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 Ansprache Sathya Sai Babas am 04.11.2002

 

Ansprache Sathya Sai Babas am 04.11.2002, Dîpâvalî (Lichterfest)


Das Leben in der Welt, Jugend und Wohlstand,
Frau und Kinder währen nicht ewig.
Allein Wahrheit und ein guter Ruf dauern an.

In dieser Welt ist alles, ob Glück oder Leid, Frieden oder Friedlosigkeit, dem Wandel unterworfen. Der Mensch ist unfähig, sein wahres Wesen zu verstehen und identifiziert sich mit dem vergänglichen Körper. Der Mensch ist nicht nur ein Einzelwesen (vyashti jîvin), sondern ein kosmisches Wesen (samashti jîvin, auch: ein Gemeinschaftswesen). Der Mensch will kein einsames Leben führen. Das Purushasûkta (eine Hymne des Rigveda) verkündet:

Gott hat tausend Köpfe,
Hände und Füße.

Der Mensch ist nicht in der Lage, zu erkennen, dass er die Totalität verkörpert (samashti svarûpa); stattdessen unterliegt er der Täuschung, er wäre ein Einzelwesen und setzt sich dadurch Leid aus. Das Hauptprinzip der Kultur Bhârats besteht darin, die Einheit in der Vielfalt zu verstehen und zu erfahren. Aber der Mensch nimmt heutzutage in der Einheit die Verschiedenheit wahr. Er hat das Prinzip der Gleichheit vergessen und ist als Folge davon friedlos. Die Einheit in der Vielfalt ist die grundlegende Wahrheit, die man erkennen muss. Seit undenklichen Zeiten haben die Bhâratîyas sich gemeinsam darum bemüht, diese Wahrheit zu erfassen und zu erfahren.

Es ist niemandem gelungen, die innere Bedeutung der vedischen Lehren zu verstehen. Aber man kann ein wenig Wissen gewinnen, wenn man die heiligen Schriften studiert und den Lehren der Gelehrten lauscht. In den alten Zeiten pflegten sogar die Dämonen die Veden zu studieren, aber weil sie die in den Veden enthaltene Wahrheit nicht begreifen konnten, führten sie ein Leben der Unwahrheit. Dämonen wie Hiranyâksha und Hiranyakashipu waren hoch gebildet und in verschiedenen Wissenszweigen bewandert. Sie konnten den Mond, die Sonne und sogar die Sterne erreichen und ihre Wirkungsweise verstehen. Doch weil ihr Geist von negativen Gedanken erfüllt war, gelang es ihnen nicht, das in ihrem eigenen Selbst verborgen liegende positive Prinzip zu verstehen. Auch der Dämon Narakasura gehörte in dieselbe Kategorie. Seine Kraft und sein Wissen waren gewaltig, aber aufgrund seiner negativen Eigenschaften stellten sie sich als nutzlos heraus. Auch wenn man von Hingabe erfüllt ist oder die Veden gemeistert hat, wird all dies wenig bringen, wenn man seine negativen Eigenschaften nicht aufgibt.

Der heilige Tyâgarâja war ein glühender Gottesverehrer. In einer seiner Kompositionen rühmte er Gott auf die folgende Weise:

O Krishna! Du bist unbeschreiblich und
jenseits des menschlichen Fassungsvermögens.

Ist es möglich, deinen Ruhm und deine Herrlichkeit zu ermessen?

Ich habe auf deine Gnade gewartet.

O Herr! Erhöre mein Gebet und erlöse mich.

Du hast den verstorbenen Sohn deines
Lehrers Sândîpani ins Leben zurückgerufen,

du hast die Schlange Kâliya gedemütigt,
Vasudeva und Devakî aus der Gefangenschaft
befreit und Draupadî vor der Demütigung bewahrt.

Du hast Kucelas Wünsche erfüllt.

Du hast aus der hässlichen Kubja eine Schönheit gemacht.

Du hast die Pândavas beschützt und die
16000 Hirtenmädchen errettet.

