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 Ansprache Sathya Sai Babas am 13.10.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 13.10.2002, Dasarafest

O törichter Geist, warum begibst du dich auf die Suche hier und da,
um mit der Schau des Göttlichen gesegnet zu werden?
Gott ist in dir; suche dort und du wirst ihn finden.
Welch größeres Glück kann es geben?

Verkörperungen der Liebe!
Gottes Schöpfung ist sehr geheimnisvoll und wunderbar. Spirituelle Sucher haben auf vielerlei Wegen versucht, die Manifestation des Göttlichen zu erfahren. Es ist eine von Gott gegebene Gelegenheit.

In jedem Wort verbirgt sich ein Mantra, und jeder Mantra ist eine Kombination verschiedener Worte, die dem Mantra eine heilige innere Bedeutung geben. Jeder Mantra hat viele Bedeutungen, aber wir müssen diejenige wählen, die unserem Platz und unseren Umständen angemessen ist. Der göttliche dakshinâmûrti[1] hat diesen Mantren zum Wohle der Suchenden innere Bedeutungen gegeben und ihnen dadurch Freude und Glückseligkeit geschenkt. Er lehrte den gewöhnlichen Menschen in dieser materiellen Welt die Mantren in einfachen einleuchtenden Worten. Drei Begriffe wurden dabei besonders hervorgehoben, und zwar jîva, das Individuum, deva, Gott und manas, der Geist.

Welche Rolle spielt der Geist, der zwischen dem Einzelnen und Gott steht? Der Einzelne (jîva) ist leblos (jada, auch: unbewusst). Gott ist Bewusstsein (caitanya, auch: spirituelles Bewusstsein, göttlicher Geist, Leben). Dem Geist (mind) wurde die Aufgabe zugeteilt, das Leblose und die Bewusstheit zusammenzubringen. Der Einzelne, Gott und der Geist zusammen bilden ein Mantra, das jîvîshvaraprakriti genannt wird. Prakriti, die Schöpfung, besteht aus diesen beiden, dem Einzelnen und Gott. Der Geist hat die Rolle eines Zeugen und soll den Menschen göttlich machen. Wie erfüllt manas, der Geist, seine Aufgabe, den Menschen in Gott zu verwandeln? Der Einzelne verkörpert die Individualität (vyashti), Gott hingegen verkörpert die Gesamtheit, das Ganze (samashti). Der Geist ist eine Kombination von Einzelnem und Ganzem. Der Geist ist mit heiliger Kraft versehen. Aber in diesem modernen Zeitalter wird der Geist mit einem Affen, einem verrückten Affen, gleichgesetzt. Nein, nein. Der Geist repräsentiert die heilige Menschheit. Der Geist verbindet den Menschen mit Gott. Der Geist ist also sehr heilig.

Der Geist ist verantwortlich für Bindung wie auch für Befreiung

Der Geist ist sehr machtvoll. Diese vom Geist ausgehende Kraft ist nirgendwo sonst zu finden. Obwohl dem Geist so viel Macht gegeben wurde, ist er dennoch nicht in der Lage, Gott in seiner Ganzheit und Tiefe zu erfassen. Der Geist ist immer zu achten. Aber die Menschen messen in dieser Welt dem Geist nicht viel Wert bei und sind nicht fähig, seine wahre Bedeutung und seine Tiefe zu erfassen. Der Geist ist sehr kraftvoll. Er beinhaltet ein sehr mächtiges Schwert. Er ist voller Tapferkeit, Mut und Heiligkeit. Die Menschen sind nicht fähig, das Wesen des Geistes zu erkennen. Der Geist ist noch mächtiger als der Einzelne und Gott, denn ohne Geist kann niemand den Wert des Einzelnen und den Wert Gottes erkennen. Es ist also der Geist, der die Stärke des Einzelnen und die Stärke Gottes klar erweist. Wir müssen unterscheiden zwischen der Göttlichkeit im Menschen und dem in Gott befindlichen Bewusstsein, das über das ganze Universum ausgebreitet ist.

Es ist also deutlich geworden, dass der Geist sehr mächtig ist und seine Macht sogar über die Ebene Gottes hinausgeht. Der Geist wird als Vishnusvarûpa, die Verkörperung Vishnus, des erhaltenden Prinzips, beschrieben. Wie ich euch gestern sagte, repräsentiert der Geist Vishnu, der Atem Shiva und die Sprache Brahma. Es heißt, Brahma sei aus dem Nabel Vishnus hervorgegangen. Entsprechend geht die Sprache aus dem Geist hervor. Das Göttliche ist das Prinzip des Atems. Sprache ist sehr mächtig. Göttlichkeit ist sehr mächtig.

