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 Ansprache Sathya Sai Babas am 10.09.2002

 


Die Bedeutung der Verehrung von Vinâyaka


Der Theismus nimmt ab und der Atheismus nimmt zu.

Rechtschaffenheit und Achtung vor den Älteren und Lehrern

sind nirgendwo zu sehen.

Hingabe und alte Weisheit sind ausgestorben.

So ist die traurige Lage heute.

(Gedicht in Telugu)

Heute ist das heilige Fest Ganapaticaturthî (Name eines Festes, das Ganesha gewidmet ist - A.d.Ü.). ‚Ga’ symbolisiert Intelligenz, Unterscheidungskraft (buddhi), und ‚na’ steht für Wissen, Weisheit (vijnâna). Also ist Ganapati (einer der Namen für Ganesha - A.d.Ü.) der Meister der Intelligenz, Unterscheidungskraft (buddhi) und von Wissen und Weisheit (vijnâna). Das Universum wird von halbgöttlichen Wesen (gana) erhalten, und Ganapati ist ihr Meister. Auf dieser Welt hat jeder einen Meister, aber Ganapati hat keinen. Er selbst ist der Meister. Heute ist der Geburtstag des Meisters der Meister.

Versteht die wahre Bedeutung von vyashti

Ganapati wird auch Mushikavâhana (einer, der eine Maus als sein Reittier hat) genannt. Ihr mögt euch wundern, wie eine kleine Maus (mushika) eine stämmige Person wie Vinâyaka (weiterer Name für Ganesha - A.d.Ü.) auf ihrem Rücken tragen kann. Hier bedeutet mushika nicht bloß Maus. Es symbolisiert die Dunkelheit der Unwissenheit, weil dort, wo die Maus herumläuft, Dunkelheit herrscht. Somit ist Mushikavâhana einer, der die Unwissenheit besiegt und die Dunkelheit vertreibt. Nur wenn wir die tiefere Bedeutung des Vinâyaka-Prinzips verstehen, können wir Vinâyakacaturthî richtig feiern.

Eines der Hauptprinzipien, die in der Bhagavadgîtâ (eine der heiligen Schriften Indiens - A.d.Ü.) verkündet werden, ist in folgendem Vers (shloka) ausgedrückt:

sarvadharmân parityaja mâm  

Gib alle weltlichen dharmas auf und

ekam sharanam vraja,  

gib dich ganz Mir (Gott/Krishna) hin.

aham tvâm sarvapâpebhyo  

Ich werde dich von allen Sünden

mokshishyâmi mâ shucah  

befreien; sorge dich nicht.

(Kap. 18, Vers 66)

Solange der Mensch von der Anhaftung an seinen Körper besessen ist, wird er von vielerlei Schwierigkeiten, Beunruhigungen und Sorgen gepeinigt werden. Alle Gedanken (samkalpa) werden durch die Anhaftung an den Körper verursacht. Deshalb hat Krishna die Menschen ermahnt, diese Körperanhaftung aufzugeben. Die tiefere Bedeutung dieser Ermahnung ist, dass der Mensch die Einheit in der Vielheit erfahren sollte. Ohne den Einzelnen, das Individuum (vyashti), gibt es keine Gesamtheit (samashti). Ohne Gesamtheit (samashti) gibt es keine Schöpfung (srishti = auch Entfaltung - A.d.Ü.). Wir müssen also zuerst die Rolle des Individuums (vyashti) erkennen. Nur dann können wir das Prinzip der Gesamtheit (samashti) verstehen, was wiederum dazu führt, dass wir die Schöpfung (srishti) verstehen. Wer die Schöpfung (srishti) versteht, wird eins mit Gott (parameshthî = höchstes, allumfassendes Selbst - A.d.Ü.). Heute unternimmt niemand einen Versuch, das Prinzip Gottes (parameshthî) zu erkennen, der fundamentalen hinter dem Individuum (vyashti), der Gesamtheit (samashti) und der Schöpfung (srishti)verborgenen geistigen Kraft. Parameshthin (der Höchste; Gott - A.d.Ü.) ist der Herr von allem. Tatsächlich sind die Prinzipien von samashti, srishti und parameshthî alle im Individuum (vyashti) gegenwärtig. Daher muss man sich bemühen, zuallererst das Individuum (vyashti) zu verstehen.

