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 Ansprache Sathya Sai Babas am 14.01.2002


 

Transformiert die Welt und macht sie zu einem Paradies der Liebe

Die Sonne scheint heiter und friedvoll.
Die Tage werden nun kürzer und der
kühle Wind weht.
Die Felder stehen voll reifen goldenen Korns.
Die Ufer der Flüsse sind mit blühenden
Ringelblumen wie mit Girlanden gesäumt.
Die Bauern sind von Freude erfüllt und singen.
Das süße Fest Samkrânti ist nun da
und füllt unsere Häuser mit dem frisch geernteten Korn.

(Gedicht in Telugu)

 

Wenn die Menschen Hass und
Gewalt aufgeben,

Gefühle der Liebe kultivieren

und die Weisheit erlangen,
die Einheit der Menschen zu realisieren,

dann wird die Erde wahrlich zum Himmel werden.

(Gedicht in Telugu)

Verkörperungen der Liebe! Jungen und Mädchen!
Während der letzten vier Tage hat sich Prashanti Nilayam von einer ganz neuen Seite gezeigt. Studenten der Universitäten von Prashanti Nilayam, Anantapur und Brindâvan sowie des Gymnasiums (Higher Secondary School) und der Grundschule haben voll Eifer und Hingabe gearbeitet und bei den Sportfesten in jeder Hinsicht Bestleistungen gezeigt. Nicht nur die Studenten, sondern auch die Lehrer, junge wie alte, haben hart gearbeitet und den Studenten jede nur erdenkliche Hilfe bei den Vorbereitungen gegeben. Wahrhaftig, solche Grundsätze von Liebe, Einheit, Hingabe und Engagement sind in keiner anderen Einrichtung der Welt zu finden. Die Welt wird alle Probleme los sein, wenn es solche Einrichtungen überall gibt.

Swamis Reaktionen richten sich nach euren Gefühlen

Die Studenten, sowohl die Jungen als auch die Mädchen, haben ein wunderbares Sportfest veranstaltet. Sie haben gezeigt, dass die Studenten dieses Instituts nicht nur hervorragende akademische Leistungen bringen, sondern auch auf anderen Gebieten talentiert sind. Neben dem Sport und den Spielen haben sie jeden einzelnen Zuschauer auch mit ihrer Band und der Nâdasvara-Musik begeistert. Die Löwen-Tanzgruppe bestand aus Jungen der unteren Klassen neben solchen aus Diplomklassen wie M.B.A. (Magister der Geisteswissenschaften - A.d.Ü.), M.Tech., MSc (Magister der Naturwissenschaften - A.d.Ü.) etc. Sie traten mit großer Begeisterung und Perfektion auf und machten alle glücklich. Mädchen vom Anantapur-Campus haben sich von Fachleuten unterrichten lassen und Nâdasvara-Musik gelernt, besonders für die Aufführung an Swamis Geburtstag und für große Veranstaltungen. Heute Morgen habt ihr vielleicht auch ihre musikalische Darbietung gehört. Sie haben sich an Sport-, Musik- und Kulturfesten beteiligt, nicht zu ihrer eigenen Zufriedenheit, sondern einzig und allein, um Swami Freude zu bereiten. Sie haben viele Schwierigkeiten und Unbequemlichkeiten voller Entschlossenheit ertragen und waren erfolgreich.

Ihr habt gerade die Rede eines Studenten aus Darjeeling gehört. Er ist Mitglied der Löwen-Tanzgruppe. Während einer der Proben erklomm er eine Höhe von 12 feet (ca. 3,65 m - A.d.Ü.), um ein wagemutiges Kunststück auszuführen. Swami hatte ihm geraten, nicht so hoch zu gehen, doch in seinem Eifer, Swami zu gefallen, hat er Swamis Worte ignoriert. Er verlor das Gleichgewicht und fiel herunter, wobei er sich den Hals verstauchte. Ich sagte ihm dann, er solle sich einige Tage ausruhen. Er erwiderte: „Swami, ich bin den ganzen Weg von Darjeeling hierher gekommen, nur um mein Leben zu deinen Lotosfüßen zu legen. Was auch immer meinem Körper zustößt, ich werde meinen Vorsatz nicht aufgeben.“ Er war entschlossen, am Tanz teilzunehmen. Sein starker Glaube und seine Entschlossenheit erfreuten mich. Ich berührte seinen Nacken sanft mit meiner Hand und sagte ihm, alles sei in Ordnung. Er war vollständig geheilt. Ich reagiere auf jeden von euch in Übereinstimmung mit euren Gefühlen für mich. Mein Wille (samkalpa) beruht auf euren Gefühlen. Der Junge zeigte sich danach der Lage gewachsen und brachte eine bewundernswerte Darbietung.