In den vergangenen Zeiten drang Abhimanyu in padmavyûha (eine Schlachtanordnung) ein, um das in dieser Schlachtanordnung verborgene sehr kraftvolle Yantra (Diagramm) zu brechen. Ein gewöhnlicher Mensch kann eine solche Kampfanordnung nicht ersinnen. Es war Dronâcârya, der sie erfand. Da sie das Gefühl hatte, dass diese Kampfordnung nicht einfach sei und ihr Sohn sie nicht durchbrechen könne, versuchte Subhadrâ ihn von dem Versuch abzubringen.[2] In jener Zeit wurde Worten höchste Bedeutung und Heiligkeit beigemessen. Die Kraft lag nicht nur in Worten, sondern sie wurde auch in Handlung demonstriert.

Die Veden und Upanischaden enthalten viele Lehren, die jeweils aus drei Worten bestehen. Es ist sehr schwierig, die Essenz der Upanischaden in rechter Weise zu verstehen. Tat tvam asi (DAS bist du), ayam âtmâ brahma (dieser Atman ist wahrhaft Gott), sarvam kalvidam brahma (all dies ist wahrhaft Gott), prajnânam brahma (Gott ist höchste Weisheit), brahmavid brahmaiva bhavati (wer Gott erkennt, wird zu Gott selbst) sind allesamt Lehrsätze der Upanischaden und heilige Mantren. Auch die göttlichen Namen, die wir für bloße Rufnamen halten, sind Mantren. Den Mantren werden vielfache Bedeutungen zugeschrieben. In jedem der vier Veden, im Rigveda, Yajurveda, Sâmaveda und Atharvaveda gibt es jeweils einen Hauptlehrsatz, der ein Mantra ist. Diese vier Lehrsätze gelten in Anbetracht ihrer Assoziation mit den Veden als sehr heilige Mantren und vermitteln die Essenz der Veden. Es ist also nicht notwendig, jeden der Veden zu kennen. Für jeden Veda gibt es einen besonderen Mantra, und in diesem Mantra ist die Essenz aller Mantren enthalten. Tat tvam asi (du bist DAS): asi bedeutet verbinden, tat steht für DAS (Gott); es heißt, dass Dieses mit Dem verbunden wird. Aham brahmâsmi: Ich bin Gott, das heißt, ich bin mit Gott vereint. Sarvam kalvidam brahma: All dies ist wahrhaft Gott. Wenn ihr in dieser Weise nachforscht, findet ihr heraus, dass all diese Mantren dieselbe Bedeutung haben und dieselbe Wahrheit verkünden. Wahre spirituelle Disziplin besteht darin, die allen Mantren zugrunde liegende Einheit zu erkennen. Brahmavid brahmaiva bhavati: Wer Gott (er)kennt, wird zu Gott selbst. Wer die Einheit versteht, wird zu Gott selbst. Darin liegt die wahre innere Bedeutung der Upanischaden.

Verkörperungen der Liebe!
Ihr solltet als Erstes wissen, dass ihr Gott seid. Jeder ist göttlich. Wenn das der Fall ist, warum sollten wir dann Gott verehren? Weil es euch nicht möglich ist, das Wesen des Göttlichen zu erfassen und ihr euch der in euch liegenden Fähigkeit nicht bewusst seid, betet ihr Gott an. Ihr führt ein sehr gewöhnliches weltliches Leben. Wenn dem so ist, wie könnt ihr dann das transzendentale göttliche Prinzip verstehen? Ihr verkörpert das Einzelne (vyashtisvarûpa), Gott hingegen die Gesamtheit (samashtisvarûpa). Die gewöhnlichen Menschen verkörpern also das Einzelne. Wie kann ein Einzelwesen die kosmische Form erkennen? Trotz all seiner Bemühungen, all seiner spirituellen Übungen und dem Singen vieler Mantren gelingt es dem normalen Menschen nicht, sich in die Verkörperung der Gesamtheit zu verwandeln. Nur wenn der Einzelne erkennt, dass er Gott ist, wird er zur Verkörperung der Gesamtheit werden. Wir sollten die grundlegende Wahrheit erkennen: „Ich bin Gott, ich bin Gott, ich bin Gott.“ Wir müssen diesen Glauben in uns entwickeln. Wir müssen die Mantren zusammenbinden, die Göttlichkeit darin verstehen und sie wieder entbinden. Binden und entbinden, am Anfang und am Ende. Ihr solltet versuchen, die korrekte Bedeutung zu verstehen und entsprechend handeln. Was zu Anfang gekommen ist, wird auch am Ende wieder kommen. Es verhält sich wie mit einem neu geborenen unwissenden Kind, das am Ende wieder zu seinem Ursprung zurückkehrt. Anfang und Ende sind grundsätzlich überall gleich.

