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 Ansprache Sathya Sai Babas am 13.03.2002


 

Shivarâtri (morgens nach der Hervorbringung des goldenen Lingams)

(Zur Erläuterung: Swami brachte am 12.03. abends nach seiner Rede, als die Akhandabhajans begonnen hatten, einen goldenen Lingam aus seinem Körper hervor (lingodbhava), und materialisierte am 13.02. morgens zusätzlich noch einen goldenen Lingam mit der Hand; im Anschluss daran hielt Swami die folgende Rede, A. d. Ü.)

Mit der tanzenden Mondsichel (auf dem Haupt),
den wogenden verfilzten Locken, zwischen
denen die kühlen Wasser des Ganges fließen,
das (dritte) Auge mitten auf der Stirn milchig scheinend,
der purpurne Nacken gleich einer schimmernden
schwarzen Beere funkelnd,
mit der Kobra als Armreifen an der Hand,
mit einem Gürtel aus Schlangenhaut,
der gesamte Köper mit Asche beschmiert,
die Stirn geschmückt mit dem (roten) Kumkum-Punkt,
die Lippen durch den Saft vom Betel gerötet,
die mit Gold verzierten diamantenen Ohrringe schwingend,
der ganze dunkelhäutige Körper glühend
weilt der Herr von Kailas (der Wohnsitz Shivas),
Shaila Rajendra (der König der Könige),
heute in Person in eurer Mitte.

Verkörperungen der (göttlichen) Liebe (prema)!
Die gesamte Erde ist von Magnetkraft durchdrungen. All die Lebewesen und Dinge auf dieser Erde besitzen ebenfalls diese magnetische Kraft. Die strömenden Flüsse, die wehenden Winde, die blühenden Blumen usw. – alles ist mit magnetischer Kraft versehen. Aufgrund der Magnetkraft fließen die Flüsse auf der Erde. Auch der Wind weht ständig aufgrund der magnetischen Kraft. Die Magnetkraft ist alldurchdringend.

Wir besuchen Tempel. Es sind Menschen mit Hingabe und Aufrichtigkeit, die zu den Tempeln gehen. Auch diese Hingabe und Ernsthaftigkeit tragen die magnetische Kraft in sich. Die Blumen und Früchte, die die Menschen mit Hingabe in den Tempeln opfern, besitzen ebenfalls diese magnetische Kraft. Weil Tausende von Gottergebenen mit all ihrer magnetischen Kraft hier zusammenkommen, ist unser Tempel mit Magnetkraft erfüllt. Deshalb scheint in diesem Tempel die allgegenwärtige Magnetkraft mit zusätzlicher Leuchtkraft. Aufgrund des ständigen Stroms (des Zustroms Tausender) von Devotees steigt diese Magnetkraft ständig an. Aufgrund seiner Verbindung mit dem Magneten wird sogar ein eiserner Nagel selber zum Magneten. In ähnlicher Weise werden Menschen, die den Tempel besuchen und alle Opfergaben von Magnetkraft erfüllt. Woher kommt dieses Mysterium des Tempels? Allein die magnetische Kraft der Devotees lädt den Tempel mit starken Kräften auf. Jeder Einzelne ist von Kopf bis Fuß von Magnetkraft erfüllt. Aber der Mensch erkennt nicht sein eingeborenes Potential und sucht Tempel auf, um Segen und Gnade zu empfangen.

Im Tempel sind keine spezielle Kraft und kein spezielles Potential. Es ist allein die eigene innere magnetische Kraft, die sich im Außen widerspiegelt. Die Leute besuchen verschiedene Pilgerzentren wie Tirupati, Haridwar, Rishikesh usw. Die in den Pilgerzentren anwesende Kraft hat ihre Ursache allein in der Kraft der Hingabe und des Glaubens, die die Pilger in ihren Herzen tragen.

Der Mensch verkörpert, so wie Gott, alle Formen des Wohlstands (aishvarya, auch: Pracht, Glanz, Herrlichkeit, Allmacht). Glanz (aishvarya), Barmherzigkeit (danamu, auch: Gabe, Nächstenliebe), Ruhm (yashas, auch: Schönheit, Glanz, Ehre), Weisheit (jnâna), Wohlstand (sampada) und Glückseligkeit (ânanda) sind alles Gottes Gaben. Sie sind in jedem Menschen latent vorhanden, aber weil er unfähig ist, sie in rechter Weise zu nutzen, verliert er sie. Wenn der Mensch diese sechs Formen des Wohlstandes in rechter Weise nutzt, wird er den Nutzen davon haben, und die Göttlichkeit leuchtet im Menschen voller Glanz. Auf dem Gesicht eines jeden Menschen ist göttliches Strahlen.

