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 Ansprache Sathya Sai Babas am 14.04.2002

 

Erlöst euer Leben durch nâmasmarana

Wenn man Geld verliert, braucht man  sich deswegen
nicht zu sorgen, denn man kann es wieder verdienen.
Wenn man einen Freund verliert,  kann man einen anderen gewinnen.
Wenn man seine Ehefrau verliert, kann man wieder
heiraten. Wenn man seinen Landbesitz verliert,
kann man einen anderen erwerben. All dies kann
wieder ersetzt werden; aber wenn man seinen
Körper verliert, kann man ihn nicht zurückerhalten.

(Vers in Sanskrit)

Verkörperungen der Liebe!
Zeit ist endlos. In dem unendlichen Ablauf der Zeit durchlebt man verschiedene Erfahrungen. Alle diese Erfahrungen sind vorübergehend. Manchmal verliert ihr Geld, aber ihr braucht euch deswegen nicht zu sorgen, weil ihr es wieder verdienen könnt. Ihr trefft auf viele Freunde, aber keine dieser Freundschaften ist dauerhaft. Ihr gewinnt welche und verliert sie wieder. Menschen heiraten in irgendeinem Stadium ihres Lebens und treten in den Familienstand (grihasthâshrama). Aber weder Ehemann noch Ehefrau sind ewig. Wenn man seine Ehefrau verliert, kann man wieder heiraten und mit seinem Leben fortfahren. Ebenso kann man einen Landbesitz wieder erwerben, wenn man ihn verloren hat. Aber wenn man den menschlichen Körper verloren hat, ist er für immer verloren.

Die Wünsche des Menschen sind der Grund seines Leidens

Durch das Medium des Körpers erfahrt ihr weltliches und spirituelles Glück. Mittels seines Körpers erwirbt der Mensch materielle Güter wie Geld und Eigentum und erfährt Freude und Leid. Was ist die Ursache für alles Leiden des Menschen? Es sind dies seine Wünsche. Diese sind Anhaftung an Reichtum (dhaneshana), Anhaftung an den Ehepartner (dhâreshana) und Anhaftung an die Nachkommenschaft (putreshana). Diese drei Anhaftungen (îshânatraya) sind der Grund für das menschliche Leid.

Könige haben in der Vergangenheit Reichtümer und Besitz angehäuft. Konnten sie sie für immer behalten? Reichtum ist vergänglich. Er kann den Menschen nicht erlösen. Reichtum kann niemals dauerhaftes Glück verleihen. Spiritueller Reichtum ist der wahre Reichtum. Der Mensch ist wegen seiner Geldgier nicht fähig, wahres Glück zu erleben. Doch er sehnt sich nach Geld. Geld ist zweifellos notwendig, aber es sollte sich in Grenzen halten. Das Zweite ist die Anhaftung an den Ehepartner. Der Mensch erfährt eine Zeit lang ein gewisses Maß an Glück im Familienleben mit seiner Frau, seinen Kindern und mit seinem materiellen Besitz. Aber diese Freude ist keine wahre Freude und dauert nicht an. Es ist reine Torheit zu glauben, dass man im Familienleben dauerhaftes Glück erfahren könne. Das Dritte ist die Anhaftung an die Nachkommenschaft. Die Menschen wünschen sich einen Sohn und glauben, dass er sie glücklich macht. Es ist nichts Falsches dabei, ein Kind haben zu wollen, doch das daraus entstehende Glück ist vorübergehend. König Dhritarâshtra hatte hundert Söhne, aber brachten ihm diese Söhne Freude? Nein. In Wahrheit waren sie die Ursache seines Leidens. Durch seine Söhne erwarb er sich einen schlechten Ruf. Sie waren die Ursache der Zerstörung seines großen Königreiches.

