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 Ansprache Sathya Sai Babas am 09.10.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 09.10.2002, Dasara


Das gesamte Universum steht unter Gottes Herrschaft.
Gott steht unter der Herrschaft der Wahrheit.
Erhabene Seelen wachen über die Wahrheit.
Solche erhabenen Seelen verkörpern wahrhaftig die Göttlichkeit.

Die Menschen führen verschiedene spirituelle Übungen durch, um die Göttlichkeit zu erreichen. Auch wenn jemand übler Gesinnung ist: Mit dem Segen der Älteren und in der Gemeinschaft edler Seelen kann er sich leicht von üblen Neigungen befreien und Tugenden entfalten. Das Leben des Straßenräubers Ratnâkara legt reiches Zeugnis dafür ab. Als er mit den sieben Weisen in Berührung kam, erfuhr sein Leben eine Transformation. Er folgte ohne zu wanken ihren Lehren, gab seine schlechten Wege auf und wurde schließlich zum Weisen Vâlmîki. Er setzte der Menschheit ein Vorbild und verfasste das große Epos Ramayana. Prahlâda, der Sohn des Dämonenkönigs Hiranyakashipu, besann sich ständig auf Gott Nârâyana und sang seinen Namen. Als Folge davon besaß er dieselbe göttliche Leuchtkraft wie Gott Nârâyana selbst. Entsprechend glich Charles Darwin seinem Meister Henslow in jeder Hinsicht, weil er ständig an ihn dachte und seinen Lehren folgte. In ähnlicher Weise waren unsere alten Weisen und Seher ständig in der Meditation über Gott versunken und folgten seinen Anweisungen. Als Folge davon strahlten ihre Gesichter göttlichen Glanz aus. Gott Krishna erklärte das gleiche in der Bhagavadgita:

Der ewige Atman in allen Wesen
ist ein Teil meines Wesens.

Und er verkündete:

„Arjuna, es ist mein göttliches Licht,
das in allen leuchtet.“

Gott durchdringt alles. Er ist in allen Elementen und in allen Wesen in der Form von Licht gegenwärtig. Wenn Gott immer im Inneren gegenwärtig ist, warum leidet der Mensch dann? Manche Menschen behaupten, sie würden Schwierigkeiten begegnen und führten ein jämmerliches Leben. Diese Behauptung zeugt von ihrer Torheit. Der innewohnende Gott hat überhaupt kein Leid und keine Sorgen. Er ist die Verkörperung höchster Glückseligkeit. Ist es nicht ein Zeichen von Torheit zu glauben, ihr wäret vom Unglück verfolgt, obwohl Gott im Altar eures Herzens verankert ist? Gott verkündet: „Ich bin in dir gegenwärtig. Du bist ein Funke meiner Göttlichkeit.“ Wie kann man sich dann von Schwierigkeiten und Leiden beeinträchtigen lassen? Wenn ihr darüber nachdenkt, dann erkennt ihr, dass die dämonischen und tierischen Neigungen in euch verantwortlich dafür sind. Bevor ihr eure schlechten Eigenschaften nicht aufgebt, werdet ihr nicht fähig sein, die Wahrheit von Krishnas Aussage „Der ewige Atman...“ zu erkennen.

Obwohl Gott im Inneren ist, verhält sich der Mensch, als stünde er unter dem Einfluss eines Dämons. Der Mensch sollte als Erstes erkennen, dass er ein Funke der Göttlichkeit ist und dass keine bösen Geister ihn beherrschen können. Gott verkündet, dass er in eurem Herzen wohnt. Das Herz ist ein Einzelsitz, wo nur Platz für Einen ist. Deshalb sollte Gott allein und sonst niemand in eurem Herzen Platz haben.

Der Mensch ist heutzutage nicht in der Lage zu verstehen, dass er ein Aspekt der Göttlichkeit ist. Er ist sich der Tatsache nicht bewusst, dass Gott im Inneren wohnt und täuscht sich selbst im Glauben, es gäbe niemanden, der für ihn sorgt. Jeder ist mit einem Herzen versehen, das göttlich und daher von Natur aus voller Mitgefühl ist. In so einem Herzen wohnt Gott. Aber weil er sein natürliches Mitgefühl verloren hat, ist der Mensch heutzutage hartherzig geworden. So jemanden kann man nicht als Funken des Göttlichen bezeichnen, sondern er ist wahrhaft ein Dämon. In so einem Fall findet Krishnas Aussage keine Anwendung.