Du bist jenseits aller Beschreibung und übersteigst das
menschliche Fassungsvermögen. Krishna, nicht einmal
der Schöpfergott Brahma kann deine Herrlichkeit in Worte fassen.

Ich bitte um deine Gnade.“

Einst bat Caitanya Mahâprabhu seine Mutter um die Erlaubnis, fort zu gehen um zu studieren. Seine Mutter erwiderte: „Mein lieber Sohn, in dieser Welt gibt es verschiedene Arten der Bildung, aber sie dienen nur dem Lebensunterhalt und nicht dem Leben selbst. Spirituelle Erziehung (âdhyâtmika vidyâ) allein ist wahre Bildung. Dieses Wissen ist unsterblich und unbegrenzt. Es bleibt in allen drei Zeiten unverändert. Bemühe dich darum, diese Bildung zu erlangen.“ Von dem Tag an verkündete Caitanya in jeder Straße und jedem Dorf, dass das Singen des göttlichen Namens von großer Wirksamkeit sei. Jederzeit und unter allen Umständen sang er den Namen Krishnas. Seine Botschaft für die Menschheit war schlicht, aber tiefgründig.

Es gibt keine wohltätigere Handlung als die,
die Hungrigen zu speisen.

Es gibt keine größeren Götter als die eigenen Eltern.

Festhalten an der Wahrheit ist die größte Askese
und größer als das Wiederholen von Mantren.

Mitgefühl ist das höchste Gebot (Dharma).

Kein Gewinn ist größer als die Gemeinschaft mit guten Menschen.

Zorn ist der größte Feind.

Keine Krankheit gleicht der, ein Schuldner zu sein.

Ein guter Ruf ist der größte Reichtum,

ein schlechter Ruf ist wie der Tod selbst.

Es gibt keinen schöneren Schmuck als das Singen des göttlichen Namens.

Der Mensch sollte Feindseligkeit aufgeben und zu seinen Mitmenschen eine gute Beziehung entwickeln. Darin liegt die wichtigste Bildung, die man erwerben sollte. Anderen gegenüber Hass zu entwickeln und ein selbstsüchtiges Leben zu führen, ist ein Kennzeichen von Täuschung und ein dämonischer Wesenszug. Warum verkündet das Purushasûkta:

Gott hat tausend Köpfe,
Hände und Füße

Es bedeutet, dass Gott nicht eine gesonderte Wesenheit ist. Er ist der Kosmos (samashti svarûpa) und ist in allen Lebewesen anwesend. Wenn Gott dem Menschen so nahe ist, warum leidet der Mensch dann unter Täuschung und begegnet in seinem Leben Schwierigkeiten und Mühen? Gott ist dauerhaft im Schrein des menschlichen Herzens verankert. Er durchdringt alles. Der Mensch kann ihn schauen, ihn berühren und mit ihm sprechen. Aber der Mensch leidet, weil es ihm an Entschiedenheit und Sehnsucht nach Gott mangelt.

Caitanya betete folgendermaßen zu Nârâyana: „O Herr, du bist allgegenwärtig und der Herr aller Wesen. Das gesamte Universum steht unter deiner Kontrolle. Du bist das Lebensprinzip selbst. Ich verlange nicht danach, Vaikuntha oder Kailâsa oder den Himmel zu erreichen, noch ersehne ich die Befreiung. Segne mich mit Liebe, damit ich dich lieben kann.“ Als Caitanya so betete, verkündete eine himmlische Stimme: „So sei es.“ Die hohe weltliche Bildung und die große Kraft, die man haben mag, werden im Laufe der Zeit verschwinden. Liebe allein ist unsterblich. Deshalb sollte man Liebe als sein Leben selbst betrachten. Caitanya betete zu Krishna, ihn mit dieser unvergänglichen Liebe zu segnen. Kailâsa, Vaikuntha und der Himmel sind wie Gottes Zweigstellen. Caitanya hatte kein Interesse daran, diese zu erreichen, sondern erkannte, dass Gottes richtige Adresse das Herz ist. Er betete: „O Herr, ich weiß, dass du im Schrein meines Herzens wohnst. Ich bitte dich, segne mich mit dieser Erfahrung.“