Wie Venkataraman erwähnte, kommt als erstes Materialisation. Der menschliche Körper mit all seinen Gliedern und Muskeln ist als Materialisation bekannt. Es wird bezeichnet als die erste Ebene, für die man sich selber hält (der Körper). Als Nächstes kommt Vibration (Schwingung), die Lebenskraft (prânashakti). Es ist yashas (Schönheit, Glanz, Ruhm). Beide, Materialisation und Vibration, werden von der atmischen Kraft, die Strahlung genannt wird, koordiniert. Der Mensch ist die Kombination von Materialisation, Vibration und Strahlung. All die göttlichen Kräfte und Fähigkeiten liegen auch im Menschen verborgen. Aber der Mensch richtet seine Aufmerksamkeit nicht auf sie. Er denkt nur an seinen Körper und identifiziert sich mit seinem Körper, obwohl er in Wirklichkeit nicht der Körper ist. Wenn er der Körper wäre, warum sollte er dann sagen: „Dies ist mein Körper“? Wenn du sagst: „Dies ist mein Körper“, heißt das, dass du verschieden von ihm bist. Der Mensch lässt sich täuschen im Glauben, er sei die Materialisation des Körpers. Aufgrund dieser falschen Identifizierung verliert er seine Göttlichkeit (sein göttliches Strahlen).

Die Schwingung symbolisiert den Atemprozess, Ein- und Ausatmung. Wir glauben, es sei nur das Einatmen und Ausatmen von Luft, aber es ist die Lebenskraft (prânashakti). Die Lebenskraft ist Schwingung, die im Atemprozess symbolisiert wird. Manchmal sagen die Leute: „Meine Atmung funktioniert nicht richtig“. Es zeigt, dass ihr verschieden (vom Atem) seid. Von dem, was ihm nicht gehört, behauptet der Mensch, es sei sein. Diese falsche Identifizierung, sich für das zu halten und das als sein zu erklären, was man nicht ist, ist Illusion und Torheit.

Derjenige ist ein Tor, dessen Augen sehen und der doch die Realität nicht erkennen kann.
Weil der Mensch sich mit etwas identifiziert, von dem er völlig verschieden ist, versinkt er in Unwissenheit.

Als drittes Strahlung. Es ist die göttliche Kraft und sie ist das wahre Wesen des Menschen. Ihr sprecht nicht von „meiner Göttlichkeit“, weil ihr nicht getrennt von der göttlichen Kraft seid. Beide sind eins. Es ist die in jedem Menschen verborgen liegende magnetische Kraft. Deshalb ist alles diese magnetische Kraft. Dieselbe göttliche Kraft ist in den Tempeln, die alle anziehen. Die magnetische Kraft ist voller Göttlichkeit. Magnetismus ist das Wesen aller Tempel.

In der Wissenschaft sprechen sie von den Magnetkräften, von magnetischen Teilen, und nennen es „materieller Magnet“. Die magnetische Kraft scheint in jedem Menschen. Woher kommt die Kraft der Strahlung? Alles kommt von innen. In jedem Menschen befindet sich Gold. In jedem Menschen befinden sich Eisen und verschiedene andere Metalle. Sie kommen nicht von außen. Alle Metalle sind in euch.

Gott durchdringt den Körper in der Form von Essenz (rasa)

Worin liegt die Bedeutung der Hervorbringung des Lingams (lingodbhava)? Gott ist Hiranyagarbha (der goldene Keim, das goldene Ei, aus dem die Schöpfung hervorgeht; hiranya bedeutet golden, garbha ist auch der Bauch, der Mutterleib, A. d. Ü.). Sein Leib (garbha) besteht aus Gold. Die in Gottes Schoß anwesende goldene Essenz bewegt sich, sammelt sich an einem Platz und nimmt die Gestalt eines Lingams an. Lingam bedeutet Symbol oder Zeichen. (Swami zeigt das goldene Lingam, das er zu Beginn seines Diskurses am Morgen materialisiert hat). Wie ihr sehen könnt, hat das Lingam keine Unterscheidungsmerkmale wie Augen, Gesicht usw. Es hat weder Kopf noch Füße. Es kann auf jede Weise hingelegt (umgedreht) werden. Wo ist der Kopf, wo sind die Füße? Lingam symbolisiert die formlose Göttlichkeit.