Ein kleines Beispiel hierzu: Wir gehen zu einem Fluss, graben etwas Erde aus und deponieren sie vor unserem Haus. Am ersten Tag bleibt die Erde noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Am nächsten Tag vermischen wir die Erde mit Wasser, um sie fest zu machen und formen auf der Töpferscheibe einen Krug daraus. Wenn man den Krug jetzt mit Wasser füllt, bleibt das Wasser nicht darin, sondern der Wasserspiegel sinkt nach und nach. Erst nachdem der Krug im Feuer gebrannt wurde, bleibt das Wasser darin. Wir gleichen dieser Tonerde, die durch das Feuer der Weisheit in die Göttlichkeit transformiert wird.

Was ist Weisheit, jnâna? Die Erfahrung der Nichtdualität ist Weisheit.

Das Erreichen der Einheit ist das Feuer; erst nach diesem Brennvorgang wird der Krug unzerbrechlich. Man muss dafür Sorge tragen, dass der Krug gut gebrannt wird. Dieser Vorgang wird agnisamskâra, Läuterung durch Feuer, genannt. Aufgrund dieser Läuterung wächst die Kraft. So wie der Krug durch den Brennvorgang stark wird, ebenso wird der Einzelne (jîva) aufgrund der Läuterung durch die göttliche Gnade in Gott (deva) verwandelt.

Dazu gibt es ein kleines Beispiel. Jeder Mensch besteht aus Fleisch und Blut und ist voller Schmutz. Aber wie benutzt ihr das Spielzeug des Körpers? Der Körper an sich hat kaum Kraft, aber durch den allmählichen Läuterungsvorgang nimmt die im Menschen befindliche Kraft zu und sein Wert wird erhöht.

Der Ton an sich ist wertlos. Dasselbe gilt für Gold (im Rohzustand). Ich spreche euch immer als „Bangaru“ (Gold) an. Gott ist hiranyagarbha (der goldene Keim, aus dem die Schöpfung hervorgeht.) Wenn ihr Gold erwerbt, muss es erst in Schmuckstücke verwandelt werden, ehe ihr euch damit schmücken könnt. Ihr müsst das Gold mit Kupfer vermischen, damit es stark wird. Dadurch erhöht sich das Gewicht und es wird unzerbrechlich.

Gottes Wille ist sehr stark. Gott ist hiranyagarbha. Wo befindet sich hiranyagarbha? In uns selbst. Das müssen wir erkennen.

Ein kleines Beispiel hierzu: Hier befinden sich viele Studenten der Naturwissenschaften. Wir kennen amla, eine sehr starke Säure, aus der sich Zellen entwickeln, die sich zu Hunderttausenden vervielfachen und schließlich den Körper bilden. Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, enthält Säuren und Metalle. Metall verwandelt sich in andere Metalle. Gemüse hat einen hochgradigen Säureanteil. Grünes Blattgemüse enthält Eisen. Tamarinde und Zitronensäfte entwickeln amla, den grundlegenden Bestandteil bei der Bildung von Zellen. All dies stärkt nach und nach unseren Körper.

Auf diese Weise gibt es in Wissenschaft und Spiritualität so viele innere Bedeutungen. Aber im Bereich der Spiritualität verwandelt sich dies in ein Mantra. Worin liegt der Ursprung dieses Mantras? Ein Mantra ist eine Kombination von Worten, die jedem die Göttlichkeit übermittelt.

Zwischen Nahrung, Kopf (Geist) und Gott besteht eine subtile untrennbare Beziehung. Nahrung spielt auf dem spirituellen Weg eine lebenswichtige Rolle. Wenn wir Nahrung in rechter Weise verwenden, hilft sie uns, das Wesen des Göttlichen zu verstehen.