„Der König Dhritarâshtra besaß so viele Söhne,
aber welches Schicksal erfuhr er durch sie?
Der Heilige Shuka war nicht verheiratet und
hatte keinen Sohn, aber hat er deswegen gelitten?“

 

(Gedicht in Telugu)

Es ist ein Fehler zu glauben, dass jemand, der viele Kinder hat, sich dadurch des Glücklichseins erfreuen könne und jemand ohne Kinder leiden würde. Zu glauben, Glück käme durch Besitz, Ehepartner oder Kinder, ist eine Illusion. Tatsächlich wirken Anhaftung an Reichtum, Anhaftung an den Ehepartner und Anhaftung an die Nachkommenschaft für den Menschen als Bindungen und bringen ihm Leid. Welchen Sinn macht es, viele Söhne zu haben, die gottlos sind? Es reicht, wenn ihr einen edlen und idealen Sohn habt.

Sumitrâ war die Verkörperung von Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft

Nehmt das Ramayana (Name eines Epos der Sanskrit-Literatur; die Geschichte, der Lebenslauf des Râma – A.d.Ü.) zum Beispiel. Im Telugukalender ist dies der Monat Caitra. Es ist der Monat, in dem die Ankunft von Râma (eine der Inkarnationen Gottes – A.d.Ü.) stattfand. Er wurde am Caitra-shuddha-navamî-Tag geboren. Von den drei Ehefrauen von König Dasharatha wird über die zweite Ehefrau Sumitrâ in der Geschichte kaum gesprochen. Kausalyâ ist als die Mutter Râmas besser bekannt. Sogar das Suprabhâtam (Name einer Hymne, die zur Zeit der Morgendämmerung rezitiert wird – A.d.Ü.) beginnt mit Kausalyâs Namen „Kausalyâ suprajâ Râma“ (Oh! Der edle Sohn von Mutter Kausalyâ). Kaikeyî (die dritte Ehefrau von König Dasharatha – A.d.Ü.) wollte, dass ihr Sohn Bharata zum Kronprinzen gekürt werden sollte. Sumitrâ hingegen hegte absolut keine derartigen Wünsche. Sie war ein Musterbeispiel aller Tugenden. Ihre Sprache war zurückhaltend und wohltuend (mitabhâshinî und hitabâshinî). Ihr Verhalten entsprach ihrem Namen Su-mitrâ, das bedeutet ,guter Freund’.

Sie hatte zwei Söhne, Lakshmana und Shatrughna. Keiner von beiden konnte Kronprinz werden. Doch das kümmerte sie nicht. Sie setzte der Welt ein Beispiel, indem sie das Ideal wahren Dienens lebte. „Wenn Râma König wird, soll sich mein erster Sohn Lakshmana dem Dienst an Râma widmen.“ Dies war ihr Wunsch. Entsprechend sollte ihr zweiter Sohn Shatrughna Bharata dienen. Der Diener ist immer an der Seite seines Herrn. Deswegen folgte Lakshmana Râma und Shatrughna war immer mit Bharata zusammen. Sumitrâ verstand die Heiligkeit des Dienens und leitete ihre Söhne an, diesem göttlichen Pfad zu folgen. Wenn man das Ramayana sorgfältig liest, wird man den edlen und idealen Charakter Sumitrâs verstehen und schätzen lernen.

Als Râma aufbrach um in den Wald (ins Exil – A.d.Ü.) zu gehen, weinte Mutter Kausalyâ bitterlich. Nur Sumitrâ vergoss keine Tränen. Sie versuchte Kausalyâ zu trösten und ihr Mut zu machen und sagte zu ihr: „Liebe Schwester, mein Sohn Lakshmana wird Râma begleiten, um ihm im Wald zu dienen. Er wird dafür sorgen, dass Râma keinerlei Schwierigkeiten ausgesetzt ist. Lakshmana wird sich hingebungsvoll um Râma kümmern, so wie die Augenlider die Augen schützen. Du brauchst dir um Râmas Sicherheit keine Sorgen zu machen.“ Sie war bereit, ihren Sohn zusammen mit Râma in den Wald zu schicken. Welche Mutter würde so mutig und selbstlos handeln?