Lingam ist das, in das alle Formen eingehen und wohin alle Formen sich entwickeln, es ist ohne Anfang und Ende. (liyate gamyate iti lingaha)

Diese Verschmelzung ist das Ziel. Das Lingam ist die Grundlage von allem. Nachdem sie die Form eines Lingams angenommen hat, tritt die goldene Essenz (als Lingam) hervor. Um Gold zu schmelzen braucht man Feuer. Entsprechend schmilzt das innere Feuer das Gold und formt es in die Gestalt eines Lingams. Daher kommt die Schwierigkeit (der Schmerz) zur Zeit seines Hervortretens. Sie (die goldene Essenz) muss die Form eines Lingams annehmen und hervorkommen. Ihr empfindet, dass Swami zur Zeit der Hervorbringung des Lingams viel Schmerz ausgesetzt ist. Es ist nicht wirklich ein Leiden (badha), sondern eine Lehre (bodha) für euch. Ist es nicht natürlich für eine Mutter, Geburtsschmerzen zu erleiden, während sie ein Kind gebärt? Wird irgendeine Mutter ihr Kind verwünschen, nur weil sie viel Leid ausgesetzt ist? Die Mutter betet immer für das Wohlergehen des Kindes. In derselben Weise empfindet Swami zur Zeit der Hervorbringung des Lingams keinerlei Schmerz. Ich werde es niemals als Schmerz betrachten. Ich bin glücklich, dass ich so vielen von euch eine bedeutende Lehre vermitteln kann. Es ist Reaktion, Widerspiegelung und Widerhall. Gott hat absolut überhaupt keinen Schmerz, keine Sorgen und keine Schwierigkeiten. Aber ihr empfindet, Swami erlebe großen Schmerz und großes Leid. Für die Bildung dieses Lingas hat mein Körper sich in den letzten zwei Tagen in einen Magneten verwandelt. Aus diesem Grund fiel mir in den letzten Tagen das Gehen schwer, weil meine Füße aufgrund der magnetischen Zugkraft am Boden haften blieben. Es war schwierig, die Füße zu heben, und wo immer ich ging, blieben die Füße haften. Entsprechend blieben alle Gegenstände, die ich berührte, an meinen Händen haften. Nicht jedem kann dies geschehen. Allein in der Göttlichkeit findet ihr eine so hochgradig starke magnetische Kraft. In den letzen (drei) Tagen fiel mir das Gehen schwer. Es bereitete mir keine Mühe. Es ist natürlich, weil mein ganzer Körper magnetisch wurde. Wenn ich den Becher berührte, blieb er haften. Diese Dinge kann man nicht jedem enthüllen. Jeder Mensch trägt so einen göttlichen Magneten in sich, aber unter bestimmten Begrenzungen. Die Göttlichkeit ist jenseits aller Begrenzungen. Ihr haltet die magnetische Kraft für begrenzt. Der Magnet ist höchst machtvoll. Die ganze Welt ist voller Luft. In der Luft ist Magnetismus, im Wasser, im Essen, in der Luft, die wir einatmen, im Klang, der zu uns kommt. Alles ist voller Magnetismus. Wenn ihr tief nachforscht erkennt ihr, dass die magnetische Kraft unbegrenzt ist.

Das gesamte Universum steht
unter Gottes Herrschaft.
Alles gehört zu Gottes Reich.
Wahrheit ist die Essenz Gottes.

Alles ist im Prinzip der Wahrheit enthalten. Wenn ihr an der Wahrheit festhaltet, werden sich all die göttlichen Kräfte in euch manifestieren.

Wahrheit steht unter der Herrschaft
der Tugend der erhabenen Seelen.
Wer ist eine erhabene Seele?
So jemand ist voller Frieden,
Liebe und Mitgefühl.
Solche erhabenen Seelen sind
wahrhaftig das höchste Göttliche.
Er ist wahrhaftig. Das ist der rechte
Weg, und Gott zeigt den rechten Weg.

Auch der Mensch besitzt diese heilige Kraft. Der Mensch begibt sich auf Pilgerfahrten auf die Suche nach Gott, weil er sich seiner eigenen verborgenen göttlichen Kraft nicht bewusst ist. Wer die in sich verborgene göttliche Kraft erkennt, braucht keine solche spirituelle Disziplin durchzuführen.