Die Beziehung zwischen Geist (mind) und Materie

Heutzutage sieht man viele Menschen, junge und alte, die außerordentliche Aufgaben bewältigen, allein durch ihre Entschlossenheit. Doch bisher war noch niemand fähig, das Geheimnis von Geist und Materie zu entschlüsseln. Alle Aktivitäten des Menschen, vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung, beziehen sich darauf. Sogar hochgebildete Menschen bemühen sich nicht, das zu verstehen. Wenn ihr sie fragt, was Geist sei, antworten sie, es spiele keine Rolle (englisch: it does not matter). Wenn ihr sie fragt, was Materie (englisch: matter) sei, antworten sie, es sei egal (englisch: never mind). Sie behaupten, dass es sinnlos sei, die Natur des Geistes verstehen zu wollen.

Es ist außerordentlich wichtig, dass der Mensch die Beziehung zwischen Geist und Materie versteht. Jemand, der die Natur des Geistes nicht versteht, ist in der Tat ein Tor. Jemand, der die Natur des Geistes versteht, ist wahrhaft edel (mahanîya). Welche Form hat der Geist? Wo ist sein Ursprung? Was ist seine Natur? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter ihm? Wenn man tief nachforscht, entdeckt man, dass mit dem Atman drei Kräfte verbunden sind: manas (Geist im relativen Sinn; durch manas werden die Eindrücke der äußeren Welt empfangen, die der Unterscheidungskraft [buddhi] unterbreitet werden - A.d.Ü.), buddhi (Intellekt, Unterscheidungskraft - A.d.Ü.) und samskâra (innewohnende spirituelle Kenntnisse). Das Ausmaß des Geistes ist unbeschreiblich. Er kann im Handumdrehen jede Entfernung überwinden. Seine Macht entzieht sich jeder Beschreibung und übersteigt die menschliche Vorstellungskraft. Selbst kleine Aufgaben können ohne die Kraft des Geistes nicht bewältigt werden. Der Geist hat keine Form. Er bezieht seine Macht vom Atman, der Quelle seines Ursprungs. Daher ist es das innere Selbst, welches durch den Geist wirkt und alle Handlungen in der Welt ausführt. Die Natur des Geistes zu verstehen, würden selbst Jahrhunderte nicht genügen. Die zweite Kraft ist der Intellekt. Er ist voller Licht. Er unterscheidet zwischen Gut und Böse ohne der Selbstsucht Raum zu geben. Die dritte Kraft ist samskâra (innewohnende spirituelle Kenntnisse - A.d.Ü.). Ihre Auswirkungen werden nicht nur in der gegenwärtigen Inkarnation, sondern auch bei zukünftigen Geburten erfahren. Samskâra erfordert, dass der Mensch das Böse aufgibt und Gutes in Gedanken, Worten und Taten tut. Es ist nicht möglich, in einem Buch die Kräfte von manas, buddhi und samskâra im Einzelnen zu beschreiben. Daher habe ich beschlossen, den Studenten diese Konzepte zu erklären.

Versucht zuerst einmal die Beziehung zu verstehen, die zwischen Geist und Materie besteht. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Hier ist eine Rose. Sie gehört zur Materie. Ohne den Geist könnt ihr sie nicht sehen. Die dem Geist zugrundeliegenden Prinzipien sind Reaktion, Widerhall und Widerspiegelung. Ein wahrer Mensch ist jemand, der die Natur des Geistes (mind) und seine Wirkung versteht. Ihr glaubt, der Geist sei eine Ansammlung von Gedanken. Wo entstehen dann die Gedanken? Das Selbst ist die Grundlage der Gedanken. Sie entspringen dem spirituell erwachten Bewusstsein (caitanya).