Aufgrund von Dasharathas zwei Versprechen an Kaikeyî musste nur Râma in den Wald ins Exil ziehen. Lakshmana war nicht verpflichtet ihn zu begleiten. Sumitrâ hätte so argumentieren und ihn davon abhalten können. Aber sie erhob keinerlei Einspruch. Sie drückte ihr Gefühl so aus: „Lakshmana ist nur geboren, um Râma zu dienen. Er ist ein Instrument in Râmas Händen. Demzufolge nimmt Râma einfach sein Instrument mit sich. Wer bin ich denn, dass ich Lakshmana mit ihm fortschicken könnte, und wer ist denn Lakshmana, das er entscheiden könnte über sein Mitgehen mit Râma? Es ist Râmas Recht, Lakshmana mit sich zu nehmen.“ So waren ihre Gefühle. Sie segnete ihren Sohn Lakshmana und sprach zu ihm: „Mein Lieber, achte gut auf Sîtâ (Gemahlin von Râma – A.d.Ü.) und Râma.“ Als Bharata sich zum Königreich Kekaya seines Onkels aufmachte, hatte Shatrughna keine Anweisung mitzugehen oder zu bleiben. Dennoch machte er sich auf, Bharata zu begleiten, da er um seine Pflicht ihm zu dienen wusste. Es gibt in der Geschichte Indiens (Bhârat) viele solche edlen Mütter wie Sumitrâ, die ihre Söhne ermutigten, dem Pfad des Dienens zu folgen.

Urmilâs Edelmut und Frömmigkeit

Während Sîtâ überaus betrübt bei dem Gedanken an die Trennung von Râma war und ihn daher in den Wald begleitete, zeigte Urmilâ beispielhaft ihren Opfergeist und war glücklich darüber, dass ihr Ehemann Lakshmana die seltene Gelegenheit erhielt, Sîtâ und Râma vierzehn Jahre lang im Wald zu dienen. Doch Urmilâ hat im Ramayana keinen hervorragenden Platz. Sumitrâ wie auch Urmilâ waren höchst fromm und tugendhaft. Sie führten ein opferbereites Leben.

Lakshmana teilte Urmilâ seine Entscheidung, Râma in den Wald zu begleiten mit. Würde eine Ehefrau schweigen, wenn sie erführe, dass ihr Mann vierzehn Jahre lang in den Wald gehen will? Urmilâ hätte viele Fragen stellen können wie: „Warum solltest du Râma folgen? Du bist nicht verpflichtet, in den Wald zu gehen. Nur Râma hat diese Anweisung. Also brauchst du nicht mitzugehen.“ Jede normale Frau hätte so argumentiert. Doch Urmilâ erhob keinerlei Einspruch. Tatsächlich war sie sehr glücklich darüber, dass ihr Mann eine Gelegenheit bekam, Sîtâ und Râma zu dienen. Sie sprach: „Du bist glücklich zu preisen, dass du diese großartige Gelegenheit erhältst. Bitte vergeude keine Minute.“ Sie bat ihn, mit Sîtâ und Râma zu gehen und sprach: „Ich will deinem Vorhaben, mit den beiden zu gehen, in keiner Weise im Weg stehen. Verschwende bitte keine Zeit. Geh sofort mit ihnen und diene ihnen.“

Sie wollte, dass Lakshmana ihr ein Versprechen gab, bevor er in den Wald ging. Sie sagte: „Du wirst vierzehn Jahre im Wald ohne mich leben. Möglicherweise wirst du an mich denken und hin und wieder meinen Namen erwähnen. Versprich mir deshalb, weder an mich zu denken noch je meinen Namen zu erwähnen. Kontempliere fortwährend die göttlichen Namen von Sîtâ und Râma und diene ihnen mit aller Ergebenheit und Hingabe. Wenn ich mit dir in den Wald käme, könntest du dich nicht voll deinem Dienst für sie widmen. Ich bleibe hier, um nicht zu einem Hindernis auf deinem Weg zu werden.“ Als er die Worte Urmilâs hörte, war Lakshmana überrascht und höchst erfreut. „Wo auf der Welt findet man solch eine edle und hingebungsvolle Frau?“ dachte er. Er verabschiedete sich von ihr und ging sofort weg.