Im Herzen eines jeden existiert ein Funke der Göttlichkeit. Täuschung macht den Menschen unfähig, sein göttliches Wesen zu realisieren. Der Mensch sollte sich als Erstes darum bemühen, diese Täuschung zu überwinden und er sollte erkennen, dass Gott immer mit ihm, in ihm, um ihn herum, über ihm und unter ihm ist. Täuschung führt dazu, dass in eurem Herzen und Geist schlechte, böse Empfindungen aufsteigen. Sie sind reine Einbildung und haben nichts mit der Göttlichkeit zu tun.

Gott ist im Herzen eines jeden gegenwärtig. Er hat keine spezifische Form und ist nicht auf einen bestimmten Platz beschränkt. Er ist in eurem Herzen anwesend und ist allgegenwärtig.

Seine Hände, Füße, Augen, Köpfe, sein Mund und seine Ohren sind überall. So durchdringt er das gesamte Universum.

Dieses strahlende göttliche Selbst-Prinzip wird Atman genannt. Krishna hat versichert, dass dieser Atman Teil seiner eigenen Aspekte ist. In diesem göttlichen Prinzip können keine Mängel, Fehler oder Unvollkommenheiten sein. Welche Mängel auch immer ihr wahrzunehmen glaubt, sie sind ausschließlich das Ergebnis eurer Einbildung. Weil Gott alle Tugenden verkörpert, sollte auch der Mensch ein tugendhaftes Leben führen. Üble Neigungen sind Hindernisse für den spirituellen Weg. Zuerst sollte der Mensch sich von allen bösen Handlungen fernhalten und gute Taten vollbringen. Nur dann besitzt er das Recht, sich Mensch zu nennen. Das menschliche Leben ist höchst heilig. Die Upanischaden betrachten das menschliche Leben als wahrhaft göttlich. Der Mensch hält sich für einen Schwächling, weil er das Selbst-Prinzip vergessen hat, das jenseits aller Attribute ist. Seine üblen Eigenschaften, bösen Taten und sein Fehlverhalten haben ihn auf diese bemitleidenswerte Stufe hinunter gebracht.

Wir denken so wie die Menschen, mit denen wir zusammen sind. Deshalb heißt es: „Sage mir, mit wem du beisammen bist und ich sage dir, was du bist.“ Eure Freundschaften beeinflussen euer Wesen. Aufgrund seiner Verbindung mit den sieben Weisen wurde aus Ratnâkara der Weise Vâlmîki. Obwohl Prahlâda der Sohn eines Dämons war, befand er sich immer in der Gesellschaft erhabener Seelen.

Gute Gesellschaft führt zu Bindungslosigkeit,
Bindungslosigkeit befreit von Täuschung,
Freiheit von Täuschung führt zu einem stetigen Geist
Und ein stetiger Geist verleiht Befreiung.

Was ist die innere Bedeutung von Devi Navarâtri (ein anderer Name für Dasara, wörtl.: die der Göttin geweihten neun Nächte, A. d. Ü.)? Die Menschen verehren an diesen neun Tagen die drei Göttinnen Durgâ, Lakshmî und Sarasvatî. Wer ist Durgâ? Sie ist die Verkörperung aller Kräfte. Sarasvatî ist die über Sprache und Weisheit herrschende Gottheit.