Wir haben viele Träume. Unsere Träume sind eine Reaktion auf das Essen und eine Widerspiegelung des Essens, das wir zu uns nehmen. Nahrung kann uns dabei helfen, Göttlichkeit zu erreichen. Wenn ihr Nahrung nur als Materie betrachtet, wird sie das bleiben.

Deshalb sagen die Veden: Wie ihr denkt, so werdet ihr.

Basierend auf dem Empfinden verändert sich die Materie. Nehmt zum Beispiel die Magnetkraft im Körper. Diese Magnetkraft in unserem Körper verwandelt sich in eine Art Batterie, die sich in Licht verwandelt. Woher kommt dieses Licht? Unser Körper ist wie ein kleiner Generator. Darüber hinaus wird unser Körper, wenn wir ihm lauschen, aufgrund seiner Magnetkraft und durch die in uns erzeugten Klangwellen gleichsam ein Telefon. Auch Licht ist wahrnehmbar. So wie Schmuck durch das Polieren glänzt, ebenso erhalten andere Dinge ihren Glanz. Dieses Licht wird caitanya shakti, die Kraft des Bewusstseins, genannt. Je nach dem Stadium (des Polierens) entsteht das Licht. In jedem Menschen, in den Eigenschaften (guna), in der Materie ist die Göttlichkeit sichtbar. Materie sollte nicht nur als bloße Materie betrachtet werden. Materie (padârtha) sollte als Göttlichkeit (parârtha) wahrgenommen werden. Zwischen Materie und Göttlichkeit besteht ein großer Unterschied. Materie ist irdisch, weltlich, körperlich. Parârtha ist göttlich, immer neu, die transzendentale Kraft des Bewusstseins, die mit Licht erfüllt ist. Wir betrachten diese reine Materie bloß als Materie und würdigen sie nicht. Heutzutage messen wir den Dingen Wert bei oder sprechen ihnen Wert ab. Die Ursache liegt alleine im Empfinden des Menschen. Entsprechend unserer wechselnden Empfindungen betrachten wir etwas Wertvolles als wertlos und wertschätzen das, was keinen Wert besitzt. Wir sollten die Launen unseres Geistes kennen, den Geist reinigen und auf die Göttlichkeit ausrichten. Nur dann verstärkt sich unser Leuchten. Aufgrund unseres Geistes hegen wir dumme Gedanken und Wünsche und missbrauchen aufgrund dieser Gedanken unsere Kraft. Um das zu vermeiden, müssen wir die göttlichen Gedanken in uns verstärken. Welche Art Gedanken sollten wir hegen? Wir sollten alles als göttlich betrachten. Wir sollten jeden Tropfen Blut in unserem Körper als göttlich ansehen. Wie bildet sich Blut? Blut wird durch Nahrung gebildet. Wir erhalten unsere Stärke aus der Nahrung, die sich in göttliche Kraft verwandelt. Wir müssen den Unterschied zwischen körperlicher Kraft und göttlicher Kraft erkennen.

Ihr solltet starken Glauben haben und jedes eurer Gefühle als göttlich betrachten. Aber aufgrund seiner Verrücktheit sind alle Gedanken des Menschen weltlich. Ihr solltet weder schlechte noch weltliche, sondern göttliche Gedanken haben, das heißt, ihr solltet an Gott denken. Nur wenn man göttliche Gedanken ansammelt, wird der Geist vollkommen rein. Man sollte also jede Sache als spirituell betrachten.

Angenommen, wir kaufen einen Sack ungeschälten Reis für 200 Rupien. Wenn man den Reis nun bearbeitet und die Hülse entfernt, verdoppelt sich der Wert des Reises. Dieser Vorgang der Bearbeitung und Entfernung der Hülle wird Verfeinerung und Läuterung, samskâra, genannt. Nicht verfeinerter Reis ist weniger wert als der bearbeitete Reis. Erst wenn der ungeschälte Reis bearbeitet wird, erhöht sich sein Wert und er kann konsumiert werden. Es ist nicht möglich, die Früchte ohne den Vorgang der Verfeinerung zu genießen. Wir erhalten so viel Glück, wie es unseren Bemühungen entspricht. Nur wenn wir hart arbeiten, erhalten wir die Früchte. Nur wenn wir uns bemühen, erhalten wir das gewünschte Ergebnis. Wir müssen deshalb Schwierigkeiten durchlaufen und in dem Vorgang geläutert werden. Durch diesen Vorgang der Läuterung wird alles gereinigt. Als Studenten z.B. werdet ihr durch den Vorgang der Ausbildung geläutert. Lernen, Essen, Gehen, Sitzen, Rennen, Lächeln und Weinen sind alles Läuterungsvorgänge. Durch Weinen werden manche Dinge verändert. In welcher Weise? Durch Weinen vertreiben wir die schlechten Gedanken. Durch Weinen verschwindet unreines Wasser aus unserem Körper und durch diesen Läuterungsvorgang verbleibt gutes Wasser in uns.