Eine russische Frau namens Brigitte war voller magnetischer Kraft. Wenn immer sie auf der Straße langging, wurden Eisenspäne zu ihr hingezogen. Sie durfte kein Geschäft betreten, weil die Gegenstände darin an ihr haften blieben. Es reicht nicht aus, im Besitz magnetischer Kraft zu sein, man sollte auch in der Lage sein, diese Kraft voll zu beherrschen. Sie hatte keine Kontrolle über ihre magnetische Kraft. Sie konnte nicht einmal mehr essen. Als Folge davon starb sie nach ein paar Tagen. Obwohl sie die göttliche magnetische Kraft besaß, starb sie verfrüht, weil sie nicht die Fähigkeit besaß, diese Kraft zu kontrollieren. Wenn ihr die Kontrolle habt, seid ihr erfolgreich. Wer ein Auto fährt, sollte auch in der Lage sein, es zu beherrschen. Man sollte wissen, wann man die Bremse betätigen sollte. Wenn ihr es zu beherrschen wisst, seid ihr zum Fahren fähig. Wenn man während des Fahrens keine Kontrolle über den Wagen hat, wird man mit Sicherheit einen Unfall haben und sterben.

Unser Körper kann mit einem magnetischen Auto verglichen werden. Die Augen sind die Scheinwerfer, der Mund die Hupe, der Geist (mind) das Steuerrad und der Magen der Tank. Die vier Ziele des menschlichen Lebens – Dharma (Handeln gemäß der von Gott gesetzten Ordnung), Wohlstand (arta), Wunscherfüllung (kama) und Befreiung (moksha) sind wie die vier Reifen. Ihr solltet diese Reifen mit der Luft des Vertrauens füllen. Der Reifendruck in den Vorderreifen sollte verschieden von dem der Hinterreifen sein. Zu viel Luft muss beseitigt, wo zu wenig Luft ist, muss der Reifen aufgepumpt werden. Das ist das Wesen eines Autos. Der Magen ist der Tank. Wir müssen essen, aber das Essen sollte rein und heilig sein. Das Benzin (Essen), mit dem der Tank (der Magen) gefüllt wird, sollte rein sein. Wenn das Benzin, die Nahrung, unrein ist, kann ein Block entstehen. Aus diesem Grund sollte man reines, sattwisches Essen zu sich nehmen. Wir sollten keine unreine Nahrung zu uns nehmen. Nahrung, die nicht verschmutzt ist, ist sattwisch. Das Wasser, das wir trinken, sollte ebenfalls rein und unverschmutzt sein. Nur dann wird das Auto, unser Körper, in guter Verfassung sein und uns zu unserer Bestimmung bringen. Das Leben des Menschen wird nur dann geheiligt, wenn er das Prinzip seines Körpers versteht.

Für all dieses ist Magnetismus sehr wichtig. Es gibt keinen Platz ohne magnetische Kraft. Wo immer ihr sucht, wo immer ihr hingeht, ist es zu finden, hier, dort, überall. Aber ihr macht euch Sorgen.

Geboren zu werden ist eine Sorge,
auf der Erde zu sein ist eine Sorge,
die Welt und auch der Tod sind Anlass zur Sorge.
Die ganze Kindheit wie auch das Alter sind eine Sorge.
Das Leben, Versagen, alle Handlungen
und Schwierigkeiten verursachen Sorge.
Sogar Glück selbst ist eine geheimnisvolle Sorge.

Es sind alles die im „Auto“, dem Körper, gegenwärtigen Sorgen. Glück oder Sorge gründen auf euren Empfindungen. Wenn ihr den Körper als eine Wurzel der Sorge betrachtet, wird es so sein. Wenn ihr den Körper andererseits als heilig anseht, als das Instrument, mittels dem ihr das höchste Glück erreichen könnt, wird er eine Quelle des Glücks für euch sein. In Wirklichkeit gibt es nichts Schlechtes im Menschen (Swami sagte tatsächlich „im Menschen“, nicht „in Gottes Schöpfung“, wie es in der gedruckten Fassung steht, A. d. Ü.). Alles ist heilig und voll magnetischer Kraft. Der Körper gleicht einem Tempel mit magnetischer Kraft. Deshalb sollten all euere Handlungen in diesem Tempel heilig sein. Wenn ihr unrecht handelt, müsst ihr den Folgen davon begegnen.