Der Gâyatrîmantra beginnt mit den Worten „Om bhûr bhuvah svaha“. „Bhu“ bedeutet Materialisation; es repräsentiert die Materie, die dem Wandel unterliegt. Bhuvah steht für das Lebensprinzip (prâna, die Lebenskraft, A. d. Ü.), die Schwingung. Sâvitrî ist die über das Lebensprinzip herrschende Gottheit. Ihr habt sicherlich die Geschichte Sâvitrîs gehört, die durch die Kraft ihrer Hingabe und Ergebung ihren verstorbenen Ehemann ins Leben zurückbrachte. Sarasvatî wird als „jnâna devatâ“ (Göttin der Weisheit) verehrt, weil sie ein gutes Unterscheidungsvermögen (buddhi, auch: Intellekt) und Weisheit verleiht. Dies wird in den Veden als „prajnânam brahma“ („brahman, das Göttliche, ist die höchste Weisheit“) beschrieben. Mit „prajnâna“ ist nicht weltliches Wissen gemeint, sondern beständige integrierte Bewusstheit, die unveränderlich und ewig ist.

Die göttliche Mutter trägt drei Namen: Gâyatrî, Sâvitrî und Sarasvatî. Gâyatrî beschützt die, die ihre Herrlichkeit besingen. Gâyatrî, die über unsere Sinne herrschende Gottheit , hilft uns, die Sinne zu meistern. Sâvitrî, die über das Lebensprinzip herrschende Gottheit, schützt unser Leben. Sarasvatî verleiht uns die unveränderliche und ewige Weisheit. Obwohl Gâyatrî, Sâvitrî und Sarasvatî in jedem Menschen gegenwärtig sind, ist der Mensch nicht fähig, ihre Anwesenheit zu verstehen und zu erfahren. Als Folge davon gibt er üblen Eigenschaften Raum, ergeht sich in bösen Taten und ruiniert so sein Leben. Seine schlechten Gewohnheiten sind für seinen Niedergang verantwortlich. Der Mensch sollte als Erstes gute Gewohnheiten entwickeln und sich selbst transformieren. Wie konnte Sâvitrî ihren toten Ehemann wieder zum Leben erwecken? Indem sie sich unablässig auf Gott besann, verwandelte sie ihre Schwingung in göttliche Schwingung, was zu der Auferstehung ihres Ehemannes führte. Wenn ihr göttliche Empfindungen entwickelt, ist euch nichts unmöglich. Durch reine, selbstlose Liebe kann jede gewaltige Aufgabe vollbracht werden.

Liebe entwickelt die göttliche Kraft in euch. Es gibt nichts, was Liebe in dieser Welt nicht vollbringen und überwinden könnte. Die Weisen führen ihre Askese in dichten Wäldern durch, die von wilden Tieren heimgesucht werden. Sie besitzen keine Waffen, um sich selbst zu schützen. Die Waffe, die sie schützt, ist ihre intensive Liebe zu Gott und ihr Sehnen nach Gott. Mit ihrer Macht der Liebe zähmen sie die wilden Tiere und transformieren sie in fügsame Lebewesen. Entsprechend seiner Kontakte wird der Charakter eines Menschen gut oder schlecht. Gemeinschaft mit edlen Menschen verleiht edle Empfindungen, schlechte Gesellschaft lässt üble Charakterzüge entstehen. Eure Sprache und euer Verhalten ergeben sich aus euren Empfindungen. Ihr verdient nur dann die Bezeichnung „Mensch“, wenn ihr gute Empfindungen entwickelt. Die körperliche Form allein macht nicht den Menschen aus. Derjenige ist ein wahrer Mensch, der gute Gewohnheiten verkörpert, immer hilft und niemals verletzt. Ihr solltet nicht nur der Form nach ein Mensch sein (akara mânava), sondern ihr solltet euch wie ein Mensch verhalten (achara mânava). Sprecht Gutes, seht Gutes, tut Gutes und seid gut. Das Göttliche wird sich nur dann in euch manifestieren, wenn euer Verhalten gut ist. Gott befindet sich nicht irgendwo in einem fernen Land; er ist sehr wohl in euch, mit euch und um euch herum, er führt euch und wacht über euch. Entwickelt göttliche Empfindungen und hört auf die göttliche Stimme in euch. Der menschliche Körper ist einer Vina (Saiteninstrument) vergleichbar. Ihr könnt nur dann die göttliche Melodie genießen, wenn das Instrument auf göttliche Empfindungen eingestimmt ist. Diese göttliche Melodie wird euch Glückseligkeit schenken und euch in einen ekstatischen Zustand der Selbstvergessenheit versetzen. Weltliche Gefühle hingegen erzeugen Misstöne. Lasst deshalb eure Gedanken, Worte und Taten mit heiligen Empfindungen erfüllt sein! Verletzt andere nicht.