Begleitet von Satyabhâmâ zog Krishna aus, um einen Krieg gegen den Dämonen Narakasura zu führen. Ein heftiger Kampf entflammte und der Dämon starb durch die Hände Satyabhâmâs. Der allmächtige Krishna hätte Narakasura ohne Satyabhâmâs Hilfe töten können. Warum nahm er dann ihre Hilfe in Anspruch? Der verruchte Dämon Narakasura verdiente es nicht einmal, durch die Hand Krishnas zu sterben. Weil Narakasura tausende von Frauen unsäglichem Leid ausgesetzt hatte, beschloss Krishna, er solle durch eine Frau getötet werden. Narakasura hatte tausende von Prinzessinnen, die große Gottesverehrerinnen waren, gefangen gehalten. Diese Prinzessinnen verkörperten die Liebe und dachten unablässig an Gott. Nach der Tötung Narakasuras gewährte Krishna ihnen die Freiheit. In diesem Zusammenhang rühmte der Heilige Tyâgarâja den Herrn mit den Worten: „Du hast die sechzehntausend Gopikâs beschützt.“

Mit bösen Menschen zusammen zu sein, ist immer gefährlich. Deshalb heißt es:

Gib schlechte Gesellschaft auf,

schließe dich edlen Menschen an

und beschäftige dich Tag und Nacht
mit verdienstvollen Taten.

Man sollte beschließen, diesem heiligen Weg zu folgen und allen Menschen das Prinzip der Liebe verkünden.

Was ist die innere Bedeutung der Tötung Narakasuras? „Nara“ bedeutet das unsterbliche Atmanprinzip. Wenn die Eigenschaften eines Dämons (asura) in den Menschen (nara) eindringen, wird er zu Narakasura. In einem solchen Menschen sind nur schlechte Eigenschaften und böse Empfindungen zu finden. Er schließt sich keinen edlen Menschen an und bemüht sich nicht darum, Gott zu erreichen. Stattdessen schließt er nur mit bösen Menschen Freundschaft. Eine solche Mentalität ist das Ergebnis schlechter Taten in vielen Leben. Der Mensch glaubt heute, er sei hoch gebildet. Tatsächlich hat er nicht Bildung, sondern Unwissenheit erlangt. Wie kann jemand, der kein gutes Verhalten zeigt und sich nicht in guter Gesellschaft aufhält, gebildet genannt werden? Râvana hatte sich, ebenso wie Râma, alle Formen des Wissens angeeignet. Aber im Gegensatz zu Râma schloss er sich schlechter Gesellschaft an, hatte schlechte Gedanken und verübte böse Taten. Aus diesem Grund verehren die Menschen Râma und verurteilen Râvana. Vom eigenen Verhalten hängt es ab, ob man verehrt oder verspottet wird. Man sollte kein eigensüchtiges Leben führen. Wo immer etwas Gutes getan wird, wo immer Menschen sich zum Beten treffen, nehmt daran teil. Doch manche Leute nehmen an den Bhajans teil, ohne sich guter Gesellschaft anzuschließen. Was bringt ein solches Leben? In diesem Zusammenhang sagte der Weise Purandaradâsa:

Trotz ihrer Augen sind die Menschen blind geworden,

denn ihnen ist nicht daran gelegen,
deine segensreiche Form zu sehen.

Trotz ihrer Ohren sind die Menschen taub geworden,
denn sie sind nicht daran interessiert,

deinen nektargleichen Worten zu lauschen.

Obwohl sie in der Gemeinschaft Gottes sind,
streben sie nach einem weltlichen Leben.

Der Mensch sollte die Wahrheit erkennen, dass Gott in allen Wesen gegenwärtig ist und sich entsprechend verhalten. Darin liegt seine vorrangige Pflicht. Er sollte sich nicht nur auf die Göttlichkeit besinnen, sondern auch zu Gottes Ruhme singen.