Spirituelle Übungen wie Rosenkranz beten (japa) oder Meditieren geben einem nur vorübergehende Befriedigung. Sie können nicht magnetische Kraft in den Menschen bringen. Sie werden als weltliche Wege gelehrt. Es gibt neun Wege der Hingabe: (Geschichten über Gott) zuhören (sravanam), (Gottes Namen) singen (kîrtana), sich an Gott erinnern (Vishnusmaranam), Seinen Lotosfüßen dienen (padasevana), sich ehrfurchtsvoll verneigen (vandana), Anbetung (archana), Freundschaft mit Gott (sneha), Dienstbereitschaft (dâsya) und Selbsthingabe (âtmanivedana). Erst Freundschaft, dann Dienstbereitschaft. Dienstbereitschaft kommt erst nach der Freundschaft mit Gott. Deshalb solltet ihr versuchen, Freundschaft mit Gott zu entwickeln. Wenn ihr befreundet seid und die Freundschaft stärkt, erhaltet ihr positive Ergebnisse. Freundschaft mit Gott führt zur Selbstergebung, âtmanivedana. Ohne Freundschaft (mit Gott) könnt ihr den Zustand der Selbsthingabe nicht erreichen. Ehe ihr den Zustand der Selbsthingabe erreicht, könnt ihr das alldurchdringende Prinzip der göttlichen magnetischen Kraft nicht verstehen. Welche Aktivität auch immer ihr durchführt, die magnetische Kraft ist die Grundlage dafür.

Tempel sind nichts als Zentren magnetischer Kraft (ayaskantha mandira). Welche Kraft auch immer ihr in einem Tempel erfahrt, ihre Ursache liegt allein in der Anwesenheit der magnetischen Kraft. Ihr empfindet, in Tirupati befinde sich eine große Kraft. Es ist nicht die Kraft der herrschenden Gottheit Venkatesvara Swami. Es ist die Kraft des Glaubens und der Ergebung der Gottesverehrer. Deshalb ist dort diese ungeheure magnetische Anziehungskraft.

Das, was anzieht (erfreut), ist das Râma-Prinzip (ramayatiti ramah)

Gott besitzt die Kraft der Anziehung. Ihr könnt jeden Tempel als Beispiel nehmen. Allein die magnetische Kraft ist dort anwesend. Es ist die Kraft der Göttlichkeit. Sie kann nur in den Tempeln und nirgendwo sonst erfahren werden. Was ist der Grund dafür? Die in den Tempeln installierten Gottheiten, das für das abhisheka (Benutzung, Waschung des Idols) benutzte Wasser, die zur Anbetung verwendeten Blumen und der gelbe Reis, der ganze Vorgang der Anbetung, alles ist voller magnetischer Kraft. Aus diesem Grund fühlen sich die Menschen zu Tempeln hingezogen. Auch der Priester dort ist ein Magnet. Jeder, der den Tempel betritt, ist voll magnetischer Kraft.

Auch unser Körper gleicht einem Tempel mit magnetischer Kraft. Deshalb muss er für heilige Zwecke benutzt werden. Wenn ihr schlechten Wesenzügen wie Zorn, Eifersucht und Hass Raum gebt, werdet ihr viel eurer magnetischen Kraft verlieren. Die Sinne des Geruchs, der Berührung, des Geschmacks usw. sind nur die Auswirkung von magnetischer Kraft. Auch die Lichtstrahlen enthalten Magnetkraft. Ein von der Radiostation in Delhi oder Madras ausgesandtes Programm kann zu gleicher Zeit hier gehört werden. Was ist die Ursache dafür? Die magnetische Kraft befördert die Klangwellen. Kein Wissenschaftler oder Ingenieur kann dies verstehen. Kann ein Wissenschaftler den Vorgang der Verdauung und der Blutkreislaufes erfassen (erklären)? Nein. In jedem Lebewesen schlägt das Herz eine bestimmte Anzahl pro Minute. Welcher Wissenschaftler kann dies erklären? All dies ist von Gott bestimmt. Die Ärzte sind stolz auf ihre Errungenschaften. Aber in Wahrheit kann ohne den göttlichen Willen niemand irgendetwas erreichen. Sie wissen, wie ein Herz schlägt, aber sie wissen nicht, warum es das tut und wer es zum Funktionieren bringt. Der Körper funktioniert nicht aufgrund menschlicher Bemühung, sondern aufgrund des göttlichen Willens. Da ist der Blutkreislauf, aber sie wissen nicht, was die Ursache davon ist. Zusammen mit dem normalen Blut gibt es weiße Blutkörperchen, die bestimmte Stellen und Nerven umhüllen (?). Es ist Gottes Wille. Gottes Wille ist das alles durchdringende Prinzip, nicht aber menschliches Bemühen. Aber der Mensch ist aufgrund seines Egos und seinem Empfinden, der Handelnde zu sein, nicht fähig, dies zu verstehen. Der Mensch ist (allein) nicht in der Lage, irgendetwas zu tun.