Der Läuterungsvorgang besteht darin, das Gute anzunehmen und das Schlechte zurückzuweisen. Nehmt zum Beispiel unseren Atemvorgang. Wir atmen guten Sauerstoff ein und schlechtes Kohlendioxyd aus. Wo immer wir heutzutage hingehen, gibt es keine gute Luft. Unsere Vorfahren schmückten bei jeder Hochzeit, wo viele Menschen zusammenkommen, den Platz mit frischen Mango- und Bananenblättern und führten die Zeremonie voller Freude durch. Die Blätter absorbieren die von den Menschen ausgeatmete verschmutzte Luft und geben Sauerstoff ab, der die Luft reinigt. Sauerstoff ist sehr heilig und dem Menschen sehr nützlich. Welche Größe in frischen grünen Pflanzen liegt! Aber heutzutage verwendet man bei Hochzeiten statt frischen Mango- und Bananenblättern künstliche Blätter aus Plastik. Alle wollen heutzutage ein leichtes Leben und wählen den leichten Weg. Das ist höchst gefährlich. Durch diese modernen Methoden schaden wir unserer Gesundheit. Unsere Nahrung ist so heilig. Aber wir verschwenden mit unserem modernen Lebensstil so viel Geld. Wir zahlen zum Beispiel für unser Gemüse eine viertel Rupie und zahlen doppelt so viel für den Träger, der das Gemüse für uns trägt. Könnt ihr das Gemüse nicht mit euren eigenen Händen nach Hause tragen? Der Mensch ist heutzutage faul geworden. Wenn ihr Gemüse kauft, tut es in eine Tasche und tragt es nach Hause; was ist daran falsch? Morgen wird es gekocht und landet in eurem Magen.

Wenn wir jede kleine Angelegenheit in rechter Weise verstehen und angemessen handeln, werden wir glücklich.

Verkörperungen der Liebe!
Wir verderben heutzutage unsere Gesundheit. Wir sollten das Essen, das wir heute zu uns nehmen, nicht als Materie, sondern als Gott betrachten. Wir sollten reine heilige Nahrung zu uns nehmen. Wir sollten darauf achten, kein altes verdorbenes Essen zu uns nehmen. Schlechtes Essen ist Gift. In jeder Materie befindet sich Göttlichkeit. In dieser Welt gibt es keine Materie ohne Göttlichkeit. Es gibt keinen Ort ohne Göttlichkeit. Gott ist überall gegenwärtig. Wir müssen nach Mitteln und Wegen suchen, die Göttlichkeit zu erkennen. Jede Materie, die geläutert wird, verwandelt sich in Gott. Um körperliche Materie zu verwandeln, müssen wir sie aus dem spirituellen Gesichtspunkt betrachten. Dann erhöhen sich ihr Wert und ihre Reinheit.

Schüler, Studenten!
Ihr studiert alles und jedes, aber setzt nichts von dem Gelernten in die Praxis um. Wenn man euch fragt, was geschieht, wenn man Wasserstoff und Sauerstoff zusammenfügt, antwortet ihr, es bilde sich Wasser. Ihr beobachtet diesen Vorgang im Labor, aber seht ihr Wasser als Nahrung an? Ihr fügt Wasserstoff und Sauerstoff zusammen. Was bringt es, Experimente im Labor durchzuführen, wenn es den Menschen keinen praktischen Nutzen bringt? Welcher Not wir heute dort ausgesetzt sind, wo Wassermangel herrscht! Und wie viel Wasser verschwendet wird! Es gibt in dieser Welt und in Indien so viele Flüsse. Aber sie münden ins Meer, ohne dass das Wasser von irgendjemandem genutzt wird. Und die Staaten kämpfen untereinander und behaupten, sie hätten kein Wasser. Warum nutzen sie das vorhandene Wasser nicht in rechter Weise? Die Schwachen kämpfen um das Wasser. So viel Wasser verschwindet nutzlos im Meer. Sichert es und nutzt es in rechter Weise. Es gibt in Indien viele Flüsse. Indien ist ein heiliges segensreiches Land. Es wird Mutter Indien und Annapurna, das Land voller Nahrung, genannt. Aber die Menschen mühen sich ab, ohne zu essen zu haben. Worin liegt die Ursache? Alles wird missbraucht. Nutzt die Dinge in rechter Weise und ihr und eure Mitmenschen können dann glücklich sein.