Nachdem Narakasura getötet worden war, fand ein großes Fest in seinem Königreich statt. Solange er lebte, waren die Herzen der Menschen in Dunkelheit gehüllt. Als er endlich getötet worden war, wurde überall freudig gefeiert. Mit seinem Tod wurde die Dunkelheit der Unwissenheit und des Hasses vertrieben. Die Menschen feierten das Fest auf symbolische Weise, indem sie Lichter anzündeten. Ebenso wie Fledermäuse ihren Weg in ein düsteres Haus finden, dringen schlechte Eigenschaften in ein Herz ein, das von der Dunkelheit der Unwissenheit erfüllt ist. Nur Fledermäusen gefällt es, in Dunkelheit zu leben, nicht aber den Menschen. Ihr solltet nicht gleich Fledermäusen in der Dunkelheit der Unwissenheit leben.

Manche Leute scheinen äußerlich gesehen reiner (sâttvika) Natur zu sein, aber tatsächlich sind sie voll schlechter Eigenschaften. Ihr solltet euch vor ihnen hüten.

Gute Gesellschaft führt zu Losgelöstheit,

Losgelöstheit befreit einen von Täuschung,

Freiheit von Täuschung führt zu einem stetigen Geist

und ein stetiger Geist verleiht Befreiung.

Ihr solltet euch nicht einmal einen Augenblick lang in schlechter Gesellschaft aufhalten. In den alten Zeiten hielten die Menschen sich von Dämonen und dämonischem Verhalten fern. Hiranyakashipu versuchte alles, seinen Sohn Prahlâda davon abzuhalten, den göttlichen Namen Nârâyanas zu singen. Aber Prahlâda war immer in der Kontemplation des Herrn versunken. Prahlâda war Nârâyana lieb, wohingegen Hiranyakashipu den Dämonen lieb war. Hiranyakashipu war ein König. Was für eine Art Herrscher war er? Er herrschte über schlechte Eigenschaften und böse Taten. Folgt dem von Prahlâda gesetzten Vorbild und heiligt eure Zeit, indem ihr euch auf den Herrn besinnt. In der heutigen Welt nehmen die dämonischen Aktivitäten zu. Man kann deren Anblick nicht ertragen, noch hält man es aus, davon zu hören. Warum solltet ihr solch negativen Eindrücken Raum geben? Verankert Gott in eurem Herzen. Es heißt:

Gott wohnt in allen Wesen.

Entwickelt dieses feste Vertrauen.

Wie ihr denkt und fühlt, so werdet ihr.

(yad bhâvan tad bhavati)

Liebe Schüler und Studenten!
Am heutigen Tag wurde der Dämon Naraka getötet. Welche Bedeutung hat diese Tat? Sie symbolisiert das Töten des Dämonen im Menschen. „Nara“ bedeutet Mensch und „asura“ Dämon. Dieser Dämon befindet sich in jedem Menschen. Es ist nicht notwendig, sich große Waffen zu verschaffen, um diesen Dämon zu töten. Der Mensch wird nara genannt, weil sich in ihm der Atman, das göttliche Selbst, befindet. Dieser Atman ist die Verkörperung der Liebe. Durch Liebe allein kann man die Dämonen töten. Verwirklicht deshalb das Atmanprinzip und entfaltet Liebe. Das ist wahre Hingabe.