Vyashti symbolisiert jîva (individuelle Seele; Mensch- A.d.Ü.), während die Gesamtheit (samashti) die Verkörperung Gottes (deva) ist. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen der individuellen Seele und dem kosmischen Geist (spirit). Solange sich der einzelne Mensch (vyashti) mit seinem Körper identifiziert, führt er ein ganz gewöhnliches Leben. Nur wenn er sich mit der Gesamtheit (samashti) identifiziert, kann er das Prinzip der Schöpfung verstehen. Deshalb sollte sich der Mensch zuallererst bemühen, die wahre Bedeutung von vyashti zu verstehen. Das ist die Botschaft von Vinâyaka .

Heute verehren Menschen Vinâyaka, ohne dass sie die Bedeutung dieser Verehrung wirklich verstehen. Vinâyaka symbolisiert die Eigenschaften eines in jeder Hinsicht wahren Führers. Er wird als der höchste Meister betrachtet. Er wird auf dieser Welt von vielen Menschen verehrt. Aber er selbst verehrt niemanden, da er keinen Meister über sich hat. Selbst Îshvara (eine der Bezeichnungen für Gott - A.d.Ü.) verehrt seinen Sohn Vinâyaka.

In dieser Welt vollbringen die Menschen gute und schlechte Taten. Ihr Denken (samkalpa) ist die Ursache ihres Handelns. Gute Gedanken führen zu guten Taten und schlechte Gedanken sind verantwortlich für schlechte Taten. Der Mensch ist die Verkörperung von Gedanken (samkalpa) und falschen Vorstellungen (vikalpa). Die wahre spirituelle Praxis besteht darin, diese beiden unter Kontrolle und in vollkommenem Gleichgewicht zu halten. Jeder Mensch kommt irgendwann in eine schlechte Lage. Deshalb ist niemand frei von Sorgen.

Geboren zu werden ist eine Sorge, auf der Erde zu sein ist eine Sorge;

die Welt und auch der Tod sind Ursachen von Sorgen;

die gesamte Kindheit ist eine Sorge und das Alter ebenso;

das Leben ist eine Sorge, Misserfolg ist eine Sorge;

alle Handlungen und Schwierigkeiten verursachen Sorgen;

sogar das Glück ist eine mysteriöse Sorge.

(Gedicht in Telugu)

Glück entsteht aus Sorgen. Ohne Kummer, Sorgen und Angst (cintâ) kann der Mensch kein Glück (santosha) erlangen. Freude ist ein Intervall zwischen zwei Schmerzen. Es ist unmöglich, Glück zu erfahren, ohne Schwierigkeiten durchzumachen. In jedem Menschen ist Göttlichkeit. Die im Menschen verborgene Kraft ist nirgendwo sonst gegenwärtig. Der Mensch ist jedoch unfähig, die göttliche Kraft in sich zu nutzen. Die Kraft des Unterscheidungsvermögens, der Intelligenz (buddhi) ist ungeheuer groß. Aber noch viel größer ist die Kraft des Wissens, des Erkennens (vijnâna). Zuallererst sollte der Mensch die Prinzipien des Unterscheidungsvermögens, der Intelligenz (buddhi) und des Wissens, des Erkennens (vijnâna) richtig verstehen..

Für Gesundheit und ein langes Leben müsst ihr Vinâyaka folgen

An diesem Vinâyakacaturthî-Tag bereiten die Leute Kudumulu und Vudrallu als besondere Gerichte zu und bringen sie Vinâyaka dar. Sie sind etwas Besonderes und Einzigartiges, weil sie in Dampf und ohne jegliches Öl gekocht werden. Sesam (tila), Reismehl und Palmzucker werden miteinander vermischt, zu Bällchen geformt, in Dampf gegart und Vinâyaka dargebracht. Ihr solltet nach dem Zweck dieser Opfergabe forschen. Sesam (tila) ist gut für die Augen. In Dampf gegarte Speisen ohne Öl sind gut für das Verdauungssystem. Wer solche Speisen isst, bekommt keinen hohen Blutdruck und keinen Blutzucker und wird immer gesund und glücklich sein. Speisen, die mit Öl gekocht werden, sind schädlich für die Verdauung. Sie sind die Ursache verschiedener Krankheiten. Man kann ein langes, glückliches und gesundes Leben führen, wenn man ölige und gebratene Speisen meidet.