Erlangt die Kenntnis des Selbst

Jeder ist mit Wissen (vijnâna) ausgestattet. Doch einige törichte Leute sind stolz auf ihr Bücherwissen. Solche Menschen kann man nicht als wirklich gebildet bezeichnen. Ohne die Kenntnis des Selbst sind alle anderen Formen des Wissens nutzlos. Nehmt zum Beispiel einen Menschen, der im weltlichen Sinne hochgebildet ist. Stellt ihm eine Frage: „Wer bist du?“ Er wird die korrekte Antwort nicht geben können, trotz seiner hohen Qualifikation. Er sagt vielleicht: „Ich bin Rama Sastri.“ Das ist der Name, der seinem Körper gegeben wurde, und er entspricht nicht seinem wahren Selbst. Wenn ihr erneut fragt, sagt er vielleicht: „Ich bin Geisteswissenschaftler.“ Auch das ist nicht die richtige Antwort, denn sie bezieht sich auf seine weltliche Ausbildung und hat mit seinem wahren Selbst nichts zu tun. Wenn ihr weiterfragt, wird er sagen, dass er Inder, Brite oder Amerikaner sei. Es gelingt ihm nicht zu verstehen, dass weder sein Name, noch sein Beruf, noch seine Nationalität etwas mit seinem wahren Selbst zu tun haben. Der Grund dafür ist, dass er keine Kenntnis des Selbst hat; sein Wissen ist auf seinen Körper, seine Ausbildung und seinen Geburtsort beschränkt.

Körper und Geist sind nur Instrumente. Sie unterliegen eurer Kontrolle. Identifiziert euch nicht mit diesen Instrumenten. Ihr seid der Meister. Meistert euren Geist und seid Meister des Geistes (engl. Wortspiel: master the mind and be a mastermind). Wenn ihr es ihm auf diese Weise erklärt, wird er die Wahrheit erkennen und die richtige Antwort geben: „Die ganze Zeit habe ich mich von der Anhaftung an den Körper täuschen lassen. Nun erkenne ich, dass ich der Atman bin, der den Körper transzendiert, der außerhalb der Zeit ist und durch weltliche Bildung nicht erfasst werden kann.“

Es ist der unsichtbare Atman, der den Körper funktionieren lässt. Die Menschen vergessen den Meister (Atman) und lassen sich durch ihre Anhaftung an den Körper täuschen. Alles was mit dem Körper zu tun hat, wie z.B. Name, Beruf und Ausbildung, ist zeitlich begrenzt, vorübergehend und unbedeutend. Wahrheit ist euer Name. Ihr seid das Selbst, welches ewig ist. Gebt deshalb die Anhaftung an den Körper auf und erlangt die Kenntnis des Atman. Solange ihr am Körper hängt, könnt ihr niemals die Weisheit des Atman erlangen. Ihr könnt vielleicht aus den heiligen Schriften zitieren, doch das ist nur Bücherwissen und kann euch nicht zu eurem wahren Selbst führen. Ihr seid der Atman, der die Quelle aller Kräfte ist.

Versteht zuerst die Natur des Geistes

Um die Kraft des Atman verstehen zu können, untersucht zuerst einmal die Natur des Geistes. Die Auswirkungen des Geistes kann man nicht mit Worten beschreiben. Der Geist ist verantwortlich für Geburt, Tod, Handlung, Familie, Kindheit, Alter, Glück, Leid, Erfolg und Versagen. Das ganze Leben des Menschen beruht auf dem Geist. Wenn ihr erst einmal die Natur des Geistes verstanden habt, werdet ihr auch die Natur der Materie verstehen. Um die Natur des Geistes zu verstehen, solltet ihr eure Sinne unter Kontrolle haben. Wie könnt ihr andere kontrollieren, wenn ihr eure eigenen Sinne nicht unter Kontrolle habt? Ihr solltet die Sinne beherrschen können, um ein guter Führer zu werden.

Der Geist hat große Macht. Ohne diese Macht zu verstehen, ist der Mensch stolz auf sein begrenztes Wissen. Das ist vollkommen töricht. Er glaubt alles zu wissen. Er richtet seinen Geist auf triviale Ziele, ohne zu versuchen den Atman zu erkennen. Aus diesem Grund ist der Mensch Schwierigkeiten und Elend ausgesetzt. Ihr seid verantwortlich für euer Glück oder euer Leid. Ihr solltet anderen nicht die Schuld für eure Probleme geben. Da ihr unfähig seid, euer wahres Selbst zu erkennen, erfahrt ihr die Dualität von Freude und Schmerz. Sobald ihr euer wahres Selbst erkennt, können sie euch nichts mehr anhaben. Es ist eine Sünde, anderen für euer Leid die Schuld zu geben. Ihr leidet durch das Fehlen von Moral und euer unangemessenes Verhalten. Euer Schicksal beruht auf eurem Charakter. Der Charakter beruht auf den Taten. Die Taten beruhen auf Gedanken. Pflegt deshalb eine moralische Gesinnung und heilige Gedanken. Niemand kann sich dem Gesetz des Handelns entziehen, welches auf der Natur des Geistes beruht.