Verkörperungen des göttlichen Atman!
Wir feiern die Tötung des Dämonen Narakasura als heiliges Ereignis, indem wir so viele köstliche Speisen zubereiten und uns daran erfreuen. Aber wir bemühen uns in keiner Weise darum, die innere Bedeutung dieses heiligen Geschehens zu verstehen. Um die Heiligkeit dieses großen Ereignisses zu erfassen, müssen wir uns guter Gesellschaft (satsanga) anschließen. Ihr solltet kein selbstsüchtiges Leben führen. Ein solches Leben beruht auf Vereinzelung (vyashti); ein solches Leben ist vergeudet. Nur in einem auf die Gemeinschaft ausgerichteten Leben könnt ihr die Göttlichkeit erkennen und verwirklichen. Ihr solltet ein glückliches Leben führen, indem ihr euch mit der Gesellschaft identifiziert. Tatsächlich ist die Gesellschaft die Form der Göttlichkeit. Auch die Veden haben dieses Leben in der Gemeinschaft befürwortet:

Er hat tausend Köpfe, Hände und Füße…

Was ist der Sinn des menschlichen Lebens? Essen, Trinken und Herumstreunen? Nein, nein. Auch die Vögel und Tiere tun dies. Das wird nicht vom Menschen erwartet. Die in uns liegenden menschlichen Werte müssen zum Ausdruck gebracht und verbreitet werden. Sie müssen Bestandteil unseres täglichen Lebens werden und sich in unserem Verhalten widerspiegeln. Wenn sie nur propagiert werden, ohne sich in unserem Verhalten widerzuspiegeln, ist dies eine vergebliche Übung. Wir müssen deshalb die innere Bedeutung der verschiedenen Feste erkennen und entsprechend handeln.

Das menschliche Leben ist höchst heilig. Es heißt: Das menschliche Leben ist das kostbarste und heiligste aller Lebensformen.

Das Wort „mânava“, Mensch, bezeichnet auch: jemanden, der heilig ist. Warum degradieren wir den so heiligen Menschen? Der Mensch tritt heute für verschiedene gute und heilige Belange ein, aber wenn es an die Umsetzung geht, macht er einen Rückzieher. Dies ist das Ergebnis seiner früheren Sünden. Wenn zwischen Lehre und Praxis ein Konflikt entsteht, sollte sich der Mensch mutig der Situation stellen und sich bemühen, den heiligen Weg zu gehen. In eurem täglichen Leben werdet ihr etlichen Leuten mit schlechten Eigenschaften und schlechtem Verhalten begegnen. Haltet euch nicht in ihrer Nähe auf. Grüßt sie und geht weiter. Sogar der Heilige Tyâgarâja betete: „O Râma! Jenen, die an dich glauben, biete ich meinen Gruß dar.“ Er grüßte sowohl die guten wie die schlechten Menschen. Nun mag sich die Frage erheben, warum wir schlechte Menschen grüßen sollten. Die guten Menschen grüßen wir, um nicht ihre Gesellschaft zu verlieren. Die bösen Menschen grüßen wir ebenfalls, mit der Aufforderung, sie mögen sich von uns entfernen. Wir müssen uns der Gesellschaft guter Menschen anschließen, gute Eigenschaften entwickeln, ein gutes Leben führen und so unser Leben heiligen.

Die Geschichte ist voller Erzählungen über verschiedene Dämonen mit schlechten Eigenschaften. Kamsa, ein Zeitgenosse Krishnas, war ein solcher Dämon. Eine himmlische Stimme warnte ihn, dass das Kind seiner Schwester ihn töten würde. Das erzürnte ihn so, dass er seine Schwester Devakî aus der Kutsche herausriss und sie auf der Stelle zu töten versuchte. Aber ihr Ehemann Vasudeva verhinderte das, indem er Kamsa versicherte, er werde darauf achten, dass Kamsa kein Schaden zugefügt würde. Er redete Kamsa gut zu: „Wie kannst du den Worten Glauben schenken, dass Devakîs achtes Kind dich töten würde? Selbst wenn du diesen Worten glaubst, ist die Zeit noch nicht gekommen. Bitte warte, bis Devakî das achte Kind zur Welt gebracht hat . Warum versuchst du, die frisch verheiratete Devakî jetzt zu töten? Bitte begehe nicht diese Sünde.“ Als er Vasudevas Rat hörte, nahm Kamsa bis zu einem gewissen Grad Vernunft an. Er wartete, bis seine Schwester Devakî das achte Kind gebar. Aber während dieser Zeit fand er keinen Frieden und tötete unterdessen mehrere neugeborene Babys Devakîs wie auch andere Kinder in seinem Königreich. Er glaubte der göttlichen Stimme nicht, dass erst Devakîs achtes Kind sein Leben in Gefahr bringen würde. Dies zeigt die Qualität seines Glaubens an Gott! Sein Glaube war dämonisch. Es ist nicht richtig, einem Aspekt Gottes zu vertrauen und das Vertrauen bei einem anderen Aspekt zu verlieren. Euer Glauben und Vertrauen müssen immer stetig und in jeder Hinsicht vollständig sein.