Es ist verdienstvoll, anderen zu dienen und zu helfen;
Andere zu verletzen, ist eine Sünde.
Deshalb lehren die Veden: Helft immer, verletzt nie.

Die Veden betonen die Notwendigkeit, heilige Empfindungen zu entfalten. Tatsächlich befinden sich im Inneren die heiligen Gefühle, aber der Mensch hat sie vergessen. Der Mensch ist eine Schatzkammer göttlicher Energie. Durgâ (die Göttin der Lebenskraft), Lakshmî (die Göttin des Wohlstands und der Fülle) und Sarasvatî (die Göttin der Weisheit) sind im Menschen gegenwärtig. Der Mensch ist in keinerlei Hinsicht arm, er ist weder schwach noch hilflos oder verloren. Er besitzt alle Kapazität, göttliche Glückseligkeit zu erfahren. Obwohl er mit allen Kräften versehen ist, fühlt sich der Mensch schwach. Es ist die Auswirkung schlechter Gesellschaft. Ihr solltet das nicht falsch verstehen, aber es ist eine Tatsache, dass das moderne Bildungssystem das Leben von Vielen ruiniert. Die moderne Erziehung und Bildung stiftet Unruhe, statt zu erheben (Swamis Wortspiel im Englischen: agitation /elevation). Sie lässt üble Eigenschaften wie Zorn, Gier, Verlangen, Eifersucht usw. entstehen. Tatsächlich besitzen ungebildete Menschen die Tugenden der Demut, des Gehorsams, der Liebe und des Friedens. Demut ist das Kennzeichen (wahrer) Erziehung und Bildung. Auch wenn jemand einen hohen Bildungsgrad erreicht, wird sein ganzes Wissen nutzlos, wenn es ihm an Demut mangelt.

Trotz all seiner Bildung und Intelligenz
wird ein törichter Mensch sein wahres
Selbst nicht kennen
und ein niedrig gesinnter Mensch wird
seine üblen Eigenschaften nicht aufgeben.
Die moderne Bildung führt nur zu Argumentation,
nicht aber zur vollkommenen Weisheit.
Was bringt es, weltliche Bildung zu erlangen,
wenn sie einen nicht zur Unsterblichkeit führen kann?
Erwerbt das Wissen, das euch Unsterblichkeit verleiht.

Wahre Erziehung und Bildung fördert und nährt Wahrheit, Moral, Integrität und Kultur. Erziehung und Bildung sollte in euch menschliche Werte entwickeln. Ihr solltet die Älteren achten und euren Eltern dienen. Die Leute reden von Freundschaft, aber wir finden nirgendwo wahre Freunde. Heutzutage ist Freundschaft mit Bösem und Eigeninteresse gefärbt.

Vermeidet schlechte Gesellschaft.
Sucht gute Gesellschaft und handelt
den ganzen Tag hindurch rechtschaffen.
Unterscheidet zwischen dem Andauernden
und dem Vergänglichen.

Das solltet ihr tun. Manche Menschen scheinen gut zu sein und sprechen süße Worte, aber ihr Geist ist voll schlechter Empfindungen. Hütet euch vor solchen Leuten und haltet sie fern von euch. Weil es von solchen Leuten wimmelt, ist die heutige Gesellschaft in Aufruhr.