Hier ist ein Beispiel: Gott hat Reis erschaffen, aber ihr könnt den Reis so wie er ist nicht essen. Ihr müsst die Hülse entfernen, den Reis kochen und das Essen zubereiten. Dieser Vorgang der Verfeinerung wird samskâra genannt. Er liegt im Bereich menschlichen Bemühens. Aber die Schöpfung (Erschaffung) liegt in Gottes Händen. Jeder sollte festes Vertrauen in Gott haben. Ob es sich um einen Theisten oder Atheisten oder einen atheistischen Theisten oder theistischen Atheisten handelt – sie sollten Gottes Willen verstehen. Die Unwissenden glauben nicht an Gottes Existenz. Aber sogar solche Leute geben die Existenz einer Kraft (shakti) zu. Eben diese Kraft ist Gott. Ohne Energie kann der Mensch nichts tun. Wie seid ihr zum Sprechen in der Lage? Woher erhaltet ihr Energie? Es ist die (kommt von der) Göttlichkeit.

Wie ich zuvor sagte, ist der Mensch eine Kombination aus Materialisation, Vibration und Strahlung. Mithilfe der Strahlung (Atman, das göttliche Selbst) und der Vibration (prâna, der Lebenskraft) kann der Mensch sein Leben führen, indem er die Ebene der Materialisation (den Körper) als Instrument nutzt. Der Körper ist die Grundlage zum Handeln. Er symbolisiert Karmayoga, den Weg des Handelns. Vibration, Schwingung, hilft dem Menschen zu denken. Strahlung ist verantwortlich für das Funktionieren von Vibration und Materialisation. In den Veden wird dies als prajnânam brahma bezeichnet, d.h.: das Göttliche ist Bewusstsein. Es ist nicht bloß herkömmliches Bewusstsein, sondern beständige integrierte Bewusstheit. Ihr mögt sie für herkömmlich halten, aber die Bewusstheit von der die Veden sprechen, die Kraft des Bewusstseins muss beständige integrierte Bewusstheit genannt werden. Sie kann weder geschnitten, gebrochen noch zusammengefügt werden. Sie existiert überall und jederzeit in ihrer Totalität. Sie ist in allen drei Zeitperioden (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) überall gegenwärtig. Sie unterscheidet nicht zwischen Tag und Nacht. Sie transzendiert die drei Zustände des Wachens (jâgrat), des Traumes (svapna) und des Tiefschlafs (sushupti). Alle Zeitperioden sind ein- und dasselbe.

Es gibt nur eine Wahrheit, die von den Gelehrten viele Namen erhält.

Diese Wahrheit ist die göttliche magnetische Kraft. Dieser Magnetismus ist in jedem. Er (der Mensch) bringt diese magnetische Kraft in den Tempel. Der Tempel ist Wohnort der magnetischen Kraft. Sie kann jede Form annehmen. Ihr könnt jede Form visualisieren. Wenn ihr Krishna sehen wollt, verwandelt sich die magnetische Kraft in Krishna, Râma, Ishvara etc., je nach den Empfindungen der Gottergebenen. All diese Namen und Formen sind eure Vorstellungen, aber in Wirklichkeit hat Gott weder Name noch Form. Nehmt zum Beispiel Wasser. Es hat keine spezifische Form, aber es nimmt die Form des Gefäßes an, in das es gegossen wird. Entsprechend ist Luft formlos, aber sie nimmt die Form eines Ballons oder Fußballs an, wenn sie darein gefüllt wird. Die fünf Elemente, die fünf Lebensprinzipien haben keine Form. Namen und Formen sind eure eigene Schöpfung (beruhen auf eurer eigenen Vorstellung) und sie (eure Schöpfungen und Vorstellungen) müssen irgendwann wieder verschwinden. Alles, was ihr durch menschliches Bemühen erreicht, ist weltlich. Haltet deshalb an dem grundlegenden einen Prinzip der Göttlichkeit fest.

Verkörperungen der Liebe!
Ihr könnt alles andere vergessen, aber vergesst niemals Gott. Gott zu vergessen heißt, sich selbst zu vergessen. Der Mensch kann heute nicht lange leben. In alten Zeiten lebten die Menschen 110 und 120 Jahre lang, weil sie während ihrer Leben ständig an Gott dachten. Sie litten nie an irgendwelchen Krankheiten. Sie nahmen einfache Nahrung zu sich. Sie wussten nichts von Vitaminen und Proteinen. Sie nahmen nie Tabletten wie Vitamin A, B, C usw. ein. Aber sie nahmen ihre Nahrung mit göttlichen Empfindungen zu sich. Wenn das Essen Gott geweiht wird, erhaltet ihr von selbst all die Vitamine und Proteine.