Indien (Bhârat) ist das Land der Einheit und Göttlichkeit

In diesem Land Indien gibt es viele edle Mütter wie Sumitrâ und tugendhafte Ehefrauen wie Urmilâ. Seit alters steht Indien wegen solcher edler Frauen in hohem Ansehen. Im Norden Indiens haben wir den Himalaja mit seinen hohen mit ewigem Eis bedeckten weißen Gipfeln als Grenze. Dieses Land ist gesegnet mit den immerwährend fließenden Flüssen Gangâ (Ganges), Yamunâ und Sarasvatî. Diese drei symbolisieren die Dreiheit (Triade) von Hingabe (bhakti), Wissen, Weisheit (jnâna) und Gelassenheit, Losgelöstheit von allem Vergänglichen (vairâgya). Darüber hinaus strahlen die großen Epen dieses Landes, das Ramayana, das Bhâgavatam und das Mahabharata, als Leuchttürme und erhellen den Pfad des Menschen. Sie lehren, wie der Mensch sein Leben führen soll, so dass es ein ideales Leben wird.

Dieses Land ist die Geburtstätte heiliger Schriften wie die Bhagavadgita, die der Menschheit die Botschaft der Einheit brachte. Dieses Land ist die Geburtsstätte edler Seelen wie Buddha, der die Botschaft der Gewaltlosigkeit verbreitete. Er lehrte, dass Gewaltlosigkeit die höchste Tugend ist (ahimsâ paramo dharmah). Die Silbe „bha“ bedeutet Licht, Strahlung, Glanz. Also sind die Inder (bhâratîya) diejenigen, die nach dem Licht und dem göttlichen Glanz streben. Ihr solltet daher eurem Ansehen als Inder alle Ehre machen und euer Leben heiligen und Göttlichkeit erreichen. Wenn ihr euch in der heiligen Geschichte Indiens umseht, werdet ihr feststellen, dass dieses Land seit alters die heilige Botschaft Gottes verbreitet hat und auf die anderen Nationen der Welt Frieden und Sicherheit ausstrahlte.

Verkörperungen der Liebe!
Weder ein Mensch noch Reichtum können euch ewige Glückseligkeit geben. Glückseligkeit entsteht aus dem Herzen. Wendet daher euren Blick nach innen. Der allesdurchdringende Gott ist in uns und um uns herum (antar bahisha tat sarvam vyâpya nârâyana sthitah). Wenn ihr die innere Schau entwickelt, werdet ihr automatisch ewige Glückseligkeit erfahren. Der Mensch ist ein nach Glückseligkeit Suchender (ânandapipâsi). Er braucht nicht nach Glückseligkeit zu suchen. Sie ist in ihm und mit ihm. Glück ist nicht auf den Körper bezogen.

„Der Körper ist ein Lager für Schmutz
und anfällig für Krankheiten; er kann
den Ozean des weltlichen Lebens
(samsâra = auch der endlose Kreislauf
von Geburt und Tod – A.d.Ü.) nicht überqueren.
Oh Geist (mind), gib dich nicht der Illusion hin,
dass der Körper beständig sei. Nimm stattdessen
Zuflucht zu den Lotosfüßen Gottes.“

(Gedicht in Telugu)

Wie könnte ein solcher Körper euch ewiges Glück bringen? Nur die Lotosfüße des Herrn können euch wahres Glück gewähren. Heutzutage herrscht kein Gefühl der Hingabe und Ergebenheit unter den Indern. Die Menschen lassen sich von weltlichen, physischen und vergänglichen Dingen verführen. Können sie dadurch irgendeinen Glückszustand erreichen? Überhaupt nicht. Die Dunkelheit der Unwissenheit ist die Ursache der Verblendung des Menschen. Wie könnt ihr das Prinzip von sattva verstehen, wenn ihr in tamoguna versunken seid?

Verkörperungen der Liebe!
In Indien geboren zu sein ist euer großes Glück. Hier zu leben ist ein noch größeres Glück. Ihr solltet stolz darauf sein, Kinder Indiens zu sein. Wenn jemand euch nach eurer Qualifikation fragt, solltet ihr stolz sagen, dass ihr ein bhâratîya (Inder) seid. Das allein ist schon die höchste Qualifikation. In dem Wort bhâratîya liegt eine heilige innere Bedeutung. Doch ihr macht keine Anstrengung, das zu verstehen. Oh ihr Kinder von Bhârat (Indien)! Führt euer Leben in beispielhafter Art und Weise und verströmt Frieden und Glück in alle Welt.