Verkörperungen der Liebe!
Ihr könnt ohne den Geist nicht existieren. Der Geist ist immer bei euch. Man kann euch erst als Menschen bezeichnen, wenn ihr die Natur des Geistes kennt. Dies ist die Lehre des Vedanta. Der Vedanta ist die Essenz der Veden, die Quelle der Erkenntnis des Selbst (âtmajnâna). Der Atman ist wie die Steuerzentrale. Sobald ihr in die Steuerzentrale Einlass gefunden habt, sind alle eure Sinne und der Geist unter eurer Kontrolle. Wenn der Hauptschalter des Hauses eingeschaltet ist, werden die Glühbirnen in allen Räumen leuchten. Der Atman ist wie der Hauptschalter und die Sinne sind wie die Glühbirnen in verschiedenen Räumen. Nehmt zum Beispiel eine Villa mit mehreren Räumen wie Schlafzimmer, Vorratsraum, Speisezimmer, Badezimmer, Küche etc. Die Räume sind durch Wände voneinander getrennt. Wenn die Wände zerstört sind, bleibt nur eine einzige große Halle übrig. Die Anhaftung an den Körper ist wie die Wand, die einen daran hindert, das Selbst zu erkennen. Sobald diese Wand zerstört ist, werdet ihr das unendliche und unsterbliche Selbst erkennen. Anstatt das unendliche und unsterbliche Selbst zu erkennen, habt ihr in mehreren Leben Anhaftung an den Körper entwickelt. Löst euch wenigstens in diesem Leben von ihm. Ihr nennt etwas ‚mein’, doch es wird nur solange euch gehören wie euer Körper existiert. Nach eurem Tod wird das, was ihr zuvor ‚mein’ nanntet, jemand anderem gehören. Wenn das der Fall ist, warum sollet ihr dann Bindung an weltliche Besitztümer entwickeln? Das menschliche Leben basiert auf ‚ich’ und ‚mein’. ‚Ich’ bezieht sich auf den Atman, und ‚mein’ bezieht sich auf die Materie. Der Geist entspringt dem Atman. Die Materie ist die Auswirkung des Geistes. Wenn ihr erst einmal die Natur des Geistes kennt, werdet ihr auch alles andere wissen.

Entwickelt Harmonie von Geist, Intellekt und samskâra (innewohnende spirituelle Kenntnisse - A.d.Ü.)

Studenten!
Vor euch liegt ein langes Leben. Wartet nicht, bis ihr alt seid, um den Weg der Spiritualität einzuschlagen. Beginnt früh, fahrt langsam, kommt heil an. Seid in diesem Alter sehr vorsichtig und verschwendet eure Zeit nicht mit trivialen Beschäftigungen. Zeit ist sehr kostbar, und wenn sie einmal vorüber ist, könnt ihr sie nie mehr zurückholen. Unternehmt jede nur mögliche Anstrengung zu erkennen, was man erkennen sollte, während eure Glieder noch stark sind. Wenn ihr es jetzt nicht könnt, werdet ihr es niemals in eurem Leben können.

Oh Mensch, sei nicht stolz auf deine Schönheit,
deine Jugend und deine Körperkraft.
Sehr bald wirst du alt werden.
Dein Haar wird grau werden,
deine Haut Falten bilden und dein
Sehvermögen wird unscharf werden.
Kinder werden dich zum Narren halten
und dich einen alten Affen nennen.
Du bist nicht besser als eine Lederpuppe.
Versuche, das Geheimnis hinter diesem
Puppentheater zu verstehen.

(Gedicht in Telugu)

Wer wird euch im Alter zu Hilfe kommen? Macht deshalb guten Gebrauch von euren Sinnen und seid unabhängig. Niemand kann mit Sicherheit sagen, was im nächsten Augenblick mit dem Körper geschehen wird. Entwickelt also keine Anhaftung an den Körper. Ihr solltet aber gut auf den Körper achten, damit ihr nicht von anderen abhängig seid. Erfüllt aufrichtig eure Pflicht.

Wenn ihr von euch sprecht, sagt ihr ‚ich', was nichts anderes als der Atman ist. Gebt dem Atman und niemandem sonst die Kontrolle über euren Körper. Wenn ihr fragt: „Wer ist Ramajah?“ wird sich jemand erheben und antworten: „Ich“. Wenn ihr fragt, wer Anil Kumar ist, wird die Person, die hier steht, „ich“ sagen. Auf diese Weise ist das Prinzip des ‚Ich’ grundlegend und in jedem Einzelnen gegenwärtig. So wie ein Licht ein anderes erhellt, so entstehen aus dem grundlegenden ‚Ich’ alle anderen ‚Ichs’. Derselbe Strom erleuchtet alle Glühbirnen. Jedes Wesen ist wie eine Glühbirne und Gott ist der Generator.