Ein kleines Beispiel hierzu: Vor etwa zehn Jahren kam ein Mann hierher und verkündete, Shrî Sathya Sai Baba sei Gott. Darüber hinaus verkündete und verbreitete er, nicht nur Shrî Sathya Sai Baba, sondern jedes Lebewesen sei von Göttlichkeit erfüllt. Später, als einige seiner Wünsche nicht erfüllt werden konnten, verkündete er, Sai Baba sei nicht Gott. Derselbe Mensch verkündete zu einem Zeitpunkt, Sai Baba sei Gott und zu einem anderen, er sei nicht Gott. Wie können wir einem so doppelzüngigen Menschen Glauben schenken? Diese Art Doppelzüngigkeit ist eine dämonische Eigenschaft.

Denen, die ja sagen, antworte ich ja.

Jenen, die nein sagen, antworte ich nein.

Ja und nein kommen von euch,

aber für Sai ist alles ja, ja, ja.

Für mich sind alle gut. Es gibt keine bösen Menschen. Aber jene, die negative Gefühle entwickeln, ohne die guten und schlechten Dinge in dieser gegenständlichen Welt zu erforschen, schädigen nur ihr eigenes Leben. Was mich betrifft, liebe ich alle. Alle sind mir gleichermaßen lieb. Manche Menschen mögen dies bezweifeln. Aber sie müssen mit der rechten Erklärung und mit rechtem Rat zur Vernunft gebracht werden. Ihr solltet Zweifeln so wenig Raum geben wie möglich, denn so lange man zweifelt, kann man keinen inneren Frieden haben. Entfaltet Liebe. Wenn euer Herz von Liebe erfüllt ist, ist alles nur Liebe und für Hass ist kein Raum. Wo kein Hass ist, ist auch kein Zorn, und wo kein Zorn ist, hat Gewalt keinen Platz. Deshalb gilt:

Wo Vertrauen ist, ist Wahrheit,

wo Wahrheit ist, ist Friede,

wo Friede ist, ist Glückseligkeit,

wo Glückseligkeit ist, ist Gott.

Entwickelt als Erstes Glauben und Vertrauen. Darüber hinaus sollte zwischen euren Gedanken, Worten und Taten Harmonie herrschen. Wo diese drei nicht in Einklang sind, wird euer Verhalten dämonisch sein. Die Gedanken, Worte und Taten eines wahren Menschen (vyakti) sind rein und stimmen vollkommen überein. Wer ist ein wahrer Mensch? Derjenige, welcher die in ihm verborgen liegende Kraft (shakti) in jeder Hinsicht manifestiert hat. Diese Kraft müsst ihr entwickeln. Ihr sprecht davon, Energie zu entwickeln, aber auf erhabene Gedanken reagiert ihr allergisch. Welches Glück bringt euch dieses Verhalten? All eure Gedanken und Beschlüsse werden zu einer vergeblichen Übung.

Liebe Schüler und Studenten!
Entwickelt als Erstes Liebe. Diese Eigenschaft ist leichter zu entwickeln als alle anderen. Caitanya Mahâprabhu betete zu Krishna: „Ich will weder Vaikuntha noch Kailâsa. Ich will nur deine Liebe. Bitte gewähre mir einen kleinen Platz in deinem Königreich der Liebe. Damit werde ich zufrieden sein.“ Es gibt nichts in dieser Welt, das nicht durch Liebe erreichbar wäre. Was bedeutet die Tötung von Narakasura? Es bedeutet, mit der Waffe der Liebe die bösen Eigenschaften und das dämonische Wesen im Menschen zu zerstören.