Obwohl Prahlâda der Sohn eines Dämonenkönigs war, konzentrierten sich seine Gedanken immer auf Gott Nârâyana und er wiederholte ständig seinen Namen. Sein Vater und seine Lehrer versuchten ihr Bestes, ihn vom spirituellen Weg abzubringen und ihm dämonische Wesenszüge einzuflößen. Hiranyakashipu fragte einst Prahlâda, was er von seinen Lehrern gelernt hätte. Prahlâda erwiderte: „Die Lehrer haben mir viele Dinge beigebracht. Ich habe die Prinzipien von Dharma (gottgerechtem Handeln) und Wohlstand (ârta) erlernt und habe die heiligen Schriften studiert. Wahrhaftig, ich habe die Essenz allen Wissens selbst erlernt.“ Hiranyakashipu war höchst erfreut, dies zu hören und sagte: „Oh Sohn, mache mir die Freude, diesem großen Wissen zu lauschen!“ Prahlâda antwortete: „Oh Vater, der Name Gottes wird all unsere Sünden zerstören. Was bringt alle Bildung, wenn man sich nicht auf Gott besinnt und Befreiung erlangt?“ Hiranyakashipu schäumte vor Wut, als er das hörte und stieß Prahlâda von seinem Schoß. Aber dieser war nicht im Mindesten verstört, sondern fuhr fort, den Namen Gott Nârâyanas zu singen. Hiranyakashipu setzte ihn daraufhin verschiedenen schweren Prüfungen aus. Er ließ ihn von Elefanten niedertrampeln und von Giftschlangen beißen. Prahlâdas unerschütterlicher Glaube an Gott Nârâyana schützte ihn vor all diesen Gefahren. Der mächtige Elefant erschien Prahlâda leicht wie eine Feder und das Gift verwandelte sich kraft seiner Hingabe in Nektar. Solche Geschehnisse sind nur durch Erfahrung, nicht durch bloße Beschreibung, verständlich. Obwohl er jung war, hielt Prahlâda an seinem Entschluss fest. Hiranyakashipu war wutentbrannt und brüllte. „Du Narr, du sprichst sehr hoch von deinem Gott. Wo ist er denn?“ Prahlâda erwiderte sehr gelassen:

„Vater, glaube nie, dass Gott an einem Ort, aber nicht an einem anderen wäre.
Tatsächlich ist er dort anwesend, wo immer du nach ihm suchst.“

Hiranyakashipu forderte Prahlâda heraus: „Wenn Gott allgegenwärtig ist, kannst du ihn mir dann in dieser Säule zeigen?“ „Ja, ich kann“, lautete die schlagfertige Antwort. Derartig waren Prahlâdas Glaube und Hingabe. Nur mit Vertrauen kann man die Göttlichkeit erreichen.

Wo Vertrauen ist, ist Liebe,
wo Liebe ist, ist Wahrheit,
Wo Wahrheit ist, ist Frieden,
wo Frieden ist, ist Glückseligkeit,
wo Glückseligkeit ist, dort ist Gott.

Hiranyakashipu zerschlug sofort die Säule mit einem Streitkolben. Siehe da! Gott Narasimha kam aus der Säule hervor! Was ist die innere Bedeutung dieses Geschehens? Der Körper gleicht einer Säule. Nur wenn man die Fesseln der Verhaftung an den Körper bricht, kann man Atman schauen. Wenn ihr die Bindung an den Körper aufgebt, könnt ihr Liebe zum göttlichen Selbst entwickeln. Die Liebe zum Atman allein wird euch immer schützen. Lernt die Sprache des Herzens. Sie ist nur von der Göttlichkeit und nicht von Lehrern zu erlernen.

Schüler, Studenten!
Was ihr heute braucht, ist unerschütterliches Vertrauen in Gott. Dieses Vertrauen allein kann euch schützen. Betrachtet unter allen Umständen und jederzeit Gott als die Grundlage eures Lebens. Gebt schlechte Eigenschaften wie Zorn, Gier, Eifersucht und dergleichen auf. Zorn ist Râvanas Scheiterhaufen vergleichbar, der unablässig brennt. Verlangen ist die Ursache für den Niedergang des Menschen. Merzt deshalb Verlangen und Zorn aus.

Ihr solltet Liebe manifestieren und verkörpern. Liebe ist Gott, lebt in Liebe. Wenn ihr Liebe besitzt, könnt ihr alles erreichen.

Beginnt den Tag mit Liebe,
füllt den Tag mit Liebe,
verbringt den Tag mit Liebe,
beendet den Tag mit Liebe.
Das ist der Weg zu Gott.