Vinâyaka wird auch Vighneshvara (Beseitiger von Hindernissen) genannt. Kein Hindernis kann sich demjenigen in den Weg stellen, der zu Vinâyaka betet. Die Verehrung von Vinâyaka verleiht Erfolg, sowohl in spirituellen als auch in weltlichen Bestrebungen. Gott schenkt seine Gnade auf zwei Ebenen, auf der äußeren (pravritti) und auf der inneren Ebene (nivritti). Die äußere Ebene (pravritti) bezieht sich auf den physischen Körper, wohingegen die innere Ebene (nivritti) den Intellekt betrifft. Erstere verändert sich im Laufe der Zeit, während letztere unverändert bleibt. Deshalb sollte man versuchen, durch richtige Ernährung und gute Angewohnheiten die Anhaftung an den Körper zu reduzieren.

Übermäßige Nahrungszufuhr führt zu Korpulenz. Infolgedessen muss sich das Herz mehr anstrengen, wenn es das Blut in alle Körperteile pumpt. Mit jedem Herzschlag legt das Blut im Körper eine Strecke von zwölftausend Meilen (1 Meile = 1,609 km - A.d.Ü.) zurück. Korpulenz verursacht Kreislaufprobleme, und der Druck auf das Herz beeinträchtigt seine Funktion und schwächt es. Wir sollten dafür sorgen, dass das Herz nicht überlastet wird. Unsere Gesundheit hängt von unseren Ernährungsgewohnheiten ab. Deshalb sollte man seine Ernährungsgewohnheiten überwachen.

Die Menschen verehren Vinâyaka, indem sie ihm eine Art weißes Gras (garika) opfern. Woher kommt diese Verehrung? Einst spielten Pârvatî und Shiva (Parameshvara) ein Würfelspiel. Nandi wurde gebeten, als Schiedsrichter zu fungieren. Er erklärte jedes Mal Îshvara (Shiva) zum Gewinner. Mutter Pârvatî dachte, Nandi bevorzuge Îshvara. Sie wurde wütend und stieß den Fluch aus, dass Nandi unter schlechter Verdauung leiden solle. Nandi fiel sofort zu ihren Füßen nieder und flehte: „Mutter, ich habe dich nicht betrogen, noch habe ich Îshvara (Shiva) bevorzugt. Ich war bei meinem Urteil vollkommen unparteiisch. Îshvara (Shiva) hat jedes Mal durch die Kraft seines Willens gewonnen. Îshvaras (Shiva) Wille (samkalpa) ist vajrasamkalpa (er wird sich immer erfüllen - A.d.Ü.). Deshalb bitte ich dich um Verzeihung und flehe dich an, mich von dem Fluch zu befreien.“ Pârvatî hatte Mitleid mit ihm und sagte: „Nandi! Verehre Vinâyaka mit einem Garika-Opfer am vierten Tag des Monats Bhadrapada. Dann wirst du von den Verdauungsstörungen befreit sein.“

Leute, die Hunde besitzen, wissen dies sehr gut. Wenn sie die Hunde auf der Wiese lassen, suchen diese nach weißem Gras und fressen es. Weshalb tun sie das? Das weiße Gras ist gut für ihr Verdauungssystem. So sehen wir, dass das Vinâyaka dargebrachte Opfer allen eine gute Gesundheit bringt. Seit uralten Zeiten glauben die Menschen daran, dass Vinâyaka denjenigen seine Gnade verleiht, die ihn am vierten Tag des Monats Bhadrapada verehren.

Rottet schlechte Eigenschaften aus

Heute macht der Mensch nicht den richtigen Gebrauch von seinem Geist (mati/mind), seinem Schicksal (gati), seiner Position (sthiti) und seinem Reichtum (sampatti). Infolgedessen verliert er die heilige Energie, die Gott ihm gegeben hat. Und nicht nur das. Er erfährt Kummer und Elend wegen seiner schlechten Eigenschaften wie Verlangen (kâma), Zorn (krodha) und Habgier (lobha). Er hat keinerlei Kontrolle über seine Wünsche. Sobald ein Wunsch erfüllt ist, hat er einen neuen. Die Wünsche der Menschen nehmen kein Ende, Eine weitere schlechte Eigenschaft, die den Menschen ruiniert, ist der Zorn. In der Tat entfernt er euch von euren Verwandten und Freunden.