Verkörperungen der Liebe!
Ihr solltet niemals die heilige Geschichte Indiens vergessen. Tut sie nicht ab, indem ihr sie als ziemlich alt bezeichnet. Es ist nicht leicht, die in unserer Geschichte enthaltenen subtilen Prinzipien zu verstehen. Ihr mögt das Ramayana oft gelesen haben, doch habt ihr den Edelmut Sumitrâs und die Heiligkeit von Urmilâ verstanden? Heute erinnern sich die Leute an die Namen von Kaikeyî und Manthara, aber nicht an den Urmilâs. Urmilâ zeigte heilige Ideale auf und gab der Welt ein Beispiel idealen Lebens. Sie blieb vierzehn lange Jahre in dem gleichen Raum, in dem sich Lakshmana von ihr verabschiedet hatte, als er in den Wald zog. Sie ging vor der Rückkehr Lakshmanas nicht hinaus. Sie hatte nie irgendwelche weltlichen Wünsche. Als Tochter von König Janaka hatte sie keine Anhaftungen an den Körper. König Janaka war als videha, als einer ohne Anhaftung an den Körper bekannt. Wenn ihr tiefer schaut, werdet ihr erkennen, dass es viele verborgene Geheimnisse im Ramayana gibt. Doch die Inder selbst machen keine Anstrengung sie zu verstehen. Einst wurde jemand, der viele Reden über das Ramayana gehört hatte, nach dem Namen der Ehefrau Râmas gefragt. Er sagte „Frau Râma“, weil er sich nicht an den Namen erinnerte. Das ist der beklagenswerte Zustand. Inder führen ein Leben in Unwissenheit. Sie ignorieren ihre alte Kultur und lassen sich von Modernismen blenden.

Wir haben nur einen Freund, und das ist Gott. Es gibt nur einen heiligen Text, und das ist die Geschichte Indiens aus alter Zeit. Ihr solltet diesen heiligen Text studieren. Verderbt nicht euren Geist (mind) durch die Lektüre sinnloser Romane. Nur derjenige, der sein Herz gereinigt hat, kann von heiligen Gefühlen geprägt sein.

Nehmt im neuen Jahr edle und göttliche Gefühle in euch auf

Heute feiert ihr den Beginn des neuen Jahres. Ihr solltet aber jeden Moment als den Beginn eines neuen Jahres behandeln. Viele Menschen machen sich darüber Sorgen, welche sozialen, politischen und ökonomischen Veränderungen das neue Jahr bringen mag. Wenn für Veränderungen der richtige Zeitpunkt gekommen ist, so warten sie nicht auf den Beginn des neuen Jahres. Tatsächlich finden viele von Moment zu Moment statt. Ihr mögt euch fragen, welche die großen Veränderungen in diesem neuen Jahr sein mögen. Alles was im letzten Jahr passierte, wird auch in diesem Jahr passieren. Man muss sich darüber keine Sorgen machen. Ihr solltet euch darüber sorgen, dass in eurem Herzen keine Transformation stattgefunden hat, obwohl die Jahre vorbeizogen. Ihr müsst euch von euren schlechten Gedanken, Worten und Taten befreien. Ihr solltet die Ankunft des neuen Jahres dadurch feiern, dass ihr edle und göttliche Gefühle in euch entwickelt. Ihr solltet dadurch Glückseligkeit erfahren, dass ihr das unmanifestierte Prinzip des Atman in dieser manifesten Welt visualisiert.