Verkörperungen der Liebe!
Wir sollten nichts verschwenden. Viele Leute lassen beim Händewaschen den Hahn aufgedreht und verschwenden dadurch so viel Wasser. Es schmerzt mich. Nehmt nur so viel, wie ihr braucht. Schließt den Wasserhahn sofort und spart dadurch Wasser. Verschwendet kein Wasser. Wasser zu verschwenden ist sehr unheilig. Verschwendet keine Nahrung. Esst nur so viel, wie ihr braucht. Wenn ihr zu viel Essen habt, führt das zu Verschwendung. Manche sagen, das weggeworfene Essen sei nicht verschwendet, weil Hunde und andere Tiere es essen würden und deshalb nichts Falsches darin läge. Nicht einmal die Tiere essen dieses verdorbene Essen! Ihr gebt den Tieren euer verdorbenes Essen. Sind Tiere nicht ebenso Geschöpfe? Ist in ihnen kein Leben? In diesem Kalizeitalter sind auch die Tiere sehr intelligent. Sie beschnüffeln erst das Essen und nur wenn es gut ist, verzehren sie es, ansonsten lassen sie es liegen. Nahrung sollte rein und sauber sein. Wir sollten nichts verschwenden. Wir sollten weder Wasser noch Nahrung noch Zeit noch Energie noch Geld verschwenden. Mehr als alles andere wird Zeit verschwendet. Als Folge davon wird dieses Leben selbst verschwendet.

Gestern sprach ich zu euch lange über verschiedene Themen. Da ich täglich zu euch spreche, wird meine Stimme immer klarer und deutlicher. Es zeigt, dass ihr mehr Kraft erhaltet, wenn ihr gute Worte sprecht. Verschwendet eure Worte nicht. Wenn ihr eure Worte verschwendet, wird auch alles andere verschwendet. Niemand sollte irgendetwas verschwenden. Ihr solltet nicht laut sprechen. Laut zu sprechen ist Verschwendung. Nur der, für den eure Worte gedacht sind, sollte euch hören. Wenn ihr unterwegs laut sprecht, können sogar diejenigen, die gerade in der Küche kochen, euch hören. Ihr verliert dadurch ihren Respekt. Die Leute denken, warum schreit dieser Kerl wie ein Wahnsinniger! Wir sollten auch beim Sprechen unsere Selbstachtung bewahren. Wir müssen uns durch unsere Redeweise heiligen. Wir müssen uns durch unser Verhalten reinigen. In allem müssen wir unsere Selbstachtung bewahren. Was bringt es, unsere Selbstachtung zu verlieren?

Warum gehe ich langsam? Ich könnte schnell gehen, aber ich tue es nicht. Ich gehe langsam, damit alle mich sehen können und glücklich sind. Wenn alle glücklich sind, bin auch ich glücklich. Ich gehe langsam, um andere glücklich zu machen. Wenn ich schnell ginge, würden die Menschen denken, Swami kam nur und ging gleich wieder und würden sich verletzt fühlen. Helft immer, verletzt nie. Beides solltet ihr befolgen. Ihr solltet anderen helfen.

Das Wichtige, das ihr heute lernen solltet, liegt darin, kein Wasser zu verschwenden. Verschwendet keine Nahrung. So viele Menschen in der Welt sterben an Hunger. Ihr könnt ihnen die übrige Nahrung geben. Schmeißt das Essen nicht weg, nur weil ihr mehr als genug habt. Wenn ihr Essen wegwerft, vermischt es sich mit Erde und Staub und nicht einmal die Krähen würden euer Essen als Gabe (prasadam) annehmen. Was bringt es, so eine Gabe zu schenken? Eure Nahrung sollte sehr rein sein; nur dann wird auch euer Geist rein sein. Wie eure Nahrung ist, so ist euer Geist. So wie euer Geist ist, so ist der Grad eurer Reinheit und Heiligkeit. Entsprechend der Reinheit ist das Ausmaß der Göttlichkeit. Wenn wir Göttlichkeit wollen, müssen wir unsere Reinheit erhöhen. Wenn wir Reinheit wollen, sollte unsere Nahrung rein sein. Damit die Nahrung rein ist, muss unser Verhalten rein sein. Reinheit entsteht aus unserem Verhalten. Aus der Reinheit entsteht Verdienst. Wir müssen also unsere Nahrung in einem größtmöglich reinen Zustand zu uns nehmen.