Wenn ihr euer Vertrauen in Gott stärkt, könnt ihr alles im Leben erreichen. Ihr könnt jede Form sehen. Tatsächlich werdet ihr Gott selbst werden. Gott ist nicht von euch getrennt. Ihr seid nicht von Gott verschieden. Ihr und Gott seid eins. Versteht diese Wahrheit und erreicht den Zustand der Einheit.

(Swami zeigt den Devotees das goldene Lingam und fährt fort):

Wie ihr alle sehen könnt ist dieses Lingam eher groß. Dahinter steht eine Bedeutung. Es wiegt fünf tulas (ein tula sind zehn Gramm). In jedem Menschen befindet sich die goldene Essenz von fünf tulas, die als hiranyagarbha (der goldene Keim) bekannt ist. Wahrscheinlich wisst ihr, dass manche Arzneien Gold enthalten. Der Arzt sagt: „Ich gebe dir eine goldene Medizin“, aber das ist nur, um den Preis zu erhöhen! Gold repräsentiert die Energie im Menschen und ist die Ursache seiner Strahlung. Wenn ihr Energie habt, strahlt euer Gesicht. Der Goldgehalt in jedem Körper beträgt nur so viel. In geschmolzener (flüssiger) Form durchdringt es den ganzen Körper. Es ist diese goldene Essenz, die die Augen sehen und die Ohren hören lässt. In unserer Zunge befinden sich tausende von (Swami sagt wörtlich: 3000) Geschmacksknospen und in unserem Auge sind hunderttausende (wörtl.: 2 crores, das sind 20 Millionen) Lichtstrahlen. Ihr könnt einen Lichtstrahl nicht völlig sehen. Wenn ihr die Augen halb schließt, seht ihr die Lichtstrahlen von all den Lampen hier. Es ist alles die Wirkung desselben Prinzips. Im Magneten ist Licht, Kraft. Geschmack, Hören, Sehen, alles ist in der magnetischen Kraft enthalten. Die goldene Essenz durchdringt den ganzen Körper als ein Schutzschild. Direkt unter der normalen Haut befindet sich eine dünne Schicht weißer Haut, die als Schutzschild für das Blut agiert. Nur wenn diese weiße Haut durchschnitten wird, beginnt der Vorgang des Blutens. Um des Schutzes willen hat Gott die weiße Haut unter die normale Haut getan. Was immer Gott tut, dient dem Wohlergehen aller. Das ist auch die Bedeutung des Gebets:

Mögen die Wesen aller Welten glücklich sein!

Das Bhâgavatam sagt:

Die Geschichten Gottes sind so geheimnisvoll,
heilig in allen drei Welten, so nahe,
verehrt von den Heiligen und Weisen.
Das ist die Herrlichkeit, die Geschichte Gottes.
(Die Geschichten Gottes gleichen Sicheln,
die die Schlingpflanzen der weltlichen Bindung durchtrennen.)

Das ist die Lehre für die Menschheit

Die Gopikas hatten unerschütterliches Vertrauen darin und konnten dadurch ihre Leben heiligen. Was ist die Ursache für Befreiung? Wenn der Magnet des Glaubens und Vertrauens völlig da ist. Glaube, Vertrauen, ist die magnetische Kraft, die die Göttlichkeit anzieht. Obwohl ihre Schwiegermütter sie beschimpften und ihre Ehemänner sich über sie ärgerten, zahlten die Gopikas es nie heim. Sie öffneten nicht ihren Mund, sie waren nicht ärgerlich, sie gingen nirgendwo hin, sie schliefen nicht einmal. Sie hatten keine Angst. Wieso? Es ist die Geschichte Gottes. Gottes Form, die süße Form Krishnas, war ihren Herzen eingeprägt, so wie ein Bild auf Papier gedruckt ist. Sind Bild und Papier voneinander zu trennen? Nein. Entsprechend war Krishna unerschütterlich in den Herzen der Gopikas verankert. Ein so starker Glauben und eine so starke Hingabe sind das Ergebnis von Verdiensten, die über viele Leben angesammelt wurden. Es beruht auf verdienstvollen Taten in vergangenen Leben. Die Gopikas sagten, raso vai sah, Gott ist die Essenz. Nichts geht darüber hinaus. Mitgefühl ist die Essenz von allem. Es ist die Essenz der Liebe. Nichts geht über Liebe hinaus. Der Geschmack von Liebe ist jenseits aller Beschreibung und von vielfacher Dimension. Es ist nicht nur ein (Geschmack), sondern viele unbekannte. Er berauscht einen, lässt einen vergessen, er ist höchst heilig und bringt einen dazu, sich selbst in Ekstase zu vergessen. Der Weise Nârada beschrieb die Liebe folgendermaßen:

Wenn er DAS erreicht hat,
erfährt der Mensch völlige
Zufriedenheit, Erfüllung,
Ekstase und Glückseligkeit.