Von diesem Neujahrstag an sollt ihr die heiligen Ideale kontemplieren, die von den wunderbaren Männern und Frauen des Ramayana vorgelebt wurden. Folgt ihren Fußstapfen. Erlangt Glück und teilt es mit anderen. Haltet den Ruhm Indiens hoch. Entwickelt Nationalgefühl. Vergesst niemals euer Mutterland. Wenn euch jemand fragen sollte, wer ihr seid, braucht ihr nicht zu sagen, ihr seid Ramayya, Krishnayya etc. Ihr solltet stolz verkünden, dass ihr Inder seid. Ramayya, Krishnayya sind dem Körper gegebene Namen (pettina perlu), während der Name ‚Inder‘ (bhâratîya) der durch die Geburt erworbene Name (puttina perlu) ist. Wer ist ein bhâratîya (Inder)? ‚Bha‘ bedeutet Strahlen, Licht und Göttlichkeit. Daher ist ein bhâratîya jemand, der sich im göttlichen Licht badet. Bhârat (Indien) ist das Zentrum von Frieden und Sicherheit. Was nicht in Bhârat existiert, gibt es auch sonst nirgends auf der Welt. Bhârat hat das höchste Ansehen in der Welt erlangt. Der Ruhm dieses Landes muss aufrechterhalten werden. Folgt den Lehren des Ramayana und heiligt euer Leben. Dieses heilige Epos hat eine große Botschaft zu vermitteln. Viele Geschichten bestanden nicht den Test der Zeit, doch das Ramayana ist im Denken (mind) der Menschen ununterbrochen frisch geblieben, obwohl tausende von Jahren seitdem vergangen sind. Der Name Râma, der durch den Weisen Vasishtha verliehen wurde, hat immense innere Bedeutung. Wenn man das Wort ‚Ram‘ ausspricht, öffnet man zuerst den Mund zu dem Klang ‚Ra‘. Alle eure schlechten Eigenschaften verlassen euch, wenn euer Mund offen ist. Wenn man ‚M‘ ausspricht und den Mund dazu schließt, dann ist der Eingang für alle schlechten herausgegangenen Eigenschaften verschlossen. Das ist die innere Bedeutung beim Singen des Namens von Râma. An diesem Neujahrstag habt ihr viele neue Dinge erfahren. Heiligt euer Leben, indem ihr praktiziert, was ihr gelernt habt.

(Hier sang Bhagavan den Bhajan: Hari bhajana bina sukha shanti nahim… Danach fuhr Bhagavan fort)

Treibt eure schlechten Eigenschaften durch nâmasmarana aus

Verkörperungen der Liebe!
Gestern war das Ugadi-Fest (Neujahrsfest für alle Telugu sprechenden Menschen – A.d.Ü.). Heute feiern wir das Neujahrsfest für alle Tamil sprechenden Menschen und auch Vishu, das Neujahrsfest für die Malayalam sprechenden Menschen. Die Namen sind verschieden, doch die innere Bedeutung ist ein und dieselbe. Wenn wir die tiefere Bedeutung dieser Feiern verstehen, wird euch alles neu erscheinen. Ein Fest zu feiern heißt nicht nur, morgens früh aufzustehen, ein geweihtes Bad zu nehmen, neue Kleider anzulegen, Süßigkeiten zu essen etc. Nur wenn ihr die tiefere Bedeutung versteht, könnt ihr sagen, ihr hättet das Fest in seinem wahren Geist begangen.

„Dies ist der Ort, umflossen von dem heiligen
Fluss Citrâvatî, der sich in seiner ursprünglichen
Schönheit seinen Weg schlängelt. Dies ist der Ort,
der von wunderschönen Mangohainen umringt ist,
die Glück symbolisieren. An vier Seiten bewacht
durch das Götterpaar Pârvatî und Parameshvara (Shiva)
beschützen diese den Ort. In der Nähe ist die Stadt
Bukkapatnam, die vom Ruhm von Bukkaraya spricht.
Dort liegt Puttapuram (Puttaparthi) in seiner göttlichen
Majestät und verbreitet seine Erhabenheit und seine
Glorie über die ganze Welt.“

(Gedicht in Telugu)

Was ist die Bedeutung des Namens Puttaparthi? Parthi heißt Leuchten. Also ist Puttaparthi der Ort des Leuchtens. Es ist der Leuchtturm. Früher wurde es Puttavardhini genannt. Putta bedeutet Ameisenhaufen. Früher waren hier überall Ameisenhügel und Schlangen. Das Ramayana hat eine enge Beziehung zu Ameisenhügeln insofern, als Ameisenhügel über seinem Dichter, dem Weisen Vâlmîki, wuchsen. Er war völlig von Ameisenhügeln bedeckt, und Schlangen bewegten sich darin ein und aus. Es gibt viele Schlangen übler Eigenschaften in dem Ameisenhügel eures Herzens. Wenn ihr nâmasmarana praktiziert, werden alle ‚Schlangen‘ übler Eigenschaften herauskommen. Nâmasmarana ist wie nâdasvara (eine bestimmte Art von Musik – A.d.Ü.), die Schlangen anzieht und aus Ameisenhügeln herauslockt. Dieser nâdasvara ist euer Urklang des Lebens (jîvanasvara) und euer Lebensatem (prânasvara). Man muss den Namen Gottes wiederholen, um die üblen Eigenschaften loszuwerden.