Schüler, Studenten!
Ihr studiert und kommt zu einem guten Abschluss; ihr nehmt in der Klasse den ersten Rang ein. Freut euch darüber. Aber wenn ihr das alles erreicht habt, solltet ihr es in edler Weise nutzen. Ihr glaubt, ihr hättet etwas gelernt und dafür eine Auszeichnung erhalten. Aber darin liegt überhaupt keine Auszeichnung. Ihr müsst das Gelernte in rechter Weise nutzen und dabei euer Gewissen zufrieden stellen. Nur wenn ihr das tut, könnt ihr im Leben eine herausragende Position erhalten.

Wir müssen jeden Menschen achten. Ihr kennt alle die Geschichte Abraham Lincolns. Er wurde in Amerika in einer sehr armen Familie geboren und hatte als kleines Kind nicht genug zu essen. Als er in schmutziger zerrissener Kleidung zur Schule ging, machten sich andere Kinder aus reichen Familien über ihn lustig. Eines Tages kam Lincoln von der Schule zurück, legte sich in den Schoß seiner Mutter und weinte. Sie tröstete ihn und fragte ihn, warum er weine. Er erwiderte: „Mutter, sie beleidigen mich, weil ich schmutzig und arm bin.“ - „Lass sie denken, was sie wollen. Achte du jeden und hasse niemanden. Du musst unsere Lage erkennen und entsprechend handeln. Wir können es uns nicht leisten, dir neue Kleider zu kaufen. Wasche deine Kleider, halte sie in Ordnung und trage sie. Lass sie denken, was sie wollen; wir sollten unsere Selbstachtung bewahren. Leuchte von heute an aufgrund deiner Selbstachtung. Es ist egal, wenn du billige Kleider trägst. Aber sie sollten sauber und anständig sein. Halte sie sauber.“ Das alles sagte sie ihm. Er hörte auf die Worte seiner Mutter und beschloss, seine Selbstachtung zu bewahren und achtete wiederum jeden. Indem er andere achtete, wurde er Präsident von Amerika. Ohne genug zu essen zu haben, nur indem er andere respektierte, stieg er zu einer so hohen Position auf!

