben? Die Menschen sind blind geworden, weil sie die Augen des Glaubens verloren haben. Nur jemand mit Glauben kann als wahrer Mensch bezeichnet werden. Der Mensch missbraucht solch eine heilige Geburt. Wir sollten unser kostbares menschliches Leben richtig nutzen, indem wir heilige Aufgaben übernehmen. Die Geburt als Mensch ist die seltenste von allen (jantûnam narayanma durlabham). Helft anderen. Nur dann kann euer Leben Erfüllung finden. Ihr wisst, warum euch Hände gegeben wurden? Nur zum Essen? Nein. Sie sind dazu bestimmt, anderen zu dienen. Ihr wisst, warum euch die Zunge gegeben wurde? Um in eitlem Klatsch zu schwelgen? Nein. Sie ist dazu bestimmt, den Namen Gottes zu singen. Auf diese Art sollten alle Sinne richtig genutzt werden. Buddha tat dieses. Er studierte zahlreiche heilige Texte, traf viele heilige Menschen und hörte ihren Lehren zu. Aber er war nicht zufrieden. Schließlich wurde ihm klar, dass religiöse Übungen nichts ausrichten, wenn man seine Sinne nicht richtig benutzt.

Seht nichts Schlechtes, seht was gut is.

Hört nichts Schlechtes, hört was gut ist.

Redet nichts Schlechtes, redet was gut ist.

Denkt nichts Schlechtes, denkt was gut ist.

Tut nichts Schlechtes, tut was gut ist.

Dies ist der Weg zu Gott.

Um eure Sinne zu reinigen, solltet ihr sie für den Dienst an anderen nutzen. Ihr werdet zu dem, wie ihr fühlt (yad bhâvam tad bhavati). Wenn ihr Schlechtes seht, schlechtem Reden zuhört, in schlechten Handlungen schwelgt, werdet ihr schließlich schlecht. Wenn ihr keine Hilfsdienste verrichten könnt, dann redet wenigstens angenehm und freundlich. Ihr könnt nicht immer gefällig sein, aber ihr könnt immer gefällig reden. Der Mensch spricht heute unfreundliche Worte, die die Gefühle der anderen verletzen. Er missbraucht seine Sinne. Wie kann er dann erwarten, gesund und glücklich zu sein? Macht heiligen Gebrauch von euren Sinnen, damit ihr euch völliger Gesundheit erfreuen könnt. Ihr mögt ein Armer sein oder ein Millionär. Ihr mögt Geld haben oder nicht, Gott aber hat jedem von euch fünf Sinne gegeben. Gebraucht sie richtig und heiligt euer Leben.

Heiligt euer Leben, indem ihr den Armen und Bedürftigen dient

Verkörperungen der Liebe!
Jeder von euch ist versehen mit hridaya (Herz). Das Herz wird (in Sanskrit) hridaya genannt, weil es mit dâya (Mitgefühl) angefüllt ist. Heute ist das Herz des Menschen voller unfreundlicher Gefühle. Die Eigenschaft der Freundlichkeit kann den Geist (mind) des Menschen verwandeln. Güte und Freundlichkeit sind des Menschen natürliche Eigenschaften. Bosheit ist keine menschliche Eigenschaft. Der Mensch ist jemand mit Tugenden. Man sagt, dass die menschliche Geburt die seltenste ist. Wenn der Mensch jedoch in bestialischen und dämonischen Handlungen schwelgt, wie kann man dann sagen, dass er anderen Lebewesen überlegen sei? Er sollte seine Ausbildung, seinen Reichtum und seine Energie für das Wohlergehen der anderen nutzen. Wozu dient euer Reichtum, wenn er der Gemeinschaft nicht nützt? Zweifellos ist Geld nötig, aber man sollte nicht danach streben, Reichtümer anzuhäufen. Die Menschen bauen Krankenhäuser für zig Millionen von Rupien, nur um das Mehrfache davon wieder zurückzubekommen. Es ist gut, ein Krankenhaus zu bauen. Es sollte aber nicht aus bloßem Profitstreben getan werden. Gebt wenigstens fünfzig Prozent des Geldes für das Wohlergehen anderer aus. Aber die heutigen Ärzte geben nicht mal einem einzigen Patienten kostenlose Medizin. Arme Patienten können nicht einmal die Medizin bezahlen, weil die Preise für Medizin heutzutage gestiegen sind.