Wenn ihr den Göttlichen Namen mit Liebe singt, vergesst ihr euch selbst. Gottes Namen lässt euch (alles andere) vergessen, er berauscht euch und lässt euch überschreiten. Das ist der Zustand der Transzendenz. Er ist unbeschreiblich. Das ist das Wesen von Gottes Liebe. Ihr lebt nur dann ein wahres Leben, wenn ihr diese Liebe habt. Um diese Liebe zu erlangen, muss der Magnet der Liebe täglich stärker werden.

Wenn ihr die magnetische Kraft der Liebe in euch habt, wird, was immer ihr studiert, sich eurem Herzen einprägen. Wenn ihr diese magnetische Kraft nicht besitzt, können eure Unternehmungen niemals gelingen, egal wie sehr ihr es versucht. Auch wenn ihr Tag und Nacht studiert, es wird dann nichts bringen. Wenn ihr versucht zu studieren, werden ihr von Nidra Devi, der Göttin des Schlafes, übermannt werden. Kumbhakarna (ein Dämon, der ständig schlief) wird euch zum Schlafen bringen. Wenn ihr andererseits die magnetische Kraft in euch entwickelt, werdet ihr euch während des Studierens nie schläfrig fühlen. Kumbhakarna wird es dann nicht wagen, euch auch nur anzuschauen, und ihr sorgt euch nicht über Essen.

Die Schüler und Studenten verschwenden heutzutage viel Zeit. Sie versuchen nur zum Zeitpunkt der Prüfungen zu lernen. Vorher haben sie das Buch nicht einmal berührt. Warum solltet ihr euch damit brüsten, alle Bücher gelesen zu haben?

Oh Mensch! Sei nicht stolz auf deine Bildung.
Wenn du Gott nicht deine Ehrerbietung darbringst
und nicht mit Hingabe an ihn denkst,
wird all deine Bildung nutzlos.

Denkt wenigstens einmal am Tag an Gott. Zollt dem was andere sagen keine Beachtung. Wenn jemand zu euch kommt und behauptet, es gäbe keinen Gott, solltet ihr sogleich fragen: „Um welchen Gott geht es? Um meinen oder deinen Gott? Dein Gott mag für dich nicht existieren, aber welches Recht hast du, die Existenz meines Gottes abzustreiten?“

In dieser festen Überzeugung solltet ihr mit ihnen argumentieren. Jeder hat seinen eigenen Glauben. Aber die Menschen sind heute leider blind geworden und haben die Augen des Vertrauens und Glaubens verloren. Das ist nicht unser Prasad (geweihte Nahrung). Das ist nicht unser Leben und nicht unser Weg. Um das Ziel zu erreichen braucht es Glauben. Wenn ihr dies (euren Glauben) nicht ausdrücken wollt, müsst ihr ihn im Herzen bewahren. Glaube allein wird euch unter allen Umständen beschützen. Aber ihr gebt dieses beschützende Prinzip (raksha) auf und begebt euch in das strafende Prinzip (siksha). Die Kinder (Telugu: pillalu) geben heutzutage schlechten Empfindungen Raum (Anil Kumar übersetzte das Teluguwort pillalu, Kinder, mit Schüler; Swami korrigierte ihn und sagte: nicht Schüler, Kinder! A.d.Ü.). Um wen auch immer es sich handelt, erlaubt nicht, dass schlechte Empfindungen in euch eindringen. Denkt nicht daran, anderen zu schaden. Kritisiert andere nicht. Fügt niemandem Leid zu. Wenn ihr andere verletzt, werdet ihr die Folgen davon umso mehr erleiden - nicht nur ihr, sondern auch eure Familie. Dies ist die Wahrheit; bewahrt sie in eurem Geiste. Wenn ihr das Wohlergehen eines jeden wünscht, wird Gott auch für euch und eure Familie sorgen. Entwickelt also gute Empfindungen, habt heilige Gedanken und nutzt eure Zeit in heiliger Weise.

Prema mudita….

(Achtung: die vom Ashram herausgegebene gedruckte stellenweise gekürzte englische Fassung der Rede wurde von der Audiokassette mit Swamis gesprochener Rede ergänzt und an manchen Stellen korrigiert; deshalb ist diese Übersetzung nicht immer deckungsgleich mit der englischen gedruckten Fassung).

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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