Verschwendet kein Geld, um euch selber zu schmücken. Ich sage euch die Wahrheit. Ich erzähle euch ein Beispiel aus meiner eigenen Kindheit. Als ich in der dritten und vierten Klasse war, besaß ich nur ein Hemd und eine Hose. Wenn ich von der Schule heimkehrte, wickelte ich ein Handtuch um mich und bügelte die Kleider, indem ich glühende Kohle in ein Messinggefäß tat. Wenn ich sie dem Wäscher zum Bügeln gegeben hätte, hätte das ein oder zwei Annas gekostet. Ich hatte kein Geld, um das zu bezahlen. Warum sollte ich nicht selber meine Kleider waschen? Welch andere Arbeit stand nach der Schule an? Nach der Schule wusch ich die Kleider, nutzte die im Gefäß aufbewahrten glühenden Kohlen zum Bügeln und die Kleider wurden weich und strahlend. Das pflegte ich zu tun. Später hatte ich über Jahre hinweg nur zwei Paar Hemden und Hosen. Gelegentlich kam Pedda Venkama Raju und fragte, ob ich neue Kleider wolle. Ich sagte, ich bräuchte nichts, ich hätte genug und ließ mir nichts nähen. Wir sollten kein Geld verschwenden. Missbrauch von Geld ist schlecht und übel. In jenen Tagen konnte man für einen Anna 2 Yard (ca. zwei Meter) Stoff bekommen. Ein Hemd kostete einen Anna und ein Paar Hosen eineinhalb Anna. Obwohl es in jenen Tagen so billig war, kaufte ich nichts. Ich tue alle meine Arbeit selbst. Auch heute noch verrichte ich alle Arbeit selbst. Viele von euch glauben, zahlreiche Leute würden für mich arbeiten und mir dienen. Nicht einmal einer ist nötig, um für mich zu arbeiten. Ich will niemanden, der mir dient. Ich tue alle Arbeit selbst. Weil ich jeden achte, achtet die ganze Welt mich. Wie ich euch gestern sagte: Liebt alle und eure Mitmenschen werden euch lieben. Wenn ihr, ohne zwischen Kaste, Bekenntnis und Religion zu unterschieden, alle liebt, wird Gott euch lieben. Je mehr ihr opfert, desto größer werdet ihr. Wenn ihr hart arbeitet und anderen dient, werdet ihr berühmt werden. Wir verlieren nichts, wenn wir jeden achten. Wenn kleine Kinder im Haus sind und ein Freund kommt und fragt, wo der Vater ist, wissen die Kinder heutzutage nicht, wie sie reagieren sollen. Sie kennen weder Achtung noch Liebe. Ihr solltet mit Demut, Liebe und Höflichkeit sprechen. Nur dann werdet ihr einen guten Ruf erhalten. All unsere Kinder und Studenten sollten erst lernen, andere zu respektieren. Ihr solltet sie nicht nur respektieren, sondern höflich zu ihnen sein. Nur dann wird jeder euch lieben. Wenn ihr einen guten Namen und Ruf wollt, solltet ihr dem rechten Weg folgen. Ich werde heute von jedem in der Welt geachtet, weil ich jeden achte. Nicht nur damals, auch heute sage ich „Bangaru, Bangaru, setze dich hin“, wenn irgendjemand kommt. Warum solltet ihr nicht solche gute Worte zu sprechen lernen? Ist euch der Mund gegeben, damit barsche Worte daraus hervorkommen? Nein, nein. Lernt, süße Worte zu sprechen. Dann werdet auch ihr mit Liebe geachtet werden. Seht, wie groß Lincoln wurde! Schließlich wurde er Präsident von Amerika. Zunächst hatte er nicht einmal genug zu essen und lernte unter den Straßenlaternen. Seine Mutter verdiente durch das Ausbessern alter Kleider Geld für ihr Kind. Die Frauen jener Tage waren demütig, achtungsvoll und zurückhaltend. Heutzutage gibt es keine Achtung. Die Leute wollen ihr Leben führen, wie es ihnen gefällt. Es ist nicht gut für uns. Wir sollten glücklich und zufrieden sein mit dem, was notwendig ist. Warum nach dem verlangen, was wir nicht haben?

Schüler, Studenten!
Die Upanischaden haben uns Demut und Gehorsam gelehrt. Sie rieten uns, dass unsere Redeweise sanft und liebevoll sein solle. Sie lehrten uns, dass wir zu niemandem verletzende Worte sprechen sollten. Wenn ihr euer Leben entsprechend dem in den Upanischaden festgelegten Weg führt, werdet ihr euch viel Achtung erwerben. Und ihr erhaltet einen guten Namen. Nicht nur ein guten Namen, sondern einen großen. Ein guter Name allein reicht nicht aus. Wir sollten Achtung erwerben. Es ist notwendig, einen großen Namen zu erhalten. Das sollten wir erlangen. Heutzutage ist nirgendwo Größe zu finden. Alle ziehen heute nur eine Schau ab. Sie denken nicht an die Schwierigkeiten ihrer Eltern zu Hause. Sie streunen hier und dort herum und führen ein luxuriöses Leben. Wer wird euch so achten? Ihr solltet Selbstachtung erlangen. Wo immer ihr euch befindet, verhaltet euch höflich.

Hari bhajana bina…

Die Übersetzung beruht auf einer vollständigen Übersetzungsvorlage vom Telugu ins Englische durch ehemalige Studentinnen von Swamis Universität.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

(Vollständige Übersetzung auf der Grundlage einer Neuübersetzung vom Telugu ins Englische)

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[1] Ein Name Shivas, insbesondere in seiner Funktion als Lehrer und Unterweiser der Menschen.

[2] Abhimanyu, der Sohn von Arjuna und Krishnas Schwester Subhadrâ, hatte, als er als Baby im Mutterleib lag, zugehört, wie man in die Schlachtanordnung Padmavyuha eindringe, aber er hörte nicht, wie man wieder herauskommt und wurde deshalb im Mahâbhâratakrieg getötet. Diese Geschichte zeigt die Macht von Worten, denn die von Abhimanyu im Mutterleib gehörten Worte bestimmten sein Schicksal, A. d. Ü.


    

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