Heute gibt es viele Menschen, die nâmasmarana keine Bedeutung beimessen. Das ist ein großer Fehler.

„In diesem kaliyuga (eisernes Zeitalter, in dem wir
heute leben – A.d.Ü.) kann nur das Singen des
Namens Gottes euer Leben erlösen. Es gibt keine
andere Zuflucht.“

(Vers in Sanskrit).

Die Herrlichkeit Gottes zu besingen ist höchst heilig. Heute hat das Land viele Probleme, weil die Menschen nicht nâmasmarana praktizieren. Lasst jede Straße vom Singen göttlicher Glorie widerhallen. Lasst jede Zelle eures Körpers mit dem göttlichen Namen erfüllt sein. Nichts anderes kann euch die Glückseligkeit, Tapferkeit und Stärke geben, die ihr aus nâmasmarana gewinnen könnt. Wenn auch einige Menschen sich über euch lustig machen, kümmert euch nicht darum. Sie sagen vielleicht: „Er ist ein I.A.S. Offizier. Wie kommt es, dass auch er nâmasmarana praktiziert?“ Jeder, der ein Herz hat, besitzt das Recht, nâmasmarana zu praktizieren. Das Herz ist in jedem gleich. Was ist daran falsch, wenn ein I.A.S Offizier nâmasmarana praktiziert? Ob jung oder alt, arm oder reich, jeder muss nâmasmarana praktizieren. Nur Narren machen sich lustig über Menschen, die nâmasmarana praktizieren. Übt nâmasmarana aus ganzer Seele (mind) und mit totaler Hingabe.

Fürchtet euch vor niemandem. Singt die Glorie Gottes aus ganzem Herzen und ohne Einschränkung. Nur dann könnt ihr göttliche Glückseligkeit erfahren. Fangt mit nâmasmarana in diesem Moment am heutigen Neujahrstag an. Vielleicht habt ihr dafür keine Musikinstrumente. Es genügt, wenn es aus dem Innersten eures Herzens kommt. Spielt auf der Vînâ (Saiteninstrument – A.d.Ü.) eures Herzens und singt die Glorie Gottes. Achtet darauf, dass ihr dabei keine negativen Gedanken habt, da sie disharmonische Noten schaffen. Nur dann werdet ihr göttliche Gnade und Energie empfangen.

Heute feiern die Menschen von Kerala ihr Neujahrsfest Vishu. Aus diesem besonderen Glück verheißenden Anlass segne ich euch alle, damit ihr euch an Frieden, Glück und Wohlstand erfreut. Zufällig ist dies auch der Neujahrstag von Tamil Nadu (eine der Regionen Indiens – A.d.Ü.). Mögt ihr alle euer Leben dadurch heiligen, dass ihr ein ideales Leben führt und alle beglückt! Mögt ihr ein völlig glückliches Leben führen! Ihr braucht Glückseligkeit nicht im Außen zu suchen. Sie ist in euch. Entwickelt von heute an eure Hingabe und euer Gefühl der Ergebenheit. Seid furchtlos und singt die Glorie Gottes, wo immer ihr auch seid. Erst dann könnt ihr ein wahrhaft menschliches Leben führen. Da ihr in diesem heiligen Land geboren seid, führt euer Leben in dementsprechender Art und Weise. Sehr bald werden alle Länder der Erde Indien nachfolgen. Indien soll auf dem Gebiet der Spiritualität der Anführer der ganzen Welt werden. Das ist es, was ich wünsche.

Aus Bhagavans Ansprache in der Sai Ramesh Krishan-Halle in Brindâvan am 14. April 2002 zu Vishu und dem tamilischen Neujahrsfest.
(Sanathana Sarathi Mai 2002)

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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