Entwickelt deshalb den Geist der Liebe. Liebe ist die machtvollste Waffe, die jeden bezwingen kann. Welche Waffe beschützte unsere Vorfahren, die in den Wäldern lebten? Weder die Wasserstoffbombe noch sonst eine Atombombe. Es war Liebe und Liebe allein. Man braucht deshalb keine Atombombe oder Wasserstoffbombe zu erwerben. Es genügt, die Waffe der Liebe zu besitzen. Mit der Kraft und Macht der Liebe könnt ihr die ganze Welt erobern.

Während dieser neun Tage verehren die Menschen Durgâ, Lakshmî und Sarasvatî. Durgâ zerstörte die Dämonen. Weil die Waffen nicht länger nötig sind, führen die Leute die Ayudhapuja[1] durch. Wenn ihr aus ganzem Herzen zu Durgâ betet, wird sie euch in all eueren Unternehmungen schützen.

Ihr seid nicht in der Lage, das Prinzip der Göttlichkeit zu verstehen. Niemand in dieser Welt kann euch in der Weise helfen, wie Gott euch hilft. Ergebt euch deshalb Gott und betet um seine Hilfe. Hingabe zu Gott schützt und bewahrt zudem unsere alte Kultur. Weil die Menschen Gott vergessen haben, werden sie von Elend und Leid geplagt.

Beherrscht eure Gefühle. Entwickelt Liebe. Habt keine schlechten, bösen Gedanken. Nichts kann die Erfahrung der Glückseligkeit verleihen außer der Nähe Gottes. Liebt alle und alle werden euch lieben. Teilt eure Liebe sogar mit Hunden, Affen und Katzen und ihr werdet erfahren, wie sie eure Liebe erwidern. Der Mensch besitzt nicht einmal die Dankbarkeit, die sogar Hunde besitzen. Wir sehen viele Ausländer, die Hunde und Katzen als ihre Haustiere halten. Wenn ihr diese liebt, werden sie wiederum euch lieben.

Wie ihr denkt und empfindet, so werdet ihr.

Ihr habt die Widerspiegelung, die Reaktion und den Widerhall eurer Gefühle, seien sie gut oder schlecht, zu erfahren. Wenn ihr in anderen Schlechtes seht, ist es nur die Widerspiegelung eurer schlechten Empfindungen. Es ist ein Fehler, andere zu beschuldigen und dabei eure eigenen Fehler zu ignorieren. Reinigt als Erstes eure Empfindungen. Liebt sogar jene, die ihr für schlecht oder böse haltet. In Wirklichkeit ist niemand in dieser Welt böse. Aufgrund von Täuschung (bhrama) betrachtet ihr manche als gut und manche als schlecht. Entwickelt wahrhafte edle Gedanken (satya sankalpa) und folgt dem Weg der Wahrheit. Ergeht euch nicht in müßigem Klatsch und Geschwätz. Heiligt stattdessen eure Zeit, indem ihr den göttlichen Namen singt. Nichts ist süßer als der göttliche Name.

Swami singt den Bhajan „Hare Râma, Hare Râma…“ und fährt fort:

Verkörperungen der Liebe!
Die göttlichen Schwingungen aus dem gerade von euch gesungenen Bhajan verbreiten sich in alle Winkel der Welt. Der göttliche Name, den ihr singt, reinigt das Herz Vieler. Gebt deshalb keinen schlechten Gefühlen Raum. Benutzt keine bösen Worte. Verwendet nur heilige Worte. Besingt die Herrlichkeit Gottes. Wenn ihr das tut, erweist ihr der ganzen Welt eine große Hilfe. Verletzt andere nicht. Helft jedem. Wenn ihr anderen helft, werdet ihr sicherlich positive Ergebnisse erhalten. Nutzt eure Zeit in rechter Weise. Singt Gottes Namen und macht euer Herz heilig.

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Rede.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)

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[1] Am Tag der Ayudhapuja, normalerweise der neunte Tag von Dasara, werden in ganz Indien alle Fahrzeuge und für den Lebensunterhalt notwendigen Werkzeuge geweiht, A. d. Ü.


    

Copyright Sathya Sai Vereinigung e. V.