Ein zorniger Mensch wird trotz seiner Bemühungen keinen Erfolg haben.

Er wird Sünden begehen und von allen verspottet werden.

(Gedicht in Telugu)

 

Zorn ist des Menschen Feind,

Frieden ist der Schutzschild,

Mitgefühl ist die wahre Beziehung,

Glücklichsein ist wahrhaft der Himmel,

und Elend und Not sind die Hölle.

(Gedicht in Telugu)

Hass ist noch gefährlicher als Zorn. Er bringt viele schlechte Eigenschaften hervor, die die Erfahrung Gottes verhindern. Der Mensch kann hundert Jahre leben, aber seine Lebenszeit wird durch diese schlechten Eigenschaften abgekürzt. Wenn diese schlechten Eigenschaften vollkommen beseitigt werden, kann sich der Mensch eines langen und glücklichen Leben erfreuen. Er wird sein Leben nicht einmal verlieren, wenn er einen schweren Unfall haben sollte. Der Mensch muss leiden aufgrund der Widerspiegelung, der Reaktion und des Widerhalls seiner eigenen schlechten Eigenschaften. Verlangen, Zorn und Hass sind keine menschlichen Eigenschaften; es sind tierische Neigungen. Der Mensch wird zu einem Tier, wenn er es zulässt, dass ihn diese schlechten Eigenschaften überwältigen. Er sollte sich ständig daran erinnern, dass er ein Mensch ist und kein Tier. Auf diese Weise kann er seine tierischen Neigungen in Schach halten. Unglücklicherweise entwickeln die Jugendlichen heute übermäßige Wünsche und ruinieren so ihre Zukunft.

Die Grundlage des menschlichen Lebens ist brahmacarya

Das menschliche Leben kann mit einem vierstöckigen Haus verglichen werden. Brahmacarya (Enthaltsamkeit, Keuschheit), grihasta (Haushälter), vânaprastha (Einsiedler) und samnyâsin (ein Mensch, der der Welt entsagt hat und in völliger Besitzlosigkeit lebt) sind die vier Stadien, in die das menschliche Leben eingeteilt sein sollte. Das Fundament des Lebens ist brahmacarya. Wenn das Fundament stark ist, ist das Haus sicher und solide. Aber die moderne Jugend hat kein starkes brahmacarya-Fundament. Ein schwaches Fundament kann die anderen drei Stockwerke des Lebens-Hauses nicht tragen. Wenn Ältere den Jugendlichen raten, mindestens fünf Minuten zu Gott zu beten, dann sagen diese, sie hätten keine Zeit, aber sie haben alle Zeit der Welt, ihre schlechten Eigenschaften auszuleben und sich schlechten Gewohnheiten hinzugeben. Die Studenten, insbesondere die jungen, sollten sich alle Mühe geben, ein starkes brahmacarya-Fundament zu errichten. Brahmacarya bedeutet nicht bloß, unverheiratet zu bleiben; wahres brahmacarya ist die ununterbrochene Kontemplation brahmans. Denkt an Gott und singt seinen Namen unter allen Umständen. Führt ein Leben der Reinheit. Widmet euer Leben dem Prinzip der Liebe. Dies stärkt das Fundament des Hauses eures Lebens. Ihr seht die Mauern, ihr seht das Dach, ihr seht das gesamte Gebäude, aber ihr seht nicht das Fundament. Es ist unter dem Haus verborgen. Jedoch hängt die Sicherheit des Gebäudes, das ihr von außen seht, von dem unsichtbaren Fundament ab. Wenn ihr ein Haus baut, dann gestaltet ihr die Mauern und das Dach so, dass das Haus attraktiv aussieht. Aber das Fundament, das das gesamte Gebäude trägt, braucht nicht schön auszusehen. Und doch ist es der wichtigste Teil des Gebäudes. Heute kümmert sich der Mensch nicht um das Fundament seines Lebens. Er ist mehr am äußeren Aussehen interessiert. Bei dem Wort brahmacarya bedeutet ‚carya’ ‚sich verhalten’. Also solltet ihr dieses Lebensstadium in ständiger Kontemplation brahmans verbringen.