Wenn jemand euch fragt: „Wer bist du?“ solltet ihr voller Überzeugung erwidern: „Ich bin der Atman“. Was ist Geist? Er ist ein Aspekt des Atman. So wie Zucker die Grundlage aller Süßigkeiten ist, so ist der Atman die Grundlage von Körper, Geist und Intellekt. Man sollte sich strikt an dieses fundamentale Prinzip halten. Dies wird euch zu dem Geisteszustand führen, der die eigentliche Form des Selbst ist. Wenn ihr glaubt, der Geist sei wie ein Affe, dann täuscht ihr euch. Da ihr euch wie Affen benehmt, wird der Geist ebenfalls zum Affen. Wenn ihr euch wie Menschen benehmt, wird sich der Geist nicht länger wie ein Affe benehmen (monkey mind). Dann werdet ihr erkennen, dass ihr zur Menschheit gehört. Also erlaubt eurem Geist nicht, sich wie ein Affe zu benehmen. Dann werdet ihr ein wahres menschliches Wesen. Tatsächlich ist der Affe besser als der Mensch. Hanumân war ein Affe, der Râma (eine der Inkarnationen Gottes - A.d.Ü.) mit Hingabe diente. Er lehrte die Menschen folgende Lektion: „Oh, du Verrückter! Du machst dich über Affen lustig, dabei sind sie viel besser als du. Dienst du dem Herrn wie ich es tat? Ich gehorchte dem Befehl von Lord Râma, überquerte den Ozean und fand den Aufenthaltsort von Mutter Sîtâ (Râmas Gemahlin - A.d.Ü.). Ich stand vor Râma wie ein ergebener Diener (dîna) und trat Râvana (Name eines Dämonenkönigs - A.d.Ü.) gegenüber wie ein unerschrocken Mutiger (dhîra). In dieser Weise solltet auch ihr Demut vor dem Edlen haben und dem Bösen mutig entgegentreten.“

Heute benimmt sich der Mensch wie ein verrückter Affe. Er hat zwar keinen Schwanz, doch er hat die Wesenszüge eines Affen. Gebt diese Wesenszüge auf und schlagt den heiligen Weg ein, mit dem Atman als eurem Ziel. Versteht, dass ihr der Funke Gottes seid und strebt nach der Harmonie von Geist (mind), Intellekt und samskâra (auch: Tendenzen des Geistes, die durch Handlungen und Gedanken in früheren Zeiten oder Geburten entstanden sind - A.d.Ü.). Samskâra ist sehr subtil. Ihr versteht die Auswirkungen davon vielleicht jetzt noch nicht. Samskâra folgt euch wie ein Schatten von Geburt zu Geburt. Samskâra hat auch etwas mit Veredelung zu tun. Ihr habt die Macht, euch zu veredeln, doch ihr gebraucht sie nicht. Die heiligen Schriften der indischen Kultur lehren, dass der Mensch danach streben sollte, sich zu veredeln.

Die indische Kultur ist wie pures Gold, doch solch eine wertvolle Kultur wird heutzutage ignoriert. Die Menschen achten ihre Eltern und die Älteren nicht. Sie haben die heiligen Werte Liebe und Demut vergessen. Für sie sind nur weltliches Wissen und materieller Besitz wichtig, welche vorübergehend und vergänglich sind. Sie werden euch nicht folgen, wenn ihr diese Welt verlasst. Was euch folgt, auch über den Tod hinaus, ist nur samskâra und nicht samsâra (die objektive Welt; die weltliche Existenz - A.d.Ü.). Doch ihr versucht nicht, samskâra zu erreichen und verstrickt euch in samsâra in dem Glauben, samsâra sei von Dauer. Auf diese Weise verliert ihr euren Frieden und euer Leben bleibt ruhelos.

Trotz seiner Bildung und Intelligenz
wird ein törichter Mensch sein
wahres Selbst nicht erkennen
und ein gemeiner Mensch seine
schlechten Eigenschaften nicht aufgeben.
Die moderne Erziehung führt nur zum
Argumentieren, nicht zu vollkommener Weisheit.
Was ist der Zweck weltlicher Bildung,
wenn sie euch nicht zur Unsterblichkeit führen kann?
Erwerbt das Wissen, das euch unsterblich macht.