Es ist zehn Jahre her, dass wir das Super-Spezial-Krankenhaus in Puttaparthi gebaut haben. Ob ihr es glaubt oder nicht, seither haben wir 70.000 kostenfreie Operationen durchgeführt. Dieses Krankenhaus hier ist jetzt ein Jahr alt, und auch hier haben wir Tausende von Herz- und neurologischen Operationen durchgeführt. Crores (1 crore = 10.000.000 - A.d.Ü.) von Rupien werden jeden Monat ausgegeben. Das ist vielen nicht klar. Selbst wenn ich Tausende von crores ausgeben muss, so werde ich diese heilige Aufgabe nicht aufgeben. Ich will, dass dieses Krankenhaus weiter wächst und den Armen und Bedürftigen dient. Unser Ministerpräsident Krishna hat uns in großem Maße beim Bau dieses Krankenhauses geholfen. Neben anderen Dingen hat er uns das Grundstück kostenfrei überlassen. Sein Herz ist mit Opfergeist angefüllt. Nur durch Opfergeist kann Unsterblichkeit erreicht werden (tyâgenaike amritatvam anâshuh). Der Ministerpräsident von Maharashtra, der heute hier bei uns ist, möchte, dass ein ähnliches Krankenhaus in Mumbai (Bombay) errichtet wird. Er ist bereit, das dafür nötige Grundstück bereitzustellen. In Bombay wird das Leben zunehmend schwieriger aufgrund der Umweltverschmutzung. Die Umweltverschmutzung hat die Gesundheit der dortigen Menschen angegriffen. Gesundheit ist Reichtum. Gesundheit ist sehr wichtig für die Bewältigung jeder Aufgabe.

Das menschliche Leben ist nicht dazu gedacht, Reichtümer anzuhäufen. Wenn ihr die Welt verlasst, könnt ihr dann einen einzigen Cent (nava paisa) mitnehmen? Der Mensch kann nicht einmal eine Handvoll Staub mitnehmen, wenn er die Welt verlässt; sonst wäre Staub sicher auch schon rationiert worden. Was ihr am Ende mit euch nehmt, ist nur das Ergebnis eurer Handlungen, seien sie Verdienst oder Sünde. Deshalb schwelgt nicht in sündhaftem Tun. Unternehmt heilige Handlungen. Anderen zu helfen ist verdienstvoll, andere zu verletzen ist Sünde (paropakârah punyâya, pâpâya parapîdanam). Helft immer, verletzt niemals. Soweit es euch möglich ist, unternehmt wohltätige Handlungen und helft einem jeden. Füllt euer Herz mit Liebe. Wenn ihr euer Herz mit Liebe füllt, wird euer ganzes Leben von Liebe durchtränkt. Es ist unsere Pflicht, die Patienten zu behandeln und ihr Leiden zu lindern. Pflicht ist Gott. Arbeit ist Gottesdienst. Erfüllt eure Pflicht mit Liebe. Ich tue meine Pflicht mit Liebe und nicht durch irgendeinen äußeren Zwang.

Zeitungen und Fernsehen sollten keine Unwahrheit verbreiten

Ich möchte für euch einen anderen Punkt klären. Die Leute ergehen sich in wilden Spekulationen bezüglich des Vorfalls, der sich neulich ereignete. Der Vorfall wurde nicht richtig geschildert. Die Zeitungen sind in erster Linie verantwortlich für diese Verzerrung der Tatsachen. Sie sind mehr daran interessiert, schlechte Nachrichten zu verbreiten als das Gute mit anderen zu teilen. Was ist der Zweck einer Zeitung (engl. newspaper)? ,NEWS’ (Nachrichten) steht für ,North’ (Norden), ,East’ (Osten), ,West’ (Westen) und ,South’ (Süden). So soll also eine Zeitung die Nachrichten von allen Seiten sammeln und diese verbreiten. Statt authentische Informationen zu sammeln, schreiben die Leute heutzutage in den Zeitungen, was ihnen beliebt. Es gibt allerdings einige gute Zeitungen wie die „Times of India“ und „The Hindu“, die den Vorfall nicht übertrieben haben. Zeitungen sollten die Tatsachen so darstellen wie sie sind. Aber sie verdrehen die Wahrheit und veröffentlichen sie in einer reißerischen Art und Weise, nur um Geld zu machen. Es ist beschämend, auf diese Art Geld zu verdienen.