Früher wurde der Lehrende als âcârya bezeichnet, womit jemand bezeichnet wird, der erst praktiziert und dann predigt. Einer, der bloß predigt, ohne zu praktizieren, ist nur ein gewöhnlicher Lehrer. Er mag imstande sein zu unterrichten, aber er wird nicht in der Lage sein, euch dabei zu helfen, euren Geist (mind) zu beherrschen und spirituelle Fortschritte zu machen. Nur ein wahrer âcârya kann euch helfen, Kontrolle über euren Geist (mind = auch Denken, Meinung, Empfindungen, Gemüt, Verstand - A.d.Ü.) zu erlangen. Wenn wir von âcâryas sprechen, fallen uns sofort zwei Namen ein: Der eine ist Bhîshmâcârya und der andere ist Dronâcârya. Dronâcârya war der Lehrer (Guru) der Kauravas (die später mit einer List die Pândavas aus deren Reich vertrieben - A.d.Ü.) und der Pândavas in dem Sinne, dass er sie in der Kunst des Bogenschießens unterwies. Bhîshmâcârya war ihr spiritueller Lehrer. Er war ein großer Weiser (jnânin). Jnâna bedeutet nicht das Erwerben von Buchwissen. Die Erkenntnis der Nicht-Zweiheit ist Weisheit (advaitadarshanam jnânam). Ein wahrer Weiser (jnânin) ist einer, der seinen Körper, seinen Geist (mind) und seinen Intellekt Gott weiht. Er denkt nur an Gott und an nichts anderes. Er verrichtet seine Tätigkeiten mit dem einzigen Ziel, Gott zu gefallen. Was immer ihr tut, tut es in dem Gefühl, dass es geschieht, um Gott zu gefallen (sarvakarma bhagavatprîtyârtham).

Bhîshmas Hingabe an Krishna

Ihr solltet nicht nach persönlicher Befriedigung trachten. Ihr solltet euch alle Mühe geben, Gott zu gefallen. Das war das einzige Bestreben Bhîshmas. Er war der Sohn der Mutter Gangâ. Sein ganzes Leben lang gehorchte er den Anweisungen seiner Mutter, und als schließlich sein Ende nahte, wollte er ihre Liebe und Gnade erfahren. Er war durch die Pfeile von Arjuna verwundet worden und lag 56 Tage lang auf einem Pfeilbett. Sein ganzer Körper war von Pfeilen durchbohrt. Bevor er seinen Körper verließ bat er Arjuna, seine Mutter Gangâ zu holen, um seinen Durst zu stillen. Arjuna bedeutet ‚Einer mit einem reinen Herzen’. Er hatte sich viele Namen verdient wie Phâlguna, Pârtha, Kirîti, Shvetavahana, Bibhitsu, Savyasâcin, Dhananjaya etc. Als Arjuna Bhîishmas Bitte hörte, schoss er mit all seiner Kraft einen Pfeil in die Erde. Unverzüglich erschien die Mutter Gangâ in Form eines Springbrunnens und stillte den Durst ihres Sohnes Bhîshma. So tat er in Frieden seinen letzten Atemzug.

Arjuna genoss wegen seines reinen Herzens großes Ansehen bei den Pândavas. Er verletzte nie einen Unschuldigen. Niemals erhob er seine Waffen gegen jemanden ohne triftigen Grund. Vor Beginn des Mahâbhârata-Krieges bat er Krishna, in einer Friedensmission zu den Kauravas zu gehen. Krishna fragte ihn: „An wen soll ich mich wenden?“ Arjuna antwortete: „Oh Krishna, du bist allwissend. Ich brauche dir keine Anweisungen zu geben. Bitte gib dir alle Mühe, den Krieg abzuwenden.“ Krishna erwiderte: „Was nützt es, mit dem blinden König Dhritarâshtra zu sprechen? Seine Anhaftung an seine Söhnen hat ihn blind für die Wirklichkeit gemacht. Er wird auf seine Söhne hören, aber nicht auf mich.“ Krishna ging jedoch trotzdem als Abgesandter zu den Kauravas. Aber wie er es vorausgesagt hatte, scheiterte seine Friedensmission. Der Krieg stand nahe bevor. Krishna kehrte zurück und sagte zu Arjuna: „Alle meine Bemühungen haben sich als nutzlos erwiesen. Sei auf den Krieg vorbereitet.“ Arjuna äußerte seine Besorgnis darüber, dass in diesem Krieg viele Unschuldige getötet werden würden. Krishna antwortete: „Arjuna, diejenigen, die auf das Schlachtfeld kommen, werden völlig darauf gefasst sein, jeder Eventualität zu begegnen. Niemand kommt auf das Schlachtfeld, um nur zuzuschauen. Sie sind bereit, Leben zu geben oder Leben zu nehmen. Es ist also ausgeschlossen, dass in dem Krieg Unschuldige getötet werden. Sei deshalb bereit zu kämpfen.“