(Gedicht in Telugu)

Ihr werdet nur unsterblich, wenn ihr die Erkenntnis des Selbst erreicht

Oh Student! Du kämpfst hart im Leben,
nur zu dem Zweck, deinen Bauch zu füllen.
Du erwirbst viele Arten von Wissen auf
verschiedenen Gebieten. Prüfe und erforsche
dich selbst und frage dich, welch großes
Glück du erreicht hast, indem du deine
ganze Zeit von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang
damit verbringst, weltliches Wissen zu erwerben
und Wohlstand zu verdienen, während du Gott vergisst.

(Gedicht in Telugu)

Könnt ihr behaupten, dass ihr die ganze Welt bereist habt, nur indem ihr auf die Landkarte schaut? Ebenso ist der Erwerb von reinem Bücherwissen zwecklos. Findet heraus, was ihr gewonnen habt, indem ihr Gott vergessen und euer Vertrauen in die Welt gesetzt habt. Überhaupt nichts! Ihr könnt ins Ausland gehen und crores (1 crore = 10.000.000 - A.d.Ü.) von Rupien verdienen, doch könnt ihr auch nur einen einzigen Cent (nava paisa) mit euch nehmen, wenn ihr diese Welt verlasst? Welchen Sinn hat es, die Welt zu bereisen? Genießt der Löffel, mit dem verschiedene Speisen wie Sambar, Chutney, Rasam und Payasam (süßer Pudding) serviert werden, deren Geschmack? Genauso geht der Mensch in verschiedene Länder und liest verschiedene Bücher ohne jeden Nutzen.

Glaube und Entschlossenheit verdienen die göttliche Gnade

Verkörperungen der Liebe! Studenten!
Entwickelt Liebe und teilt sie mit anderen. Transformiert diese Welt zu einem Paradies der Liebe. Dann wird es kein Leid mehr geben. Versteht die Natur des Geistes und ihr werdet erlöst sein. Ihr habt euch an dem Sportfest beteiligt, großes Talent gezeigt und viele Auszeichnungen gewonnen. Dies ist ebenfalls sehr wesentlich unter einem weltlichen Gesichtspunkt. Die weltliche Erziehung ist für das diesseitige Leben, und die spirituelle Erziehung ist für das Leben danach. Beide sind also wesentlich. Die weltliche Erziehung ist wie das linke Bein und die spirituelle wie das rechte Bein. Beide Beine werden zum Gehen benötigt. Genauso sind beide Formen der Erziehung für den Erfolg im Leben notwendig. Die linke (weltliche) muss eines Tages zurückgelassen werden, die rechte aber (spirituelle) ist immer richtig. Die meisten von uns benutzen die rechte Hand zur Erledigung unserer Arbeit. Was bedeutet das? Es heißt, dass wir nur rechte Dinge tun sollten. Dient allen und macht Bhagavan glücklich. Nur dann könnt ihr sagen, dass ihr von der rechten Hand den rechten Gebrauch gemacht habt. Sogar im täglichen Leben wird die linke Hand benutzt, um Schmutz zu entfernen und die rechte Hand, um seine Pflicht zu tun. Die linke wird ‚links liegengelassen’ und die rechte geht vorwärts. In dieser Welt sollt ihr die linke zurücklassen und mit der rechten voranschreiten. Nur dann könnt ihr das Ziel des menschlichen Lebens erreichen.

Was ist das Ziel des Lebens? Es besteht in der Erkenntnis der grundlegenden Wahrheit, das heißt des Prinzips des Atman. Dieses Prinzip ist in euch. Man kann dies durch den Geist erkennen, der die Reflektion des Selbst ist. Doch die Menschen vergessen heute den Atman und verlieren sich in flüchtigen weltlichen Dingen. Wir sollten den Intellekt benutzen, denn er besitzt die Fähigkeit der Unterscheidung. Nehmt zum Beispiel eine Orange. Ihr entfernt die bittere Schale und nehmt nur den Saft zu euch. Das ist auf den Intellekt zurückzuführen. In ähnlicher Weise sollte der Intellekt alles Böse aufgeben und alles Gute annehmen. Nicht nur der Mensch besitzt Unterscheidungskraft, sondern auch der Affe. Wenn ihr ihm eine Banane gebt, schält er sie und isst die Frucht. Des Menschen Unterscheidungskraft hat größer zu sein als die des Affen. Was ist der Sinn der menschlichen Geburt, wenn sich ein Mensch wie ein Affe oder ein Büffel verhält? Sogar von Büffeln und Kühen ist etwas zu lernen. Sie grasen auf den Weiden und kauen in Muße, was sie gerade gefressen haben. Ebenso sollt ihr, wenn euch etwas Gutes begegnet, es ohne zu zögern annehmen. Später könnt ihr darüber nachdenken und es geistig verarbeiten.