Ihr müsst gute Gedanken, gute Empfindungen und ein gutes Verhalten entwickeln. Das Leben als Mensch wurde euch nur zu diesem Zweck gegeben. Der Mensch ist nicht zum Essen und Herumstreunen geboren. Sogar die Vögel und Tiere tun dies. Das Leben als Mensch ist erhaben, rein und heilig. Deshalb muss jeder Mensch danach trachten, sich von dämonischen Eigenschaften zu befreien. Nur dann werden die Menschen Verkörperungen des Göttlichen werden. Durch solche Menschen drückt sich Göttlichkeit aus. Ihr solltet dämonischen Handlungen niemals Raum geben. Pflegt und fördert immer gute Empfindungen, gute Gedanken und ein gutes Verhalten. Lasst euch nicht von den Meinungen anderer, mögen sie gut oder schlecht sein, mitreißen. Entwickelt, auf der Basis eures Gewissens, eure eigene Art zu denken. Entwickelt Selbstvertrauen.

Wo Selbstvertrauen ist, wird Selbstzufriedenheit sein.

Wo Selbstzufriedenheit ist, wird Selbstaufopferung sein.

Durch Selbstaufopferung kommt Selbstverwirklichung.

Selbstvertrauen ist das Fundament des Gebäudes; dieses Fundament bleibt unter der Erdoberfläche. Selbstzufriedenheit repräsentiert die Wände, Selbstaufopferung das Dach und Selbstverwirklichung ist das Leben. Ohne das Fundament des Selbstvertrauens kann man keine Selbstverwirklichung erlangen. Baut deshalb langsam euer Selbstvertrauen auf. Für diesen Vorgang gilt:

Beginnt früh, fahrt langsam und erreicht euer Ziel der Selbstverwirklichung sicher

Heutzutage wünschen sich viele Leute, wenn sie jemandem begegnen: „good morning, good evening“ usw. Das entspricht nicht unserer, sondern einer fremden Kultur. Wenn ihr stattdessen „namaskâra“ sagt, wie froh werdet ihr und auch der andere sich fühlen! Heutzutage ist schon das Aussprechen des Worts „namaskâra“ eine Last für Menschen geworden, die sich für modern halten. Was soll dieses „good morning“ und „good evening“? Sogar ein Mensch vom Lande kann namaskâra zu sagen. Wenn ihr die wissenschaftliche Wahrheit erforscht, gibt es weder Morgen noch Abend oder Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. All diese Veränderungen finden statt, weil die Erde sich um sich selber dreht.

Kinder! Achtet wenigstens von heute an eure Eltern. Liebt eure Eltern und genießt ihre Liebe. Nur jene, die die Liebe ihrer Eltern erfahren, werden eine glänzende Zukunft haben. Diejenigen, die ihre Mütter traurig machen, werden ein schwieriges, leidvolles Leben führen. Fügt deshalb unter keinen Umständen euren Eltern irgendeinen Schmerz zu. Macht sie glücklich. Nur dann werdet ihr euch glücklich fühlen und eure Kinder werden euch wiederum glücklich machen. Schenkt Glück und erhaltet Glück. Glück ist keine Einbahnstraße; es ist ein wechselseitiger Vorgang von Geben und Nehmen. Sprecht gute Worte. Entwickelt eine heilige Sichtweise. Führt ein Leben der Reinheit. Heiligt euer Leben.

Swami singt den Bhajan: „Hari bhajana bina…“

Übersetzung der vom Ashram herausgegebenen gedruckten englischen Fassung der Ansprache.

(Das Copyright der deutschen Übersetzung liegt bei der Sathya Sai Vereinigung e.V. , Dietzenbach)


    

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