Arjuna wollte diese Nachricht seinem Bruder Dharmarâja mitteilen. Beide gingen zu ihm. Dharmarâja war von Anfang an gegen den Krieg gewesen. Aber er hatte keine andere Wahl, als sich damit abzufinden. Dieselbe Nachricht wurde auch Nakula und Sahadeva (Halbbrüder von Arjuna - A.d.Ü.) übermittelt. Obwohl sie noch jung waren, waren sie sehr tugendhaft. Sie waren sogar noch tugendhafter als Arjuna und Dharmarâja. Ihre Freude kannte keine Grenzen, als sie Krishna sahen. Da sie die Schlechtigkeit der Kauravas genau kannten, waren sie bereit, in den Krieg zu ziehen. Sie hatten sich keine Gedanken über das Ergebnis von Krishnas Friedensmission gemacht. Sie hatten die ganze Zeit um seine sichere Rückkehr gebetet. So groß war ihre Liebe zu Krishna. Schließlich sagte Arjuna:

„Krishna, ist es möglich, aus Gift Nektar zu machen?
Was nützt es, den böse gesinnten Kauravas gute
Ratschläge zu geben? Es ist so, als wenn man
Jasminblüten ins Feuer wirft. Oh Gopâla
(einer der Namen für Krishna - A.d.Ü.)!
Lass uns nun aufhören, von Frieden zu reden,
und uns auf den Krieg vorbereiten.“

(Gedicht in Telugu)

Als sie dann zum Schlachtfeld kamen, wurde Arjuna verzagt, als er diejenigen sah, gegen die er kämpfen sollte. Er war besorgt, dass so viele Menschen in dem Krieg getötet werden würden. Er scheute sich davor, so vielen Familien Kummer zu verursachen. Er sagte: „Krishna, ich kann es nicht ertragen zu sehen, dass meine eigenen Verwandten auf dem Schlachtfeld getötet werden. Es wird mir schwindlig bei dem Gedanken, dass ich die, die mir lieb und wert sind, töten soll. Lass uns sofort umkehren, ohne Zeit zu verschwenden.“ Krishna gab vor, ärgerlich zu sein. Er sagte: „Arjuna, du warst es, der mich zum Schlachtfeld gebracht hat. Wie kannst du jetzt so feige sein? Schäme dich!“ In diesem kritischen Augenblick vermittelte er Arjuna die Lehre der Bhagavadgîtâ. Das gab Arjuna die notwendige Stärke, die Schlacht zu schlagen. Als er sich jedoch Bhîshma gegenüber sah, konnte er dessen Macht nicht widerstehen. Krishna sprang, um Arjuna Mut zu machen, sofort von dem Streitwagen und sagte zu ihm: „Arjuna, ich werde diesen Bhîshma töten und dich beschützen.“ Arjuna erwiderte: „Krishna, du hast ein Gelübde abgelegt, dass du in diesem Krieg nicht mitkämpfen wirst. Ich möchte nicht, dass du um meinetwillen dein Wort brichst.“ Als Krishna sich Bhîshma näherte, faltete dieser seine Hände und betete: „Derjenige, der kommt, um mich zu töten, ist der Einzige, der mich retten kann.“ So groß war Bhîshmas Hingabe.