Studenten!

Sogar Vögel und Tiere verhalten sich ihrer Natur entsprechend. Doch der Mensch hat trotz seiner Erziehung seine wahre Natur vergessen und benimmt sich wie ein Tor. Was nützt es, bei der Prüfung die besten Noten zu erzielen, wenn ihr das grundlegende Lebensprinzip nicht kennt? Ihr mögt euch den Kopf mit Bücherwissen voll stopfen, welches ihr dann im Prüfungsraum wieder ausspeit, um gute Noten zu bekommen. Doch welche Noten habt ihr auf dem Gebiet der Spiritualität erzielt? Es hat keinen Zweck, erstklassig in weltlicher Bildung zu werden und eine Null in spiritueller Bildung. Zensuren (marks) sind zweifellos wichtig, aber ihr solltet auch darauf achten, dass keine schlechten Bemerkungen (remarks) über euch gemacht werden.

Der Junge, der vorhin gesprochen hat, ist ein Beispiel dafür, wie ihr euch verhalten solltet. Als er während einer der Proben hinfiel, dachte er, er habe seine Chance verloren und wurde sehr traurig. Er betete zu mir, dass ich ihn von seinen Schmerzen heilen möge, damit er an dem Löwentanz teilnehmen könne. Angesichts seiner Entschlossenheit und seines festen Glaubens heilte ich ihn sofort. Ein solcher Glaube und solche Entschlossenheit sind erforderlich, um die göttliche Gnade zu gewinnen. Der heilige Purandaradâsa (er besang die Herrlichkeit der Liebe eines Devotee zu Gott - A.d.Ü.) sagte: „Oh Gott, wenn du deinen Devotee beschützt, bist du Râma, und wenn du die Bösen bestrafst, bist du Yama (Gott des Todes - A.d.Ü.). Prahlâda erschienst du als Nârâyana (eine der Bezeichnungen für Gott - A.d.Ü.), und dem Dämon Hiranyakashipu erschienst du als Yama. Für Kamsa (Name eines dämonischen Königs - A.d.Ü.) wurdest du zu Yama, doch für andere warst du Krishna (eine der Inkarnationen Gottes - A.d.Ü.). Du manifestierst dich genau so, wie der Mensch über dich denkt.“

Warum straft Gott? Er bestraft die Bösen für ihre schlechten Taten. Praktiziert also stets: Helft immer, verletzt niemals. Dasselbe sagte der Weise Vyâsa: Anderen zu helfen ist verdienstvoll, andere zu verletzen ist Sünde (paropakârah punyâya, pâpâya parapîdanam). Es kann keinen schlimmeren Sünder geben als den, der Gott kritisiert. Es kann keine schlimmere Hölle geben als sich von Gott zu distanzieren. Ihr könntet einwenden, dass es auf der Welt viele gibt, die Gott vergessen haben und die trotzdem ein angenehmes Leben führen. Zweifellos leben sie, doch sie führen ein Leben wie Hunde und Füchse. Man sollte danach streben, wie ein Devotee zu leben, um die göttliche Gnade zu verdienen.

Im Sport treffen sich Einheit und Göttlichkeit

Studenten!
Haltet den Namen des Instituts hoch und seid Vorbilder für die Gesellschaft. Diese Dankbarkeit erwartet das Institut von euch dafür, dass ihr eine kostenlose Ausbildung erhalten habt. In anderen Instituten könnt ihr keinen Platz erhalten, ohne einen Beitrag zu zahlen. Hier aber ist die Ausbildung vollkommen kostenlos. Geld kommt und geht, die Moral aber kommt und wächst. Entwickelt daher Moral. Als Empfänger von Swamis Liebe sollte jeder Tropfen eures Blutes mit Dankbarkeit erfüllt sein.