Berichtet über die Vorfälle so wie sie geschehen. Verbreitet keine falschen Nachrichten. Was an jenem Tag geschah, war nur ein Bruchteil dessen, was aufgebauscht und in kürzester Zeit durch die Printmedien und das Fernsehen überall verbreitet wurde. Selbst das Fernsehen scheint keine andere Arbeit zu haben, als solche falschen Nachrichten zu verbreiten. Ich bin jetzt sechsundsiebzig Jahre alt. Bis heute hatte ich weder Kontakt mit Leuten von den Printmedien noch vom Fernsehen. Man kann ganz sicher freundschaftliche Beziehungen zu denen entwickeln, die die Wahrheit berichten. Was nützt es, mit denen zu reden, die die Unwahrheit publizieren? Es ist Sünde, die Unwahrheit zu verbreiten. Wenn ihr einmal die Unwahrheit sprecht, werdet ihr die Folgen in vielen Leben zu tragen haben. Da dieses der Fall ist, könnt ihr euch sicher das Schicksal derer vorstellen, die täglich Hunderte von Malen die Unwahrheit von sich geben. Die Zeitungen sollten die Ereignisse exakt so schildern wie sie geschehen. Niemand wird dagegen Einwände erheben. Es ist eine Sünde, falsche Nachrichten zu verbreiten.

Eigentlich war das, was geschah, gar nichts. Ich ging bis zur letzten Reihe der Halle, streckte mich sogar aus nach denen, die draußen saßen und nahm ihre Briefe entgegen. Dann saß ich vierzig Minuten lang auf dem Podium. Nichts geschah. Danach ging ich hinein, aß etwas und besuchte das Krankenhaus, um die Vorbereitungen zu überwachen. Bis ich von dort nach Brindâvan zurückkehrte, hatten sich allerhand falsche Nachrichten überall verbreitet. Ich sah niemanden, noch kam irgendjemand in meine Nähe. Aber die Zeitungen berichteten, dass sich mir jemand mit einer Pistole genähert habe. Ist das nicht eine offenkundige Lüge? Hat irgendein Journalist das Vorkommnis mit eigenen Augen gesehen? Warum sollten sie die Unwahrheit schreiben? Überdies handelte es sich nur um ein Luftgewehr, mit dem man auf Vögel schießt. Solch eine kleine Sache wurde übertrieben. Das ist ein großer Fehler. Lasst die Journalisten denken was sie wollen. Ich habe mit Zeitungen nichts zu tun. Mein Herz ist angefüllt mit Liebe und nur mit Liebe. Ich teile meine Liebe mit allen. Alle sind mein und ich gehöre allen. Ich hege keinen Hass gegen irgendjemanden. Alle lieben mich und ich liebe alle. Liebe ist die enge Verbindung, die zwischen euch und mir besteht. Die Zeitungen machten einen Berg aus einem Maulwurfshügel und versetzten viele Menschen in Angst. Welch eine Sünde haben sie begangen! Devotees aus zahlreichen Ländern wie Amerika, Japan, Deutschland, England usw. schickten mir Telegramme und gaben ihrer Sorge Ausdruck. Der Neid der Menschen sollte doch gewisse Grenzen haben.

Der amerikanische Präsident hat gesagt, dass die Terroristen ausgelöscht werden sollten. Wer sind die Terroristen? Zorn und Neid sind die ,Terroristen’, die getötet werden sollten. Diese bösen Charakterzüge sind in jedem Menschen vorhanden. Der Mensch sollte jede Anstrengung unternehmen, sie auszulöschen. Nur dann kann die Welt Fortschritte machen. Man sollte keine Mitmenschen töten; stattdessen sollte man die inneren ,Terroristen’ zerstören und Tugenden entwickeln. Das wünsche ich mir von euch. Indien (Bhârat) wird nur dann Reichtum und Wohlstand erreichen und ein Vorbild für die restliche Welt werden, wenn Neid und Zorn völlig ausgerottet werden.

Verkörperungen der Liebe!
Heute feiern wir den ersten Jahrestag unseres Krankenhauses. Ich bin an solchen Feiern nicht interessiert. Ich möchte, dass jeder von euch Reinheit, Liebe und Mitgefühl entwickelt. Ihr alle seid Verkörperungen der Liebe. Es gibt kein menschliches Wesen auf dieser Welt, das ohne Liebe ist. Liebe ist heilig, unendlich und höchst wunderbar. Ausgestattet mit solch göttlicher Liebe, warum benehmt ihr euch in einer Art, die eurer wahren Natur zuwiderläuft? Ich wünsche, dass ihr alle euer Leben in Liebe lebt und dieses Land zu einem Vorbild macht. Damit segne ich euch alle und beende meine Ansprache.

Aus Bhagavans Ansprache im Shri Sathya Sai-Institute of Higher Medical Science, Whitefield (Bangalore) am 19. Januar 2002.
(Sanathana Sarathi Februar 2002)

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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