Verkörperungen der Liebe!
Unsere Geschichte ist voll von solchen heiligen Beispielen. Aber die moderne Jugend schenkt unserer Geschichte keinerlei Aufmerksamkeit. Sie verschwendet ihre Zeit mit dem Lesen von Romanen und bedeutungslosen Geschichten. Diese Geschichten (kathâ) bringen ihnen nur Leid (vyathâ). Allein Geschichten über Gott lehren euch den idealen Weg. Seine (Gottes) Geschichte ist historisch. Lest solch eine heilige Geschichte, begreift sie und setzt sie in die Praxis um. Heilige Epen wie das Râmâyana, das Bhâgavata und das Mahâbhârata enthalten große Lehren. Ebenso enthält auch die Geschichte von Vinâyaka eine große Botschaft für die Menschheit. Vinâyaka ist die Verkörperung der Weisheit. Deshalb wird er von allen Göttern verehrt. An diesem Vinâyakacaturthi-Tag legen die Studenten ihre Lehrbücher vor das Vinâyaka-Idol und beten zu ihm. Die tiefere Bedeutung dieses Brauchs ist, dass sie um Verleihung der göttlichen Weisheit beten sollen. Es ist für die Studenten äußerst wichtig, an diesem segensreichen Tag Vinâyaka zu verehren. Er erfüllt die Wünsche seiner Devotees. Er verleiht nur göttliche Gnade (anugraha). Er kennt keinen Zorn (âgraha). Deshalb wird er nicht nur von den Indern (bhâratîya) verehrt, sondern auch von den Menschen anderer Länder.

Eine einzigartige Vorführung

Heute Nachmittag um zwei Uhr wird von unseren früheren Studenten, die für den Shrî Sathya Sai Central Trust arbeiten, ein Programm vorgeführt werden. Sie leisten eine Menge gute Arbeit. Es gibt einige ältere Personen, die sich in den letzten dreißig Jahren um die Angelegenheiten dieses Trusts gekümmert haben. In allen diesen Jahren habe ich persönlich die täglichen Angelegenheiten des Central Trust überwacht. Seitdem meine Studenten für den Trust arbeiten, haben sie die Verantwortung übernommen und leisten gute Arbeit. Sei es in der Hauptverwaltung (Central Trust), im Buchladen (Book Trust), in der Zimmervermittlung (Accomodation Office) oder in irgendeinem anderen Bereich des Aschrams, überall verrichten unsere Studenten einen idealen Dienst. Sie sprechen sanft und freundlich. Sie benutzen keine barschen Worte. Sie folgen dem Motto: Helft immer, verletzt niemals. Diese Jungen vom Sathya Sai Central Trust werden heute Nachmittag ein Programm vorführen, in dem sie über verschiedene Tätigkeiten im Trust berichten werden. Jeder von euch muss sich unbedingt anhören, was sie zu sagen haben. Alles was sie sagen werden, basiert ausschließlich auf ihrer eigenen Erfahrung. Meine Jungen sprechen immer die Wahrheit. Sie werden niemals auch nur zum Spaß lügen. Sie werden in diesem Nachmittagsprogramm die Botschaft der Wahrheit übermitteln.

Sie sind noch jung, aber sie sind in ihrer Arbeit sehr tüchtig. Sie zeigen ein reges Interesse an den Tätigkeiten des Trusts. Sie verbreiten Swamis Botschaft auf der ganzen Welt. Ich bin außerordentlich glücklich darüber, dass sich diese Jungen im Leben so gut bewähren. (Lauter Beifall). Sie sind sehr intelligent. Wenn sie etwas gefragt werden, geben sie eine passende und schnelle Antwort. Fünf Jungen kümmern sich um die Buchhaltung des Central Trust. Einige Jungen arbeiten für unseren Book- and Publications Trust. Man kann bei ihnen keinerlei Misswirtschaft feststellen oder eine Verschwendung eines einzigen Cent (nava paisa). Sie sind sehr ehrlich. Jeder Paisa wird verbucht. Sie besitzen edle Eigenschaften, gute Angewohnheiten und einen idealen Charakter. Ihr werdet dies heute Nachmittag selbst feststellen können. Sie arbeiten aktiv mit bei der Verbreitung aller in Prashânti Nilayam durchgeführten Sendungen über Radio Sai Global Harmony Channel, 24 Stunden am Tag. Obwohl sie noch jung sind, sprechen sie in einer sehr gepflegten Sprache. Ihr werdet sie heute Nachmittag hören. Es ist sehr wichtig, dass ihr ihre Art zu sprechen lernt. Schließlich sind sie eure Brüder. Alle sind Brüder und Schwestern. Ich möchte, dass ihr alle solch eine Gelegenheit bekommen werdet und euch im Leben bewährt.

Bhagavân beendete seine Rede mit dem Bhajan: Hari bhajana binâ sukha shânti nahim...

Aus Bhagavâns Ganeshacaturthî-sandesh (sandesh = Botschaft – A.d.Ü.) in der Sai Kulwant-Halle in Prashânti Nilayam am 10. September 2002.
(Sanathana Sarathi Oktober 2002)

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.