Hier ist ein kleines Beispiel. Der Vizekanzler telefonierte nach Singapur und bat einen Trainer, herzukommen und die Jungen im Löwentanz zu unterrichten. Er kam also und trainierte die Jungen. Gestern rief ich den Rektor und fragte ihn: „Der Trainer kam zu uns und machte uns glücklich. Wie können wir ihm gegenüber unsere Dankbarkeit ausdrücken?“ Der Rektor sagte, er habe keine Ahnung. Ich sagte, dass wir ihm 40.000 Rupien als Zuschuss zu seinen Reisekosten geben würden. In dieser Weise schenke ich jedem Jungen und jedem Trainer meine persönliche Aufmerksamkeit. Ihr denkt vielleicht, dass Swami sich irgendwo aufhält und nicht weiß, was vorgeht, doch Swami ist hier, dort und überall. Ich kümmere mich um jeden Einzelnen und nehme alle Schwierigkeiten und Verluste auf mich, die aus euren Handlungen entstehen mögen. Ihr aber seid unfähig, das zu wissen.

Alle Lehrer haben hart gearbeitet, damit das Sportfest ein großer Erfolg wird. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters haben Radhaswamy und Ramamurthi unermüdlich gearbeitet und den Studenten ihre Unterstützung gegeben. Sie dienen unserem Institut sogar noch nach ihrer Pensionierung. Alle haben in Einheit gearbeitet. Wo Einheit ist, da ist Göttlichkeit. Wenn Göttlichkeit bei euch ist, wird alles andere folgen. Der Erfolg des Sportfestes ist das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten. Es gibt kein anderes Institut wie das unsere. Die Einheit, Harmonie und Liebe, die man hier findet, sind woanders nicht zu finden. Die Ursache für all dies ist Swami. Swamis Liebe hat diese Einheit hervorgebracht. Ich bin bereit, crores (1 crore = 10.000.000 - A.d.Ü.) von Rupien für das Wohl der Studenten auszugeben. Mein einziges Ziel ist es, sie zu idealen Bürgern zu machen. Manche Leute verhalten sich undankbar, nachdem sie Swamis Liebe im Übermaß erhalten haben. Das ist deren Schicksal. Ehrt den Namen des Instituts, wo ihr auch hingeht. Das wünsche ich mir von euch. Ich bin bereit, euch zu geben, was immer ihr erbittet. Viele Menschen, die hierher kommen, sind sehr glücklich, wenn sie unser Institut sehen.

Die Studentinnen vom Anantapur-Campus haben auch sehr hart gearbeitet. Die Menschen, die in Puttaparthi leben, können sich sehr glücklich schätzen, da sie jeden Tag Swamis Darshan (Sehen eines Heiligen - A.d.Ü.), sparshana (Kontakt, Berührung mit dem Göttlichen - A.d.Ü.) und sambhâshana (Sprechen mit einem Heiligen - A.d.Ü.) haben können. Die Anantapur-Studentinnen jedoch genießen dieses Privileg nicht. Es ist zwölf Jahre her, seit ich Anantapur besucht habe, und doch arbeiten sie unerschütterlich und hingebungsvoll in der Überzeugung, dass Swami immer bei ihnen ist. Ihre Hingabe und Lauterkeit wird mit Sicherheit reiche Früchte tragen. Ich werde Anantapur sehr bald besuchen und ihnen allen meinen Segen erteilen. Jede Tat zieht zwangsläufig ein Ergebnis nach sich, doch man muss auf den richtigen Zeitpunkt warten.

Heute sind viele Menschen von Angst erfüllt, da sie glauben, es könnte Krieg geben zwischen Indien und Pakistan. Es wird kein solcher Krieg stattfinden. Indien (Bhârat) wird mit Glück gesegnet sein. Indien ist ein heiliges Land und wird immer in Sicherheit sein. Es mag hier und da kleine Scharmützel geben. Heutzutage gibt es noch nicht einmal in einer kleinen Familie, die aus vier Mitgliedern besteht, Einheit. Wie kann in einer solchen Situation ein Land mit einer Millionen-Bevölkerung frei von kleineren Konflikten bleiben? Doch es wird keinen Krieg geben. Alle werden wie eine Familie zusammenstehen. Betet von ganzem Herzen für das Wohl der Menschheit – mögen alle (Welten) glücklich sein (lokasamastâh sukhino bhavantu)! Ihr könnt nur glücklich sein, wenn die Welt glücklich ist. Es besteht eine innige und untrennbare Beziehung zwischen euch und der Welt. Singt den Namen Gottes. Betet für das Wohlergehen der Welt und beteiligt euch am Dienst für andere.

Bhagavan beendete seine Rede mit dem Bhajan: „Hari bhajana bina sukha shanti nahim...“

Aus Bhagavans Samkrânti-sandesh (sandesh = Botschaft - A.d.Ü.) in der Sai Kulwant-Halle in Prashanti Nilayam am 14. Januar 2002
(Sanathana Sarathi Februar 2002)

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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